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Armutsgefährdung und Einkommenswachstum: paradoxe Zusammenhänge im Prognosekontext

Author: Fink, Marian,Rocha-Akis, Silvia
Publisher: Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
Year: 2025
DOI: 10.59288/wug511.277
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/333140/1/wug_2025_51_1_0017.pdf
Fink, Ma ian; Rocha-Akis, Sil ia
A icle
A mu sge äh dung und Einkommenswachs um: pa adoxe
Zusammenhänge im P ognosekon ex
Wi scha und Gesellscha (WuG)
P o ided in Coope a ion wi h:
Kamme ü A bei e und Anges ell e ü Wien
Sugges ed Ci a ion: Fink, Ma ian; Rocha-Akis, Sil ia (2025) : A mu sge äh dung und
Einkommenswachs um: pa adoxe Zusammenhänge im P ognosekon ex , Wi scha und
Gesellscha (WuG), ISSN 0378-5130, Kamme ü A bei e und Anges ell e ü Wien, Wien, Vol. 51,
Iss. 1, pp. 17-41,
h ps://doi.o g/10.59288/wug511.277
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/333140
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A mu sge äh dung und
Einkommenswachs um:
pa adoxe Zusammenhänge im
P ognosekon ex
Ma ian Fink, Sil ia Rocha-Akis*
ZUSAMMENFASSUNG
Die A mu sge äh dungsquo e, ein zen ale Indika o zu Analyse de Ein-
kommens e eilung, gewinn im Kon ex wi scha liche P ognosen zuneh-
mend an Bedeu ung. Die jüngs en K isen, da un e die COVID-19-Pandemie
und de Uk aine-K ieg, sowie s aa liche Hil smaßnahmen haben die Einkom-
mensdynamik de Haushal e e heblich beein luss . Pa adoxe weise kann die
A mu sge äh dungsquo e in wi scha lichen Au schwungphasen s eigen und
in Abschwüngen sinken. Simula ionen ü Ös e eich zeigen, dass gleichmäßige,
p opo ionale Lohns eige ungen un e sons gleichen Bedingungen die A mu s-
ge äh dungsquo e endenziell e höhen, wäh end p opo ionale Pensionse -
höhungen diese leich senken. Diese E ek e we den wesen lich du ch die Zu-
sammense zung de Haushal seinkommen en lang de Einkommens e eilung
beein luss , die wiede um s a k on demog a ischen Haushal sme kmalen und
de E we bsbe eiligung abhängen.
SCHLÜSSELBEGRIFFE
A mu smessung, Einkommens e eilung, Konjunk u p ognose, Mik osimula-
ion, Nowcas ing
JEL-CODES
D31, E17, I32
DOI
10.59288/wug511.277
* Ma ian Fink: Ös e eichisches Ins i u ü Wi scha s o schung (WIFO).
Kon ak : [email p o ec ed]
Sil ia Rocha-Akis: Ös e eichisches Ins i u ü Wi scha s o schung (WIFO).
Kon ak : sil ia. [email p o ec ed]
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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
1. Einlei ung
Sei 2024 p ognos izie das Ös e eichische Ins i u ü Wi scha s o schung
( WIFO) im Rahmen seine ie eljäh lichen Konjunk u p ognose zwei Indika o en
de Einkommens e eilung: die A mu sge äh dungsquo e und das Einkommens-
quin il e häl nis S80/S20 (Ede e e al. 2024). Die mul iplen K isen sei 2020, da -
un e die COVID-19-Pandemie und das K iegsgeschehen in de Uk aine, haben die
Nach age nach eine di e enzie en Analyse de Einkommens e eilung deu lich
e höh (Le y 2023). Gleichzei ig e schwe en sie die E s ellung on P ognosen, da
diese K isen mi eine hohen Dynamik au den A bei smä k en, eine schwanken-
den Wi scha sleis ung und eine s a k s eigenden In la ion einhe gingen. Die Re-
ak ion de Poli ik in Ös e eich au diese En wicklungen wa du ch ein beispielloses
Ausmaß an Un e s ü zungsmaßnahmen gep äg , da un e e wa di ek e Un e neh-
menshil en, Ku za bei , Einmalzahlungen an p i a e Haushal e und Ene giekos-
enzuschüsse. E gänzend wu den auch s uk u elle Maßnahmen umgese z , wie
die eilweise Abscha ung de kal en P og ession und die Valo isie ung eine Rei-
he on Sozialleis ungen, da un e die Familienbeihil e. Diese In e en ionen ha -
en e hebliche Auswi kungen au die Ve eilung de e ügba en Einkommen de
P i a haushal e (Baumga ne e al. 2020; Budge diens 2022a, 2022b, 2023; Fink/
Rocha-Akis 2024; May hube e al. 2020) und dami auch au wesen liche Ungleich-
hei s- und A mu sindika o en.
Eine zen ale in e na ional ane kann e und e gleichba e A mu s- bzw. Ve ei-
lungskennzahl, die on O ganisa ionen wie Eu os a und de OECD e wende
wi d, is die „A mu sge äh dungsquo e“ (AROP1), die Pe sonen als a mu sge äh -
de de inie , wenn sie in einem Haushal leben, dessen äqui alisie es e ügba-
es Einkommen wenige als 60% des na ionalen äqui alisie en Medianeinkom-
mens be äg .2 Wie Jenkins (2020) zeig , blieben die A mu sge äh dungsquo en in
den meis en EU-Lände n, da un e auch Ös e eich, in den 20Jah en o 2015 – so-
wohl o als auch nach de Finanzk ise 2008/2009 – wei gehend s abil ode s iegen
leich an. Auch nach 2015 zeig e die A mu sge äh dung in Ös e eich lange Zei ei-
ne s abile En wicklung.
Bei de P ognose de A mu sge äh dungsquo e, e wa im Rahmen on Konjunk u -
p ognosen, spielen mak oökonomische En wicklungen eine zen ale Rolle (Na icke
e al. 2014; Sologon e al. 2023). In de Rezep ion on P ognosee gebnissen und Ex-
an e-Analysen zu Maßnahmen im Be eich des S eue - und T ans e sys ems zeig
sich häu ig die E wa ung, dass mi eine posi i en Wi scha s- und Einkommens-
en wicklung au oma isch eine sinkende A mu sge äh dung einhe geh . Ta sächlich
1 AROP is die Abkü zung ü den englischen Beg i „A Risk o Po e y“.
2 Das Äqui alenzeinkommen is ein P o-Kop -Einkommen, das den Lebenss anda d eines
Haushal smi glieds abbilde , als wä e es alleinlebend.
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Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
sind Ve ände ungen de A mu sge äh dung mi un e komplexe und nich imme
in ui i . En scheidend is , ob und in welchem Ausmaß Pe sonen du ch die wi scha -
lichen En wicklungen Einkommenszuwächse ode -einbußen e ah en und wo sie
en lang de Einkommens e eilung posi ionie sind.
Die p ognos izie e A mu sge äh dungsquo e wi d dabei maßgeblich du ch das Zu-
sammenspiel mak oökonomische Fak o en wie Beschä igung, A bei slosigkei , In-
la ion, Lohnen wicklung und s aa liche Um e eilung beein luss . Diese Fak o en
p ägen die Ve eilung de e ügba en Einkommen und de en Dynamik. Je nach A ,
Ausmaß und Ve eilung de Ve ände ungen äll de E ek un e schiedlich aus. Da-
übe hinaus spielen auch die Haushal sg öße und die Zusammense zung de Ein-
kommen inne halb de Haushal e eine wesen liche Rolle.
Da die A mu sge äh dungsquo e nich nu on de Einkommensen wicklung de
einkommensschwächs en Haushal e, sonde n auch maßgeblich on de En wicklung
des Medianeinkommens beein luss wi d, kann sie in wi scha lichen Abschwung-
phasen pa adoxe weise sinken – insbesonde e, wenn Menschen en lang eines wei-
en Spek ums de Einkommens e eilung be o en sind. Umgekeh können Pha-
sen des wi scha lichen Au schwungs ode S eue e o men, die die Abgabenlas
senken, zu einem Ans ieg de A mu sge äh dungsquo e üh en (Fink/Rocha-Akis
2020; Jenkins 2018; Jenkins e al. 2012; Rocha-Akis 2015).
Anhand hypo he ische Lohn- und Pensionse höhungen zeigen wi , wie Un e schie-
de in den Wachs ums a en einzelne Einkommenskomponen en die A mu sge äh -
dungsquo e beein lussen. Die Analyse s ü z sich au Simula ionen mi dem S eue -
T ans e -Mik osimula ionsmodell EUROMOD und un e such die Auswi kungen
isolie e p opo ionale Einkommenss eige ungen au die Ve eilung de e üg-
ba en Einkommen in Ös e eich. Die E gebnisse zeigen, dass Lohne höhungen die
A mu sge äh dungsquo e endenziell e höhen, wäh end Pensionse höhungen die
A mu sge äh dungsquo e leich senken.
De Bei ag gliede sich wie olg : Abschni 2 üh in das Konzep de A mu sge-
äh dungsquo e ein und disku ie zen ale K i ikpunk e. Das Ni eau und die En -
wicklung de A mu sge äh dungsquo e in Ös e eich we den in Abschni 3 nähe
be ach e . Abschni 4 beleuch e die P ognosee gebnisse zu A mu sge äh dungs-
quo e und de en En wicklung im Zusammenhang mi den beiden quan i a i bedeu-
ends en Komponen en des e ügba en Einkommens – den Löhnen und Gehäl e n
sowie den Pensionen. Abschni 5 besch eib die e wende en Da en und die Me ho-
de, be o Abschni 6 die Simula ionse gebnisse p äsen ie . Abschließend ass Ab-
schni 7 die wesen lichen E gebnisse zusammen.
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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
2. Was miss die A mu sge äh dungsquo e?
A mu und A mu sge äh dung hängen s a k on den Ressou cen ab, die einem Haus-
hal e ek i zu Ve ügung s ehen, um g undlegende Bedü nisse zu decken. Das
e ügba e Einkommen is ein wesen liche Indika o ü den Lebenss anda d, da es
das a sächliche Einkommen wide spiegel , das Haushal en nach Be ücksich igung
de Ma k einkommen (E we bs- und Kapi aleinkommen) sowie p i a e T ans e s
und nach Abzug on S eue n und Sozialbei ägen sowie nach Einbeziehung on So-
zialleis ungen bleib .
Die A mu sge äh dungsquo e zähl zu Fos e -G ee -Tho becke(FGT)-Klasse on
A mu smaßen (Fos e e al. 1984, 2010). Die FGT-Klasse is eine analy ische Familie
on Indika o en, die häu ig au Basis on e ügba en Einkommen be echne we -
den und A mu in un e schiedlichen Dimensionen (Inzidenz, Tie e und In ensi ä )
messen. Die FGT-Maße we den allgemein du ch olgende Fo mel da ges ell :
Dabei s eh N ü die Anzahl de Pe sonen in de Be ölke ung, q ü die Anzahl de
Pe sonen un e halb de A mu sschwelle (z) und yi ü das Einkommen de i- en be-
o enen Pe son. De Sensi i i ä spa ame e α bes imm , wie sensi i das Maß ge-
genübe de Einkommens e eilung un e halb de Schwelle is . Nied ige We e o-
kussie en au die Anzahl a me Pe sonen (A mu sinzidenz), höhe e We e be onen
s ä ke die A mu slücke und die In ensi ä de A mu . Fü α = 0 e gib sich aus de
FGT-Fo mel die A mu squo e, also wie iele Pe sonen bei gegebene A mu sschwel-
le z als a m gel en in Rela ion zu Be ölke ung. Fü α = 1 e gib sich die A mu slücke
(„po e y gap index“) und ü α = 2 die A mu sin ensi ä („po e y se e i y“) bezo-
gen au die Gesam be ölke ung. Die A mu sge äh dungslücke, wie sie e wa die S a-
is ik Aus ia be ich e (Eu os a 2024b), weich om FGT1-Index inso e n ab, als sie
die Lücke als Median de indi iduellen ela i en Abweichungen de Äqui alenzein-
kommen de A mu sge äh de en on de A mu sge äh dungsschwelle angib . Die
Summe de absolu en Abweichungen de Äqui alenzeinkommen a mu sge äh de-
e Pe sonen on de A mu sge äh dungsschwelle en sp ich dem (äqui alisie en)
Mindes be ag, de e o de lich wä e, um A mu sge äh dung olls ändig zu besei-
igen. Die A mu sin ensi ä bzw. de FGT2-Index be ücksich ig zusä zlich die Un-
gleichhei inne halb de a mu sge äh de en Be ölke ung. Je höhe die A mu slü-
cke eine Pe son, des o höhe is ih Gewich bei de Bes immung des FGT2-Index.
Die A mu sge äh dungsquo e is eine FGT0-Kennzahl, wobei sie mi äqui alisie -
en Einkommen ope ie und gemäß de Eu os a -De ini ion eine A mu sge äh -
dungsschwelle on 60% des Medianäqui alenzeinkommens e wende . Das Medi-
aneinkommen, als zen ale Punk de Einkommens e eilung, spiegel die Mi e
𝐹𝐹𝐹𝐹𝑇𝑇
!
=1
𝑁𝑁'(𝑧𝑧−𝑦𝑦"
𝑧𝑧,∝
$
"%&

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Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
de Gesellscha wide und dien als Bezugspunk , da es obus e gegenübe ex e-
men We en wie seh hohen Einkommen is als das Du chschni seinkommen. Diese
ela i e De ini ion de Schwelle e möglich es, A mu in Bezug au den allgemeinen
Lebenss anda d und die Einkommens e eilung inne halb eine Gesellscha zu be-
ach en. Die Ve wendung on äqui alisie em Einkommen be ücksich ig Un e -
schiede in de Haushal sg öße und -zusammense zung. Hie bei wi d das Haushal s-
einkommen mi eine Äqui alenzskala – o mi de modi izie en OECD-Skala bzw.
EU-Skala3 – gewich e . Die Äqui alisie ung is e o de lich, da Haushal e mi un-
e schiedliche Mi gliede zahl und Al e ss uk u un e schiedliche Einkommens-
ni eaus benö igen, um denselben Lebenss anda d zu e zielen. Diese Anpassung e -
möglich eine e gleichba e Be ach ung on Haushal en un e schiedliche G öße
und S uk u und e deu lich , welche Be ölke ungsg uppen einem e höh en A -
mu s isiko ausgese z sind.
Die 60-%-Ma ke wi d häu ig als Re e enzwe he angezogen, um zu zeigen, we im
Ve gleich zum mi le en Einkommen deu lich schlech e ges ell is . Sie wi d als
Schwelle be ach e , un e halb de e es he aus o de nd wi d, einen angemessenen
Lebenss anda d au ech zue hal en und ak i am gesellscha lichen Leben eilzu-
nehmen, da Be o ene mögliche weise e hebliche P obleme haben, ih e g undle-
genden Bedü nisse zu e üllen (Eu opean Commission 2004).
Im Zuge de jüngs en K isen is die Diskussion übe die beg enz e Aussagek a
de A mu sge äh dungsquo e hinsich lich a sächliche A mu sbe o enhei in
den Fokus ge ück (Badel /Hei zmann 2023; Fink e al. 2022). Die K i ik an de A -
mu sge äh dungsquo e is in de akademischen Diskussion nich neu und wi d
auch on s a is ischen Äm e n sei Langem ge üh (A kinson 2019; Bane jee/Du lo
2011; Lamei/Till-Ten sche 2005; Sen 1976; Wo ld Bank G oup 2016). Ein zen ale
K i ikpunk is die unidimensionale Messung, bei de A mu ausschließlich übe
die ela i e Einkommensposi ion de inie wi d. Dabei bleiben wesen liche Aspek-
e unbeach e , wie beispielsweise Un e schiede in den Lebenshal ungskos en, die
dazu üh en können, dass Menschen mi ähnlichem Einkommen un e schiedlich
s a k on inanzielle P eka isie ung be o en sind (Menyhe 2022). Auch Ve mö-
gen wi d in de Be echnung nich be ücksich ig , obwohl es dazu bei agen kann,
Einkommens e lus e abzu ede n und den Lebenss anda d zu s abilisie en (Kuy-
pe s/Ma x 2018). Zudem basie die o izielle A mu sge äh dungsquo e au Que -
schni sda en und zeig , wie iele Pe sonen in einem bes imm en Jah be o en
sind. Eine wich ige e gänzende F age is , wie lange diese Pe sonen in A mu blei-
ben und ob sie es scha en, diesen Zus and zu übe winden. Ku z is ige A mu ha
ge inge e Auswi kungen au die Lebensbedingungen, da E spa nisse, Ve mögen
ode inanzielle Un e s ü zung o übe gehende wi scha liche Schwie igkei en
3 Diese Skalen sch eiben dem e s en e wachsenen Haushal smi glied ein Gewich on 1, jedem wei e-
en eines on 0,5 und jedem Kind (bis 13 Jah e) eines on 0,3 zu.
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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
ab ede n können. Daue ode wiede hol sich A mu jedoch, schwinden die E -
spa nisse, und die Auswi kungen au Lebensquali ä , Gesundhei und soziale Teil-
habe we den g a ie ende (Co co an 1995; F anzen/Bah 2024; Holmes/Kie nan
2013; Whelan e al. 2003).
Ungeach e de K i ik an de unidimensionalen Messung de A mu sge äh dungs-
quo e und ih e besch änk en Aussagek a zu A mu sbe o enhei im Sinne on
Dep i a ion bleib sie ein zen ale Indika o ü die Einkommens e eilung, da sie
wich ige Aspek e ökonomische Ungleichhei sich ba mach . Ih e S ä ke lieg da in,
dass sie die ela i e Einkommenssi ua ion de Be ölke ung im Ve gleich zu gesell-
scha lichen Mi e be ücksich ig . Dies mach sie zu einem un e zich ba en Ins u-
men , um das Ausmaß und die Tie e de A mu sge äh dung sowie de en Ve ände-
ungen zu bewe en und in e na ionale Ve gleiche zu e möglichen.
Fü die P ognose de A mu sge äh dungsquo e sind o allem die mak oökono-
mischen Va iablen en scheidend, die Ein luss au die e ügba en Einkommen de
Haushal e nehmen, wie Wi scha swachs um und Beschä igung. S udien zum Zu-
sammenhang zwischen Wi scha swachs um, Beschä igung und ela i e A mu s-
ge äh dung in eu opäischen Lände n zeigen gemisch e E gebnisse. Einige S udien
(Bosco 2019; F anzen/Bah 2024) be ich en, dass Einkommenswachs um die A -
mu sge äh dung e inge , wäh end ande e (Caminada e al. 2012; Duiella/Tu ini
2014) keinen Zusammenhang zwischen BIP-Wachs um und ela i e A mu es s el-
len können. Auch das Beschä igungswachs um ha nich imme kla e Auswi kun-
gen au die A mu sge äh dungsquo e, insbesonde e wenn es o wiegend im Nied-
iglohnbe eich s a inde . Can illon (2011) inde in eine Analyse on 27 Lände n
keinen Zusammenhang zwischen Beschä igungswachs um und ela i e A mu .
Ma x e al. (2012) zeigen in eine Simula ion, dass ein Ans ieg de Beschä igungs-
quo e zwa in einigen Szena ien die A mu sge äh dung senken kann, diese E ek
jedoch ausbleib , wenn das Wachs um p imä den Nied iglohnsek o be i . Wei e-
e S udien belegen, dass nach de Finanzk ise Beschä igungszuwächse im Nied ig-
lohnbe eich in ielen Lände n keine Ve inge ung de A mu sge äh dung zu Folge
ha en (B ülle e al. 2019; Gábos e al. 2019). Im Gegensa z dazu zeigen Un e suchun-
gen zu Sozialausgaben, dass eine E höhung diese Ausgaben in de Regel mi eine
Reduk ion de ela i en A mu sge äh dungsquo e einhe geh (Bosco/Poggi 2020;
Caminada e al. 2012; Camme aa 2020; F anzen/Bah 2024; Jenkins 2000). Insgesam
häng die Auswi kung on Wi scha swachs um au die A mu sge äh dungsquo e
da on ab, ob es einkommensschwäche e G uppen e eich und in Sek o en mi ho-
hem Beschä igungspo enzial s a inde . Zudem spielen die Be ölke ungss uk u ,
die A bei sma k in eg a ion und die Ges al ung soziale Siche ungssys eme eine
en scheidende Rolle dabei, wie s a k sich Wachs um au die A mu sge äh dungs-
quo e auswi k (Jenkins 2020).
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Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
3. A mu sge äh dung in Ös e eich
In Ös e eich gal en gemäß den ak uellen EU-SILC-Da en4 (2023) im Jah 2022 und
1,3 Mio. Pe sonen als a mu sge äh de (S a is ik Aus ia 2024). Die A mu sge äh -
dungsquo e lag bei 14,9%. Im in e na ionalen Ve gleich zähl Ös e eich dami zu
den Lände n mi un e du chschni liche A mu sge äh dung. Inne halb de EU
lieg Ös e eich un e halb des Unionsschni s on 16,2% (2022). Es land und Li auen
e zeichne en mi 22,5% die höchs e A mu sge äh dungsquo e, wäh end Tschechi-
en mi 9,8% die nied igs e au wies.5 Mi Ausnahme de ezen es en Jah e, die du ch
mul iple K isen gep äg wa en, wa die A mu sge äh dung in Ös e eich lange Zei
s abil bis ückläu ig (Abbildung 1).
Abbildung 1: A mu sge äh dungsquo e 1994–2022
Quelle: Eu os a (2024a), eigene Da s ellung. – Vo 2001 Da en des EHCP, ab 2002 Da en de EU-SILC.
Da enb uch 2007 ( e ikale Linie) du ch Einbeziehung adminis a i e Einkommensda en (Angel e al.
2018 u. 2019; S a is ik Aus ia 2014).
4 EU-SILC (Eu opean Communi y S a is ics on Income and Li ing Condi ions) is eine S a is ik zu
Einkommen und Lebensbedingungen on P i a haushal en in Eu opa und bilde die G undlage ü
die Eu opäische Sozials a is ik (siehe Abschni 5).
5 Die on Eu os a und S a is ik Aus ia e ö en lich en A mu sge äh dungsquo en au Basis on
EU-SILC beziehen sich s e s au das o he ige Kalende jah (Einkommens e e enzjah ). Die au
Basis on EU-SILC 2023 e mi el e A mu sge äh dung besch eib also die A mu sge äh dungslage
des Jah es 2022. Im Gegensa z dazu beziehen sich die in diesem A ikel da ges ell en
A mu sge äh dungsquo en di ek au das Jah , ü das die Einkommens a iablen im EU-SILC
e hoben wu den. Es handel sich dahe um die A mu sge äh dungsquo e und die Einkommen des
jeweiligen Einkommens e e enzjah es.
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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
Die Be o enhei on A mu sge äh dung und ma e ielle Dep i a ion is dabei
nich zu ällig. Es zeigen sich pe sis en e A mu s(ge äh dungs)lagen ü einige Be-
ölke ungsg uppen, da un e Sozialhil ebeziehende, A bei slose, Pe sonen in Ein-
El e n-Haushal en ode in Haushal en mi d ei und meh Kinde n sowie Nich -EU-
ode -EFTA-S aa sbü ge :innen (Hei zmann/Penne s o e 2025; May hube e al.
2023; S a is ik Aus ia 2024).
Au g und ih e konzep ionellen Ausges al ung wi d die A mu sge äh dungsquo-
e und de en En wicklung maßgeblich du ch die Dynamik des medianen Einkom-
mens und de A mu sge äh dungsschwelle bes imm . Dabei is nich nu on Bedeu-
ung, wessen Einkommen un e halb de A mu sge äh dungsschwelle lieg , sonde n
auch, in welchem Ausmaß die Einkommen de jenigen, die knapp un e - und obe -
halb de Schwelle liegen, on diese en e n sind. Je meh Pe sonen sich in unmi -
elba e Nähe zu Schwelle be inden – sowohl da un e als auch da übe – des o
s ä ke kann sich die A mu sge äh dung in ih e Dynamik zeigen. Be ei s ge inge
Ve ände ungen des Medianeinkommens können dann aus eichen, um Pe sonen en -
wede übe die Schwelle zu heben ode sie un e diese zu d ücken. Die Ve eilung
de Einkommensa en en lang de Dezile e deu lich dabei, wie un e schiedlich
Haushal e au e schiedene Einkommensa en angewiesen sind. Es zeig sich mi
zunehmendem e ügba em Einkommen eine Zunahme de Abhängigkei on un-
selbs s ändigen E we bseinkommen und ein leich e Rückgang de Abhängigkei
on ö en lichen Pensionen. Pe sonen, de en Haushal seinkommen haup sächlich
on sons igen T ans e leis ungen abhäng , sind s a k in den un e en beiden Dezi-
len konzen ie (Abbildung 2).
Im di ek en Ve gleich de a mu sge äh de en Be ölke ung (G uppe A in Abbildung
2) mi den 10% de Be ölke ung, die sich je zu Häl e un e bzw. übe dem Median
de e ügba en Äqui alenzeinkommen be inden (G uppe M in Abbildung 2), we -
den die deu lichen Un e schiede in de Bedeu ung de Einkommensa en sich ba .
Wäh end die „Mi e de Gesellscha “ s a k on unselbs s ändigen Einkommen ab-
häng – ü 68% de Pe sonen is dies die Haup haushal seinkommensa 6 –, sind
ü A mu sge äh de e Einkommen aus unselbs s ändige Beschä igung und ö en -
liche Geldleis ungen mi jeweils und 29% gleiche maßen bedeu end. Pensionsein-
kommen spielen ü A mu sge äh de e mi und 26% eine g öße e Rolle als ü die
Mediang uppe (21%). Gleichzei ig lieg die du chschni liche äqui alisie e B u o-
pension inne halb de G uppe de A mu sge äh de en bei e wa 60% und de du ch-
schni liche äqui alisie e B u olohn bei und 46% des We es de Mediang uppe.
6 Eine Einkommensa (unselbs s ändiges Einkommen, ande e Ma k einkommen, ö en liche
Pensionen, ande e ö en liche Geldleis ungen) gil als Haup einkommensa , wenn sie meh als 50%
des gesam en Haushal seinkommens o Abgaben ausmach . Lieg de An eil alle Einkommensa en
jeweils un e 50% des B u ogesam einkommens eines Haushal s, wi d keine Haup einkommensa
de inie .
31
Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
e meide abe Ve ze ungen du ch auße gewöhnliche wi scha liche Schwan-
kungen, die sich in de Lohns uk u , Beschä igungssi ua ion und Einkommens-
e eilung niede schlagen.11
Die e ügba en Einkommen des Jah es 2019 we den mi EUROMOD un e Anwen-
dung des S eue - und T ans e sys ems dieses Jah es12 simulie . Wi analysie en
d ei kon a ak ische Szena ien: (1) eine E höhung alle B u olöhne und -gehäl-
e um 5%13, (2) eine E höhung alle B u opensionen um 5%, und (3) eine gleich-
zei ige E höhung beide Einkommensa en um 5%. De E ek de E höhung eine
Einkommenskomponen e e gib sich in de Di e enz zum Basisszena io (keine
Einkommensände ung).14
In de Reali ä s eigen Löhne und Pensionen nich einhei lich, sonde n a iie en
je nach Pe son und Einkommenssi ua ion. Diese He e ogeni ä is besonde s ele-
an ü Ve eilungs- und A mu smaße, da eine du chschni liche E höhung um
5% je nach Einkommensg uppe zu un e schiedlichen Auswi kungen au Ungleich-
hei und A mu sge äh dung üh en kann.15 Fü diese Analyse wi d jedoch bewuss
e ein ach angenommen, dass alle Löhne und Pensionen im Jah 2019 gleichmäßig
um die gleiche Ra e s eigen.
11 So nahmen beispielsweise zu Beginn des Jah es 2021 meh als 400.000 Pe sonen Ku za bei in
Ansp uch. Im Mai 2021 konn en Gas onomie-, Spo -, F eizei - und Kul u be iebe, Ho els sowie
Bäde un e speziellen Siche hei smaßnahmen nach meh als sechs Mona en Schließung in ganz
Ös e eich wiede ih en Be ieb au nehmen. Dami wu den e s mals sei No embe 2020 ös e -
eichwei die wesen lichen pandemiebeding en Einsch änkungen ü die Beschä igung au geho-
ben, wodu ch die Beschä igungszahlen e s mals das Vo k isenni eau übe a en. Die e wei e e
A bei slosigkei zu diesem Zei punk übe a den We on Mai 2019 wei e hin deu lich (Bock-
Schappelwein e al. 2021).
12 Leis ungen aus de Sozialhil e we den nich simulie , sonde n di ek aus den Da en en nommen.
13 Im Zei aum 2021–2023 sind die Pensionen insgesam um 9,32% und die Löhne um 15,17% gewachsen
(Tabelle 1). Das kumulie e Wachs umsdi e en ial be ug in diesem Zei aum 5,8 P ozen punk e.
Fü den Zei aum 2022–2023 e gib sich ein Wachs umsdi e en ial on 4,4 P ozen punk e. Eine
hypo he ische S eige ung de Löhne ode Pensionen um 5% un e sons gleichen Bedingungen,
e zeug ein Wachs umsdi e en ial on 5 P ozen punk en. Das en sp ich in e wa dem Du chschni
de beiden Zei äume und spiegel in komp imie e und s a k e ein ach e Fo m eine En wicklung
wide , wie sie im Um eld de hohen In la ionsdynamik beobach ba wa .
14 Die so be echne en E ek e sind E s undene ek e („day a e e ec s“), also E ek e, die unmi elba
nach z.B. eine Re o m ode Maßnahme au e en. Anpassungs eak ionen on Indi iduen ode
Haushal en wie beispielsweise Anpassungen des A bei sangebo s (Zwei undene ek e) bleiben
unbe ücksich ig . Da übe hinaus is EUROMOD ein pa ielles Gleichgewich smodell, d.h., nu
di ek e Auswi kungen au die be ach e en Haushal e ode Indi iduen we den be ücksich ig , ohne
Rückkopplungse ek e übe Mä k e ode das gesam wi scha liche Gleichgewich (Ände ungen on
Löhnen, P eisen ode de Nach age nach A bei [D i undene ek e]) einzubeziehen.
15 Eine E höhung de Pensionen ode Löhne um 5% wi k sich o allem au g und de un e schiedli-
chen Belas ung du ch Sozial e siche ungsbei äge, selbs bei gleiche Höhe des B u oeinkommens,
nich gleiche maßen au das Ne oeinkommen aus.

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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
6. E ek e on Lohn- und Pensionse höhungen
6.1 Wi kungen au die e ügba en Einkommen
Die Simula ionen zeigen deu liche Un e schiede in de Wi kung on Einkommens-
s eige ungen, je nachdem, ob diese du ch höhe e Löhne, höhe e Pensionen ode ei-
ne gleichzei ige E höhung beide Einkommensa en e olgen.
Tabelle 2: E ek e on Einkommense höhungen au das e ügba e Äqui alenz-
einkommen
Szena io
Basis Löhne Pensionen Löhne & Pensionen
in € ela i zu Basisszena io, in %
Gesam
A i hme isches Mi el 2.425 +2,4 +0,8 +3,2
Median 2.213 +2,7 +1,1 +3,3
Dezile
1. Dezil 831 +0,8 +1,1 +1,9
2. Dezil 1.382 +1,5 +1,2 +2,7
3. Dezil 1.683 +1,9 +1,1 +3,0
4. Dezil 1.909 +2,2 +0,8 +3,0
5. Dezil 2.117 +2,2 +1,0 +3,2
6. Dezil 2.322 +2,4 +1,0 +3,4
7. Dezil 2.587 +2,5 +0,8 +3,3
8. Dezil 2.905 +2,7 +0,8 +3,5
9. Dezil 3.399 +2,8 +0,7 +3,5
10. Dezil 5.118 +2,8 +0,6 +3,4
Haup einkommensa
Unselbs s ändigeneinkommen 2.588 +3,5 +0,1 +3,6
Ande es Ma k einkommen 2.764 +0,6 +0,2 +0,8
Ö en liche Pensionen 2.211 +0,2 +3,5 +3,7
Ande e T ans e leis ungen 1.165 +0,0 +0,1 +0,1
Keine 2.267 +1,4 +1,1 +2,5
Quelle: EUROMOD, eigene Be echnungen. – Szena io Löhne: E höhung de B u olöhne und -gehäl e um
5%; Szena io Pensionen: E höhung de B u opensionen um 5%; Szena io Löhne & Pensionen: E höhung
de B u olöhne und -gehäl e sowie de B u opensionen um 5%. – Dezile de e ügba en Äqui alenz-
einkommen im Basisszena io. – Eine Einkommensa (Unselbs s ändigeneinkommen, ande e Ma k ein-
kommen, ö en liche Pensionen, ande e T ans e leis ungen) gil als Haup einkommensa , wenn sie meh
als 50% des gesam en Haushal seinkommens o Abgaben ausmach . Lieg de An eil alle Einkommens-
a en jeweils un e 50% des B u ogesam einkommens eines Haushal s, wi d keine Haup einkommensa
de inie .
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Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
Eine Lohns eige ung um 5% üh ü knapp 76% de Be ölke ung zu höhe en e -
ügba en Äqui alenzeinkommen. Es p o i ie en o allem Haushal e in den obe en
d ei Dezilen de Einkommens e eilung, wo das e ügba e Haushal seinkommen
um 2,7% bis 2,8% s eig . In den un e en Dezilen äll de E ek hingegen deu lich
schwäche aus: Im e s en Dezil be äg de Ans ieg 0,8%, im zwei en Dezil 1,5%.
Diese Un e schiede lassen sich au die ge inge e A bei sma k pa izipa ion und
die nied ige e Bedeu ung des unselbs s ändigen Einkommens im Haushal sein-
kommen in den un e en Dezilen zu ück üh en. So p o i ie en im un e s en Dezil
nu e wa die Häl e de Pe sonen di ek – das heiß du ch eine E höhung ih es ei-
genen Lohns– und indi ek , e wa du ch das ges iegene Einkommen on Pa ne :in-
nen ode El e n im gemeinsamen Haushal . In de obe en Häl e de Ve eilung hin-
gegen p o i ie en 80% bis 90% de Pe sonen en wede di ek ode indi ek on den
Lohns eige ungen. Das du chschni liche Einkommen s eig um 2,4% und de Me-
dian um 2,7% (Tabelle 2).
Im Ve gleich dazu ha eine E höhung de Pensionen um 5% eine deu lich schwä-
che e Wi kung: Die e ügba en Einkommen s eigen im Du chschni nu um 0,8%
und im Median um 1,1%. Dies lieg da an, dass wenige Menschen on Pensions-
als on Lohns eige ungen p o i ie en. E wa ein D i el de Be ölke ung e äh
du ch die Pensionse höhung eine Ve ände ung ih es e ügba en Einkommens.
In den un e en Einkommensdezilen äll de Ans ieg mi 1,1% bis 1,2% übe du ch-
schni lich aus, was die g öße e Bedeu ung on Pensionseinkommen in diesen Ein-
kommensg uppen wide spiegel . De E ek de Pensionse höhung zeig sich ins-
gesam gleichmäßige e eil als bei eine Lohns eige ung. Mi Ausnahme des
un e s en Dezils, in dem und 12% de Pe sonen on de Pensionse höhung p o-
i ie en, liegen die An eile de Be o enen in den üb igen Dezilen zwischen 29%
und 38% (Tabelle 2).
Eine gleichzei ige E höhung on Löhnen und Pensionen üh zu eine kumula-
i en Wi kung, bei de sich die jeweiligen Einzele ek e übe lage n. Im Du ch-
schni s eigen die e ügba en Äqui alenzeinkommen um 3,2%, wobei 95% de
Be ölke ung be o en sind. Wäh end die obe en Dezile wei e hin übe p opo -
ional on de Lohns eige ung p o i ie en, wi ken sich die Pensionse höhungen
o allem au die un e en Dezile posi i aus, was den Gesam e ek au die Einkom-
mens e eilung e was ausgewogene ges al e . Dennoch bleiben deu liche Un e -
schiede bes ehen: In den obe en ün Dezilen e höhen sich die e ügba en Äqui-
alenzeinkommen um 3,3% bis 3,5%, wäh end im un e en Be eich die Zuwächse
wesen lich ge inge aus allen – im e s en Dezil lieg de Ans ieg beispielsweise
bei nu 1,9%. Diese schwäche e E ek in den un e en Dezilen is un e ande em
da au zu ückzu üh en, dass de An eil de Pe sonen, die on den Einkommens-
s eige ungen be o en sind, do deu lich ge inge aus äll . Wäh end in den obe-
en sechs Dezilen nahezu alle Haushal e on den Lohn- und Pensionse höhungen
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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
p o i ie en, lieg de An eil im un e s en Dezil bei lediglich 73%. Das bedeu e , dass
und ein Vie el de Pe sonen keine Einkommens e besse ung e äh . Im zwei-
en Dezil be äg de An eil de Be o enen 91%, sodass und 10% de Haushal e
do eben alls unbe üh bleiben.
6.2 Wi kung au die A mu sge äh dungsquo e
Im Jah 2019 lieg die A mu sge äh dungsschwelle im Basisszena io bei 15.931Eu-
o jäh lich, wobei 13,4% de Be ölke ung ein e ügba es Äqui alenzeinkommen
un e halb diese Schwelle haben.16 Eine 5%ige Lohns eige ung ü alle unselbs s än-
dig Beschä ig en üh zu einem Ans ieg des medianen e ügba en Äqui alenzein-
kommens und somi zu eine E höhung de A mu sge äh dungsschwelle um 2,7%.
Dadu ch s eig die A mu sge äh dungsquo e um 0,5 P ozen punk e au 13,9%, da
ein g öße e An eil de Be ölke ung die ges iegene Schwelle nich e eich . Beson-
de s da on be o en sind Haushal e, de en B u ogesam einkommen meh als zu
Häl e aus T ans e s ohne Pensionen bes eh , da sich diese in besonde em Ausmaß
um die A mu sge äh dungsschwelle konzen ie en. Haushal e, die übe wiegend
on Pensionseinkommen leben, angie en an zwei e S elle, wenn auch deu lich
wenige konzen ie (Abbildung 3).17 In den un e en Dezilen is de An eil des E -
we bseinkommens am Gesam einkommen somi e gleichsweise ge ing, weshalb
de Einkommenszuwachs in diesen G uppen schwäche aus äll . Mi s eigendem
Einkommen nimm de Einkommensans ieg jedoch zu. Dies üh dazu, dass de An-
s ieg des Medians und dami de A mu sge äh dungsschwelle s ä ke aus äll , als es
die Einkommenszuwächse in den un e en Dezilen kompensie en könn en. Dies e -
anschaulich , wa um die A mu sge äh dungsquo e in diesen G uppen besonde s
s a k ans eig : Un e Pe sonen, de en Haup einkommen aus T ans e s ohne Pensio-
nen bes eh , e höh sich die A mu sge äh dungsquo e on 65,5% au 69,6%. Bei Pe -
sonen mi übe wiegendem Pensionseinkommen s eig sie on 16,4% au 17,4%. Im
Gegensa z dazu e zeichne die G uppe de Haushal e mi übe wiegend unselbs -
s ändigem Einkommen einen leich en Rückgang de A mu sge äh dungsquo e on
6,4% au 6,3%. Dies is da au zu ückzu üh en, dass die Einkommenss eige ung in
den Haushal en im un e en Einkommensbe eich in Summe aus eichend hoch is ,
16 Die be echne en A mu sindika o en weichen ge ing ügig on den on de S a is ik Aus ia e -
ö en lich en We en ab, wonach die A mu sge äh dungsschwelle im Jah 2019 bei 15.933Eu o und
die A mu sge äh dungsquo e bei 13,9% lag. De Haup un e schied e gib sich aus de eingese z en
Me hode. Wäh end die o izielle Quo e au den selbs be ich e en ode adminis a i en Da en in
EU-SILC basie en, we den im o liegenden Bei ag Abgaben und eilweise T ans e s mi EUROMOD
simulie .
17 Wü den die T ans e einkommen ohne Pensionen e höh , wü de die A mu sge äh dungsquo e
deu liche sinken. Da Haushal e, de en Haup einkommensa T ans e leis ungen sind, un e halb de
A mu sge äh dungsschwelle konzen ie sind, hä e eine E höhung ih e Einkommen eine ge in-
ge e Wi kung au den Median und somi au die Ve schiebung de A mu sge äh dungsschwelle.
Es is also insgesam eine ge inge e S eige ung des Einkommens no wendig, um die neue
A mu sge äh dungsschwelle zu übe winden.
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Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
um den Ans ieg de A mu sge äh dungsschwelle zu übe e en und die A mu s-
ge äh dungsquo e zu senken.
Tabelle 3: E ek e on Einkommense höhungen au die A mu sge äh dungsquo e
 Szena io
Basis Löhne Pensionen Löhne &
Pensionen
in %
Gesam    
Quo e 13,4 13,9 13,2 13,6
Ve anke e Quo e 13,4 12,9 13,0 12,6
Haup einkommensa    
Unselbs s ändigeneinkommen 6,4 6,3 6,5 6,4
Ande e Ma k einkommen 21,3 22,1 21,4 22,1
Ö en liche Pensionen 16,4 17,4 15,0 16,0
Ande e T ans e leis ungen 65,5 69,6 67,3 68,3
Keine 11,7 11,7 10,5 11,7
Quelle: EUROMOD, eigene Be echnungen. – Szena io Löhne: E höhung de B u olöhne und -gehäl e
um 5%; Szena io Pensionen: E höhung de B u opensionen um 5%; Szena io Löhne & Pensionen: E hö-
hung de B u olöhne und -gehäl e sowie de B u opensionen um 5%. Eine Einkommensa (Unselbs -
s ändigeneinkommen, ande e Ma k einkommen, ö en liche Pensionen, ande e T ans e leis ungen)
gil als Haup einkommensa , wenn sie meh als 50% des gesam en Haushal seinkommens o Abgaben
ausmach . Lieg de An eil alle Einkommensa en jeweils un e 50% des B u ogesam einkommens
eines Haushal s, wi d keine Haup einkommensa de inie .
Im Gegensa z zu Lohne höhung um 5% üh eine E höhung de Pensionen um 5%
zu einem leich en Rückgang de ela i en A mu sge äh dungsquo e on 13,4% au
13,2%. Diese E ek zeig sich besonde s in Haushal en, de en Einkommen übe wie-
gend aus Pensionen bes eh : Hie sink die A mu sge äh dungsquo e on 16,4% au
15,0%. Gleichzei ig s eig die A mu sge äh dungsquo e jedoch in ande en Haushal s-
ypen, insbesonde e in jenen, die s a k on ö en lichen T ans e s (ohne Pensionen)
abhängig sind – ih e Quo e e höh sich on 65,5% au 67,3%. De Ans ieg des media-
nen e ügba en Äqui alenzeinkommens und dami de A mu sge äh dungsschwel-
le äll mi 1,1% deu lich schwäche aus als bei de 5%igen Lohne höhung, da Pensi-
onseinkommen im e ügba en Äqui alenzeinkommen nu einen e gleichsweise
ge ingen An eil ausmachen. Die Einkommen s eigen in den un e en Dezilen alle -
dings s ä ke als bei de Lohne höhung – im e s en und zwei en Dezil im Du ch-
schni um 1,1% und 1,2% bzw. ü Haushal e mi übe wiegend Pensionseinkommen
um 4,4% und 3,7%. Dadu ch geling es eine g öße en Anzahl on Pe sonen in den
un e en Dezilen, die A mu sge äh dungsschwelle zu übe sch ei en, wäh end eine
ge inge e Anzahl on Pe sonen un e diese u sch .
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Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
We den sowohl Löhne als auch Pensionen um 5% e höh , s eig die A mu sge äh dungs-
quo e leich on 13,4% au 13,6%, was einen schwäche en Ans ieg da s ell als bei ei-
ne ausschließlichen Lohne höhung. Nu jene Haushal e, in denen Pensionen als Ein-
kommensa dominie en, e ah en eine (leich ) ückläu ige A mu sge äh dungsquo e.
Wi d die A mu sge äh dungsschwelle hingegen au dem Ni eau des Basisjah es i-
xie , zeig sich sowohl bei de Lohn- als auch bei de Pensionse höhung ein Rück-
gang de A mu sge äh dungsquo e. Im e s e en Fall sink sie um 0,4 P ozen punk-
e au 13% und im le z e en um 0,5 P ozen punk e au 12,9%. Die Ve wendung
eine ixie en bzw. e anke en A mu sge äh dungsschwelle e deu lich somi
den e wa e en nega i en Zusammenhang zwischen Einkommenswachs um und
A mu sge äh dungsquo e.
7. Zusammen assung
Wi scha liche Schwankungen wie Rezessionen, Wachs umsphasen ode In la i-
on können spü ba e Auswi kungen au die A mu sge äh dung und die soziale La-
ge, insbesonde e im un e en Einkommensbe eich, haben. Die P ognose de A mu s-
ge äh dungsquo e lie e eine zen ale Kennzahl, um diese Ve ände ungen messba
zu machen und die En wicklung de Einkommens e eilung zu analysie en. Beson-
de s in Zei en wi scha liche Unsiche hei ode Ums uk u ie ungen un e s ü -
zen solche P ognosen dabei, soziale Belas ungen ühzei ig zu e kennen und die Be-
o enhei einzelne Be ölke ungsg uppen zu beu eilen.
Alle dings is die In e p e a ion on Ve ände ungen de A mu sge äh dungsquo-
e in P ognosen komplex, da sie on e schiedenen, mi einande e knüp en Fak-
o en beein luss wi d. Zum einen se z sich das e ügba e Einkommen aus un e -
schiedlichen Komponen en wie E we bseinkommen, Pensionen, ande e ö en liche
T ans e leis ungen zusammen, die un e schiedlich s a k du ch Abgaben belas e
sind und au wi scha liche und poli ische Ve ände ungen e schieden eagie en.
Die Höhe und Ve eilung de e ügba en Einkommen hängen u.a. on den demo-
g a ischen Me kmalen de Haushal e ab. Da übe hinaus spiel die Ve ände ung
des na ionalen medianen e ügba en Äqui alenzeinkommens eine en scheiden-
de Rolle, da dieses als Re e enz ü die A mu sge äh dungsschwelle dien . Ebenso
beein luss die Ve eilung des e ügba en Äqui alenzeinkommens – insbesonde-
e in de Nähe de Schwelle –, welche Haushal e als a mu sge äh de gel en. Diese
Dynamiken bes immen, wie sich Anpassungen de Schwelle und Ve ände ungen
im eigenen Einkommen au die A mu sge äh dung einzelne Haushal e auswi ken.
Vo dem Hin e g und de dynamischen In la ionsen wicklung sei 2022, die du ch
zei lich e se z e Anpassungen on Löhnen und Pensionen zu einem ausgep äg-
en Wachs umsdi e enzial zwischen diesen beiden Einkommensa en ge üh ha ,

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Wi scha und Gesellscha 51 (1): 17–41
analysie en wi die Auswi kungen on Wachs umsun e schieden in den Löhnen
und Pensionen au die A mu sge äh dungsquo e. Die Simula ionen hypo he ische
Lohn- und Pensionse höhungen zeigen dabei un e schiedliche Auswi kungen au
die A mu sge äh dungsquo e und die e ügba en Äqui alenzeinkommen, je nach-
dem, welche Einkommensa e höh wi d.
Eine Lohne höhung um 5% üh zu einem du chschni lichen Ans ieg des e üg-
ba en Einkommens um 2,4%, wobei o allem Haushal e in den obe en Einkommens-
dezilen p o i ie en. In den un e en Dezilen äll de E ek deu lich ge inge aus. Ei-
ne Pensionse höhung um 5% hingegen s eige das Einkommen im Du chschni um
0,8%, wobei o allem Haushal e in den un e en Dezilen p o i ie en, da Pensionen
do eine g öße e Rolle spielen.
Die A mu sge äh dungsquo e de Be ölke ung s eig im Zuge de Lohne höhung
um 0,5 P ozen punk e au 13,9%, be o en sind insbesonde e Haushal e, de en Ein-
kommen haup sächlich aus ö en lichen T ans e s s amm . Im Gegensa z dazu be-
wi k eine E höhung de Pensionen einen mode a en Rückgang de A mu sge äh -
dungsquo e au 13,2%. We den Löhne und Pensionen gleichzei ig angehoben, s eig
die A mu sge äh dungsquo e ge ing ügig au 13,6%. Bleib die A mu sge äh dungs-
schwelle im Basisszena io ixie ( e anke ), üh dies e wa ungsgemäß in bei-
den Szena ien zu einem Rückgang de A mu sge äh dungsquo e.
De s ä ke e Ans ieg de Löhne im Ve gleich zu den Pensionen in den Jah en 2022
und 2023 könn e demnach eine E klä ung ü den p ognos izie en Ans ieg de A -
mu sge äh dungsquo e sein. Es zeig sich jedoch auch, dass eine Ve inge ung die-
ses Wachs umsdi e enzials – e wa du ch ein s ä ke es Au holen de Pensionen –
die A mu sge äh dungsquo e wiede senken könn e.
Zu A mu sge äh dungsquo e, die insbesonde e den un e en Einkommensbe eich
e ass , s ell das Einkommensquin il e häl nis S80/S20, das eben alls im Rahmen
de Konjunk u p ognose p ognos izie wi d, eine we olle E gänzung da . Die bei-
den Indika o en, die die un e en Einkommensbe eiche in Rela ion zu Mi e bzw. in
Rela ion zum obe en Einkommensbe eich se zen, e möglichen die Da s ellung de
Einkommensen wicklung und die Auswi kungen on Maßnahmen, die un e schied-
liche Be ölke ungsg uppen mi a iie enden sozioökonomischen Me kmalen be-
e en. Dazu gehö en beispielsweise die Ände ungen im S eue - und T ans e sys-
em, die Abgel ung de kal en P og ession ode die Indexie ung on Sozialleis ungen
und Familienleis ungen.
Besonde s in Phasen de iskalischen Konsolidie ung komm de F age nach de so-
zialen Ve äglichkei on wi scha lichen Anpassungen eine zen ale Rolle zu. Ei-
ne P ognose de A mu sge äh dungsquo e lie e Hinweise da au , wie poli ische
und wi scha liche Ve ände ungen die soziale Lage de Haushal e beein lussen
38
Fink/Rocha-Akis (2025): A mu sge äh dung und Einkommenswachs um im P ognosekon ex
könn en. Ein Ans ieg de A mu sge äh dungsquo e kann e wa au wachsende Un-
gleichhei und ein e höh es Risiko soziale Ausg enzung hindeu en. Le z e e kann
wiede um du ch schlech e en Zugang zu Bildung, Beschä igung und Gesundhei s-
e so gung lang is ig die wi scha liche Leis ungs ähigkei schwächen.
DANKSAGUNG
Wi bedanken uns bei zwei anonymen Gu ach e :innen ü hil eiche Kommen a e und we -
olle An egungen zu Übe a bei ung dieses A ikels.
LITERATUR
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