Geh , Ka ja; P lüge , Michael
A icle
Regionalen wicklung und Regionalpoli ik im Lich e on
NIMBY
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Geh , Ka ja; P lüge , Michael (2025) : Regionalen wicklung und Regionalpoli ik
im Lich e on NIMBY, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 105, Iss. 6, pp.
428-433,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2025-0110
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/325232
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Wi scha sdiens 2025 | 6
428
Zei gesp äch DOI: 10.2478/wd-2025-0110
Wi scha sdiens , 2025, 105(6), 428-433
JEL: R11, R13, R58
Ka ja Geh , Michael P lüge
Regionalen wicklung und Regionalpoli ik im
Lich e on NIMBY
Ein neue , poli -ökonomisch undie e Ansa z de S ad - und Regionalen wicklung ück
die NIMBY-In e essen (No In My Backya d) s äd ische „Inside “ in den Mi elpunk . Wi
zeigen, dass ein quan i a i es Modell neue E kenn nisse übe die deu schen S äd e und
Regionen lie e . Da diese Ansa z Wohl ah sdi e en iale zwischen den S äd en und
Regionen implizie , e geben sich neue Pe spek i en und Hebel ü die Regionalpoli ik. Diese
kon as ie en mi einigen zen alen Einsich en des gegenwä ig in de Regionalanalyse und
Poli ikbe a ung dominie enden Pa adigmas des äumlichen Gleichgewich s bei eie Mobili ä
de A bei sk ä e.
© De /die Au o :in 2025. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz e ö -
en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
Ka ja Geh is wissenscha liche Mi a bei e in am
Leh s uhl ü Volkswi scha sleh e – In e na ionale
Ökonomik an de Uni e si ä Wü zbu g.
P o . D . Michael P lüge is Inhabe des
Leh s uhls ü Volkswi scha sleh e – In e na ionale
Ökonomik an de Uni e si ä Wü zbu g und
Resea ch Fellow beim CESi o und IZA.
Knappe Wohn aum und explodie ende Mie en in a ak-
i en S äd en, g oße und wachsende egionale Ungleich-
hei en in den Einkommen, de Beschä igung, de In a-
s uk u und Daseins o so ge, ehlende Jobs und Lee -
s and in abgehäng en S äd en und Regionen (BMWK,
2024; SVR, 2024): Die Poli ik s eh un e Handlungsd uck.
Was is zu un? Ohne Ve s ändnis de Bes immungs ak o-
en und Mechanismen de En wicklung on S äd en läss
sich kein Ra geben. Regionalpoli ische Analysen und die
Poli ikbe a ung o ien ie en sich gegenwä ig am Pa adig-
ma des äumlichen Gleichgewich s: Haushal e sind mobil
und wählen aus eine gegebenen Anzahl an S äd en jene,
die ih en P ä e enzen am bes en en sp echen.1
1 Allen und A kolakis (2025) und Fajgelbaum und Gaube (2025) lie-
e n ak uelle Übe blicke. Ahl eld e al. (2024), Seidel (2024) und de
Sach e s ändigen a (SVR, 2024) un e s eichen die Bedeu ung ü
Deu schland.
Ein neue , poli -ökonomisch undie e „S ad sys eman-
sa z“ e olg eine adikal ande e Pe spek i e: hie we -
den NIMBY-In e essen (No In My Backya d) de s äd i-
schen „Inside “ in den Mi elpunk ge ück .2 Wi zeigen
au , welche Einsich en sich ü die deu schen S äd e und
Regionen e geben (Geh & P lüge , 2025). Wi disku ie en
dann die Pe spek i en dieses Ansa zes ü die Regional-
poli ik.
De poli -ökonomische Ansa z de
Regionalen wicklung
De neue Ansa z basie au d ei Komponen en: unda-
men alen S ando ak o en, G ößene ek en und NIMBY-
Poli iken. Abbildung 1 e anschaulich die Zusammen-
hänge und die E gebnisse on Geh und P lüge (2025).
Ho izon al is die Au eilung de Be ölke ung N au u bane
Räume Ni und ländliche Gebie e N abge agen, e ikal
die P o-Kop -Wohl ah de S äd e i und de Landbe-
wohne .
Fundamen ale S ando ak o en. S ando e un e schei-
den sich in ih en klima ischen Bedingungen, de Nähe zu
Wasse wegen, Seen und Be gen, den Böden und ih e
Bescha enhei , de Zen ali ä und E eichba kei , e c.
Diese p ägen die P oduk ionsbedingungen ( undamen a-
le P oduk i i ä ) und die Lebensquali ä (Konsumannehm-
lichkei en).
2 Ausgangspunk sind die A bei en on Hende son (1974) und Albouy e
al. (2019). Du an on und Puga (2023) üh en den poli -ökonomischen
Mechanismus ein. Geh und P lüge (2025) e wei e n den Ansa z ü
den deu schen Kon ex .
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 429
Zei gesp äch
G ößene ek e. Die G öße on S äd en geh mi Vo - und
Nach eilen einhe . S eig die Zahl lokale A bei sk ä e
e geben sich Agglome a ionse ek e – Le ne ek e, eine
eine e A bei s eilung, ein besse e Fi de Jobs –, dami
s eigen P oduk i i ä und Einkommen. Es wachsen abe
auch die Kos en: Mie en s eigen, Pendelwege we den
länge , Ve keh swege e s op en zunehmend. Das Zu-
sammenspiel on Vo - und Nach eilen implizie einen
glocken ö migen Ve lau de P o-Kop -Wohl ah . Ab-
bildung 1 e anschaulich den „ undamen al ade-o “.
Wächs die Bewohne zahl, so übe wiegen zunächs die
Vo eile, die Wohl ah s eig . Da die Kos en abe imme
meh zunehmen, wi d ein Schei elpunk e eich . Du ch
wei e e Zuzügle sink die Wohl ah .
NIMBY. Haushal e wägen Vo - und Nach eile on O en
ab und wählen jenen, de die höchs e Wohl ah lie e . Is
man be ei s ansässig, komm ein wei e e Gesich spunk
ins Spiel, die F age, wie sich neue Nachba n auswi ken:
b ingen sie insgesam Vo eile, so sind Neuankömmlin-
ge willkommen; d ohen Beein äch igungen, we den He-
bel in Bewegung gese z , um den Zuzug zu e hinde n.
S äd ische „Inside “ mobilisie en ih e lokalen poli ischen
Ve e e und diese implemen ie en NIMBY-Poli iken:
Regulie ungen im Wohnungsma k , du ch die das Woh-
nungsangebo e knapp und de Zuzug blockie we -
den.3 Diese we den so ausges al e , dass sich aus de
Pe spek i e de „Inside “ die Vo - und Nach eile on Zu-
zügle n die Waage hal en: die „local go e nmen s“ se zen
die lokal op imalen S ad g ößen, N1 in S ad 1 und N2 in
S ad 2. Die Abbildung un e s ell , dass S ad 1 besse e
S ando ak o en ha , dahe lieg ih Nu zenschei el höhe
als de on S ad 2, 1 > 2.
So wi d mi jedem O e ah en: Es en s eh die al-
lend e lau ende schwa ze Ku e, die die lokal op ima-
len S ad g ößen e binde . Die S ad mi de ge ings en
Wohl ah ealisie im Gleichgewich ge ade das Ni eau
des ländlichen Raumes. Hie bei is un e s ell , dass im
ländlichen Raum keine G ößene ek e au e en: Die
Wohl ah spiegel sich somi im ländlichen Reallohn, dem
G enzp oduk de A bei , da ges ell du ch die blaue Ku -
e. De Schni punk de Ku en bes imm dann die Wohl-
ah im ländlichen Raum und die Au eilung de Be öl-
ke ung au S äd e und ländliche Gebie e.
„Ou side “ we den du ch die lokalen Regulie ungen mi
Zuwande ungskos en kon on ie . Diese sind ü die
S äd e 1 und 2 du ch die P eile p1 und p2 da ges ell : je
3 In de P axis sind NIMBY-Poli iken iel äl ig: Bau lächenbeg enzun-
gen, Zonie ung, Regulie ungen de Nach e dich ung und Gebäude-
höhen, langwie ige und bü ok a ische P ozesse ü Baugenehmigun-
gen, exzessi e G ün lächen ( gl. Du an on & Puga, 2023; Glaese e
al., 2005).
höhe die lokal op imale Wohl ah , umso schä e müs-
sen Regulie ungen aus allen, um Zuzug aus de S ad mi
de ge ings en Wohl ah zu un e binden. Im Gleichge-
wich des S ad sys ems e eichen „Inside “ e schiede-
ne S äd e wegen de he e ogenen S ando ak o en un-
e schiedliche Wohl ah sni eaus. Die NIMBY-Zuwande-
ungskos en bedingen, dass kein Haushal in eine ande e
S ad wande n will, das „Gleichgewich “ wi d du ch die
Regulie ungen e zwungen.
Deu schlands S äd e und Regionen aus de
Pe spek i e des neuen Ansa zes
Wie läss sich diese Ansa z in de P axis implemen ie-
en? Wie kann seine S ichhal igkei übe p ü we den?
Geh und P lüge (2025) e wenden eichhal ige Da en-
sä ze, um G öße und S uk u des deu schen Regional-
sys ems ü das Basisjah 2017 abzubilden und die E geb-
nisse ex e n zu alidie en.
Quan i izie ung. Eine Klassi ika ion des Bundesins i u s
ü Bau-, S ad - und Raum o schung (BBSR) olgend
we den 264 u bane Räume als S äd e de inie , die einen
Be ölke ungsan eil on 89 % ausmachen. Die empi ische
Schä zung de G ößene ek e e wende um ang eiche
Mik oda en.
• Regionale A bei sma k da en des Ins i u s ü A bei s-
ma k - und Be u s o schung (SIAB-R) e lauben es, die
Auswi kungen de S ad g öße au die Löhne zu e mi -
eln. Eine Reg essionsanalyse lie e ü diese Agglo-
me a ionse ek e eine Popula ionselas izi ä on 0,05:
Ve doppel sich die S ad be ölke ung, so s eigen die
Löhne um 5 %.
• Mi Angebo smie en on ImmoScou 24 (RWI-GEO-
RED (RWI, 2019)) läss sich die Popula ionselas izi ä
de Kos en du ch Mie en und Pendelwege schä zen:
de Koe izien be äg 0,07.
• Da en ü die Zei kos en du ch Ve keh ss aus kommen
on eine Ve keh sbe agung des Bundesminis e iums
ü Ve keh und Digi ale In as uk u (BMVI, 2019). De
Schä zkoe izien ü diese Popula ionselas izi ä lieg
eben alls bei 0,07.
De Elas izi ä spa ame e de u banen Kos en (0,14) übe -
s eig dami jenen de u banen Vo eile (0,05), sodass
die Da en die un e s ell en glocken ö migen Ve läu e de
Wohl ah un e s ü zen.
Die undamen alen S ando ak o en – lokale P oduk i i-
ä en und Konsumannehmlichkei en – lassen sich mi hil e
de geschä z en Elas izi ä en und mi Be ölke ungs- und
Wi scha sdiens 2025 | 6
430
Zei gesp äch
Abbildung 1
U bane Räume und ländliche Gebie e im poli -
ökonomischen Modell
Quelle: Geh und P lüge (2025).
Lohnda en aus dem Modell ablei en. Hie bei we den zwei
Fak o en he ausge echne : geog a ische Baubesch än-
kungen und T ans e zahlungen zwischen S äd en (Henkel
e al., 2021).
Das deu sche S ad sys em. Diese Pa ame e we den
dann mi den ak ischen S ad g ößen zusammenge-
b ach . Abbildung 1 zeig das E gebnis ü das deu sche
S ad sys em. Bewohne E langens e eichen die höchs-
e Wohl ah , ge olg on jenen in München, Böblingen
und F ank u . Von den Top-7-Ballungs äumen, die in
Deu schland besonde e Au me ksamkei e ah en (Abbil-
dung 1 blau), olgen S u ga an Posi ion 7, Düsseldo an
13, Köln an 24, Hambu g an 28, und Be lin an S elle 123.
Dazwischen be inden sich kleine e S äd e, z. B. Ingols ad
und Wol sbu g, die wie E langen und Böblingen S and-
o e wich ige Un e nehmen sind (Abbildung 1 lila). G ün
gekennzeichne sind S äd e, die au g und ih e Lebens-
quali ä in de Pla zie ung nach o ne ücken.
Ex e ne Validie ung. Die Kon on a ion mi unabhängige
empi ische E idenz bes eh das quan i a i e Modell on
Geh und P lüge (2025) übe zeugend.
• Die om Modell implizie en Konsumannehmlichkei-
en ko elie en s a k mi unabhängig beobach ba en
Indika o en de Lebensquali ä : Na u , Tou ismus,
kul u elle Ins i u ionen, K iminali ä , Umwel e -
schmu zung, Bildungsquali ä und Gesundhei s e -
so gung.
• Kon as ie man das Wohl ah s anking mi dem Re-
aleinkommens anking on Weinand und on Aue
(2020), welches Konsumda en S a is ische Landes-
äm e ü die lokalen Lebenshal ungskos en nu z
– gänzlich ande e Da en also –, so lieg de Ko ela i-
onskoe izien übe 0,9. Die Pla zie ungen de S äd e
sind ähnlich, Abweichungen plausibel: So ück Be lin
du ch hohe Konsumannehmlichkei en on Posi ion
149 (Weinand & on Aue , 2020) au Pla z 123 (Geh &
P lüge , 2025).
• Das poli -ökonomische Modell implizie , dass die
Hausp eise nach Baukos en am S ad and den NIMBY-
Regulie ungskos en en sp echen. B aun und Lee (2021)
lie e n Schä zwe e ü die Bodenkos en, ein P oxy ü
den Keil zwischen Hausp eisen und Baukos en: Abbil-
dung 2a zeig , dass diese seh s a k mi den NIMBY-
Regulie ungen ko elie en.
• Hausp eise an den Rände n de S äd e müssen ge-
mäß Modell au g und de NIMBY-Regulie ungen umso
höhe sein, je a ak i e die S ad is . In Abbildung 2b
sind die modellimplizie en Wohl ah sni eaus gegen
die Mie p eise an den S ad ände n abge agen. Die
Ko ela ion is übe agend.
• Die Mie p eisg adien en e lau en, wie om Modell
implizie , on S ad ke n zu S ad and allend. Das Ni-
eau de Mie en soll e wegen de Regulie ungen in a -
ak i e en S äd en abe höhe sein. Das zeig sich in
den Da en: Die Ku e ü München lieg übe jene ü
Be lin.
Implika ionen ü die Regionalpoli ik
Die egionalpoli ischen Implika ionen des neuen Pa a-
digmas sind – ande s als jene de Theo ien äumlichen
Gleichgewich s – bislang wede sys ema isch au gea -
bei e wo den noch in die Poli ikbe a ung einge lossen.
Wi lie e n nach olgend eine e s e Bes andsau nahme on
Ansa zpunk en.
Wohl ah sdi e en iale. Eine zen ale Implika ion des poli -
ökonomischen Ansa zes is die Exis enz on Wohl ah s-
di e en ialen: u bane Räume lassen sich hie a chisch
o dnen in S äd e mi hohe Wohl ah bis zu jenen mi
Ni eaus ähnlich dem ländlichen Raum (Abbildung 1). Das
e ö ne Pe spek i en ü Poli iken, die die Wohl ah zwi-
schen den Regionen angleichen.
Diese Be und kon as ie mi de Skepsis, die aus
dem Konzep äumlichen Gleichgewich s olg : Wa -
um soll en einzelne Regionen ge ö de we den, wenn
sich du ch eie Wande ung e mi els „kompensie-
ende Di e en iale“ (z. B. ö liche Lebensquali ä als
Kompensa ion ü hohe Mie en und ge inge Löhne)
i
p1p2
N1N2N
N
Ni
∑
i
E langen
München
Böblingen
F ank u
Ingols ad
S u ga
Wol sbu g
Düsseldo
Köln
Hambu g
F eibu g
Wü zbu g
Be lin
Bambe g
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 431
Zei gesp äch
die (e wa e e) Wohl ah übe die S ando e hinweg
ausgleich ?4
Exis ie ende S äd e sind zu klein. Aus E izienzpe spek i-
e sind die S äd e im poli -ökonomischen Modell zu klein
(Albouy e al., 2019; Geh & P lüge , 2025). Lokale Poli ike
beg enzen die S ad be ölke ung, sodass sich ü die „In-
side “ die lokalen Vo - und Nach eile an de G enze ge a-
de ausgleichen. In de E izienzanalyse wi d hingegen die
Gesam be ölke ung be ach e , die sich au die he e oge-
nen S ando e e eilen muss. Die Gesam wohl ah wi d
maximal, wenn sich die Vo - und Nach eile on Zuzügle n
an de G enze ü alle O e ausgleichen. Die He e ogeni ä
de S ando ak o en beding , dass S äd e aus E izienz-
pe spek i e dahe g öße sein müssen, als on den loka-
len Poli ike n bes imm .
Geh und P lüge (2025) un e suchen die Folgen eine
Ausdehnung de Top-7 in Deu schland. Un e s ell wi d,
dass diese du ch eine (kon a ak ische) Ve inge ung de
lokalen Regulie ungen jeweils um 10 %, also um insge-
sam 1 Mio. Menschen wachsen. Dies üh zu eine Ve -
inge ung de Pe sonen in ländlichen Gebie en, eine S ad
u sch aus de Klassi ika ion u bane Räume he aus.
„Inside “ de Top-7 e zeichnen einen leich en Rückgang
de Wohl ah , da ih e S äd e nun übe die lokal op imalen
G ößen hinauswachsen. Bewohne im ländlichen Raum,
Zuzügle in allen S äd en und die neuen Bü ge de Top-
4 Siehe Glaese und Go lieb (2008). Aus de Pe spek i e de op imalen
Einkommensbes eue ung gib es inzwischen neue Ve eilungsa gu-
men e ü Regionalpoli ik (Gaube e al., 2024).
7 p o i ie en jedoch deu lich. Insgesam s eig die Wohl-
ah p o Kop um 1,11 %. Die Analyse un e maue dami
die e heblichen gesellscha lichen Kos en lokale Regu-
lie ungen.
De Be und, dass exis ie ende S äd e zu klein sind, s eh
im Kon as zu neuen A bei en, die sich am Konzep des
äumlichen Gleichgewich s o ien ie en, abe T ans e s
zwischen Regionen zulassen (Fajgelbaum & Gaube ,
2020, 2025; Henkel e al., 2021; Seidel, 2024): Sind solche
T ans e s möglich, dann soll en sie on g öße en Regio-
nen (die dann sch ump en) an kleine e Regionen (die dann
expandie en) geleis e we den. Wie e klä sich diese Dis-
k epanz? E izienz e o de wei e hin den Ausgleich de
G enznu zen übe die S ando e. Die Ausgangssi ua io-
nen sind jedoch un e schiedlich: im poli -ökonomischen
Ansa z sind S äd e au g und de „Inside “ zu klein, in The-
o ien äumlichen Gleichgewich s sind sie au g und de
eien Wande ung zu g oß.
Alloka ions- und Ve eilungs e besse ungen. Theo ien
äumlichen Gleichgewich s implizie en eine Spannung
zwischen Ve eilung und E izienz: Auch in neuen Va i-
an en, in denen Wande ungshemmnisse be ücksich ig
we den, und dami die Wohl ah immobile „in ama gina-
le “ Pe sonen, üh die Fö de ung einzelne S ando e zu
une wünsch en Nebene ek en, weil Immobilienbesi ze
p o i ie en und Mi nahmee ek e au e en (Kline & Mo e i,
2014).
Ande s p äsen ie sich die Lage beim poli -ökonomi-
schen Ansa z. Hie können E izienz und Ve eilung Hand
Abbildung 2
NIMBY-Regulie ungen (No In My Backya d) und Mie p eise in de S ad pe iphe ie
Quelle: Geh und P lüge (2025).
E langen
München
Böblingen
F ank u
Ingols ad
S u ga
Wol sbu g
Düsseldo
Köln
F eibu g
Wü zbu g
Be lin
Bambe g
München
Böblingen
F ank u
Ingols ad
S u ga
Wol sbu g
Düsseldo
Köln
F eibu g
Wü zbu g
Be lin
Bambe g
Modellimplizie e Regulie ungen Modellimplizie es Realeinkommen (loga i hmische Skala)
Mie p eis p o Quad a me e in de S ad pe iphe ie
(in Eu o, loga i hmische Skala)
Hausp eis-Kos endi e enz (in 1.000 Eu o)
1.200
1.000
800
600
400
200
0
S eige ung: 0,024 (0,002)
Bes imm hei smaß: 0,461
20
10
5S eige ung: 0,888 (0,057)
Bes imm hei smaß: 0,477
a. NIMBY-Regulie ungen b. Mie p eise in de S ad pe iphe ie
Wi scha sdiens 2025 | 6
432
Zei gesp äch
in Hand gehen, wie die kon a ak ische Ausdehnung de
Top-7 exempla isch zeig : Die Gesam wohl ah s eig
und gleichzei ig we den egionale Wohl ah sdi e en iale
abgebau .
Poli -ökonomische Ba ie en als Anknüp ungspunk . De
poli -ökonomische Ansa z g ei einen al en Gedanken
de Regional o schung au : „The g ea es p omise o a
na ional place-based policy lies in impeding he enden-
cy o highly p oduc i e a eas o es ic hei own g ow h
h ough es ic ions on land use“ (Glaese & Go lieb,
2008, S. 155). E s du ch Du an on und Puga (2023) is ei-
ne konsis en e endogene Modellie ung de lokalen Regu-
lie ungen gelungen.
Mi dem Au b echen on NIMBY-Ba ie en gelingen also
Alloka ions- und Ve eilungs e besse ungen. Ein Lei a-
den ü die egionalpoli ische P axis lieg dami abe noch
nich o . Fü die USA und die Schweiz gib es mi dem
Wha on-Index (Gyou ko e al., 2008; Gyou ko e al., 2021)
und dem CLURI-Index (Büchle & on Eh lich, 2023) im-
me hin um ang eiche Bes andsau nahmen, die die iel äl-
igen Regulie ungen, die in de P axis zum Einsa z kom-
men, e assen. Fü Deu schland b auch es d ingend eine
solche S udie. Wich ig is hie bei zwischen pu en Eigen-
in e essen und legi imen Anliegen zu un e scheiden. Ein
Beispiel sind G ün lächen: Sie sind ü s äd ischen Klima-
schu z essen iell, können in exzessi e Fo m abe massi-
e Ba ie en de S ad en wicklung we den (Kos e , 2023).
G öße is nich alles. Die Reihung de Top-7 sp ich Bände:
nu ie on ihnen sind un e den Top-20 de nach Wohl-
ah sni eaus gelis e en u banen Räume, zwei wei e e ol-
gen un e den Top-30, Be lin lieg e wa in de Mi e (Geh
& P lüge , 2025). Nich wenige kleine e u bane Räume e -
zielen au g und undamen al gu e S ando ak o en Top-
Posi ionen.
Bei diesen Be unden is ein me hodische Aspek wich-
ig. De poli -ökonomische Ansa z e klä das S ad sys-
em aus mak oökonomische Pe spek i e mi einem Mi-
nimum an Bes immungs ak o en. Ausgeblende we den:
sek o ale En wicklungen, die geog a ische Posi ion de
O e, Quali ika ionss u en de A bei sk ä e, idiosynk a i-
sche O sbindungen und dami pe sönliche Wande ungs-
hemmnisse, eine T ennung on Wohn- und A bei so en
zwischen S äd en. Diese Fak o en schlagen sich somi
in den undamen alen S ando ak o en und den NIMBY-
Regulie ungen niede .
Hie sind einige Beispiele. Die hohen undamen alen lo-
kalen P oduk i i ä en und Löhne in S äd en wie E lan-
gen, Böblingen, Ingols ad und Ludwigsha en spiegeln
o ensich lich (auch) die S ä ke de do ansässigen
Indus ien bzw. Un e nehmen. Ande e O e p o i ie-
en du ch Pendle e lech ungen mi benachba en
Agglome a ions äumen. Die s a ke Posi ionie ung des
Main-Taunus-K eises, des Hoch aunusk eises und de
S ad O enbach hängen nich zule z mi dem G oß-
aum F ank u am Main zusammen. F eising p o i ie
om G oß aum München und Böblingen om G oß aum
S u ga . Da das Modell keine pe sönlichen Wande-
ungshemmnisse e ass sind die quan i a i en We e
de implizie en Konsumannehmlichkei en und NIMBY-
Regulie ungskos en als Obe g enze zu deu en: Es lieg
nahe, die E gebnisse ü einige Räume im deu schen
Os en in diesem Lich e zu sehen.
Ansa zpunk e ü die Regionalpoli ik. Ein zen ale Hebel
de Regionalpoli ik is , wie au gezeig , das Au b echen
lokale Regulie ungen. Auch wenn solche Regulie ungen
bes ehen, gib es Ansa zpunk e, ü eine S eige ung de
lokalen Wohl ah und ü einen Abbau on Wohl ah s-
di e en ialen, e wa du ch In as uk u p ojek e, die die
lokale P oduk i i ä s ä ken, ode du ch Maßnahmen, die
die Lebensquali ä o O e höhen. Eine genaue e Analy-
se, die auch Finanzie ungsaspek e einbezieh , s eh abe
bislang aus, dahe bleiben solche Übe legungen bislang
spekula i .
Fazi und Ausblick
Regionalpoli ische Analyse und Poli ikbe a ung sind ge-
genwä ig om Konzep des äumlichen Gleichgewich s
dominie , welches eie Mobili ä un e s ell . De poli -
ökonomische S ad sys emansa z geh hingegen da on
aus, dass die lokale Poli ik im In e esse de „Inside “
den Zuzug du ch lokale Regulie ungen blockie . Dami
we den jeweils pola e und ex eme Posi ionen bezogen:
schon die anekdo ische E idenz zeig , dass beide Me-
chanismen in de P axis am We k sind.
Alle dings wächs e s ens die E idenz, dass lokalen En -
scheide n die dominan e Rolle zu äll (Desme & Hende -
son, 2015; Glaese , 2013). Zwei ens, lokale Regulie ungen
we den (inzwischen) auch in S udien äumlichen Gleich-
gewich s ad essie – jedoch ohne ih e Genese zu e klä-
en (Hsieh & Mo e i, 2019). Fü den poli -ökonomischen
Ansa z sp ich schließlich die s a ke Un e s ü zung, die
das kalib ie e Modell ü Deu schland e äh (Geh &
P lüge , 2025).
Fü die Regionalpoli ik e geben sich aus dem poli -öko-
nomischen Ansa z nich nu gänzlich neue E kenn nisse,
es we den auch einige o he schende Einsich en in F a-
ge ges ell . Die No wendigkei wei e e Fo schung, nich
zule z in Rich ung eine Konsolidie ung, lieg au de
Hand.
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 433
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Ti le: Regional De elopmen and Regional Policy in he Ligh o NIMBY
Abs ac : A new poli ical economy-based app oach o u ban and egional de elopmen pu s he NIMBY (No In My Backya d) in e es s
o u ban “inside s” cen e s age. Based on he analysis o Geh and P lüge (2025), we show ha a quan i a i e model sheds new ligh
on Ge man ci ies and egions, and ecei es s ong ex e nal alida ion. As his app oach implies wel a e di e en ials be ween ci ies and
egions, new pe spec i es and le e s o egional policy eme ge. These con as wi h some o he cen al insigh s o he pa adigm o
spa ial equilib ium wi h ee labou mobili y ha cu en ly domina es egional analysis and policy ad ice.