Henning, Ch is ian H. C. A.; G unenbe g, Michael
A icle
Zu al en und neuen Logik de Ag a poli ik in Eu opa: Gib
es e ek i e S eue ungsmechanismen eine nachhal igen
Landwi scha ?
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Henning, Ch is ian H. C. A.; G unenbe g, Michael (2024) : Zu al en und neuen
Logik de Ag a poli ik in Eu opa: Gib es e ek i e S eue ungsmechanismen eine nachhal igen
Landwi scha ?, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 3, pp. 153-158,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0046
This Ve sion is a ailable a :
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ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 153
Zei gesp ächDOI: 10.2478/wd-2024-0046
Wi scha sdiens , 2024 104(3), 153-158
JEL: Q15, Q18, Q57
Ch is ian Henning, Michael G unenbe g
Zu al en und neuen Logik de Ag a poli ik in Eu opa: Gib es e ek i e
S eue ungsmechanismen eine nachhal igen Landwi scha ?
© De /die Au o :in 2024. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
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en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
P o . D . Ch is ian Henning is P o esso ü
Ag a ökonomie an de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä
zu Kiel.
D . Michael G unenbe g is Senio Resea che am
Ins i u ü Ag a ökonomie an de Ch is ian-Alb ech s-
Uni e si ä zu Kiel.
Kaum eine Poli ik is so massi k i isie wo den wie die
Eu opäische Ag a poli ik. En sp echend be inde sich die-
se sei ih e G ündung 1962 in einem Daue -Re o mp o-
zess, de allein in den e gangenen 30 Jah en sechs g o-
ße Re o men um ass . Dabei s ellen sich zen ale F agen:
Was is die Logik de unendlichen Re o m-Geschich e
de EU-Ag a poli ik? Sind die Ag a e o men im Ke n eine
sachlogische Konsequenz e ände e Ziel o s ellungen
ode s uk u elle Rahmenbedingungen und somi dyna-
misch e izien ? Ode abe s ellen diese eine Sequenz on
e olglosen poli ischen Le np ozessen und dami ein pe -
manen es Poli ik e sagen da ? Le z e es implizie , dass
es ande e e izien e e Poli ikop ionen gib , die bei gege-
benen demok a ischen K ä e e häl nissen und En schei-
dungs e ah en poli isch du chse zba wä en.
Die Gemeinsame EU-Ag a poli ik (GAP)
Einkommenso ien ie e Ag a poli ik
Die be ei s 1957 im Ve ag zu G ündung de Eu opäi-
schen Wi scha sgemeinscha (EWG) in A . 39 p okla-
mie en Ziele1 de GAP blieben o z de ielen Re o men
bis zu ak uellen Ag a e o m 2021 o mal un e ände .
Alle dings haben sich die Gewich e diese p oklamie en
Ziele de Ag a poli ik im Zei ablau e schoben ( gl. Ab-
bildung 1). E s mi de GAP-Re o m 2013 wu de ein Pa a-
digmenwechsel on eine einkommenso ien ie en hin zu
eine nachhal ig o ien ie en Ag a poli ik eingelei e , de
sich mi de ak uellen Re o m 2021 endgül ig ollzogen
ha . Mi ih wu den die Ziele de GAP o mal an den d ei
Nachhal igkei sdimensionen Ökologie, Ökonomie und
Soziales ausge ich e und e s mals abweichend on A .
39 zehn konk e e Ziele o mulie (EU-Kommission, o. J.).
Die GAP is eine gemeinsame Poli ik ü alle Mi glieds aa-
en de EU. Sie wi d aus den Mi eln des EU-Haushal s au
eu opäische Ebene inanzie und e wal e , wobei Mi el
nach dem P inzip de inanziellen Solida i ä in de 1. Säu-
1 (1) S eige ung de P oduk i i ä in de Landwi scha , (2) Angemessene
Lebenshal ung de Landwi e, (3) S abilisie ung de Mä k e, (4) Siche e
Ve so gung de Be ölke ung zu (5) angemessen Ve b auche p eisen.
le komple und in eine 2. Säule nu an eilig du ch die EU
inanzie we den.
Die En wicklung de GAP läss sich in d ei Phasen au ei-
len. Phase I um ass zunächs ih e Implemen a ion in den
1960e bis 1970e Jah en, die o dem Hin e g und on
Un e e so gung und Hunge in den K iegs- und e s en
Nachk iegsjah en sowie ausgep äg en s uk u ellen An-
passungsp oblemen in de Landwi scha als p o ek io-
nis ische Ag a p eispoli ik konzipie wu de. Zu Regelung
de Ag a mä k e wu den Ma k o dnungen gescha en.
Dominan wa das Abschöp ungs-In e en ionssys em,
das in den Ma k o dnungen ü die zen alen EU-P oduk-
e (Milch, Zucke , Rind leisch und Ge eide) de sechs
G ündungsmi gliede umgese z wu de. In den spä en
1970e Jah en und 1980e Jah en üh e die s a k ges ie-
gene (Übe schuss-)P oduk ion zu „Milchseen“ und „Bu -
e be gen“. Ve bunden dami wa en s a k s eigende Ag-
a ausgaben und in e na ionale Handelskon lik e au den
Wel ag a mä k en, ausgelös du ch die sub en ionie en
EU-Ag a expo e. Dies alles, abe auch die e meh en
in e nen Budge kon lik e, die sich in eine e wei e en EU-
12 als zunehmendem Ag a ne oexpo eu au g und de
speziellen Finanzie ungs egeln de GAP zwischen den
Mi glieds aa en e gaben, üh en zu eine e meh en K i-
ik und K ise des Abschöp ungs-In e en ionssys ems. In
Phase II kam es mi de MacSha y-Re o m 1992 zu ei-
nem undamen alen Re o mp ozess de GAP on eine
einkommenso ien ie en P eispoli ik hin zu eine ma k -
o ien ie en T ans e poli ik, dabei and ein sukzessi e o-
ale Abbau de Ag a p eisp o ek ion s a ( gl. Abbildung
2). Da übe hinaus e olg e eine Anpassung de Di ek -
zahlungen. Einen Meilens ein s ell die En kopplung de
Di ek zahlungen in de Mid-Te m-Re o m 2003 da : Sie
wu den unabhängig on de P oduk ion einhei lich p o ha
Wi scha sdiens 2024 | 3
154
Zei gesp äch
Abbildung 1
En wicklung de Gemeinsamen EU-Ag a poli ik (GAP)
Quelle: in Anlehnung an Weinga en (2021).
E näh ungs-
siche ung
P oduk i i ä s-
s eige ung
•
•
Ma k s abi-
lisie ung
Einkommens-
s ü zung
•
•
Übe -
p oduk ion
Ausgaben-
explosion
•
•
In e na ionale
F ik ionen
S uk u maß-
nahmen
•
•
Übe schuss-
eduzie ung
Umwel
•
•
Einkommens-
s abilisie ung
Budge -
s abilisie ung
•
•
Ve ie ung
des Re o m-
p ozesses
•
We bewe bs-
ähigkei
Ländliche
En wicklung
•
•
Ma k -
o ien ie ung
Ve b auche -
aspek e
•
•
Ländliche
En wicklung
Umwel
•
•
Ve ein achung•
WTO-
Kompa ibili ä
•
Bek ä igung
de 2003-
Re o m
•
Neue He aus-
o de ungen
Risiko-
managemen
•
•
Beg ünung
Zielo ien ie ung
Um e eilung
Ende de P o-
•
•
duk ionsbe-
sch änkungen
We schöp-
•
•
mi el
Fo schung und
Inno a ion
•
neues Umse -
zungsmodell
Na ionale
GAP-S a egie-
•
•
E gebnis-
o ien ie ung
G üne
•
•
A chi ek u
•
ungske e
Nah ungs-
Plan
Die
ühen Jah e
(1960e Jah e)
K isenjah e
(1970e -
1980e Jah e)
Die
„Gesundhei s-
p ü ung“
(2008)
GAP-
Luxembu ge
Beschlüsse
(2003)
MacSha y-
Re o m (1992)
Agenda 2000
(1999)
GAP-Re o m
(2013/2014)
GAP-Re o m
(2021)
Nachhal igkei
We bewe bs ähigkei
P oduk i i ä
Abbildung 2
Un e s ü zung de EU-Landwi scha , 1986 bis 2017
TSE = To al Suppo Es ima e; TSEC = T ans e s om Consume s;
TSEB = T ans e s om axpaye s.
Quelle: eigene Be echnung nach OECD (o. J.)
1.200
1.000
800
600
400
200
0
in Eu o p o ha
TSE
TSEC
TSEB
1989
1991
1993
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
1987
Be iebs läche gezahl und explizi an die Einhal ung spe-
zielle Umwel s anda ds (C oss Compliance) gebunden.
Nachhal ig o ien ie e Ag a poli ik
Mi de GAP-Re o m on 2013 e olg e ein Pa adigmen-
wechsel in de GAP on eine einkommens- zu eine nach-
hal igkei so ien ie en Ag a poli ik. Wich igs es Elemen
de Beschlüsse on 2013 wa das G eening, d. h. Be iebe
e hiel en nu dann Di ek zahlungen in olle Höhe, wenn
sie Mindes s anda ds in Bezug au die Kul u p lanzen iel-
al und die E hal ung on Daue g ünland e üll en sowie
mindes ens 5 % ih e Acke läche im Umwel in e esse
nu z en (ökologische Vo ang lächen).
Nich zule z au g und de p ak ischen Wi kungslosigkei
de G eening-Maßnahmen e olg e eine wei e e GAP-Re-
o m im Jah 2021. Konk e wu den mi de Fa m- o-Fo k-
S a egie (F2F) sowie de Biodi e si ä ss a egie konk e e
Maßnahmen o mulie , um die G een-Deal-Ziele (1) eine
komple en THG-Emissions eduk ion bis 2050, (2) eine
komple en Reduk ion de Ni a -Belas ungen de G und-
und Fließgewässe sowie (3) eine signi ikan en S eige ung
de Biodi e si ä in de Landwi scha umzuse zen.
Ke ns ück de Re o m 2021 is – neben de Scha ung ei-
ne neuen Go e nance-S uk u de GAP, die eine s ä -
ke e Dezen alisie ung mi e heblich g öße em na ionalen
Ges al ungsspiel aum ü die Mi glieds aa en implizie
– die sogenann e G üne A chi ek u , die die Umse zung
de G een Deal Ziele in de Landwi scha bewi ken soll.
Sie um ass d ei Elemen e: a) die „neue Kondi ionali ä “,
b) die sogenann en Öko-Regelungen in de 1. Säule (min-
des ens 25 % de Di ek zahlungen müssen in Fo m on
Öko-Regelungen e olgen) und c) umwel - und klima-
schu z ele an e lächenbezogene (AUKM) Maßnahmen
de 2. Säule (mindes ens 35 % de gesam en Mi el zu
En wicklung des ländlichen Raumes we den in Fo m on
meh jäh igen AUKM-Maßnahmen be ei ges ell ).
Da übe hinaus beinhal e die GAP-Re o m eine Um e -
eilung de Di ek zahlungen zuguns en kleine und mi le-
e Be iebe, die du ch die Kappung on P ämienzahlun-
gen e olg : Di ek zahlungen we den ab eine G enze on
60.000 Eu o p o Be ieb zunehmend und übe 100.000
Eu o komple gekü z .
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 155
Zei gesp äch
Deu sche Ag a poli ik
Neben de EU-Ag a poli ik s ell die sei übe 50 Jah en
bes ehende Gemeinscha sau gabe Ve besse ung de
Ag a s uk u und des Küs enschu zes (GAK) einen zwei-
en his o ischen P eile na ionale deu sche Ag a poli ik
da . Ih e ech lichen G undlagen wu den 1969 mi Ein üh-
ung de Gemeinscha sau gaben im G undgese z geleg .
Sei dem ha sie sich kon inuie lich in meh e en No ellen
des GAK-Gese zes wei e en wickel . En sp echend ih e
zen alen Zielse zung um ass die GAK im Wesen lichen
ag a sek o ale und egionale s uk u poli ische Maßnah-
men, die in jäh lichen Rahmenplänen on Bund und Län-
de n gemeinsam es geleg und allein on le z e en du ch
konk e e Fö de maßnahmen umgese z we den. Auch die
GAK wu de in den e gangenen Jah en zunehmend au
Nachhal igkei sowie die ländliche En wicklung hin ausge-
ich e (Weinga en e al., 2023).
Im Ve gleich zu de EU-Ag a poli ik lieg das jäh liche
Budge de GAK mi und 1,9 M d. Eu o im Jah 2021 un-
ge äh in de G ößeno dnung de EU-Ausgaben in de 2.
Säule. Insgesam e geben sich somi s aa liche Zahlun-
gen in Höhe on 8,6 M d. Eu o, d. h. und 515 Eu o/ha und
Jah , an die Landwi scha 2.
Die Logik de al en Ag a poli ik 1962-2020
Die e s e Phase wu de kla du ch das Ziel de Einkom-
menss abilisie ung de Einkommen de Landwi e do-
minie . Dies wu de du ch den Indika o de sek o alen
Einkommensdispa i ä , de un e ande em egelmäßig in
dem Ag a be ich de Bundes egie ung publizie wu de,
dokumen ie . T o z massi e Abwande ung landwi -
scha liche A bei sk ä e mi Abwande ungs a en on
übe 2,7 % (was eine Halbie ung de A bei sk ä e alle 25
Jah e en sp ich ) e gab sich eine zunehmende sek o ale
Einkommensdispa i ä , die on und 25 % au übe 40 %
im Jah 1990 ans ieg.
Theo e isch e gib sich in eine wachsenden Volkswi -
scha mi zunehmendem P o-Kop -Einkommen au g und
des Engelschen Gese zes ein op imale dynamische
Anpassungsp ad, de eine s a ke Ve schiebung de P o-
duk ions ak o en om landwi scha lichen in den nich -
landwi scha lichen Sek o o sieh (Hen ichsmeye und
Wi zke, 1991). S ö ungen in diese Abwande ung de Fak-
o en üh en zu s uk u ellen Anpassungsschwie igkei en
und eine ela i ge inge en Fak o en lohnung in de Land-
2 Zusä zlich e olgen s aa liche Zuschüsse in Höhe on 4,1 M d. Eu o p o
Jah an die landwi scha lichen Sozial e siche ungssys eme (K an-
ken,- Ren en- und Un all e siche ung). Diese sind alle dings g undsä z-
lich ande s zu bewe en und sachlogisch eine Konsequenz de demo-
g a ischen Zusammense zung de Landwi e (Mehl, 1999).
wi scha , insbesonde e in kleinen Be ieben, was o zu
sozialen Hä en üh . Eine adäqua e Poli ik zu sozialen
Ab ede ung des Ag a s uk u wandels wä e eine e izien-
e und e ek i e soziale T ans e poli ik, die di ek e pe so-
nalisie e Einkommens ans e s an bedü ige Landwi e
o sieh . S a dessen wu de jedoch eine p o ek ionis i-
sche P eispoli ik gewähl , um die Einkommen de Land-
wi e zu s abilisie en. Im Gegensa z zu di ek en Einkom-
mens ans e s belas e diese Poli ik in e s e Linie die
Konsumen en du ch höhe e Lebensmi elp eise, wäh end
insbesonde e g oße Be iebe on den höhe en Ag a p ei-
sen p o i ie en, da sie einen g öße en Ma k an eil haben
( on Wi zke, 1979).
Die Wahl de Ag a p eispoli ik läss sich poli isch-ökono-
misch e klä en du ch den ela i en poli ischen Ein luss de
g oßen gegenübe den kleinen Be ieben sowie de S eu-
e zahle gegenübe den Ve b auche n. Wei e hin üh e die
EU-Ag a p eispoli ik zu Einkommens ans e s zwischen
den EU-Mi glieds aa en, wobei insbesonde e deu sche
Konsumen en als Ne oimpo eu e anzösische Landwi -
e als Ne oexpo eu e un e s ü z en. Diese in e na ionale
Einkommens ans e wa ein ins i u ionalisie e Bes and eil
de EWG-A chi ek u , bei de Deu schland und F ank eich
sich au eine gemeinsame p o ek ionis ische Ag a poli ik
einig en, die einen ins i u ionalisie en Um e eilungsme-
chanismus on In eg a ionsgewinnen im Nich ag a sek o ,
die o nehmlich in Deu schland ealisie wu den, p imä an
F ank eich als g oßem Ag a expo eu mani es ie e.
Au g und de EU-E wei e ung au schließlich 28 Lände
e ände en sich die s uk u ellen Rahmenbedingungen
de GAP. Zusä zlich kam es nich zule z au g und de
Hochp eispoli ik zu s a ken P oduk ionss eige ungen in
de EU-Landwi scha . Du ch diese En wicklungen e -
höh en sich une wünsch e Nebene ek e de EU-Ag a -
p eispoli ik eno m ( on Wi zke, 1986). Es kam zu einem
exponen iellen Ans ieg de Budge ausgaben, da die e -
wei e e EU zu einem bedeu enden Ne oexpo eu wu de
(Moye und Josling, 1990). Gleichzei ig üh e die EU-Ag-
a p o ek ion zu zunehmenden in e na ionalen Handels-
kon lik en au g und sinkende Wel ma k p eise (Koes e ,
1986). Das spezielle EU-En scheidungs e ah en üh e
in eine e wei e en EU mi zunehmend he e ogenen Mi -
glieds aa en sys ema isch zu eine übe höh en Ag a -
p o ek ion (Pok i cak e al., 2001; Henning, 2008). Diese
En wicklungen üh en schließlich zu einem undamen a-
len Re o mp ozess de GAP, de in de komple en T ans-
o ma ion de Ag a p eispoli ik zu eine T ans e poli ik mi
en koppel en Di ek zahlungen münde e.
In e essan e weise olg e das Sys em de en koppel en
Di ek zahlungen wei e hin de al en Ve eilungslogik mi
einem Fokus au Einkommens ans e s in Rich ung g oße
Wi scha sdiens 2024 | 3
156
Zei gesp äch
Abbildung 3
Ne obei äge zum EU-Haushal und Wi scha s-
k a de EU-S aa en 2018
1 Lände mi posi i en P o-Kop -Ne obei ägen sind Ne oemp änge ,
Lände mi nega i en Ne ozahle . Ve wal ungsausgaben und T adi ionel-
le Eigenmi el (Zölle) sind nich en hal en.
Quelle: Deu sche Bundesbank (2020).
Ne obei ag1
in Eu o p o Kop
Abweichung om P o-Kop -B u ona ionaleinkommen de EU in 1.000 Eu o
+600
+500
+400
+300
+200
+100
0
-100
-200
-30 -20 -10 0 +10 +20 +30
Li auen
Unga n
Le land
Es land
Luxembu g
+40
G iechenland
Po ugal
Solwenien
Tschechien
Mal a
Spanien
Zype n
I land
Belgien
F ank eich
I alien
Ve einig es König eich
Deu schland
Finnland
Niede lande
Schweden
Dänema k
Ös e eich
Bulga ien
K oa ien
Slowakei
Rumänien
Polen
Be iebe. In de gesam en EU wu den und 53 % de en -
koppel en Di ek zahlungen an die 3 % g öß en Be iebe
übe 100 ha ausgezahl . In Deu schland e hiel en die 12 %
g öß en Be iebe knapp 60 % de en koppel en Di ek -
zahlungen. Das P inzip de inanziellen Solida i ä üh e
auch ü das Sys em de en koppel en Di ek zahlungen
zu Ne o-T ans e s ömen zwischen den EU-Mi glieds aa-
en, die de Logik eine ins i u ionalisie en Um e eilung
de In eg a ionsgewinne olg en, wobei o allem Um-
e eilungen on eichen no d-wes eu opäischen zu den
neuen os - und südeu opäischen Mi glieds aa en zu be-
obach en sind ( gl. Abbildung 3 bzw. Henning, 2004).
Die GAP-Re o m üh e zunächs lediglich zu einem ande-
en Mix de Finanzie ung, zunehmend Di ek zahlungen i-
nanzie aus dem EU-Budge du ch den S eue zahle und
wenige P eiss ü zung übe den Ma k du ch den Ve -
b auche . E s du ch die kons i u ionelle Re o m mi dem
Übe gang om Konsul a ions- zum Mi en scheidungs e -
ah en, wodu ch das EU-Pa lamen zu gleichwe igen
Kamme neben dem Ag a minis e a wu de, konn e das
P o ek ionsni eau sys ema isch on 1.000 Eu o/ha 2004
au 517 Eu o 2017 abgesenk we den ( gl. Abbildung 2 so-
wie Henning, 2004, 2008).
Die Logik de neuen Ag a poli ik 2023 bis 2027
Be ücksich ig man die hohe Zahlungsbe ei scha de
eu opäischen Be ölke ung ü die E eichung de G een
Deal Ziele, so kommen ökonomische S udien zu einem
Nach agepo enzial ü Ökosys emleis ungen de Land-
wi scha on und 320 M d. Eu o in de gesam en EU-
27 ode und 2.000 Eu o/ha landwi scha lich genu z e
Fläche (LF) (Henning e al., 2021). Die Anpassungskos en
ü die Umse zung de F2F-S a egie we den au e wa
42 M d. Eu o geschä z , das en sp ich und 259 Eu o/
ha LF. Dies e deu lich das eno me Po enzial des G een
Deals in de Landwi scha . Alle dings zeig die S udie
auch, dass ag a poli ische Lösungen ge unden we den
müssen, die e ek i , e izien und poli isch du ch üh ba
sind, d. h. du ch eine Meh hei in den EU-Ins i u ionen
un e s ü z we den, um dieses Po enzial auszuschöp en.
Hinsich lich de E ek i i ä und E izienz is es wich ig,
dass die neue Ag a poli ik An eize ü Un e nehme und
Ve b auche se z , gesellscha lich gewünsch e Ökosys-
emleis ungen zu p oduzie en und un e nehme ische In-
no a ionsk a eizuse zen, um e izien e e Technologi-
en dynamisch zu en wickeln. Technische Ansa zs ellen,
die unmi elba an den gewünsch en Ökosys emleis un-
gen anse zen, sind ü den Klimaschu z die THG-Emis-
sionen und ü die S icks o -Belas ung die be iebliche
B u os icks o bilanz. Eine bü ok a ische Vo gabe spe-
zielle Technologien, wie in de G ünen A chi ek u de
ak uellen GAP, sei ine izien und wenig e ek i , da sie
Un e nehme an eize blockie bzw. alsch se z . Das
gemeinsame Übe wachungs- und Bewe ungssys em
(CMEF) beinhal e keine Impac -E alua ion, sodass die
konk e e Wi kung einzelne Maßnahmen au Ökosys-
emleis ungen nich gemessen we den kann. Mone ä e
An eize einzelne Öko egelungen e scheinen ad hoc und
implizie en eine ine izien e Fehlalloka ion on inanziel-
len Mi eln und An eizen.
Die absolu e Höhe de inanziellen Mi el ü die G üne
A chi ek u is im Ve gleich zu den geschä z en Anpas-
sungskos en iel zu ge ing. Vo gesehen sind du ch-
schni lich 100 Eu o/ha LF (67 Eu o/ha LF in de 1. und
33 Eu o/ha LF in de 2. Säule, Rei e e al., 2024) im
Ve gleich zu Kos en on 259 Eu o/ha LF ü die Umse -
zung de F2F-S a egie (Henning e al., 2021). Die Pa i-
zipa ions a e in diesen P og ammen wi d en sp echend
ge ing aus allen und es we den nu seh ge inge Öko-
sys emleis ungen e ziel . Un e ande en zeigen wissen-
scha liche S udien, dass eine Ausdehnung des Öko-
landbaus au 25 % de LF, die du chschni liche B u o-
S icks o bilanz p o ha wie auch die THG-Emissionen
nu um 5 % eduzie en wü de (Henning e al., 2021). Eine
e ek i e T ans o ma ion zu eine nachhal igen Landwi -
scha e o de somi eine undamen ale Re o m de Di-
ek zahlungen, die deu lich übe ak uelle Öko egelungen
hinausgeh , wie z. B. Umwel ze i ika e. Ebenso wi d on
de e wei e en Kondi ionali ä kaum ein messba e po-
si i e E ek au die Ökosys emleis ungen ausgeüb , da
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 157
Zei gesp äch
diese im Ke n eine Kombina ion de al en C oss-Com-
pliance und de G eening-Bedingungen en sp ich .
Die F age de T ans e e izienz zu sozialen Siche ung
de landwi scha lichen Einkommen is auch in de ak-
uellen GAP-Re o m nich wi klich gelös . E s ens e gib
sich auch nach Um e eilung on 10,6 % de Di ek zah-
lungen on g oßen zu kleinen und mi le en Be ieben
nach wie o eine seh ungleiche Ve eilung de Di ek -
zahlungen. Konk e wü den wei e hin übe 50 % de ge-
sam en Basisp ämienzahlungen an die 3 % de g öß en
Be iebe gezahl we den. Zwei ens soll e sich eine soziale
Einkommenspoli ik nich an den unk ionellen, sonde n
den pe sonellen Einkommen o ien ie en. Au g und des
seh hohen An eils de Nebene we bsbe iebe on übe
50 % is es aglich, wie hoch de An eil an Be iebslei e n
in de Landwi scha is , die ein An ech au s aa liche
Einkommens ans e s nach den S anda ds de Sozialge-
se zgebung haben.
Fazi
So wie die EU-Ag a p eispoli ik his o isch be ach e kei-
ne e ek i e Lösung de sozialen Ab ede ung des Ag a -
s uk u wandels da s ell e, so bie e die G üne A chi ek u
de ak uellen EU-Ag a e o m noch keine adäqua en po-
li ischen Rahmenbedingungen ü eine e ek i e T ans o -
ma ion zu eine nachhal igen Landwi scha . Umgekeh
können Wasse - und Klimaschu z de ini i nich allein
übe den Ma k hin eichend hono ie we den. In diesem
Zusammenhang s ellen handelba e Umwel ze i ika e,
welche be ei s mi dem EU ETS-Sys em ü CO2-Emis-
sionen einge üh wu den, iel e sp echende inno a i e
poli ische S eue ungsmechanismen zwischen Ma k und
S aa da . Diese ga an ie en auch eine poli ische Du ch-
üh ba kei , da eine en sp echende Au eilung de Ze i-
ika eigen ums ech e zwischen Landwi en und Ve b au-
che n bzw. zwischen den EU-Mi glieds aa en eine lexible
Ve eilung on Ne o-Gewinnen e laub . Insbesonde e
kann dadu ch die doppel e Ve eilungslogik de EU-Ag-
a poli ik als ins i u ionalisie e Mechanismus zu Um-
e eilung on In eg a ionsgewinnen zwischen Mi glieds-
s aa en sowie de Siche s ellung on Mi nahmegewinnen
de G oßbe iebe e üll we den. Da übe hinaus können
Ze i ika ech e dynamisch an e ände e ökonomische
Rahmenbedingungen angepass we den. Umwel ze i-
ika e könn en auch zu S eue ung de S icks o bilan-
zen in de Landwi scha eingese z we den. Hie muss
de Handel on Ze i ika en alle dings egional beg enz
we den, um eine e ek i e En las ung de jeweiligen egi-
onalen G und- und Fließgewässe zu gewäh leis en. Zu
Fö de ung de Biodi e si ä e scheinen Umwel ze i ika e
au g und eine ehlenden kla en Ansa zs elle zu zei noch
schwie ig. Hie e scheinen Ze i ika e ü ökologische Vo -
ang lächen wie auch Pes izideinsa z mögliche Su oga-
e. De Ze i ika handel könn e in bes imm en Be eichen
du ch egula i e Vo gaben sinn oll e gänz we den, z. B.
als e schä e Kondi ionali ä zu Ve meidung on Leaka-
ge-E ek en au g und on Landnu zungsände ungen.
Insgesam s ell die ag a poli ische Umse zung des
G een Deals in de Landwi scha ein he o agendes
Poli ik eld da , in dem Poli ik, Wissenscha und Ge-
sellscha we olle E ah ungen du ch poli ische Le n-
p ozesse ü die g undlegende T ans o ma ion in eine
Bioökonomie sammeln können. Dies gil insbesonde-
e, da die Anpassungskos en de T ans o ma ion in ein
nachhal iges Food Sys em e gleichsweise ge ing sind.
Fü die EU liegen diese deu lich un e 1 % des P o-Kop -
Einkommens. Absolu sind diese mi und 1.000Eu o/ha
o zdem e heblich (Henning e al., 2023), sodass zumin-
des empo ä eine Au s ockung des EU-Ag a budge
e o de lich wi d, obwohl diese Kos en mi el is ig zu
einem g oßen Teil au die Ve b auche ia E zeuge p eis-
e höhungen übe wälz we den (Henning e al., 2021,
2023). Vo dem Hin e g und de his o ischen Un e s ü -
zung und o allem de hohen Zahlungsbe ei scha ü
Ökosys emleis ungen ela i ie en sich diese Kos en abe
deu lich. T o zdem sind zu e ek i en Umse zung noch
einige poli ische Le np ozesse no wendig, die ho en -
lich nich wie in de al en Ag a poli ik wiede übe 40
Jah e daue n we den.
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Zei gesp äch
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Abs ac : Few policies ha e been as hea ily c i icised as Eu opean ag icul u al policy. Consequen ly, since i s es ablishmen in 1962,
i has been in a con inuous p ocess o e o m, encompassing six majo e o ms in he las 30 yea s alone. The cen al ques ion a ises:
Wha is he logic behind he endless e o m his o y o EU ag icul u al policy? A e ag icul u al e o ms undamen ally a logical conse-
quence o changing objec i es o s uc u al condi ions, and hus dynamically e icien ? O do hey ep esen a sequence o unsuccess-
ul poli ical lea ning p ocesses and hus a pe pe ual policy ailu e? The la e implies ha he e a e mo e e icien policy op ions ha
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