Baye , Hans
A icle
Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Baye , Hans (1958) : Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 78, Iss. 4, pp. 31-62,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.4.31
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415] 31
Ze all und Syn hese in de mode nen
Wi scha sleh e
Von
Hans Baye - Do mund
Inhal s e zeichnis: I. Ta sache und Bedeu ung des Ze alls de in ih en
An ängen einhei lichen Wi scha sleh e: 1. Einhei liche Wi scha sleh e S. 32 —
2. Beispiele des Ze alls de Wi scha sleh e a) His o ische Schule S. 33 —
b) Reine Theo ie S. 34 — c) Konjunk u heo ie S. 38 — II. Agg ega bildung im
Zuge des Ausbaus eine angewand en Wi scha s heo ie: 1. Dynamisches Gleich-
gewich S. 39 — 2. P eisbildung und Wi scha smach S. 41 — 3. Agg ega bil-
dung in de Geldleh e S. 43 — III. Tendenzen und Wide s ände eine Syn hese
in de Wi scha sleh e: 1. Fü und Wide eine Syn hese de Wi scha s-
leh e S. 46 — 2. Syn hese au Teilgebie en de Wi scha sleh e: a) Theo ie des
Wachs ums de Wi scha S. 51 — b) Raumwi scha sleh e S. 52 — IV. Mög-
lichkei en und Bedeu ung eine syn he ischen Wi scha sleh e: 1. Absolu e
We e und Vo ausse zungslosigkei de Wissenscha S. 54 — 2. Ziel de Wi -
scha und eleologisches Gleichgewich S. 57 — 3. Spannung als me hodolo-
gische Beg i S. 60.
Eine Spannung du chzieh die Geis esgeschich e: die Spannung
zwischen Spezialisie ung und philosophische Gesam schau. Is nich
ge ade heu e eine Syn hese zwischen beidem gebo en, wobei angesich s
de Übe s eige ung des Spezialis en ums die Be ücksich igung de
Gesam schau besonde s d inglich wä e? Es is bezeichnend, daß de
P o esso an de Technischen Hochschule in Zü ich, E. Böhle , bei
eine Ve sammlung des Schweize ischen Gewe be e bandes im Mai
1957 ein philosophisches Thema behandel e; cha ak e is isch seine Be-
g ündung: „Fü diejenigen abe , denen de Glaube an die ewige P o-
spe i ä — wie ein Bankie sich kü zlich ausd ück e — noch den ein-
zigen Glauben bilde , den sie besi zen, is eine Besinnung au die
Fundamen e ih e Exis enz besonde s wich ig, weil sie ühe ode
spä e de einzigen G undlage ih e Exis enz be aub sein und des-
halb o eine Lee e s ehen we den."
Vo liegende Un e suchungen übe Möglichkei und Bedeu ung eine
Syn hese in de mode nen Wi scha swissenscha gehen zum Teil au
e kenn nis heo e ische F agen ein, die abe , wie sich zeigen wi d,
nich nu ü die G undlagen o schung de Na ionalökonomie, son-
de n auch ü wi scha s heo e ische und wi scha spoli ische F agen
im einzelnen maßgebend sind.
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32 Hans Baye [416
Die Abhandlung geh aus on de Ta sache und de Bedeu ung
des Ze alls de in ih en An ängen einhei lichen Wi scha sleh e. Die
einzelnen Rich ungen en wickel en sich einsei ig, so daß eine Zusam-
men ügung, e wa e gleichba de Zusammens ellung eines Mosaiks
nich möglich is , da die Teile nich zueinande passen. In dem Maße,
als die Wi scha s heo ie sich wiede konk e en F agen zuwand e
und die wi klichkei s e nen Höhen de Modelle e ließ, e gaben sich
Übe schneidungen und Du chd ingungen de Teilgebie e de Wi -
scha sleh e. Es üh e de Ausbau eine angewand en Wi scha s-
heo ie zu Agg ega bildungen in de Wi scha sleh e, d. h. zu Ve -
bindungen und Summie ungen, wie sie sich aus dem Übe schneiden
de Teilgebie e e geben, ohne daß eine Einhei en s ünde. Die E -
gebnisse diese Agg ega bildung e möglichen wede einhei liche E -
assung de Gesam zusammenhänge, noch können sie aus eichende
G undlage eine um assenden Wi scha spoli ik sein. Es e s ä k en
sich dahe die Tendenzen zu eine Syn hese in de Sozialökonomie.
Ge ade weil diese Bemühungen in das Be eich de Philosophie üh en,
haben sie mi dem Wide s and de Posi i is en zu echnen. Die Ve -
mi lungs o schläge sind unzulänglich; die bishe igen Ve suche eine
Syn hese in de Wi scha sleh e beziehen sich au Teilgebie e, so
daß das P oblem de Gesam syn hese o en bleib . Es handel sich
hie bei um die Ve bindung eine Mannig al igkei zu eine Einhei .
Die Mannig al igkei bleib wohl bes ehen, abe ih e Einzelhei en
hängen in sich zusammen und wi ken mi einande . So bilde die Viel-
hei ein zusammenhängendes Ganzes. Die Un e suchung leg das
Schwe gewich au die Da legung de No wendigkei und Bedeu ung
eine syn he ischen Wi scha sleh e, ohne diese selbs im einzelnen
auszua bei en. (Diesbezüglich wi d e wiesen au H. Baye „Wi -
scha sges al ung", Duncke & Humblo , Be lin 1958, in Vo be ei ung.)
I. Ta sache und Bedeu ung des Ze alls de in ih en An ängen
einhei lichen Wi scha sleh e
1. Einhei liche Wi scha sleh e
Die Wi scha sleh e wa , be o sie selbs ändige Wissenscha
wu de, ein Teil de Philosophie. Bei Thomas on Aquin wu -
den alle Wi scha sp obleme om Gesich spunk de Ge ech igkei
be ach e und gewe e . Es ging um die F age des ge ech en Lohnes,
des ge ech en P eises. Die F agen de P oduk ion blieben noch im
Hin e g und. Die Wi scha gal bloß als Mi el, um bes imm e
obe s e Ziele zu e eichen. Die Menschen ha en nach diese Au -
assung die Au gabe, die Wi scha so zu ges al en, daß sie möglichs
wei gehend diesen Zielen en sp ach. Hie bei konn en die Menschen
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417] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 33
die Ve an wo ung nich an eine Mechanik abschieben, sonde n ha en
sie selbs zu agen.
Auch in dem e s en geschlossenen Sys em eine Wi scha sleh e,
wie es die Physiok a en en wickel en, spiel e noch die na ü -
liche O dnung eine en scheidende Rolle. Je meh die konk e e Wi -
scha diese glich, um so besse e üll e sie ih e Au gabe.
Auch noch im Sys em on Adam Smi h spiel de Gedanke
eine na ü lichen O dnung eine Rolle. Abe die einzelnen Menschen
sind nich meh ü ih e E üllung e an wo lich. Es is ielmeh
de Ma kmechanismus, de die En scheidungen de Einzelnen au o-
ma isch au die E eichung des Volkswohls andes aus ich e . Es spiele,
wie F. A. Hayek einmal o mulie e, keine Rolle, ob die wi scha -
enden Menschen Engel ode Teu el seien.
Die Wi sdia smechanik, die Adam Smi h un e s a ischen Ge-
sich spunk en be ach e e, e we e e Ma x mi de Me hode de
Wi scha sdynamik. E wende e den G undgedanken de Mechanik
au die Wi scha sen wicklung an, die du ch Menschen nich wesen -
lich geände we den könn e. Die En wicklung d änge schicksalha
au ein ih immanen es Ziel zu, nämlich au den „jüngs en Tag" de
Sozialgeschich e, au die Re olu ion zu klassenlosen Gesellscha .
2. Beispiele des Ze alls de
Wi scha sleh e
Wäh end die bishe behandel en Rich ungen de Wi scha sleh e
an dem Einhei scha ak e es hiel en, zeig sich spä e ein Ze all
de Einhei lichkei und eine En wicklung nach e schiedenen Rich-
ungen, die häu ig in Einsei igkei e allen. D ei Beispiele seien im
olgenden he ausgeg i en, die his o ische Schule, die eine Theo ie
und die Konjunk u leh e.
a) His o ische Schule
Wohl ha W. Koch (Die Bedeu ung de heo e ischen Ökonomie
ü die allgemeine Soziologie, Tübingen 1955) Rech , wenn e au die
enge Ve bindung zwischen Soziologie und his o ische Schule
hinweis . Schmolle habe die soziologische Fundie ung ge adezu zu
einem P og ammpunk seine Rich ung e hoben. Die his o ische
Schule is in ih em Ausgangspunk nich zule z als Reak ion au die
Einsei igkei de klassischen Leh e zu e s ehen. Die Ve e e de
his o ischen Rich ung be on en den s ändigen Wandel im Wi scha s-
geschehen und e aß en in ih en konk e en Un e suchungen ge ade
auch die Zusammenhänge zwischen Wi scha und Gesellscha . Die
his o ische Schule blieb abe in ih e wei e en En wicklung o Ein-
sei igkei en nich bewah . Diese kamen ganz deu lich im Me hoden-
Schmolle e Jah buch 78, 4 3
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34 Hans Baye [418
s ei zum Ausd uck. In de mode nen Wi scha sleh e is selbs die
ausgezeichne e Un e suchung Mi chells übe die Konjunk u schwan-
kungen ein Beispiel ü eine gewisse Einsei igkei de His o ischen
Schule (Business Cycles 1927). Was mühsam au g und zahl eiche S a-
is iken he ausge unden wu de, wa zum Teil be ei s du ch die mo-
de ne Theo ie e kann . Diese Einsei igkei wi d um so deu liche ,
wenn man die A bei sweise Mi chells mi dem Ve ah en mode ne
ökonome ike e gleich , die in das au g und heo e ische E kenn -
nisse kons uie e Modell die konk e en Da en einse zen.
b) Reine Theo ie
aa) Übe sich
Die eine Theo ie e such im Wege de Abs ak ion all-
gemeine Gese zmäßigkei en zu e kennen. Hie bei bedien sie sich
modell heo e ische Un e suchungen. Un e Modellen e s ehen wi
hie eine A Gedankenexpe imen . Es wi d un e such , wie bei e -
ein ach en Annahmen die Wi scha unk ionie . Diese Gedanken-
expe imen e sind jenen Ve suchen e gleichba , die z. B. im Rahmen
de Na u wissenscha du chge üh we den. Wäh end abe de Phy-
sike ode Chemike in de Lage is , in P axis jene Bedingungen zu
se zen, die es ihm e möglichen, einen Einblick in die Zusammenhänge
zwischen einzelnen G ößen zu gewinnen, i dies ü die Volks-
wi scha nich zu. Man kann nich in Wi klichkei bes ehende kon-
k e e Einzelhei en besei igen. Wohl abe is es gedanklich möglich,
on wechselnden äuße en Me kmalen absehend, das Wesen eine mo-
de nen Volkswi scha zu e assen. Man e wende dahe die Me-
hode de zu- und abnehmenden Abs ak ion, um mi ih e Hil e an
einem Gedankenmodell den Ablau de Wi scha zu beobach en.
Im Wege de Abs ak ion (d. h. des Wegnehmens konk e e Einzel-
hei en) komm man zu e ein ach en Ta bes änden, die die Zusammen-
hänge de Wi scha kla e kennen lassen. Man da eilich in de
Abs ak ion nich zu wei gehen. Es müssen auch im Modell noch die
Wesenszüge eine mode nen Wi scha gewah bleiben. Eine zu wei
gehende Abs ak ion in diese Hinsich s ellen die Un e suchungen an
einem sogenann en Robinson-Modell da . Mögen auch einzelne Ge-
se zmäßigkei en an diesem Modell s udie we den können, so ehl
doch ein wesen liches Me kmal de mode nen Wi scha , nämlich ih
gesellscha liche Cha ak e . Ge ade aus dem Zusammenwi ken de
e schiedenen Wi scha ssubjek e e geben sich ja die P obleme de
mode nen gesellscha lichen Wi scha .
Will man zu wi scha s heo e ischen E kenn nissen kommen, die
auch p ak isch e we ba sind, so muß man im Wege de abneh-
menden Abs ak ion zu Wi klichkei zu ück inden. Un e ande en
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419] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sieli e 35
ha die ös e eichische Schule de Na ionalökonomie
diesen Weg de abnehmenden Abs ak ion ausgebilde . Es handel
sich da um, daß in das Gedankenmodell nach und nach wiede jene
konk e en Vo ausse zungen eingebau we den, die o e s im Sinne
eine Ve ein achung de Annahme weggelassen wu den. Die Me hode
abnehmende Abs ak ion kann abe nu dann gelingen, wenn o he
die Abs ak ion nich sowei gegangen is , daß wesen liche Me kmale
de gesellscha lichen Wi scha e nachlässig wu den.
Wohl is diese Me hode g undlegend ü die mode ne Theo ie. Sie
is abe häu ig de Ge ah de Einsei igkei e legen. Wi geben im
olgenden einige Beispiele:
bb) Modell de eien Konku enz
Die Annahmen des Modells de eien Konku enz
sind so- ge aß , daß alle e wi klich sein müssen, dami de eibungs-
lose Ablau de Wi scha gesiche is . Es kann also nich willkü -
lich die eine ode ande e Annahme allen gelassen we den, ohne daß
dadu ch das Wesen liche de eien Konku enz, nämlich die s än-
dige E eichung des wi scha lichen Gleichgewich es, au gegeben
wü de. Man kann on eine Komplemen a i ä de Vo ausse zungen
sp echen. Die Annahmen des Modells de eien Konku enz in
diesem Sinne sind öllige Ma k übe sich , Teilba kei und Beweglich-
kei des Kapi als, gleichs a ke Pa ne im We bewe b und zei lose
Ablau de Wi scha .
Völlige Ma k übe sich bedeu e , daß jede Un e nehme und
jede Konsumen die Ma k e häl nisse übe blicken kann; wä e diese
Übe sich nich gegeben, dann wä e on o nhe ein eie We -
bewe b ausgeschal e . Wenn z. B. de einzelne Konsumen nich es -
s ellen kann, wo e am p eiswe es en eine bes imm e Wa e kau ,
wä e ja de We bewe b zwischen den be e enden Händle n ode
P oduzen en au gehoben.
De Teilba kei und Beweglichkei des Kapi als lieg de Gedanke
zug unde, daß sich die P oduk ion jeweils nach den güns igs en Ge-
winnchancen ich e . Dadu ch e gäbe sich de im Sinne de maxi-
malen P oduk ion e o de liche Ausgleich de G enz e wendungen.
Eine s ändige Aus ich ung de P oduk ion nach dem g öß en Gewinn
is abe nu dann möglich, wenn jeweils die Ums ellung de P oduk-
ion on de einen au die ande e Fe igung möglich is . Vo aus-
se zung diese Chance de jeweiligen Ums ellung des Kapi als au
güns igs e Ve we ung is die Teilba kei und Beweglichkei des
Kapi als.
Es is e ne kla , daß nu dann on eiem We bewe b die Rede
sein kann, wenn die S a bedingungen ü alle gleich sind. Dies wä e
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36 Hans Baye [420
nich de Fall, wenn eine ode meh e e mäch ige wä en als die
ande en. Das Modell de eien Konku enz nimm nich nu gleich-
s a ke Pa ne au dem Gebie e de P oduk ion und des Handels an,
sonde n auch, daß A bei gebe und A bei nehme gleiche Posi ionen
haben. T ä e dies nich zu, wü de sich ja eine Di e enz zwischen pe -
sonelle und unk ionelle Ve eilung e geben, wäh end de en Zu-
sammen e en ü das Funk ionie en de Wi scha im Modell de
eien Konku enz e o de lich is .
Zei lose Ablau de Wi scha is inso e n eine no wendige Vo -
ausse zung ü das Funk ionie en de eien Konku enz, weil ande n-
alls in de Zei spanne zwischen Ak ion und Reak ion im Gleich-
gewich ssys em S ö ungen ein e en wü den. Es wi d also* angenom-
men, daß z. B. eine S eige ung des Angebo es eine P eissenkung
olg , die Nach ages eige ung und Rückgang des Angebo es zu Folge
ha und dami augenblicklich wiede das Gleichgewich zwischen An-
gebo und Nach age he s ell , ehe S ö ungen in olge des Zei in e -
alls de Anpassung ein e en könn en.
Die Einsei igkei lieg nich in den Annahmen des Modells, son-
de n da in, daß iele Theo e ike , z. B. auch Keynes, anscheinend
e gessen, daß ih e Ablei ungen nu un e Annahme de eien Kon-
ku enz zu e en, denn sie wenden die modell heo e ischen E geb-
nisse ohne abnehmende Abs ak ion au die Wi scha spoli ik an.
cc) Lausanne Schule
Die Lausanne Schule s ell den Gleichgewich sgedanken
in den Mi elpunk ih es Sys ems. Sie geh hie bei on ein s a ische
Be ach ung aus. Es wi d ein wei e K eis on E scheinungen als ge-
geben, als Da en gekennzeichne und de en Kons anz sowie eine be-
s imm e Kons ella ion (s a ionä e Zus and de Wi scha ) angenom-
men. Bei den Na u p ozessen sind die G ößen de Kö pe wel in
s e e Bewegung, d. h. äumliche Lage e ände ung. Diese Bewegung
kann mi kons an e Geschwindigkei o sich gehen, de Kö pe leg
in gleichen Zei alb s änden gleiche Wegs ecken zu ück. Das Bild seine
Bewegung is unmi elba kla . In den meis en Fällen abe handel
es sich um wechselnde Geschwindigkei , in gleichen Zei abs änden
we den ande e Wegs ecken zu ückgeleg . Um diese Bewegungen zu
e assen, ze legen wi den Bewegungs o gang in In e alle und
nehmen an, daß inne halb diese die Bewegung gleichmäßig sei, d. i.
mi kons an e Geschwindigkei o sich gehe. Ähnlich a bei e die
Lausanne Schule mi de Annahme, daß de Gesam ablau de Wi -
scha sich nich ände e und auch keine Tendenz eine Ve ände ung
in sich age. Sie s ell die Vo ausse zung es , un e denen ein Gleich-
gewich szus and de Wi scha bes ehen kann. Hie bei un e scheide
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421] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 37
sie zwei Gleichgewich szus ände, s abiles (equilib e s able) und labiles
Gleichgewich (equilib e ins able). Es genüg hie , in knapps e Fo m
Sinn und Bedeu ung diese Un e scheidung he o zuheben.
Es en sp ich z. B. eine g öße en P oduk menge ge inge e P eise
diese P oduk e, dem ge inge en P eis ge inge e P oduk menge,
diese wiede höhe e P eis us . So e gib sich schließlich imme ein
Gleichgewich szus and, d. h. ein solche , bei dem Angebo und Nach-
age nach dem be e enden P oduk sich decken.
Komm es bei diesem Ausbalancie en zu einem Gleichgewich s-
zus and, de dem u sp ünglichen gleich is , dann wa das u sp üng-
liche Gleichgewich ein s abiles. De Ausd uck is aus de Mechanik
en lehn . Von einem s abilen Gleichgewich können wi hie sp e-
chen, wenn wi z. B. eine Scheibe an einem Punk obe halb des
Mi elpunk es be es igen. Soo wi die Scheibe aus de Ruhelage
b ingen, imme keh sie wiede in diese zu ück. Be es igen wi
jedoch die Scheibe un e halb des Mi elpunk es und b ingen sie aus
de u sp ünglichen Lage, wi d sie nie meh in diese zu ückkeh en.
Wi haben den Fall des labilen Gleichgewich es o uns. Analog
sp ich die Lausanne Schule on einem labilen Gleichgewich . Es lieg
dann o , wenn eine S ö ung des Gleichgewich es wiede zu einem
Gleichgewich üh , abe zu einem ande sa igen.
Diese Mechanik ha nich s meh mi menschlichem Handeln in de
Wi scha zu un. Das Gleichgewich de Lausanne Schule is logisch
ich ig gedach , abe e n alle Wi klichkei . Dies gil auch ü den
Ve such, den Hicks in „Value and Capi al" mach , das s a ische
Gleichgewich zu dynamisie en. Es geling Hicks, eine gewisse An-
nähe ung an die P obleme de Dynamik zu e eichen, indem e die
e schiedenen Gleichgewich szus ände du ch den Beg i de Elas i-
zi ä de E wa ungen e binde . Als g undlegenden Be-
g i e wende Hicks die „Woche". Es handel sich hie nich um
einen Zei aum on genau sieben Tagen, sonde n einen Zei abschni ,
inne halb dessen P eisände ungen unbe ücksich ig bleiben können.
Hicks e wende nun bei einem Ve gleich de e schiedenen Wochen
die Me hode de kompa a i en S a ik, wie sie schon on de Lau-
sanne Schule angewand wo den wa . Diese Me hode kann zwa nich
die Bewegungse scheinungen e assen, wohl abe Gleichgewich s-
zus ände einande gegenübe s ellen, ähnlich wie man e wa es s ellen
kann, daß das hohe und das ie e C eine Ok a e oneinande en e n
sind, ohne eine Aussage da übe zu machen, wie die Töne mi ein-
ande e bunden sind, z. B. du ch Tonlei e ode du ch Akko de. Die
Fes s ellung diese Bewegungs o gänge wä e die ypische Au gabe
de dynamischen Theo ie.
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38 Hans Baye [422
Hicks e such nun die im Rahmen de kompa a i en S a ik iso-
lie en Gleichgewich szus ände mi einande in Kon ak zu b ingen,
indem e den schon on Keynes in den Vo de g und ges ell en Beg i
de E wa ungen e wende und ihn du ch den Beg i de „Elas i-
zi ä de E wa ungen" e gänz . Die wesen liche F age hie -
bei is , inwiewei die E wa ungen de kün igen P eise au P eis-
ände ungen on heu e eagie en. Hohe Elas izi ä de E wa ungen
kann in de konk e en Wi scha zu eine g oßen Ge ah we den,
z. B. in Zei en des Au schwunges, wenn die augenblicklichen P eis-
s eige ungen die Un e nehme zu einem übe iebenen Op imismus
e anlassen ode umgekeh P eissenkungen in Zei en de Dep ession
wei e e P eisab älle annehmen lassen.
T o z alle Annähe ung an das dynamische P oblem können ei-
lich auch mi Hil e des Beg i es de Elas izi ä de E wa ungen
Bewegungs o gänge selbs nich e aß we den.
Noch wich ige abe is , daß aus dem Gleichgewich
he aus o z alle Dynamisie ungs endenzen, wie sie bei Hicks e -
such we den, keine lei Bewegungs o gang en -
s ehen kann. Au diese Weise bleib de Me hode de absolu en
S a ik auch in de on Hicks so seh e eine en Fo m die E assung
und Lösung de wesen lichen dynamischen P obleme e schlossen.
Hicks ha selbs diese Unzulänglichkei e kann ( gl. II., 1;.
dd) Zusammen assung
Schon diese bloß als Beispiele gegebenen Hinweise zeigen, daß
die Me hode de einen Theo ie de Ge ah de Einsei igkie inso e n
e legen is , als in ih en Modellen wesen liche Momen e de gesell-
scha lichen Wi scha auße ach gelassen ode unzulässig e ein-
ach sind.
Die Ta sache, daß die e schiedenen Rich ungen de Wi scha s-
leh e den Zusammenhanng un e einande e lo en und nu bes imm e
Me kmale de Wi scha he ausg ei en und meis übe be onen, b ing
Einsei igkei en mi sich. Diese Ve zeichnung de Wi klichkei üh
dazu, daß die Teile gebnisse de e schiedenen Rich ungen de Wi -
scha sleh e nich , wie e wa die S eine eines Mosaiks, aneinande üg-
ba sind, weil sie ga nich zusammen passen können. So gesehen,
bedeu e die En wicklung zu Einsei igkei a sächlich einen
Ze all de ühe einhei lichen Wi scha sleh e.
c) Konjunk u heo ie
Dieselbe Ge ah zeig sich au Spezialgebie en de Wi scha s-
leh e und wu de auch do nich e mieden.
Au dem Gebie e de Konjunk u leh e z.B. e gab sich
eine En wicklung zu Einsei igkei . Die Ve e e de e schiedenen
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429] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 45
men e, S a hei de P eise und Löhne in ih e Wi kung gegensei ig
e s ä ken.
Auch die F agen de Wi scha ss uk u spielen in de
E assung de Vo gänge in de Geldsphä e eine wesen liche Rolle.
U. a. is dies deu lich in einem Au sa z on E. K ü n g „Lang is ige
Gelden we ung" zum Ausd uck geb ach (P i a komme zbank 1956,
Juni). Das e schiedene Tempo des echnischen Fo sch i es in de
p imä en, sekundä en und e iä en P oduk ion spiel eine wesen -
liche Rolle in de säkula en In la ion. De echnische Fo sch i in
de sekundä en P oduk ion sei wesen lich asche als in de p imä en
und e iä en. Mach e häl nisse in diesem Sek o de P oduk ion
üh en abe zu eine „b anchein e nen Abso p ion". P oduk i i ä s-
s eige ungen we den nich du ch P eissenkungen wei e gegeben. Diese
wä en in de Lage, die no wendige P eiss a hei und zum Teil P eis-
s eige ung in p imä e und e iä e P oduk ion im Sinne eine Geld-
we s abilisie ung zu kompensie en.
Das on Max F. Millikan he ausgegebene Sammelwe k: In-
come s abiliza ion o a de eloping democ acy, a s udy o he poli ics
and economics o high employmen wi hou in la ion (New Ha en
1953) leg besonde es Gewich au die Zusammenhänge zwischen
Geld- und allgemeine Wi scha sleh e. Millikan selbs
heb als Au gaben eine geldwe s abilisie enden Poli ik wenige
geldwi scha liche als wi scha s- und sozialpoli ische Ziele he o .
In as allen einschlägigen Un e suchungen wi d au die No -
wendigkei de Siche ung de Gelds abili ä on de p oduk ions- und
einkommenspoli ischen Sei e he e wiesen. Besonde s he o gehoben
seien die einschlägigen Au sä ze und Vo äge, die in den „Pape s
and P oceedings" des Ame ican Economic Re iew, Mai 1957, e -
ö en lich und in dem Abschni „Business Fluc ua ions and In-
la ion" zusammenge aß sind. U. a. a bei e R. L. Reie son in
dem Au sa z „Is In la ion a oidable?" (S. 145 .) G ünde ü die
säkula e In la ion he aus. U. a. age an diesen Tendenzen
Schuld das Dogma on de s ändig wachsenden Wi scha . Dami
im Zusammenhang s ehe de In es men boom. Dazu kämen
die s eigenden Lohnkos en und de Impa ience Fac o . Man könne
es ga nich e wa en, den Lebenss anda d zu s eige n. Schließlich
dü e als psychologische Fak o die allgemeine Annahme nich übe -
sehen we den, daß de Geldwe nich zu hal en is .
De Glaube an eine au oma isch wi kende K a , die den Geldwe
s abilisie en könne, wie e noch in de al en Geld heo ie o handen
wa , is längs e lo en gegangen. Nu du ch eine Koo dina ion e -
schiedene wi scha s- und gesellscha spoli ische Maßnahmen könn e
das geldpoli ische Ziel e eich we den. Die Tendenz „di ele a e le
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46 Hans Baye [430
ecniche mone a ie a ini mis e iosi" wi d im allgemeinen abgelehn .
(T. Balogh, Poli ica mone a ia: Nuo e do ine e an ichi e o i,
Rassegua economica, 1956, N. 3.) Im G unde is die Fes s ellung des
„T end" (Feb . 1956), in dem Au sa z „Al e na i es o he c edi
squeeze" ich ig: „The us y swo d o bank a e-a us y weapon."
4. Bei den Beispielen ü die Agg ega bildung aus Teilgebie en
de Wi scha sleh e gingen wi on d ei e schiedenen Wi scha s-
agen (wi scha liches Wachs um, P eis, Geld) aus. Die Ve olgung
de P obleme üh e jeweils zu um assenden Zusammenhängen in de
gesellscha lichen Wi scha . Die P oblemgebie e übe schneiden und
du chd ingen sich. Die Agg ega bildung, das Nebeneinande
und Übe schneiden de Un e suchungse gebnisse au e schiedenen
Teilgebie en e möglich abe noch keine einhei liche E assung de
inne en Zusammenhänge.
III. Tendenzen und Wide s ände eine Syn hese
in de Wi scha sleh e
Die Un e suchungen zeig en den Weg on de Einhei zu Ein-
sei igkei : in de Wi scha sleh e. Die Einsei igkei b ing es nich
nu mi sich, daß jeweils bloß schmale Ausschni e des Wi scha s-
geschehens ins Auge ge aß we den, sonde n üh auch zu eine Ve -
ze ung de E gebnisse, die eine einwand eie heo e ische E assung
de Zusammenhänge e hinde n und als G undlage eine e olg eichen
Wi scha spoli ik nich geeigne sind. Es is dahe beg ei lich, daß
sich in zunehmendem Maße Tendenzen eine Syn hese in de Wi -
scha sleh e zeigen, die jedoch on manchen Sei en he au Wide -
s ände s oßen.
1. Fü und Wide eine Syn hese de Wi scha s-
leh e
Als o e wa 20 Jah en Johan Ake man sein bekann es
We k „Das P oblem de sozialökonomischen Syn hese46 (Lund 1937)
e ö en lich e, wa e gleichsam ein Ru e in de Wüs e. E ha in
diesem We ke da au hingewiesen, daß es e s e und wich igs e Au -
gabe de Na ionalökonomie wä e, den G unds ein de ökonomischen
We bes immung deduk i aus de menschlichen E -
kenn nis eine e nün igen Wel o dnung zu be-
s immen. Fü die mode ne Wi scha sleh e s ell Ake man es :
„Die Wi scha sleh e is gewisse maßen nich s ande es als eine
K is allisie ung um Wi scha sp obleme de gel enden Wel - und
Lebensanschauung. Sie is mi ande en Wo en eine Anwendung de
p ak ischen Philosophie. Es gib spezielle echnische, mone ä e, kom-
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431] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 47
me zielle, o ganisa o ische P obleme, die on diesen gene ellen We -
ungen und F ages ellungen unabhängig zu sein scheinen; abe bei
genaue em Nachdenken zeig sich, daß diese scheinba speziellen, ü
sich allein s ehenden P obleme nich gelös we den können, ohne eine
gene elle A bei shypo hese und eine gene elle Eins ellung zu Au -
gabe und Bedeu ung des gesam en ökonomischen Lebens" (a.a.O.
S. 84). F. Pe oux ha sich in Économie Appliqué, Ap il 1948,
nachd ücklichs gegen den übe mäßigen Geb auch de Da en in de
Na ionalökonomie gewende , die nich e klä we den müß en, weil
es sich en sp echend den willkü lich gemach en Annahmen um
„auße ökonomische Elemen e" handel . In Wah hei abe gehe es
häu ig da um, Ans engungen zu e spa en und Ungewißhei zu en -
schuldigen. Den Ve such, die Zusammenhänge sozialen Lebens in das
Be eich auße ökonomische Da en zu e weisen, ha wohl auch
E. B ö h
1
e im Auge, wenn e au die Ge ah e weis , daß in de
Na ionalökonomie die Exak hei de Da s ellung, die nu un e
ex em e ein ach en Vo ausse zungen gil , mi de Siche hei des
Aussagewe es ü die Wi klichkei e wechsel wi d (G undlagen de
Na ionalökonomie, Be n 1948, S. 7). Auch J. Ma chai be on die
No wendigkei de Ve bindung on Soziologie und Geschich e ü die
mode ne Wi scha swissenscha . Man dü e nich den Menschen in
einen e ollkommne en Robo e e wandeln, dessen säm liche Re-
ak ionen o auszusehen sind. Wi scha swissenscha sei eben Wis-
senscha om Menschen (Gegens and und Wesen de Wi scha s-
wissensicha , Zei sch i ü die gesam e S aa swissenscha , 1950,
S. 599 .). Wiede hol ha G. Weippe in seinen ie schü enden
Aus üh ungen au die No wendigkei de E assung de inne en Zu-
sammenhänge de Sozialwissenscha hingewiesen. So z. B. in seinem
Au sa z „Vom We u eilss ei zu poli ischen Theo ie66 (Wel wi -
scha liches A chi , 1939, I, S. 30): „De Seinscha ak e eines e s eh-
ba en Objek es is nich ohne ein ihm immanen es, ihm wesens-
gemäßes zugehö iges Sollen denkba .66 In einp ägsame Weise be on
H. . Becke a hin seinem Nachwo zu E. Lewis „Die Theo ie
des wi scha lichen Wachs ums66 (1956): „die Zei ü zusammen as-
senden Übe blick und Syn hese de Resul a e aus Einzel o schungen
is gekommen.66
Ha es abe wi klich Sinn, die e schiedenen Teilgebie e de Wi -
scha sleh e einhei lich zu e assen, mag manche agen. Gil nich
de in de englischen Li e a u geb äuchliche spö ische Vo wu des
„Sys embuilde s66 auch ü die Ve suche eine sozialökonomischen
Syn hese? Nach Au assung iele Fo sche genüg es, in Einzel-
un e suchungen Teilgebie e zu analysie en, ohne daß die No -
wendigkei bes ünde, die E gebnisse in ein Sys em einzugliede n.
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48 Hans Baye [432
Dann mag es alle dings kommen, wie es kü zlich L. L. B. Angus
cha ak e isie e: „And e e yone laughs a his neighbo o his
igno an childish iews" (Economic In elligence, 1957 No .). Diese
Schwie igkei en wü den bei eine syn he ischen Na ionalökonomie
on o nhe ein e schwinden.
Jede Syn hese e o de ein Zu ückgehen au philoso-
spische G undlagen. Heiß das abe nich , die Wi scha s-
wissenscha de „Me aphysik" auslie e n? De sogenann e „W i e -
ne K eis", eine G uppe on Posi i is en, kämp au s schä s e
gegen solche Bemühungen. Sie un e suchen in e s e Linie die lo-
gischen und e kenn nis heo e ischen G undlagen de Wissenscha und
möch en die Philosophie on ih en wi klichen ode e mein lichen
Scheinp oblemen be eien. Un e ande em ha H. Albe in einem
Au sa z „Das We u eilsp oblem im Lich e de logischen Analyse"
(Zei sch i ü die gesam e S aa swissenscha , 1956, S. 410 .) diese
Gedankengänge neue dings e e en. Mi besonde e Schä e we den
Aus üh ungen Weippe s, au die wi spä e noch zu ückkommen, als
„pseudoobjek i e Sp echweise" cha ak e isie (a.a.O. S. 431). Albe
sieh wohl das P oblem auch zu ein ach, wenn e es „ganz ein ach"
sieh : „Jeden alls sind We u eile bes imm e A en on Ausd ücken
aus de Sp ache, und das We u eilsp oblem is ganz ein ach das P o-
blem, ob diese Ausd ücke in die Wissenscha hineingehö en ode
nich ."
Siche spielen die on Pe oux angegebenen „A u s e d e n", um
sich die Sache bequeme zu machen, eine gewisse Rolle. Dazu komm
eine gewisse F eude an de logischen Unang ei ba kei
de Modelle und das Ge ühl, im Wolkenkuckucksheim öllig abs ak-
e Un e suchungen übe poli ische P obleme e haben zu sein. De
en scheidende G und ü den Mangel eine Syn hese im angegebenen
Sinne lieg doch wohl ie e . Syn hese is an bes imm e Vo aus-
se zungen gebunden. Nu dann is eine einhei liche E assung mög-
lich, wenn die e schiedenen E scheinungen au einen Punk hin
konzen ie we den können, gewisse maßen den „a chimedischen"
Punk , on dem aus de einhei liche Übe blick übe die Einzelhei en
de gesellscha lichen Wi scha möglich is . Ein solche zen ale
Beziehungspunk läß sich bei eleologische Be ach ungsweise in-
den. Hie bei genügen nich hypo he ische Ziele, d. h. die Annahme,
als ob ein bes imm es Ziel gegeben wä e. Rela i i ä und Labili ä
de Wi scha sleh e wä en die Folgen. An ih em o malen Cha ak e
wü de im wesen lichen nich s geände . Die Einhei de Wi scha s-
zusammenhänge kann sich nu in Bezug au le z e absolu e We e
und Ziele hin e geben. Ge ade dies abe will man, insbesonde e sei
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433] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 49
Max Webe , als „Wel anschauung" aus dem K eis wissenscha liche
Un e suchungen ausschließen.
F. Kau mann ha in seinem Buche „Me hodenleh e de So-
zialwissenscha en.6, Wien 1936, die These au ges ell , die Behaup ung
absolu e We e bzw. absolu ich ige Ziele könne nich in die Wis-
senscha eingehen. Die Behaup ung absolu e We e sei ge adezu
wide sinnig (a.a.O. S. 178). Denn es gäbe keine im Sein de Wi scha
beg ünde en Ziele. Diese müß en ielmeh „ o ausgese z " we den.
Ähnlich Albe . E weis alle dings de Na ionalökonomie
schließlich ein seh enges Be eich de Un e suchungen zu: Na ional-
ökonomie könne „nich s ande es sein als eine Soziologie de komme -
ziellen Beziehungen" (S. 437). In de neues en Da s ellung übe
Wei a e Economics wi d nach Fes s ellung de Übe eins immung in
einigen allgemeinen F agen die Unmöglichkei eine Einigung übe
die G undlagen ü die Wei a e Theo y behaup e . (I. De V. G aa ,
Theo e ical Wei a e Economics, Camb idge 1957.) Gib abe nich
G aa selbs , ielleich unbewuß , einen Hinweis, wa um in seinem
Sys em o ensich lich keine Syn hese möglich is , wenn e on eine
„indi idualis heo y o wel a e" sp ich (S. 169). Es geh eben
nich nu um die Indi idual-, sonde n ebenso um die Sozialna u des
Menschen.
Die A gumen e gegen das Zu ückgehen de Sozialwissenscha en
au on ologische Zusammenhänge und dami au absolu e We e und
Ziele sind übe die on Max Webe o geb ach en im wesen lichen
nich hinausgekommen. Zum Teil kämp man gegen „Windmühlen",
so z. B., wenn man wi scha s- und sozialpoli ische Fo de ungen mi
dem Zu ückgehen au absolu e We e e wechsel . Es handel sich
p imä um E assung on Seinszusammenhängen und nich um Au -
s ellung on Pos ula en. Diese Au assung abe schein Albe ge-
legen lich seinen Un e suchungen zugundezulegen. So z. B. wenn e
sch eib : „Es is ein Un e schied zwischen dem Ideal, die Wah hei
zu e o schen und zu übe mi eln, und dem ande en, eine in i gend-
einem Sinne ge ech e O dnung des sozialen Lebens he bei üh en zu
hel en, und wi sind nich siche , daß diese beiden Au gaben in jede
Si ua ion mi einande kompa ibel sind."
Bezeichnend is , daß die sogenann en „we u eils eien" Rich-
ungen nich um We u eile he umkommen. Nu das eine ode ande e
Beispiel sei e wähn .
Wenn z. B. behaup e wi d, de Konsumen sei es, de die
Rich ung de P oduk ion bes imm , so is dies keine Ta sache, son-
de n eben ein Pos ula . Die Sou e äni ä des Konsumen en is nich
Reali ä , sonde n bloß Wunsch.
Schmolle s Jah buch 78, 4 4
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50 Hans Baye [434
Ebenso s eck ein We u eil in de Behaup ung, wie sie häu ig
on Ve e e n des Libe alismus au ges ell wi d, jede wisse
am bes en, was ü ihn gu is . Wi e ah en bei uns und bei
ande en, wie o dies nich zu i .
Mi gewisse Be iedigung wi d gleich alls on manchen Ve e e n
des Libe alismus da au hingewiesen, daß die Mechanik des Ma k es
zu höchs e P oduk i i ä und zu einem Höchs maß an
P oduk ion üh e. Hie bei wi d angenommen, daß dies o enba an-
zus eben sei. Dies is jedoch keineswegs kla ; ge ade die sp ungha e
En wicklung de Technik ha gezeig , daß es nich ausschließlich au
ein Maximum an P oduk ion und P oduk i i ä ankommen kann.
Jeden alls abe handel es sich bei de Behaup ung des P oduk ions-
maximums als Au gabe de Wi scha um ein We u eil. Audi die
Au gabe des P eises, den Ma k im Gleichgewich zu hal en, e schien
— wie Ackenman he o heb (a.a.O. S. 313) — imme meh als ein
Umgehen des eleologischen Gedankens.
Das Gleiche gil , wenn eine Einkommens e eilung
nach de Leis ung im Be ieb als die wi scha lich Rich ige
angesehen wi d. Es kommen ja auch noch ande e Leis ungen, die ü
die Gesam hei we oll sind, in Be ach . Denken wi zum Beispiel
an die F agen des Familieneinkommens. Jeden alls is wiede kla ,
daß die angeblich we eie Fes s ellung, eine leis ungsmäßige Ein-
kommensbildung sei ,.wi scha lich", nich s ande es als ein We -
u eil da s ell .
Es gib einige Au o en, die e suchen, e mi elnde
S andpunk e einzunehmen, so z. B. H. Gie sch in seinem
Au sa z „Das P oblem de Objek i i ä des wi scha spoli ischen
U eils" (Zei sch i ü die gesam e S aa swissenscha 1951, 107. Bd.,
S. 247 .). E glaub einen Ausweg dadu ch ge unden zu haben, daß
e in de sozialökonomischen No m eine Pa ialno m sieh , die ih e
Ve bindlichkei einbüß , sobald sie mi ande en No men kollidie .
„Abe dem Na ionalökonomen muß das Rech zugebillig we den, das
Gewich seine Pa ialno m o dem Fo um de gesellscha lichen
En scheidungen deu lich he auszus ellen." S. 252. Was abe Gie sch
dann im Zusammenhang mi de sogenann en Pa ialno m als Fo de-
ungen he ausa bei e , die aus de Fo m de indi iduellen F eihei
olgen, is zumindes seh bes ei ba . So z. B., wenn es au Sei e 253
heiß : „Die E eichung des sozialen Be iedigungsmaximums se z
die E eichung de indi iduellen Be iedigungsmaxima o aus. Da aus
olg , daß den Indi iduen mindes ens die Möglichkei gewäh we den
muß, ih en Nu zen zu maximie en. Ande n alls bes eh die beg ün-
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435] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 51
de e Ve mu ung, daß die Summe alle Nu zen un e dem po en iellen
Gesam nu zen lieg . Den Gegenbeweis anzu e en, dü e p ak isch
unmöglich sein." Was heiß indi iduelles Be iedigungsmaximum? Is
hie bei au die Gesam wohl ah Rücksich zu nehmen? Anscheinend
denk Gie sch hie an nich . Wie abe kann dann Be iedigungs-
maximum Vo ausse zung de E eichung des sozialen Be iedigungs-
maximums sein? Was is un e sozialem Be iedigungsmaximum zu
e s ehen? Is es nich übe hol , „die Summe alle Nu zen" einem
po en iellen Gesam nu zen „als dem sozialen Be iedigungsmaximum"
zug unde zu legen? Diese F agen und die Unmöglichkei ih e ein-
deu igen Bean wo ung zeigen allein schon, daß de Weg de „Pa -
ialno m" nich be iedigend is .
Ein ache mach es sich P. A. S a m u e
1
s o n (Economics, New
Yo k 1948, S. 15), wenn e sich im wesen lichen mi dem Hinweis
be uhig , daß eine allgemeine Au assung übe das Wi scha sziel
bes ehe. „Fo una ely, he e is some unde lying ag eemen wi h
espec o social ends. Mos wes e n peoples p o ess o p e e a
measu e o indi idual eedom o choice and ac ion, a high and
imp o ing s anda d o li ing, an equi able dis ibu ion o income
be ween classes so ha g oss inequali ies a e o be ole a ed only
i he e is some s ong and compelling eason."
Die Ta sache, daß einige Na ionalökonomen in eine bes imm en
Au assung übe eins immen, is keineswegs ein schlüssige Beweis da-
ü , daß diese Au assungen ich ig sind. „Meh hei sen scheidungen"
zählen in de Wissenscha nich .
2. Syn hese au Teilgebie en de Wi scha s-
leh e
Wenn audi on eine mode nen um assenden Syn hese de Wi -
scha sleh e kaum gesp ochen we den kann, so wa en die Tendenzen
zu eine Syn hese so s a k, daß sie sich au Teilgebie en de Wi -
scha sleh e ealisie en. Wi g ei en zwei Beispiele he aus. Es
handel sich keineswegs um eine Da s ellung de P oblema ik de
Teilgebie e, sonde n um Hinweise au Zusammenhänge mi den hie
behandel en G und agen.
a) Theo ie des Wachs ums de Wi scha
Die mode ne Theo ie des Wachs ums de Wi scha
e kenn s ä ke die Gesam zusammenhänge und zieh insbesonde e
wei gehend auch soziologische Gesich spunk e he an. W. K aus z. B.
be on in seinem Buch „Wi scha swachs um und Gleichgewich "
(F m. 1955) bei Um eißung de P oblems ellung, daß eine Ges al -
4«
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52 Hans Baye [436
analyse eines expansi en Wi scha ssys ems no wendig sei. „Sie be-
sch änk sich nich au ökonomische F ages ellungen, sonde n um aß
auch jene geis igen, soziologischen und poli ischen K ä e, die den
Kapi alismus als Gesam e scheinung kons i uie en" (S. 9).
W. G. Ho mann ha in seinen zahl eichen Abhandlungen übe
Wachs umsp obleme de Wi scha gleich alls den Rahmen de Un-
e suchung wei ges eck . G undp oblem de ökonomischen Wachs-
umse o schung sei die F age, wie is lang is ig eine Möglichkei
in ensi en und s e igen Wachs ums de Wi scha möglich; d. h. ge-
naue , wie kann eine hohe und annähe nd kons an e Wachs ums a e
des ealen Sozialp oduk es je Kop au die Daue e eich we den.
Besonde e Au me ksamkei wende Ho mann de Analyse de P o-
duk ionss uk u zu. In dem Au sa z „Zu Reali ä sbezogenhei
wachs ums heo e ische Annahmen" (Schweize ische Zei sch i ü
Volkswi scha und S a is ik 1956, S. 432 .) komm de um assende
Cha ak e mode ne Wachs ums o schung wiede um kla zum Aus-
d uck. Hinsich lich des Spezialgebie es „Die Dynamik des Indus iali-
sie ungsp ozesses" ha Ho mann die wesen lichen Bes immg ünde
he ausgea bei e , die sich bis in das Be eich de kul u ellen Lebens-
o men eine Gesellscha e s ecken (Indus iewi scha in „Au -
gaben deu sche Fo schung", Köln, 1956, S. 467).
b) Raumwi scha sleh e
Eine einhei liche E assung au einem Teilgebie b ingen die
aumwi scha lichen Un e suchungen on A. P edöhl (Außenwi -
scha , Gö ingen 1949). E be on do u. a. die No wendigkei eine
Ve bindung quan i a i e und quali a i e Theo ie. „Die übe kom-
mene Leh e angelsächsische P ägung, die ih e ollende s e Da s el-
lung in deu sche Sp ache in Habe le s We k ge unden ha , is uns
zu eng, inso e n als sie sich au die exak quan i a i e Theo ie be-
sch änk und alle his o isch-soziologischen Fak o en in den Be eich
de Da en e weis , die en wede une klä bleiben ode doch nu
his o isch-idiog aphisch im Ricke -Windelbandschen Sinne e klä
we den. Quan i a i e und quali a i e Theo ie schließen sich nich aus,
ja sie e gänzen einande zwangsläu ig" (a.a.O. S. 17). Besonde s
plas isch b ing diese Gedanken P edöhl in einem Bild zum Aus-
d uck. „Wie ein go ische Dom als Baugebilde aus eine Idee gebo en
und e s ändlich is , die sich im Ganzen und in allen seinen Teilen
sinn oll ausd ück , wie abe eben diese Bau nich e ich e we den
und Bes and haben, also auch nich „e klä " we den könn e, wenn
nich die Hal ba kei de Maue n und die Fes igkei de T äge be-
echne wä en, so kann auch die Volkswi scha ih e lebendigen
K ä e nu in den o malen Regeln de Wi scha s heo ie zu Aus-
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437] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 53
Wi kung b ingen. Es sind dieselben Gese ze de Ingenieu echnik, die
in de go ischen Ki che und im ame ikanischen Wolkenk a ze , im
Baue nhaus und in de Messehalle, e wi klich sind, und es sind die-
selben nüch e nen Gese ze de exak en Wi scha s heo ie, die wi
in jede Ges al de Wi scha wiede inden. Sie leis en ü die
Wesense kenn nis de Wi scha ga nich s, abe sie sind unen beh -
lich ü die E kenn nis de spezi isch wi scha lichen Zusammenhänge.
Die E kenn nis diese Zusammenhänge abe bleib lee und äuße -
lich, wenn sie nich ge agen wi d on de E kenn nis des Wesens de
Wi scha , das in de wi scha lichen Ges al zum Ausd uck komm "
(a.a.O. S. 18).
IV. Möglichkei en und Bedeu ung
eine syn he ischen Wi scha sleh e
Die Un e suchung zeig , beleg du ch cha ak e is ische Beispiele,
den Ze all de einhei lichen Wi scha sleh e. Die Teilgebie e en -
wickel en sich auseinande ; die E gebnisse de Fo schung, iel ach
einsei ig, wa en nich meh mi einande e gleichba und konn en
sich dahe auch gegensei ig kaum e gänzen. De Ru nach Syn hese,
o Jah zehn en e hoben, and lange Zei kein Echo. In dem Maße,
als sich die- eine Theo ie aus ih em Ghe o hinauswag e und in ab-
nehmende Abs ak ion die Wi klichkei zu e assen such e, muß e
man no wendige weise zu Ve bindungen kommen, die jedoch in de
Regel nich übe Agg ega bildungen hinausgingen. Eine einhei liche
E assung de Wi scha sgese ze und Wi scha szusammenhänge
wä e abe , wie gezeig , wi scha s heo e isch und als G undlage eine
Theo ie de Wi scha spoli ik on besonde e Bedeu ung. Eine syn-
he ische Wi scha s heo ie is nu dann möglich, wenn sich ein Be-
zogensein au ein einhei liches Fundamen e kennen läß . Hie wä e
im heo e ischen Be eich jene Punk , den A chimedes such e, als e
aus ie „Geb mi einen es en Punk , und ich hebe die Wel aus
den Angeln". Denn on hie aus könn e man die Gesam zusammen-
hänge de Wi scha e assen. Ein Fundamen bö en die absolu en
We e und Ziele. Lassen sich diese abe un e Wah ung de Vo aus-
se zungsmöglichkei de Wissenscha in den Be eich de Un e -
suchungen einbeziehen? T i dies zu, dann e gib sich die wei e e
F age: Lassen die absolu en We e kla e Um isse eines Wi scha s-
zieles e kennen? Welches is die einhei liche, dem Leben de Wi -
scha angemessene Me hode de E assung de Zusammenhänge?
E s dann, wenn sich diese F agen be iedigend lösen lassen, wä e
eine syn he ische Wi scha s heo ie wissenscha lich möglich.
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54 Hans Baye [438
1. Absolu e We e und Vo ausse zungslosigkei
de Wissenscha
Es s eh auße Zwei el, daß jede Wi scha swissenscha , die sich
nich in Tau ologien und o malen Aussagen bewegen will, o die
G und age ges ell is , ob und inwiewei das wi scha liche Ge-
schehen sinn oll is . Dami is das P oblem des Wi scha szieles als
en scheidendes P oblem au gewo en. Was imme man am Ta bes and
des Wi scha ens im einzelnen he o heben mag, s e s handel es
sich um ein Disponie en mi knappen Mi eln du ch Menschen ü
Menschen. Da aus olg , daß sich das Ziel de Wi scha aus de Sach-
gü e wel und de Sozial- und Indi idualna u des Menschen e -
kennen läß . Die Wi scha swissenscha selbs kann du ch Analyse
de Eigena de Sachgü e und de menschlichen Ve hal ensweisen im
wi scha lichen Geschehen we olle Bei äge zu Klä ung und P äzi-
sie ung des Wi scha szieles leis en.
Sowei es sich abe um F agen de Wesenss uk u des Menschen
handel , sind philosophische E kenn nisse he anzuziehen. De Ein-
wand mag naheliegen, daß es sich eben dann um F agen handel , die
die Wi scha swissenscha nich in ih en Un e suchungsbe eich ein-
beziehen dü e. Diese Gesich spunk is abe übe hol . Es wä e heu e
eine wissenscha liche Fo schung unmöglich, wenn jede Wissenscha
alle on ih benü z en E kenn nisse auch selbs e a bei en woll e. Es
is dahe eine s ändig geüb e P axis, sich bei eigenen Un e suchungen
au E kenn nisse ande e Disziplinen zu s ü zen. Das sei abe , so
könn e ein Bedenken lau en, o ensich lich nu möglich, wenn Übe -
eins immung übe diese E kenn nis he sche; dies e e abe au das
Gebie de Philosophie nich zu. Es handel sich abe bei jenen F a-
gen, die ü das P oblem des Wi scha szieles maßgebend sind, nich
um philosophische Einzelhei en, sonde n um G und agen. Es lassen
sich nun in eine Reihe philosophische Rich ungen le z e Gemeinsam-
kei en, z. B. übe die Wü de des Menschen, es s ellen. Es e gib sich
hie eine gewisse Analogie zu den Un e suchungen de ös e eichischen
Schule de Na ionalökonomie. Diese be ücksich ig wei gehend psycho-
logische Momen e, ohne gezwungen zu sein, wie F ied ich Wie-
se in seine Theo ie de gesellscha lichen Wi scha he o heb ,
au achpsychologische F agen einzugehen.
En scheidend is hie bei die F age, ob es sich bei dem P oblem
des Wi scha szieles und de absolu en We e p imä um eine F age
des S o 11 e n s ode de Seinsleh e handel . Bei de Un e -
suchung de absolu en We e, die ü die Wi scha bes immend
sind, geh es um F agen de Seinsleh e, und zwa da um, das Wesen -
liche de Wi scha zu e assen, sich also nich abzu inden mi de
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445] Ze all und Syn hese in de mode nen Wi scha sleh e 61
wich igs en Au gaben de Sugges i eklame. Es können au diese
Weise konk e e Bedü nisse geweck we den, die den Blankobedü -
nissen nich in angemessene Weise en sp echen. Die Wi scha sleh e
e i im allgemeinen die Au assung, daß es wi scha lich gesehen
gleichgül ig sei, ob ein ech es ode ein bloß om Gesich spunk de
Ren abili ä sugge ie es Bedü nis die Nach age am Ma k e be-
s immen. Dies gil jedoch keineswegs im Sinne- eines eleologischen
Gleichgewich es. So kann eine angewand e Theo ie de ökonomischen
Spannungen aus den seinsmäßig e kann en Zielen de Wi scha ein-
deu ig Fes s ellungen e en.
Im mak oökonomischen Be eich üh eine angewand e
Theo ie ökonomische Spannungen on de Kine ik zu Dynamik,
also on de einen Bewegungsleh e de Wi scha , dem bloßen Fes -
hal en de Bewegungse scheinungen als solchen, zu eine Dynamik,
also zu eine E assung de Bewegungsk ä e de Wi scha sschwan-
kungen, s uk u elle Wandlungen und de wi scha lichen En wick-
lung. Wesen liche S ö ungsmomen e liegen in de Spannung zwischen
P oduk und Konsum. In diesem Be eich zeigen sich imme wiede
K isen und Dep essionen. Eine de Vo ausse zungen eines wei -
gehend s ö ungs eien K eislau s und eine o ganischen Au wä sen -
wicklung de Wi scha is das s uk u elle Gleichgewich . Dieses
häng wesen lich, on den en sp echenden P opo ionen in de Wi -
scha ab. Es is , jeden alls ü kü ze e Zei äume be ach e , s a io-
nä es Gleichgewich , abe gleichzei ig Vo ausse zung ha monische
Wi scha sdynamik.
Die G uppen de ökonomischen Spannungen s ehen
un e einande in Ve bindung. Insbesonde e sind alle
G uppen du chd ungen on Spannungs e häl nissen zwischen abso-
lu en und ela i en We en. Das gil nich nu ü die Theo ie, son-
de n auch ü das a sächliche Wi scha sgeschehen. Als z. B. die
Zün e den Gemeinscha sgedanken, also die absolu en We e, die
ih e En s ehung zug unde lagen, ausschal e en, b achen diese inne -
lich zusammen, so daß de Libe alismus bloß eine lee e Fo m ze schlug.
Die Syn hese in de Wi scha sleh e geh on ab-
solu en Zielen aus. So kann im Zusammenhang mi den E kenn nissen
de Wi scha s heo ie eine Theo ie de Wi scha spoli ik en wo en
we den. Un e He anziehung de Un e suchungse gebnisse de kon-
k e en Ve häl nisse is es möglich, Hinweise ü wi scha spoli ische
Maßnahmen zu geben. G undzüge de Wi scha so ganisa ion, z. B.
das P inzip de Subsidia i ä , lassen sich om Ziel he ablei en. De
Beg i de Spannung is als Ins umen einhei liche Me hode de
E assung de Beziehungen und Gese zmäßigkei en in de Wi scha
in mik o- und mak o-ökonomische Hinsich geeigne .
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62 Hans Baye [446
Im Rahmen des Au sa zes konn en nu die Um isse eine Syn-
hese in de mode nen Wi scha sleh e au gezeig we den. Wich ig
schien hie bei, den Un e schied zwischen Vo ausse zungslosigkei und
We eihei in de Wissenscha he auszua bei en und die E kenn nis
absolu e We e als wissenscha liche E kenn nis da zu un.
Wenn wi de E kenn nis de inne en Zusammenhänge de gesell-
scha lichen Wi scha nahe kommen wollen, dann dü en wi uns
nich mi o malen Beg i en begnügen, sonde n das Wesen liche zu
e assen suchen. Mi Rech wende sich z. B. K. Rose gegen gewisse
Me hoden bei E s ellung wi klichkei s e ne Wachs umsmodelle (De
E kenn niswe de Wachs umsmodelle, Jah büche ü Na ional-
ökonomie und S a is ik, Feb ua 1957): Siche lich is es ein seh
bequeme Weg, die e wende en Beg i e und Symbole in eine de -
a nich ssagenden A zu de inie en." (S. 334.) Die Aus üh ungen
G. Weippe s in dem genann en Au sa z „Vom We u eilss ei zu
poli ischen Theo ie" haben nach wie o in den Auseinande se zungen
gegen den Posi i ismus, wie e insbesonde e im Wiene K eis he o -
i , Gül igkei .
Die Syn hese e möglich die einhei liche E kenn nis de Zusam-
menhänge, die hin e den äuße en E scheinungen on Wi scha und
Gesellscha bes ehen. Sie übe winde die Einsei igkei , indem sie
nich einzelne Ta bes ände isolie behandel ode , wie dies bei
manchen modell heo e ischen Un e suchungen de Fall is , wich ige
Me kmale des mode nen Wi scha sgeschehens e nachlässig , son-
de n he anzieh und un e einem einhei lichen Gesich spunk e aß .
Ge ade deswegen kann die Syn hee auch eine G undlage um assende
Wi scha spoli ik bie en. In de syn he ischen Wi scha sleh e e -
binde sich E kenn nis des Seins und des Zieles mi de Analyse de
Gese ze und Gese zmäßigkei en de Wi scha .
Eine unabdingba e Vo ausse zung eine syn-
he ischen Theo ie s eh im Vo de g und. Syn hese bedeu e
Ve bindung de Mannig al igkei de Beziehungen, Gese ze und Ge-
se zmäßigkei en zu eine Einhei ; nich zu eine quan i a i en, son-
de n eine Einhei als geo dne es Ganzes. Es handel sich um sinn-
olle Zusammenhänge; sinn oll im Hinblick au ein Wi scha sziel.
Soll die Syn hese objek i gül ige E kenn nisse b ingen, kann es sich
nich um willkü lich gese z e Ziele, sonde n nu um absolu e Ziele
handeln. Diese lassen sich aus de Sachgü e wel und de Sozial- und
Indi idualna u des Menschen e kennen. Hie lieg jene a chi-
medische Punk , on dem aus, um jenen übe lie e en Aus-
d ude zu geb audien, die Wel de Wi scha sp obleme „aus den
Angeln gehoben" we den kann.
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