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Die Umschichtung der Arbeits- und Verwaltungsleistungen unter den Bedingungen der Automation

Abstract

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Die Umschichtung der Arbeits- und Verwaltungsleistungen unter den Bedingungen der Automation

Author: Siebel, Wigand
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1965
DOI: 10.3790/schm.85.3.287
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291081/1/schm.085.3.287.pdf
Siebel, Wigand
A icle
Die Umschich ung de A bei s- und Ve wal ungsleis ungen
un e den Bedingungen de Au oma ion
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Siebel, Wigand (1965) : Die Umschich ung de A bei s- und
Ve wal ungsleis ungen un e den Bedingungen de Au oma ion, Schmolle s Jah buch ü
Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol.
85, Iss. 3, pp. 287-301,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.3.287
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291081
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Die Umschich ung de A bei s- und Ve wal ungsleis ungen
un e den Bedingungen de Au oma ion
Von Wigand Siebel, Saa b ücken
Im mode nen Indus iebe ieb lassen sich mi einige Kla hei zwei
Haup leis ungsbe eiche gegeneinande abheben. Es sind dies de Be-
eich de P oduk ion und de Be eich de Ve wal ung. De P oduk-
ionsbe eich s ell nach allgemeine Au assung das Zen um des
Handlungsablau es in einem e allgemeine en Indus iebe ieb da
und dami auch das Zen um ü die soziologische Fo schung — sei
sie empi isch ode heo e isch. Die aus de Exis enz des Indus ie-
be iebes he o gewachsene soziale P oblema ik — A bei e age,
S eik, A bei sbedingungen, Ve häl nis zu echnischen Anlage und
zu be ieblichen Au o i ä — wu de as ausschließlich im Hinblick
au die P oduk ion bedach und e ö e .
„P oduk ion" bedeu e dabei die mi Einwi kung de menschlichen
Hand ollzogene echnische He s ellung des Gu es. Diese handg ei -
liche Einwi kung kann unmi elba e A sein ode das We kzeug
benu zen — das is die P oduk ionsweise des Handwe ks. Sie kann
sich abe auch übe die Mi hil e on Maschinen ollziehen, indem
diese au das zu p oduzie ende Gu gelenk we den, sei es auch nu ,
daß man die Maschinen zu ech en Zei einschal e . Die Einwi kung
wi d dabei imme on dem zu bea bei enden Gu — das wenigs ens
on Zei zu Zei sich ba is — und du ch die Idee seines zu e eichen-
den e igen Zus andes gelei e . Im Be eich de P oduk ion se z sich
in e s e Linie de echnische Fo sch i und dami auch die A bei s-
eilung du ch.
Das Gewich de P oduk ion wu de bisweilen als so s a k emp un-
den, daß de Indus iebe ieb on hie he de inie wu de. So be-
zeichne e E ns Michel den „Be ieb als eine Einhei , die du ch den
p oduk ions echnischen Zweck zusammenge aß wi d und sich so als
A bei sk a ge üge da s ell "1. Da on zu un e scheiden is nach Michel
1 Ems Michel: Sozialgeschich e de indus iellen A bei swel , ih e K isen-
o men und Ges al ungs e suche. F ank u a. M. 1947. S. 114 .
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288 Wigand Siebel
das Un e nehmen, das „die Mach zu Einse zung on Chancen, Ka-
pi al und A bei zum Zwecke de Bedü nisbe iedigung is ", das
Ausganigsnia e ial bescha und die p oduzie en Gü e e kau 2.
„Die soziale P oblema ik de mode nen A bei lieg im Be ieb und
muß in ihm gelös we den. Sie is en s anden au de G undlage de
abhängigen Lohna bei und de un e nehme ischen Be iebshe scha
und s ell sich da als ech liche und soziale Ve ödung des A bei s-
aumes des A bei e s, als zunehmende F emdbes immung des Be-
iebslebens3/4
Den Raum de Ve wal ung zu um eißen, is e gleichsweise schwie-
ige . Die Au gabe de Ve wal ung is die Scha ung de Vo aus-
se zungen ü P oduk ion und Handel im Sinne de Regis ie ung de
Mi el und In o ma ionen, de En scheidung nach den gegebenen
Gene alanweisungen, abe auch des schöp e ischen (En wu s de
g oßen und de kleinen Planung. Ve wal ung is also in e s e Linie
nega i als die Nich -P oduk ion zu kennzeichnen. Zu ih gehö en
e wa die Funk ionen de Pe sonalab eilung, de Geschä sbuchhal ung,
de O ganisa ion, de Be iebsab echnung. Auch de Handel — Ein-
kau und Ve kau — kann un e ielen Hinsich en de Ve wal ung
zugeo dne we den. U sp ünglich, d. h. his o isch gesehen und bei
kleine Be iebsg öße, wa en alle diese Funk ionen mi de P oduk-
ion e einig . De be iebliche Ra ionalisie ungsp ozeß e s ha zu
ih e Ausgliede ung und Ve selbs ändigung ge üh . Abe auch
ande e, dem echnischen Be eich nähe s ehende Funk ionen: die Kon*
s uk iou im echnischen Bü o, die A bei sablau planung, die Te min-
planung, die be iebliche Quali ä skon olle gehö en nich meh zu
P oduk ion, sonde n bilden eigene Ve wal ungshe ieiche. Geblieben is
on de P oduk ion als eigens ändiges Gebilde die bloße „Fe i-
gung"4. Diese Ums uk u ie ung de Funk ionsgliede ung läß sich
e wa an de S ellung des Meis e s als des ypischen P oduk ions o -
gese z en e deu lichen. Du e e ühe seine A bei e eins ellen
und en lassen, Löhne es se zen und eine Vielzahl an Planungen
du ch üh en, so is ihm heu e häu ig nu die Au sich übe die
A bei e , e bunden mi Koo dina ionsau gaben e blieben. Gesam -
gesellscha lich gesehen e schein diese Teil des Ra ionalisie ungs-
p ozesses als Bü ok a isie ung.
Wenn im olgenden also on A bei sleis ungen gesp ochen weiden
soll, so im Sinne de Tä igkei im Rahmen de P oduk ion und nich
2
a.a.O. S. 116.
3 a.a.O. S. 117.
4 Vgl. dazu Wigand Siebel; Hans-Wilhelm He zle : Inne be iebliche Funk-
ionszusammenhang und Be u squali ika ion — Eine Lei s udie in Indus ieaus-
üs e be ieben des Maschinenbaus. Köln und Opladen 1962.
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Die Umschich ung de A bei s- und Ve wal ungsleis ungen 289
im Sinne de Selbs da s ellung und Selbs e wi klichung de Pe son
— also nich im Sinne on Handeln schlech hin. De in de P oduk ion
Tä ige wi d on diesem A bei sbeg i he als A bei e klassi izie .
De im Ve wal ungsbe eich Tä ige dagegen is Nich -A bei e („Ange-
s ell e "). Dabei da man wohl übe einige Schwie igkei en bei den
on de Sozial e siche ung bes imm en Abg emzungs agen, we nun
zu welche Ka ego ie gehö , hinwegsehen.
Die P oduk ion s eh auch im au oma isie en Indus iebe ieb
bislang im Mi elpunk des wissenscha lichen In e esses. Welche
A alle dings die Fe igung sein muß, um als au oma isie gel en
zu können, da übe wu de noch keine Einigung e ziel . „Rückmelde-
p inzip46, „Eingabe on Da en nach dem Lochka enp inzip" ( e -
besse übe Magne band ode Magne ommel), „elek onische S eue-
ung" — alles dies ha sich als nich aus eichend e wiesen, um die
Au oma ion zu de inie en.
Vielleich is es abe möglich, aus de Gegenübe s ellung on neu
und al , on au oma isie en und nich au oma isie en Be ieben
einige Anhal spunk e zu gewinnen. Zu diesem Zweck — gleichzei ig,
um die Umschich ungen de A bei sleis ungen zu e olgen — seien
die Haup aspek e einige A bei sbesch eihungen mi ge eil . Es handel
sich um Be iebe de chemischen Indus ie. Diese Indus iezweig be-
si z Fe igungsanlagen, die ü die Au oma ion wegen ih e Fließ-
p ozes&e (an S elle on hohen S ückzahlen) besonde s geeigne sind.
Deshalb sind in diese Indus ie wohl auch die bishe höchs en S u en
de Au oma isie ung e eich wo den. Ausgangspunk sind A bei s-
besch eibungen, die hie abe nu in Zusammen assung geb ach
we den können. Dabei sollen die Funk ionen de p oduk ionsnächs en
A bei sk ä e (de sogenann en „Fah e ") in Gegenübe s ellung he -
ausgehoben we den. Zu Un e scheidung we den diejenigen in de
al en, nich au oma isie en Anlage als „Fah e " und diejenigen in de
Au oma ionsanlage als „Wä e " bezeichne we den.
Das Fah en in (de al en Anlage umschließ das Bedienen de ech-
nischen Agg ega e und das Übe wachen de ausgelös en P ozesse. Soll
ein Kessel ange ah en we den, so we den die e schiedenen Flüssig-
kei en nacheinande eingepump , Ha s o e on oben in den Kessel
einge üll . Zu den wei e en Au gaben eines Fah e s gehö es e wa,
einen Kessel mi Heißdamp au zuheizen und die Tempe a u zu
egulie en ode die Anlage un e Vakuum zu se zen. Ve schieden lich
müssen Lei ungen on Hand um- ode abgeschal e we den, es sind
Schiebe zu schließen, zu ö nen, Gase einzublasen und so wei e . Bei
jedem P oduk ions o gang handel es sich um eine „Pa ie" ode
19 Schmolle s Jah buch 85,3
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290 Wigand Siebel
„Cha ge", die nach dem „Koch op p inzip" in eine bes imm en Zei
(meis übe meh e e Schich en) e igges ell wi d5.
Zu übe wachenden Tä igkei des Fah e s gehö es, die Reak ionen
au seine Eing i e in die Anlage an Meßins umen en zu beobach en.
Je nach de en E gebnissen muß e ko igie end eing ei en, z. B. die
Beheizung d osseln. Des wei e en gil es, egelmäßig es zus ellen, ob
de P oduk ionsp ozeß in de gewünsch en Weise abläu ode ob
Un egelmäßigkei en au auchen. Zu diesem Zweck miß de Fah e
nach jede halben S unde Tempe a u en und D ucks ä ken und äg
die E gebnisse in ein Fah buch ein.
Fe ne üll de Fah e in bes imm en Zei abs änden eine P obe
ab, äg sie ins Labo und sch eib die Analysenwe e au . Von Zei
zu Zei mach e einen Kon ollgang du ch die Anlage und sieh nach
den Lei unigen, Ven ilen, Vo lagen usw. Bei diese Tä igkei e bleib
ihm eine gewisse Disposi ions eihei .
In de au oma isie en Anlage besi z de Wä e eine ande e Au -
gabe. E is in seine Funk ion und auch handg ei lich mi eine
g oßen Anzeige- und Schal a el kon on ie . Die Schal a el en häl
ein g aphisches Fließbild, au dem in e ein ach e Fo m de Ve lau
des P oduk ionsp ozesses und die S ellung de Anlage eile da in zu
en nehmen sind6. Fe ne sind Anzeige-, Meß- und Regelge ä e — eils
Sch eibe — sowie Schal e in de Schal a el un e geb ach . Bun e
Lämpchen leuch en bei bes imm en Zus änden ode Ge ah au . Diese
Schal a el is zu kon ollie en, das heiß , die Angaben sind mi dem
Sollwe zu e gleichen. Die Anlage selbs is on diesem sogenann en
„Lei s and64 ge enn .
De Wä e äg keine schmu zige A bei skleidung, sonde n einen
saube en, weißen Ki el. E muß zu Kon olle de Schal a el und
dami auch de Anlage o allem das Fah buch üh en. In das Fah -
buch we den s ündlich übe 100 Ein agungen au genommen. Tem-
pe a u en, S ände, Mengen und D ucks ä ken. Neben alle Tä igkei
bleib — obwohl nich ausd ücklich e laub — noch genügend Zei
zum Lesen — alle dings sind K iminal omane, weil zu spannend,
e pön .
In Abwechslung mi zwei ande en Leu en, die e wa gleichbe ech ig
ih e A bei e ich en und sich gegensei ig abs immen, was zu un is ,
ha de Schal a elwä e als Anlagenwä e «die Anlage zu kon ollie-
en, ob alles no mal läu . Einige Meße gebnisse müssen ü das Fah -
5 Dazu is zu beme ken, daß auch Cha genp ozesse sich au oma isie en lassen.
Es gib soga Cha genp ozesse, die nu übe ein au oma isie es Ve ah en eali-
sie we den können.
6 Die Au zeichnung des Fließbildes s ell keine No wendigkei da . In manchen
Anlagen ha man da au e zich e .
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Die Umschich ung de A bei s- und Ve wal ungsleis ungen 291
buch aus de Anlage gehol we den. Die Ableses ellen sind so übe die
Anlage e eil , daß, wenn alle Ablesungen gemach we den, dami
gleichzei ig auch ein Kon ollgang du ch die ganze Anlage e bunden
is . Au gabe des Anlagenwä e s is es wei e hin, ü das Labo
P oben zu ziehen. — Sowei die A bei sbesch eibungen.
Eine g undlegende Un e scheidung zwischen beiden Fo men des
A bei s e häl nisses lieg zunächs da in, daß im al en Be ieb das
Ve häl nis zu echnischen Anlage wei gehend Me kmale eine wenig-
s ens mi elba en „handg ei lichen" Beziehung au weis , wäh end im
Au oma ionsbe ieb zwischen Schal a el und echnische Anlage
s ändig ein geis ige T ansponie ungp ozeß ollzogen we den muß.
In den al en Be ieben is das Ve häl nis des A bei e s zu den
sachlichen P oduk ionsmi eln du ch die unmi elba e Kommunika ion
mi den echnischen Agg ega en und den P oduk ionss o en gep äg .
Das P oduk ionspe sonal a bei e an Kesseln, Kolonnen, Lei ungen,
Pumpen, Au zügen, P essen, Tanks, Fässe n usw., scha die Be-
dingungen ü den Beginn des chemischen Vo gangs, lei e die einzel-
nen P ozeßs adien ein ode beende sie du ch Handa bei , e bunden
mi bisweilen nich une heblichen kö pe lichen Ans engungen. Um
diese unmi elba e Beziehung zu Anlage zu gewinnen, is de A bei e
gezwungen, S ando und Funk ionen de einzelnen Anlage eile und
ih e wechselsei igen Zusammenhänge zu kennen.
Das Ve häl nis des A bei e s zu Anlage im Au oma ionsbe ieb is
dagegen wesen lich bes imm du ch die äumliche T ennung de
wich igs en Meßge ä e on de Anlage und ih e Zusammen assung zu
eine Schal a el im Lei s and. Die Anlage wi d unübe sich lich und
om Wä e auch nich meh oll übe sehen.
Ein wei e e Un e schied e gib sich dadu ch, daß im al en Be ieb
die A bei beende we den kann, wäh end im Au oma ionsbe ieb de
Abschluß eines P oduk ionsp ozesses als ¡Elemen de A bei ssi ua ion
en äll . Auch im al en Be ieb bes eh kein unmi elba e Bezug zum
A bei se gebnis in dem Sinn, daß das P oduk in eine eindeu igen
Beziehung zu Leis ung des Anlagen ah e s s ünde. Das is schon des-
halb nich möglich, weil die P oduk ionsp ozesse in de Regel länge
als eine No malschich daue n. Doch is nach eine bes imm en Zei
das P oduk e igges ell , die Un e suchung e gib , ob es gelungen
is , ob die da au e wende e A bei gu eingese z wa ode nich .
Demgemäß is auch — in gewissem G ade — eine Be iedigung übe
das Leis ungse gebnis möglich.
Bei den au oma isie en Be ieben is dagegen bei no malem Lau
de Anlage kaum meh on eine Ko ela ion zwischen P oduk ions-
e gebnis und A bei sleis ung zu eden. De A bei e kann schwe lich
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292 Wigand Siebel
au seine „Leis ung" zu ückblicken und ha demen sp echend auch
keine Be iedigung übe den „A bei s ag".
Wäh end un e diesem Aspek das Ve häl nis zum A bei se gebnis
im al en Be ieb au die Fo mel geb ach we den kann „es is ge-
lungen", s eh im Au oma ionsbe ieb meh das on eine gewissen
Unsiche hei gep äg e Ge ühl im Vo de g und „es is gu gegangen".
Zwa könn e die S ö ungsbewäl igung einen E sa zmaßs ab ü die
A bei sleis ung bilden, doch e gehen o Wochen, ohne daß eine
S ö ung ein i . Im üb igen kann de Schal a elwä e imme den
Vo gese z en benach ich igen.
Fe ne is da au hinzuweisen, daß in den al en Be ieben de
A bei sablau om P oduk ionsp ozeß bes imm wi d, wäh end in
den Au oma ionsbe ieben .de P oduk ionsp ozeß keinen Ein luß au
den A bei sablau ausüb , In den al en Be ieben se z de P oduk-
ionsp ozeß die Da en ü den ak i en Handlungs ollzug du ch die
Anlagen ah e . Zunächs müssen die Ausgangsp oduk e einge ah en
we den, dann sind in einem bes imm en zei lichen Rahmen die S a-
dien des P oduk ionsp ozesses z,u beobach en und nach Ein i be-
s imm e Vo gänge wei e e Maßnahmen z.u e g ei en, die den P o-
duk ionsp ozeß in die gewünsch e Rich ung und schließlich zum
Abschluß b ingen.
In den au oma isie en Anlagen sind dagegen in keine Weise be-
s imm e Zei punk e aus dem P ozeß e lau o gegeben, nach de en
Ein i eine es um issene Handlungsak i i ä zu e g ei en wä e.
Bei no malem Lau de Anlage gib es hie keine lei A bei sno men,
die ih e Legi ima ion aus de Bewäl igung eine A bei sau gabe mi
Hil e de zu Ve ügung s ehenden Appa a u änden. Inso e n is
die unmi elba e Einwi kung de echnischen Anlage au die indu-
s ielle A bei mi de Au oma ion zu ückgegangen, gleichzei ig is
abe auch die Einwi kung au die echnische Anlage im no malen
A bei sall ag eingesch änk wo den.
Da aus olg , daß die A bei s ä igkei sich in ih e Subs anz e -
ände ha . De al e Be ieb kenn inne halb eine gewissen Regel-
mäßigkei Au me ksamkei ss öße ü den A bei s ollzug, wäh end im
Au oma ionsbe ieb die A bei ssi ua ion du ch eine Kon oll ä igkei
mi s ändig gleichbleibenden An o de ungen an die Au me ksamkei
gekennzeichne wi d.
Aus idiesen Ve lage ungen läß sich wohl eins mi alle Deu lichkei
ablesen: Au oma ion bedeu e den Ve lus de unmi elba en P o-
duk ionsbezogenhei de indus iellen Tä igkei , also den Ve zich au
die Einwi kung au den P oduk ions o gang und -ablau . Die P oduk-
ion wickel sich endenziell on selbs ab, eben au oma isch. Das
Beispiel aus de chemischen Indus ie da alle dings nich zu eine
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Die Umschich ung de A bei s- und Ve wal ungsleis ungen 293
unangemessenen Ve allgemeine ung üh en. In ande en B anchen,
ande en P oduk ions o gängen, auch selbs in de chemischen Indu-
s ie, is die Au oma isie ung bisweilen in ande e Weise bewe k-
s ellig wo den ode auch noch nich so wei o gesch i en. Abe
auch diese Anlagen bewegen sich mi echnische Konsequenz au das
gleiche Bild zu: au den selbs ä igen und selbs geniigsamen G oß-
mechanismus. Au oma ion bedeu e inso e n die Tendenz, den Ein-
luß des Menschen au die im Ablau be indlichen P oduk ions o -
gänge sowei wie möglich zu ückzud ängen.
Aus dem da geleg en Beispiel e gab sich also, daß die P oduk ions-
unk ion als eine on Menschen zu leis ende Au gabe e schwinde .
P oduk ionspe sonal — jeden alls im engen Sinne — gib es nich
meh . Nu zu S ö ungse kenn nis, S ö ungsbesei igung, Repa a u
und Ins andhal ung wi d noch die menschliche A bei sk a eingese z .
Imme hin bleib das Kon ollpe sonal im Ve gleich zu den ande en
K ä en noch das de P oduk ion am meis en nahes ehende Pe sonal,
das auch den Namen „P oduk ionspe sonal" — in E mangelung besse
da ü geeigne e K ä e — noch äg .
Was ü Leis ungen we den nun on diesen neuen K ä en in de
Au oma ion e wa e ? Ode ande s: Welche An o de ungen7 s ell
die echnische Anlage je z an das mi ih beschä ig e Pe sonal?
Sind hie ganz neue, hochwe ige, langausgebilde e und in elligen e
A bei sk ä e e o de lich, komm man mi den bishe igen aus ode
b auch man ielleich soga nu ge ing quali izie e K ä e? Die
Meinungen da übe sind ge eil . Die E wa ungen zu Beginn de
Au oma isie ungswelle liegen im allgemeinen am meis en bei de
e s en Al e na i e. So heiß es e wa: „. . . konzen ie e und hoch e -
an wo liche Au me ksamkei , echnisches Ve s ändnis und Reak ions-
geschick we den die Haup an o de ungen diese A on A bei sein;
sie d ängen den A bei e dami imme meh in die Nähe des Tech-
nike s, denn Kon oll unk ionen am Au oma ismus sind p imä
In elligenz unk ionen; sie we den neue Wege de Ausbildung und
Auslese de A bei e scha , ein ganz neues Be u sin e esse und eine
Reihe bishe nich dem A bei e zuzuzählende Be u squali ä en e -
o de n8." Danach wü de die Au oma ion zu eine , wie es in de Fach-
li e a u heiß , „Höhe s u ung" (up-g ading) de A bei sk ä e üh en.
Meh hochquali izie e A bei und dami höhe e Lohn wä e dann
eine Konsequenz de du ch die Au oma ion bewi k en Umschich ung.
7 Vgl. Wigand Siebel: Be u squali ika ionen im au oma isie en Indus ie-
be ieb. Soziale Wel , Jg. 15 (1964). H. 4. Die o liegenden Aus üh ungen knüp en
an diesen Au sa z an und üh en die P obleme wei e .
8 Donald B inkmann, zi ie in Louis Em icJi: Fab iken ohne Menschen — Unse e
Zukun im Zeichen de Au oma ion. Wiesbaden 1957. S. 33,
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294 Wigand Siebel
Die Beg ündungen da ü lau en e wa olgende maßen: Die au oma-
isie en Anlagen besi zen hochen wickel e^ schwe übe sehba e A -
bei sabläu e, sie haben komplizie e S eue - und Kon ollein ich un-
gen, die so g äl ig au einande abges imm we den müssen. Die An-
lagen bedeu en e hebliche Kapi alin es i ionen, sie haben einen hohen
Auss oß und nu noch seh wenige A bei e . Deshalb müssen die e -
bliebenen A bei sk ä e, die die Anlage bedienen und s eue n, hohe
G ade de Au me ksamkei , de Ve an wo ung im Hinblick au kos -
spielige S ö ungen, g oße Einsich in die P oduk ions o gänge und
dami eine zusä zliche Ausbildung, insgesam höhe e be u liche
Quali ika ion besi zen als de A bei e an de al en Anlage.
Man sah abe bald ein, daß diese A gumen a ion, obwohl au den
e s en Blick übe zeugend, keineswegs in diese Ve allgemeine ung zu-
e end wa . In einigen au oma isie en Anlagen a en die angenom-
menen Wi kungen nu seh undeu lich ode übe haup nich ein. Ja,
es zeig en sich soga gegensä zliche Tendenzen. Einige au oma isie e
Anlagen konn en mi K ä en de al en Anlagen bese z we den, bei
einigen neuen Anlagen g i man au ge inge quali izie e K ä e
zu ück und spa e dami nich nu quan i a i , sonde n auch quali a i
Pe sonal ein. Schließlich gelang es soga eine soziologischen Un e -
suchung un e Heinz Klu h9 es zus ellen, daß bei au oma isie en
Anlagen öllig gleiche A — es handel e sich um Öl a ine ien —
ganz e schiedene Pe sonalbese zungen au zu inden wa en. Sowohl
de Zahl nach als auch de Ausbildungss u e nach wa en A bei e ,
Anges ell e und Füh ungsk ä e jeweils seh un e schiedlich e e en.
Eine de beach enswe es en S immen zu diese o enba e wo e-
nen Lage is die des ame ikanischen A bei swissenscha e s James
R. B igh . Diese ag seine Lese : „Is es schwie ige ode leich e ,
einen Wagen zu ah en, de au oma ische S a e klappe, au oma ische
Kupplung, Se ob emsen und Se os eue ung besi z , ode einen
Fo d Modell T? We b auch höhe e Quali ika ionen und g öße e E -
ah ungen: eine Haus au, die in einem au oma ischen O en bäck ,
ode ih e G oßmu e , welche die Kuns des Backens in ih em Kohlen-
he d du ch lange E ah ung e le nen und k i ische Au me ksamkei
anwenden muß e, wenn sie E olg haben woll e?10" Diese Ve gleiche
e en den Sach e hal besse , als es im e s en Augenblick schein .
9 Heinz Klu h: Technische und nich echnische De e minan en de A bei s-
o ganisa ion. In: Ve handlungen des 14. Deu schen Soziologen ages. S u ga 1959.
Vgl. auch de s.: Au oma ion als Fo m und S u e de Ra ionalisie ung. In: Ha y
W. Zimme mann (H sg.): Aspek e de Au oma ion. Basel 1960. S. 258—264.
10 James R. B igh : Lolin indung an mode nen A bei splä zen in den USA. In:
Au oma ion und echnische Fo sch i in Deu schland und den USA. Sammlung
„ es no ae", Bd. 24. F ank u a. M. 1963. S. 162. Vgl. auch de s.: Au oma ion
and Managemen . Bos on 1958.
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.3.287 | Gene a ed on 2023-04-04 11:37:04
Die Umschich ung de A bei s- und Ve wal ungsleis ungen 801
uns dami imme wiede o neue, nich — ode nich olls ändig —
einplanba e Handlungso ien ie ungen.
In de Geschich lichkei des Menschen und seine F eihei is be-
g ünde , daß sich sein Handlungs aum imme wiede neu s uk u ie ,
einmalig is . Das heiß , es gib imme wiede indi iduelle Si ua io-
nen. Si ua ionen, die noch nich da wa en, also auch nich eingeplan
und in -de echnischen Appa a u be ücksich ig we den konn en.
Da aus e gib sich e ne die Indi iduali ä iele Bedü nisse. Abe
auch die g oßen geschich lichen E eignisse: K ieg, Ums u z, Ka a-
s ophen sind einmalige, unwiede holba e, nich einplanba e E -
eignisse.
Diese beiden G ünde scheinen unau hebba zu sein. Alle dings ha
die P oduk ion — wenigs ens in bes imm en Be eichen — die Ten-
denz, die Geschich lichkei au zuheben, indem sie lang is ig gleich-
mäßigen Absa z such , Massenwa e p oduzie und die Bedü nisse
de Indus ieige&ellscha zu e einhei lichen such . Auch eine s aa -
liche Inj es i ions- und Konsumplanung kann in gleiche Rich ung
wi ken. Schließlich is abe auch die Suche nach dem echnischen Fo -
sch i selbs ein his o isches Phänomen, das aus de Geschich lichkei
des Menschen gewo den is . Und das heiß , de echnische Fo sch i
is ein Phänomen, das nich bleiben muß, sonde n eines Tages seine
mobilisie ende K a einbüßen und dem Phänomen de Sä igung
e liegen kann. En allen abe beide G ünde, so zeig sich die ge-
schich slose Gesellscha als eine F eizei gesellscha , die, weil die
Au oma ion alles u , nich meh a bei en muß, sonde n nu noch zu
konsumie en ha . — Das is nun alle dings — man kann wohl mi
En schiedenhei sagen: glückliche weise — eine U opie, abe eine
U opie, die ein du chaus wi ksame soziale und poli ische Fak o is .
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