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Zur Konzeption einer pragmatisch orientierten Unternehmenstheorie

Koch, Helmut

Abstract

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Full text

Koch, Helmu A icle Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Koch, Helmu (1988) : Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 108, Iss. 1, pp. 99-111, h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291679 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en (ZWS) 108 (1988), S. 99 - 111 Duncke & Humblo , Be lin 41 Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie* Von Helmu Koch Im olgenden Bei ag wi d da on ausgegangen, daß die Un e nehmens heo ie p ag- ma isch zu o ien ie en sei in dem Sinne, daß sie En scheidungshil e bie en soll. Un e - such wi d die F age, welche Konzep ion de Un e nehmens heo ie diesem Aspek am wei es gehenden ge ech wi d. Es we den die no ma i e be iebswi scha liche En - scheidungs heo ie und die be iebswi scha liche Handlungs heo ie gegeneinande abgewogen. Einlei ung 1. Um das o liegende P oblem in seinem his o ischen Bezug zu e s e- hen, möge de Lese sich an die An änge de sys ema isch be iebenen Un e nehmens heo ie - E ich Gu enbe g ha sie in e s en Nachk iegs jäh en beg ünde - e inne n. Dabei wi d un e de Un e nehmens heo ie, g ob de inie , die Bildung on Allgemeinsä zen übe das wi scha liche Un e - nehmen e s anden. Damals s ü z e sich die Un e nehmens heo ie au die neoklassische Kon- zep ion - Gu enbe g übe nahm eben jene wi scha s heo e ische G und- au assung, die e zu seine Zei o and1. Hie nach wu de die Un e neh- mens heo ie als ein Teilgebie de gesam wi scha lichen Gü e ausch- analyse au ge aß . Denn mi de Rezep ion de Neoklassik en s and hie zu- lande die Idee eine „einhei lichen Wi scha s heo ie", in de Volks- und Be iebswi e gemeinsam o schen. Diese Idee and ih e Ve kö pe ung in den d ei g oßen E ichs, die die Wi scha swissenscha en de Nachk iegs- zei maßgeblich gep äg haben: E ich P eise , E ich Schneide und E ich Gu enbe g. P eise wa de Gedankenwei es e und An egends e un e ihnen, Schneide de Gedankenkla s e und didak isch E izien es e, Gu en- be g de Gedanken ie s e und de de Reali ä am s ä ks en Zugewand e. Im Rahmen diese einhei lichen Wi scha s heo ie wies E ich Gu enbe g de Be iebswi scha sleh e die spezielle Au gabe zu, die unk ionalen * E was geände e Fassung de Abschieds o lesung, gehal en am 19.5.1987 an de Uni e si ä Müns e . 1 Gu enbe g (1951). ZWS 108 (1988) 1 7* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 100 Helmu Koch Beziehungen zwischen den Fak o einsa zmengen bzw. -kos en eine sei s und de P oduk menge ande e sei s zu bes immen2. Diese Analyse de be ieblichen Inpu -Ou pu -Beziehungen mani es ie sich in de P oduk ions- und Kos en heo ie, die Gu enbe g in besonde em Maße wei e ge üh ha . Demen sp echend ungie e die neoklassische Un e nehmens heo ie als Zulie e e on Kos en unk ionen ü die P eis- heo ie, die de olkswi scha lichen Theo ie als analy isches Objek zuge- wiesen wa 3. De Neoklassik abe lag kein p agma isches Anliegen zug unde. Vielmeh e s and sie sich im al übe kommenen a is o elischen Sinne als ein Ins u- men de E klä ung empi ischen Geschehens. Ih Anliegen wa da au ge ich e , in e essie en Menschen das wi scha liche Geschehen e s änd- lich zu machen. Sie woll e ihnen beispielsweise bei de Klä ung de F age behil lich sein, wa um die Au omobilun e nehmen ih e P eise höhungen o zugsweise im F ühjah o nehmen. Hie aus e klä sich, daß die neoklassisch be iebene Un e nehmens heo- ie, im g oßen und ganzen gesehen de P axis nu in beg enz em Um ang En scheidungshil en zu bie en e mag. Die Un e nehmenslei ung benö ig ü ih e En scheidungen übe Absa zp og amm, Ma ke ing-Mix, Fak o - kombina ion, Kapi als uk u und de gleichen in e s e Linie allgemeinbe- g i lich gehal ene Aussagen übe die op imale Handlungsweise. Diese Op i- mumaussagen dienen jeweils im einzelnen En scheidungs all als gedank- liches Handlungsmus e , nach welchem die op imale konk e e Al e na i e bes imm wi d. Indessen bie e die neoklassisch be iebene Un e nehmens- heo ie nu Aussagen übe die Ges al on Funk ionen. Und obend ein um aß sie übe haup nich die In es i ions- und Absa zak i i ä en. Und schließlich: Eine so um assende Analyse wie die des Gleichgewich s au einem Teilma k ode ga in eine Volkswi scha mach die Se zung einige s a k abs ahie ende wi klichkei s emde P ämissen e o de lich, die na ü lich auch ü die eingegliede e Un e nehmens heo ie e bindlich sind. So is z.B. die Annahme e o de lich, jede Anbie e und Nach age e üge übe ein unbeg enz es En scheidungspo en ial sowie übe ollkom- mene Vo aussich 4. 2 Gu enbe g (1957), 25; Albach (1967), 746 . 3 Na ü lich kenn die im neoklassischen Rahmen be iebene Un e nehmens heo ie auch die Bildung on Aussagen übe die op imale Handlungsweise de Un e - nehmenslei ung. Hingewiesen sei e wa au die Bes immung de op imalen, d.h. ko- s enspa ends e Kombina ion on P oduk ions ak o en. Abe diese Op imumbes im- mungen sind nu als Vo s u e zu Analyse de be ieblichen Inpu -Ou pu - Beziehungen gedach . 4 In einzelnen Punk en abe ha die Neoklassik das p axiso ien ie e Bemühen de Be iebswi scha sleh e in einem heu e kaum meh o s ellba em Maße be uch e . So haben Gu enbe gs p oduk ions- und kos en heo e ische Un e suchungen de P axis de Fe igungsplanung ungeheu e Impulse e liehen. ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie 101 2. Nun ha sich abe in de Be iebswi scha sleh e sei ih en An ängen schon ühzei ig die Eins ellung du chgese z , daß das Fach analog zu Ju isp udenz und zu medizinischen Wissenscha zwecks Un e s ü zung und Ve besse ung de P axis de Un e nehmens üh ung zu be eiben sei. Dahe is be ei s in den 50e Jah en de Gedanke au gekommen, daß die Un e nehmens heo ie als eine p agma isch o ien ie e Disziplin zu be ei- ben sei. Und diese Gedanke ha sich als du chaus uch ba e wiesen. Zwa s ell sich auch heu e noch de P ak ike un e de Un e nehmens- heo ie häu ig e was Eso e isches und Wei abgewand es o , mi dem e selbs nich s an angen könne. Ta sächlich abe liegen die Dinge so, daß die Un e nehmenslei ungen eine be iebswi scha liche Theo ie benö igen. Denn we a ionale En scheidungen e wa übe S ando , P oduk p og amm ode de gleichen e en will, b auch dazu ein o gedach es Handlungs- konzep . De P ak ike müß e sich eine Theo ie selbs zusammenbas eln, wenn e sie nich on de p o essionellen Be eibswi scha sleh e übe neh- men kann ode will. Angesich s de g oßen Disk epanz zwischen Zweck und Gegens and de neoklassischen Theo ie eine sei s und den In o ma ionsbedü nissen de Wi scha sp axis ande e sei s wa de Wunsch nach eine p agma isch ausge ich e en Un e nehmens heo ie nu na ü lich. So kam es in den 50e Jah en zu de F age: Wie soll eine solche Theo ie bescha en sein? Au diese F age sei im olgenden eingegangen. Im Folgenden sei un e such , welche Konzep ion - das is die Gesam au - assung übe Zweck und Inhal de Un e nehmens heo ie - ü eine p agma- ische Un e nehmens heo ie am zweckmäßigs en is . I. Die Konzep ion de be iebswi scha lichen En scheidungs heo ie 1. Das Bemühen um die Lösung diese F age ha zu zwei e schiedenen Konzep ionen ge üh . Als e s es bilde e sich in den 60e Jah en die Konzep- ion de be iebswi scha lichen no ma i en En scheidungs heo ie he aus5. Sie s ell eine spezielle Ausp ägung de allgemeinen En scheidungs heo ie da , die in de angelsächsischen Wel be ei s on Hu chinson, Bouilding und ande en Au o en en wickel wo den wa 6. Vo allem abe e danken wi de Neoklassik die G undzüge de Absa z heo ie und des Ma ke ing. Denn bis dahin dominie e in de Be iebswi scha sleh e das ein- sei ige Kos endenken. 5 Siehe u.a.: Wi mann (1963), l .; Pack (1966), 236 , insbes. 240 .; Kosiol (1964), 743 .; Busse on Cölbe (1964), 615 ., insbes. 615 .; Heinen (1966), 5 .; Albach (1967), 446 , insbes. 454 . 6 Siehe u.a. Hu chinson (1937), 650; Robbins (1949), 12; siehe u.a. auch: Kempski (1954); Bouilding (1958), 27; Gä gen (1968), 43 ., 79 . ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 102 Helmu Koch Demzu olge ück nunmeh das einzelne Wi scha ssubjek , o nehmlich die Un e nehmenslei ung (einschließlich de mi En scheidungen be au en Mi a bei e ) in den Mi elpunk des In e esses. Abe man will nich e wa das Handeln de Wi scha ssubjek e e klä en hel en. Vielmeh will man ih e En scheidungen e besse n in dem Sinne, daß diese logisch ich ig ge o en we den. Demgemäß such man En scheidungs egeln au zus ellen und den Wi scha ssubjek en als Impe a i e o zugeben, denen zu olge jeweils die op imale Handlungsweise bes imm we den soll. An die S elle de empi i- schen Analyse, wie sie die Neoklassik o sah, i die En scheidungslogik als no ma i e Theo ie. Den Ausgangspunk bilde hie bei das obe s e Pos ula des e nün igen un e nehme ischen Handelns. In konk e o mein man dami die Fo de ung nach Gewinnmaximie ung bei siche en E wa ungen übe die zukün igen Ma k e häl nisse sowie das Pos ula de Maximie ung des Nu zene wa - ungswe es ü den Fall unsiche e Ma k p ognosen - diese obe s en Impe- a i e we den nich hin e ag . Die be iebswi scha liche En scheidungs- heo ie bemüh sich, Op imie ungsme hoden zu en wickeln, mi els de e diese beiden Pos ula e des e nün igen un e nehme ischen Handelns logisch ich ig in die P axis umgese z we den können. Sie e s eh sich somi als eine spezielle no ma i e Theo ie. Au g und diese Konzep ion sind o allem au den Gebie en de In es i- ions- und Finanzie ungs heo ie sowie de P oduk ions- und Absa z heo ie zahl eiche Op imie ungsmodelle en wickel wo den. Hie ha die be iebs- wi scha liche Fo schung in den 60e und 70e Jah en höchs ane kennens- we e, o iginelle Leis ungen he o geb ach . Dabei ollzog sich die En wicklung in 2 Phasen: Zunächs se z e An ang de 60e Jah e eine s ü mische Expansion ein. Man g i o allem die damals noch wenig bekann en ma hema ischen Ve - ah en de linea en, nich linea en und dynamischen P og ammie ung au . Mi ih e Hil e such e man Op imie ungsme hoden ü alle möglichen kom- plexen En scheidungsp obleme, o allem ü P og ammplanungen zu en - wickeln. In den 70e Jah en ebb e diese Expansionswelle ab. Es se z e die Phase de Konsolidie ung ein. Man ich e e das Augenme k s ä ke au schlech s uk u ie e En scheidungsp obleme und en wickel e p axisge ech e e heu is ische Op imie ungsme hoden. 2. Unbeschade ih e g oßen his o ischen Bedeu ung weis die Konzep- ion de no ma i en be iebswi scha lichen En scheidungs heo ie, wie dem Ve asse schein , einige Schwächen au , die ih e E izienz als En - scheidungshil e ab äglich sind: ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie 103 a) Einmal: Mi de obe s en Fo de ung nach Maximie ung des Gewinns wi d die En scheidungs heo ie de Vielges al igkei de in de P axis anzu e enden Ziels uk u en sowie den e hischen We hal ungen de Un e nehmenslei ungen nich ge ech . Es gib du chaus Un e nehmen, bei denen die Lei ung p imä au die Realisie ung eine ande en Ziel- g öße, wie e wa P es ige, ope a ional ausged ück du ch Umsa z- bzw. Bilanz olumen, ode Um ang des gemeinnü zigen Wi kens abs ell , wäh- end hinsich lich des Gewinns nu eine bes imm e Mindes höhe zu Nebenbedingung e hoben wi d. b) Zwei ens: Das obe s e Pos ula de Maximie ung des Nu zene wa ungs- we es basie au de Be noulli-Nu zen heo ie. Diese abe leide , wie de Ve asse an ande e S elle da zulegen e such ha , an Konsis enz- mängeln7. Auch s ell sie nich au eine on de Höhe des e wa e en Gewinns unabhängige Risikobeg enzung ab - diese Risikoeins ellung abe bilde heu e ge adezu einen G undsa z o dnungsmäßige e an - wo ungsbewuß e Un e nehmens üh ung. c) Schließlich schöp diese Konzep ion die eine Un e nehmens heo ie zu Gebo e s ehenden Möglichkei en de En scheidungshil e zu wenig aus. Denn sie s ell lediglich au die In o ma ionsbedü nisse de Un e neh- menslei ungen ab. Sie be ücksich ig nich , daß es auch ande e En schei- dungs äge gib , die In o ma ionen übe das un e nehme ische Handeln benö igen. Gemein sind z.B. die wi scha s- und inanzpoli ischen Ins anzen de ö en lichen Hand in Bund, Lände n und Gemeinden. Diese haben im Rahmen ih e En scheidungsübe legungen, z.B. übe die Höhe eines Ve b auchss eue sa zes, u.a. auch die Reak ionen de He - s elle -Un e nehmen in Rechnung zu s ellen. Fü solche En scheidungsübe legungen können heo e ische Sä ze übe die Reak ion de Un e nehmenslei ung we olle Anhal spunk e bie en. Und die be iebswi scha liche Theo ie is im a bei s eiligen Sys em de Wissenscha en in e s e Linie dazu be u en, solche un e nehmensbezoge- nen Reak ionsanalysen du chzu üh en. De a ige In o ma ionsbedü nisse abe e mag die En scheidungs heo ie nich zu decken. II. Die handlungs heo e ische Konzep ion Diese e mein lichen Schwächen de no ma i en En scheidungs heo ie haben den Ve asse zu dem Ve such bewogen, eine ande e Konzep ion de Un e nehmens heo ie zu en wickeln, die, wie es schein , als En scheidungs- hil e noch e izien e is . Es is die „be iebswi scha liche Handlungs heo- ie". E s e Übe legungen hie zu sind be ei s in den ün zige Jah en e schie- 7 Koch (1977), 305 . ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 104 Helmu Koch nen8. Abe als Ganzes is diese Konzep ion e s in den siebzige Jah en und spä e en s anden9. Die Handlungs heo ie heb sich hinsich lich Zielg uppe und Haup inhal on de Neoklassik und de En scheidungs heo ie ab, übe nimm abe wich- ige Elemen e diese Konzep ionen. Im olgenden seien ih e wich igs en Haup me kmale au ge üh . 1. Die handlungs heo e ische Konzep ion aß die Un e nehmens heo ie als eine empi ische Analyse au . D.h.: Sie s ell hinsich lich de Ziel o s el- lung keine Pos ula e und Handlungsno men au . Vielmeh bilde sie Aussa- gen übe das un e nehme ische Handeln, die jeweils au eine möglichs wi klichkei sge euen Annahme übe die un e nehme ische Ziel o s ellung be uhen. Denn die Handlungs heo ie will die P axis lediglich in o mie en da übe , wie eine Un e nehmenslei ung bei s ik e O ien ie ung an den on ih selbs gese z en Zielen handel . Dieses Gep äge eine empi ischen Ana- lyse zeig sich insbesonde e da an, daß die handlungs heo e ische Konzep- ion die Ein üh ung eine , wie wi sagen wollen, „un e nehmensbezogenen To alanalyse" o sieh . In diese neuen Teildisziplin we den jeweils aus bes imm en möglichs wi klichkei snahen P ämissen Aussagen da übe abgelei e , wie die Un e nehmenslei ung im Ganzen handel . Aus de Li e a u sind be ei s e schiedene To alaussagen bekann , wie z.B.: Maximie ung des in es i ions heo e ischen Kapi alwe s, des Ma k - we s, des E agswe s und de gleichen. Man ha sie bishe ein ach als Pos ula e bzw. als Annahmen angesehen. Indessen müssen sie sinn olle weise als um assende Aussagen da übe , wie die Un e nehmenslei ung zu Ve wi klichung ih e Ziele handel , in e p e- ie we den. Denn die Maximie ungs hese implizie be ei s die Knapphei de ü die Ziel e wi klichung e ügba en Mi el. Sie is dahe als eine Aussage übe das Handeln, nich jedoch übe die Ziel o s ellung de Un e - nehmenslei ung zu be ach en10. In de Handlungs heo ie we den diese Sä ze als E gebnisse de Un e neh- mensanalyse be ach e . Es we den die jeweils zug undeliegenden P ämis- sen explizi gemach , die abgelei e en Sä ze we den au Konsis enz und Wi klichkei snähe diese P ämissen übe p ü . Da übe hinaus we den modell heo e isch neue Aussagen gebilde . Dies bedeu e ü die pa iellen Op imumanalysen, daß diesen jeweils eine bes imm e To alaussage als Ausgangspunk zug unde zu legen is . Dabei gel en die Vo ausse zungen, aus denen die be e ende To alaussage abge- 8 Koch (1957), 569 . 9 Siehe u.a.: Koch (1975); de s. (1987). !<> Siehe hie zu u.a. Koch (1964), 385 .; de s. (1975), 88 . ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 Zu Konzep ion eine p agma isch o ien ie en Un e nehmens heo ie 105 lei e wo den is , selbs e s ändlich auch ü jegliche hie au au bauende pa ielle Op imumanalyse. 2. Zwei ens: Was die Ad essa en de Analyse anlang , so s ell die Hand- lungs heo ie nich on o nhe ein au die In o ma ionsbedü nisse de Un e nehmenslei ungen ab, wie es die En scheidungs heo ie u . Vielmeh besinn sie sich au ih en Gegens and, nämlich au die Analyse des Handelns de Un e nehmenslei ung. Demgemäß will sie, eingedenk ih e Ve p lich- ungen dem Ganzen gegenübe , ü all jene En scheidungs äge in eine Gesellscha In o ma ionen be ei s ellen, die in ih em Kalkül das un e neh- me ische Handeln zu be ücksich igen haben. Dies sind nich allein die Un e nehmenslei ungen. Vielmeh gehö en hie zu auch ex e ne En scheidungs äge . Das sind u.a. Wi scha s e - bände, Gewe kscha en, o allem abe die s aa lichen wi scha s-, wäh- ungs- und inanzpoli ischen Ins anzen. Diese haben, wenn sie ini ia i e Maßnahmen planen, in ih en Vo ausübe legungen u.U. die Reak ion on Un e nehmen in Rechnung zu s ellen. Fü dieses om analy ischen Objek ausgehende Selbs e s ändnis de Un e nehmens heo ie schien dem Ve asse die Bezeichnung „Handlungs- heo ie" besonde s p ägnan zu sein. 3. Fe ne : Die E wei e ung de Zielg uppe, an die sich die handlungs- o ien ie e Un e nehmens heo ie bilde , üh dazu, daß diese aus zwei g o- ßen Teilbe eichen bes eh : a) Einmal is die Op imumanalyse gemein , die wi be ei s on de En - scheidungs heo ie he kennen. In ih we den nich nu exak e, öllig abgesiche e Sä ze gebilde , denen on o nhe ein das Odium un eali- s ische P ämissen anha e . Vielmeh we den obend ein e g öbe e Aussagen e a bei e , die zwa nu endenzielle Gül igkei besi zen, da ü abe in de P axis unmi elba als Op imali ä sk i e ien Anwendung in- den können. Zu diesem Teilbe eich de Op imumanalyse gehö auch die oben e wähn e un e nehmensbezogene To alanalyse. Sie bilde die G undlage ü die iel äl igen pa iellen Un e nehmensanalysen. b) Den zwei en g oßen Teilbe eich bilde die, wie wi sagen wollen, „un e - nehmensbezogene Wi kungsanalyse". Hie we den Aussagen übe die Reak ion de Un e nehmenslei ung au das ini ia i e Handeln eines ex e nen En scheidungs äge s abgelei e . An sich sind solche Wi kungsanalysen nich neu. Be ach en wi die In e ak ionsbeziehungen zwischen e schiedenen Un e nehmen. Hie is z.B. au Modelle de neoklassischen Theo ie hinzu- weisen. Gemein sind z.B. die Analyse on P eis-Nach age unk ionen ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48 106 Helmu Koch sowie an die Bes immung on We bewi kungs unk ionen - hie un e spe- ziellem Bezug au das nach agende Un e nehmen. Was die Beziehung zwischen dem ini ia i en Handeln eine s aa lichen Ins anz und de Reak ion de Un e nehmenslei ung anlang , so ha man bis- he z.B. den Funk ionalzusammenhang zwischen Kö pe scha s eue sa z und In es i ions olumen sowie zwischen Ve b auchs eue sa z und Ange- bo sp eis un e such 11. Hie ha sich die be iebswi scha liche S eue - leh e, insbesonde e die S eue wi kungsleh e g oße Ve diens e e wo ben12. Wei e e Möglichkei en e schließen sich diese Teildisziplin im Hinblick au die s aa liche Umwel schu zpoli ik, die We bewe bs-, Wachs ums- und Konjunk u poli ik. Siche lich s ü zen sich jeweils die Vo ausübe legungen s aa liche Ak o- en unmi elba au hochagg egie e Aussagen de mak oökonomischen Theo ie. Abe die un e nehmensbezogene Wi kungsanalyse lie e ü de en Agg ega ionen die gedankliche G undlage. Sie a bei e hie de Volkswi - scha sleh e zu. Bishe ha man un e nehmensbezogene Wi kungsanalysen e einzel , jeweils ausgelös du ch ein p ak isches E o de nis du chge üh . Nunmeh abe is ein sys ema ische Au - und Ausbau möglich. Finden doch diese Analysen in de handlungs- heo e ischen Konzep ion einen legi imen Pla z. 4. Wei e hin is die handlungsanaly isch be iebene Un e nehmens heo- ie p imä in die Teilbe eiche de To alanalyse und de Pa ialanalyse un e eil . Dabei gil es in beiden Be eichen Gewißhei s- und Ungewißhei s- analysen du chzu üh en. Die Pa ialanalysen wiede um mag man nach den e schiedenen Funk- ionsbe eichen des Un e nehmens un e eilen - siche lich sind auch ande e S uk u p inzipien - z.B. das de F is igkei de En scheidungen übe Pa - ial a iable - e wägenswe . Diese de handlungs heo e ischen Konzep ion en sp echende S uk u ie- ung mach deu lich, daß jegliche pa ielle Un e nehmensanalyse - gleich- gül ig ob Gewißhei ode Ungewißhei un e s ell is - jeweils au einem To al heo em (Aussage übe das Un e nehmen als Ganzes) au bau und dessen P ämissen zu übe nehmen ha . 5. Schließlich äg die Handlungs heo ie ein subjek i is isches Gep äge. D.h.: Sie geh nich on de objek i en Bescha enhei de wi scha lichen Rahmenbedingungen aus, wie es in de Neoklassik no wendig is . Vielmeh bilden die höchs subjek i en Vo s ellungen, welche Un e nehmenslei ung 11 Vgl. Mellwig (1986), 170 . 12 s.u.: S obel (1977), 270 ., insbesonde e 279 .; Wöhe (1983), 5 . ZWS 108 (1988) 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.108.1.99 | Gene a ed on 2023-04-04 12:11:48