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Grundprobleme der Wirtschaftsphilosophie

Abstract

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Grundprobleme der Wirtschaftsphilosophie

Author: Schack, Herbert
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1951
DOI: 10.3790/schm.71.2.1
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290720/1/schm.071.2.001.pdf
Schack, He be
A icle
G undp obleme de Wi scha sphilosophie
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Schack, He be (1951) : G undp obleme de Wi scha sphilosophie, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 71, Iss. 2, pp. 1-21,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290720
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129] 1
G undp obleme de Wi scha sphilosophie
Von
He be Schack, Be lin
Inhal s e zeichnis:!. De Gegens and de Wi scha sphilosophie. — 2. Die Wi scha s-
e kenn nis. — 3. Die Wi scha se scheinimg. — 4. Das Wi scha sdasein. —
5, Die Wi scha s o m. — 6. Die Wi scha sges al ung.
1. De Gegens and de Wi scha sphilosophie
Das Wo „Wi scha sphilosophie" begegne bei P ak ike n in de
Regel e wunde em Kop schü eln. Philosophie, so mein man, habe
nich s mi p ak ischen Dingen zu un. Sie be asse sich mi F agen all-
gemeins e Na u und habe keinen Kon ak mi konk e en P oblemen.
Die Philosophen e ich e en zwa himmels ü mende Gedankenbau en,
däch en abe nich an de en Zugänglichkei . Zugänglich seien solche
Kuns bau en nu ü die Wenigen, die in de dünnen Höhenlu ab-
s ak e Ideen a men können.
Wä e die Philosophie eine d a abs ak e Wissenscha , dann
könn e sie alle dings auch keine Beziehung zu Wi scha haben. Denn
diese is ja ge ade ein Lebensbe eich on unmi elba p ak ische
Bedeu ung. Hie ha , so möch e es scheinen, ausschließlich de P ak-
ike das Wo . Die wi scha lichen Zusammenhänge sind jedoch so
mannig al ig, ausgedehn und komplizie , daß sie allein on de P axis
aus schwe übe sehba und beg ei ba sind. Dahe is man sich auch in
de P axis du chaus de Bedeu ung eine „Wissenscha " on de Wi -
scha bewuß . Man be ach e die Wi scha swissenscha als unen -
beh liche G undlage ü eine objek i e Beu eilung und dami als un-
e läßliche Vo ausse zung ü eine a ionelle Wi scha s üh ung und
planmäßig be iebene Wi scha spoli ik.
Das Bekenn nis zu Wi scha swissenscha schließ jedoch nich
auch ein solches zu eine „Philosophie" de Wi scha mi ein. Wie
könne es eine „philosophische" Wi scha sbe ach ung geben! Die
Wi scha swissenscha sei au G und ih e p ak ischen Eins ellung
zu den wi scha lichen Dingen und Vo gängen be ähig , sich auch mi
P oblemen des p imi i s en Handelsgeschä es zu be assen. Die Philo-
Schmolle s Jah buch LXXI, 2 1
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2 He be Sdiack [130
sophie abe suche ih e Gegens ände e nab on All agsdingen und
All agsso gen.
Im äglichen Leben begegne uns jedoch auch eine ande e Au -
assung on Philosophie. De Volksmund nenn einen Philosophen,
we o enba selbs e s ändliche Dinge ü keineswegs selbs e -
s ändlich ansieh , sie ielmeh du chaus agwü dig inde und sie
zum Anlaß nimm , zu g übeln und zu o schen. Solche Deu ung philo-
sophische Hal ung deck sich mi al e philosophische T adi ion.
In Pia ons Dialog „Theä e " sag Sok a es, de Philosoph sei
du ch eine besonde e Gemü s e assung gekennzeichne , nämlich das
„Sichwunde n". Ve wunde ung ode S aunen sei de An ang alles
Philosophie ens. Gemein is hie das S aunen übe die F agwü dig-
kei des augenscheinlich Selbs e s ändlichen. Jede nachdenkende
Mensch ge ä in E s aunen, wenn Selbs e s ändliches sich plö zlich
als agwü dig e weis . Selbs e s ändlich is uns die Sp ache, die wi
sp echen; die A bei , die wi un; die Wi klichkei , in de wi leben.
Wissen wi jedoch ohne wei e es, was Sp ache, was A bei , was Wi k-
lichkei eigen lich is ? S ellen wi uns einmal diese F age, so e kennen
wi mi Ve wunde ung, daß ge ade in den ü selbs e s ändlich e -
ach e en Dingen und Vo gängen die wesen lichen, den Ke n unse es
Lebens be üh enden P obleme liegen. Die du ch solche Ve wunde ung
he o ge u ene geis ige Bewegung g undsä zlichen F agens und Fo -
schens cha ak e isie in de Ta die inne e Hal ung des Philosophen.
„Ein Philosophus uhe nich , e habe denn das Zen um eines
Dinges" (Jakob Böhme).
Von diese Sei e gesehen, wi d eine Philosophie de Wi scha
disku ie ba . Geben all ägliche Dinge Anlaß zu philosophische Be-
sinnung, so kann es auch die Wi scha un, die zu unse em All ags-
leben gehö . Wi scha sphilosophie wä e danach das S eben nach
eine de Wi scha au den G und gehenden E kenn nis. Doch was
heiß , die Wi scha aus dem G unde e kennen? Is solche E kenn nis
nich auch das Ziel de wi scha lichen Fachwissenscha en?
Wi scha gib es nu in ealen, äum- und zei gebundenen
Komplexen und Vo gängen. In olgedessen müß e wohl auch die öko-
nomische G undwissenscha au die E kenn nis eale Bedingungen
ge ich e sein. Ha die Wi scha sphilosophie abe in diese Be-
ziehung eine Chance? O enba nich . Denn die wi scha lichen Fach-
wissenscha en bemühen sich be ei s um den Au weis de inne - und
auße wi scha lichen, allgemeinen und speziellen Realbedingungen.
Die empi ische Wi scha s heo ie analysie die inne wi scha -
lichen Zusammenhänge und such sie aus elemen a en Fak o en und
Beziehungen zu e klä en. Um die wi scha lichen Komplexe und Vo -
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131] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 3
gänge als ein eigena iges E kenn nisobjek zu e assen ode das
Nu wi scha liche aus den umg ei enden gesellscha lichen und son-
s igen Bindungen gedanklich zu lösen, dazu bedu e es eines hohen
G ades isolie ende und abs ahie ende Vo s ellungsk a . Diese
geis ige Leis ung is mi dem Namen anzösische und englische
Philosophen des 18. Jah hunde s e bunden. Adam Smi h o
allem ha die Wi scha in ih em eigenen objek i en Zusammenhang
so deu lich assen und da s ellen könneh, daß e als de eigen liche
Beg ünde de Wi scha swissenscha , insonde hei d^ empi ischen
Wi scha s heo ie gil . Die Theo ie is zwa de philosophischen Be-
schä igung mi dem na ü lichen und gesellscha lichen Leben en -
sp ungen; doch deswegen be ach e sie sich selbs keineswegs als Philo-
sophie.
Das Gleiche gil on den wi scha lichen Fachwissenscha en, die
sich de E o schung de auße wi scha lichen gesellscha lichen, ge-
schich lich kul u ellen und sons igen Bedingungen widmen. Audi bei
de En wicklung diese Disziplinen sind philosophische Impulse wi k-
sam gewesen. Allein alle Wissenscha en diese A , on de Wi -
scha sgeog aphie bis zu Wi scha ssoziologie und -psychologie, sind
selbs ändige Disziplinen gewo den, die sich eigenwillig on de Philo-
sophie abg enzen.
Die Abg enzung de Fachwissenscha en gegenübe de Wi -
scha sphilosophie e olg un e Hinweis au das on ihnen in Ansp uch
genommene eale E kenn nisobjek . Sie wollen die a sächlichen und
wi klichen, jeden alls imme ealen Bedingungen de wi scha lichen
E scheinungen au weisen. De Philosophie wi d diese Beziehung au
Reales, Ta sächliches, Wi kliches abgesp ochen. Wie kann abe die
Wi scha sphilosophie eine G undwissenscha on de Wi scha
sein, wenn sie es nich mi de E o schung de ealen Bedingungen
des Wi scha slebens zu un ha ? Is denn nich alle Wi scha eal?
Ode gib es auch I eales in de Wi scha ?
I eal is zunächs ein Gegens and, de nu in unse e Vo -
s ellung exis ie , in Wi klichkei abe nich ode jeden alls nich so,
wie wi ihn uns denken, da is . Ha es jedoch wissenscha lichen Sinn,
sich eine Wi scha nu o zus ellen, sich also mi eine bloß gedach-
en Wi scha zu beschä igen? Du chaus! Wissenscha en, de en
Gegens ände seh komplizie sind ode sich wegen de G obkö nig-
kei de P ü ungsme hode eine exak en Beobach ung en ziehen,
nehmen o ih e Zu luch zu e ein ach en Vo s ellungen. So e äh
z. B. die Physik, wenn sie sich ein „Wellenbild" mach , dessen Be-
s and eile nach Si James Jean „gänzlich geis ige Kons uk ion"
sind. Auch die Wi scha swel is so komplizie und mannig al ig
1*
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4 He be Schack [132
beding , daß die ii ih e S uk u und En wicklung en scheidenden
Fak o en nu du ch beg i liche Eliminie ung exak ge aß und in den
Konsequenzen ih e Wi ksamkei gedanklich e olg we den können.
Diese Gedankengebilde haben die Bedeu ung es e Bezugspunk e ii
die Lagebes immung de ealen Dinge und Vo gänge. In diesem
Sinne kann z. B. de Beg i des unbeding a ionell denkenden, we -
enden, handelnden Wi scha smenschen, des homo oeconomicus,
gleichsam als ein Koo dina en-U sp ungspunk gel en. Solche Gedan-
kenmodelle en sp echen gewiß nich den ealen wi scha lichen Ve -
häl nissen. Sollen sie indes wissenscha liche und p ak ische Bedeu ung
haben, so müssen sie doch wesen liche eale Me kmale ode G und-
züge wenigs ens andeu ungsweise in de Vo s ellung ode im Beg i
wiede geben. Die eine Theo ie, wie solche Wissenscha genann wi d,
kann sich dahe nu im Anschluß an die E ah ungse kenn nis en -
wickeln und muß mi diese in s ändigem Kon ak bleiben. Das heo-
e ische Gedankenmodell gib dem Empi ike den ü seine Fo schung
no wendigen Rich punk ; man weiß nun, wo au es ankomm und kann
sich übe dies eindeu ige und kla e Beg i e bedienen.
Die wenn auch nu andeu ungsweise o handene Beziehung de
einen Theo ie zu Reali ä de Wi scha is G und genug, diese
Disziplin eben alls den Realwissenscha en zuzu echnen. In olgedessen
zieh auch die eine Wi scha s heo ie einen scha en T ennungss ich
zwischen sich und de Wi scha sphilosophie.
Die Philosophie selbs ha eilich o mi dem Gedanken gespiel ,
die on den Einzelwissenscha en gewonnenen E kenn nisse in eine
heo e ischen Kons uk ion so zusammenzu assen, daß sich wenigs ens
andeu ungsweise das Wesen de Wel e kennen läß . Die Philosophie,
mein e z. B. Wilhelm Wund , üh die A bei de Wissenscha en
wei e und gib ih en allgemeinen E kenn nissen „die endgül ige sys e-
ma ische O dnung46. Kann abe die Philosophie a sächlich solch eine
„allgemeine Wissenscha " sein, „welche die du ch die Einzelwissen-
scha en e mi el en allgemeinen E kenn nisse zu einem wide sp uchs-
losen Sys em zu e einigen ha "? Sie wü de mangels hin eichende Sach-
und Fachkenn nisse imme Ge ah lau en, on den Realwissenscha en
übe hol zu we den. Die Geschich e de Philosophie gib zahl eiche
wa nende Beispiele eine die siche e E ah ungse kenn nis wei übe -
liegenden geis igen Spekula ion und ge adezu e s iegenen gedank-
lichen Kons uk ion.
Nach alledem schein es, als könne die Wi scha sphilosophie ga
keinen Gegens and ü sich beansp uchen. Sie ha wohl hie ode da
den G unds ein zu einem wissenscha lichen Gebäude geleg , dann abe
bald den Baupla z an selbs ändige Fachwissenscha en ab e en müssen.
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133] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 5
Diese haben sich do es angesiedel , sich o kaum noch dessen be-
wuß , daß die Philosophie ihnen den Boden be ei e ha .
Eines s eh es : eine Realwissenscha is die Philosophie bzw. die
Wi scha sphilosophie nich . Nun sehen wi abe , auch I eales im
Sinne des Unwi klichen, gedanklich Kons uie en is kein philosophi-
sche Gegens and. Müssen wi also in de F age nach dem Gegens and
de Wi scha sphilosophie esignie en?
Eine Möglichkei , den Gegens and de Philosophie zu inden, be-
s eh noch. Es gib auch objek i I eales, d. h. Seiendes, das nich
du ch unse e Vo s ellungsk a e zeug , nich e unden ode kons u-
ie is , sonde n seinen Bes and in sich/selbs ha . Solche i eale, be-
wuß seins anszenden e Gegens ände sind Zahlen und Zahlen e häl -
nisse, geome ische Raumgebilde und Raum e häl nisse. Diese haben
ih e on unse em subjek i pe sönlichen Denken, Meinen und Wollen
unabhängige, eigene, objek i e Gese zlichkei .
P
1
a o n mein e, niemand dü e sich einen Philosophen nennen,
de nich Ve s ändnis ü Geome ie habe. Allein, so nahe Pia on auch
die Nachba scha zwischen Geome ie bzw. Ma hema ik und Philo-
sophie wähn e, hiel e doch nich eines ü das ande e.
Das Beispiel de Ma hema ik zeig jedoch, daß Sein und Wi klich-
kei un e schieden we den müssen. Is Seiendes abe nu o mal? Gib
es nich auch ein inhal lich so ode so bescha enes, wesen liches Sein?
Was heiß indes wesen liches Sein?
Das Wesen eines ealen Gegens andes is sein eales Bildungsgese z,
de G und seine Daseinsbes immung. In diesem Sinne ag de Volks-
wi scha le nach dem Wesen de Volkswi scha , de Be iebswi -
scha le nach dem Wesen des Wi scha sbe iebes sowie de inne - und
auße be ieblichen Zusammenhänge. Die F age nach dem Wesen kann
sich jedoch auch au dasjenige Sein beziehen, wodu ch Daseiendes e s
Sinn und Bedeu ung e häl .
Die his o ischen Sp achen z. B. sind eale Gebilde, e klä ba und
e s ehba aus dem gesellscha lichen Mi eilungsbedü nis und de
seelisch-geis igen Ges al ungsmach de Völke . Sp achphysiologie,
Sp achgeog aphie, Sp achgeschich e, Sp achsoziologie, Sp achpsycho-
logie bemühen sich um den Au weis de mannig al igen ealen Be-
dingungen diese bedeu ungs ollen Gebilde. Wiewei abe auch die
Realp obleme e o sch we den mögen, eine F age bleib : Was is das
Wesen de Sp ache selbs ? Was is Sp ache übe haup ?
Das Wo „übe haup " ha hie nich den Sinn on allgemein ode
insgesam ode den Sinn eine S eige ung (wie z. B. in de Redewendung
„übe haup wunde ba "), sonde n on übe g ei end und „umg ei end"
(das Haup übe g ei end und somi das Ganze umg ei end). Das Übe -
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6 He be Schack [134
g ei ende is abe zugleich du chg ei endes, wesenha es Sein. So is
Sp ache übe haup das alle Sp achen umg ei ende, du chg ei ende
Wesen de Sp ache.
De Gegens and de Philosophie als G undwissenscha is wesen -
liches Sein und, sowei es sich um we hal ige Gegens ände handel ,
wesen liche We . Demen sp echend is auch de Gegens and de Wi -
scha sphilosophie zu e s ehen. Die Wi scha sphilosophie ha es nich ,
wie die Fachwissenscha en, mi de indi iduellen Mannig al igkei de
ealen Wi scha sgebilde, Wi scha sp ozesse und Wi scha se eig-
nisse zu un, sonde n mi de Wi scha übe haup .
Wi scha übe haup is de allen wi scha lichen E scheinungen
zu G unde liegende Sinnzusammenhang, die i eale Bedingung, du ch
die sie alle e s wi scha liehe Bedeu ung haben und ohne die sie nich
als „wi scha liche" E scheinungen e s anden we den können. Ha
die Wi scha sphilosophie also Wi scha übe haup zum Gegens and,
so is sie nich nu G undwissenscha , sonde n zugleich auch Wesens-
wissenscha .
2. Die Wi scha se kenn nis
Is Wi scha übe haup de allem Wi scha lichen zug unde
liegende Sinn, so kann diese Sinn nich e s du ch eine meh ode
wenige ausgedehn e Wi scha se ah ung en deck we den. E ah-
ung leh uns wohl wich ige allgemeine und übe eins immende Me k-
male de E ah ungsobjek e kennen. Um abe solche Me kmale inden
zu können, muß die Bedeu ung des Gegens andes selbs schon o weg
e aß sein. Wü de das Ve s ändnis diese Bedeu ung e s im Lau e de
E ah ung en s ehen, müß en ja die e s en Begegnungen mi dem be-
deu ungs ollen Gegens and e s ändnislos ausgehen. Wi d abe die
gegens ändliche Bedeu ung nich gesehen, so ehl jegliche Bezugs-
punk ü die wei e e E ah ung. E ah ung kann sich m. a. W. nu
un e de Vo ause zung bilden, daß die Bedeu ung des E ah ungs-
gegens andes schon im e s en E ah ungsak in ui i e aß wi d.
Das in ui i e Wesens e s ändnis is alle dings seh undeu lich. Die
Philosophie ha die Au gabe, dieses unkla e Ve s ändnis zu e hellen
und den Inhal in seinem Zusammenhang deu lich zum Bewuß sein zu
b ingen.
Können wi in ui i nu e assen, daß Sinn olles, Wesen liches da
is , und kann die In ui ion übe solch u sp üngliches Ve s ändnis nich
hinaus üh en, so is eine Be eiche ung und Ve ie ung de Wesens-
e kenn nis nu au dem Wege übe das S udium de Phänomene mög-
lich. Wesen äuße sich in E scheinung. In olgedessen muß es auch
du ch seine E scheinung e kann we den können. Solche E kenn nis
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135] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 7
is eilich nu eine e mi el e, indi ek e und kann das Wesen selbs
nie so e en, wie es im in ui i en Wesens e s ändnis geschieh . Die
Da s ellung de E scheinungen, in denen Wesen liches zum Ausd ucke
komm , is und bleib dahe eine niemals ganz adäqua e Umsch eibung
des in ui i e aß en Wesens. Allein, die Umsch eibung du ch den Au -
weis de wesen lichen E scheinungen is die einzige Möglichkei , das
u sp üngliche Wesens e s ändnis zu klä en, zu be eiche n und zu e -
ie en. In ui i es und empi isches Ve s ändnis bilden somi einen e -
kenn nisno wendigen Zusammenhang. Das u sp üngliche Wesens e -
s ändnis is die Vo ausse zung alle E ah ungse kenn nis. Indessen
is die E ah ungse kenn nis wiede die Vo ausse zung ü eine Klä-
ung und E hellung des Wesens e s ändnisses.
Ziehen wi nun aus diesen e kenn nis heo e ischen Übe legungen
die Folge ungen ü die Wi scha se kenn nis! Als wi scha ende
Menschen wissen wi in ui i , daß sich mi unse en Ve ich ungen und
Handlungen sowie mi den Ein ich ungen, die wi scha en, ein be-
s imm e Sinn e binde . Dies in ui i e Wissen um Wi scha übe -
haup is jedoch ganz unbes imm und kann nich ohne wei e es kla
zu Bewuß sein geb ach we den. Das u sp üngliche Wi scha s e -
s ändnis kann nu au die Weise eine Klä ung, Be eiche ung und Ve -
ie ung e ah en, daß wi Wi scha s„e scheinungen" au ih e Wesen -
lichkei hin e o schen. Au diese Weise wi d uns zunehmend deu lich,
was Wi scha übe haup is .
Die E scheinung de Wi scha übe haup is nun abe , wie die
E ah ung zeig , äumlich und zei lich in eine unübe sehba e Mannig-
al igkei indi iduelle E scheinungen ausgeb ei e bzw. zei lich aus-
einande gezogen. Die wi scha lichen Fachwissenscha en suchen diese
Mannig al igkei un e bes imm en Gesich spunk en zu o dnen und zu
beg ei en. Die lei enden Gesich spunk e e geben sich aus de E ah-
ungswi klichkei und de hie beobach e en wesen lichen Me kmale.
Die Wi scha sphilosophie be ach e die wi scha lichen E schei-
nungen nich on olkswi scha lichen, be iebswi scha lichen, sozio-
logischen ode sons weichen Gesich spunk en. Dahe is im philosophi-
schen Sinne wesen lich auch nich , was sich als wich ig on einem be-
s imm en Gesich spunk aus zeig . Als wesen lich gil ielmeh das-
jenige in den wi scha lichen E scheinungen, du ch das sie, gleich
welche A , alle e s wi scha liche Bedeu ung e langen. Wie abe
können aus den so manig al igen indi iduellen Wi scha se scheinun-
gen die wesen lichen E scheinungsweisen he ausge unden we den?
S oßen wi bei einem E scheinungskomplex au eine wesen liche
E scheinung, so haben wi das unabweisba e Bewuß sein, den Ke n
des E scheinungskomplexes e aß zu haben. Mi diesem Gewißhei s-
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8 He be Schack [136
ge ühl e binde sich das zwingende logische Bewuß sein, das Ganze
de E scheinung nich ande s denken zu können. Dieses Me kmal de
subjek i en Gewißhei und Denkno wendigkei is zunächs das einzige
K i e ium de Wesense kenn nis. Danach gel en diejenigen wi scha -
lichen E scheinungen als wesen liche Da s ellungsweisen de Wi scha
übe haup , die ü jegliches Wi scha s e s ändnis une läßlich sind.
Die Geschich e de Philosophie zeig alle dings, daß wede das
E idenzge ühl noch das Bewuß sein de subjek i en Denkno wendig-
kei unbeding siche e K i e ien de Wesense kenn nis bilden. Das
E idenzge ühl kann ügen. Auch die Übe zeugung, das Wesen eine
E scheinung im ganzen nu so und nich ande s e s ehen zu können,
kann du ch die En deckung neue wesen liche E scheinungsweisen e -
schü e we den. De philosophische E kenn nisinhal e äh a säch-
lich auch eine Ko ek u ode Be ich igung du ch neue E kenn nisse.
Die Inkong uenz zwischen den aus dem Wesens e s ändnis gezogenen
p ak ischen Folge ungen und dem wi klichen Ve hal en de E schei-
nungen gib den Anlaß zu eine Übe p ü ung de bislang ü wesen -
lich e ach e en E scheinungen. Alle Wi scha z. B. ollzieh sich du ch
Be iebe. Das is eine wi scha liche Wesense kenn nis. Is dami abe
das Wesen de Wi scha übe haup schon aus eichend e s anden?
Nimm man dies an und zieh man hie aus die p ak isch-poli ischen
Folge ungen, so zeigen die sozialen Kollisionen, insbesonde e de Kon-
lik mi den Lebensansp üchen de gesellscha lich e bundenen Wi -
scha smenschen, daß die ein be iebliche Au assung de Wi scha
ande e wesen liche E scheinungs o men unbeach e gelassen ha .
Volls ändige Wesense kenn nis wä e olls ändige E hellung dessen,
was im u sp ünglichen Wesens e s ändnis nu andeu ungsweise e aß
wi d. So be üh en sich U sp ung und Ende de E kenn nis. De K eis
de wi scha lichen Wesense kenn nis unde und schließ sich in dem
Au weis de ü das Wi scha s e s ändnis no wendigen, wesen lichen
Wi scha se scheinungen.
3. Die Wi scha se scheinung
Welches sind nun die E scheinungen, in denen sich Wi scha übe -
haup da s ell , die also ü unse Wi scha s e s ändnis une läßlich
sind? Was sieh de Wi scha le selbs als wesen lich an? Zeig uns
ein Baue seine „Wi scha ", so üh e uns du ch Wohnhaus, Scheune,
Speiche und S allungen, au seine Felde , zeig uns seine Acke ge ä e,
Maschinen und We kzeuge und mach uns mi den mannig al igen
Ve ich ungen inne halb und auße halb des Ho es bekann . Alle Dinge
und Vo gänge, die wi hie wah nehmen, s ehen in bes imm en Be-
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143] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 15
Die objek i e Reali ä des Beda es äuße sich in de ela i en
Eigenmach gegenübe den momen an wechselnden Bedü nissen. Das
Bedü nis zu essen, äuße sich in dem Beda nach eine bes imm en,
auch zei lich geo dne en A und Menge on Nah ungsmi eln. Is
diese Beda einmal ixie , so keh sich das u sp üngliche Abhängig-
kei s e häl nis gegenübe dem Bedü nis um; das Bedü nis o ien ie
sich nun am Beda , z. B. das Nah ungsbedü nis an dem ü einen
bes imm en Zei aum bemessenen Beda nach B o und ande en
Dingen. Die eale Eigenmach des Beda es gegenübe den subjek i -
pe sönlichen Bedü nissen zeig sich auch in de möglichen Ab-
weichung de Rango dnung des Beda es on de Rango dnung de
momen anen Bedü nisse. Die Wich igkei und D inglichkei eines Be-
dü nisses b auch nich auch in eine en sp echenden Beda säuße-
ung zu Gel ung zu kommen, insbesonde e dann nich , wenn de Be-
da eine in seine Gesam o dnung genau übe leg e G öße da s ell .
De Beda is indessen o allem gesellscha liche Beda und als
solche eine Reali ä , die alle pe sönlichen Beda säuße ungen en -
scheidend bes imm . De Einzelne inde , wenn e zum Bewuß sein
seine selbs und seine Umgebung komm , schon eine gesellscha liche
Beda so dnung o , de e seine eigenen Bedü nisse und auch seinen
Beda in de G und ich ung anpassen muß. Sein Beda an Nah ung,
Wohnung, Kleidung usw. wi d dadu ch bes imm , wie man sich in de
Gesellscha sg uppe, de e zugehö , näh , kleide , wohnlich ein-
ich e usw.
Die objek i e Wi klichkei des Beda es bekunde sich schließlich
in einem eigen ümlichen Ve weisungszusammenhang. De Beda an
bes imm en Gü e n üh einen Beda diese Gü e selbs he au . De
Beda nach einem Fah zeug, z. B. einem Au o, zieh zwangsläu ig eine
Ke e on Sachbeda hin e sich he , so den Beda an T eibs o , Öl,
Repa a u en, Ve siche ungen, Ga age usw. Diese zwangsläu ige Be-
da s e weisung zeig besonde s deu lich den Un e schied zwischen
Bedü nis und Beda . De Beda nach eine gewissen A und Menge
on Geb auchsgü e n kann sich du ch diesen Ve weisungszusammen-
hang zu eine das pe sönliche und gesellscha liche Leben bed ohlich
belas enden G öße en wickeln.
Die du ch den Beda ange o de en Gü e müssen i gendwie e -
ügba gemach we den. Das Ve ügba machen on Gü e n ü den
gesellscha lichen Beda bilde das Wesen de gesellscha lichen
A bei swi klichkei . Auch in diese Wi klichkei lieg die
Tendenz zu objek i e Eigenmach . Jede, auch die pe sönlichs e A bei ,
s ell sich als eine Reihe on Ve ich ungen und Ve ah ensweisen da ,
de en A und Ano dnung du ch den A bei szweck, die A bei smi el
und die A bei s e häl nisse bes imm we den. Soll die A bei ih en
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16 He be Schack [144
Zweck e üllen, soll die na ü liche Knapphei de Gü e übe wunden
we den und de Gü e e ag den Beda decken, so müssen die A bei s-
leis ungen und A bei smi el zwecken sp echend kombinie und auch
die en sp echenden Ein ich ungen gescha en we den. Dies alles kann
abe augenscheinlich nu im Rahmen und un e dem Ein luß de objek-
i en gesellscha lichen A bei s e häl nisse e olgen. Wie de einzelne
mi seinem Beda de gesellscha lichen Beda so dnung einge üg is ,
so is e auch mi seine A bei sleis ung in einen on seinem pe sön-
lichen Wollen und Wünschen wesen lich unabhängigen gesellscha -
lichen A bei szusammenhang ges ell . Will ode soll e wi scha lich
ä ig sein, muß e sich diesen Ve häl nissen anpassen und seine A bei
so ableis en, wie es gesellscha lich no wendig is . Dahe ha Ma x
du chaus ech : die Menschen p oduzie en nu , „indem sie au eine
bes imm e Weise zusammenwi ken . . . Um zu p oduzie en, e en sie
in bes imm e Beziehungen und Ve häl nisse zueinande , und nu inne -
halb diese gesellscha lichen Beziehungen und Ve häl nisse inde ih e
Einwi kung au die Na u , inde die P oduk ion s a ".
Die ha e Reali ä de Wi scha mach sich ni gendwo so s a k
gel end wie in de gesellscha lichen A bei swi klichkei . De „s umme
Zwang de A bei s e häl nisse" wi k sich um so nachd ückliche aus,
je meh A bei sleis ungen und sachliche Mi el ü die Be ei s ellung
on Gü e n kombinie we den müssen und je a ionelle diese Ein-
sa z e olg .
Auch die Mi el s ehen in einem objek i en Ve weisungszusammen-
hang. Denn es gib kein wi scha liches Mi el, das ohne Einsa z ande-
e Mi el bescha we den kann. Nun is die A bei abe um so
e giebige — jeden alls bis zu eine bes imm en G enze —, je wei e
sie im Einsa z on Mi eln auszuholen e mag. In dem Maße abe , wie
ein Mi el das ande e und dieses wiede wei e e Mi el beding , wächs
auch die Ke e de A bei s e ich ungen. Die gesellscha liche A bei s-
eilung mach es eilich möglich, die zei lich einande olgenden
We k e ich ungen au den einzelnen P oduk ionss u en gleichzei ig
nebeneinande du chzu üh en. Die A bei sp oduk i i ä wi d dadu ch
zwa un e häl nismäßig ges eige , die indi iduell-pe sönliche A bei s-
leis ung abe zu eine spezialisie en Leis ungs unk ion de o mie . Mi
de Spezialisie ung de A bei sleis ung abe wächs die pe sönliche
Abhängigkei on dem au ge eil en A bei sp ozeß und dem gesell-
scha lichen A bei se zeugnis.
Die du ch die gesellscha liche A bei in Ve bindung mi den
Na u leis ungen he o geb ach en E zeugnisse bilden somi imme eine
de indi iduell-pe sönlichen Wi kungsmach meh ode wenige en -
hobene Gü e wel , zu welche de einzelne nu ein sachliches Ve häl -
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145] G undp obleme de Wi scha sphiiosophie 17
nis haben kann. Gleiche A is das Ve häl nis zu den mi ihm in den
A bei sp ozeß eingespann en Menschen. Sachliche Ve ich ungen, wie
sie nun einmal du ch die sachno wendige A bei ge o de we den,
schließen ein pe sönliches Ve häl nis zu Menschen und Dingen aus. In
de A bei lieg also in de Ta ein Zug de Lebensen emdung, wie
auch schon Ma x ich ig e kann ha . Die U sache solche En emdung
is indessen nich das „P i a eigen um". Die sachlichen Fo de ungen,
die die A bei an den Menschen s ell , sind nich an bes imm e, ins i u-
ionelle A bei s e häl nisse gebunden, sonde n e geben sich aus dem
Wesen de A bei als eines Zusammenhanges sachlich bes imm e Ve -
ich ungen.
Die ökonomische Ve wendung de A bei sleis ungen und A bei s-
mi el ha einen objek i en We e gleich zu Vo ausse zung. Auch in
eine „geschlossenen Hauswi scha " können die Gü e nich wahllos
p oduzie und e wende we den. Selbs de ein achs e Wi scha s-
o gang beding eine We ung de Gü e , um die es hie bei zu un is .
Kann de einzelne abe diesen We nach Belieben bes immen? De
wi scha liche We zeig sich e häl nismäßig unabhängig on de
indi iduell-pe sönlichen We ung; denn die unmi elba en Be-
s immungsg ünde liegen in objek i en Ve häl nissen. Wi scha lich
we oll is ein Gu , so e n Beda danach bes eh ; so e n es im Ve -
häl nis zu diesem Beda knapp is ; so e n zu Übe windung diese
Knapphei Au wendungen e o de lich sind. Die wi scha lichen
We e häl nisse können sich in olgedessen nu ände n, wenn diese
objek i en Bedingungen eine Ände ung e ah en. Nun haben wi abe
gesehen, daß sowohl de Beda szusammenhang wie die gesellscha -
liche A bei swi klichkei eine om Wollen und Wünschen des einzelnen
ela i unabhängige objek i e Reali ä da s ellen. Dahe is auch die
wi scha liche We wel , die diese beiden Komponen en zu Vo aus-
se zung ha , eine de indi iduell-pe sönlichen We ungsphä e ela i
en hobene Wi klichkei . Sowie de einzelne zum Bewuß sein seine
selbs und seine Umwel komm , inde e auch schon gesellscha liche
We e häl nisse o , die sein eigenes We en maßgebend bes immen.
Ein wi klich objek i e We e gleich is eilich ohne die wechsel-
sei ige Beziehung de Gü e au ein allgemein we olles Gu nich
möglich. Da nun de wi scha liche We eines Gu es imme nu im
Ve häl nis zu ande en Gü e n bes imm we den kann, so üh die No -
wendigkei eine genauen We bes immung zu de Bewe ung de
Gü e nach einem allgemeinen, quan i a i bes immba en Gu . Das
beweglichs e, auswechselba s e, liquides e Gu wi d Geld genann . Die
Ane kennung objek i e , in Geld ausd ückba e We e häl nisse
zwing den Menschen, sich selbs bzw. seine Leis ung in die Masse
Schmolle s Jah buch LXXI, 2 2
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18 He be Schack [146
geldwe e Dinge einzu eihen. E , de We ende, wi d We objek . Is
das Geld bzw. de Gelde ag de zen ale Bezugspunk alle wi -
scha lichen Beziehungen, so müssen auch alle quali a i en We e ih en
Geldwe haben. Die Tendenz zu En pe sönlichung, Ve sachlichung
und schließlich En menschlichung zeig sich also auch in de wi -
scha lichen We wel . Wi scha liche We e häl nisse sind nun ein-
mal sachliche Ve häl nisse, die zu quan i a i e , mengen- und zahlen-
mäßige Bes immung d ängen.
Wi scha übe haup e wi klich sich, wie wi nun zusammen-
assend sagen können, in eine objek i en Beda s-, A bei s- und We -
wi klichkei . Die diese ökonomische Teilbe eiche umschließende Ganz-
hei is die Wi scha so dnung. Sie is die objek i e, den Sinn
de Wi scha übe haup ealisie ende Daseinsbedingung. Auch die
p imi i s e Wi scha seinhei is nu als eine O dnung da, in de sich
die O dnung des Beda es, die O dnung de A bei smi el, A bei s-
e häl nisse und A bei s e ich ungen und die Rango dnung de We e
zu eine Gesam o dnung ügen.
Das g öß e Gewich in diesem O dnungsganzen lieg bei de A bei s-
wi klichkei . Dahe is es nich abwegig, die Wi scha so dnung aus
den gesellscha lichen P oduk i k ä en und P oduk ions e häl nissen
zu beg ei en. En sp echend wü de die Wi scha sgeschich e als eine
Geschich e de P oduk i k ä e, de P oduk ionsins umen e, de
P oduk ions e häl nisse zu e s ehen sein. Engels behaup e e soga :
„Die En wicklungsgeschich e de A bei is de Schlüssel zum Ve -
s ändnis de gesam en Geschich e de Menschhei .44 Das is indessen
meh als eine Übe eibung. Eine En wicklungsgeschich e de A bei
is nich einmal die Wi scha sgeschich e, geschweige denn die ganze
Kul u geschich e.
Die on ologisch en scheidende F age is : Äuße sich das
wi scha liche Dasein nu in eine objek i en
O dnung s Wi klichkei ? Is dies de Fall, dann is alle dings
die au den gesellscha lichen Beda ausge ich e e A bei swi klichkei
die eigen liche ökonomische Basis. A bei is geo dne e We k e ich-
ung. Die a io komm hie oll und ganz zu Gel ung. De Zweck
bes imm die Mi el, abe die A de Mi el beein luß wiede die Wahl
de Zwecke. In diesem Mi el-Zweck-Zusammenhang, ob e nun au
eine Koo dina ion ode eine Subo dina ion de Leis ungen be uhe,
sch eib jedem pe sönlichen und sachlichen Wi kungselemen seine
Posi ion und Funk ion o . Die Wi scha als eine O dnungswi klich-
kei beg ei en, heiß dahe , sie als einen objek i - ealen, unk ionellen
Zusammenhang e s ehen. Hie bleib dem Wi scha smenschen nich s
ande es, als das du ch die Si ua ion gebo ene No wendige zu un. Seine
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147] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 19
einzige F eihei is die, die no wendigen Folge ungen „bewuß " ziehen,
sich also a ionell e hal en zu können.
Is Wi scha übe haup nu als eine objek i e O dnungswi klich-
kei da, so hä e de ökonomische Ma e ialismus ech . Zu
Rech bes ünde auch die mi ihm eng e bundene a ionalis ische
Wi scha sau assung. De ökonomische Ra ionalismus is die ein ache
Konsequenz de o dnungswi scha lichen Be ach ungsweise. We
o dnungswi scha lich denk , is sinno wendig Ra ionalis . Nach ma e-
ialis ische Au assung is die na ü liche und gesellscha liche Wi k-
lichkei denn auch ein a ional du chsich ige , gese zmäßig bes imm e
Zusammenhang. Es gib in de Wel , e klä S alin in seine Sch i
„Übe dialek ischen und his o ischen Ma e ialismus", „keine une kenn-
ba en Dinge", sonde n „bloß Dinge, die noch nich e kann sind und
diese we den du ch die K a de Wissenscha und de P axis au ge-
deck und e kann we den". De Zusammenhang de E scheinungen
zeig — in diese Sich komm die dialek ische-ma e ialis ische Au -
assung zum Ausd uck — eine nega i e und posi i e Sei e bzw. pola e
Gegensä ze und Wide sp üche. Abe de Kamp de Gegensä ze lieg
in de Linie de Zweckmäßigkei und Zweckno wendigkei . De Kamp
zwischen Al em und Neuem, zwischen Abs e bendem und sich En -
wickelndem ende no wendig mi dem Siege de neuen O dnung.
De a ionale, dialek ische Ma e ialismus s eh und äll mi de
F age, ob sich Wi scha übe haup nu in eine objek i en O dnungs-
wi klichkei ealisie . Diese F age is zu e neinen. Denn die O dnung
selbs , sei es die Rango dnung des Beda es ode de ökonomischen
We e ode die O dnung eine einzelnen A bei s e ich ung, muß
i gendwie gese z ode gescha en we den. Die Au nahme eine A bei ,
ob aus eien S ücken un e nommen ode be ohlen, ha imme eine
En scheidung zu Vo ausse zung. Selbs eine bloß mechanische A bei s-
e ich ung e o de , um sie übe haup zu un e nehmen, eine En -
scheidung in diese Rich ung. Soll abe soga ein op imale E olg e -
ziel we den, so gehö hie zu meh als eine mechanische Ein ügung in
den A bei sp ozeß. Das Bes e un, is meh als das No wendige un.
Das Bes e un kann nu de jenige, de sich aus eiem Willen ü seine
Au gabe einse z .
Die ma xis isch-leninis ische Bewegung e i , ih e ma e iali-
s isch- a ionalis ischen Gesellscha s- und Wi scha sau assung zu-
olge, einen on ologischen De e minismus. Die These on Ma x gil
als une schü e lich: „Es is nich das Bewuß sein de Menschen, das
ih Sein, sonde n umgekeh ih gesellscha liches Sein, das ih Be-
wuß sein bes imm ." Wenn nun auch spä e Engels, dann Lenin
und neue dings S alin den bedeu enden Ein luß de gesellscha -
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20 He be Schack [148
liehen Ideen ane kennen, so zwei eln sie doch nich im ge ings en, daß
sich die Denkweise de Menschen no wendig aus ih e P oduk ions-
weise e gib . Ve ände ungen im A bei sbewuß sein e olgen im An-
schluß an Ve ände ungen de A bei s e häl nisse. So muß sich mi dem
Gemeineigen um an P oduk ionsmi eln auch ein neues Gemeinscha s-
bewuß sein en wickeln.
Wa um abe appellie die ma xis ische Bewegung dann an den
eien Willen de We k ä igen und ih e olu ionä es P lich ge ühl?
De A bei e soll pe sönlichen An eil an A bei und We k nehmen und
sich zu Leis ungen au schwingen, die in dem G ade und Maße ma e iell
nich e gol en we den können. Man will, daß de einzelne nich nu
unk ionie , sonde n daß e sich oll und ganz ü seine Sache ein-
se z . In diese Tak ik lieg das Einges ändnis, daß die Wi scha
meh als ein gesellscha liches Funk ionssys em is
und de einzelne meh als ein sachlich und unpe sönlich wi kende
Funk ionä . Ma xis ische Philosophie und ma xis ische P axis s ehen
in ekla en em Wide sp uch zueinande . Die Philosophie leh die
De e minie hei des Wi scha sbewuß seins du ch die objek i en
Ve häl nisse, die P axis abe nimm die pe sönliche Willens eihei als
selbs e s ändlich an.
Lenin ha e 1917 iele Möglichkei en eine neuen S aa s- und
Wi scha sges al ung o sich. E en schied sich ü das Sowje sys em,
des dem P ole a ia die He scha siche e und ihm die Möglichkei
gab, die bes ehende Wi scha so dnung zu liquidie en. So is de p ole-
a ische Sowje s aa o de Ände ung de ökonomischen P oduk i -
k ä e und de „ökonomischen Basis" en s anden. Die ussische Re olu-
ion wa , wie S alin in seine le z en Sch i „Ma xismus und Sp ach-
wissenscha " (Gospoli isda , 1950) selbs e klä , „eine Umwälzung
au Be eiben de S aa sgewal mi Un e s ü zung de g oßen Masse
de Baue nscha ", also „eine Re olu ion on oben". Die p ole a ische
S aa sg ündung wa eine schöp e ische Ta und keine A bei sleis ung.
Weil abe die ussische Re olu ion nich aus dem Zusammenhang de
P oduk i k ä e und P oduk ions e häl nisse zwangsläu ig he o ging,
wa sie auch kein o aussehba es und nach A und Wi kung im o aus
be echenba es E eignis. Nich nu die sowje ische All agsp axis mi
ih en das Sowje olk „zu schöp e ische Tä igkei " au u enden
Ak ionen s eh somi im Wide sp uch zu de eise n es gehal enen
dialek isch-ma e ialis ischen Dok in, sonde n die ganze S aa s- und
Wi scha sges al ung selbs . Die P axis desa ouie die Theo ie. Da
nun ge ade nach de ma xis ischen Leh meinung die P axis übe
Rich igkei und Wah hei eine E kenn nis en scheide , so müß e die
ma e ialis isch- a ionalis ische In e p e a ion de Wi scha swi klich-
kei als unzu eichend und alsch e wo en we den.
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149] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 21
Das ökonomische Dasein äuße sich also, wie wi sehen, nich nu
in eine objek i en O dnungswi klichkei , sonde n auch — und zwa
u sp ünglich — in eine subjek i e n Reali ä on En schei-
dungen und Handlungen. Die O dnungswi klichkei wi d
on eine Ges al ungswi klichkei ge agen. Ges al-
en is meh als ein ich en, e ich en, a bei en. Die Beg ündung eine
Wi scha so dnung, abe auch die Einlei ung jede wi scha lichen
Ak ions eihe, jede wi scha liche Un e nehmung, is wesen lich
Ges al ung.
Die pe sönlichen und gesellscha lichen Willensen scheidungen sind
eilich wei gehend abhängig on objek i - ealen Ve häl nissen. Inso-
wei ha de ökonomische Ma e ialismus ech . De wi scha ende
Mensch is a sächlich in eine objek i e O dnungswi klichkei einge-
üg , in de ihm wenig Spiel aum ü pe sönliche En scheidungen
bleib . Ähnlich ge ing is de Spiel aum ü die En scheidungen eine
gesellscha lichen G uppe. Mag diese Spiel aum abe auch noch so
unbedeu end scheinen, e is da und e weis sich doch als bedeu end
genug, um O dnungen ände n und neue O dnungen scha en zu können.
Die En scheidung ü eine neue O dnung ha die Ane kennung
ih e Höhe we igkei zu Vo ausse zung. Welche We e liegen solchen
En scheidungen zug unde? Au G und welche We e ges al e sich
Wi scha übe haup ? Die Un e suchung diese F age üh übe den
on ologischen P oblemk eis hinaus. De Au weis de We e, die die
Wi scha sges al ung bes immen, is das G undanliegen de Axiologie
de Wi scha , de Wi scha s e hik.
Ehe wi uns jedoch mi diesen, das Sys em de Wi schas philoso-
phie abschließenden P oblemen be assen, muß eine F age geklä
we den, die sich schon im Hin e g unde de le z en E ö e ungen ge-
zeig ha . Wi scha so dnung und Wi scha sges al ung sind die
beiden deu lich un e scheidba en, mi einande eng e bundenen öko-
nomischen G undwi klichkei en. Die subjek i e Ges al ungswi klich-
kei is die Basis de objek i en O dnungswi klichkei , und zwa in
dem gleichen Sinne, wie die Handlung die Basis de A bei und die Ta
die Basis des Tuns und de Ve ich ungen is . Wie is nun abe solche
O dnungs- und Ges al ungswi klichkei möglich? Welches is ih e Be-
dingung? Wi meinen nich die oben gekennzeichne en äuße en Real-
bedingungen „Gesellscha " und „Na u ", abe auch nich die inne en,
wesen lichen Bedingungen in de A on „Ideen", nach denen sich
Wi scha übe haup ges al e und somi im G unde auch o dne . In
F age s eh ielmeh zunächs die o male Bedingung wi scha lichen
O dnens und Ges al ens. In welche Fo m ealisie sich Wi scha
übe haup ? Diese Fo m-F age is das G undp oblem de Mo pholo-
gie de Wi scha . (Fo se zung olg )
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