Ho n, Adam
A icle
Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ho n, Adam (1951) : Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 71, Iss. 3, pp. 63-83,
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319] 63
Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis
bei Ka l Ma x
Von
Adam Ho n, Gießen
Inhal s e zeichnis: 1. Die ma e ielle und die o melle P oduk ion S. 64. — 2. Das
ma e ielle und das o melle Kapi al e häl nis S. 66. — 3. Die P oduk i i ä des
Kapi als S. 69. — 4. Kapi al als gesellscha liches P oduk ions e häl nis und als
Ausbeu ungs e häl nis S. 72. — 5. Die ökonomische S uk u des P oduk ions e -
häl nisses ode das „ma e ielle Kapi al e häl nis" S. 74.
Eugen on Böhm-Bawe k ha sich in seine „Geschich e und K i ik
de Kapi alzins-Theo ien"1 mi Ka l Ma x eingehend auseinande -
gese z . E is on de A bei swe leh e ausgegangen und ha die Un-
hal ba kei de Ma xschen We heo ie nachgewiesen. Doch is zu
bedaue n, daß Böhm-Bawe k in diesem We k übe den Zins dem
Ma xschen Kapi albeg i e als solchem so wenig Au me ksamkei ge-
widme ha . So is es ihm en gangen, daß Ma x eine P oduk i i ä s-
heo ie des Kapi als en wickel ha . Indem Ma x selbs die höhe e
P oduk i i ä Kapi al e wendende P oduk ion nich allein de A -
bei zu echne , en wickel e Ansich en, die sich — om S andpunk
seine Meh we heo ie aus be ach e — höchs me kwü dig aus-
nehmen. Wi s oßen hie (und nich nu hie ) au inne e Wide sp üche,
die keines alls on pe iphe e Bedeu ung sind, ielmeh an die Wu -
zeln des Gesam we kes üh en.
De G und lieg einmal da in, daß zwischen dem Be eich de
ökonomisch- echnischen P oduk ions e häl nisse au de einen Sei e
und den jeweiligen gesellscha lichen Zus änden mi ih en zugehö igen
Eigen umso dnungen und den dami e bundenen Mach -, Rech s-,
He scha s- und Bewuß seins o men au de ande en Sei e an S elle
eines Beg i sun e schiedes ein Seinsun e schied kons uie wu de.
Zum ande en kann man nich zugleich als Wissenscha le sein Augen-
me k un o eingenommen dem ( e mein lich) p ozessualen P oduk-
ionsgeschehen widmen und als soziale Re olu ionä dem geschich s-
1 I. Ab . des We kes „Kapi al und Kapi alzins". 3. Au l. Innsb uck 1914, 501 .
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beding en O dnungsbe eich Thesen axioma ischen Cha ak e s
en nehmen und au das e s genann e Gebie übe agen. Diese Gegen-
sa z, den wi be ei s bei Rodbe us inden und de bei ihm zu Un e -
scheidung zwischen den ein ökonomischen und den his o isch- ech -
lichen Ka ego ien ge üh ha 2, is ü Ma x g undlegend. Hie ha
unse e Be ach ung anzuse zen. Wi begegnen diese Un e scheidung
be ei s bei dem Beg i e de P oduk ion.
1. Die ma e ielle und die o melle P oduk ion
Un e de „ma e iellen P oduk ion" e s eh Ma x den A bei s-
p ozeß, unabhängig on jede bes imm en gesellscha lichen Fo m. E
behandel den Gegensa z in seinem „Kapi al" un e dem Ti el „A bei s-
p ozeß und Ve we ungsp ozeß"3. Auch in eine Einlei ung, da ie
om 29. Augus 1857, zu „K i ik de poli ischen Ökonomie" geh
Ma x on de ma e iellen P oduk ion aus. E sieh zunächs on de
geschich lich besonde en Fo m de O ganisa ion diese P oduk ion ganz
ab und be on lediglich ih en gesellscha lichen Cha ak e 4. „Je ie e
wi in de Geschich e zu ückgehen, je meh e schein das Indi iduum
als unselbs ändig, einem Ganzen angehö ig." E s im 18. Jah hunde
scha die Theo ie den „ e einzel en Einzelnen", dem die Fo men des
gesellscha lichen Zusammenhanges „als bloßes Mi el ü seine P i a -
zwecke" begegnen5.
Abe nich nu de gesellscha liche Cha ak e de P oduk ion, wenn
auch noch ohne Rücksich au die besonde e Ve assungs o m, wi d
he o gehoben. Audi die allgemeinen Bedingungen de P oduk ion
we den in Auseinande se zung mi de bü ge lichen Ökonomie au ge-
zeig . Und zwa suche diese Ökonomie nach Smi h und J. S . Mill neben
den unumgänglich no wendigen Bedingungen auch die on de gesell-
scha lichen En wicklung abhängigen „G ade de P oduk i i ä " au -
zudecken. Dies bedeu e e wa, „daß ein indus ielles Volk die Höhe
seine P oduk ion in dem Momen besi z , wo in es übe haup seine
2) Vgl. z. B. die E ö e ung des Kapi albeg i es. Im Gegensa z zum Na ional-
kapi al is das P i a kapi al „kein wesen liche , ewige na ionalökonomische Beg i ,
e gewinn seinen Bes and nu aus de wandelba en Rech sgeschich e de Völke ".
(Ca l Rodbe us-Jage zow, Das Kapi al. Vie e soziale B ie an on Ki chmann.
Aus dem li e a ischen Nachlaß he ausgegeben und eingelei e on Th. Kozak. Bln.
1884, 315.)
3 Vgl. Ka l Ma x, Das Kapi al. K i ik de poli ischen Ökonomie. 1. Buch,
5. Kapi el, S. 139 . de on F . Engels h sgeg. 4. Au l. Hambu g 1890, in de Folge
ku z „Kapi al" genann .
4 Ka l Ma x, Zu K i ik de poli ischen Ökonomie. 1. He . Volksausgabe
Be lin o. J. (1947), 235, in de Folge ku z als „K i ik" bezeichne .
5 K i ik, 236 .
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321] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 65
geschich liche Höhe einnimm "6. Na ü lich sei auch dies eine Tau ologie.
Denn die Höhe de P oduk ion hänge un e diesem Gesich spunk ab
on den na ü lichen Gegebenhei en. Als solche nenn Ma x „gewisse
Rassen, Anlagen, Klima e, Na u e häl nisse, wie Seelage, F uch ba -
kei des Bodens usw."7.
Le z en Endes gehe es also de bü ge lichen Ökonomie bei de Fes -
s ellung de allgemeinen Bedingungen um solche, die on ewigen Na u -
gese zen beding und on de Geschich e unabhängig sind. Bei de Be-
handlung de Ve eilung we den „dann ganz un e de Hand bü ge -
liche Ve häl nisse als unums ößliche Na u gese ze de Gesellscha in
abs ac o un e geschoben . . ."8.
Ma x will hie zwei P obleme un e schieden wissen, die seine Mei-
nung nach die bü ge liche Ökonomie mi einande e meng . Nämlich
e s ens den gesellscha lichen P oduk ionsp ozeß in seine Abhängig-
kei on den na ü lichen ode ma e iellen Bedingungen und zwei ens
den P oduk ionsp ozeß in seine Abhängigkei on den jeweiligen ge-
schich lich besonde en Fo men de sozialen Ve assung.
Wo in bes eh nun de Un e schied zwischen de ma e iellen und
de o mellen P oduk ion? Das Ziel de ma e iellen P oduk ion is
„das Gewinnen" im Sinne on He o b ingen ode Scha en on Gü-
e n; das Ziel de o mellen P oduk ion is „de Gewinn"9. Bei de
e s e en handel es sich um den A bei sp ozeß, bei de le z e en um
den Ve we ungsp ozeß10.
Mi diese En gegense zung de ma e iellen und o mellen P oduk-
ion s imm Ma x mi de Un e scheidung des Rodbe us zwischen dem
P oduk ionsp ozeß „als solchem" und dem „s aa swi scha lichen Zu-
s and" übe ein. Bei diese Gelegenhei ein Wo übe das Ve häl nis
de beiden zueinande . Rodbe us ha wesen liche Gedanken seine
Leh e be ei s in seine Sch i „Zu E kenn nis unse e s aa swi scha -
lichen Zus ände" im Jah e 1842 e ö en lich . Ma x dagegen sch eib
selbs im Vo wo zu „K i ik", daß e zue s im Jah e 1842/43 als
Redak eu de „Rheinischen Zei ung" in die Ve legenhei kam, „übe
sogenann e ma e ielle In e essen mi sp echen zu müssen"11. In einem
6 K i ik, 239 .
7 K i ik, 240. Übe das Da enp oblem üh Ma x im „Kapi al" aus: „Die P o-
duk i k a de A bei is du ch mannig ache Ums ände bes imm , un e ande em
du ch den Du chschni sg ad des Geschickes de A bei e , die En wicklungss u e de
Wissenscha und ih e echnischen Anwendba kei , die gesellscha liche Kombina ion
des P oduk ionsp ozesses, den Um ang und die Wi kungs ähigkei de P oduk ions-
mi el, und du ch Na u e häl nisse." a. a. 0., 6.
8 Einlei ung zu K i ik ... a. a. 0., 240.
9 K i ik, 240.
10 Vgl. Kapi al, 139 ., 294 . u. ö.
11 K i ik, 11 .
Schindle s Jah buch LXXI, 3 5
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66 Adam Ho n [322
B ie an J. Zelle behaup e Rodbe us, daß Ma x ihn „ganz hübsch
benü z " habe, ohne ihn zu zi ie en12. Ma x selbs ane kenn im „Ka-
pi al", daß Rodbe us „das Wesen de kapi alis ischen P oduk ion
du chschau " habe und nenn als Quelle den im Jah e 1851 e schienenen
d i en sozialen B ie an on Ki chmann13. Wenn auch Ma x ge ade
hinsich lich de aglichen Un e scheidung on Rodbe us An egung
emp angen ha , so da doch die Abhängigkei on Rodbe us nich
übe schä z we den14.
2. Das ma e ielle und das o melle Kapi al e häl nis
En sp echend dem doppel en P oduk ionsbeg i e wende Ma x
auch einen doppel en Kapi albeg i . Eine sei s is das Kapi al die ma-
e ielle Bedingung de P oduk ion au höhe e S u enlei e : „Die An-
zahl de koope ie enden A bei e , ode die S u enlei e de Koope a-
ion, häng also zunächs ab on de G öße des Kapi als . . ." So is
„eine gewisse Mindes g öße des einzelnen Kapi als . . . ma e ielle Be-
dingung ü die Ve wandlung iele ze spli e e und oneinande un-
abhängige indi iduelle A bei sp ozesse in einen e bundenen gesell-
scha lichen A bei sp ozeß"15.
Da in s imm Ma x mi Smi h übe ein. Ande e sei s is abe ein
bes imm es ma e ielles Kapi al e häl nis die Vo ausse zung ü die
Ausbildung des o mellen Kapi al e häl nisses. Denn e s on eine
gewissen Kapi almenge an is es möglich, „den A bei sanwende selbs
on de Handa bei zu en binden, aus einem Kleinmeis e einen Kapi-
alis en zu machen und so das Kapi al e häl nis o mell he zus ellen"16.
Nun is mi de P oduk ion au höhe e S u enlei e eine s ä ke e
Di e enzie ung des A bei sp ozess e bunden. Und diese Di e enzie-
ung e wei e den Un e schied zwischen Lei ung und Aus üh ung de
12 Vgl. Zu E kenn nis unse e s aa swi scha lichen Zus ände on J. Zelle .
2. Au l. Be lin 1885, VI.
13 Kapi al, 494.
14 Vgl. Böhm-Bawe k, Geschich e und K i ik de Kapi alzins-Theo ien, a.a.O., 440.
15 Kapi al, 294.
16 Kapi al, 294. Ge ade an diese S elle wi d besonde s deu lich und muß man
sich e gegenwä igen, daß Ma x den „Un e nehme -Kapi alis en" o Augen ha .
Denn wede his o isch is aus dem Kleinmeis e unmi elba ein Kapi alis gewo den,
noch heo e isch da man die beiden gleichse zen. F eilich olg Ma x auch hie
ge eulich de Klassik, die, o z besse en Wissens, imme die Dinge so da s ell , wie
wenn Kapi albesi z und Un e nehme olle unze ennlich zusammengehö en. Vgl.
Schumpe e , A . „Un e nehme ", in Handw. d. S aa sw. 4. Au l., Bd. VIII, 481. Ma x
ha e nu den „Un e nehme " zu s eichen, um mi dem „Kapi alis en" den Aus-
beu e ypus zu scha en, de als P ügelknabe in das Konzep des Klassenkamp es
paß e.
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323] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 67
A bei . Die Teilung „zwischen Handa bei und Kop a bei " wi d imme
„ausgesp ochene und en schiedene im Maße, wie die Gesellscha .. .
eiche wi d . . ."17, d. h. wie sie mi meh Kapi al die S u enlei e de
P oduk ion e wei e , dami die A bei s eilung di e enzie und die
Möglichkei eine A bei s e we ung (Ausbeu ung = o melles Kapi-
al e häl nis) s eige .
Das P oblem de L e i u n g is nun on en scheidende Bedeu ung.
Unmi elba is die Lei ung nach Ma x no wendig, weil iele zusammen-
wi ken. Das a bei s eilige Zusammenwi ken is abe eine Folge des
Kapi als. Mi elba en s eh also die Funk ion de Lei ung mi de An-
wendung on Kapi al.
„Wie de Kapi alis zunächs en bunden wi d on de Handa bei ,
sobald sein Kapi al jene Minimalg öße e eich ha , womi die eigen -
lich kapi alis ische P oduk ion e s beginn , so i e je z die Funk-
ion unmi elba e und o wäh ende Beau sich igung de einzelnen
A bei e und A bei e g uppen selbs wiede ab an eine besonde e So e
on Lohna bei e n. Wie eine A mee mili ä ische , beda eine un e
dem Kommando desselben Kapi als zusammenwi kende A bei e masse
indus ielle Obe o izie e (Di igen en) und Un e o izie e (A bei s-
au sehe , o emen, o e looke s, con emaî es, manage s), die wäh end
des A bei sp ozesses im Namen des Kapi als kommandie en. Die A bei
de Obe au sich be es ig sich zu ih e ausschließlichen Funk ion."18
„Mi de Koope a ion iele Lohna bei e en wickel sich das Kom-
mando des Kapi als zum E heischnis ü die Aus üh ung des A bei s-
p ozesses selbs , zu eine wi klichen P oduk ionsbedingung. De Be ehl
des Kapi alis en au dem P oduk ions eld wi d je z so unen beh lich
wie de Be ehl des Gene als au dem Schlach eld. Alle unmi elba
gesellscha liche ode gemeinscha liche A bei au g öße em Maßs ab
beda meh ode minde eine Di ek ion, welche die Ha monie de
indi iduellen Tä igkei en e mi el und die allgemeinen Funk ionen
ollzieh , die aus de Bewegung des p oduk i en Gesam kö pe s im
Un e schied on de Bewegung seine selbs ändigen O gane en sp in-
gen. Ein einzelne Violinspiele di igie sich selbs , ein O ches e be-
da des Musikdi ek o s. Diese Funk ion de Lei ung, Übe wachung
und Ve mi lung wi d zu Funk ion des Kapi als, sobald die ihm un e -
geo dne e A bei koope a i wi d. Als spezi ische Funk ion des Kapi-
als e häl die Funk ion de Lei ung spezi ische Cha ak e male."19
Ih em Inhal e nach sei die kapi alis ische Lei ung zwieschläch ig,
wie ja auch de zu lei ende P oduk ionsp ozeß zwieschläch ig is , näm-
17 Nach einem Wo . G. Ga nie — zi . bei Ma x, Kapi al, 328.
18 Kapi al, 296.
19 Kapi al, 294 .
5*
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lieh eine sei s gesellscha liche A bei sp ozeß zu He s ellung eines
P oduk es, ande e sei s Ve we ungsp ozeß des Kapi als; de Fo m
nach sei sie despo isch20. An de selben S elle a bei e Ma x den Doppel-
cha ak e de Lei ungs unk ion noch deu liche he aus. E häl den
poli ischen Ökonomen en gegen, sie echne en die A bei de Obe -
au sich zu den „ alschen Kos en". Diese Fehle üh e dahe , daß man
bei Be ach ung de kapi alis ischen P oduk ionsweise älschlich „die
Funk ion de Lei ung, sowei sie aus de Na u des gemeinscha lichen
A bei sp ozesses en sp ing , mi de selben Funk ion, sowei sie du ch
den kapi alis ischen und dahe an agonis ischen Cha ak e dieses P o-
zesses beding wi d", iden i izie e. Denn — so se z Ma x diesen Ge-
dankengang o — de Kapi alis is nich Kapi alis in olge de Lei e -
unk ion, sonde n umgekeh äll ihm die Lei e unk ion zu, weil e
Kapi alis is . So wie in de Feudalzei de Obe be ehl in K ieg und
F ieden A ibu des G undeigen ums gewesen sei, so we de de Obe -
be ehl in de Indus ie A ibu des Kapi als21.
Sehen wi hie on de his o ischen Rich igkei de Behaup ung
öllig ab, die übe das Ve häl nis on „minis e ium" und „ eudum"
au ges ell wi d. Denn es is on zwei angige Bedeu ung, we die
Funk ion de Lei ung ausüb , ob de Kapi albesi ze ode ein ange-
s ell e Lei e , gegenübe de en scheidenden F age, daß Lei ung
übe haup , und zwa in hie a chische Rango dnung zu Du ch üh ung
des P oduk ionsp ozesses no wendig is 22. Zwa nich ich ig, doch e -
s ändlich wi d diese das ma e ielle und das o melle Kapi al e häl nis
eine sei s kla un e scheidende und ande e sei s doch wiede e -
wischende A gumen a ion, wenn man beach e , daß „kapi alis isch" im
Sinne on „an agonis isch" zu e s ehen is . Diese an agonis ische
Cha ak e des kapi alis ischen P oduk ionsp ozesses is nich F uch
de Analyse, sonde n Axiom, das de ma e ialis ischen Geschich sau -
assung en sp ing . De Wide sp uch zwischen den du ch Analyse de
wi scha lichen Wi klichkei he ausgehobenen ich igen E kenn nissen
und de sys ema ischen Fehldeu ung wi d noch deu liche , wenn wi die
p oduk i e Wi kung be ach en, die Ma x de kapi alis ischen Lei ung,
ganz im Gegensa z zu seinen sys ema ischen G undgedanken, zu-
sch eib .
20 Kapi al, 296.
21 Kapi al, 296 . Vgl. hie zu den Au sa z . J. Plenge, Ein ödliche Wide sp uch
im Ma xismus. Die „manage s" bei Ka l Ma x selbs „die Seele unse es Indus ie-
sys ems", im Finanz-A chi Neue Folge 12 (1951), 389 ., dem ich den Hinweis au
die S elle bei Ma x, Kapi al, 3. Buch, 23. Kap., e danke, wo nich die indus iellen
Kapi alis en, sonde n die indus iellen manage s die Seele des Indus iesys ems, nach
einem Wo on A. U e, genann we den.
22 Vgl. Kapi al, 296, 314; Ka l Kau zky, Ma x' ökonomische Leh en, 25. Au l.
Bln. 1930, 124.
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325] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 69
3. Die P oduk i i ä des Kapi als
Bei de Behandlung de „P oduk ion des ela i en Meh we es" im
ie en Abschni des „Kapi als" geh Ma x da on aus, daß die p o-
duk i e Wi kung de koope a i en A bei die P oduk i i ä de ein-
achen A bei bei wei em übe s eig . Da in s imm Ma x mi A. Smi h
übe ein, de die P oduk i i ä szunahme wesen lich au die A bei s-
eilung zu ückge üh ha . F eilich e heb sich bei Smi h wie bei Ma x
die F age, ob die „O ganisie hei " ¡gleichsam na u wüchsig ode als
Leis ungse gebnis eines O ganisa o s au ge aß wi d. Sehen wi also
zu, wo au die Koope a ion bei Ma x g ünde . E sag , die „Koope a-
ion au g oßem Maßs ab", d. h. au hohe S u e, be uh „in de an iken
Wel , dem Mi elal e und den mode nen Kolonien . . . au unmi el-
ba en He scha s- und Knech scha s e häl nissen, zumeis au de
Skla e ei. Die kapi alis ische Fo m se z dagegen on o nhe ein den
eien Lohna bei e o aus, de seine A bei sk a dem Kapi al e -
kau "23.
Wenn de Kapi alis mi Hil e seines Kapi als A bei sk ä e ü sein
Un e nehmen ding , so e lang e Ansp uch au die indi iduelle, e -
einzel e A bei sk a . Denn de A bei e kann nu zu Ve ügung
s ellen, was e besi z , nämlich seine pe sönliche A bei sk a . Da an
ände sich auch nich s, wenn de Kapi alis hunde A bei sk ä e s a
eine ding . Weil de Kapi alis die A bei e ohne Koope a ion, d. h.
in ih e Ve einzelung a bei en lassen kann, zahl e auch nu den We
„de hunde selbs ändigen A bei sk ä e, abe e zahl nich die kom-
binie e A bei sk a de hunde . . . Ih e Koope a ion beginn e s
im A bei sp ozeß, abe im A bei sp ozeß haben sie be ei s au gehö ,
sich selbs zu gehö en. Mi dem Ein i in denselben sind sie dem Ka-
pi al ein e leib . Als Koope ie ende, als Gliede eines we k ä igen
O ganismus, sind sie selbs nu eine besonde e Exis enzweise des Kapi-
als. Die P oduk i k a , die de A bei e als gesellscha liche A bei e
en wickel , is dahe P oduk i k a des Kapi als. Die gesellscha liche
P oduk i k a de A bei e en wickel sich unen gel lich, sobald die
A bei e un e bes imm e Bedingungen ges ell sind, und das Kapi al
83 Kapi al, 298 . In de Au sa z eihe, die un e dem Ti el „Lohna bei und
Kapi al" he ausgegeben wu de, e kau de A bei e dem Kapi alis en seine
„A bei ". F ied . Engels ha bei de He ausgabe diese Sch i die en sp echende
S elle e besse , indem e sie au den S and de spä e on Ma x e e enen Ansich
b ach e, wonach de A bei e dem Kapi alis en seine „A bei sk a " e kau . In
eine om 30. 4. 1891 da ie en Einlei ung zu genann en Sch i ha Engels diese
Ve besse ung und den sich dahin e e be genden bedeu enden Wandel des S and-
punk es eingehend beg ünde . Vgl. Ka l Ma x, ökonomische Au sä ze. Singen-
Hohen wiel (Obe badisdie D ucke ei und Ve lagsans al G. m. b. H.) o. J. (nach
1945), 10 .
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s ell sie un e diese Bedingungen. Weil die gesellscha liche P oduk i -
k a de A bei dem Kapi al nich s kos e , weil sie ande e sei s nich
on dem A bei e en wickel wi d, be o seine A bei selbs dem Kapi-
al gehö , e schein sie als P oduk i k a , die das Kapi al on Na u
besi z , als seine immanen e P oduk i k a "24.
Zunächs e kennen wi also kla und deu lich, daß die g öße e
P oduk i i ä koope a i e A bei on Ma x nich dem einzelnen A -
bei e zugesch ieben, sonde n als Wi kung bes imm e Bedingungen
e s anden wi d, un e welche die A bei e du ch das Kapi al ges ell
we den. Was also is das Kapi al? E sag da übe : „De Zusammen-
hang ih e Funk ionen und ih e Einhei als p oduk i e Gesam kö pe
(gemein is die Koope a ion de Lohna bei e — A. H.) liegen auße
ihnen, im Kapi al, das sie zusammenb ing und zusammenhäl . De Zu-
sammenhang ih e Funk ionen i ihnen dahe ideell als Plan,
p ak isch als Au o i ä des Kapi alis en gegenübe , als Mach eines
emden Willens, de ih Tun seinem Zweck un e wi ."25
Wiede um is doch kla gesag , das Kapi al is e was O ganisie en-
des, Wi kendes: es b ing und häl die Koope ie enden zusammen.
Diese Wi ksamkei is on Ma x logisch ausgezeichne in zwei Kompo-
nen en au gegliede wo den: O ganisa ion um aß nämlich imme
— man kann es ga nich besse sagen — ideell einen Plan, nach dem
o ganisie wi d, und p ak ische Au o i ä und Mach , wo au sich die
O ganisa ion s ü z . F eilich s eck in diese Beu eilung des Kapi als
als e was O ganisie enden, Wi kenden eine Hypos asie ung, übe die
wi Rechenscha e langen müssen. Ma x selbs sag einmal gegen den
Idealismus Hegels: „Ideen können übe haup Nich s aus üh en. Zum
Aus üh en de Ideen beda es de Menschen, welche eine p ak ische
Gewal au bie en."26 Hin e de Idee Kapi al muß doch ein handelnde
Mensch s ehen. Das ha wohl auch Ma x ge ühl und e selbs lie e
uns das ehlende Glied in de Gedankenke e. Denn im unmi elba en
Anschluß an die oben wiede gegebene Tex s elle, wonach das Kapi al
„zusammenb ing und zusammenhäl ", also o ganisie end wi k , we -
den die Folge ungen gezogen. Dabei is abe nich meh die Rede om
Kapi al, sonde n on de kapi alis ischen Lei ung. Diese Lei ung sei
ih e Fo m nach he scha lich. Mi de En al ung de Koope a ion
24 Kapi al, 297. Audi hie wiede um is es kein Zu all, wenn Ma x einmal sag ,
die höhe e P oduk i i ä „is ", zum ande en „e schein " — nämlich dem Kapi-
alis en — als P oduk i k a des Kapi als. Vgl. K. Kau zky, a. a. 0., 111, de nu
das „e schein " e me k , weil hie mi o enba au das Ausbeu ungs e häl nis Bezug
genommen wi d, abe das „is " ge lissen lich übe sieh , womi au das ma e ielle
Kapi al e häl nis abges ell wi d.
25 Kapi al, 296.
28 Aus dem li e a ischen Nachlaß on Ka l Ma x und F ied ich Engels 1841 bis
1850, he ausgegeben on F anz Meh ing. II. Bd. 3. Au l. S u ga 1920, 225.
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333] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 77
wendigkei aus de ma e iellen S uk u he auswachse42. Denn nach
Ma x geh nie eine Gesellscha s o ma ion un e , be o nich alle ih e
Möglichkei en en wickel sind, und eine neue und höhe e Fo ma ion
wi d nich ¡gescha en, be o nich de en ma e ielle Bedingungen im
Schöße de al en Ve häl nisse ausgebilde wo den sind.
„Dahe s ell sich die Menschhei imme nu Au gaben, die sie lösen
kann, denn genaue be ach e wi d sich s e s inden, daß die Au gabe
selbs nu en sp ing , wo die ma e iellen Bedingungen ih e Lösung
schon o handen ode wenigs ens im P ozeß ih es We dens beg i en
sind. In g oßen Um issen können asia ische, an ike, eudale und mode n
bü ge liche P oduk ionsweisen als p og essi e Epochen de ökonomi-
schen Geschich s o ma ion bezeichne we den. Die bü ge lichen P oduk-
ions e häl nisse sind die le z e an agonis ische Fo m des gesellscha -
lichen P oduk ionsp ozesses . . . Mi diese Gesellscha s o ma ion
schließ dahe die Vo geschich e de menschlichen Gesellscha ab."43
Denn nun beginn nach de Vo s ellung on Ma x das Vollzei al e de
klassenlosen Gesellscha .
Den au gezähl en E appen de ma e iellen P oduk ionsweisen en -
sp echen jeweils bes imm e Gesellscha s o ma ionen mi besonde en
Sozial e assungen. So en sp eche de asia ischen die Ba ba ei, de
an iken die Skla e ei, de eudalmi elal e lichen die Leibeigenscha
ode Hö igkei , de mode n-bü ge lich-kapi alis ischen die Lohna bei .
Die ie e Fo ma ion sei die le z e an agonis ische Fo m de gesell-
scha lichen P oduk ions e häl nisse.
„An agonis isch" is hie nich zu e s ehen „im Sinne on indi i-
duellem An agonismus, sonde n eines aus den gesellscha lichen
Lebensbedingungen de Indi iduen he o gewachsenen An agonis-
mus"44. In olgedessen en ziehe sich jedes an agonis ische P oduk ions-
e häl nis de mo alischen Bewe ung. Es handle sich um einen P ozeß,
de „sich in sachliche No wendigkei ollzieh , on dem de Kapi alis
als ,Kapi alis 4, als O gan inne halb dieses gese zmäßigen P ozesses,
ga nich lassen kann, den e ielmeh no wendig ollziehen muß. Und
ande e sei s muß de Lohna bei e seine A bei sk a in den Diens de
Meh we e zeugung s ellen, e muß sich ,ausbeu en4 lassen. Das is in
de kapi alis ischen P oduk ionso dnung eine unumgängliche, in objek-
i e Gese zlichkei sich auswi kende No wendigkei "45.
Wi wissen nun zwa e was übe die o melle Ve assung de
Zukun sgesellscha . Wie abe wi d de en eale Basis bescha en sein?
42 F . Engels, Die En wicklung des Sozialismus on de U opie zu Wissenscha .
S u g. 1946, 20.
43 K i ik, 14.
44 K i ik, 14.
45 Th. S einbüchel, De Sozialismus als si liche Idee. Ein Bei ag zu ch is lichen
Soziale hik. Düsseldo 1921, 58.
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78 Adam Ho n [334
Bekann lich ha Ma x au diese F age keine kla e An wo gegeben.
E blieb sie u. a. deshalb schuldig, weil e die Au gabe so wenig kla
e kann ha wie die Klassik. Doch läß sich aus seinen G undgedanken
unschwe au zeigen, wie e sich die ökonomische S uk u de Zukun s-
gesellscha o ges ell ha . Den Schlüssel hie zu lie e uns die Leh e
on de Konzen a ion des Kapi als und de Be iebe.
Fü die ökonomische S uk u is en scheidend die Ve ände ung
de o ganischen Zusammense zung des Kapi als. Mi o sch ei ende
Konzen a ion wächs die Quo e des kons an en Sachkapi als, äll die
Quo e des a iablen Lohnkapi als. Im Gegensa z zum Handwe k und
zu Manu ak u , wo die O ganisa ion de pe sönlichen Handa bei das
s uk u elle Ge üs bilde e, wäh end die sachlichen We kzeuge lediglich
de Ve ich ung de menschlichen O gane „dien en", e lage sich in
de Indus ie mi zunehmende Konzen a ion des Kapi als und Ve -
g öße ung de Be iebe de ideelle Plan imme meh in den mecha-
nischen P oduk ionskö pe . „Die eigen liche Maschine ie de Manu ak-
u pe iode bleib de aus ielen Teila bei e n zusammengese z e Ge-
sam a bei e selbs "46. „Die manu ak u mäßige Teilung de A bei "
bedeu e „die quali a i e Gliede ung und quan i a i e P opo ionali ä
gesellscha liche P oduk ionsp ozesse, also eine bes imm e O gani-
sa ion gesellscha liche A bei . . ."47. „In de Manu ak u is die
Gliede ung des gesellscha lichen A bei sp ozesses ein subjek i , Zu-
sammense zung on Teila bei e n; im Maschinensys em besi z die
g oße Indus ie einen ganz objek i en P oduk ionso ganismus, den de
A bei e als e ige ma e ielle P oduk ionsbedingung o inde . . .
De koope a i e Cha ak e des A bei sp ozesses wi d je z . . . du ch
die Na u des A bei smi els selbs dik ie e echnische No wendig-
kei 48."
Hie is also die Lei ung in den sachlichen P oduk ionsappa a
übe gegangen. De A bei e is je z nu noch ein dienendes Glied de
Maschine ie. Weil das „Geschick" je z eine Eigen ümlichkei des
Appa a es gewo den is , is das Gewich seine ökonomischen Bedeu-
ung imme meh gesunken mi de Folge, daß de Konzen a ion on
Kapi al und Meh we au de einen Sei e eine Konzen a ion des
Elends de einande niede konku ie enden A bei e massen au de
ande en Sei e en sp ich . Im Fo sch ei en diese En wicklung ei die
Gesellscha dem Tag des Umschlages en gegen.
Die ökonomische S uk u ode das ma e ielle Kapi al e häl nis
de Endphase des dialek ischen Geschich sp ozesses wi d nun auch im
„Jensei s" de klassenlosen Gesellscha bes ehen bleiben. Denn nu
46 Kapi al, 313.
47 Kapi al, 329.
48 Kapi al, 350.
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335] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 79
die o melle Ve assung des Kapi alismus wi d negie , nich abe seine
ma e ielle S uk u . -Diese Sei e des Kapi alismus wi d ielmeh posi i
au gehoben und in die Syn hese de Zukun sgesellscha eingehen.
Je meh in de Zei lichkei de geschich lichen En wicklung ge ade
diese S uk u sich he ausgebilde ha , um so kü ze wi d die Zei de
Dik a u des P ole a ia s wäh en, de en Au gabe ja keine ande e is ,
als diese S uk u zu ollenden. Denn weil dann die Ve ich ung jedes
Einzelnen ein ach und mechanisch is , so daß jedes Kind jegliche Funk-
ion ausüben kann, is die Vo ausse zung de klassenlosen Gesellscha
gescha en. De ideelle Plan is dann öllig im Ma e ial objek i ie .
Und eine Au o i ä , die au Plan e wi klichung d ingen wü de, beda
es nich meh . Denn das echnische Dik a lieg in de Na u des A bei s-
mi els, das ak ische in de Selbs bes immung de ei assoziie en
A bei e , denen die A bei nich meh Mi el zum Zweck, sonde n ein
Lebensbedü nis gewo den sein wi d49.
Die g oße Ve heißung de Zukun sgesellscha bedeu e , was die
ökonomische S uk u be i , eine Summe mechanisie e Ve ich-
ungen, also keineswegs die Übe windung de „indus iellen Pa ho-
logie"50. Denn mi de Besei igung des Klassengegensa zes wi d die
spezialisie e und mechanisie e Teila bei in sich nich sinn olle .
Kann nun, so müssen wi agen, die O ganisa ion in solche Weise
objek i ie we den, daß sie de pe sönlichen Gliede ung und Lei ung
en a en kann? Es is zuzugeben, daß dem gesam en P oduk ions-
appa a ein sinn olle Plan51 zug undelieg , wodu ch die En scheidun-
gen de Wi scha e beein luß und gelenk we den. Ge ade weil de
sachliche P oduk ionsappa a mi seine echnisch eindeu ig be-
s imm en quan i a i en P opo ionali ä o ganisie ende Wi kungen zu
Folge haben kann, ha sich die on Ma x behaup e e Zunahme de
K isenha igkei de kapi alis ischen Wi scha mi o sch ei ende
Indus ialisie ung nich e geben. Wohl muß eine Un e suchung de
O dnungsp inzipien de Wi scha de o ganisa o ischen Wi kung des
sachlichen Appa a es ih e Au me ksamkei widmen und kann sie die
49 Vgl. B ie an B acke (1875), zi . bei 0. Spann, De wah e S aa . Vo lesungen
übe Abb uch und Neubau de Gesellscha . 3. Au l. Jena 1931, 129.
50 Kapi al, 328. Vgl. die Übe eins immung mi Smi h, de eben alls au die Voll-
en al ung de Pe son als e zeugende zuguns en de g öße en Gü e ülle e zich e ,
bei G. Seidle -Schmid, Die Sys emgedanken de sog. klassischen Volkswi scha s-
leh e. Jena 1926, 38 .
51 „Plan" ha hie allein die Bedeu ung eines logischen Ge üges, das dem p ak-
ischen Handeln o angeh . In diesem Sinne is jede sinn olle Wi scha „Planwi -
scha ". Abe de hie e wende e Beg i „Plan" ha nich s zu un mi de Bedeu ung,
die e in de Beg i s e bindung „Planwi scha " als eine bes imm en O dnungs-
o m ha .
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80 Adam Ho n [336
Ma xsche These als heu is isches P inzip e wenden. Abe unse e obige
F age nach de Möglichkei ollkommene Ve sachlichung de O gani-
sa ion is zu e neinen.
Hie sind meh e e g undlegende Fehle au zudecken:
1. De e s e Fehle s eck in de Hypos asie ung des objek i en
Geis es. De in de Geschich e objek i ie e Geis im Sinne Hegels is
nich in sich seinsmäch ig, sonde n nu inso e n wi klich, als e on
einem subjek i en Geis ge agen und e lebendig wi d52. Wi können
hie Ma x gegen sich selbs ins Feld üh en mi de gegen Hegels
Idealismus ge ich e en Beme kung, daß Ideen de handelnden Men-
schen bedü en, die eine p ak ische Gewal au bie en, um wi ksam zu
we den53.
2. Ma x e wende einen alschen Einhei sbeg i . Maschinenau o-
ma en bilden medianische Einhei en, de en Ablau so lange om Men-
schen unabhängig is , als die s o lichen Vo ausse zungen dazu gegeben
sind. De Maschinenau oma s eh s ill in dem Augenblick, in dem on
Sei en des Menschen de echnische Sinngehal e neu ealisie we den
muß, sei es in Ges al de B enns o zu uh , de Be ä igung eine
S eue ungs o ich ung ode eine Schadensbehebung. Die Wi scha
abe is kein Mechanismus. Ih Einhei sp inzip is ausschließlich Sinn
ode Plan. Diese Sinnzusammenhang bes eh allein au G und mensch-
liche En scheidung. E äll in dem Augenblick auseinande , da de
einhei se zende Mensch weg äll ode den Übe blick, d. h. die K a
de Syn hesis, e lie . Es wä e eine den Cha ak e de Geschich e
öllig e kennende I meinung zu behaup en, de Appa a könne das
Einhei sp inzip wah en und seine sei s au die Menschen e anlassend
wi ken. Wenn abe die Einhei nich eine na u wüchsige, sonde n eine
geschich lich logische is , dann beda diese Einhei in analoge Weise
de s ändigen Gewäh leis ung du ch den Menschen, wie die Einhei des
ganzen Kosmos de Gewäh leis ung dessen beda , de ihn gescha en
ha 54. Das bedeu e abe , daß hin e de Objek i ie ung de O gani-
sa ion im Appa a die O ganisa ion de Menschen s eh , die den
Appa a nu z . Wo abe eine O ganisa ion on Pe sonen bes eh ,
e en wi au Gliede ung und Rango dnung, d. h. Übe - und Un e -
o dnung, ges ü z au p ak ische Au o i ä . Nu we an die S elle de
geschich lichen Gesellscha mi ih e no wendig hie a chisch ge-
" Vgl. Nie. Ha mann, De Au bau de ealen Wel . Bln. 1940, 514 .
53 Vgl. Anm. 26.
54 Ge ade die mode ne Na u wissenscha ha den Weg zum Ve s ändnis de
Leh e on de c ea io con inua des mi elal e lichen Seins e s ändnisses wiede ge-
wonnen und die Abwegigkei jegliche A on Deismus, de o ensich lich auch die
Wu zel de Leh e on Ma x bilde , he ausgea bei e . Vgl. B. Ba ink, Die Na u -
wissenscha au dem Wege zu Religion. 6. Au l. Obe u sel 1947, 103.
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337] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 81
gliede en O ganisa ion einen Na u mechanismus zu se zen e mag,
ha die Be ech igung, mi Ma x die U opie eine o mell klassenlosen
und eine ma e iell ungegliede en Gesellscha zu leh en und zu
e s eben.
3. In den alschen Beg i en des objek i en Geis es und de Einhei
lieg die abwegige Leh e on de Rep oduk ion beg ünde . Es wü de
den Rahmen dieses Au sa zes sp engen, woll en wi hie die F age de
Rep oduk ion, und zwa de ein achen Rep oduk ion und de Rep o-
duk ion au e wei e e S u enlei e , e olgen. Wi können au diese
Un e suchung e zich en, weil es uns hie zunächs nich um die quan i-
a i e Sei e des Kapi alp oblems, sonde n um die o ganisa o ische Be-
deu ung des Kapi al e häl nisses geh . Cassel beme k dazu ganz in
unse em Sinne: „Die un e ände e Fo se zung des P oduk ionsp o-
zesses un e Au ech e hal ung des einmal o handenen Realkapi als
is abe keineswegs eine mechanische No wendigkei , sie e o de iel-
meh eine da au ge ich e e Lei ung de P oduk ion"55.
Nach diese Be ach ung äll es nich schwe , den G und zu e a en,
de Ma x da on abhiel , sys ema isch das auszu üh en, was sich an
P oblema ik hin e dem Beg i des ma e iellen Kapi al e häl nisses
e bi g . Diese Un e lassung ö de e die Ve ein achung, die de
soziale Re olu ionä Ma x b auch e, um mi de kapi alis ischen
Lei ung die Lei ung übe haup abzu un. Is abe e s einmal e kann ,
daß die Wi scha niemals ein mechanische P ozeß wa ode sein wi d
und daß mi de dialek ischen Nega ion eines P oblems dieses selbs
nich hinwegdisku ie we den kann, dann e geben sich die F agen on
selbs und lassen die Lücken e kennen, die das We k on Ma x au -
weis .
Diese E ah ung muß en alle Sozialis en machen, die aus de
„an agonis ischen" S ellung de Opposi ion in die No wendigkei eine
posi i en En wicklung konk e e Fo men de Ges al ung on Gesell-
scha und Wi scha e se z wu den und sich Ra suchend an Ma x
wand en. Ih e Au gabe wa doppel schwe , weil die klassische Schule
im Anschluß an A. Smi h au dem Gebie e de Wi scha sges al ung
ebenso wenig au zuweisen ha e. Es bes and deshalb bei ielen de be-
g ei liche Wunsch, du ch Radikalismus in die on Ma x au gezeig e
e ein ach e Lösung einzuschwenken. In England, wo die sozial e o -
me ischen Bes ebungen nich mi de Ma x'schen Hypo hek belas e
sind, e läu die E ö e ung de neuen Me hoden sachliche und
wenige dok inä . In Deu schland hingegen bes eh ein ech
un uch ba es Hin und He on Absage an und Bekenn nis zu Ma x.
Dabei begegne man zuweilen einem kaum zu übe bie enden Eklek i-
55 G. Cassel, Theo e ische Sozialökonomie. 4. Au l. Lpz. 1927, 27.
Schmolleis Jah buch LXXI, 3 6
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82 Adam Ho n [338
zismus, de e wa den ökonomischen De e minismus ablehn , die
klassenlose Gesellscha als Ziel abe beibehäl .
Audi in de gegenwä igen Auseinande se zung um das Mi bes im-
mungs ech sind die Fo de ungen und Fo meln iel zu seh au den
an agonis ischen Cha ak e on Kapi al und A bei im Sinne des o -
mellen Kapi al e häl nisses abges ell , wäh end das eigen liche P o-
blem de Mi wi kung ganz in den Hin e g und i . Selbs den Gu -
willigen äll es schwe , einen Weg zu inden, weil niemand ech weiß,
was eigen lich e s eb we den muß, wenn das e ziel e E gebnis eine
„Lösung" bedeu en soll. Zu diesem gesoll en Ziel abe ehlen en -
scheidende heo e ische G undlagen.
Es e schein uns dahe wich ig und eine B ücke zu bedeu en zu
jenen, die ih e ökonomische Beleh ung nun einmal bei Ma x inden
wollen, wenn hie au gezeig wi d, wo posi i e Möglichkei en eine
Wei e üh ung Ma x'sche Gedanken gegeben sind. De uch ba e
Ansa z lieg in de Einsich on Ma x, daß Kapi al in keine Weise als
ein selbs ändige Fak o neben A bei und Boden zu be ach en is ,
sonde n ein Ve häl nis, eine bes imm e Seinsweise, da s ell , in de die
a bei s eilig e bundenen Menschen zu p oduk i e Wi ksamkei ge-
langen. Die Zugehö igkei zu dem gleichen ma e iellen Kapi al e -
häl nis ode die Gliedscha am gleichen Kapi alkö pe , bedeu e das
S ehen un e bes imm en Bedingungen, die allen eine höhe e Wi k-
samkei e leihen. Im Sinne des Ges ell seins un e bes imm e Be-
dingungen lehn J. M. Keynes die klassische P oduk ions ak o enleh e
ab und gelang „zu de o klassischen Leh e, daß alles du ch A bei
e zeug wi d, un e s ü z du ch das, was man ühe Kuns zu nennen
p leg e und je z Technik genann wi d, sowie du ch na ü liche Hil s-
mi el, die ei ode je nach ih e Knapphei ode ih em Übe luß eine
Ren e kos en und dadu ch die E gebnisse e gangene , in den Ve -
mögenswe en e kö pe e A bei , die eben alls gemäß ih e Knapp-
hei ode ih em Übe luß einen P eis bedingen. Es is o zuziehen, die
A bei , na ü lich einschließlich de pe sönlichen Diens leis ungen des
Un e nehme s und seine Gehil en, wi kend in eine gegebenen Umwel
on Technik, na ü lichen Hil smi eln, Kapi alaus üs ung und wi k-
same Nach age, zu be ach en"56.
Wenn wi agen, wo au die „Bedingungen" geg ünde sind, die
eine höhe e P oduk i i ä e mi eln, so e kennen wi
1. eine geis ige Po enz, die du ch Wissenscha le , E inde usw. zu
Ve ügung ges ell wi d,
56 J. M. Keynes, Allgemeine Theo ie de Beschä igung, des Zinses und des Geldes.
Ins Deu sche übe s, . F. Waege . Münch, u. Lpz. 1936, 179.
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339] Ma e ielles und o melles Kapi al e häl nis bei Ka l Ma x 83
2. eine s o liche Po enz, die in ih e Quan i izienba kei Gegens and
de Kapi al echnung is . Diese Po enzen bedü en de Ak uie ung,
dami die Bedingungen ealisie we den, on denen die ö de nde
Wi kung ausgeh . Da in de Geschich e allein den Pe sonen eine
ak uie ende K a zuzusch eiben is , können die „Bedingungen"
nu als das E gebnis eine O ganisa ion au ge aß we den. De en
T äge sind die a bei s eilig e bundenen Menschen selbe , eilich
nich alle in gleiche Weise, sonde n abges u je nach dem Maße
ih e Funk ion. Von hie aus üh ein Weg zu sachlichen E ö e-
ung de F agen, die heu e un e dem ieldeu igen Beg i de
„Mi bes immung" zusammenge aß we den57.
Mi unse e F age nach de ökonomischen S uk u im Sinne des
ma e iellen Kapi al e häl nisses wi d wede e nein , daß die O gani-
sa ion im o mellen Sinne e o mbedü ig is , noch wi d es i gend
jemandem e weh , übe die Besonde hei eine solchen Re o m be-
s imm e Ziel o s ellungen zu en wickeln. Genommen wi d lediglich die
Möglichkei , ohne Auskun übe das Wie de kün igen ökonomischen
S uk u und ih e O ganisa ion u opische Behaup ungen au zus ellen.
Einen ausgezeichne en Ausgangspunk lie e die E hellung des ma e-
iellen Kapi al e häl nisses bei Ma x.
57) In eine seh kla en A bei übe „Mi bes immungs ech und Sozialismus" ha
Ge ha d Macken o h au die besonde en s uk u ellen Eigen ümlichkei en de Wi -
scha , insbesonde e de Be iebe hingewiesen. E is dabei zu seh wich igen E geb-
nissen gekommen. Macken o h be on gegenübe den alsch e s andenen Demok a i-
ßie ungsbes ebungen, daß de Be ieb als he scha lich o ganisie es Sozialgebilde
auch in jede sozialis ische Wi scha s e assung übe nommen we den müsse. Wi -
scha sdiens , 30. Jg. He 2 (Feb . 1950), 9 .
6*
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