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Schattenwirtschaft und Wirtschaftspolitik

Abstract

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Schattenwirtschaft und Wirtschaftspolitik

Author: Frey, Bruno S.
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1984
DOI: 10.3790/ccm.17.1.102
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/292986/1/ccm.17.1.102.pdf
F ey, B uno S.
A icle
Scha enwi scha und Wi scha spoli ik
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: F ey, B uno S. (1984) : Scha enwi scha und Wi scha spoli ik, K edi und
Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 17, Iss. 1, pp. 102-119,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.17.1.102
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292986
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik*
Von B uno S. F ey, Zü ich
I. Gegensä zliche Ansich en übe die Scha enwi scha
Die Scha enwi scha in Fo m on S eue hin e ziehung und Schwa z-
a bei gehö zu den ums i enen Themen de Wi scha spoli ik. Pessimis en
ü ch en einen Zusammenb uch de bes ehenden Wi scha und Gesell-
scha , da in olge de Scha enwi scha die S eue mo al ze s ö we de
und die allenden S eue einnahmen zum S aa sbank o üh en. Ande e
sehen in de Scha enwi scha op imis isch eine neue Möglichkei eines
humane en (al e na i en) Wi scha ens. Wiede um ande e sehen das Aus-
weichen in die Scha enwi scha als be ech ig e Reak ion au eine allzu
hohe S eue belas ung und allzu in ensi e Gängelung du ch s aa liche Ve -
bo e und Gebo e an; die Scha enwi scha wi d aus diese Sich als Aus-
d uck da ü gesehen, daß sich die K ä e des Ma k es nich un e d ücken
lassen.
In Abschni II dieses Au sa zes wi d die Bedeu ung de Scha enwi -
scha in den un e schiedlichen Indus ielände n au gezeig . Die Analyse de
da aus en s ehenden P obleme om Gesich spunk de ( adi ionellen)
Theo ie de Wi scha spoli ik wi d im Abschni III skizzie . Diese Ansa z
is jedoch wenig zu iedens ellend; aus diesem G und wi d im Abschni IV
eine Analyse aus de Sich eine Theo ie demok a ische Wi scha spoli ik
en wickel . Im Schlußabschni V we den einige Folge ungen gezogen.
II. G ößeno dnung und Bedeu ung de Scha en Wi scha
L Un e schiedliche E gebnisse
Übe die G öße de Scha enwi scha in Indus ielände n gib es wei
auseinande liegende Schä zungen1: Einige Fo sche hal en sie ü seh g oß
* Vo ag am Ins i u ü Höhe e S udien und Wissenscha liche Fo schung om
6. Dez. 1982. Ich bin den Diskussions eilnehme n sowie meinen Mi a bei e n,
D . We ne
W.
Pomme ehne und D . Hannelo e Weck, ü nü zliche Hinweise dankba .
Diese A bei wu de im Rahmen des P ojek es „Empi ische E assung de Scha en-
wi scha in de Schweiz" (N . 1.430-0.81) des Schweize ischen Na ional onds du ch-
ge üh .
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik 103
(eine Schä zung eich bis zu 30% des o iziell gemessenen Sozialp oduk s
ü die Ve einig en S aa en2, wäh end ande e Wissenscha le sie ü (noch)
ela i klein hal en ( ü No wegen z.B. nu und 2V2% des o iziell gemes-
senen Sozialp oduk s3). Fü diese un e schiedlichen E gebnisse sind o
allem zwei G ünde anzu üh en:
- Es is auße o den lich schwie ig, den Um ang de Scha enwi scha zu
messen, weil die da in Beschä ig en An eize haben, ih e Ak i i ä bewuß
zu e schleie n. Die Fo schungen da übe , au welche Weise es dennoch
möglich sein kann, ih e G öße zu e assen, be inden sich e s am An ang4.
Mi de wei e en Ve besse ung de Schä zme hoden is zu e wa en, daß
sich die E gebnisse de un e schiedlichen Schä zme hoden annähe n.
- Ein zwei e G und ü die di e gie enden Schä ze gebnisse lieg im un e -
schiedlichen Objek de Be ach ung. G undsä zlich kann e such we -
den zu e assen, welche Mi el dem S aa in olge de Scha enwi scha
en gehen; in diesem Fall wi d das Ausmaß de S eue hin e ziehung ge-
messen. Es is abe auch möglich zu schä zen, was im nich -o iziellen
wi scha lichen Be eich an Einkommen ode an Gü e n und Diens -
leis ungen e zeug wi d; in diesem Fall wi d die G öße des nich -o iziellen
Sozialp oduk s gemessen.
Eine allgemeingül ige De ini ion de Scha enwi scha zu geben is
wede möglich noch wünschba , weil eine Umsch eibung on de jeweiligen
F ages ellung abhäng . Eine häu ig e wende e Beg i sbes immung5, die
au die ino izielle p oduk i e Tä igkei abs ell , und die im olgenden zu-
g unde geleg wi d, be ücksich ig zwei Bedingungen ü eine Zugehö igkei
zu Scha enwi scha : (1) die wi scha liche Tä igkei is we schöp end
im Sinne de üblichen De ini on des Sozialp oduk s (d.h. inanzielle T ans-
ak ionen, abe auch Hausa bei , we den nich gezähl ). (2) E aß we den die-
jenigen Ak i i ä en, die nich in den o iziellen S a is iken en hal en sind.
2. Quan i a i e Schä zungen
Die Scha enwi scha läß sich on zwei e schiedenen Sei en he
messen:
1 Vgl. dazu die e schiedenen Bei äge in Tanzi (1982); eine Übe sich übe die
Schä zansä ze und E gebnisse inde sich bei F ey und Pomme ehne (1982).
2 Feige (1979).
3 Isachsen, Klo land und S om (1982).
4 De ühe Ansa z on Cagan (1958) is wei gehend e gessen wo den; die mode ne
Fo schung wu de du ch den Au sa z on Gu mann (1977) ange eg .
5 Vgl. z.B. Maca ee (1980), Smi h (1981).
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- Die on de Scha enwi scha hin e lassenen Spu en können Au schluß
übe de en G öße geben. Solche Spu en sind au dem A bei sma k zu
inden (die a sächliche E we bsquo e is höhe als die o iziell aus-
gewiesene)6, sie schlagen sich im Konsumbe eich niede (die Ausgaben ü
Gü e und Diens leis ungen sind höhe als das o iziell e ziel e Ein-
kommen)7, ode sie äuße n sich in eine höhe en Ba geldnach age als
allein au g und des o iziell gemessenen Sozialp oduk s zu e wa en
wä e8.
-De zwei e Ansa z se z bei den U sachen an, die zu En s ehung und zum
Wachs um eine Scha enwi scha üh en. Als wich igs e Fak o en
können die hohe Belas ung du ch S eue n und du ch s aa liche Regulie-
ungen (d. h. die g oße Zahl s aa liche Gebo e und Ve bo e), sowie die
sich e schlech e nde S eue mo al angesehen we den. Von Psychologen
du chge üh e Be agungen in den Ve einig en S aa en9 haben in de Ta
bes ä ig , daß zwa Schuldge ühle das menschliche Ve hal en wesen lich
beein lussen, daß diese abe in de (ame ikanischen) Be ölke ung bei de
S eue hin e ziehung im Ve gleich zu ande en un ech mäßigen Handlun-
gen wie Diebs ahl nu ge ing sind.
Die Bedeu ung diese (und ande e ) Ein luß ak o en au die Scha enwi -
scha läß sich mi Hil e eine Sensi i ä sanalyse e assen, indem den
einzelnen U sachen un e schiedliche Gewich e zugeo dne we den. Eine
bes imm e Va ian e diese Me hode, die „weiche Modellie ung", is dazu
e wende wo den, die zei liche En wicklung de Scha enwi scha in
de Bundes epublik Deu schland, sowie die ela i e G öße de Scha en-
wi scha de OECD-Lände quan i a i zu e assen10.
De o gesch i ens e Ansa z bes eh in de Ve bindung de U sachen und
de Spu en de Scha enwi scha , wie in Figu
1
da ges ell .
Die Scha enwi scha is eine unbekann e ode „ e bo gene" Va iable,
die es zu e assen gil . Dazu s eh eine ökonome ische Schä zme hode, das
Ve ah en de „nich -beobach ba en Va iablen", zu
Ve ügung.
Angewand
6 Diese Ansa z wi d o allem in I alien e wende , gl. e wa L. F ey (1978),
Al a o (1979), Con ini (1979).
7 Die Schä zme hode läß sich au de Ebene des Sozialp oduk s (z.B. O'Higgins
1980, Maca ee 1980) ode au de Ebene indi iduelle Haushal e (z.B. Dilno und
Mo is 1981) anwenden.
8 Vgl. insbesonde e Tanzi (1980), Klo land (1980), Ki chgässne (1983), Lang eld
(1982). Feige (1979) e wende mi de T ansak ionsme hode einen e was ande en
Ansa z.
M Vgl. z. B. G aswick und Sco (1982).
10 F ey, Weck und Pomme ehne (1982), F ey und Weck (1983).
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik 105
U sachen Spu en
au dem
S eue belas ung
A bei sma k
Belas ung du ch
Regulie ung SCHATTEN-
WIRTSCHAFT
Gü e ma k
S eue mo al Geldma k
Figu 1: U sachen und Spu en de Scha enwi scha .
au eine Längs- und Que schni un e suchung de OECD-Lände 11 läß sich
das in Tabelle 1 au ge üh e E gebnis ablei en.
Gemäß diesem Ansa z is die Scha enwi scha in allen Lände n (im
Ve gleich zum o iziell gemessenen Sozialp oduk ) ges iegen und is in
einigen Lände n wie Schweden, Belgien und I alien e heblich g öße als e wa
in de Schweiz ode Japan. Fü Ös e eich und die Bundes epublik Deu sch-
land wi d eine e wa mi le e G ößeno dnung ausgewiesen. Wi d die un e -
s ell e Basis (im Jah e 1978 ü Schweden 13,2% und ü No wegen 9,2%
des o iziellen Sozialp oduk s) als ealis isch angenommen, be ug 1960 die
G öße de deu schen Scha enwi scha wenige als 4% de jenigen
de o iziellen Wi scha . Das Ve häl nis is abe ü das Jah 1978 au
beinahe
9
% angewachsen. Diese (und ande e) Schä zungen deu en da au
hin, daß die Scha enwi scha in olge ih e G öße und ih es Wachs ums
e ns ha e wi scha spoli ische P obleme au wi .
In eine wi scha spoli ischen Un e suchung wi d übliche weise in zwei
Sch i en o gegangen:
- Die Vo - und Nach eile des Bes ehens und des Wachs ums eine Scha en-
wi scha we den so olls ändig wie möglich e aß und bewe e . Als
K i e ium zu Bewe ung wi d eine soziale Wohl ah s unk ion, ode alls
nu die E izienz be ach e wi d, die Pa e o-Op imali ä e wende . Bei
diese Analyse wi d be ücksich ig , daß in olge de Exis enz eines unbe-
s eue en Sek o s die Alloka ion in de gesam en Wi scha e ze wi d.
Im Ve gleich zu bes eue en o iziellen Wi scha we den in de Scha -
enwi scha zu iele Ressou cen eingese z , weil die Angebo sp eise
ce e is pa ibus im Ausmaß de umgangenen S eue n nied ige sein können.
Ähnliches gil ü den A bei seinsa z: Fi men, welche belas ende s aa -
III. T adi ionelle wi scha spoli ische Analyse
11 F ey und Weck (1982).
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liehe Vo sch i en umgehen, haben eben alls einen Kos en o eil. Auch
üh de Zwang zu Geheimhal ung de wi scha lichen Tä igkei in de
Scha en Wi scha zu E izienz e lus en, die in de o iziellen Wi scha
e mieden we den. Umgekeh muß bei de Analyse beach e we den, daß
die E hebung on S eue n nu in einem (o iziellen) Teilbe eich eben alls
zu E izienz e lus en üh und daß p inzipiell eine „alle bes e" ( i s -bes )
Alloka ion die Absenz ( e ze ende ) S eue n beding .
- Au g und de a ige Übe legungen übe die Vo - und Nach eile des Be-
s ehens eine Scha enwi scha (gesellscha liche Nu zen-Kos en-Ana-
lyse) wi d im zwei en Sch i eine op imale Poli ik abgelei e und den
poli ischen Ra gebe n zu Aus üh ung emp ohlen.
De skizzie e adi ionelle Ansa z de Theo ie de Wi scha spoli ik is
siche lich in ellek uell ansp echend, insbesonde e weil e die angenehme
Vo s ellung e mi el , die Ökonomen wü den die Wohl ah de Gesellscha
ep äsen ie en, was einen Ansp uch au eine o angige Beach ung gegen-
übe ande en, pa ikulä en, In e essen beg ünde . Als Ve e e des Gemein-
wohls dü en sie in olgedessen e wa en, daß die on ihnen o geschlagenen
Maßnahmen du ch die Poli ike auch a sächlich be olg we den.
In de Wi klichkei is jedoch zu beobach en, daß die on den Ökonomen
solche maßen o geschlagenen poli ischen Maßnahmen kaum je du ch-
ge üh we den. De haup sächliche G und da ü is , daß de poli ische
P ozeß e nachlässig wi d. Die ökonomischen Ra schläge we den in einen
lu lee en Raum abgegeben und deshalb on den poli ischen En scheidungs-
äge n kaum je e ns genommen und be olg . Das gil auch ü die au eine
gesellscha lichen Nu zen-Kos en-Analyse au bauenden Ra schläge hin-
sich lich de Scha enwi scha .
Es gib eine Al e na i e zu diesem in de P axis wenig wi kungs ollen
adi ionellen Ansa z de Wi scha spoli ik. Diese al e na i e Ansa z dehn
die ökonomische Analyse au die bes ehenden poli ischen Ins i u ionen aus,
so daß eine Theo ie demok a ische Wi scha spoli ik en s eh 12.
IV. Die Sich de Theo ie demok a ische Wi scha spol ik
1. Poli isch-ökonomische In e dependenz als Ausgangspunk
Die Scha enwi scha is als Teil eine aus wi scha lichen und poli-
ischen Be eichen und Handlungs äge n bes ehenden Gesam sys ems an-
zusehen, dami eine wi kungs olle Wi scha spoli ik abgelei e we den
12 Buchanan (1977), F ey (1981).
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik 107
kann. In Figu 2 wi d ein de a iges Sys em mi den in diesem Zusammen-
hang ele an en En scheidungs äge n Regie ung, ö en liche Ve wal ung,
Indi iduen und G uppen s a k e ein achend da ges ell .
U sachen Auswi kungen
Figu
2:
Ein poli isch-ökonomisches Sys em mi eine Scha enwi scha .
In diese Figu is o allem die Rückkoppelungsbeziehung zu beach en:
Die Regie ung und ö en liche Ve wal ung legen (sowei es in de en Kon olle
s eh ) den Einsa z de Ins umen e wie S eue sä ze und Regulie ung es .
Die Scha enwi scha ha Auswi kungen au die Nu zen und Kos en de
Indi iduen und G uppen in de Gesellscha , die ih e sei s übe den poli i-
schen P ozeß die „poli ischen Anbie e " (Regie ung und ö en liche Ve -
wal ung) in ih em Sinne zu beein lussen suchen. Diese poli isch-ökonomi-
sche P ozeß s ell einen K eislau da . Es wi d deu lich, daß die Regie ung
und ö en liche Ve wal ung nich au onom übe den Ins umen eneinsa z
be inden können, sonde n ein endogene Bes and eil des poli isch-ökono-
mischen Gesam sys ems sind.
2. Konsequenzen ü die wi scha spoli ische Analyse
Ein in e dependen es poli isch-ökonomisches Sys em und de dynamische
P ozeß de Rückkoppelungsbeziehungen üh en zu bes imm en wi scha s-
poli ischen Handlungen de „poli ischen Anbie e " und zu einem be-
s imm en wi scha lichen Zus and. Insbesonde e wi d eine bes imm e
G öße de o iziellen Wi scha und de Scha en Wi scha esul ie en.
Das sich eins ellende Ve häl nis de G ößen des o iziellen zu dem ino i-
ziellen Be eich de Wi scha is das E gebnis de Funk ionsweise des
gesam en poli isch-ökonomischen Sys ems: En scheidend is somi de
P ozeß; de sich eins ellende wi scha liche Zus and is eine zwangsläu ige
Folge. Die wi scha spoli ischen Be a e müssen sich dahe dami beschä -
igen, wie de poli isch-ökonomische P ozeß unk ionie , insbesonde e ob
e dazu üh , daß die P ä e enzen de Indi iduen be ücksich ig we den.
Das Ausmaß de E üllung de indi iduellen P ä e enzen bilde somi das
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g undlegende K i e ium, anhand dem de wi scha liche P ozeß beu eil
wi d.
Die Analyse muß on eine e gebnis- zu eine p ozeßo ien ie en Sich
übe gehen13. Die Be a e können au zwei Ebenen anse zen:
- Sie können un e suchen, inwiewei im lau enden poli isch-ökonomischen
P ozeß, d.h. bei gegebenen Regeln die Wünsche (P ä e enzen) de Be öl-
ke ung zu Gel ung kommen und in welche Hinsich sys ema ische und
signi ikan e Abweichungen au e en. Au de G undlage diese Analyse
können die Be a e dann übe legen, welche Möglichkei en bes ehen, diese
Abweichungen zu besei igen.
- Die Be a e können analysie en, welche Regeln ga an ie en, daß de
demok a ische P ozeß adäqua unk ionie und daß die indi iduellen
P ä e enzen on den „poli ischen Anbie e n" be ücksich ig we den. Sie
können dann Übe legungen ans ellen, welche neuen Regeln eine besse e
P ä e enze üllung siche n.
Im olgenden wi d zue s die Ebene des lau enden poli isch-ökonomischen
P ozesses (Abschni 3) und dann die Ebene de Regeln (Abschni 4) be-
ach e .
3. Wi scha spoli ik im lau enden poli isch-ökonomischen P ozeß
a) Möglichkei en de Beein lussung
Im lau enden poli isch-ökonomischen P ozeß e olgen alle En schei-
dungs äge ih en eigenen Nu zen; sie we den nu jene Handlungen un e -
nehmen, on denen sie annehmen, daß sie zu ih em eigenen Vo eil ge eichen.
Aus diesem G und haben die Be a e nu wenig Möglichkei en, die wi -
scha spoli ischen En scheidungen zu beein lussen. Sie können jedoch be-
g enz au den poli isch-ökonomischen P ozeß einwi ken, weil die En -
scheidungs age! nich olls ändig in o mie sind und Ra schläge en gegen-
nehmen, die ihnen e lauben, ih e eigenen Ziele besse zu e eichen. De a ige
Ra schläge können sich an die „poli ischen Nach age " (die Indi iduen und
G uppen) ode an die „poli ischen Anbie e " (Regie ung und ö en liche Ve -
wal ung) ich en.
b) In o ma ion an die poli ischen Nach age
Die den Indi iduen zugängliche In o ma ion übe die Vo - und Nach eile
de Scha enwi scha und die Du chse zung ih e P ä e enzen we den aus
13 Diese Be ach ung is ge ade bei komplexen In e ak ionen no wendig, gl. Simon
(1978).
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik 109
e schiedenen G ünden sys ema isch und signi ikan e ze sein. De
wich igs e G und
ü
diese Ve ze ungen is de ge inge e O ganisa ionsg ad
de Indi iduen und G uppen, die in de Scha en Wi scha ä ig sind. Die
Vo eile de Scha enwi scha we den deshalb kaum wi ksam publik ge-
mach . Die Anliegen de o iziellen Wi scha sind demgegenübe wei
besse o ganisie und können sich deshalb im poli isch-ökonomischen
P ozeß besse du chse zen. Die In e essen de jenigen Pe sonen, die in de
Scha enwi scha ä ig sind, we den im allgemeinen on keine Gewe k-
scha e e en. Diese Ak i i ä en sind ja meis illegal; die Gewe kscha en
in den Indus ies aa en sind zu einem gu en Teil in ö en liche Au gaben ein-
gebunden und we den sich deshalb scheuen, illegale wi scha liche Tä ig-
kei en zu un e s ü zen. Wich ige is jedoch, daß die Indi iduen Schwa z-
a bei o nu als Teilzei a bei be eiben und sie deshalb wenig An eiz
haben, eine en sp echenden Gewe kscha beizu e en. Die bes ehenden
Gewe kscha en be ü ch en zu Rech , daß sie mi zunehmende Scha en-
wi scha Mi gliede e lie en. Sie haben allen G und, das En s ehen und
wei e e Wachs um de Scha enwi scha ak i zu bekämp en und in ih en
In o ma ionen o allem de en Nach eile und Ge ah en he o zuheben. Aus
ähnlichen G ünden we den (mi wenigen Ausnahmen) auch die In e essen
de P oduzen en in de Scha enwi scha wenige gu als in de o iziellen
Wi scha o ganisie sein. Die o iziellen P oduzen eno ganisa ionen wen-
den sich ak i gegen eine Ve schiebung de P oduk ion in die Scha enwi -
scha ; die in de o iziellen Wi scha ä igen Fi men nämlich, die diese
O ganisa ionen inanzie en, be ü ch en Kos ennach eile und dami Absa z-
e lus e wegen de Konku enz aus dem Scha ensek o . Allgemein läß sich
sagen, daß die in de o iziellen Wi scha ä igen und on do inanzie en
O ganisa ionen die Scha enwi scha bekämp en, weil sie du ch de en
Exis enz und Wachs um an Ein luß und Einkommen e lie en. Die In e -
essen de jenigen, die gegenwä ig ode zukün ig in de Scha enwi scha
ä ig sind, we den hingegen im wi scha spoli ischen P ozeß nu sel en und
schwach e e en; die wenigen O ganisa ionen e wa de Al e na i wi -
scha enden können sich hinsich lich G öße und inanzielle Mi el in keine
Weise mi den Ve e e n de o iziellen Wi scha messen.
Die Übe legungen zeigen, daß angenommen we den kann, daß au de
Nach agesei e des lau enden poli isch-ökonomischen P ozesses die Anlie-
gen de Scha enwi scha wei wenige zum Ausd uck kommen als die-
jenigen de o iziellen Wi scha : Sowohl die In o ma ion als auch die
Du chse zung e läu zuguns en de o iziellen Wi scha . Die wi scha s-
poli ischen Be a e , die diese sys ema ische Ve ze ung des poli isch-öko-
nomischen P ozesses e kennen, können ein Gegengewich zu scha en e -
suchen, indem sie
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116 B uno S. F ey
de Gemeinden hal zumachen, sonde n kann sich ü bes imm e F agen
bis au s äd ische Qua ie e ode ga S aßen ausdehnen. Eine zwei e
Möglichkei , die S aa sausgaben en sp echend den Wünschen de Indi i-
duen zu ges al en, bes eh in de e meh en Ein üh ung on Volksbe-
agungen in Fo m on Re e enden und Ini ia i en.
An diese S elle kann aus Raumg ünden nich da au eingegangen we den,
un e welchen Bedingungen de a ige Regeln einge üh we den können;
es sei au die en sp echende Li e a u e wiesen18. Wich ig wa zu zeigen,
daß au diese Ebene die wi scha spoli ischen Be a e du chaus Möglich-
kei en haben, das Ve häl nis on o izielle zu Scha enwi scha in eine
Weise zu e ände n, daß den indi iduellen P ä e enzen besse en sp ochen
wi d.
V. Abschließende Beme kungen
Quan i a i e Un e suchungen zeigen, daß die Scha enwi scha auch in
Indus ielände n on de Wi scha spoli ik nich e nachlässig we den
kann. Die adi ionelle Theo ie de Wi scha spoli ik bie e jedoch dazu
einen ungeeigne en Ansa z, weil de poli ische P ozeß ausgeklamme wi d
und die gesellscha lich „op imalen" poli ischen Ra schläge on den poli i-
schen En scheidungs äge n kaum beach e und in die Ta umgese z we -
den. Die al e na i e Sich de Theo ie demok a ische Wi scha spoli ik
akzep ie ealis ische weise das E gebnis des poli isch-ökonomischen
P ozesses und such die Ve ah en zu beein lussen, die zu diesem E gebnis
ge üh haben. Es zeig sich, daß die P ä e enzen de Indi iduen im poli isch-
ökonomischen P ozeß sys ema isch e ze zum Ausd uck kommen, weil
die In o ma ionen zuunguns en de Scha enwi scha übe wiegen und die
In e essen in de o iziellen Wi scha wei besse und schlagk ä ige
o ganisie sind als die In e essen de jenigen, die ak i ode po en iell in de
Scha enwi scha ä ig sind. De Ansa z de Theo ie demok a ische Wi -
scha spoli ik bes eh da in, diese sys ema ischen Ve ze ungen indi iduel-
le Anliegen auszugleichen. Dazu wu den die Möglichkei en de In o ma ion
de poli ischen Nach age (Indi iduen und G uppen) und de poli ischen
Anbie e (Regie ung und ö en liche Ve wal ung) im lau enden poli isch-
ökonomischen P ozeß und de Ein üh ung geeigne e neue Regeln ange-
üh . Die E kenn nisse de ökonomischen Analyse we den nich im lu -
lee en Raum, sonde n mi Hil e des demok a ischen P ozesses in die Wi k-
lichkei umzuse zen e such .
18 Vgl. Buchanan (1977), F ey (1981).
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik 117
Tabelle 1
G öße de Scha enwi scha
An eil am Sozialp oduk in %, 1960 und 1978
Schä zung mi Hil e de Me hode de unbeobach ba en Va iablen
1960 1978 1960 1978
Schweden 5,4 13,2 Ös e eich 4,6 8,9
Belgien 4,7 12,1 BR Deu schland 3,7 8,6
I alien 4,4 11,4 Ve . S aa en 6,4 8,3
Holland 5,6 9,6 Ve . König eich 4,6 8,0
F ank eich 5,0 9,4 Schweiz 1,1 4,3
No wegen 4,4 9,2 Japan 2,0 4,1
Hinweis: Die G öße de Scha en Wi scha ü Schweden und No wegen im Jah e
1978 is als Basis o gegeben.
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Zusammen assung
Scha enwi scha und Wi scha spoli ik
Die Scha en Wi scha bezeichne die on den o iziellen S a is iken nich e aß e
p oduk i e Tä igkei , die sich o allem in Fo m on Schwa za bei und S eue hin e -
ziehung äuße . In den le z en Jah en ha sie in de b ei en Be ölke ung und bei
Poli ike n ge ade auch en wickel e Indus ielände zunehmende Au me ksamkei
ge unden. Empi ische Analysen weisen in de Ta da au hin, daß heu e die Scha en-
wi scha in den OECD-Lände n eine e hebliche G öße au weis und zugenommen
ha .
Die Scha enwi scha wi d seh un e schiedlich bewe e . Vom S andpunk de
ökonomischen Theo ie müssen die Vo - und Nach eile de Exis enz und das Wachs um
de Scha enwi scha gegeneinande abgewogen we den (gesellscha liche Nu zen-
Kos en-Analyse) und da au au bauend den Poli ike n Ra schläge e eil we den. Die
adi ionelle Vo gehens weise ha jedoch wenig Aussich au E olg, weil de poli ische
Aspek auße Ach gelassen wi d. Ein al e na i es Vo gehen im Sinne eine Theo ie
demok a ische Wi scha spoli ik wi d o geschlagen.
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Scha enwi scha und Wi scha spoli ik 119
Summa y
Shadow Economy and Economic Policy
The e m "shadow economy" is applied o p oduc i e ac i i y no co e ed by
o icial s a is ics, which is cha ac e ized abo e all by black-ma ke labou and ax
e asion. In ecen yea s i has a ac ed g owing a en ion among he popula ion and
poli icians especially o de eloped indus ial coun ies. Empi ical analyses indica e
ha in he OECD coun ies he shadow economy is o subs an ial magni ude and has
g own.
Widely di e ing assessmen s a e made o he shadow economy. F om he s and-
poin o economic heo y, he ad an ages and disad an ages o he exis ence and
g ow h o he shadow economy mus be weighed agains each o he (social cos -
bene i analysis) and on ha basis ad ice mus be gi en o poli icians. T adi ional
p ocedu e, howe e , has li le p ospec o success because he poli ical p ocess is
neglec ed. An al e na i e p ocedu e in he sense o a heo y o democ a ic economic
policy is p oposed.
Résumé
L'économie sou e aine e la poli ique économique
L'économie sou e aine dé ini l'ac i i é p oduc i e échappan aux s a is iques
o icielles; elle s'ex é io ise essen iellemen sous o me de ma ché au noi e de aude
iscale. Ces de niè es années, elle a e enu l'a en ion c oissan e de la ges couches de
la popula ion e d'hommes poli iques no ammen dans les pays indus ialisés dé eloppés.
Des analyses empi iques mon en qu'en ai aujou d'hui, l'économie sou e aine a
augmen é pou a eind e des dimensions app éciables dans les pays de l'OCDE.
L'app écia ion de l'économie sou e aine es ès pa agée. S'agissan de la héo ie
économique, les a an ages e les incon énien s de l'exis ence e de la c oissance de
l'économie sou e aine doi en ê e pesés (analyse sociale u ili é-coû s) en ue de
ou ni des ecommanda ions aux hommes poli iques. La déma che adi ionelle a
peu de chances de éussi pa ce que le p ocessus poli ique es négligé. Il es donc
p oposé une déma che al e na i e sous o me d'une héo ie de poli ique économique
démoc a ique.
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