scieee Science in your language
[ge] (orig)

[Rezension] „Wicked problems“ und die Grenzen der (Wirtschafts‑)Soziologie

Author: Blättel-Mink, Birgit
Publisher: Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH,Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Year: 2025
DOI: 10.1007/s11577-025-00996-0
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/323566/1/11577_2025_Article_996.pdf
Blä el-Mink, Bi gi
Book Re iew — Published Ve sion
[Rezension] „Wicked p oblems“ und die G enzen de
(Wi scha s‑)Soziologie
KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie
P o ided in Coope a ion wi h:
Sp inge Na u e
Sugges ed Ci a ion: Blä el-Mink, Bi gi (2025) : [Rezension] „Wicked p oblems“ und die G enzen
de (Wi scha s‑)Soziologie, KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie, ISSN
1861-891X, Sp inge Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden, Vol. 77, Iss. 1, pp. 101-106,
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-025-00996-0
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/323566
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de
REZENSIONSFORUM
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-025-00996-0
Köln Z Soziol (2025) 77:101–106
„Wicked p oblems“ und die G enzen de
(Wi scha s-)Soziologie
Bi gi Blä el-Mink
Angenommen: 5. Mä z 2025 / Online publizie : 1. Ap il 2025
© The Au ho (s) 2025
Becke , Jens: Ve kau e Zukun : Wa um de Kamp gegen den Klimawandel zu
schei e n d oh . Be lin: Suh kamp 2024. 238 Sei en. ISBN: 978-3-518-58809-3.
P eis: C28,–.
In seinem We k „Imagined Fu u es“ (2016) ging Jens Becke da on aus, dass ge-
eil e Vo s ellungen übe die Zukun das wi scha liche und soziale Handeln in de
Gegenwa s a k beein lussen. Die Klimak ise, de e sich in „Ve kau e Zukun “
widme , e schein als blinde Fleck solche Zukun sbilde . Becke ag sich, wie
es komm , dass die Gesellscha , o angig Deu schland, bishe nich in de Lage
wa , den Klimawandel zu e langsamen ode auch nu , sich angemessen an die Fol-
gen des Klimawandels beziehungsweise de Klimak ise anzupassen. E di e enzie
dabei o so genden Klimaschu z (Mi iga ion) und Anpassung an den Klimawandel
(Adap a ion). Anpassungsmaßnahmen e ah en ihm zu olge g öße e gesellscha li-
che Akzep anz als Klimaschu zmaßnahmen. So s ellen die Lösungs o schläge, die e
am Ende disku ie , denn auch ehe kleine Sch i e da , ande s als die un e ande en
om WBGU (Wissenscha liche Bei a de Bundes egie ung Globale Umwel e -
ände ungen) ge o de e g oße sozial-ökologische T ans o ma ion.
Becke misch sich als „nachdenkliche Realis “ in die Deba en um Klima-
wandel und Klimak ise ein und wende sich an ein b ei es wissenscha liches und
auße wissenscha liches Publikum. E ag und gib be ei s an diese S elle seine
An wo : „Wie können Gesellscha en de kapi alis ischen Mode ne die kollek i en
sozialen P ozesse beein lussen, die den Umgang mi de Na u bes immen? Le z -
lich geh es da um, die Be ei scha in Wi scha , Poli ik und Gemeinscha zu
B. Blä el-Mink
Ins i u ü Soziologie, Goe he-Uni e si ä F ank u a. M., Campus Wes end
Theodo -W.-Ado no-Pla z 6, 60323 F ank u a. M, Deu schland
E-Mail: b.blae e[email p o ec ed].de
K
102 B. Blä el-Mink
s ä ken, de An wo au den Klimawandel einen g öße en S ellenwe einzu äumen
und Einsa z und Ve eilung knappe wi scha liche Ressou cen neu zu kalib ie en“
(S. 22). Dami geh die (zumindes na u wissenscha lich) obus e E kenn nis einhe ,
dass bishe bei wei em nich genug ge an wu de. G ünde da ü sieh Becke , aus
sys em- und di e enzie ungs heo e ische Pe spek i e, in de In e dependenz on
Wi scha , Poli ik und Be ölke ung und im bloßen „Rauschen“ de Klimak ise in
den jeweiligen Subsys emen. Wobei ein zen ales Me kmal de kapi alis ischen Mo-
de ne das P ima de Wi scha is , sodass das „g öß e S aa s e sagen alle Zei en“
(S. 36) nach ollziehba wi d.
Nun abe zu A gumen a ion im Einzelnen. Im e s en Kapi el („Wissen ohne Wan-
del“) skizzie Becke die gesellscha lichen He aus o de ungen des Klimawandels
wie sie sei meh als 50 Jah en on de Völke gemeinscha (siehe o allem die
Kon e enzen und Publika ionen de Ve ein en Na ionen) disku ie we den. E s ü z
seine Thesen zu globalen Klimak ise und zum Umgang dami , o allem in den
Lände n des globalen No dens, au einschlägige Da en und Fak en. Danach wi d ü
ihn kla : „Die nö igen Ve ände ungen bedü en nämlich g undlegend e ände e
wi scha liche , poli ische und gesellscha liche S uk u en“ (S. 17). Dabei kann es
ihm zu olge nich , wie e wa im Pos wachs umsdisku s, da um gehen, den Kapi alis-
mus zu übe winden. Die Klimak ise is lau Becke keine Wi scha sk ise, sonde n
eine K ise de Gesellscha insgesam ode o allem des poli ischen Sys ems. Die
K ise an sich, au die eagie we den muss, en s eh dann du ch gesellscha liche
Ve we ungen, die sich in den kommenden Jah en noch einmal e schä en we den.
Um die „unangemessenen Reak ionen“ au die Klimak ise zu e s ehen, be ach e
e diese als ein „wicked p oblem“ („ ückisches P oblem“). Tückische P obleme, ü
die es keine ein achen Lösungen gib , en s ehen, wenn „... Wi scha , Poli ik, Bü ge
und Konsumen en zueinande in Kon lik s ehen, zugleich abe au einande ange-
wiesen sind und wechselsei ig on ih en jeweiligen Leis ungen p o i ie en“ (S. 20).
Um solche „Leis ungen“ zu e b ingen, wi d in de kapi alis ischen Mode ne on
allen Be eilig en die Ze s ö ung na ü liche Lebensg undlagen in Kau genommen.
Diese Sich de Dinge e inne an die „cul u al heo y o isk“ (siehe hie die A -
bei en on Ma y Douglas zum „cul u al bias“). „Wicked“ wi d do abgelei e aus
dem Au einande e en un e schiedliche „wo ld iews“ (Hie a chis en, Egali ä e,
Indi idualis en und Fa alis en), in denen wiede um ge eil e Menschenbilde , Na u -
bilde und Vo s ellungen on gesellscha lichen Mechanismen en hal en sind. Nich
op imale, abe ealis ische Lösungen we den als „clumsy“ bezeichne .
In den olgenden Abschni en geh es um die Lei di e enzen de kapi alis ischen
Mode ne, welche die „Unangemessenhei “ im Umgang mi dem Klimawandel/de
Klimak ise beg ünden. Im e s en Abschni we den sie mi Fokus au de Wi scha
und de Un ähigkei „nega i e E ek e zu in e nalisie en“ ausbuchs abie . In e -
essan inde ich, dass de Au o da on ausgeh , dass es beim Klimaschu z ande s als
beim Kon lik zwischen A bei und Kapi al keine „ma e ielle In e essendi e genz“
zwischen Un e nehmen, S aa und Bü ge innen und Bü ge n gib . Was is abe mi
ideellen In e essen, mi den Fo de ungen on „F idays o Fu u e“ ode den Ak ionen
de „le z en Gene a ion“? Die du ch diese Bewegungen ini iie en P oblemlösungen
haben, so Becke , bislang nich wei ge üh und sind nich sel en komp omissha
ode , um das Dik um de „wicked p oblems“ au zug ei en, „clumsy“. D ei his o i-
K
„Wicked p oblems“ und die G enzen de (Wi scha s-)Soziologie 103
sche „T ans o ma ionen“ de kapi alis ischen Mode ne häl e es : 1) die En em-
dung on de Na u ode de Dualismus on Na u und Gesellscha , 2) das dem
Kapi alismus inhä en e Fo sch i sdenken und 3) de zunehmende ( a ionale) Indi-
idualismus, de einhe geh mi Leis ungsdenken ode Me i ok a ie, sowie soziale
Ungleichhei als kons i u i e Fak o kapi alis ische Gesellscha en. Um es mi Max
Webe zu o mulie en: ökonomische In e essen und kul u elle Ideen koinzidie en.
Ode , bezogen au den Umgang mi de Klimak ise: do wo die In e nalisie ung
bislang ex e nalisie e Kos en ü die Konsumen innen und Konsumen en mi ma-
e iellen Einbußen ode mi Einsch änkungen einhe geh , ohne einen, ma e iellen
wie ideellen, „e lebba en Wohls andsgewinn“ zu gene ie en, is sie, auch poli isch,
nich oppo un.
De P ima de Ökonomie in de kapi alis ischen Mode ne und die Lei di e enz
des Wi scha ssys ems (Zahlung/Nich -Zahlung) wi d am Beispiel on „Big Oil“
konk e isie . Becke skizzie , un e Ve weis au den soziologischen Neo-Ins i u-
ionalismus (S ichwo : Fassade), die Doppelzüngigkei de g oßen Ene gie e so -
gungsun e nehmen, die e mein lichen Umwel schu z, also beach liche In es i ionen
in egene a i e Ene gien, p oblemlos mi einem ak ischen „Wei e so“ e einba en.
Die Konsumen innen und Konsumen en sind zu ieden, solange die Benzinp eise
s abil bleiben und die zugemu e en Ve ände ungen beg enz sind. Ve bunden dami
is die S a egie, den ie g ei enden Wandel in die ( e kau e) Zukun zu e schie-
ben, eben alls im Einklang mi den Konsumen innen und Konsumen en. Es bleib
das Bild eine schwächelnden deu schen Wi scha im globalen We bewe b, die
mo alische Appelle solange als „Rauschen“ wah nimm , als sie keinen P eis ha-
ben. „Das P eisschild kann abe nu on außen kommen – om S aa und on de
Zi ilgesellscha “ (S. 65).
„De zöge nde S aa “ muss also igide du chg ei en, s aa liche Eing i e zum
Schu z des Klimas konsequen du chse zen. Neben dem P ima de Ökonomie und
de Abhängigkei de Poli ik on Legi ima ion sowie ehlenden inanziellen Ressou -
cen benenn Becke zwei wei e e G ünde ü das S aa s e sagen: die S uk u des
Kon lik s und die Logik adminis a i e En scheidungss uk u en. Die mi umwel -
poli ischen Maßnahmen einhe gehenden Belas ungen sind ungleich e eil , ebenso
wie die posi i en E ek e. Da hil es auch nich , dass die Be ölke ung g undsä zlich
zu meh Umwel schu z ode Klimaschu z be ei is . Übe das „Wie“ läss sich in
eine Demok a ie e lich s ei en, o allem wenn die Na u „poli isch s umm“ und
au S ell e e e innen und S ell e e e angewiesen is . „Die Um e eilungse ek e
eine e eilungspoli isch nich ko igie en Klimapoli ik e höhen poli ische Wide -
s ände und machen die Selbs bindungen de Poli ik an die lau s a k e künde en
Klimaziele po ös“ (S. 79). Dies zeig sich ak uell in de Rücknahme on umwel po-
li ischen En scheidungen, o allem in den eu opäischen Gesellscha en, die einen
poli ischen Rech s uck e leben. Dami sind wi be ei s bei de Logik adminis a i e
En scheidungss uk u en. Auch ü dieses Subsys em gil die zei liche Ve schlep-
pung ode das Ve sp echen in die Zukun , welches zu gegebene Zei e länge
we den kann.
Be o Becke die Konsumen innen und Konsumen en und de en G ünde, sich ei-
nem ie g ei enden S uk u wandel zu e weige n, au u , blick e au die globalen
Ve häl nisse. E a i mie das Rech de Lände des globalen Südens, sich ebenso zu
K
104 B. Blä el-Mink
en wickeln wie die Lände des globalen No dens („Wel wei e Wohls and“), de en
Global Playe hohe Gewinne wa ungen mi de En wicklung diese Lände e bin-
den ode de en Ressou cen imme noch ausbeu en, häu ig mi ak i e Un e s ü zung
de au ok a ischen Regime o O . Becke e weis au das om globalen No den
behe sch e in e na ionale Finanzsys em, welches „ak i gegen den Klimawandel“
(S. 109) a bei e . Ak uell i ulen e pos - ode dekoloniale Bewegungen und Deba en
we den lediglich ges ei . Also auch im globalen Kon ex o z de Ans engungen
de Ve ein en Na ionen meh G ünde ü wei e e Ressou cenausbeu ung und e -
s ä k e CO2-Emissionen als ü einen angemessenen Umgang mi de Klimak ise.
Die wechselsei ige Ve an wo ungszusch eibung de Klimak ise s eh am An ang
on Becke s Übe legungen zu „Konsum ohne G enzen“. Die bekann en Na a i e
de Un e nehmen, die Kundinnen und Kunden wünsch en es so, und de Konsumen-
innen und Konsumen en, dass die Wi scha no wendige In o ma ionen nich zu
Ve ügung s ell , ode dass sie indi iduell eh nich s ände n könn en, nimm e zum
Anlass, noch einmal zu ückzublicken und die En wicklung des Massenkonsums in
de kapi alis ischen Mode ne im Kon ex de in e dependen en Subsys eme Wi -
scha , Poli ik und Zi ilgesellscha nachzu ollziehen. S ichwo ü die Zusch ei-
bung de Ve an wo ung on Wi scha und Poli ik au die Konsumen innen und
Konsumen en is die Au onomie/Sou e äni ä des Indi iduums. Aus soziologische
Pe spek i e wi d Au onomie e gänz um die soziale Übe o mung on Konsum.
Auch hie inde sich wiede das Phänomen, dass man zwa weiß, dass de Massen-
konsum die Klimak ise e schä , dass jedoch „gleichzei ig hohe Au wendungen
da ü ge ä ig we den, Menschen zu imme meh Konsum anzus acheln“ (S. 121).
Dass die sei nahezu ie zig Jah en ge o de e En kopplung on Wi scha s-
wachs um und Ressou cen e b auch nich unk ionie , gil nich nu ü die Klima-
k ise, sonde n auch ü den d ama ischen Ve lus an Biodi e si ä ode die Ve saue-
ung de Wel mee e. Das on E dsys em o sche innen und - o sche n en wickel e
Konzep de „plane a y bounda ies“ miss die Umwel ze s ö ung in neun Dimensio-
nen, on denen ak uell be ei s ü sechs Dimensionen die Belas ungsg enzen übe -
sch i en sind. Becke disku ie in diesem Abschni nich nu die Ta sache, dass
die Bemühungen um meh Klimaschu z, die ja ü sich gesehen nich e olg eich
sind, einschneidende E ek e au die ande en Dimensionen de Umwel ze s ö ung
au weisen. Als ein Beispiel mag die Ba e iep oduk ion ü Elek omo o en dienen,
ode de Mechanismus des Rebound. Die on Becke angesp ochenen In e depen-
denzen sind also noch einmal iel komplexe . Die E kenn nisse de sogenann en
In e ak ions o schung zu Umse zung de Sus ainable De elopmen Goals (SDGs)
de Ve ein en Na ionen schließen hie seh gu an. Die 17 SDGs zeigen posi i e,
abe auch iele nega i e Wechselwi kungen.
Was also sollen wi un? Handeln müssen wi , Becke zu olge, weil die gesell-
scha lichen Spannungen und Ve we ungen mi zunehmende Klimak ise e schä
we den, gesellscha liche und poli ische O dnungen un e D uck ge a en. Radikale
Pos wachs umss a egien häl e ü nich umse zba . „Wi haben schlich nich die
Zei , e s die bes ehende Gesellscha so dnung umzus oßen, dann eine neue zu e -
ich en, um schließlich i gendwann einmal das Klimap oblem anzugehen“ (S. 182).
Also geh es da um, Zei zu gewinnen du ch Sch i e, die wi ksam sind. Ge ag
is , eigen lich ausschließlich, das poli ische Sys em, wenn es da um geh , das „Rau-
K

„Wicked p oblems“ und die G enzen de (Wi scha s-)Soziologie 105
schen“ in Komplexi ä se wei e ung zu übe se zen. „G üne“ An eizs uk u en ü die
Wi scha , egali ä e Be eiligungschancen ü die Bü ge innen und Bü ge , meh
Daseins o so ge ...
Ich muss sagen, das übe zeug mich angesich s de ak uellen exis enziellen Viel-
achk isen nich . Zwa is eine komplexi ä s eduzie ende A gumen a ion, die im
gesam en We k du chgehal en wi d, ü ein b ei es Publikum nach ollziehba , abe
mi schein , dass de wissenscha liche und o allem de soziologische Disku s zum
Thema du chaus meh he gib .
Be o ich dies beg ünde, noch zwei Anme kungen zu S il und Fo m des Essays
on Jens Becke . Es wü de den Lese luss deu lich e leich e n, wenn die He aus o -
de ungen de Klimak ise eine sei s und ande e sei s die Ba ie en, die angemessene
Anpassungs- ode Schu zmaßnahmen e hinde n, kla e ge enn wü den. Ich bin
zudem da on übe zeug , dass de Ve zich au eine geschlech e sensible Sp ache
einige de A gumen e in diesem Essay wenige übe zeugend mach .
Nun also zu inhal lichen K i ik:
E s ens: Die Wi scha aus de Ve an wo ung zu nehmen, schein mi kein e -
ek i e Weg. Auch die Wi scha swissenscha en kennen die Nachhal igkei . Die
Annahme, o allem de ökologischen Ökonomik ode de eminis ischen Ökologie,
die Un e nehmen müss en die P oduk i i ä de Na u ane kennen und neben Wachs-
umszielen auch das Ziel ans eben, zu übe leben, schein mi wei e üh end. Wenn
es das Ziel eines Un e nehmens und dessen En scheidungs äge innen und - äge n
is , lang is ig zu übe leben, dann müssen auch die Ressou cen da ü lang is ig zu
Ve ügung s ehen. Dami s elle ich die sys em heo e ische Pe spek i e noch nich
in age.
Zwei ens: Meines E ach ens muss übe die sys em heo e ische Pe spek i e hin-
ausgedach und es müssen Deba en zu Eigenwi ksamkei on Na u einbezogen
we den, will man den gesellscha lichen Umgang mi Na u e s ehen. Die Annahme
on Becke , die Na u könne sich (und ih e „In e essen“) nich selbs e e en, sei
„poli isch s umm“, is soziologisch un e komplex. Hie sind, wie ich meine, Deba en
im Ausgang on B uno La ou s wissenscha ssoziologischen S udien wei e üh end.
D i ens: Dami komm ein wei e es Subsys em in den Blick, das Wissenscha s-
sys em, welches Wah hei und Nich -Wah hei di e enzie . Ich plädie e s ik da-
ü , dass die Soziologie sich gegenübe den Na u wissenscha en, abe auch ge-
genübe nich -wissenscha lichen Ak eu innen und Ak eu en ö ne und zunehmend
Fo schung jensei s de disziplinä en G enzen (S ichwo : T ansdisziplina i ä ) be-
eib . Wenn es um Reallabo o schung ode Ci izen Science geh , ha die Soziologie
noch einiges nachzuholen. Ein „Ve sp echen au die Zukun “ eines „nachdenklichen
Realis en“ genüg hie nich .
Vie ens: Angesich s de ak uellen exis enziellen Viel achk isen, wenn nich Ka a-
s ophen, is eine ein ache ode linea e Lösungss a egie (g üne An eize und ge ech e
Be eiligung e geben langsames Umdenken) ü de a „ ückische P obleme“ nich
ealis isch. Auch angesich s de hohen Komplexi ä de He aus o de ungen und de
gesellscha lichen Ba ie en nich , und „clumsy solu ions“ hel en nich wei e . Das
weiß auch Jens Becke .
Funding Open Access unding enabled and o ganized by P ojek DEAL.
K
106 B. Blä el-Mink
Open Access Diese A ikel wi d un e de C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Li-
zenz e ö en lich , welche die Nu zung, Ve iel äl igung, Bea bei ung, Ve b ei ung und Wiede gabe in
jeglichem Medium und Fo ma e laub , so e n Sie den/die u sp ünglichen Au o (en) und die Quelle o d-
nungsgemäß nennen, einen Link zu C ea i e Commons Lizenz bei ügen und angeben, ob Ände ungen
o genommen wu den. Die in diesem A ikel en hal enen Bilde und sons iges D i ma e ial un e liegen
eben alls de genann en C ea i e Commons Lizenz, so e n sich aus de Abbildungslegende nich s ande-
es e gib . So e n das be e ende Ma e ial nich un e de genann en C ea i e Commons Lizenz s eh und
die be e ende Handlung nich nach gese zlichen Vo sch i en e laub is , is ü die oben au ge üh en
Wei e e wendungen des Ma e ials die Einwilligung des jeweiligen Rech einhabe s einzuholen. Wei e e
De ails zu Lizenz en nehmen Sie bi e de Lizenzin o ma ion au h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/
4.0/deed.de.
Hinweis des Ve lags De Ve lag bleib in Hinblick au geog a ische Zuo dnungen und Gebie sbezeich-
nungen in e ö en lich en Ka en und Ins i u sad essen neu al.
Bi gi Blä el-Mink 1957, D . phil., bis 2023 P o esso in ü Soziologie mi dem Schwe punk Indus ie-
und O ganisa ionssoziologie am Ins i u ü Soziologie de Goe he-Uni e si ä F ank u am Main. Fo -
schungsgebie e: (Soziale) Inno a ionen, Nachhal ige Konsum, Gende in Highe Educa ion, T ansdiszi-
plina i ä . Ve ö en lichungen: Geschlech e ge ech igkei im Spannungs eld on nachhal ige und digi ale
T ans o ma ion – eine in e disziplinä e Annähe ung, GENDER – Zei sch i ü Geschlech , Kul u und
Gesellscha 15(2), 2023 (mi F. Ohde, C. D aude und I. Spiecke gen. Döhmann); G enzen des Konsums
im Lebens e lau : Gelegenhei en, Hü den und Ges al ungsspiel äume, GAIA 29/4, 2020 (mi M. Jaege -
E ben, D. Fuchs, K. Gö z, N. Langen und H. Rau).
K