scieee Open visual document viewer

Grundprobleme der Wirtschaftsphilosophie

Schack, Herbert

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Full text

Schack, He be A icle G undp obleme de Wi scha sphilosophie Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Schack, He be (1951) : G undp obleme de Wi scha sphilosophie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 71, Iss. 2, pp. 1-21, h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290720 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ 129] 1 G undp obleme de Wi scha sphilosophie Von He be Schack, Be lin Inhal s e zeichnis:!. De Gegens and de Wi scha sphilosophie. — 2. Die Wi scha s- e kenn nis. — 3. Die Wi scha se scheinimg. — 4. Das Wi scha sdasein. — 5, Die Wi scha s o m. — 6. Die Wi scha sges al ung. 1. De Gegens and de Wi scha sphilosophie Das Wo „Wi scha sphilosophie" begegne bei P ak ike n in de Regel e wunde em Kop schü eln. Philosophie, so mein man, habe nich s mi p ak ischen Dingen zu un. Sie be asse sich mi F agen all- gemeins e Na u und habe keinen Kon ak mi konk e en P oblemen. Die Philosophen e ich e en zwa himmels ü mende Gedankenbau en, däch en abe nich an de en Zugänglichkei . Zugänglich seien solche Kuns bau en nu ü die Wenigen, die in de dünnen Höhenlu ab- s ak e Ideen a men können. Wä e die Philosophie eine d a abs ak e Wissenscha , dann könn e sie alle dings auch keine Beziehung zu Wi scha haben. Denn diese is ja ge ade ein Lebensbe eich on unmi elba p ak ische Bedeu ung. Hie ha , so möch e es scheinen, ausschließlich de P ak- ike das Wo . Die wi scha lichen Zusammenhänge sind jedoch so mannig al ig, ausgedehn und komplizie , daß sie allein on de P axis aus schwe übe sehba und beg ei ba sind. Dahe is man sich auch in de P axis du chaus de Bedeu ung eine „Wissenscha " on de Wi - scha bewuß . Man be ach e die Wi scha swissenscha als unen - beh liche G undlage ü eine objek i e Beu eilung und dami als un- e läßliche Vo ausse zung ü eine a ionelle Wi scha s üh ung und planmäßig be iebene Wi scha spoli ik. Das Bekenn nis zu Wi scha swissenscha schließ jedoch nich auch ein solches zu eine „Philosophie" de Wi scha mi ein. Wie könne es eine „philosophische" Wi scha sbe ach ung geben! Die Wi scha swissenscha sei au G und ih e p ak ischen Eins ellung zu den wi scha lichen Dingen und Vo gängen be ähig , sich auch mi P oblemen des p imi i s en Handelsgeschä es zu be assen. Die Philo- Schmolle s Jah buch LXXI, 2 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 2 He be Sdiack [130 sophie abe suche ih e Gegens ände e nab on All agsdingen und All agsso gen. Im äglichen Leben begegne uns jedoch auch eine ande e Au - assung on Philosophie. De Volksmund nenn einen Philosophen, we o enba selbs e s ändliche Dinge ü keineswegs selbs e - s ändlich ansieh , sie ielmeh du chaus agwü dig inde und sie zum Anlaß nimm , zu g übeln und zu o schen. Solche Deu ung philo- sophische Hal ung deck sich mi al e philosophische T adi ion. In Pia ons Dialog „Theä e " sag Sok a es, de Philosoph sei du ch eine besonde e Gemü s e assung gekennzeichne , nämlich das „Sichwunde n". Ve wunde ung ode S aunen sei de An ang alles Philosophie ens. Gemein is hie das S aunen übe die F agwü dig- kei des augenscheinlich Selbs e s ändlichen. Jede nachdenkende Mensch ge ä in E s aunen, wenn Selbs e s ändliches sich plö zlich als agwü dig e weis . Selbs e s ändlich is uns die Sp ache, die wi sp echen; die A bei , die wi un; die Wi klichkei , in de wi leben. Wissen wi jedoch ohne wei e es, was Sp ache, was A bei , was Wi k- lichkei eigen lich is ? S ellen wi uns einmal diese F age, so e kennen wi mi Ve wunde ung, daß ge ade in den ü selbs e s ändlich e - ach e en Dingen und Vo gängen die wesen lichen, den Ke n unse es Lebens be üh enden P obleme liegen. Die du ch solche Ve wunde ung he o ge u ene geis ige Bewegung g undsä zlichen F agens und Fo - schens cha ak e isie in de Ta die inne e Hal ung des Philosophen. „Ein Philosophus uhe nich , e habe denn das Zen um eines Dinges" (Jakob Böhme). Von diese Sei e gesehen, wi d eine Philosophie de Wi scha disku ie ba . Geben all ägliche Dinge Anlaß zu philosophische Be- sinnung, so kann es auch die Wi scha un, die zu unse em All ags- leben gehö . Wi scha sphilosophie wä e danach das S eben nach eine de Wi scha au den G und gehenden E kenn nis. Doch was heiß , die Wi scha aus dem G unde e kennen? Is solche E kenn nis nich auch das Ziel de wi scha lichen Fachwissenscha en? Wi scha gib es nu in ealen, äum- und zei gebundenen Komplexen und Vo gängen. In olgedessen müß e wohl auch die öko- nomische G undwissenscha au die E kenn nis eale Bedingungen ge ich e sein. Ha die Wi scha sphilosophie abe in diese Be- ziehung eine Chance? O enba nich . Denn die wi scha lichen Fach- wissenscha en bemühen sich be ei s um den Au weis de inne - und auße wi scha lichen, allgemeinen und speziellen Realbedingungen. Die empi ische Wi scha s heo ie analysie die inne wi scha - lichen Zusammenhänge und such sie aus elemen a en Fak o en und Beziehungen zu e klä en. Um die wi scha lichen Komplexe und Vo - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 131] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 3 gänge als ein eigena iges E kenn nisobjek zu e assen ode das Nu wi scha liche aus den umg ei enden gesellscha lichen und son- s igen Bindungen gedanklich zu lösen, dazu bedu e es eines hohen G ades isolie ende und abs ahie ende Vo s ellungsk a . Diese geis ige Leis ung is mi dem Namen anzösische und englische Philosophen des 18. Jah hunde s e bunden. Adam Smi h o allem ha die Wi scha in ih em eigenen objek i en Zusammenhang so deu lich assen und da s ellen könneh, daß e als de eigen liche Beg ünde de Wi scha swissenscha , insonde hei d^ empi ischen Wi scha s heo ie gil . Die Theo ie is zwa de philosophischen Be- schä igung mi dem na ü lichen und gesellscha lichen Leben en - sp ungen; doch deswegen be ach e sie sich selbs keineswegs als Philo- sophie. Das Gleiche gil on den wi scha lichen Fachwissenscha en, die sich de E o schung de auße wi scha lichen gesellscha lichen, ge- schich lich kul u ellen und sons igen Bedingungen widmen. Audi bei de En wicklung diese Disziplinen sind philosophische Impulse wi k- sam gewesen. Allein alle Wissenscha en diese A , on de Wi - scha sgeog aphie bis zu Wi scha ssoziologie und -psychologie, sind selbs ändige Disziplinen gewo den, die sich eigenwillig on de Philo- sophie abg enzen. Die Abg enzung de Fachwissenscha en gegenübe de Wi - scha sphilosophie e olg un e Hinweis au das on ihnen in Ansp uch genommene eale E kenn nisobjek . Sie wollen die a sächlichen und wi klichen, jeden alls imme ealen Bedingungen de wi scha lichen E scheinungen au weisen. De Philosophie wi d diese Beziehung au Reales, Ta sächliches, Wi kliches abgesp ochen. Wie kann abe die Wi scha sphilosophie eine G undwissenscha on de Wi scha sein, wenn sie es nich mi de E o schung de ealen Bedingungen des Wi scha slebens zu un ha ? Is denn nich alle Wi scha eal? Ode gib es auch I eales in de Wi scha ? I eal is zunächs ein Gegens and, de nu in unse e Vo - s ellung exis ie , in Wi klichkei abe nich ode jeden alls nich so, wie wi ihn uns denken, da is . Ha es jedoch wissenscha lichen Sinn, sich eine Wi scha nu o zus ellen, sich also mi eine bloß gedach- en Wi scha zu beschä igen? Du chaus! Wissenscha en, de en Gegens ände seh komplizie sind ode sich wegen de G obkö nig- kei de P ü ungsme hode eine exak en Beobach ung en ziehen, nehmen o ih e Zu luch zu e ein ach en Vo s ellungen. So e äh z. B. die Physik, wenn sie sich ein „Wellenbild" mach , dessen Be- s and eile nach Si James Jean „gänzlich geis ige Kons uk ion" sind. Auch die Wi scha swel is so komplizie und mannig al ig 1* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 4 He be Schack [132 beding , daß die ii ih e S uk u und En wicklung en scheidenden Fak o en nu du ch beg i liche Eliminie ung exak ge aß und in den Konsequenzen ih e Wi ksamkei gedanklich e olg we den können. Diese Gedankengebilde haben die Bedeu ung es e Bezugspunk e ii die Lagebes immung de ealen Dinge und Vo gänge. In diesem Sinne kann z. B. de Beg i des unbeding a ionell denkenden, we - enden, handelnden Wi scha smenschen, des homo oeconomicus, gleichsam als ein Koo dina en-U sp ungspunk gel en. Solche Gedan- kenmodelle en sp echen gewiß nich den ealen wi scha lichen Ve - häl nissen. Sollen sie indes wissenscha liche und p ak ische Bedeu ung haben, so müssen sie doch wesen liche eale Me kmale ode G und- züge wenigs ens andeu ungsweise in de Vo s ellung ode im Beg i wiede geben. Die eine Theo ie, wie solche Wissenscha genann wi d, kann sich dahe nu im Anschluß an die E ah ungse kenn nis en - wickeln und muß mi diese in s ändigem Kon ak bleiben. Das heo- e ische Gedankenmodell gib dem Empi ike den ü seine Fo schung no wendigen Rich punk ; man weiß nun, wo au es ankomm und kann sich übe dies eindeu ige und kla e Beg i e bedienen. Die wenn auch nu andeu ungsweise o handene Beziehung de einen Theo ie zu Reali ä de Wi scha is G und genug, diese Disziplin eben alls den Realwissenscha en zuzu echnen. In olgedessen zieh auch die eine Wi scha s heo ie einen scha en T ennungss ich zwischen sich und de Wi scha sphilosophie. Die Philosophie selbs ha eilich o mi dem Gedanken gespiel , die on den Einzelwissenscha en gewonnenen E kenn nisse in eine heo e ischen Kons uk ion so zusammenzu assen, daß sich wenigs ens andeu ungsweise das Wesen de Wel e kennen läß . Die Philosophie, mein e z. B. Wilhelm Wund , üh die A bei de Wissenscha en wei e und gib ih en allgemeinen E kenn nissen „die endgül ige sys e- ma ische O dnung46. Kann abe die Philosophie a sächlich solch eine „allgemeine Wissenscha " sein, „welche die du ch die Einzelwissen- scha en e mi el en allgemeinen E kenn nisse zu einem wide sp uchs- losen Sys em zu e einigen ha "? Sie wü de mangels hin eichende Sach- und Fachkenn nisse imme Ge ah lau en, on den Realwissenscha en übe hol zu we den. Die Geschich e de Philosophie gib zahl eiche wa nende Beispiele eine die siche e E ah ungse kenn nis wei übe - liegenden geis igen Spekula ion und ge adezu e s iegenen gedank- lichen Kons uk ion. Nach alledem schein es, als könne die Wi scha sphilosophie ga keinen Gegens and ü sich beansp uchen. Sie ha wohl hie ode da den G unds ein zu einem wissenscha lichen Gebäude geleg , dann abe bald den Baupla z an selbs ändige Fachwissenscha en ab e en müssen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 133] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 5 Diese haben sich do es angesiedel , sich o kaum noch dessen be- wuß , daß die Philosophie ihnen den Boden be ei e ha . Eines s eh es : eine Realwissenscha is die Philosophie bzw. die Wi scha sphilosophie nich . Nun sehen wi abe , auch I eales im Sinne des Unwi klichen, gedanklich Kons uie en is kein philosophi- sche Gegens and. Müssen wi also in de F age nach dem Gegens and de Wi scha sphilosophie esignie en? Eine Möglichkei , den Gegens and de Philosophie zu inden, be- s eh noch. Es gib auch objek i I eales, d. h. Seiendes, das nich du ch unse e Vo s ellungsk a e zeug , nich e unden ode kons u- ie is , sonde n seinen Bes and in sich/selbs ha . Solche i eale, be- wuß seins anszenden e Gegens ände sind Zahlen und Zahlen e häl - nisse, geome ische Raumgebilde und Raum e häl nisse. Diese haben ih e on unse em subjek i pe sönlichen Denken, Meinen und Wollen unabhängige, eigene, objek i e Gese zlichkei . P 1 a o n mein e, niemand dü e sich einen Philosophen nennen, de nich Ve s ändnis ü Geome ie habe. Allein, so nahe Pia on auch die Nachba scha zwischen Geome ie bzw. Ma hema ik und Philo- sophie wähn e, hiel e doch nich eines ü das ande e. Das Beispiel de Ma hema ik zeig jedoch, daß Sein und Wi klich- kei un e schieden we den müssen. Is Seiendes abe nu o mal? Gib es nich auch ein inhal lich so ode so bescha enes, wesen liches Sein? Was heiß indes wesen liches Sein? Das Wesen eines ealen Gegens andes is sein eales Bildungsgese z, de G und seine Daseinsbes immung. In diesem Sinne ag de Volks- wi scha le nach dem Wesen de Volkswi scha , de Be iebswi - scha le nach dem Wesen des Wi scha sbe iebes sowie de inne - und auße be ieblichen Zusammenhänge. Die F age nach dem Wesen kann sich jedoch auch au dasjenige Sein beziehen, wodu ch Daseiendes e s Sinn und Bedeu ung e häl . Die his o ischen Sp achen z. B. sind eale Gebilde, e klä ba und e s ehba aus dem gesellscha lichen Mi eilungsbedü nis und de seelisch-geis igen Ges al ungsmach de Völke . Sp achphysiologie, Sp achgeog aphie, Sp achgeschich e, Sp achsoziologie, Sp achpsycho- logie bemühen sich um den Au weis de mannig al igen ealen Be- dingungen diese bedeu ungs ollen Gebilde. Wiewei abe auch die Realp obleme e o sch we den mögen, eine F age bleib : Was is das Wesen de Sp ache selbs ? Was is Sp ache übe haup ? Das Wo „übe haup " ha hie nich den Sinn on allgemein ode insgesam ode den Sinn eine S eige ung (wie z. B. in de Redewendung „übe haup wunde ba "), sonde n on übe g ei end und „umg ei end" (das Haup übe g ei end und somi das Ganze umg ei end). Das Übe - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 6 He be Schack [134 g ei ende is abe zugleich du chg ei endes, wesenha es Sein. So is Sp ache übe haup das alle Sp achen umg ei ende, du chg ei ende Wesen de Sp ache. De Gegens and de Philosophie als G undwissenscha is wesen - liches Sein und, sowei es sich um we hal ige Gegens ände handel , wesen liche We . Demen sp echend is auch de Gegens and de Wi - scha sphilosophie zu e s ehen. Die Wi scha sphilosophie ha es nich , wie die Fachwissenscha en, mi de indi iduellen Mannig al igkei de ealen Wi scha sgebilde, Wi scha sp ozesse und Wi scha se eig- nisse zu un, sonde n mi de Wi scha übe haup . Wi scha übe haup is de allen wi scha lichen E scheinungen zu G unde liegende Sinnzusammenhang, die i eale Bedingung, du ch die sie alle e s wi scha liehe Bedeu ung haben und ohne die sie nich als „wi scha liche" E scheinungen e s anden we den können. Ha die Wi scha sphilosophie also Wi scha übe haup zum Gegens and, so is sie nich nu G undwissenscha , sonde n zugleich auch Wesens- wissenscha . 2. Die Wi scha se kenn nis Is Wi scha übe haup de allem Wi scha lichen zug unde liegende Sinn, so kann diese Sinn nich e s du ch eine meh ode wenige ausgedehn e Wi scha se ah ung en deck we den. E ah- ung leh uns wohl wich ige allgemeine und übe eins immende Me k- male de E ah ungsobjek e kennen. Um abe solche Me kmale inden zu können, muß die Bedeu ung des Gegens andes selbs schon o weg e aß sein. Wü de das Ve s ändnis diese Bedeu ung e s im Lau e de E ah ung en s ehen, müß en ja die e s en Begegnungen mi dem be- deu ungs ollen Gegens and e s ändnislos ausgehen. Wi d abe die gegens ändliche Bedeu ung nich gesehen, so ehl jegliche Bezugs- punk ü die wei e e E ah ung. E ah ung kann sich m. a. W. nu un e de Vo ause zung bilden, daß die Bedeu ung des E ah ungs- gegens andes schon im e s en E ah ungsak in ui i e aß wi d. Das in ui i e Wesens e s ändnis is alle dings seh undeu lich. Die Philosophie ha die Au gabe, dieses unkla e Ve s ändnis zu e hellen und den Inhal in seinem Zusammenhang deu lich zum Bewuß sein zu b ingen. Können wi in ui i nu e assen, daß Sinn olles, Wesen liches da is , und kann die In ui ion übe solch u sp üngliches Ve s ändnis nich hinaus üh en, so is eine Be eiche ung und Ve ie ung de Wesens- e kenn nis nu au dem Wege übe das S udium de Phänomene mög- lich. Wesen äuße sich in E scheinung. In olgedessen muß es auch du ch seine E scheinung e kann we den können. Solche E kenn nis OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 135] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 7 is eilich nu eine e mi el e, indi ek e und kann das Wesen selbs nie so e en, wie es im in ui i en Wesens e s ändnis geschieh . Die Da s ellung de E scheinungen, in denen Wesen liches zum Ausd ucke komm , is und bleib dahe eine niemals ganz adäqua e Umsch eibung des in ui i e aß en Wesens. Allein, die Umsch eibung du ch den Au - weis de wesen lichen E scheinungen is die einzige Möglichkei , das u sp üngliche Wesens e s ändnis zu klä en, zu be eiche n und zu e - ie en. In ui i es und empi isches Ve s ändnis bilden somi einen e - kenn nisno wendigen Zusammenhang. Das u sp üngliche Wesens e - s ändnis is die Vo ausse zung alle E ah ungse kenn nis. Indessen is die E ah ungse kenn nis wiede die Vo ausse zung ü eine Klä- ung und E hellung des Wesens e s ändnisses. Ziehen wi nun aus diesen e kenn nis heo e ischen Übe legungen die Folge ungen ü die Wi scha se kenn nis! Als wi scha ende Menschen wissen wi in ui i , daß sich mi unse en Ve ich ungen und Handlungen sowie mi den Ein ich ungen, die wi scha en, ein be- s imm e Sinn e binde . Dies in ui i e Wissen um Wi scha übe - haup is jedoch ganz unbes imm und kann nich ohne wei e es kla zu Bewuß sein geb ach we den. Das u sp üngliche Wi scha s e - s ändnis kann nu au die Weise eine Klä ung, Be eiche ung und Ve - ie ung e ah en, daß wi Wi scha s„e scheinungen" au ih e Wesen - lichkei hin e o schen. Au diese Weise wi d uns zunehmend deu lich, was Wi scha übe haup is . Die E scheinung de Wi scha übe haup is nun abe , wie die E ah ung zeig , äumlich und zei lich in eine unübe sehba e Mannig- al igkei indi iduelle E scheinungen ausgeb ei e bzw. zei lich aus- einande gezogen. Die wi scha lichen Fachwissenscha en suchen diese Mannig al igkei un e bes imm en Gesich spunk en zu o dnen und zu beg ei en. Die lei enden Gesich spunk e e geben sich aus de E ah- ungswi klichkei und de hie beobach e en wesen lichen Me kmale. Die Wi scha sphilosophie be ach e die wi scha lichen E schei- nungen nich on olkswi scha lichen, be iebswi scha lichen, sozio- logischen ode sons weichen Gesich spunk en. Dahe is im philosophi- schen Sinne wesen lich auch nich , was sich als wich ig on einem be- s imm en Gesich spunk aus zeig . Als wesen lich gil ielmeh das- jenige in den wi scha lichen E scheinungen, du ch das sie, gleich welche A , alle e s wi scha liche Bedeu ung e langen. Wie abe können aus den so manig al igen indi iduellen Wi scha se scheinun- gen die wesen lichen E scheinungsweisen he ausge unden we den? S oßen wi bei einem E scheinungskomplex au eine wesen liche E scheinung, so haben wi das unabweisba e Bewuß sein, den Ke n des E scheinungskomplexes e aß zu haben. Mi diesem Gewißhei s- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 8 He be Schack [136 ge ühl e binde sich das zwingende logische Bewuß sein, das Ganze de E scheinung nich ande s denken zu können. Dieses Me kmal de subjek i en Gewißhei und Denkno wendigkei is zunächs das einzige K i e ium de Wesense kenn nis. Danach gel en diejenigen wi scha - lichen E scheinungen als wesen liche Da s ellungsweisen de Wi scha übe haup , die ü jegliches Wi scha s e s ändnis une läßlich sind. Die Geschich e de Philosophie zeig alle dings, daß wede das E idenzge ühl noch das Bewuß sein de subjek i en Denkno wendig- kei unbeding siche e K i e ien de Wesense kenn nis bilden. Das E idenzge ühl kann ügen. Auch die Übe zeugung, das Wesen eine E scheinung im ganzen nu so und nich ande s e s ehen zu können, kann du ch die En deckung neue wesen liche E scheinungsweisen e - schü e we den. De philosophische E kenn nisinhal e äh a säch- lich auch eine Ko ek u ode Be ich igung du ch neue E kenn nisse. Die Inkong uenz zwischen den aus dem Wesens e s ändnis gezogenen p ak ischen Folge ungen und dem wi klichen Ve hal en de E schei- nungen gib den Anlaß zu eine Übe p ü ung de bislang ü wesen - lich e ach e en E scheinungen. Alle Wi scha z. B. ollzieh sich du ch Be iebe. Das is eine wi scha liche Wesense kenn nis. Is dami abe das Wesen de Wi scha übe haup schon aus eichend e s anden? Nimm man dies an und zieh man hie aus die p ak isch-poli ischen Folge ungen, so zeigen die sozialen Kollisionen, insbesonde e de Kon- lik mi den Lebensansp üchen de gesellscha lich e bundenen Wi - scha smenschen, daß die ein be iebliche Au assung de Wi scha ande e wesen liche E scheinungs o men unbeach e gelassen ha . Volls ändige Wesense kenn nis wä e olls ändige E hellung dessen, was im u sp ünglichen Wesens e s ändnis nu andeu ungsweise e aß wi d. So be üh en sich U sp ung und Ende de E kenn nis. De K eis de wi scha lichen Wesense kenn nis unde und schließ sich in dem Au weis de ü das Wi scha s e s ändnis no wendigen, wesen lichen Wi scha se scheinungen. 3. Die Wi scha se scheinung Welches sind nun die E scheinungen, in denen sich Wi scha übe - haup da s ell , die also ü unse Wi scha s e s ändnis une läßlich sind? Was sieh de Wi scha le selbs als wesen lich an? Zeig uns ein Baue seine „Wi scha ", so üh e uns du ch Wohnhaus, Scheune, Speiche und S allungen, au seine Felde , zeig uns seine Acke ge ä e, Maschinen und We kzeuge und mach uns mi den mannig al igen Ve ich ungen inne halb und auße halb des Ho es bekann . Alle Dinge und Vo gänge, die wi hie wah nehmen, s ehen in bes imm en Be- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 143] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 15 Die objek i e Reali ä des Beda es äuße sich in de ela i en Eigenmach gegenübe den momen an wechselnden Bedü nissen. Das Bedü nis zu essen, äuße sich in dem Beda nach eine bes imm en, auch zei lich geo dne en A und Menge on Nah ungsmi eln. Is diese Beda einmal ixie , so keh sich das u sp üngliche Abhängig- kei s e häl nis gegenübe dem Bedü nis um; das Bedü nis o ien ie sich nun am Beda , z. B. das Nah ungsbedü nis an dem ü einen bes imm en Zei aum bemessenen Beda nach B o und ande en Dingen. Die eale Eigenmach des Beda es gegenübe den subjek i - pe sönlichen Bedü nissen zeig sich auch in de möglichen Ab- weichung de Rango dnung des Beda es on de Rango dnung de momen anen Bedü nisse. Die Wich igkei und D inglichkei eines Be- dü nisses b auch nich auch in eine en sp echenden Beda säuße- ung zu Gel ung zu kommen, insbesonde e dann nich , wenn de Be- da eine in seine Gesam o dnung genau übe leg e G öße da s ell . De Beda is indessen o allem gesellscha liche Beda und als solche eine Reali ä , die alle pe sönlichen Beda säuße ungen en - scheidend bes imm . De Einzelne inde , wenn e zum Bewuß sein seine selbs und seine Umgebung komm , schon eine gesellscha liche Beda so dnung o , de e seine eigenen Bedü nisse und auch seinen Beda in de G und ich ung anpassen muß. Sein Beda an Nah ung, Wohnung, Kleidung usw. wi d dadu ch bes imm , wie man sich in de Gesellscha sg uppe, de e zugehö , näh , kleide , wohnlich ein- ich e usw. Die objek i e Wi klichkei des Beda es bekunde sich schließlich in einem eigen ümlichen Ve weisungszusammenhang. De Beda an bes imm en Gü e n üh einen Beda diese Gü e selbs he au . De Beda nach einem Fah zeug, z. B. einem Au o, zieh zwangsläu ig eine Ke e on Sachbeda hin e sich he , so den Beda an T eibs o , Öl, Repa a u en, Ve siche ungen, Ga age usw. Diese zwangsläu ige Be- da s e weisung zeig besonde s deu lich den Un e schied zwischen Bedü nis und Beda . De Beda nach eine gewissen A und Menge on Geb auchsgü e n kann sich du ch diesen Ve weisungszusammen- hang zu eine das pe sönliche und gesellscha liche Leben bed ohlich belas enden G öße en wickeln. Die du ch den Beda ange o de en Gü e müssen i gendwie e - ügba gemach we den. Das Ve ügba machen on Gü e n ü den gesellscha lichen Beda bilde das Wesen de gesellscha lichen A bei swi klichkei . Auch in diese Wi klichkei lieg die Tendenz zu objek i e Eigenmach . Jede, auch die pe sönlichs e A bei , s ell sich als eine Reihe on Ve ich ungen und Ve ah ensweisen da , de en A und Ano dnung du ch den A bei szweck, die A bei smi el und die A bei s e häl nisse bes imm we den. Soll die A bei ih en OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 16 He be Schack [144 Zweck e üllen, soll die na ü liche Knapphei de Gü e übe wunden we den und de Gü e e ag den Beda decken, so müssen die A bei s- leis ungen und A bei smi el zwecken sp echend kombinie und auch die en sp echenden Ein ich ungen gescha en we den. Dies alles kann abe augenscheinlich nu im Rahmen und un e dem Ein luß de objek- i en gesellscha lichen A bei s e häl nisse e olgen. Wie de einzelne mi seinem Beda de gesellscha lichen Beda so dnung einge üg is , so is e auch mi seine A bei sleis ung in einen on seinem pe sön- lichen Wollen und Wünschen wesen lich unabhängigen gesellscha - lichen A bei szusammenhang ges ell . Will ode soll e wi scha lich ä ig sein, muß e sich diesen Ve häl nissen anpassen und seine A bei so ableis en, wie es gesellscha lich no wendig is . Dahe ha Ma x du chaus ech : die Menschen p oduzie en nu , „indem sie au eine bes imm e Weise zusammenwi ken . . . Um zu p oduzie en, e en sie in bes imm e Beziehungen und Ve häl nisse zueinande , und nu inne - halb diese gesellscha lichen Beziehungen und Ve häl nisse inde ih e Einwi kung au die Na u , inde die P oduk ion s a ". Die ha e Reali ä de Wi scha mach sich ni gendwo so s a k gel end wie in de gesellscha lichen A bei swi klichkei . De „s umme Zwang de A bei s e häl nisse" wi k sich um so nachd ückliche aus, je meh A bei sleis ungen und sachliche Mi el ü die Be ei s ellung on Gü e n kombinie we den müssen und je a ionelle diese Ein- sa z e olg . Auch die Mi el s ehen in einem objek i en Ve weisungszusammen- hang. Denn es gib kein wi scha liches Mi el, das ohne Einsa z ande- e Mi el bescha we den kann. Nun is die A bei abe um so e giebige — jeden alls bis zu eine bes imm en G enze —, je wei e sie im Einsa z on Mi eln auszuholen e mag. In dem Maße abe , wie ein Mi el das ande e und dieses wiede wei e e Mi el beding , wächs auch die Ke e de A bei s e ich ungen. Die gesellscha liche A bei s- eilung mach es eilich möglich, die zei lich einande olgenden We k e ich ungen au den einzelnen P oduk ionss u en gleichzei ig nebeneinande du chzu üh en. Die A bei sp oduk i i ä wi d dadu ch zwa un e häl nismäßig ges eige , die indi iduell-pe sönliche A bei s- leis ung abe zu eine spezialisie en Leis ungs unk ion de o mie . Mi de Spezialisie ung de A bei sleis ung abe wächs die pe sönliche Abhängigkei on dem au ge eil en A bei sp ozeß und dem gesell- scha lichen A bei se zeugnis. Die du ch die gesellscha liche A bei in Ve bindung mi den Na u leis ungen he o geb ach en E zeugnisse bilden somi imme eine de indi iduell-pe sönlichen Wi kungsmach meh ode wenige en - hobene Gü e wel , zu welche de einzelne nu ein sachliches Ve häl - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 145] G undp obleme de Wi scha sphiiosophie 17 nis haben kann. Gleiche A is das Ve häl nis zu den mi ihm in den A bei sp ozeß eingespann en Menschen. Sachliche Ve ich ungen, wie sie nun einmal du ch die sachno wendige A bei ge o de we den, schließen ein pe sönliches Ve häl nis zu Menschen und Dingen aus. In de A bei lieg also in de Ta ein Zug de Lebensen emdung, wie auch schon Ma x ich ig e kann ha . Die U sache solche En emdung is indessen nich das „P i a eigen um". Die sachlichen Fo de ungen, die die A bei an den Menschen s ell , sind nich an bes imm e, ins i u- ionelle A bei s e häl nisse gebunden, sonde n e geben sich aus dem Wesen de A bei als eines Zusammenhanges sachlich bes imm e Ve - ich ungen. Die ökonomische Ve wendung de A bei sleis ungen und A bei s- mi el ha einen objek i en We e gleich zu Vo ausse zung. Auch in eine „geschlossenen Hauswi scha " können die Gü e nich wahllos p oduzie und e wende we den. Selbs de ein achs e Wi scha s- o gang beding eine We ung de Gü e , um die es hie bei zu un is . Kann de einzelne abe diesen We nach Belieben bes immen? De wi scha liche We zeig sich e häl nismäßig unabhängig on de indi iduell-pe sönlichen We ung; denn die unmi elba en Be- s immungsg ünde liegen in objek i en Ve häl nissen. Wi scha lich we oll is ein Gu , so e n Beda danach bes eh ; so e n es im Ve - häl nis zu diesem Beda knapp is ; so e n zu Übe windung diese Knapphei Au wendungen e o de lich sind. Die wi scha lichen We e häl nisse können sich in olgedessen nu ände n, wenn diese objek i en Bedingungen eine Ände ung e ah en. Nun haben wi abe gesehen, daß sowohl de Beda szusammenhang wie die gesellscha - liche A bei swi klichkei eine om Wollen und Wünschen des einzelnen ela i unabhängige objek i e Reali ä da s ellen. Dahe is auch die wi scha liche We wel , die diese beiden Komponen en zu Vo aus- se zung ha , eine de indi iduell-pe sönlichen We ungsphä e ela i en hobene Wi klichkei . Sowie de einzelne zum Bewuß sein seine selbs und seine Umwel komm , inde e auch schon gesellscha liche We e häl nisse o , die sein eigenes We en maßgebend bes immen. Ein wi klich objek i e We e gleich is eilich ohne die wechsel- sei ige Beziehung de Gü e au ein allgemein we olles Gu nich möglich. Da nun de wi scha liche We eines Gu es imme nu im Ve häl nis zu ande en Gü e n bes imm we den kann, so üh die No - wendigkei eine genauen We bes immung zu de Bewe ung de Gü e nach einem allgemeinen, quan i a i bes immba en Gu . Das beweglichs e, auswechselba s e, liquides e Gu wi d Geld genann . Die Ane kennung objek i e , in Geld ausd ückba e We e häl nisse zwing den Menschen, sich selbs bzw. seine Leis ung in die Masse Schmolle s Jah buch LXXI, 2 2 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 18 He be Schack [146 geldwe e Dinge einzu eihen. E , de We ende, wi d We objek . Is das Geld bzw. de Gelde ag de zen ale Bezugspunk alle wi - scha lichen Beziehungen, so müssen auch alle quali a i en We e ih en Geldwe haben. Die Tendenz zu En pe sönlichung, Ve sachlichung und schließlich En menschlichung zeig sich also auch in de wi - scha lichen We wel . Wi scha liche We e häl nisse sind nun ein- mal sachliche Ve häl nisse, die zu quan i a i e , mengen- und zahlen- mäßige Bes immung d ängen. Wi scha übe haup e wi klich sich, wie wi nun zusammen- assend sagen können, in eine objek i en Beda s-, A bei s- und We - wi klichkei . Die diese ökonomische Teilbe eiche umschließende Ganz- hei is die Wi scha so dnung. Sie is die objek i e, den Sinn de Wi scha übe haup ealisie ende Daseinsbedingung. Auch die p imi i s e Wi scha seinhei is nu als eine O dnung da, in de sich die O dnung des Beda es, die O dnung de A bei smi el, A bei s- e häl nisse und A bei s e ich ungen und die Rango dnung de We e zu eine Gesam o dnung ügen. Das g öß e Gewich in diesem O dnungsganzen lieg bei de A bei s- wi klichkei . Dahe is es nich abwegig, die Wi scha so dnung aus den gesellscha lichen P oduk i k ä en und P oduk ions e häl nissen zu beg ei en. En sp echend wü de die Wi scha sgeschich e als eine Geschich e de P oduk i k ä e, de P oduk ionsins umen e, de P oduk ions e häl nisse zu e s ehen sein. Engels behaup e e soga : „Die En wicklungsgeschich e de A bei is de Schlüssel zum Ve - s ändnis de gesam en Geschich e de Menschhei .44 Das is indessen meh als eine Übe eibung. Eine En wicklungsgeschich e de A bei is nich einmal die Wi scha sgeschich e, geschweige denn die ganze Kul u geschich e. Die on ologisch en scheidende F age is : Äuße sich das wi scha liche Dasein nu in eine objek i en O dnung s Wi klichkei ? Is dies de Fall, dann is alle dings die au den gesellscha lichen Beda ausge ich e e A bei swi klichkei die eigen liche ökonomische Basis. A bei is geo dne e We k e ich- ung. Die a io komm hie oll und ganz zu Gel ung. De Zweck bes imm die Mi el, abe die A de Mi el beein luß wiede die Wahl de Zwecke. In diesem Mi el-Zweck-Zusammenhang, ob e nun au eine Koo dina ion ode eine Subo dina ion de Leis ungen be uhe, sch eib jedem pe sönlichen und sachlichen Wi kungselemen seine Posi ion und Funk ion o . Die Wi scha als eine O dnungswi klich- kei beg ei en, heiß dahe , sie als einen objek i - ealen, unk ionellen Zusammenhang e s ehen. Hie bleib dem Wi scha smenschen nich s ande es, als das du ch die Si ua ion gebo ene No wendige zu un. Seine OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 147] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 19 einzige F eihei is die, die no wendigen Folge ungen „bewuß " ziehen, sich also a ionell e hal en zu können. Is Wi scha übe haup nu als eine objek i e O dnungswi klich- kei da, so hä e de ökonomische Ma e ialismus ech . Zu Rech bes ünde auch die mi ihm eng e bundene a ionalis ische Wi scha sau assung. De ökonomische Ra ionalismus is die ein ache Konsequenz de o dnungswi scha lichen Be ach ungsweise. We o dnungswi scha lich denk , is sinno wendig Ra ionalis . Nach ma e- ialis ische Au assung is die na ü liche und gesellscha liche Wi k- lichkei denn auch ein a ional du chsich ige , gese zmäßig bes imm e Zusammenhang. Es gib in de Wel , e klä S alin in seine Sch i „Übe dialek ischen und his o ischen Ma e ialismus", „keine une kenn- ba en Dinge", sonde n „bloß Dinge, die noch nich e kann sind und diese we den du ch die K a de Wissenscha und de P axis au ge- deck und e kann we den". De Zusammenhang de E scheinungen zeig — in diese Sich komm die dialek ische-ma e ialis ische Au - assung zum Ausd uck — eine nega i e und posi i e Sei e bzw. pola e Gegensä ze und Wide sp üche. Abe de Kamp de Gegensä ze lieg in de Linie de Zweckmäßigkei und Zweckno wendigkei . De Kamp zwischen Al em und Neuem, zwischen Abs e bendem und sich En - wickelndem ende no wendig mi dem Siege de neuen O dnung. De a ionale, dialek ische Ma e ialismus s eh und äll mi de F age, ob sich Wi scha übe haup nu in eine objek i en O dnungs- wi klichkei ealisie . Diese F age is zu e neinen. Denn die O dnung selbs , sei es die Rango dnung des Beda es ode de ökonomischen We e ode die O dnung eine einzelnen A bei s e ich ung, muß i gendwie gese z ode gescha en we den. Die Au nahme eine A bei , ob aus eien S ücken un e nommen ode be ohlen, ha imme eine En scheidung zu Vo ausse zung. Selbs eine bloß mechanische A bei s- e ich ung e o de , um sie übe haup zu un e nehmen, eine En - scheidung in diese Rich ung. Soll abe soga ein op imale E olg e - ziel we den, so gehö hie zu meh als eine mechanische Ein ügung in den A bei sp ozeß. Das Bes e un, is meh als das No wendige un. Das Bes e un kann nu de jenige, de sich aus eiem Willen ü seine Au gabe einse z . Die ma xis isch-leninis ische Bewegung e i , ih e ma e iali- s isch- a ionalis ischen Gesellscha s- und Wi scha sau assung zu- olge, einen on ologischen De e minismus. Die These on Ma x gil als une schü e lich: „Es is nich das Bewuß sein de Menschen, das ih Sein, sonde n umgekeh ih gesellscha liches Sein, das ih Be- wuß sein bes imm ." Wenn nun auch spä e Engels, dann Lenin und neue dings S alin den bedeu enden Ein luß de gesellscha - 2* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 20 He be Schack [148 liehen Ideen ane kennen, so zwei eln sie doch nich im ge ings en, daß sich die Denkweise de Menschen no wendig aus ih e P oduk ions- weise e gib . Ve ände ungen im A bei sbewuß sein e olgen im An- schluß an Ve ände ungen de A bei s e häl nisse. So muß sich mi dem Gemeineigen um an P oduk ionsmi eln auch ein neues Gemeinscha s- bewuß sein en wickeln. Wa um abe appellie die ma xis ische Bewegung dann an den eien Willen de We k ä igen und ih e olu ionä es P lich ge ühl? De A bei e soll pe sönlichen An eil an A bei und We k nehmen und sich zu Leis ungen au schwingen, die in dem G ade und Maße ma e iell nich e gol en we den können. Man will, daß de einzelne nich nu unk ionie , sonde n daß e sich oll und ganz ü seine Sache ein- se z . In diese Tak ik lieg das Einges ändnis, daß die Wi scha meh als ein gesellscha liches Funk ionssys em is und de einzelne meh als ein sachlich und unpe sönlich wi kende Funk ionä . Ma xis ische Philosophie und ma xis ische P axis s ehen in ekla en em Wide sp uch zueinande . Die Philosophie leh die De e minie hei des Wi scha sbewuß seins du ch die objek i en Ve häl nisse, die P axis abe nimm die pe sönliche Willens eihei als selbs e s ändlich an. Lenin ha e 1917 iele Möglichkei en eine neuen S aa s- und Wi scha sges al ung o sich. E en schied sich ü das Sowje sys em, des dem P ole a ia die He scha siche e und ihm die Möglichkei gab, die bes ehende Wi scha so dnung zu liquidie en. So is de p ole- a ische Sowje s aa o de Ände ung de ökonomischen P oduk i - k ä e und de „ökonomischen Basis" en s anden. Die ussische Re olu- ion wa , wie S alin in seine le z en Sch i „Ma xismus und Sp ach- wissenscha " (Gospoli isda , 1950) selbs e klä , „eine Umwälzung au Be eiben de S aa sgewal mi Un e s ü zung de g oßen Masse de Baue nscha ", also „eine Re olu ion on oben". Die p ole a ische S aa sg ündung wa eine schöp e ische Ta und keine A bei sleis ung. Weil abe die ussische Re olu ion nich aus dem Zusammenhang de P oduk i k ä e und P oduk ions e häl nisse zwangsläu ig he o ging, wa sie auch kein o aussehba es und nach A und Wi kung im o aus be echenba es E eignis. Nich nu die sowje ische All agsp axis mi ih en das Sowje olk „zu schöp e ische Tä igkei " au u enden Ak ionen s eh somi im Wide sp uch zu de eise n es gehal enen dialek isch-ma e ialis ischen Dok in, sonde n die ganze S aa s- und Wi scha sges al ung selbs . Die P axis desa ouie die Theo ie. Da nun ge ade nach de ma xis ischen Leh meinung die P axis übe Rich igkei und Wah hei eine E kenn nis en scheide , so müß e die ma e ialis isch- a ionalis ische In e p e a ion de Wi scha swi klich- kei als unzu eichend und alsch e wo en we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37 149] G undp obleme de Wi scha sphilosophie 21 Das ökonomische Dasein äuße sich also, wie wi sehen, nich nu in eine objek i en O dnungswi klichkei , sonde n auch — und zwa u sp ünglich — in eine subjek i e n Reali ä on En schei- dungen und Handlungen. Die O dnungswi klichkei wi d on eine Ges al ungswi klichkei ge agen. Ges al- en is meh als ein ich en, e ich en, a bei en. Die Beg ündung eine Wi scha so dnung, abe auch die Einlei ung jede wi scha lichen Ak ions eihe, jede wi scha liche Un e nehmung, is wesen lich Ges al ung. Die pe sönlichen und gesellscha lichen Willensen scheidungen sind eilich wei gehend abhängig on objek i - ealen Ve häl nissen. Inso- wei ha de ökonomische Ma e ialismus ech . De wi scha ende Mensch is a sächlich in eine objek i e O dnungswi klichkei einge- üg , in de ihm wenig Spiel aum ü pe sönliche En scheidungen bleib . Ähnlich ge ing is de Spiel aum ü die En scheidungen eine gesellscha lichen G uppe. Mag diese Spiel aum abe auch noch so unbedeu end scheinen, e is da und e weis sich doch als bedeu end genug, um O dnungen ände n und neue O dnungen scha en zu können. Die En scheidung ü eine neue O dnung ha die Ane kennung ih e Höhe we igkei zu Vo ausse zung. Welche We e liegen solchen En scheidungen zug unde? Au G und welche We e ges al e sich Wi scha übe haup ? Die Un e suchung diese F age üh übe den on ologischen P oblemk eis hinaus. De Au weis de We e, die die Wi scha sges al ung bes immen, is das G undanliegen de Axiologie de Wi scha , de Wi scha s e hik. Ehe wi uns jedoch mi diesen, das Sys em de Wi schas philoso- phie abschließenden P oblemen be assen, muß eine F age geklä we den, die sich schon im Hin e g unde de le z en E ö e ungen ge- zeig ha . Wi scha so dnung und Wi scha sges al ung sind die beiden deu lich un e scheidba en, mi einande eng e bundenen öko- nomischen G undwi klichkei en. Die subjek i e Ges al ungswi klich- kei is die Basis de objek i en O dnungswi klichkei , und zwa in dem gleichen Sinne, wie die Handlung die Basis de A bei und die Ta die Basis des Tuns und de Ve ich ungen is . Wie is nun abe solche O dnungs- und Ges al ungswi klichkei möglich? Welches is ih e Be- dingung? Wi meinen nich die oben gekennzeichne en äuße en Real- bedingungen „Gesellscha " und „Na u ", abe auch nich die inne en, wesen lichen Bedingungen in de A on „Ideen", nach denen sich Wi scha übe haup ges al e und somi im G unde auch o dne . In F age s eh ielmeh zunächs die o male Bedingung wi scha lichen O dnens und Ges al ens. In welche Fo m ealisie sich Wi scha übe haup ? Diese Fo m-F age is das G undp oblem de Mo pholo- gie de Wi scha . (Fo se zung olg ) OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:37