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Die Rolle der Regierungen in Schuldner- und Gläubigerländern bei der Überwindung von Verschuldungsproblemen in der Dritten Welt

Abstract

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Die Rolle der Regierungen in Schuldner- und Gläubigerländern bei der Überwindung von Verschuldungsproblemen in der Dritten Welt

Author: Nunnenkamp, Peter
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1987
DOI: 10.3790/schm.107.2.225
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291661/1/schm.107.2.225.pdf
Nunnenkamp, Pe e
A icle
Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und
Gläubige lände n bei de Übe windung on
Ve schuldungsp oblemen in de D i en Wel
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Nunnenkamp, Pe e (1987) : Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und
Gläubige lände n bei de Übe windung on Ve schuldungsp oblemen in de D i en Wel ,
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha
ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 107, Iss. 2, pp. 225-242,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.107.2.225
This Ve sion is a ailable a :
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Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en (ZWS) 107 (1987), S. 225 - 242
Duncke & Humblo , Be lin 41
Die Rolle de Regie ungen
in Schuldne - und Gläubige lände n
bei de Übe windung on Ve schuldungs-
p oblemen in de D i en Wel
Von Pe e Nunnenkamp
Sei An ang de ach zige Jah e wi d iel ach ein e s ä k es s aa liches Engage-
men ge o de , um die Ve schuldungsp obleme iele En wicklungslände zu
bekämp en. In diesem Bei ag wi d die These e e en, daß die Rolle s aa liche S el-
len, wie sie e wa im sogenann en Bake -Plan es geleg wi d, schwe wiegende „mo al
haza d"-P obleme au wi . Au de G undlage eine Analyse wi scha spoli ische
Fehlen wicklungen in de Ve gangenhei we den al e na i e Emp ehlungen en wik-
kel , welche Au gaben die Regie ungen in den Schuldne - und den Gläubige lände n
übe nehmen müssen, um die Au b ingungs- und T ans e p obleme beim Schulden-
diens hoch e schulde e En wicklungslände daue ha zu übe winden.
1. Einlei ung
Eine daue ha e Lösung de Schuldenp obleme in ielen En wicklungs-
lände n is auch meh als ie Jah e nach Ausb uch de K ise noch nich in
Sich . Die Gemeinsamkei en de be eilig en Pa eien gehen kaum übe
Gemeinplä ze hinaus. So wi d imme wiede eine zwischen Gläubige - und
Schuldne lände n koo dinie e S a egie ge o de , abe es gib keine Einig-
kei , was da un e zu e s ehen is . Den En wicklungslände n dien die Fo -
mel de koo dinie en S a egie haup sächlich dazu, on den Regie ungen
de Gläubige s aa en inanzielle Hil e einzuklagen. Die konk e en Beg ün-
dungen hie ü haben sich im Zei ablau gewandel . Vo wenigen Jah en
wa en es noch die d as isch ges iegenen Ölp eise, die neben ande en nach-
eiligen Wel ma k en wicklungen he angezogen wu den, um So o p o-
g amme in Fo m eines nachhal ig au ges ock en Ressou cen ans e s zu o -
de n. Heu e is es de Ölp eis e all, de beispielsweise den mexikanischen
Finanzminis e e anlaß , on den Indus ies aa en zu e langen, daß diese
zumindes einen Teil de eingespa en Ölimpo ausgaben an die hoch e -
schulde en Öl ö de s aa en übe agen1. Nun is es ohne Zwei el ich ig, daß
die allenden Ölp eise die Zahlungsbilanzp obleme on Lände n wie
Mexiko, Venezuela und Nige ia e heblich e schä en. Es wi d jedoch o -
1 F ank u e Allgemeine Zei ung, 9. 4. 1986.
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mals auße ach gelassen, daß diese Öl ö de s aa en be ei s am An ang de
ach zige Jah e zu de G uppe wich ige Schuldne lände gehö en, die
e hebliche Rückzahlungsp obleme ha en, obwohl sie ku z zu o on d a-
s isch ges iegenen Ölp eisen p o i ie ha en2. Es e schein deshalb kaum
e olg e sp echend und aus eichend zu sein, lediglich die Auswi kungen
nega i e ex e ne Schocks au die Leis ungsbilanz de En wicklungslände
du ch inanzielle Hil e on außen auszugleichen. Vielmeh deu e einiges
da au hin, daß de heimischen Wi scha spoli ik de Schuldne lände eine
zen ale Bedeu ung dabei zukomm , Ve schuldungsp obleme zu e meiden.
Im olgenden wi d deshalb zunächs disku ie , welche Rolle die Regie-
ungen de Schuldne lände zu übe nehmen hä en, dami das S adium des
„Du chwu s eins" bei de Übe windung on Ve schuldungsp oblemen end-
lich e lassen und s a dessen die U sachen de Zahlungsschwie igkei en
wi ksam bekämp we den. Um Emp ehlungen ü eine wi scha spoli i-
sche Umo ien ie ung geben zu können, is es e o de lich, zu o au die
Fehlen wicklungen einzugehen, die maßgeblich zu En s ehung de Schwie-
igkei en beige agen haben.
Im wei e en Ve lau dieses Bei ags geh es da um au zuzeigen, welchen
Bei ag die Gläubige s aa en zu Übe windung de Schuldenk ise leis en
können. Zwa is es inzwischen kaum noch ums i en, daß auch die Indu-
s ielände Ve an wo ung da ü agen, daß gegenwä ige Schuldenp o-
bleme en schä und neue K isen e hinde we den können. O en is abe ,
welche Maßnahmen die wes lichen Regie ungen e g ei en und was sie
un e lassen soll en. Am Beispiel des sogenann en Bake -Plans läß sich e -
deu lichen, was die Indus ies aa en un e de auch on ihnen benu z en
Fo mel de koo dinie en S a egie e s ehen. Diese om ame ikanischen
Finanzminis e Bake im Ok obe 1985 o ges ell e Ini ia i e wi d au
Gläubige sei e übe wiegend posi i eingeschä z 3. Sie um aß neben de
Fo de ung an die En wicklungslände , wi ksame Anpassungsmaßnahmen
zu e g ei en, zwei wei e e Elemen e:
— Die wes lichen Geschä sbanken we den ged äng , den En wicklungs-
lände n mi den g öß en Zahlungsp oblemen zusä zliche K edi e einzu-
äumen.
— Die in e na ionalen Finanzie ungsins i u ionen (insbesonde e die Wel -
bank) sollen ih K edi olumen me klich auswei en.
In diesem Bei ag wi d die These e e en, daß de Bake -Plan en gegen
de o he schenden Meinung e hebliche Risiken in sich bi g und es ehe
e schwe als e leich e , daß de Ressou cen ans e zwischen Indus ie-
2 Vgl. beispielsweise Sepül eda (1985).
3 Fü die Bundes epublik gl. z.B. Blessing (1985), Tie meye (1985), Gu owski
(1986).
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Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und Gläubige lände n 227
und En wicklungslände n länge is ig au eine solide, d.h. olkswi -
scha lich e izien e Basis ges ell wi d. Insbesonde e soll gezeig we den,
daß auch diese Ansa z lediglich an den Symp omen de Schuldenk ise
ku ie . Es gil deshalb, al e na i e Wege zu skizzie en, wie die Indus ie-
lände zu eine wi ksamen und um assenden U sachen he apie bei agen
können.
Abschließend we den die Aussich en abgeschä z , daß bei eine e izien-
en Au gaben e eilung zwischen den Regie ungen on Schuldne - und
Gläubige lände n bei de Übe windung de Ve schuldungsp obleme auch
die wes lichen Geschä sbanken ih e Rolle im in e na ionalen Ressou cen-
ans e wiede übe nehmen, indem sie den En wicklungslände n au ei-
willige Basis wei e e K edi e ein äumen.
2. Die Wi scha spoli ik de Schuldne lände
als U sache on Ve schuldungsp oblemen
In de Diskussion übe die e b ei e en Schuldendiens p obleme am
An ang de ach zige Jah e blieb die in den En wicklungslände n e olg e
Wi scha spoli ik zunächs wei gehend unbe ücksich ig . Hie ü wa en
nich zule z solche Un e suchungen e an wo lich, die die d as ische
Zunahme de Auslands e schuldung de D i en Wel in den siebzige und
ühen ach zige Jah en unbesehen nega i en ex e nen Schocks zu echne-
en. De hypo he ische Leis ungsbilanzein luß on Ölp eise höhungen, Wel -
ezession und ges iegenen in e na ionalen Zinssä zen wu de de Neu e -
schuldung de be o enen Lände gegenübe ges ell , ohne ins Kalkül zu
ziehen, daß es nu eine on meh e en Reak ionsmöglichkei en wa , sich
angesich s ex e ne- Schocks höhe als geplan zu e schulden4. Au diese
Weise konn e nich e klä we den, wa um Lände wie Venezuela und Nige-
ia, die pe Saldo on exogenen Wel ma k ein lüssen begüns ig wu den,
dennoch nich in de Lage wa en, ih e Auslandsschulden zu bedienen. Fe -
ne blieb o en, wa um beispielsweise A gen inien, B asilien und Mexiko zu
den wich igs en P oblemschuldne n zähl en, obwohl die du ch ex e ne
Schocks e u sach en ela i en Anpassungslas en ü sie ge inge wa en als
ü Lände wie Südko ea und Thailand, die wei e hin zahlungs ähig blie-
ben5.
O ensich lich wa en die En wicklungslände in un e schiedlichem Maße
e olg eich da in, ih e Volkswi scha en an die e schlech e en wel wi -
scha lichen Rahmenbedingungen anzupassen. Insbesonde e die gegensä z-
lichen E ah ungen de la einame ikanischen S aa en eine sei s, on denen
4 Vgl. z.B. Cline (1985).
5 Zu Be echnung de Leis ungsbilanzwi kungen ex e ne Schocks gl. Nunnen-
kamp (1985a); gl. auch Sachs (1985).
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die meis en sich als zahlungsun ähig e wiesen, und de os asia ischen En -
wicklungslände ande e sei s, die ( on den Philippinen abgesehen) keine
g öße en Schuldendiens p obleme ha en, obwohl sie eilweise auch hoch
e schulde wa en, eg en e gleichende Un e suchungen de jeweils e -
olg en Wi scha spoli ik an6.
Dabei ha sich o allem die ela i s a ke Wel ma k o ien ie ung de os -
asia ischen En wicklungslände als o eilha he ausges ell . Zwa e höh e
diese O enhei die Abhängigkei diese S aa en on de Nach ageen wick-
lung insbesonde e in den Indus ielände n. Schwe e wog jedoch, daß ein
in e na ional we bewe bs ähiges Expo angebo die Anpassung an e -
schlech e e äuße e Rahmenbedingungen e leich e e und au diese Weise
die du ch Auslandsk edi e zu inanzie enden Leis ungsbilanzde izi e
beg enz we den konn en. Die Einbindung in den in e na ionalen We be-
we b begüns ig e es, daß sich die Indus ialisie ung gemäß de kompa a i-
en Kos en o eile diese Lände ollzog. Diese S a egie bo An eize ü
In es i ionen, de en Rendi e die an das Ausland zu zahlenden K edi zinsen
übe s ieg, und wa deshalb geeigne , spä e en Schuldendiens p oblemen
o zubauen.
Die Vo eilha igkei eine In eg a ion de na ionalen Volkswi scha in
den Wel ma k im Hinblick au die Ve hinde ung ode Bewäl igung on
Zahlungsschwie igkei en and jüngs wei e e Bes ä igung7. Es wu de nach-
gewiesen, daß wachs ums ö de nde Außenhandelspoli iken wel ma k -
o ien ie e En wicklungslände de Ge ah on Übe schuldung wi ksam
o beug en. Dagegen wu de die no wendige Anpassung in den binnenma k -
o ien ie en Volkswi scha en de D i en Wel du ch eine k ä ig ausge-
wei e e Au nahme on Auslandsk edi en zunächs e schoben. Als de
S om de Kapi alimpo e am An ang de ach zige Jah e e ebb e, wu den
o allem in den wich igen la einame ikanischen Schuldne lände n de la-
ionä e Maßnahmen e g i en und die Impo e d as isch zu ückgeschni en.
Dadu ch, daß das gesam wi scha liche Wachs um in den binnenma k -
o ien ie en Lände n be äch lich hin e den Zuwachs a en de wel ma k -
o ien ie en Volkswi scha en zu ückblieb, wu de die Bedienung de Aus-
landsschulden zusä zlich e schwe , und die in e na ionale K edi wü dig-
kei nahm wei e ab.
Neben de Außenhandelspoli ik ha auch die Wi scha spoli ik in ande-
en Be eichen maßgeblich da übe mi bes imm , ob ein Schuldne zah-
lungs ähig blieb ode nich . So läß sich ein posi i e Zusammenhang zwi-
schen hohen und wachsenden ö en lichen Haushal sde izi en eine sei s
sowie Leis ungsbilanzde izi en und zunehmenden Schuldenlas en ande e -
6 Vgl. z.B. Sachs (1985); Nunnenkamp (1985b).
7 Balassa (1984).
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Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und Gläubige lände n 229
sei s es s ellen8. Fe ne wa en do , wo s aa liche Eing i e in die ma k mä-
ßige P eisbildung au Fak o - und Gü e mä k en sowie im Be eich de
Wechselku se besonde s um ang eich und ie g ei end wa en, die Expo zu-
wachs a en e gleichsweise ge ing und die Wah scheinlichkei ü Schul-
dendiens p obleme besonde s hoch9.
Eine genaue e Analyse de Wi scha spoli ik und de wi scha lichen
„Pe o mance" on zehn En wicklungslände n mi schwe wiegenden
Schuldendiens schwie igkei en („P oblemschuldne ") au de einen Sei e
und ach Lände n ohne g öße e Zahlungsp obleme au de ande en Sei e
bes ä ig , daß den Regie ungen de En wicklungslände eine en scheidende
Rolle dabei zukomm , Ve schuldungsk isen zu e meiden10. Wenn man die
Un e suchungslände im Hinblick au den E olg ode Miße olg on
Anpassungsmaßnahmen in de Pe iode 1974 - 82 o dne , indem Rangplä ze
ü el e schiedene Indika o en e geben we den, allen insbesonde e die
olgenden Un e schiede au (Tabelle l)11:
— Die G uppe de wei e hin zahlungs ähigen Lände konn e die Impo e
deu lich s ä ke zu ückd ängen als die Schuldne mi Zahlungsp oble-
men. Gleichzei ig wa en es insbesonde e wel ma k o ien ie e En wick-
lungslände ohne d ängende Schuldenp obleme wie Südko ea und Thai-
land, die ih e De iseneinnahmen du ch Expo auswei ung s eige n
konn en.
— Die Nich -P oblemschuldne wiesen im Du chschni eine ge inge e
S aa squo e au als die Ve gleichsg uppe. Noch wich ige e schein es,
daß sie sich nach 1973 deu lich s ä ke bemüh haben, Haushal sde izi e
abzubauen und au diese Weise den Zuwachs de Ve schuldung zu
beg enzen.
8 Zaidi (1985), Wo ld Bank (1985), 62.
9 Wo ld Bank (1985), 54 .
10 Die Eino dnung de Un e suchungslände in „P oblemschuldne " und „Nich -
P oblemschuldne " be uh au eine um assenden Un e suchung und Bewe ung e -
schiedene E scheinungs o men on Ve schuldungsp oblemen; be ücksich ig wu -
den u.a.: Rückzahlungsaus älle und - ücks ände; Schuldenmo a o ien; Umschuldun-
gen; Schwie igkei en, neue K edi e zu e hal en; e schä e K edi bedingungen; Bei-
s ands e handlungen mi mul ila e alen O ganisa ionen; gl. aus üh lich Nunnen-
kamp (1986b), 37 - 50.
11 Die Kennzi e n beziehen sich zum einen au die wich igs en wi scha spoli i-
schen Ak ionspa ame e de Regie ungen in den Schuldne lände n (z.B. im Be eich
de Haushal s- und Wechselku spoli ik) und spiegeln zum ande en die wi scha -
liche „Pe o mance" diese Lände in wesen lichen Be eichen wide (z.B. im Außen-
handel, bei de Ve eilung des B u osozialp oduk s au Konsum und In es i ionen
sowie im Hinblick au Geldwe s abili ä und gesam wi scha liches Wachs um). Die
le z e Spal e on Tabelle 1 aß alle Indika o ein zusammen und bie e deshalb ein
um assende es Bild on de Wi scha spoli ik und de da aus esul ie enden „Pe -
o mance" eines Landes. Die du chschni lichen Rangzi e n in den le z en beiden
Zeilen on Tabelle 1 geben Anhal spunk e da übe , ob und in welchem Maße sich
Wi scha spoli ik und „Pe o mance" zwischen Lände n mi und ohne g öße e Ve -
schuldungsp obleme un e schieden haben.
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Pe e Nunnenkamp
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ZWS 107
(1987)
2
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Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und Gläubige lände n 231
— In den Lände n ohne g öße e Zahlungsp obleme nahm die In es i ions-
ä igkei nach 1973 me klich s ä ke zu als in den P oblemlände n. Dies
mach deu lich, daß o allem die e s e Lände g uppe bes eb wa ,
ex e ne Schocks du ch Ums uk u ie ung und P oduk ionss eige ung zu
übe winden.
— Die Schuldne mi Ve schuldungsp oblemen e zeichne en im Du ch-
schni d as isch höhe e In la ions a en als die Ve gleichsg uppe. Zwa
e säum en es nich nu die meis en P oblemschuldne , sonde n auch
eine Reihe de wei e hin zahlungs ähigen Lände , wachsende Un e -
schiede zwischen de inländischen und de in e na ionalen Kau k a -
en wicklung du ch aus eichende Abwe ungen de heimischen Wäh ung
auszugleichen12. Im Un e schied zu e s en G uppe hiel en sich jedoch
die jäh lichen Schwankungen de ealen Wechselku se in den Lände n
ohne Ve schuldungsp obleme in engen G enzen. Hie du ch wu den län-
ge is ige P oduk ions- und In es i ionsen scheidungen sowie de Au -
bau daue ha e Außenhandelsbeziehungen e leich e , was le z lich
Zahlungsbilanzp oblemen o beug e.
— Am deu lichs en sind die Un e schiede zwischen den beiden Lände -
g uppen im Hinblick au das im Du chschni de Jah e 1973 - 82
e ziel e gesam wi scha liche Wachs um. Die eale Zuwachs a e wa
ü die Nich -P oblemschuldne mi du chschni lich 6,5 H meh als
doppel so hoch wie ü die Ve gleichsg uppe. Hie in schläg sich nich
zule z die Summe de e olg eichen wi scha spoli ischen Anpassungs-
maßnahmen an die nega i en Wel ma k en wicklungen niede .
3. Wich ige Elemen e eines wi scha spoli ischen
Re o mp og amms in den P oblemlände n
Eine güns ige gesam wi scha liche Wachs umsen wicklung bie e den
En wicklungslände n den bes en Schu z o zukün igen Schwie igkei en
bei de Bedienung de Auslandsschulden. Vo allem ü die Regie ungen de
Lände mi schwe wiegenden Zahlungsp oblemen s ell sich deshalb die
Au gabe, au einen s abilen Wachs umsp ad zu ückzu inden und au diese
Weise die in e na ionale K edi wü digkei wiede zue langen. Um e olg-
e sp echende wi scha spoli ische Re o men in Ang i nehmen zu kön-
nen, müssen die Leh en aus den Fehlen wicklungen de Ve gangenhei
12 Um die eale Wechselku sen wicklung abzuschä zen, wu den zunächs die nomi-
nalen Wechselku se zwischen den Un e suchungslände n und ih en jeweils ün
wich igs en Handelspa ne n au de Impo - und de Expo sei e be echne (gewich-
e mi den An eilen de Handelspa ne am gesam en Außenhandel des jeweiligen
Un e suchungslandes). Die nominalen We e wu den dann mi einem Index ela i e
P eise de la ionie , de die P eisen wicklung in den Un e suchungslände n den
P eisen wicklungen in den wich igs en Pa ne lände n gegenübe s ell .
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gezogen we den. De wi scha spoli ische Ko ek u beda ü einzelne
P oblemschuldne häng na ü lich on den besonde en Bedingungen und
dem bishe igen wi scha spoli ischen Ku s des jeweiligen Landes ab. Hie
können lediglich einige allgemeine Rich linien ü ein Re o mp og amm
en wickel we den13.
Wich ig is es zunächs , daß die Regie ungen in den P oblemlände n die
G ünde da ü e kennen, daß die bishe igen Anpassungsp og amme wei ge-
hend geschei e sind. Insbesonde e in den la einame ikanischen Schuld-
ne lände n sind wi scha spoli ische Ko ek u maßnahmen imme noch
nahezu ausschließlich da au ge ich e , aku e Funk ionss ö ungen ku z i-
s ig zu „beheben" und lediglich die Symp ome de Ve schuldungsp obleme
zu bekämp en. P eiss ops angesich s on Hype in la ionen in A gen inien
und B asilien e kennen zum Beispiel, daß au diese Weise be ei s au mi -
le e Sich neue, noch schwe wiegende e Funk ionss ö ungen ausgelös we -
den: Die P eis eglemen ie ung bewi k , daß die P oduzen en ih Angebo
zu ückhal en, nach Umgehungsmöglichkei en suchen und diese nich
zule z au g auen und schwa zen Mä k en inden. Ku z is ige „Sanie un-
gen" de ö en lichen Haushal e übe S eue e höhungen blähen den S aa s-
sek o wei e au , en mu igen p i a wi scha liche p oduk i e Ak i i ä en
imme meh und beein äch igen deshalb schon wenig spä e die Chancen
eines s e igen Wi scha swachs ums.
Auch im Be eich de Außenhandelspoli ik sind bishe o allem in La ein-
ame ika o wiegend au ku z is ige Zahlungsbilanze ek e ausge ich e e
Schwe punk e gese z wo den14. De spek akulä e Abbau de Leis ungs-
bilanzde izi e ü die sieben wich igs en Schuldne diese Region ging as
ausschließlich au d as ische Impo kü zungen zu ück; die Ein uh en diese
Lände sch ump en on übe 80 M d. US-$ (1981) au nu noch 45 M d.
US-$ (1984). Eine de a ige Poli ik is be ei s au mi le e Sich nich du ch-
zuhal en. Schuldendiens p obleme we den nu on einem zum ande en
Land e schoben, wenn ein Haup schuldne land in La einame ika seine
Impo e nachhal ig zu ückschneide , da die Handelsbeziehungen inne halb
diese Region adi ionell ech in ensi sind. Wachs umschancen we den
zunich egemach , s a neue zu e ö nen, o allem, wenn - wie in La ein-
ame ika geschehen - die Besch änkung de inländischen Abso p ion haup -
sächlich die In es i ionen i 15.
Selbs wenn es in de e s en Phase de Umschuldungen in den Jah en
1982/83 unabweisba wa , so o wi ksame de la ionä e Maßnahmen zu
13 Vgl. aus üh liche Hiemenz (1985); ein lände spezi isches Re o mp og amm ü
A gen inien is in Fische / Hiemenz / T app (1984) en wickel wo den.
14 In e -Ame ican De elopmen Bank (1985).
15 In den sieben la einame ikanischen Haup schuldne lände n (A gen inien, B asi-
lien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Pe u und Venezuela) sank die In es i ionsquo e im
Zei aum 1981 - 84 um du chschni lich sieben P ozen punk e au nu noch 18 H.
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Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und Gläubige lände n 239
zu behinde n. Nu bei eine Handelslibe alisie ung können die hoch e -
schulde en En wicklungslände ih e kompa a i en P oduk ions o eile
nu zen und aus eichende De isen e dienen, um ih en Zahlungs e p lich-
ungen nachzukommen. Anpassungss a egien de Schuldne wä en e heb-
lich leich e du chzuse zen, wenn die Gläubige ohne wei e e Ve zöge un-
gen bindende Ve p lich ungen eingehen, Impo es ik ionen abzubauen
sowie die Sub en ionie ung nich meh we bewe bs ähige Indus ie-
zweige zu s oppen, und die Ve sp echungen dann auch eingehal en we den.
Es is ein schwe wiegende Mangel de Bake -Ini ia i e, daß die d ingend
e o de liche De egulie ung und Libe alisie ung in den Indus ielände n
kein P og ammbes and eil is .
6. Zusammen assung
Die Rollen e eilung zwischen Schuldne - und Gläubige s aa en im Rah-
men eine e olg e sp echenden um assenden S a egie, um bes ehende
Ve schuldungsp obleme zu übe winden und neue K isen zu e hinde n, läß
sich olgende maßen zusammen assen:
- Um ih e in e na ionale K edi wü digkei wiede zue langen, müssen die
En wicklungslände mi schwe wiegenden Ve schuldungsp oblemen
ohne wei e e Ve zöge ung eine konsis en e und Ve auen scha ende
Wi scha s e o m in K a se zen. Besonde s wich ig is es, Disk iminie-
ungen wel ma k o ien ie e Ak i i ä en gegenübe ein binnenma k -
o ien ie en P oduk ionen abzubauen, Übe bewe ungen de heimischen
Wäh ung du ch eine lexible e Wechselku spoli ik zu e meiden, auslän-
dische Di ek in es i ionen zu e mu igen, In la ionsmen ali ä en zu b e-
chen, adminis a i e u sach e Ve ze ungen de ela i en Fak o - und
Gü e p eise zu ko igie en, die Funk ions ähigkei de heimischen Kapi-
almä k e du ch inanzielle Libe alisie ung zu e besse n und unp oduk-
i e S aa sak i i ä en zu ückzuschneiden.
- Die zen ale Au gabe de Gläubige s aa en bes eh da in, die E olgsbe-,
dingungen on Wi scha s e o men in den Schuldne lände n zu e bes-
se n. Vo angig sind e bindliche Sch i e zu einem Abbau des P o ek io-
nismus zu un e nehmen, um die T ans e p obleme de En wicklungslän-
de zu en schä en.
Wenn Gläubige - und Schuldne lände wi ksame Anpassungsmaßnah-
men e g ei en, bes eh beg ünde e Aussich , daß auch die wes lichen
Geschä sbanken ih e Rolle bei de Lösung on Ve schuldungsp oblemen
spielen. Sie müssen solchen Lände n, ü die gu e Chancen eine mi el i-
s igen Besse ung de wi scha lichen Lage exis ie en, zusä zliche K edi e
ein äumen, dami schwie ige Übe b ückungsphasen übe wunden we den
können. Dies muß au eigenes Risiko de Banken geschehen, um die aus
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eine Sozialisie ung p i a wi scha liche Risiken esul ie enden „mo al
haza d "-P obleme zu e meiden.
Ohne Zwei el wi d es ü die p i a en Banken in nähe e Zukun schwie-
ig bleiben zu en scheiden, wo eine wei e e K edi e gabe sinn oll is und
wo nich . Die Geschä sbanken sind abe du chaus in de Lage, gu e on
schlech en Risiken zu un e scheiden. In de e s en Häl e de ach zige
Jah e inde sich kaum E idenz ü eine undi e enzie e Einsch änkung de
p i a en K edi e gabe an P oblemschuldne und wei e hin zahlungs ähige
En wicklungslände . Es deu e zudem einiges da au hin, daß ausländische
K edi gebe im Falle konsis en e und e olg e sp echende Wi scha s e-
o men be ei sind, neue Mi el zu gewäh en, obwohl die E ah ungen, wie
schnell Banken au einen Poli ikwechsel de Schuldne eagie en, zugegebe-
ne maßen seh beg enz sind. Ein Beispiel bie e die Tü kei28. Dieses Land,
das 1979 p ak isch bank o wa , se z e 1980 ein Wi scha sp og amm in
K a , das schon bald posi i e Wi kungen - e wa hinsich lich des gesam -
wi scha lichen Wachs ums - zeig e und dazu bei ug, die in e na ionale
K edi wü digkei wiede zue langen.
Zusammen assung
Die Analyse wi scha spoli ische Fehlen wicklungen in hoch e schulde en Län-
de n de D i en Wel zeig , daß die in e na ionale K edi wü digkei nu dann wie-
de gewonnen we den kann, wenn die Regie ungen de Schuldne lände um assende
und konsis en e Wi scha s e o men in K a se zen, s a lediglich einen ku z is i-
gen Zahlungsbilanzausgleich anzus eben. Re o mp og amme müssen alle wesen -
lichen Poli ikbe eiche - wie die Außenhandels-, Wechselku s-, Geld- und Fiskalpoli-
ik - einbeziehen und adminis a i e u sach e Ve ze ungen de ela i en Fak o -
und Gü e p eise abbauen. Die Regie ungen de Gläubige s aa en müssen die T ans-
e p obleme de Schuldne lände du ch eine ie g ei ende Impo libe alisie ung en -
schä en, s a au eine s aa liche Lenkung des in e na ionalen Kapi al ans e s zu
se zen. Ve s ä k e s aa liche In e en ionen in die K edi e gabe an En wicklungs-
lände we en schwe wiegende „mo al haza d"-P obleme au und könn en neuen
Ve schuldungsk isen Vo schub leis en.
Summa y
In o de o egain hei in e na ional c edi -wo hiness, he go e nmen s o Thi d
Wo ld deb o coun ies mus implemen a - eaching and cohe en policy e o ms
a he han me ely aiming a sho - e m balance o paymen s adjus men . This is he
majo esul om an analysis o misconcei ed economic policies in highly indeb ed
de eloping coun ies. Adjus men p og ams mus ocus on all majo a eas o economic
policy, i.e. ade, exchange a e, mone a y and iscal policies, as well as educe policy
induced dis o ions in ela i e p ices in ac o and p oduc ma ke s. The go e nmen s
o c edi o coun ies mus help o o e come he ans e p oblems o deb o coun ies
28 Vgl. Gönensay (1984); Balassa (1985).
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Die Rolle de Regie ungen in Schuldne - und Gläubige lände n 241
by signi ican ly libe alizing es ic i e impo policies, a he han elying on mo e
go e nmen in e en ions in o he in e na ional ans e o capi al. A publicly
en o ced p o ision o esh money o de eloping coun ies would cause se e e mo al
haza d p oblems and could gi e ise o a new ound o deb c ises.
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