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Zur Konzeption einer pragmatisch orientierten Unternehmenstheorie

Abstract

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Zur Konzeption einer pragmatisch orientierten Unternehmenstheorie

Author: Koch, Helmut
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1988
DOI: 10.3790/schm.108.1.99
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291679/1/schm.108.1.099.pdf
Koch, Helmu
A icle
Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en
Un e nehmens heo ie
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Koch, Helmu (1988) : Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en
Un e nehmens heo ie, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) -
Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 108, Iss. 1, pp. 99-111,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291679
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Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en (ZWS) 108 (1988), S. 99 - 111
Duncke & Humblo , Be lin 41
Zu Konzep ion eine
p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie*
Von Helmu Koch
Im olgenden Bei ag wi d da on ausgegangen, daß die Un e nehmens heo ie p ag-
ma isch zu o ien ie en sei in dem Sinne, daß sie En scheidungshil e bie en soll. Un e -
such wi d die F age, welche Konzep ion de Un e nehmens heo ie diesem Aspek am
wei es gehenden ge ech wi d. Es we den die no ma i e be iebswi scha liche En -
scheidungs heo ie und die be iebswi scha liche Handlungs heo ie gegeneinande
abgewogen.
Einlei ung
1. Um das o liegende P oblem in seinem his o ischen Bezug zu e s e-
hen, möge de Lese sich an die An änge de sys ema isch be iebenen
Un e nehmens heo ie - E ich Gu enbe g ha sie in e s en Nachk iegs jäh en
beg ünde - e inne n. Dabei wi d un e de Un e nehmens heo ie, g ob
de inie , die Bildung on Allgemeinsä zen übe das wi scha liche Un e -
nehmen e s anden.
Damals s ü z e sich die Un e nehmens heo ie au die neoklassische Kon-
zep ion - Gu enbe g übe nahm eben jene wi scha s heo e ische G und-
au assung, die e zu seine Zei o and1. Hie nach wu de die Un e neh-
mens heo ie als ein Teilgebie de gesam wi scha lichen Gü e ausch-
analyse au ge aß . Denn mi de Rezep ion de Neoklassik en s and hie zu-
lande die Idee eine „einhei lichen Wi scha s heo ie", in de Volks- und
Be iebswi e gemeinsam o schen. Diese Idee and ih e Ve kö pe ung in
den d ei g oßen E ichs, die die Wi scha swissenscha en de Nachk iegs-
zei maßgeblich gep äg haben: E ich P eise , E ich Schneide und E ich
Gu enbe g. P eise wa de Gedankenwei es e und An egends e un e
ihnen, Schneide de Gedankenkla s e und didak isch E izien es e, Gu en-
be g de Gedanken ie s e und de de Reali ä am s ä ks en Zugewand e.
Im Rahmen diese einhei lichen Wi scha s heo ie wies E ich Gu enbe g
de Be iebswi scha sleh e die spezielle Au gabe zu, die unk ionalen
* E was geände e Fassung de Abschieds o lesung, gehal en am 19.5.1987 an de
Uni e si ä Müns e .
1 Gu enbe g (1951).
ZWS 108 (1988) 1 7*
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100 Helmu Koch
Beziehungen zwischen den Fak o einsa zmengen bzw. -kos en eine sei s
und de P oduk menge ande e sei s zu bes immen2.
Diese Analyse de be ieblichen Inpu -Ou pu -Beziehungen mani es ie
sich in de P oduk ions- und Kos en heo ie, die Gu enbe g in besonde em
Maße wei e ge üh ha . Demen sp echend ungie e die neoklassische
Un e nehmens heo ie als Zulie e e on Kos en unk ionen ü die P eis-
heo ie, die de olkswi scha lichen Theo ie als analy isches Objek zuge-
wiesen wa 3.
De Neoklassik abe lag kein p agma isches Anliegen zug unde. Vielmeh
e s and sie sich im al übe kommenen a is o elischen Sinne als ein Ins u-
men de E klä ung empi ischen Geschehens. Ih Anliegen wa da au
ge ich e , in e essie en Menschen das wi scha liche Geschehen e s änd-
lich zu machen. Sie woll e ihnen beispielsweise bei de Klä ung de F age
behil lich sein, wa um die Au omobilun e nehmen ih e P eise höhungen
o zugsweise im F ühjah o nehmen.
Hie aus e klä sich, daß die neoklassisch be iebene Un e nehmens heo-
ie, im g oßen und ganzen gesehen de P axis nu in beg enz em Um ang
En scheidungshil en zu bie en e mag. Die Un e nehmenslei ung benö ig
ü ih e En scheidungen übe Absa zp og amm, Ma ke ing-Mix, Fak o -
kombina ion, Kapi als uk u und de gleichen in e s e Linie allgemeinbe-
g i lich gehal ene Aussagen übe die op imale Handlungsweise. Diese Op i-
mumaussagen dienen jeweils im einzelnen En scheidungs all als gedank-
liches Handlungsmus e , nach welchem die op imale konk e e Al e na i e
bes imm wi d. Indessen bie e die neoklassisch be iebene Un e nehmens-
heo ie nu Aussagen übe die Ges al on Funk ionen. Und obend ein
um aß sie übe haup nich die In es i ions- und Absa zak i i ä en.
Und schließlich: Eine so um assende Analyse wie die des Gleichgewich s
au einem Teilma k ode ga in eine Volkswi scha mach die Se zung
einige s a k abs ahie ende wi klichkei s emde P ämissen e o de lich,
die na ü lich auch ü die eingegliede e Un e nehmens heo ie e bindlich
sind. So is z.B. die Annahme e o de lich, jede Anbie e und Nach age
e üge übe ein unbeg enz es En scheidungspo en ial sowie übe ollkom-
mene Vo aussich 4.
2 Gu enbe g (1957), 25; Albach (1967), 746 .
3 Na ü lich kenn die im neoklassischen Rahmen be iebene Un e nehmens heo ie
auch die Bildung on Aussagen übe die op imale Handlungsweise de Un e -
nehmenslei ung. Hingewiesen sei e wa au die Bes immung de op imalen, d.h. ko-
s enspa ends e Kombina ion on P oduk ions ak o en. Abe diese Op imumbes im-
mungen sind nu als Vo s u e zu Analyse de be ieblichen Inpu -Ou pu -
Beziehungen gedach .
4 In einzelnen Punk en abe ha die Neoklassik das p axiso ien ie e Bemühen de
Be iebswi scha sleh e in einem heu e kaum meh o s ellba em Maße be uch e .
So haben Gu enbe gs p oduk ions- und kos en heo e ische Un e suchungen de
P axis de Fe igungsplanung ungeheu e Impulse e liehen.
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Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie 101
2. Nun ha sich abe in de Be iebswi scha sleh e sei ih en An ängen
schon ühzei ig die Eins ellung du chgese z , daß das Fach analog zu
Ju isp udenz und zu medizinischen Wissenscha zwecks Un e s ü zung
und Ve besse ung de P axis de Un e nehmens üh ung zu be eiben sei.
Dahe is be ei s in den 50e Jah en de Gedanke au gekommen, daß die
Un e nehmens heo ie als eine p agma isch o ien ie e Disziplin zu be ei-
ben sei. Und diese Gedanke ha sich als du chaus uch ba e wiesen.
Zwa s ell sich auch heu e noch de P ak ike un e de Un e nehmens-
heo ie häu ig e was Eso e isches und Wei abgewand es o , mi dem e
selbs nich s an angen könne. Ta sächlich abe liegen die Dinge so, daß die
Un e nehmenslei ungen eine be iebswi scha liche Theo ie benö igen.
Denn we a ionale En scheidungen e wa übe S ando , P oduk p og amm
ode de gleichen e en will, b auch dazu ein o gedach es Handlungs-
konzep . De P ak ike müß e sich eine Theo ie selbs zusammenbas eln,
wenn e sie nich on de p o essionellen Be eibswi scha sleh e übe neh-
men kann ode will.
Angesich s de g oßen Disk epanz zwischen Zweck und Gegens and de
neoklassischen Theo ie eine sei s und den In o ma ionsbedü nissen de
Wi scha sp axis ande e sei s wa de Wunsch nach eine p agma isch
ausge ich e en Un e nehmens heo ie nu na ü lich. So kam es in den 50e
Jah en zu de F age: Wie soll eine solche Theo ie bescha en sein? Au diese
F age sei im olgenden eingegangen.
Im Folgenden sei un e such , welche Konzep ion - das is die Gesam au -
assung übe Zweck und Inhal de Un e nehmens heo ie - ü eine p agma-
ische Un e nehmens heo ie am zweckmäßigs en is .
I. Die Konzep ion de be iebswi scha lichen
En scheidungs heo ie
1. Das Bemühen um die Lösung diese F age ha zu zwei e schiedenen
Konzep ionen ge üh . Als e s es bilde e sich in den 60e Jah en die Konzep-
ion de be iebswi scha lichen no ma i en En scheidungs heo ie he aus5.
Sie s ell eine spezielle Ausp ägung de allgemeinen En scheidungs heo ie
da , die in de angelsächsischen Wel be ei s on Hu chinson, Bouilding und
ande en Au o en en wickel wo den wa 6.
Vo allem abe e danken wi de Neoklassik die G undzüge de Absa z heo ie und
des Ma ke ing. Denn bis dahin dominie e in de Be iebswi scha sleh e das ein-
sei ige Kos endenken.
5 Siehe u.a.: Wi mann (1963), l .; Pack (1966), 236 , insbes. 240 .; Kosiol (1964),
743 .; Busse on Cölbe (1964), 615 ., insbes. 615 .; Heinen (1966), 5 .; Albach
(1967), 446 , insbes. 454 .
6 Siehe u.a. Hu chinson (1937), 650; Robbins (1949), 12; siehe u.a. auch: Kempski
(1954); Bouilding (1958), 27; Gä gen (1968), 43 ., 79 .
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102 Helmu Koch
Demzu olge ück nunmeh das einzelne Wi scha ssubjek , o nehmlich
die Un e nehmenslei ung (einschließlich de mi En scheidungen be au en
Mi a bei e ) in den Mi elpunk des In e esses. Abe man will nich e wa das
Handeln de Wi scha ssubjek e e klä en hel en. Vielmeh will man ih e
En scheidungen e besse n in dem Sinne, daß diese logisch ich ig ge o en
we den. Demgemäß such man En scheidungs egeln au zus ellen und den
Wi scha ssubjek en als Impe a i e o zugeben, denen zu olge jeweils die
op imale Handlungsweise bes imm we den soll. An die S elle de empi i-
schen Analyse, wie sie die Neoklassik o sah, i die En scheidungslogik
als no ma i e Theo ie.
Den Ausgangspunk bilde hie bei das obe s e Pos ula des e nün igen
un e nehme ischen Handelns. In konk e o mein man dami die Fo de ung
nach Gewinnmaximie ung bei siche en E wa ungen übe die zukün igen
Ma k e häl nisse sowie das Pos ula de Maximie ung des Nu zene wa -
ungswe es ü den Fall unsiche e Ma k p ognosen - diese obe s en Impe-
a i e we den nich hin e ag . Die be iebswi scha liche En scheidungs-
heo ie bemüh sich, Op imie ungsme hoden zu en wickeln, mi els de e
diese beiden Pos ula e des e nün igen un e nehme ischen Handelns logisch
ich ig in die P axis umgese z we den können. Sie e s eh sich somi als
eine spezielle no ma i e Theo ie.
Au g und diese Konzep ion sind o allem au den Gebie en de In es i-
ions- und Finanzie ungs heo ie sowie de P oduk ions- und Absa z heo ie
zahl eiche Op imie ungsmodelle en wickel wo den. Hie ha die be iebs-
wi scha liche Fo schung in den 60e und 70e Jah en höchs ane kennens-
we e, o iginelle Leis ungen he o geb ach .
Dabei ollzog sich die En wicklung in 2 Phasen:
Zunächs se z e An ang de 60e Jah e eine s ü mische Expansion ein.
Man g i o allem die damals noch wenig bekann en ma hema ischen Ve -
ah en de linea en, nich linea en und dynamischen P og ammie ung au .
Mi ih e Hil e such e man Op imie ungsme hoden ü alle möglichen kom-
plexen En scheidungsp obleme, o allem ü P og ammplanungen zu en -
wickeln.
In den 70e Jah en ebb e diese Expansionswelle ab. Es se z e die Phase
de Konsolidie ung ein. Man ich e e das Augenme k s ä ke au schlech
s uk u ie e En scheidungsp obleme und en wickel e p axisge ech e e
heu is ische Op imie ungsme hoden.
2. Unbeschade ih e g oßen his o ischen Bedeu ung weis die Konzep-
ion de no ma i en be iebswi scha lichen En scheidungs heo ie, wie
dem Ve asse schein , einige Schwächen au , die ih e E izienz als En -
scheidungshil e ab äglich sind:
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Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie 103
a) Einmal: Mi de obe s en Fo de ung nach Maximie ung des Gewinns
wi d die En scheidungs heo ie de Vielges al igkei de in de P axis
anzu e enden Ziels uk u en sowie den e hischen We hal ungen de
Un e nehmenslei ungen nich ge ech . Es gib du chaus Un e nehmen,
bei denen die Lei ung p imä au die Realisie ung eine ande en Ziel-
g öße, wie e wa P es ige, ope a ional ausged ück du ch Umsa z- bzw.
Bilanz olumen, ode Um ang des gemeinnü zigen Wi kens abs ell , wäh-
end hinsich lich des Gewinns nu eine bes imm e Mindes höhe zu
Nebenbedingung e hoben wi d.
b) Zwei ens: Das obe s e Pos ula de Maximie ung des Nu zene wa ungs-
we es basie au de Be noulli-Nu zen heo ie. Diese abe leide , wie
de Ve asse an ande e S elle da zulegen e such ha , an Konsis enz-
mängeln7. Auch s ell sie nich au eine on de Höhe des e wa e en
Gewinns unabhängige Risikobeg enzung ab - diese Risikoeins ellung
abe bilde heu e ge adezu einen G undsa z o dnungsmäßige e an -
wo ungsbewuß e Un e nehmens üh ung.
c) Schließlich schöp diese Konzep ion die eine Un e nehmens heo ie zu
Gebo e s ehenden Möglichkei en de En scheidungshil e zu wenig aus.
Denn sie s ell lediglich au die In o ma ionsbedü nisse de Un e neh-
menslei ungen ab. Sie be ücksich ig nich , daß es auch ande e En schei-
dungs äge gib , die In o ma ionen übe das un e nehme ische Handeln
benö igen. Gemein sind z.B. die wi scha s- und inanzpoli ischen
Ins anzen de ö en lichen Hand in Bund, Lände n und Gemeinden.
Diese haben im Rahmen ih e En scheidungsübe legungen, z.B. übe die
Höhe eines Ve b auchss eue sa zes, u.a. auch die Reak ionen de He -
s elle -Un e nehmen in Rechnung zu s ellen.
Fü solche En scheidungsübe legungen können heo e ische Sä ze übe
die Reak ion de Un e nehmenslei ung we olle Anhal spunk e bie en.
Und die be iebswi scha liche Theo ie is im a bei s eiligen Sys em de
Wissenscha en in e s e Linie dazu be u en, solche un e nehmensbezoge-
nen Reak ionsanalysen du chzu üh en. De a ige In o ma ionsbedü nisse
abe e mag die En scheidungs heo ie nich zu decken.
II. Die handlungs heo e ische Konzep ion
Diese e mein lichen Schwächen de no ma i en En scheidungs heo ie
haben den Ve asse zu dem Ve such bewogen, eine ande e Konzep ion de
Un e nehmens heo ie zu en wickeln, die, wie es schein , als En scheidungs-
hil e noch e izien e is . Es is die
„be iebswi scha liche
Handlungs heo-
ie". E s e Übe legungen hie zu sind be ei s in den
ün zige
Jah en e schie-
7 Koch (1977), 305 .
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104 Helmu Koch
nen8. Abe als Ganzes is diese Konzep ion e s in den siebzige Jah en und
spä e en s anden9.
Die Handlungs heo ie heb sich hinsich lich Zielg uppe und Haup inhal
on de Neoklassik und de En scheidungs heo ie ab, übe nimm abe wich-
ige Elemen e diese Konzep ionen. Im olgenden seien ih e wich igs en
Haup me kmale au ge üh .
1. Die handlungs heo e ische Konzep ion aß die Un e nehmens heo ie
als eine
empi ische Analyse
au . D.h.: Sie s ell hinsich lich de Ziel o s el-
lung keine Pos ula e und Handlungsno men au . Vielmeh bilde sie Aussa-
gen übe das un e nehme ische Handeln, die jeweils au eine möglichs
wi klichkei sge euen Annahme übe die un e nehme ische Ziel o s ellung
be uhen. Denn die Handlungs heo ie will die P axis lediglich
in o mie en
da übe , wie eine Un e nehmenslei ung bei s ik e O ien ie ung an den on
ih selbs gese z en Zielen handel . Dieses Gep äge eine empi ischen Ana-
lyse zeig sich insbesonde e da an, daß die handlungs heo e ische Konzep-
ion die Ein üh ung eine , wie wi sagen wollen,
„un e nehmensbezogenen
To alanalyse"
o sieh . In diese neuen Teildisziplin we den jeweils aus
bes imm en möglichs wi klichkei snahen P ämissen Aussagen da übe
abgelei e , wie die Un e nehmenslei ung im Ganzen handel .
Aus de Li e a u sind be ei s e schiedene To alaussagen bekann , wie
z.B.: Maximie ung des in es i ions heo e ischen Kapi alwe s, des Ma k -
we s, des E agswe s und de gleichen.
Man ha sie bishe ein ach als Pos ula e bzw. als
Annahmen
angesehen.
Indessen müssen sie sinn olle weise als um assende Aussagen da übe , wie
die Un e nehmenslei ung zu Ve wi klichung ih e Ziele handel , in e p e-
ie we den. Denn die Maximie ungs hese implizie be ei s die Knapphei
de ü die Ziel e wi klichung e ügba en Mi el. Sie is dahe als eine
Aussage übe das Handeln, nich jedoch übe die Ziel o s ellung de Un e -
nehmenslei ung zu be ach en10.
In de Handlungs heo ie we den diese Sä ze als E gebnisse de Un e neh-
mensanalyse be ach e . Es we den die jeweils zug undeliegenden P ämis-
sen explizi gemach , die abgelei e en Sä ze we den au Konsis enz und
Wi klichkei snähe diese P ämissen übe p ü . Da übe hinaus we den
modell heo e isch neue Aussagen gebilde .
Dies bedeu e ü die pa iellen Op imumanalysen, daß diesen jeweils eine
bes imm e To alaussage als Ausgangspunk zug unde zu legen is . Dabei
gel en die Vo ausse zungen, aus denen die be e ende To alaussage abge-
8 Koch (1957),
569 .
9 Siehe u.a.: Koch (1975); de s. (1987).
!<> Siehe hie zu u.a. Koch (1964), 385 .; de s. (1975), 88 .
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Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie 105
lei e wo den is , selbs e s ändlich auch ü jegliche hie au au bauende
pa ielle Op imumanalyse.
2. Zwei ens: Was die Ad essa en de Analyse anlang , so s ell die Hand-
lungs heo ie nich on o nhe ein au die In o ma ionsbedü nisse de
Un e nehmenslei ungen ab, wie es die En scheidungs heo ie u . Vielmeh
besinn sie sich au ih en Gegens and, nämlich au die Analyse des Handelns
de Un e nehmenslei ung. Demgemäß will sie, eingedenk ih e Ve p lich-
ungen dem Ganzen gegenübe , ü all jene En scheidungs äge in eine
Gesellscha In o ma ionen be ei s ellen, die in ih em Kalkül das un e neh-
me ische Handeln zu be ücksich igen haben.
Dies sind nich allein die Un e nehmenslei ungen. Vielmeh gehö en
hie zu auch ex e ne En scheidungs äge . Das sind u.a. Wi scha s e -
bände, Gewe kscha en, o allem abe die s aa lichen wi scha s-, wäh-
ungs- und inanzpoli ischen Ins anzen. Diese haben, wenn sie ini ia i e
Maßnahmen planen, in ih en Vo ausübe legungen u.U. die Reak ion on
Un e nehmen in Rechnung zu s ellen.
Fü dieses om analy ischen Objek ausgehende Selbs e s ändnis de
Un e nehmens heo ie schien dem Ve asse die Bezeichnung „Handlungs-
heo ie" besonde s p ägnan zu sein.
3. Fe ne : Die E wei e ung de Zielg uppe, an die sich die handlungs-
o ien ie e Un e nehmens heo ie bilde , üh dazu, daß diese aus zwei g o-
ßen Teilbe eichen bes eh :
a) Einmal is die Op imumanalyse gemein , die wi be ei s on de En -
scheidungs heo ie he kennen. In ih we den nich nu exak e, öllig
abgesiche e Sä ze gebilde , denen on o nhe ein das Odium un eali-
s ische P ämissen anha e . Vielmeh we den obend ein e g öbe e
Aussagen e a bei e , die zwa nu endenzielle Gül igkei besi zen, da ü
abe in de P axis unmi elba als Op imali ä sk i e ien Anwendung in-
den können.
Zu diesem Teilbe eich de Op imumanalyse gehö auch die oben
e wähn e un e nehmensbezogene To alanalyse. Sie bilde die G undlage
ü die iel äl igen pa iellen Un e nehmensanalysen.
b) Den zwei en g oßen Teilbe eich bilde die, wie wi sagen wollen, „un e -
nehmensbezogene Wi kungsanalyse". Hie we den Aussagen übe die
Reak ion de Un e nehmenslei ung au das ini ia i e Handeln eines
ex e nen En scheidungs äge s abgelei e .
An sich sind solche Wi kungsanalysen nich neu.
Be ach en wi die In e ak ionsbeziehungen zwischen e schiedenen
Un e nehmen. Hie is z.B. au Modelle de neoklassischen Theo ie hinzu-
weisen. Gemein sind z.B. die Analyse on P eis-Nach age unk ionen
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106 Helmu Koch
sowie an die Bes immung on We bewi kungs unk ionen - hie un e spe-
ziellem Bezug au das nach agende Un e nehmen.
Was die Beziehung zwischen dem ini ia i en Handeln eine s aa lichen
Ins anz und de Reak ion de Un e nehmenslei ung anlang , so ha man bis-
he z.B. den Funk ionalzusammenhang zwischen Kö pe scha s eue sa z
und In es i ions olumen sowie zwischen Ve b auchs eue sa z und Ange-
bo sp eis un e such 11. Hie ha sich die be iebswi scha liche S eue -
leh e, insbesonde e die S eue wi kungsleh e g oße Ve diens e e wo ben12.
Wei e e Möglichkei en e schließen sich diese Teildisziplin im Hinblick
au die s aa liche Umwel schu zpoli ik, die We bewe bs-, Wachs ums- und
Konjunk u poli ik.
Siche lich s ü zen sich jeweils die Vo ausübe legungen s aa liche Ak o-
en unmi elba au hochagg egie e Aussagen de mak oökonomischen
Theo ie. Abe die un e nehmensbezogene Wi kungsanalyse lie e ü de en
Agg ega ionen die gedankliche G undlage. Sie a bei e hie de Volkswi -
scha sleh e zu.
Bishe ha man un e nehmensbezogene Wi kungsanalysen e einzel ,
jeweils ausgelös du ch ein p ak isches E o de nis du chge üh . Nunmeh
abe is ein sys ema ische Au - und Ausbau möglich. Finden doch diese
Analysen in de handlungs- heo e ischen Konzep ion einen legi imen Pla z.
4. Wei e hin is die handlungsanaly isch be iebene Un e nehmens heo-
ie p imä in die Teilbe eiche de To alanalyse und de Pa ialanalyse
un e eil . Dabei gil es in beiden Be eichen Gewißhei s- und Ungewißhei s-
analysen du chzu üh en.
Die Pa ialanalysen wiede um mag man nach den e schiedenen Funk-
ionsbe eichen des Un e nehmens un e eilen - siche lich sind auch ande e
S uk u p inzipien - z.B. das de F is igkei de En scheidungen übe Pa -
ial a iable - e wägenswe .
Diese de handlungs heo e ischen Konzep ion en sp echende S uk u ie-
ung mach deu lich, daß jegliche pa ielle Un e nehmensanalyse - gleich-
gül ig ob Gewißhei ode Ungewißhei un e s ell is - jeweils au einem
To al heo em (Aussage übe das Un e nehmen als Ganzes) au bau und
dessen P ämissen zu übe nehmen ha .
5. Schließlich äg die Handlungs heo ie ein subjek i is isches Gep äge.
D.h.: Sie geh nich on de objek i en Bescha enhei de wi scha lichen
Rahmenbedingungen aus, wie es in de Neoklassik no wendig is . Vielmeh
bilden die höchs subjek i en Vo s ellungen, welche Un e nehmenslei ung
11 Vgl. Mellwig (1986), 170 .
12 s.u.: S obel (1977), 270 ., insbesonde e 279 .; Wöhe (1983), 5 .
ZWS 108 (1988) 1
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48