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Wie groß ist der wirtschaftspolitische Konsens unter Ökonominnen und Ökonomen in Deutschland? Evidenz aus 74.000 Antworten im Ökonomenpanel

Author: Geißendörfer, Lea,Gründler, Klaus,Potrafke, Niklas,Schlepper, Marcel
Publisher: Berlin: De Gruyter
Year: 2025
DOI: 10.1515/pwp-2024-0040
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/331942/1/1930056303.pdf
Geißendö e , Lea; G ündle , Klaus; Po a ke, Niklas; Schleppe , Ma cel
A icle
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens un e
Ökonominnen und Ökonomen in Deu schland? E idenz
aus 74.000 An wo en im Ökonomenpanel
Pe spek i en de Wi scha spoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Ve ein ü Socialpoli ik / Ge man Economic Associa ion
Sugges ed Ci a ion: Geißendö e , Lea; G ündle , Klaus; Po a ke, Niklas; Schleppe , Ma cel (2025) :
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen in Deu schland?
E idenz aus 74.000 An wo en im Ökonomenpanel, Pe spek i en de Wi scha spoli ik, ISSN
1468-2516, De G uy e , Be lin, Vol. 26, Iss. 1, pp. 14-23,
h ps://doi.o g/10.1515/pwp-2024-0040
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/331942
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Pe spek i en de Wi scha spoli ik 2025; 26(1): 14–23
Aus Wissenscha und Ve ein
Lea Geißendö e , Klaus G ündle , Niklas Po a ke* und Ma cel Schleppe
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens
un e Ökonominnen und Ökonomen in
Deu schland? E idenz aus 74.000 An wo en im
Ökonomenpanel
h ps://doi.o g/10.1515/pwp-2024-0040
Zusammen assung: In ih em Bei ag zeichnen Lea Geißen-
dö e , Klaus G ündle , Niklas Po a ke und Ma cel Schlep-
pe die g oßen wi scha spoli ischen Deba en de e gan-
genen neun Jah e nach und dokumen ie en, wie s a k sich
Ökonominnen und Ökonomen hinsich lich de wi scha s-
und inanzpoli ischen Ges al ung jeweils einig wa en. Sie
gelangen zu d ei Ke n esul a en: E s ens e e en Öko-
nominnen und Ökonomen ein b ei es Meinungsspek um
in ielen wi scha spoli ischen Deba en. Diese E kenn nis
un e s eich die Rele anz eine Be agung wie des Öko-
nomenpanels on i o Ins i u und F ank u e Allgemeine
Zei ung, welches die Plu ali ä de Pe spek i en on Ökono-
minnen und Ökonomen in die poli ische Deba e einb ing .
Zwei ens un e lieg de Konsens zwischen Ökonominnen
und Ökonomen e heblichen zei lichen Schwankungen. Die
nied igs en We e messen sie in den Jah en 2020 und 2021,
als die Co id–19-Pandemie die Wi scha o neue He aus-
o de ungen s ell e. D i ens s immen Ökonominnen und
Ökonomen in ih en wi scha spoli ischen Emp ehlungen
in hohem Maße mi ih en Kolleginnen und Kollegen de sel-
ben Fachbe eiche und S ando e übe ein.
JEL-Klassi ika ion: A11
Schlüsselwö e : Ökonomenpanel, wi scha spoli ische
Konsens
1  Zwei Ökonomen und d ei
An wo en?
De an Wins on Chu chill angelehn e Sa z „F age zwei Öko-
nomen und du e häl s d ei An wo en“ häl sich ha nä-
ckig. Um he auszu inden, ob und inwiewei das Bonmo eine
ie e e Wah hei spiegel , un e suchen wi in diesem Bei ag,
wie g oß de Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen
an deu schen Uni e si ä en is , basie end au meh als 74.000
An wo en zu g undlegenden wi scha spoli ischen F agen
zwischen 2016 und 2024. Als Da eng undlage unse e Analyse
dienen wi scha spoli ische Emp ehlungen aus dem Öko-
nomenpanel, eine egelmäßigen Be agung in Koope a ion
zwischen dem i o Ins i u in München und de F ank u e
Allgemeinen Zei ung. Das Ökonomenpanel is ein e ablie es
Ins umen de wi scha spoli ischen Deba e in Deu sch-
land, dessen E gebnisse de Ö en lichkei zugänglich
gemach we den und au ein b ei es mediales Echo s oßen.
Aus den 48 Be agungen des Ökonomenpanels on 2016
bis 2024 haben wi jene 23 F agen ausgewähl , in denen es
um g undsä zliche Zusammenhänge de Volkswi scha s-
leh e und wiede keh ende Elemen e de wi scha spoli i-
schen Deba e geh . Wi o dnen diese F agen ein, besch ei-
ben die Einschä zungen de Ökonominnen und Ökonomen
und kalkulie en ein Maß ü den G ad des Konsenses.
Unse e S udie is die e s e ep äsen a i e E hebung
zum Konsens un e P o esso innen und P o esso en an
deu schen Uni e si ä en. Sie kombinie die jeweiligen
S ä ken o he ige S udien un e ame ikanischen Ökono-
minnen und Ökonomen.1 Ähnlich wie in Go don und Dahl
1 Schneide e al. (1983) haben o meh als ie Jah zehn en deu sche
Ökonomen zu wi scha spoli ischen Themen be ag und im Zuge
dessen den Konsens un e such . Hie bei wu de eine S ichp obe aus
Mi gliede n des Ve eins ü Socialpoli ik be ag . Alle dings können
lediglich 85 (31,1P ozen ) de Be ag en de Be u sg uppe de o den -
lichen P o esso innen und P o esso en zugeo dne we den. Wäh end
Lea Geißendö e , LMU München und i o Ins i u , Poschinge s . 5,
81679 München, E-Mail: [email p o ec ed]
Klaus G ündle , Uni e si ä Kassel, Ins i u ü Volkswi scha sleh e,
No a-Pla iel-S . 4, 34109 Kassel, und CESi o,
E-Mail: [email p o ec ed]
*Kon ak pe son: Niklas Po a ke, LMU München, i o Ins i u und
CESi o, Poschinge s . 5, 81679 München, E-Mail: [email p o ec ed]
Ma cel Schleppe , i o Ins i u , Poschinge s . 5, 81679 München, E-Mail:
[email p o ec ed]
2025
Open Access. © 2025 bei den Au o innen und Au o en, publizie on De G uy e . Dieses We k is lizenzie un e de C ea i e Commons
Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz.
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen in Deu schland?   15
(2013) wu den die Ökonominnen und Ökonomen in unse e
S udie zu ak uellen wi scha lichen Themen be ag .
Wäh end ühe e S udien jedoch lediglich das ak uelle
S immungsbild zu einem spezi ischen Zei punk abbilden,
e olg unse e Be ach ung die wi scha spoli ischen Ein-
schä zungen de P o ession übe ein knappes Jah zehn .
Dabei e lek ie en die F agen die wich igs en wi scha s-
die Ve eilung on Al e und Geschlech ü die gesam e S ichp obe
zwa au ge üh wi d, lassen sich keine Rückschlüsse hinsich lich de
Rep äsen a i i ä de S ichp obe ü die einzelnen Be u sg uppen
ziehen.
poli ischen Deba en de jeweiligen Zei . Die Teilnehmen-
den wissen um die Bedeu ung ih e An wo en.
In Anlehnung an Fuchs e al. (1998) un e scheiden wi
zwischen den Fachgebie en und analysie en so, wie sich
die wi scha spoli ische Posi ion on Ökonominnen und
Ökonomen zu Meh hei smeinung inne halb und auße -
halb ih es Feldes un e scheide . Wie in den A bei en on
F ey e al. (1984) und Fuchs e al. (1998) wi d nich nu eine
kleine G uppe be ag , sonde n die Viel al de Meinungen
inne halb des Be u ss andes gehö . Insgesam haben meh
als 575 P o esso innen und P o esso en on deu schen Uni-
e si ä en an den Be agungen des Ökonomenpanels eil-
Tabelle 1: Beobach ba e Cha ak e is ika ü eingeladene und eilnehmende P o esso innen und P o esso en
G undgesam hei 39. Panel 40. Panel 41. Panel
  Mi elwe Mi elwe Di e enz Mi elwe Di e enz Mi elwe Di e enz
Al e 58,0 58,0 0,0 56,9 –1,2 57,6 –0,4
An eil F auen 0,17 0,12 –0,05 0,13 –0,04 0,12 –0,05*
P o essu neue Bundeslände 0,15 0,17 0,01 0,17 0,01 0,18 0,02
Jah Dok o abschluss 2000 1998 –2** 1999 –0,9 1999 –2*
Google-Schola -Zi a e 3811 3746 –65 3449 –362 3682 –129
N   773  158  178  152
G undgesam hei 42. Panel 43. Panel 44. Panel
  Mi elwe Mi elwe Di e enz Mi elwe Di e enz Mi elwe Di e enz
Al e 58,0 58,5 0,5 58,3 0,3 57,7 –0,3
An eil F auen 0,17 0,11 –0,06* 0,17 0,00 0,14 –0,03
P o essu neue Bundeslände 0,15 0,18 0,03 0,14 –0,02 0,17 0,01
Jah Dok o abschluss 2000 1998 –2* 2001 0  2000 0
Google-Schola -Zi a e 3811 2981 –830 3200 –610 3179 –632
N   773  132  178  205
G undgesam hei 45. Panel 46. Panel 47. Panel
  Mi elwe Mi elwe Di e enz Mi elwe Di e enz Mi elwe Di e enz
Al e 58,0 57,7 –0,4 57,9 –0,2 58,3 0,2
An eil F auen 0,17 0,12 –0,05* 0,15 0,0 0,12 –0,05
P o essu neue Bundeslände 0,15 0,16 0,01 0,15 0,0 0,18 0,03
Jah Dok o abschluss 2000 1999 –1 2000 –0,4 1999 –1
Google-Schola -Zi a e 3811 3604 –206 3478 –332 3574 –237
N   773  187  180  162
G undgesam hei 48. Panel
  Mi elwe Mi elwe Di e enz
Al e 58,0 57,5 –0,6
An eil F auen 0,17 0,15 –0,03
P o essu neue Bundeslände 0,15 0,21 0,05*
Jah Dok o abschluss 2000 2000 0
Google-Schola -Zi a e 3811 2990 –820
N   773  185
Anme kung: Die Angabe zu N beziehen sich au die Teilnehme innen und Teilnehme des jeweiligen Ökonomenpanels. Die Anzahl de Beobach un-
gen im jeweiligen Ve gleich kann au g und on ehlenden In o ma ionen ge ing ügig da un e liegen. Die Signi ikanz wi d wie olg angegeben:
p<0,1 (*); p<0,05 (**); p<0,01 (***).
Quelle: eigene Zusammens ellung
16   Lea Geißendö e e al.
genommen. Mi Blick au beobach ba e Eigenscha en sind
diese ep äsen a i ü die Gesam hei de P o esso innen
und P o esso en de Volkswi scha sleh e.
2  Das i o-FAZ-Ökonomenpanel
Das Ökonomenpanel en s and in de Absich , einen di -
e enzie en Übe blick de Meinungen deu sche Öko-
nominnen und Ökonomen zu ak uellen wi scha spoli-
ischen Themen zu p äsen ie en. Sei de e s en Um age
im Feb ua 2016 wu den bis Sep embe 2024 insgesam
48 Be agungen du chge üh . In das Panel we den alle
P o esso innen und P o esso en in Fes ans ellung an eine
deu schen Uni e si ä au genommen, de en P o essu sich
de Volkswi scha sleh e zu echnen läss . Im He bs 2024
um ass e das Panel 773 P o esso innen und P o esso en, die
im Folgenden die G undgesam hei bilden. Du chschni -
lich be eiligen sich 152 Pe sonen p o Be agung. Insgesam
haben bislang 587 P o esso innen und P o esso en mindes-
ens einmal am Ökonomenpanel eilgenommen.2
Da die En scheidung übe die Teilnahme den Ökono-
minnen und Ökonomen selbs oblieg , s ell sich die F age,
inwie e n ein Selek ionsp oblem o lieg beziehungsweise
ob das Panel ep äsen a i is . Im Hinblick au beobach -
ba e Fak o en wie Al e , Geschlech , die Zahl de „Google-
Schola “-Zi a e ode die egionale Lage de Uni e si ä
inden sich keine signi ikan en s a is ischen Un e schiede
zwischen den Cha ak e is ika de Teilnehmenden des Öko-
nomenpanels und de G undgesam hei alle P o esso in-
nen und P o esso en in Deu schland.
Tabelle 1 s ell die beobach ba en Cha ak e is ika de
G undgesam hei denen de Teilnehmenden an den Öko-
nomenpanels 39 bis 48 gegenübe . Die be ach e en Öko-
nomenpanel wu den zwischen Juni 2022 und Sep embe
2024 du chge üh . Insgesam sind die Va iablen übe die
G uppen hinweg s a k ausbalancie . Bei einzelnen Be a-
gungen zeigen sich kleine e Un e schiede zwischen de
Gesam hei und den Teilnehmenden am Ökonomenpanel.
Diese Un e schiede sind zumeis allen alls signi ikan au
dem 10 %-Ni eau, womi bei eine Anzahl on 50 -Tes s pe
De ini ion zu echnen is . Zudem sind diese Un e schiede
in ih em nume ischen Ausmaß ge ing. So wu den bei-
spielsweise die Teilnehmenden an de 39. Be agung du ch-
schni lich im Jah 1998 p omo ie , wäh end die G und-
gesam hei im Du chschni und zwei Jah e spä e den
2 Die Gesam zahl on 587 Pe sonen bezieh sich au die Ökonomen-
panel 6 bis 48, da ü die o he igen Ausgaben die Da en e ügba kei
eingesch änk is .
Dok o g ad e lang e. In Hinblick au die alle meis en Cha-
ak e is ika sind die Me kmale de Teilnehmenden jedoch
ep äsen a i ü die G undgesam hei .
Übe den Be agungszei aum on neun Jah en hinweg
konn e die Pe spek i e de deu schen Ökonominnen und
Ökonomen zu eine Vielzahl wi scha spoli ische Themen
dank des Ökonomenpanels zei nah in die ö en liche po-
li ische Deba e ein ließen. Die hema ische Viel al eich
om B exi -Vo um übe die Hil smaßnahmen im Kon ex
de Co id–19-Pandemie bis hin zu Ene giek ise in Folge
de ussischen In asion in die Uk aine.
Die di e enzie e Eino dnung ak uelle Themen du ch
die P o esso innen und P o esso en de Volkswi scha s-
leh e an deu schen Uni e si ä en gewinn in den Medien
zunehmend an Bedeu ung (siehe Abbildung1). Im Jah 2024
wu de jede Be agung des Ökonomenpanels du chschni -
lich in meh als 130 deu schsp achigen Medien au geg i en
(S and Sep embe 2024). Das b ei e Themenspek um in
Kombina ion mi de Rep äsen a i i ä de Teilnehmenden
sowie de Bedeu ung ü die ö en liche Deba e machen
das Ökonomenpanel zu einem we ollen Ins umen ü
eine um assende Analyse des Konsenses deu sche Öko-
nominnen und Ökonomen.
3  Me hodik
Fü unse e Analyse haben wi basie end au den 48 Be a-
gungen des Ökonomenpanels einen eduzie en F agenka-
alog on 23 F agen e s ell . Dabei haben wi jene F agen
ausgewähl , die sich au allgemeine wi scha spoli ische
Maßnahmen und Konzep e ich en. Nich be ücksich ig
haben wi hingegen F agen, die sich ausschließlich au a-
gesak uelle Themen beziehen. Inne halb des Ka alogs sind
Abbildung1: Du chschni liche Mediennennung p o Ökonomenpanel
und Jah
Anme kung: Die Abbildung s ell die du chschni liche Zahl de
Nennungen in deu schsp achigen Medien p o Be agungs unde ü die
Jah e 2016 bis 2024 da .
Quelle: eigene Da s ellung
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen in Deu schland?   17
die F agen anhand ih es Inhal es in die Themengebie e
Finanzpoli ik, A bei sma k - und Sozialpoli ik, Außenhan-
del, Klima- und Ene giepoli ik, sowie Banken egulie ung
un e eil . De F agenka alog, die Ka ego isie ung und de
jeweilige Konsensg ad p o F age inden sich wei e un en
in Tabelle 2 in Abschni 4.
De Konsens wi d au Basis de ela i en En opie be-
echne ( gl. F ey e al.1984). Die En opie wi d e mi el
übe
Σpiln(pi),
wobei pi ü jede An wo möglichkei i den S immenan eil
an den Gesam an wo en ohne „Weiß nich “ da s ell . Um
die ela i e En opie zu e hal en, wi d die En opie du ch
die maximale En opie ln(l/i) di idie . Diese häng maßgeb-
lich on de zu Ve ügung s ehenden Anzahl an An wo -
möglichkei en ab. Fü eine F age mi zwei An wo möglich-
kei en e gib sich ü die maximale En opie dahe ln (1/2).
Wi e wenden F agen, bei denen en wede zwei ode d ei
An wo möglichkei en in die Be echnung ein ließen. An -
wo möglichkei en um assen dabei Aussagen, du ch die Zu-
s immung ode Ablehnung ausged ück we den3, sowie die
An wo ka ego ien „Unen schieden“ ode „Teils- eils“.
Um den esul ie enden We in ui i zu e assen, wi d
die ela i e En opie on Eins sub ahie . Unse Maß ü
Konsens is somi 0, wenn kein Konsens o lieg . Wenn
wi zum Beispiel on nu zwei An wo möglichkei en aus-
gehen, wä e dies de Fall, wenn 50P ozen de An wo en
mi „Ja“ und 50P ozen de An wo en mi „Nein“ aus al-
len. Das Maß ü Konsens is 1, wenn alle Ökonominnen und
Ökonomen eine Meinung sind. Das wä e zum Beispiel de
Fall, wenn alle An wo en „Ja“ sind.
Bei de In e p e a ion muss be ücksich ig we den,
dass die ela i e En opie nich linea e läu . So s ell ein
We on 0,5 nich die Mi e zwischen einem olls ändigen
Konsens und dem Fehlen eines Konsenses da (F ey e
al.1984). De An eil an Ja-S immen, de zu einem Konsens
on 0,5 üh , häng ielmeh maßgeblich on de Zahl an
S immen ab, die in die Be echnung de En opie ein ließen.
Dies wi d in Abbildung2 illus ie . Fü eine F age mi zwei
An wo möglichkei en wi d de Konsens ü e schiedene
An eile an „Ja“-An wo en angeben. Zu Illus a ion nehmen
wi an, dass de An eil an „Weiß-nich “-An wo en einmal
5P ozen und einmal 15P ozen be äg . De An eil an „Ja“-
3 Bei einigen F agen gib es Abs u ungen des Zus immungs- bezie-
hungsweise Ablehnungsg ades zum Beispiel du ch „s imme oll zu“
s. „s imme ehe zu“. Da unse Fokus hinsich lich de Bes immung des
Konsenses jedoch au de allgemeinen Tendenz lieg , we den diese Ab-
s u ungen zusammenge ass .
An wo en kann olglich maximal 95P ozen beziehungs-
weise 85P ozen sein. Die Op ion „Weiß nich “ wi d bei de
Be echnung des Konsenses nich be ücksich ig , da diese
An wo en keinen In o ma ionsgehal haben4. Folglich
wi d bei einem höhe en An eil an „Weiß nich “ S immen ein
Konsens on 0,5 be ei s mi wenige „Ja“-S immen e eich .
Abbildung2 zeig , dass bei 5P ozen „Weiß-nich “-S immen
ein An eil on 85P ozen „Ja“-S immen zu einem Konsens
on 0,5 üh . S eig de An eil an „Weiß-nich “-S immen
jedoch au 15 P ozen , e gib sich de selbe Konsenswe
be ei s bei 76P ozen „Ja“-S immen.
Ein nied ige Konsensg ad implizie , dass es bei diese
F age einen hohen Meh we bie e , meh e e Ökonomin-
nen und Ökonomen nach ih e Meinung zu agen, s a
lediglich die Meinung einzelne Pe sonen einzuholen. Dies
sind die Fälle, die wi du ch eine möglichs um assende
Be agung im Rahmen des Ökonomenpanels an isie en.
4  E gebnisse
Tabelle 2 zeig den F agenka alog und die Konsensmaße,
jeweils so ie nach Themengebie en. De ge ings e
Konsens in den An wo en au alle F agen inde sich im
35. Ökonomenpanel, als nach de Beibehal ung de na io-
4 Eine Be ücksich igung de „Weiß nich “-An wo en wü de jedoch
au g und de hohen Sensibili ä de ela i en En opie die E gebnisse
hin zu einem mi le en Konsenswe e ze en. Die An wo en „Unen -
schieden“ und „Teils-Teils“ d ücken jedoch ech e P ä e enzen aus und
ließen dahe in die Be echnung mi ein.
Abbildung2: Visualisie ung de Konsens-Be echnung ü eine
Ja-Nein-F age
Anme kung: Die Abbildung s ell den Konsens ü e schiedene An eile
an Ja-S immen bei eine F age mi zwei An wo möglichkei en da . De
Konsens is de inie als 1 minus die ela i e En opie. Blau illus ie
den Konsens, wenn de An eil de „Weiß-nich “-An wo en 5P ozen
be äg . G au illus ie den Konsens, wenn An eil de „Weiß-nich “-An -
wo en 15P ozen be äg . En sp echend können maximal 95P ozen
beziehungsweise 85P ozen Ja-S immen e eich we den.
Quelle: eigene Da s ellung

18   Lea Geißendö e e al.
Tabelle 2: Konsens un e P o esso innen und P o esso en zu wi scha s- und inanzpoli ischen F agen
N . ÖP F age Zus immung Ablehnung unen schieden weiß nich Konsens
Finanzpoli ik
1. 25. Be ü wo en Sie das Fes hal en an de „schwa zen Null“? 0,34 0,48 0,18 0,00 0,07
2. 25. Be ü wo en Sie g undsä zlich die Beibehal ung de Schuldenb emse ü Bund und Lände ? 0,57 0,28 0,15 0,00 0,13
3. 18. Sind Sie ü ein eigenes Budge de Eu ozone? 0,33 0,60 0,07   0,22
4. 18. Sind Sie ü die geplan e gemeinsame Einlagensiche ung? 0,20 0,51 0,26 0,03 0,08
5. 29. Be ü wo en Sie eine gemeinsame Schuldenau nahme de EU-S aa en? 0,35 0,38 0,26 0,01 0,01
6. 8. Wü den Sie eine S eue e o m be ü wo en, die ü ein höhe es E bscha s eue au kommen so g , wenn gleich-
zei ig ande e S eue n gesenk we den (bei gleichem Gesam s eue au kommen)?
0,68 0,23   0,09 0,18
7. 27. Sind Sie de Meinung, dass Deu schland au den in e na ionalen S eue we bewe b mi eine Senkung de
a i lichen Un e nehmenss eue belas ung eagie en soll?
0,53 0,24 0,12 0,11 0,15
8. 27. Sind Sie de Meinung, dass de Vo schlag eine Mindes s eue geeigne is , den in e na ionalen S eue we -
bewe b zu beg enzen?
0,37 0,20 0,26 0,17 0,03
9. 41. Soll e de Einkommens eue a i au oma isch zum Ausgleich de kal en P og ession an die In la ionsen wicklung
angeglichen we den?
0,67 0,26   0,07 0,15
A bei sma k - und Sozialpoli ik   
10. 5. S immen Sie de olgenden Aussage zu? Das gegenwä ige gese zliche Ren ensys em is nachhal ig au ges ell ,
um auch lang is ig eine zum Leben angemessene Ren e zu ga an ie en.
0,11 0,67 0,22   0,23
11. 16. Wie bewe en Sie die Ein üh ung eine G und en e? 0,48 0,32 0,15 0,05 0,09
12. 20. Wü den Sie eine Fixie ung des Ren enni eaus au mind. 48 % sowie des Ren enbei ags au max. 20 % übe 2025
hinaus be ü wo en?
0,19 0,61 0,14 0,06 0,19
13. 20. Be ü wo en Sie die gegenwä ige En wicklung zu ge inge e Teilhabeäqui alenz? 0,29 0,45 0,21 0,05 0,05
14. 20. Meinen Sie, dass eine zusä zliche p i a e ode be iebliche Al e s o so ge ü alle P lich we den soll e? 0,49 0,43 0,08 0,00 0,17
15. 1. S immen Sie de olgenden Aussage zu? Die Ein üh ung des lächendeckenden Mindes lohns zum 1.Janua 2015
wa ein wi scha spoli ische Fehle .
0,56 0,32 0,12   0,14
16. 16. Wie bewe en Sie die o geschlagene Maßnahme [Rückkeh zu ] pa i ä ischen Finanzie ung de K anken e -
siche ung?
0,36 0,34 0,27 0,03 0,01
Außenhandel         
17. 6. Be ü wo en Sie das geplan e F eihandelsabkommen CETA zwischen Kanada und de EU? 0,72 0,16   0,12 0,32
18. 6. Be ü wo en Sie das geplan e F eihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und de EU? 0,64 0,24   0,12 0,15
19. 39. Is Deu schland zu abhängig on de Wel wi scha ? 0,34 0,57   0,09 0,05
Klima-und Ene giepoli ik         
20. 24. Sind P eisbände (Mindes p eis, Höchs p eis) im Fall eines Emissionshandels in den Sek o en de EU-ETS sinn oll? 0,19 0,44   0,37 0,12
21. 35. Hal en Sie die Beibehal ung on na ionalen CO₂-Ve meidungszielen ü Emissionen, die nich om u sp l. Eu o-
päischen Emissionshandel e ass wu den, ü sinn oll?
0,41 0,45   0,14 0,00
22. 35. Sehen Sie die Fes legung jah esgenaue , sek o spezi ische CO₂-Minde ungsziele als sinn oll an? 0,30 0,60   0,10 0,08
Banken egulie ung         
23. 42. Soll e es kün ig ü Banken auch eine P lich zu Eigenkapi alun e legung on S aa sanleihenpo olios geben? 0,76 0,09   0,15 0,51
Quelle: eigene Zusammens ellung
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen in Deu schland?   19
nalen CO2-Ve meidungsziele on Emissionen ge ag wu de
(Konsens 0,00). De g öß e Konsens e gab sich im 42. Ökono-
menpanel hinsich lich de F age, ob es kün ig ü Banken
e p lich end sein soll, S aa sanleihenpo olios mi Eigen-
kapi al zu un e legen (Konsens 0,51).
Neben de allgemeinen Zus immung zu spezi ischen
Themen is insbesonde e auch die En wicklung übe die
Zei in e essan . Abbildung 3 zeig die En wicklung des
Konsenses un e in Deu schland ä igen P o esso innen
und P o esso en zwischen 2016 und 2023. O enkundig wi d,
dass de Konsens zwischen Ökonominnen und Ökonomen
e heblichen zei lichen Schwankungen un e lieg . Diese sind
wei es gehend s a is isch signi ikan ( > 1,4 ü alle Ve glei-
che benachba e Jah e). Die nied igs en Konsens-We e
wu den mi Beginn de Co id–19-Pandemie in den Jah en
2020 und 2021 e hoben, welche die deu sche Wi scha o
neue He aus o de ungen s ell e. Zu diese Zei be ass e sich
das Ökonomenpanel ausgiebig mi wi scha spoli ischen
Maßnahmen zu Bekämp ung de Pandemie. Die ge ingen
Konsenswe e wäh end de Pandemie legen nahe, dass de
Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen ge ade zu
jenen F agen, in denen eine g öße e Unsiche hei bes eh ,
besonde s ge ing is . Demgegenübe wu den in den Öko-
nomenpanels de om K ieg in de Uk aine und de hohen
In la ions a en gep äg en Jah e 2022 und 2023 im Du ch-
schni besonde s hohe Konsenswe e gemessen.
Zu Ve ände ung de Konsenswe e haben im We-
sen lichen die jeweiligen und übe die Zei hinweg s a k
un e schiedlichen F agen beige agen. Sie deu e nich au
undamen ale Ve ände ungen in de Eins ellung de P o-
ession hin. So zeigen An wo en zu jenen Themengebie en,
die übe die Zei hinweg wiede keh end au kamen (bei-
spielsweise die Eins ellung zu deu schen Schuldenb emse)
ela i kons an e Konsenswe e.
Fü die F age, welche Ökonominnen und Ökonomen
man zu einem bes imm en Thema be agen soll e, um ein
möglichs konsis en es Bild de möglichen Auswi kungen
in diesem Gebie einschlägige wi scha spoli ische Maß-
nahmen zu e hal en, is de achspezi ische Konsens ele-
an . Abbildung4 zeig den Ein luss de Gesam meinung
sowie de Fachmeinung au die Wah scheinlichkei , dass
Teilnehmende bei eine F age mi „Ja“ s immen. Wäh end
die Bean wo ung eine F age endenziell o enba nu
schwach on de Meinung des Be u ss andes insgesam
abhäng , s eig die Wah scheinlichkei de Zus immung
zu eine F age deu lich, wenn das jeweilige Fachgebie de
Teilnehmenden eine höhe e Tendenz zu Zus immung au -
weis . Hie an zeig sich: De Konsens is inne halb de ein-
zelnen Fachgebie e de Volkswi scha sleh e wesen lich
g öße als in de P o ession insgesam .
Es zeigen sich jedoch auch spannende geog a ische
Mus e . So is die Wah scheinlichkei de Zus immung zu
eine F age ge ade dann besonde s hoch, wenn auch die
Kolleginnen und Kollegen am selben O mi hohe Wah -
scheinlichkei eine F age zus immen. Fü die Analyse de
S ando e haben wi die Ins i u ionen inne halb de g oßen
uni e si ä en Clus e wie München, Be lin und F ank u
zusammenge ass .
Im Folgenden we en wi einen genaue en Blick au
die Zus immung de Be ag en zu den einzelnen Themen-
be eichen de Ökonomenpanels zwischen 2016 und 2023.
4.1  Finanzpoli ik
Die im Jah 2009 einge üh e Schuldenb emse spiel eine
g oße Rolle in de deu schen Finanzpoli ik. Sie leg die jäh -
liche Neu e schuldung Deu schlands in no malen Jah en
au maximal 0,35P ozen des B u oinlandp oduk s es .
Einige Ökonominnen und Ökonomen o de n egelmäßig
die Abscha ung de Schuldenb emse. S and 2019 be ü wo -
e eine Meh hei de deu schen Ökonominnen und Öko-
nomen on 57P ozen eine g undsä zliche Beibehal ung
de Fiskal egel, wäh end 15P ozen unen schieden sind
(25. ÖP – 2019). Gegen eine g undsä zliche Beibehal ung
sp echen sich 28P ozen aus, wo aus sich insgesam ein
Konsens on 0,13 e gib .5
5 Im 45. ÖP aus dem Jah 2024 wu de diese F age de aillie e ge-
s ell . Ans a nach de g undsä zlichen Beibehal ung zu agen, wi d
Abbildung3: Du chschni liche Konsens im Zei e lau
Anme kung: Die Abbildung gib einen Übe blick übe den du chschni -
lichen Konsens in den Jah en 2016 bis 2023. Die Übe sich ende mi
dem Jah 2023, da im F agenka alog in Tabelle 2 keine F agen aus dem
Jah 2024 au genommen wu den. Zu Be echnung des du chschni -
lichen Konsenses we den die Konsenswe e aus Tabelle 2 dem Jah ih e
Be agung zugeo dne . Anschließend wi d übe die Jah e das Mi el
gebilde .
Quelle: eigene Da s ellung
20   Lea Geißendö e e al.
Ein noch wei e eichendes Ins umen zu Eindämmung on
Risiken eine zu hohen Neu e schuldung is die sogenann e
schwa ze Null. Nach diese Regel muss die Regie ung ü
einen ausgeglichenen ö en lichen Haushal so gen; es dü en
keine neuen Schulden au genommen we den. Hinsich lich
de schwa zen Null zeig sich ein ande es Meinungsbild. Ein
Fes hal en an de schwa zen Null un e s ü zen 34P ozen ,
wohingegen 48P ozen de deu schen Ökonominnen und
Ökonomen sie ablehnen (25. ÖP– 2019). Demen sp echend is
de Konsens hinsich lich de schwa zen Null um 0,06 Punk e
schwäche als in Bezug au die Schuldenb emse.
Neben Schulden spielen auch die Einnahmen eine
g oße Rolle in de inanzpoli ischen Deba e. Insbesonde e
eine E bscha s eue e o m wi d mi Hinblick au S eue -
ge ech igkei imme wiede genann . Un e den be ag en
Ökonominnen und Ökonomen e gib sich hinsich lich eine
E bscha s eue e o m ein Konsens on 0,18. So be ü wo -
e mi 68P ozen ein G oß eil die Anhebung de E bscha -
s eue , so e n da ü gleichzei ig ande e S eue n gesenk
we den, sodass das Gesam s eue au kommen un e ände
nun kla zwischen Abscha ung, Re o m und S a us quo un e schie-
den. Wäh end hie 48P ozen die Fiskal egel in ih e je zigen Fo m
beibehal en möch en, sp echen sich 44P ozen ü eine Re o m und
6P ozen ga ü eine komple e Abscha ung de Schuldenb emse aus.
Da aus esul ie ein Konsens on 0,2.
bleib (8. ÖP– 2016). Ein An eil on 23P ozen sp ich sich
gegen den Vo schlag aus.
In Bezug au die Einkommens eue wi d übe die Ein-
üh ung eines sogenann en Ta i s au Räde n disku ie .
Du ch einen solchen Mechanismus wü de sich die Einkom-
mens eue übe die Anpassung an die In la ionsen wick-
lung am ealen Einkommen o ien ie en; dami wä e die
kal e P og ession kompensie . Knapp zwei D i el de Öko-
nominnen und Ökonomen sp echen sich ü einen Ta i au
Räde n aus, 26P ozen lehnen ihn ab (41. ÖP– 2022). Somi
e gib sich ein Konsens on 0,15.
Auch die S eue belas ung on Un e nehmen is an-
gesich s des in e na ionalen S eue we bewe bs ein wie-
de keh endes Thema. Eine Meh hei de deu schen Öko-
nominnen und Ökonomen be ü wo e eine Senkung des
Kö pe scha ss eue sa zes, 24P ozen s ehen dem k i isch
gegenübe und 12 P ozen sind zwiegespal en (27. ÖP –
2020).
Hinsich lich eine Mindes s eue au eu opäische
Ebene sind die Ökonominnen und Ökonomen jedoch uneins.
Wäh end 37P ozen den Vo schlag ü geeigne e ach en,
um den in e na ionalen S eue we bewe b zu beg enzen,
sind 20P ozen de gegen eiligen Meinung und 26P ozen
unsiche (27. ÖP– 2020). Ande s als die Senkung de Kö -
pe scha ss eue , ü die sich ein Konsens on 0,15 e gib ,
e eich die Mindes s eue nu einen Konsens on 0,03.
Abbildung4: Wah scheinlichkei zu Zus immung on Be ag en ela i zu Zus immung de P o ession, des spezi ischen Fachgebie s und des
S ando s
Anme kung: Die Abbildung zeig den Ein luss de Gesam meinung sowie de Fachmeinung au die Wah scheinlichkei , dass Teilnehmende bei eine
F age mi „Ja“ s immen. Die Teilnehmenden wu den anhand ih e e s en, au RePEc e ügba en NEP-Klassi izie ung den Fachbe eichen „Mak oöko-
nomie und Poli ik“, „Wi scha s- und Un e nehmensmanagemen “, „Mik oökonomie und Indus ie“, „Gesellscha , Umwel und Gesundhei “, sowie
„In e na ionale Wi scha und Handel“ zugeo dne .
Quelle: eigene Da s ellung
0 20 40 60 80 100
Wah scheinlichkei de Zus immung de Be ag en (in %)
25 50 75
Zus immung de P o ession (in %)
0 20 40 60 80 100
Wah scheinlichkei de Zus immung de Be ag en (in %)
25 50 75
Zus immung des eigenen Fachgebie s (in %)
0 20 40 60 80 100
Wah scheinlichkei de Zus immung de Be ag en (in %)
25 50 75
Zus immung des eigenen S ando s (in %)
Wie g oß is de wi scha spoli ische Konsens un e Ökonominnen und Ökonomen in Deu schland?   21
Die inanzpoli ische Zusammena bei au eu opäische
Ebene beweg Poli ik und Ö en lichkei egelmäßig. Dis-
ku ie wu de beispielsweise übe die Ein üh ung eines
Budge s de Eu ozone. Ein D i el de deu schen Öko-
nominnen und Ökonomen sp ich sich ü das Eu ozonen-
budge aus (18. ÖP– 2018). Eine Meh hei on 60P ozen
hingegen s eh einem solchen Budge k i isch gegenübe .
Des Wei e en sind 7P ozen unen schieden, wodu ch sich
ein Konsens on 0,22 e echne .
Ein ge eil es Meinungsbild e gib sich bezüglich eine
Einlagensiche ung au eu opäische Ebene. Wäh end
46P ozen de Ökonominnen und Ökonomen diese Maß-
nahme ollkommen ode zumindes un e Vo behal be ü -
wo en, e e en 51 P ozen einen gegen eiligen S and-
punk , was einen Konsens on 0,08 bedeu e (18. ÖP– 2018).
Eine gemeinsame Schuldenau nahme de EU-S aa en
wi d wie zule z auch wäh end de Co id–19 Pandemie
imme wiede hema isie . Ein An eil on 35P ozen de
Ökonominnen und Ökonomen s eh eine solchen Maß-
nahme posi i gegenübe (29. ÖP – 2020). Dagegen sind
26P ozen unen schieden, wäh end 38P ozen die Maß-
nahme ablehnen. Bezüglich de EU-Schuldenau nahme
e gib sich somi ein ge inge Konsens on 0,01.
4.2  A bei sma k - und Sozialpoli ik
Beding du ch den demog aphischen Wandel ück die F age
nach de Gegen inanzie ung de Ren e in de ö en lichen
und wissenscha lichen Deba e in Deu schland zunehmend
in den Vo de g und. Sei 1992 ha de Bundeszuschuss zu
allgemeinen Ren en e siche ung zugenommen. Im Jah
2023 be ugen die Bundesmi el zu Ren en e siche ung
e wa 113 M d. Eu o (e wa 20 P ozen des Bundeshaus-
hal s).
Mi hin s ell sich die F age nach de Nachhal igkei des
Ren ensys ems in Deu schland. Zwei D i el de deu schen
Ökonominnen und Ökonomen e ach en das ak uelle Sys em
als nich nachhal ig genug, um auch kün ig eine angemes-
sene Ren e zu ga an ie en (5. ÖP– 2016). Wei e hin sind
22P ozen unen schlossen, wäh end 11P ozen de Öko-
nominnen und Ökonomen das Sys em du chaus als nach-
hal ig emp inden. De Konsens in Bezug au diese F age
lieg dabei bei einem We on 0,23.
Eine Fixie ung des Ren enni eaus au mindes ens
48P ozen des Du chschni seinkommens sowie eine Fi-
xie ung de Bei agszahlungen au maximal 20P ozen des
Du chschni seinkommens we den mi 61P ozen meh -
hei lich abgelehn (20. ÖP– 2018). Dies bedeu e zusammen
mi 19P ozen Zus immung und 14P ozen Unen schlos-
senen einen Konsensg ad on 0,19.
Was die Höhe de indi iduellen Ren enansp üche be-
i , so e ach en 48P ozen den Vo schlag eine G und-
en e ü Menschen mi mindes en 35 Bei agsjah en ode
al e na i Kinde be euungs- beziehungsweise P legezei en
als ich ig. Ein D i el lehn den Vo schlag ab und 15P ozen
sind unen schieden (16. ÖP– 2018). Die Di e genz de Mei-
nungen zu G und en e spiegel sich in einem Konsens on
0,09 wide . Im Jah 2020 wu de ein solche Zuschlag ü eine
soga noch b ei e e Be ölke ungsg uppe beschlossen.
Ein Konsens on 0,05 e gib sich hinsich lich de Teil-
habeäqui alenz. 45P ozen de Ökonominnen und Öko-
nomen hal en es ü alsch, die Höhe de Ren e wenige on
den geleis e en Bei agszahlungen und -jah en abhängig zu
machen (20. ÖP– 2018). Demgegenübe hal en 29P ozen
eine solche En wicklung ü ich ig, 21P ozen sind sich
diesbezüglich unsiche .
Auch al e na i e Ren en inanzie ungen zum Gene a-
ionen e ag inden ehe gemisch en Anklang. So be ü -
wo en 49P ozen die zusä zliche P lich eine p i a en
ode be ieblichen Al e s o so ge, wäh end sie 43P ozen
ablehnen (20. ÖP– 2018). Unen schlossen wa en 8P ozen
de Ökonominnen und Ökonomen, was einen Konsens on
0,17 zu Folge ha .
Neben de Ren e und ih e Finanzie ung bie en auch
das A bei seinkommen sowie wei e e dami e bundene
Sozialabgaben Anlass zu Diskussionen. Eines de g oßen
Themen de e gangenen Jah e wa die Ein üh ung des
Mindes lohns im Jah 2015 in Deu schland. Diese Maß-
nahme wu de zu Beginn on 56 P ozen und dami on
eine Meh hei de Ökonominnen und Ökonomen als wi -
scha spoli ische Fehle angesehen, wäh end 32 P ozen
einen gegen eiligen S andpunk e a en und 12P ozen
de Ökonominnen und Ökonomen unen schlossen wa en (1.
ÖP– 2016). De sich hie aus e gebende Konsens lieg bei 0,14.
Ein s a k ge eil es Meinungsbild e gib sich hinsich lich
de Rückkeh zu pa i ä ischen Finanzie ung de K anken-
e siche ung. Wäh end 36P ozen de Ökonominnen und
Ökonomen es als ich ig e ach en, dass die Bei äge zu
gese zlichen K anken e siche ung zu gleichen Teilen on
A bei nehme n und A bei gebe n ge agen we den, sind
27P ozen unen schieden und 34P ozen de gegen eiligen
Meinung (16. ÖP– 2018). Da aus olgend beläu sich de
Konsens hinsich lich de Rückkeh zu pa i ä ischen Fi-
nanzie ung de K anken e siche ung au 0,01.
4.3  Außenhandel
Vo dem Hin e g und de ussischen Vollin asion in die
Uk aine im Feb ua 2022 ha sich abe mals gezeig , dass die
Globalisie ung neben den ielen Vo eilen du chaus auch