Rischke, Ramona
A icle
De Wi scha ss ando Deu schland b auch
Mig a ionsna a i e jensei s de Ve we ungslogik
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Rischke, Ramona (2025) : De Wi scha ss ando Deu schland b auch
Mig a ionsna a i e jensei s de Ve we ungslogik, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo,
Wa saw, Vol. 105, Iss. 9, pp. 638-642,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2025-0164
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/330848
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Wi scha sdiens 2025 | 9
638
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en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
DOI: 10.2478/wd-2025-0164
Wi scha sdiens , 2025, 105(9), 638-642
JEL: Y80, J08, J15
Ramona Rischke
De Wi scha ss ando Deu schland b auch
Mig a ionsna a i e jensei s de Ve we ungslogik
De Wi scha ss ando Deu schland is au eine anhal ende und subs anzielle
Zuwande ung angewiesen. Dennoch gib es eine zunehmend poli ische Abweh - und
Abscho ungs he o ik, insbesonde e in Bezug au Fluch mig a ion. Ein Fo schungsp ojek
beleuch e , wie das Na a i de Mig a ion als Lösung demog a ische He aus o de ungen
in un e schiedlichen Be ölke ungsg uppen e äng . Das P ojek en wickel ün konk e e
Baus eine ü eine e idenzbasie e und zukun so ien ie e Kommunika ion übe Mig a ion
jensei s de Ve we ungslogik. Die E gebnisse können de Poli ik hel en, e idenzbasie und
zukun so ien ie übe das ökonomisch No wendige zu sp echen.
D . Ramona Rischke is Co-Lei e in de Ab eilung
Mig a ion am Deu schen Zen um ü In eg a ions-
und Mig a ions o schung (DeZIM), Be lin.
En gegen den Eind ücken, die poli ische Diskussionen
und mediale Be ich e s a ung zuweilen e mi eln, sind
die Eins ellungen in de Be ölke ung gegenübe Mig a ion
di e enzie (z.B. Wieland, 2024; Mason-Suche , 2025).
Eine Minde hei de Be ölke ung lehn eine In eg a ion
on Ge lüch e en ab. Eine Meh hei sp ich sich ü eine
schnelle In eg a ion on Ge lüch e en in den A bei sma k
aus. Im Be eich de A bei smig a ion bes eh eine s abile
und hohe Zus immung ü diese Mig a ions o m (Wieland,
2024). Gleichsam is die Skepsis gegenübe Ak eu en de
Mig a ionspoli ik au deu sche und eu opäische Ebe-
ne ausgep äg (Mason-Suche , 2025) und neben einem
Wunsch nach S eue ung mi un e schiedlichen So gen
de Be ölke ung e knüp , beispielsweise um bezahlba-
en Wohn aum, einen ai en Zugang zu Sozialsys emen
und als zunehmend ausgeschöp wah genommene Au -
nahmekapazi ä en (Wieland, 2024).
Unabhängig on un e schiedlichen Fo men de Neuzu-
wande ung s ell allein die demog a ische Zusammen-
se zung unse e plu alen und di e sen Gesellscha An-
o de ungen an eine di e enzie e Kommunika ion übe
„Mig a ion“, da es de Reali ä in alle Regel nich ge ech
wi d, pauschalisie end übe „Mig an :innen“, „Deu sche“,
ode „Ge lüch e e“ zu sp echen. Auch is bekann , dass
es wich ig is , wie übe Mig a ion gesp ochen wi d (z.B.
Dennison, 2022): Im Zusammenhang mi de Fluch zu-
wande ung um das Jah 2015 e wa haben e schiedene
A bei en gezeig , dass soziale Medien und die A de
medialen Auseinande se zung zu gewal samen Übe g i -
en gegenübe Ge lüch e en beige agen haben (Mülle
& Schwa z, 2021; Dancygie e al., 2022). Ande e Au o-
en haben he ausgea bei e , dass das Ausmaß mediale
Be ich e s a ung übe Einwande ung mi s ä ke en So -
gen übe Zuwande ung einhe geh (Czyma a & Dochow,
2018).
Pa allel zu eine zunehmenden poli ischen Abweh - und
Abscho ungs he o ik in Bezug au Fluch mig a ion s eh
auße F age, dass de Wi scha ss ando Deu schland
au eine anhal ende und subs anzielle Zuwande ung an-
gewiesen is . In diesem Zusammenhang wu de poli isch
e such , du ch – wissenscha lich gesehen ehe o sich-
ige (Palop-Ga cía e al., 2023) – Ände ungen des Fach-
k ä eeinwande ungsgese zes Impulse zu se zen. Diese
Zwiespal zwischen e mein lich „geziel e “ Abweh und
Anwe bung e deu lich eine sei s, wie wenig ganzhei lich
Mig a ionspoli ik gegenwä ig ausges al e wi d und ande-
e sei s die Rolle on wah genommene „Ve dien hei “ (de-
se ingness ames) und wi scha lichen Ve we ungslogi-
ken. Dabei is das Konzep eine „menschen ech skon o -
men Absch eckungspoli ik“, welche die Eu opäische Union
im Zusammenhang mi den Re o men des Gemeinsamen
Eu opäischen Asylsys ems un e s ell , genauso wenig
übe zeugend, wie die Vo s ellung, dass die Deba en um
die (Nich )E wünsch hei bes imm e Einwande ungsg up-
pen keine b ei e en Signale de Ablehnung auss ahlen. So
gib es Hinweise da au , dass insbesonde e on assis i-
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 639
Zei gesp äch
schen S e eo ypen be o ene Menschen und Menschen
mi Mig a ionsbiog a ien angesich s solche Tendenzen
hin e agen, welche Zukun spe spek i en sie in Deu sch-
land haben (Zajak e al., 2024).
In diese Ausgangslage is gemeinsam mi Kolleg:innen
ein P ojek en s anden, bei dem wi uns dami beschä ig
haben, wie un e schiedliche G uppen de Be ölke ung –
insbesonde e Pe sonen mi di e sen Mig a ionsbiog a i-
en – das Na a i au nehmen, welches Mig a ion als die
Lösung des demog a ischen Wandels p äsen ie und
was wi da aus ü eine e idenzbasie e und zukun s-
o ien ie e Kommunika ion zum Thema Mig a ion le nen
können. Die nach olgenden E gebnisse sind dem P ojek -
epo „Jensei s de Ve we ungslogik“ (Ch is inck e al.,
2025) en nommen und in Teilen mi Un e s ü zung on KI
zusammenge ass .1
Die S udie
De demog a ische Wandel b ing in Deu schland e heb-
liche a bei s- und sozialpoli ische P obleme mi sich. Zu-
nehmend wi d die Zuwande ung on A bei sk ä en als
wesen liche Ansa z gesehen, um sowohl de Al e ung
de Gesellscha als auch dem A bei s- und Fachk ä e-
mangel zu begegnen. Alle dings inden die Pe spek i en
on Mig an :innen – also jene G uppe, die als „Lösung“
p äsen ie wi d – in ö en lichen Disku sen und in de wis-
senscha lichen Fo schung bishe wenig Beach ung. Ge-
nau an diese S elle se z die S udie an.
Mig a ionsdisku se in Deu schland und da übe hinaus
sind on übe spi z en und pauschalisie enden Na a i-
en gep äg , die dazu dienen, die komplexen U sachen
und Folgen on Mig a ion selek i und e ein achend
da zus ellen und in Wi kzusammenhänge zu b ingen,
die empi ische E idenz jedoch nich s andhal en. Na -
a i e we den in de wissenscha lichen Li e a u gleich-
sam zu wich igen Indika o en ü die ö en liche Hal-
ung und das Ve hal en in Bezug au Mig a ion gezähl ,
auch weil sie no ma i e Ansp üche und en sp echende
Handlungsansä ze o mi anspo ie en (Boswell e al.,
2011; Dennison, 2021).
Die Fo schung iden i izie gegenwä ig ie o he -
schende Mig a ionsna a i e (de Haas, 2024): 1. Mas-
senmig a ionsna a i (Mig a ion nimm s a k zu und is
auße Kon olle ge a en), 2. Mig a ion als Bed ohung
(Mig a ion als eine Ge ah ü Siche hei , A bei splä -
ze und den Wohl ah s aa ), 3. humani ä es Na a i
(Mig an :innen als hil lose Op e ih e Ums ände) und
1 Fü alle nach olgenden E gebnisse is dahe au Ch is inck e al.
(2025) zu e weisen.
4. u ili a is isches Na a i (Mig a ion als Lösung ü
Fachk ä emangel, ökonomische S agna ion und Be öl-
ke ungs ückgang). Le z e es Na a i wi d mi dem de-
mog a ischen Wandel in Ve bindung geb ach .
In Deu schland e en dem demog a ischen Wandel zu-
gesch iebene A bei sk ä eengpässe o allem in spezi i-
schen B anchen und Regionen au . Pe sonen mi Mig a-
ionsbiog a ien nehmen in diesen Be eichen be ei s heu-
e – und auch in Zukun – eine zen ale Funk ion ein (Be-
au ag e de Bundes egie ung ü Mig a ion, Flüch linge
und In eg a ion & Beau ag e de Bundes egie ung ü
An i assismus, 2025; Schneemann e al., 2025). Gleich-
zei ig wi d jedoch deu lich, dass ak uelle Mig a ionsbe-
wegungen allein ü eine Au ech e hal ung des A bei s-
k ä eangebo s bei Wei em nich aus eichen (Hellwagne
e al., 2023), sodass die E wa ungen an ein s a kes Ab-
ede n demog a ische T ends mindes ens deu lich übe -
höh sind.
Um zum einen die Wah nehmung dieses u ili a is ischen
Na a i s zu un e suchen und es zum ande en mi un e -
schiedlichen Ak eu en dialogisch wei e zuen wickeln,
wu den in dem Fo schungsp ojek zwischen Ok obe
2024 und Mä z 2025 el S akeholde -Gesp äche sowie
zehn Fokusg uppen mi übe 80 Teilnehmenden und ein
E gebniswo kshop du chge üh . Die Fokusg uppen,
die den Ke n de Un e suchung bilden, um ass en Men-
schen mi und ohne Mig a ionsbiog a ie e schiedene
He kün e und Gene a ionen: Kinde on Angewo be-
nen, uk ainische und sy ische Ge lüch e e, in e na ionale
S udie ende, A odeu sche, E we bsmig an :innen sowie
äl e e Pe sonen und junge Männe ohne Mig a ionsbio-
g a ie.
Zen ale Be unde
Die S akeholde gesp äche mi Ve e e :innen aus Zi il-
gesellscha , Wi scha und Wissenscha , da un e Ge-
we kscha en, Ve wal ungen, Un e nehmen, mig an ische
Selbs o ganisa ionen und Medienscha ende bes ä igen
zunächs die Ve b ei ung de genann en dominan en Mi-
g a ionsna a i e. Gleichzei ig nehmen die be ag en Ak-
eu e eine s a ke nega i e Ve schiebung on Mig a ions-
disku sen in den e gangenen Jah en wah . Besonde s
In e iew e mig an ische O ganisa ionen k i isie en zu-
dem die o binä e T ennung zwischen eine „deu schen
Dominanzgesellscha “ au de einen und Menschen mi
Mig a ionsbiog a ie beziehungsweise als mig an isch
wah genommenen Pe sonen au de ande en Sei e.
Um in den Fokusg uppen eine Diskussionsg undlage da-
ü zu scha en, das u ili a is ische Na a i zu e lek ie en,
wu de den Teilnehmenden eine sogenann e „Vigne e“
Wi scha sdiens 2025 | 9
640
Zei gesp äch
o geleg , die das Na a i e kö pe e: Eine P essemi -
eilung, dass Deu schland au g und de al e nden Gesell-
scha A bei sk ä e b auche und das ökonomische Po-
enzial on Mig an :innen besse ausschöp en wolle. Die
Teilnehmenden disku ie en ih e Reak ionen und en wi-
ckel en anschließend al e na i e Na a i e, so e n sie den
Beda ü Anpassungen sahen.
Die Fokusg uppen nahmen das mig a ionsbejahende
Na a i ambi alen und übe wiegend k i isch au , da
es Mig an :innen au ih en ökonomischen Nu zen edu-
zie und e wa Pe sonen ausschließ , die wenige zum
gesellscha lichen Wohls and bei agen können. Insbe-
sonde e Teilnehmende, die selbs zu E we bs- ode Bil-
dungszwecken nach Deu schland kamen, e knüp en
mi diesem Na a i jedoch auch Chancen. Insgesam
o de n Teilnehmende eine di e enzie e e und ealis i-
sche e Da s ellung on Einwande ungsp ozessen, um
s uk u elle Ba ie en de sozialen und wi scha lichen
Teilhabe sich ba e zu machen. Zudem plädie en sie
ü die E gänzung des Na a i s um gemeinsame We -
e wie gesellscha lichen Zusammenhal , gegensei ige
We schä zung und Ane kennung. Gleichzei ig wu de
deu lich, dass übe Mig a ion un e schiedliche gesell-
scha liche Themen ausgehandel we den, was auch
bes ehende Fo schung un e s eich (Fo ou an, 2019).
Hie zu zählen e wa die Themen Zugehö igkei , Iden i ä
und soziale Ge ech igkei .
K i ik an de Ve we ungslogik und s uk u elle
Ba ie en
In säm lichen Fokusg uppen wu de die ökonomische
Ve we ungslogik k i isch hin e ag . Fü die Kinde
und Enkel on Pe sonen, die übe Anwe beabkommen
nach Deu schland kamen, s and e wa im Fokus, dass
Mig an :innen dabei au ih e A bei sk a eduzie wü -
den, wodu ch sie sich dehumanisie ühl en. A bei s-
und Bildungsmig an :innen sowie Menschen ohne Mi-
g a ionsbiog a ie lehn en das Na a i wenige unda-
men al ab.
Zen ale K i ik gal de eali ä s e nen Da s ellung eine
ba ie e eien Ankun , die sich ü die Teilnehmenden aus
dem Auslassen en sp echende Ba ie en in dem Na a i
e gib . Teilnehmende e wiesen in diesem Zusammen-
gang au iel äl ige s uk u elle Hü den. Beim A bei s-
ma k zugang wu den e wa eine ehlende A bei se laub-
nis, mangelnde Ane kennung on Quali ika ionen und
Hie a chisie ung on Be u en als Haup ba ie en benann .
Sp achba ie en we den du ch mangelnden Zugang zu
Ku sen e s ä k , wobei A bei gebende o au als unnö ig
wah genommene, seh gu e Deu schkenn nisse be ei s
bei Joban i bes ehen wü den. Auch Disk iminie ung
wu de in as allen G uppen hema isie , besonde s p ä-
sen bei A odeu schen und Kinde n on Angewo benen.
Wei e e Ba ie en um ass en Wohnungsma k zugang,
Bü ok a ie und unsiche e Au en hal s i el.
Fo de ung nach ge eil en gesellscha lichen We en
und Zielen
Im Zusammenhang mi de gemeinsamen Wei e en -
wicklung des Na a i s wa au ällig, dass alle Fokus-
g uppen al e na i e Na a i e jensei s eine Wi scha -
lichkei en wickel en und meis übe geo dne e gesell-
scha liche We e und Ziele e gänz en. Zusammenhal
und Gemeinscha s anden ü die Teilnehmenden dabei
im Fokus, wenngleich diese Themen nich nähe konk e-
isie wu den.
In as allen Fokusg uppen wu de die gesellscha liche
Teilhabe als wesen liche G undlage ü ein unk ionie-
endes Zusammenleben in eine plu alen Gesellscha
he o gehoben. Besonde e Bedeu ung kamen dabei
p ak ischen Maßnahmen wie de Reduzie ung bü ok a-
ische Hü den du ch digi ale Lösungen und einem e -
leich e en Zugang zum A bei sma k zu. Auch eine ge-
meinsame Sp ache, ein ein ache e Zugang zu Sp ach-
ku sen, Gesundhei s e so gung, Bildungsge ech igkei
und Un e s ü zung bei de Wohnungssuche wu den in
allen G uppen, als wich ige Ins umen e zu Fö de ung
soziale Teilhabe angesehen. In diesem Zusammenhang
sahen die Teilnehmenden den S aa kla in de Ve an wo -
ung, sozials aa liche Maßnahmen zu e g ei en. Es wu de
deu lich, dass diese Anliegen nich nu Neuzugewande e
ode Menschen mi Mig a ionsbiog a ien be e en, son-
de n die gesam e Gesellscha . Gleichsam wu de „In eg-
a ion“ meh hei lich als gesam gesellscha liche Au gabe
e s anden.
Un e schiede zwischen den Fokusg uppen deu e en
sich e wa in Bezug au die F age an, inwie e n Teilneh-
mende ausschließlich au die in Deu schland lebende
Be ölke ung okussie en beziehungsweise wie k i isch
sie eine wei e en Neuzuwande ung gegenübe s ehen.
Eins ellungen gegenübe mig a ionsbeding e Di e si-
ä äche en sich dabei en lang des Spek ums eines
„passi en Hinnehmens“ (da wi scha lich no wendig)
und ak i e We schä zung au . Auch in Bezug au Mi el
und We kzeuge zu Fö de ung soziale Teilhabe zeig en
sich un e schiedliche Schwe punk se zungen. So he-
ma isie en mig an ische G uppen o allem die Rolle
on Chancenge ech igkei und den Abbau on Ba ie-
en wäh end nich mig an ische Teilnehmende ehe den
wi scha lichen Bei ag on Einwande ung be on en.
Ungeach e de un e schiedlichen Re lek ionen und o -
genommenen Anpassungen des u ili a is ischen Mig a-
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 641
Zei gesp äch
ionsna a i s lassen sich einige übe g ei ende Schluss-
olge ungen ziehen im Hinblick au un e schiedliche
Pe spek i en und au zukun so ien ie e Kommunika i-
onss a egien.
Un e schiedliche Pe spek i en nach
Mig a ionse ah ung
Nich -mig an ische Teilnehmende behiel en das u -
sp üngliche Na a i (demog a ische Wandel, wi scha -
liche Nu zen) g öß en eils bei, üg en abe gesellscha li-
chen Zusammenhal hinzu und o de en eine e schä e
Selek ion on Neuzuwande nden. Mig an ische G uppen
e ände en das Na a i s ä ke . Meh e e G uppen s ell-
en die Selek ion on Mig an :innen g undlegend in age.
Vo allem E we bsmig an :innen und in e na ionale S u-
die ende sp achen sich ak i ü die Rek u ie ung on A -
bei sk ä en aus. Alle mig an ischen G uppen o de en in
ih en wei e en wickel en Na a i en die Übe windung on
Disk iminie ung.
Fün Baus eine ü e idenzbasie e und
zukun so ien ie e Mig a ionsna a i e
1. Demog a ischen Wandel g ei ba machen
Im Zusammenhang mi He aus o de ungen des demo-
g a ischen Wandels zeig sich, dass das Thema zwa be-
kann is , jedoch zu abs ak bleib , um die D inglichkei
des Themas zu e assen und mi konk e en Lebens eali-
ä en de Teilnehmenden zu e knüp en. Das geh sowohl
aus den Fokusg uppen als auch aus den S akeholde ge-
sp ächen he o .
Emp ehlung: Die Kommunika ion soll e sich nich au
das abs ak e Konzep des demog a ischen Wandels
besch änken, sonde n konk e e e lebba e He aus o -
de ungen benennen, die an die Lebens eali ä en de
Ad essa :innen anschließen.
2. Viel al mig an ische Lebenswel en sich ba machen
Dominan e Na a i e homogenisie en Menschen mi Mi-
g a ionsbiog a ie. Unse e Analysen e deu lichen, dass
un e schiedliche G uppen in Bezug au das g undsä zlich
mig a ionsbejahende u ili a is ische Na a i e schiedene
E ah ungen, Bedü nisse und Wünsche haben. Uk aini-
sche Ge lüch e e beispielsweise be onen ande e Ba ie-
en als Kinde on Angewo benen ode in e na ionale S u-
die ende.
Emp ehlung: S a übe „die Mig an :innen“ zu sp echen,
soll en spezi ische G uppen und ih e jeweiligen E ah un-
gen konk e ad essie we den. Das e o de die Einbin-
dung und Ane kennung un e schiedliche mig an ische
Pe spek i en.
3. S uk u elle Ba ie en in de Kommunika ion zu Mig a ion
hema isie en
Das Bild ba ie e eie Teilhabe en sp ich nich de Le-
bense ah ung mig an isch bese z e Fokusg uppen und
wi d als eali ä s e n k i isie .
Emp ehlung: S uk u elle Ba ie en – wie hie de A bei s-
ma k in eg a ion – soll en kla benann we den. Dazu ge-
hö en beispielsweise Disk iminie ung, die e schwe e An-
e kennung on Abschlüssen, bü ok a ische Hü den. Die
Benennung on Hü den scha Kla hei und is Vo aus-
se zung ü de en Abbau.
4. Demog a isches Mig a ionsna a i mi posi i e ,
anschluss ähige Zukun s ision e knüp en
Einem Na a i , das ausschließlich au die Bewäl igung
des demog a ischen Wandels und den Nu zen ü die
Wi scha okussie , begegnen alle Fokusg uppen k i-
isch. Sie o mulie en Na a i e mi gemeinsamen gesell-
scha lichen Zielen und We en.
Emp ehlung: Eine gesellscha liche Zukun s ision, die
sich au e bindende We e und posi i e Emo ionen
s ü z , ha das Po enzial, Di e enzen zwischen un e -
schiedlichen gesellscha lichen G uppen zu übe b ü-
cken. Zukun so ien ie e Kommunika ion übe Mig a ion
e o de einen Pe spek i wechsel: S a un e schiedli-
che Fo men de Mig a ion nu anhand de wi scha li-
chen Nü zlichkei zu be ach en, soll en sie als no male
Teil eine plu alen Gesellscha ane kann we den.
5. Räume des Aus auschs und de Re lexion scha en
In den Fokusg uppen kam es zu einem s uk u ie en
Aus ausch e schiedene Pe spek i en und E ah un-
gen. Mechanismen de Ausg enzung, e wa en lang as-
sis ische S e eo ype, wu den so im Dialog sich ba und
konn en gemeinsam ein S ück wei e lek ie we den,
was in Teilen als be eiche nd besch ieben wu de.
Emp ehlung: Es is a sam, geziel Räume ü Aus ausch
und Re lexion zu scha en, o allem au lokale Ebene –
ü den Dialog zwischen un e schiedlichen Pe sonen so-
wie als geschü z e Räume ü diejenigen, die Disk iminie-
ung e leben. O ganisa ionen, die An idisk iminie ungs-
a bei leis en, spielen dabei eine wich ige Rolle. Eine
Kommunika ion übe Mig a ion, die Disk iminie ungssen-
sibili ä und Selbs e lexion ö de , kann diesen P ozess
un e s ü zen.
Wi scha sdiens 2025 | 9
642
Zei gesp äch
Implika ionen ü Poli ik und P axis
Na a i e und Kommunika ionss a egien beein lussen die
Wah nehmung on Mig a ion sowie poli ische En schei-
dungen und das gesellscha liche Zusammenleben. Die
S udie e deu lich , dass undi e enzie e Na a i e, die
Mig a ion nu als P oblem ode Lösung da s ellen und mi-
g an ische Pe spek i en ausblenden, wede e idenzba-
sie noch ag ähig sind. Die S udie bie e konk e e Impul-
se ü eine zukun so ien ie e, e idenzbasie e Kommu-
nika ion an de Schni s elle zwischen Mig a ion und den
He aus o de ungen des demog a ischen Wandels.
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Abs ac : This a icle p esen s a s udy ha examines he eac ion o a ious social g oups o he u ili a ian mig a ion na a i e, which
iews mig a ion as he solu ion o p oblems o demog aphic change. Based on 10 ocus g oups wi h o e 80 pa icipan s, he s udy shows
ha he na a i e is ecei ed wi h ambi alence, as i educes mig an s o hei economic u ili y and igno es s uc u al ba ie s, such as
hose hinde ing hei labou ma ke access. People a e calling o mo e nuanced na a i es and a connec ion o sha ed alues. The s udy
de elops i e conc e e building blocks o an e idence-based and u u e-o ien ed communica ion ha akes mig an pe spec i es in o
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