Kes e nich, I is; Romahn, And é; Van Bieseb oeck, Johannes; an Damme,
Ma jolein
A icle
P lege und P legekos en in de Zukun – B auchen wi
meh Ve siche ungsschu z?
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Kes e nich, I is; Romahn, And é; Van Bieseb oeck, Johannes; an
Damme, Ma jolein (2024) : P lege und P legekos en in de Zukun – B auchen wi meh
Ve siche ungsschu z?, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 11, pp.
789-793,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0201
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/308250
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 789
Analysen Gesundhei spoli ikDOI: 10.2478/wd-2024-0201
JEL: I11, I38, L13, H51
Wi scha sdiens , 2024, 104(11), 789-793
© De /die Au o :in 2024. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz e ö -
en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
Wi bedanken uns bei D . Janisch om Fo schungsda enzen um des
F eis aa s Sachsen sowie dem Team om Fo schungsda enzen um
in Düsseldo ü ih e Un e s ü zung. Zudem bedanken wi uns bei
P o . D . F ied ich B eye ü seine seh hil eichen Kommen a e. I is
Kes e nich und Ma jolein Van Damme bedanken sich beim Fonds We-
enschappelijk Onde zoek (FWO) ü inanzielle Un e s ü zung.
I is Kes e nich, And é Romahn, Johannes Van Bieseb oeck, Ma jolein Van Damme
P lege und P legekos en in de Zukun –
B auchen wi meh Ve siche ungsschu z?
Wi e aluie en den E ek eine P legezusa z e siche ung, die die Kos en eines
P legeheimau en hal s beg enzen wü de. Ein s ä ke e Zuschuss de P lege e siche ung
e inge die Kos en ü den Au en hal in P legeheimen und s eige die Wohl ah de
P legebedü igen. Alle dings könn en sinkende Kos en dazu üh en, dass P legebedü ige
on ambulan e P lege ins P legeheim wechseln, was die Kos en s a k ans eigen ließe und die
Wohl ah übe s eigen wü de. Von höhe en Zuschüssen p o i ie en o allem Un e hei a e e
sowie P legebedü ige mi seh nied igem und hohem Einkommen. Ein pauschale Zuschuss
wä e bei de Ausges al ung dem p ozen ualen o zuziehen.
Die Zahl de p legebedü igen Menschen in Deu schland
s eig s e ig an. Zudem ände n sich die Familiens uk u-
en: Menschen haben wenige Kinde , die A bei sma k -
be eiligung on F auen s eig , und äl e e Menschen
wohnen wei e en e n on ih en Kinde n. All dies üh
zu einem s a ken Ans ieg in de Nach age nach p o es-
sionellen P legeleis ungen, die bei höhe e P legebedü -
igkei o in P legeheimen s a inde . Die Kos en diese
Ve so gung sind eno m hoch.
Um p legebedü igen Menschen zu hel en, diese Kos-
en zu agen, gib es in Deu schland sei 1995 eine ge-
se zliche P lege e siche ung. Um Auszahlungen du ch
die P lege e siche ung zu e hal en, muss zunächs die
P legebedü igkei du ch einen unabhängigen Expe -
en es ges ell we den. Die P legebedü igen we den je
nach Ausmaß de P legebedü igkei in ün P legeg ade
einges u , wobei ein höhe e P legeg ad eine s ä ke e
P legebedü igkei ausd ück . Falls P legebedü igkei
es ges ell wu de, können die P legebedü igen sich ü
in o melle P lege (du ch z. B. Angehö ige) zu Hause, am-
bulan e P lege zu Hause ode P lege in einem P legeheim
en scheiden. Je nach P legeg ad und A de P lege e -
hal en die P legebedü igen un e schiedliche Auszahlun-
gen aus de P lege e siche ung. E wa 2,7 Mio. Pe sonen
e hiel en 2023 das sogenann e P legegeld zu Finanzie-
ung on selbs o ganisie e P lege in Höhe on 316 Eu o
p o Mona im nied igs en bis zu 901 Eu o p o Mona im
höchs en P legeg ad (BMG, 2023a; BMG, 2023b). E wa
173.000 Menschen e hiel en einen Zuschuss zu ambu-
lan en P lege zu Hause on e wa 724 Eu o p o Mona im
nied igs en bis zu 2.095 Eu o p o Mona im höchs en P le-
geg ad. E wa 730.300 Pe sonen e hiel en einen Zuschuss
zu P lege in einem P legeheim on 125 Eu o p o Mona im
nied igs en und bis zu 2.009 Eu o p o Mona im höchs en
P legeg ad. Insgesam be ugen die Auszahlungen 40,9
M d. Eu o, wo on e wa 16 M d. Eu o au das P legegeld,
6 M d. Eu o au die ambulan e P lege und 18,9 M d. Eu o
au Zuschüsse zum P legeheim en allen (BMG, 2023c).
Die P lege in einem Heim is alle dings so eue , dass ü
die P legebedü igen o z de Zuschüsse noch hohe
P o . D . I is Kes e nich is P o esso in ü
Volkswi scha sleh e, insbesonde e empi ische
Gesundhei sökonomie an de Uni e si ä Hambu g.
Jun.-P o . And é Romahn is Junio p o esso ü
Volkswi scha sleh e, insb. Indus ieökonomik an de
Hein ich-Heine-Uni e si ä Düsseldo .
P o . Johannes Van Bieseb oeck is P o esso ü
Volkswi scha sleh e an de KU Leu en, Belgien.
Ma jolein Van Damme is Dok o andin an de KU
Leu en, Belgien.
Wi scha sdiens 2024 | 11
790
Analysen Gesundhei spoli ik
Kos en en s ehen, die selbs ge agen we den müssen.
Die Kos en eines Heimau en hal s bes ehen zum einen
aus den P legekos en, zum ande en aus den Kos en ü
Un e b ingung und Ve p legung sowie einem En gel ü
In es i ionen. Am 1. Juli 2023 be ug de du chschni li-
che Eigenan eil allein an den P legekos en 1.295 Eu o mo-
na lich, de Eigenan eil an den gesam en Kos en lieg im
Du chschni bei 2.660 Eu o mona lich (VDEK, 2024). Die-
se Angaben gel en ü das e s e Jah des Au en hal s im
P legeheim. Demgegenübe s eh eine du chschni liche
B u o en e on e wa 1.200 Eu o (Hol emölle e al., 2024).
Deshalb sind iele P legebedü ige neben den Zuschüssen
de P lege e siche ung au zusä zliche s aa liche Hil e an-
gewiesen. Vo de Ein üh ung de P lege e siche ung wa en
meh als ein D i el de P legebedü igen in P legeheimen
au Hil e zu P lege, eine Fo m de Sozialhil e, angewiesen
(eigene Be echnungen basie end au Eu os a , 2024; Hack-
mann e al., 2024 und S a is isches Bundesam , 1993). Die-
se An eil ha sich mi de Ein üh ung de P lege e siche-
ung s a k e inge , be ug abe 2022 dennoch e wa 7 %
(eigene Be echnungen, basie end au BMG, 2023a; und
Des a is, 2023). Die Regie ungskoali ion aus SPD, Bündnis
90/die G ünen und FDP ha in ih em Koali ions e ag on
2021 e einba , die Eigenan eile bei s a ionä e P lege zu
beg enzen, e en uell soga eine Voll e siche ung anzubie-
en (Koali ions e ag, 2021). Die p i a en K ankenkassen
haben einen Expe en a beau ag , einen Vo schlag aus-
zua bei en. Diese Ra ha zu Absiche ung de Eigenan eile
de s a ionä en P lege eine sogenann e „P lege+ Ve siche-
ung“ o geschlagen. Diese kapi algedeck e Zusa z e si-
che ung is da au angeleg , die p legebeding en Kos en
bis au einen p ozen ualen Selbs behal in Höhe on 10 %
abzudecken. Die alleinige Sub en ionie ung de p legebe-
ding en Kos en is ein wich ige Un e schied zu je zigen
Ve siche ung, die einen Fixbe ag auszahl .
In diesem Bei ag wi d un e such , wie sich die En schei-
dungen p legebedü ige Menschen sowie die P eise de
P legeheime ände n wü den, wenn eine solche P lege+
Ve siche ung einge üh wü de. Fü diese Analyse wi d in
einem Szena io angenommen, dass die Übe nahme on
90 % de P legekos en ans elle de ak uellen Auszahlung
eines Fixbe ages einge üh wü de. Es wi d also die Kom-
bina ion aus de ak uellen Ve siche ung plus eine Zusa z-
e siche ung be ach e , die da ü so g , dass niemand
meh als 10 % de p legebeding en Kos en selbs zahlen
muss. Hie bei is au d ei Punk e hinzuweisen: E s ens we -
den p legebedü ige Menschen im Angesich allende
Heimp eise ö e die P lege im Heim de P lege zu Hause
o ziehen. Diese Ve hal ensanpassung is on Sei en de
P lege e siche ung seh eue , da die Zuschüsse zu P le-
geheimen iel höhe sind als zu P lege zu Hause. Diesen
hohen Kos en s ehen wenige hohe Ans iege in de Konsu-
men enwohl ah gegenübe , da iele Menschen eine s a -
ke P ä e enz da ü haben, zu Hause gep leg zu we den, so-
lange es möglich is . Zwei ens is zu e wa en, dass P lege-
heime au diesen Ans ieg de Nach age eagie en, indem
sie die P eise e höhen. D i ens e wa en wi , dass diese
mögliche Re o m un e schiedlich g oße Auswi kungen au
e schiedene Be ölke ungsschich en ha . Mi unse en Be-
echnungen möch en wi die möglichen E ek e eine P le-
ge+ Ve siche ung au diese d ei Be eiche un e suchen.
En scheidungsp ozesse P legebedü ige
In einem ak uellen Fo schungsp ojek „Cash o Ca e: In-
sigh s om he Ge man Long- e m Ca e Sys em“ (Kes-
e nich e . al, 2024) un e suchen wi die En scheidungs-
p ozesse p legebedü ige Menschen und die dami
e bundenen inanziellen Auswi kungen. Konk e wi d un-
e such , wie p legebedü ige Menschen sich zwischen
den Op ionen P legegeld ü in o melle P lege zu Hause,
ambulan e P lege zu Hause und s a ionä e P lege im
P legeheim en scheiden. Wi en wickeln ein Modell de
En scheidungen und e mi eln die En scheidungspa a-
me e mi Hil e de P leges a is ik und einem adminis a-
i en Da ensa z.1 Dabei e en wi eine Annahme im Sin-
ne o enba e P ä e enzen, sodass die gewähl e A de
P lege jeweils einen höhe en Nu zen s i e als die beiden
nich gewähl en Al e na i en. Wei e hin wi d angenom-
men, dass die En scheidungen p legebedü ige Men-
schen abhängen on beobach e en Fak o en wie dem
eigenen Einkommen, de Familiensi ua ion, den P eisen
und de Quali ä de Heime, den Auszahlungen aus de
P lege e siche ung sowie auch on unbeobach e en Fak-
o en wie den Oppo uni ä skos en de in o mell P legen-
den. Anschließend wi d s a is isch e mi el , wie s a k die
En scheidungen de P legebedü igen on den e schie-
denen Fak o en beein luss we den. Wi be ücksich igen
zudem, dass P legeheime ih e P eise e höhen können,
wenn iele Menschen einen P legeheimpla z nach agen.
Sei 1999 e ass die P leges a is ik im Rhy hmus on zwei
Jah en und mi Hil e eine Volle hebung alle Menschen in
Deu schland, die Zahlungen aus de P lege e siche ung
e hal en sowie alle P legeheime und alle ambulan en P le-
gediens e. Wi e wenden ü unse e Schä zungen die
Jah e 1999 bis 2015. Nach 2015 gab es eine Re o m in den
o mals d ei P leges u en, sodass keine übe die Zei e -
gleichba en Be echnungen meh du chge üh we den kön-
nen. Alle dings in e essie en ohnehin nu die zei kons an en
P ä e enzen de Pa ien en, um die Auswi kungen de , um
1 Basie au den Fo schungsda ensä zen de P leges a is ik on 1999
bis 2015, eine zwei en P leges a is ik on 1999 bis 2015 und s anda -
disie en P leges a is ik on 1999 bis 2015. Abzu u en un e beim Fo -
schungsda enzen um (www. o schungsda enzen um.de).
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 791
Analysen Gesundhei spoli ik
Tabelle 1
Auszahlungen de P lege e siche ung und An eil
P legebedü ige im Jah 2015 o de Re o m
Quelle: eigene Be echnungen.
P leges u e 1 P leges u e 2 P leges u e 3
Auszahlungen (Eu o)
P legegeld 235 440 700
Ambulan e P lege 450 1.100 1.550
P legeheime 1.023 1.279 1.550
An eil Pa ien en (%)
P legegeld 55,3 37,7 22,4
Ambulan e P lege 22,2 22,6 19,0
P legeheim 22,5 39,7 58,6
die Auswi kungen de P lege+ Ve siche ung zu be echnen.
Im Jah 2015 um ass de Da ensa z e wa 3 Mio. P legebe-
dü ige, e wa 13.000 ambulan e P legediens e und 14.000
P legeheime. Zusä zlich we den In o ma ionen zu Familien-
s and und Einkommen aus dem Mik ozensus e wende ,
in dem jäh lich 1 % de Haushal e in Deu schland zu ih en
A bei s- und Lebensbedingungen be ag we den. Be ach-
e we den hie nu die olls a ionä e P lege, es we den al-
so P legebedü ige on de Analyse ausgeschlossen, die
Ku zzei - ode Tages- und Nach p lege e hal en.
Die E gebnisse zeigen, dass wie zu e wa en die En schei-
dung ü ein P legeheim posi i on dessen Quali ä und
nega i on dessen P eis abhäng . Männliche und e hei-
a e e P legebedü ige sind mi ge inge e Wah schein-
lichkei in einem P legeheim als weibliche und un e hei-
a e e. Am s ä ks en eagie en Menschen mi mi le em
Einkommen au die P eise on P legeheimen. Dass die
höchs e Einkommensg uppe nich seh p eissensi i is ,
übe asch nich . Dass die nied igs e Einkommensg up-
pe nich seh p eissensi i is , läss sich dadu ch e klä en,
dass in diese G uppe die Kos en übe wiegend du ch die
Sozialhil e ge agen we den. In de nied igs en P leges u e
1 be o zugen die P legebedü igen in o melle P lege zu
Hause gegenübe ambulan e P lege, und die am wenigs-
en be o zug e A de P lege is die P lege im Heim. Die
P ä e enzen ü in o melle P lege nehmen in den höhe en
P leges u en ab. In P leges u e 3 be o zugen die P lege-
bedü igen im Mi el soga die P lege im Heim.
E gebnisse de Poli iksimula ion
Unse e Analyse e laub eine Vo he sage, wie P legebe-
dü ige au die Ände ung de Auszahlungen de P lege-
e siche ung eagie en wü den. Die Pläne ü die P lege+
Ve siche ung bzw. die Voll e siche ung be e en nu die
Kos en ü P lege. Es wi d angenommen, dass die P le-
geheime die Kos en ü Un e b ingung und Ve p legung
kons an hal en. Dies is eine konse a i e Annahme in de
Hinsich , dass es den Heimen nich e laub is , einen Teil
diese Kos en, ü die die P lege e siche ung keine De-
ckung bie e , au die P legekomponen e zu e lage n.
In Tabelle 1 we den die Auszahlungen aus de P lege e si-
che ung und de An eil de P legebedü igen im Jah 2015
o de Re o m da ges ell . Die Tabelle zeig , dass die Aus-
zahlungen ü das P legegeld am nied igs en, im Fall eines
P legeheimau en hal s am höchs en sind. Die Auszahlun-
gen s eigen zudem mi de P leges u e an. In de nied igs-
en P leges u e 1 e hal en noch die meis en P legebedü i-
gen P legegeld, in den höhe en P leges u en wi d de g öß-
e An eil on P legebedü igen im P legeheim gep leg .
Tabelle 2 ass die E gebnisse unse e Simula ion un e
de P ämisse zusammen, wonach die P legebedü igen
im P legeheim 10 % de p legebeding en Kos en und die
ande en Kos en ganz selbs agen. Die Spal en zeigen die
Ände ungen du ch die Re o m in den d ei P leges u en. Die
Be echnungen beziehen sich au die Kombina ion on ge-
se zliche P lege e siche ung und eine P lege+ Ve siche-
ung. Bei den Heimp eisen wi d de du chschni liche E -
ek übe alle Landk eise hinweg be ich e und danach au -
geschlüssel , wie die Heime ih e P eise ände n und welche
P eisände ung nach Abzug de Ve siche ungsleis ung bei
den Pa ien en ankomm . Die Ma k an eile nach Ein üh ung
de P lege+ Ve siche ung olgen in den nächs en Zeilen.
Hie geben wi die p ozen uale Ände ung in Klamme n an.
Die gesam e Wohl ah sände ung ü die Pa ien en sowie
die aus de Re o m esul ie enden Meh ausgaben de P le-
ge+ Ve siche ung schließen die E gebnisse ab.
Tabelle 2
Be echne e E ek e de P lege+ Ve siche ung (90 %
Deckung) p o Jah
P lege-
s u e 1
P lege-
s u e 2
P lege-
s u e 3
P legeheime (%)
B u op eis 1,5 1,1 0,75
Ne op eis -12,6 -31,9 -20,3
An eil Pa ien en (%)
P legegeld 62,0 (+12,1) 39,2 (+4,0) 20,8 (-7,1)
Ambulan e P lege 7,5 (-66,2) 5,5 (-75,7) 5,7 (-70,0)
P legeheim 30,5 (+35,6) 55,4 (+39,6) 73,5 (+25,4)
Pa ien en
Wohl ah sände ung (Mio. Eu o) 2,15 46,8 47,6
Wohl ah sände ung p. c. (Eu o) 52,6 96,6 191
P lege+ Ve siche ung
Meh kos en (Mio. Eu o) 334,5 339,6 174,0
Quelle: eigene Be echnungen.
Wi scha sdiens 2024 | 11
792
Analysen Gesundhei spoli ik
Die P eisände ung messen wi au de Ebene de Heime
(„B u op eis“) und de Pa ien en („Ne op eis“). Die Pa-
ien enebene be ücksich ig , dass ein Teil de Heimkos-
en du ch die Zahlungen de P lege+ Ve siche ung übe -
nommen we den. Übe alle P leges u en hinweg üh die
90-p ozen ige Übe nahme de Kos en ü die P lege zu
subs anziell allenden Kos en eines P legeheimau en hal s
ü die Pa ien en, zwischen 12,6 % in P leges u e 1 bis zu
20,3 % in P leges u e 3. Im Du chschni e einnahmen die
P legeheime selbs nu einen ge ingen Teil de ges iegenen
Ve siche ungsleis ung. Im G oßen und Ganzen deu en un-
se e E gebnisse also nich au eine p oblema ische Ma k -
mach de P legeheime hin. Hin e de du chschni lichen
P eisände ung e be gen sich alle dings in P leges u e 1
und 2 jeweils und 15 % und 5 % de Heime, die ih e B u o-
p eise so deu lich e höhen, dass die P eise ü die Pa ien en
abzüglich de Ve siche ungsleis ung s eigen. Dies e klä ,
wa um mi de P lege+ Ve siche ung in P leges u e 1 und 2
meh Pa ien en das P legegeld be o zugen. In P leges u e
3 is die Pa ien enp ä e enz ü P legeheime alle dings so
s a k, dass diese E ek e schwinde und nach de Re-
o m nu noch de An eil de P legebedü igen in einem
P legeheim ans eig . Die g oße Spanne de P eise ek e bei
den P legeheimen is dadu ch beg ünde , dass auch de
An eil de P legekos en an den Heimp eisen schwank . Da
die P lege+ Ve siche ung sich nu au die P legekomponen-
e bezieh , en s ehen somi die un e schiedlichen Ände un-
gen de Heimp eise. Dies komm dadu ch zus ande, dass
die P lege+ Ve siche ung eine an eilige Deckung s a eine
pauschalen Ve siche ungsleis ung anbie e .
Übe alle P leges u en hinweg sehen wi auße dem, dass
die p legebedü igen Pa ien en aus de in o mellen P lege
und o allem auch aus de ambulan en P lege zu Hause in
die s a ionä e P lege ins Heim wechseln. Dies eib den An-
s ieg de Kos en ü die P lege+ Ve siche ung in die Höhe.
Diesem Kos enans ieg on 848,1 Mio. Eu o jäh lich s eh die
gemessene Ände ung de Pa ien enwohl ah en gegen.
Diese Ände ung is als An wo au olgende F age zu e -
s ehen: Was wä e die Gesam hei de Pa ien en be ei ü
die Ein üh ung de P lege+ Ve siche ung zu zahlen? Übe
alle P leges u en hinweg e gib sich hie eine Zahlungsbe-
ei scha on 96,6 Mio. Eu o jäh lich. Die Pa ien en e ah-
en also insgesam eine Ve besse ung ih e Si ua ion du ch
die neue Ve siche ung. Diese Ve besse ung s eh alle dings
in keinem güns igen Ve häl nis zu den dami e bundenen
Kos en. Dies läss sich haup sächlich dadu ch e klä en,
dass wi bei den Pa ien en gene ell eine s a k ausgep äg-
e P ä e enz ü die in o melle P lege im eigenen Zuhause
e mi eln. Du ch die allenden Heimp eise e gib sich zwa
eine Ve besse ung, abe die Pa ien en wechseln in die e-
la i wenige belieb en Heime. Ve glichen mi den obigen
Gesam auszahlungen de P lege e siche ung e gib sich
somi eine S eige ung de Kos en on knapp 34 %.
In Tabelle 3 zeigen wi dieselbe Analyse ü eine Voll e -
siche ung. Hie wü de also de 10 % Selbs behal ü die
p legebeding en Kos en weg allen. In diesem Fall we den
alle E ek e noch e s ä k , was zu eine S eige ung de
Kos en ü die P lege e siche ung on knapp 60 % üh .
Das Ve häl nis de S eige ung de Pa ien enwohl ah zu
den esul ie enden Meh kos en bleib ungüns ig.
Wi können unse e Be echnungen eben alls nu zen, um
zu e mi eln, welche p legebedü igen Menschen am
meis en on de P lege+ Ve siche ung p o i ie en. Dies
sind ge ade die Pa ien en, die be ei s o Ein üh ung de
P lege+ Ve siche ung mi eine hohen Wah scheinlichkei
die P lege im Heim wählen. Nach de Ein üh ung p o i ie-
en diese Pa ien en somi on den ge allenen Heimp ei-
sen. Dies sind insbesonde e die Pa ien en am un e en
und obe en Ende de Einkommens e eilung. Bei Pa ien-
en mi nied igem Einkommen äg die Sozialhil e die ho-
hen Heimp eise, und die Pa ien en mi hohem Einkommen
können die inanzielle Las selbs agen. Am ge ings en
p o i ie en die Pa ien en mi mi le en Einkommen, die
keine Un e s ü zung de Sozialhil e e hal en, weil sie noch
genug e dienen, um die Kos en de P lege im Heim a-
gen zu können.
Fazi , Diskussion und Limi a ionen
Insgesam sagen unse e Analysen o aus, dass eine s ä -
ke e Zuzahlung zu den P legeheimkos en zwa zu eine
E höhung de Pa ien enwohl ah üh . Die en s ehenden
Kos en übe s eigen die E höhung de Pa ien enwohl ah
jedoch bei wei em.
Tabelle 3
Be echne e E ek e eine Voll e siche ung (100 %
Deckung) p o Jah
Quelle: eigene Be echnungen.
P lege-
s u e 1
P lege-
s u e 2
P lege-
s u e 3
P legeheime (%)
B u op eis 3,1 2,0 1,1
Ne op eis -29,4 -31,9 -34,7
An eil Pa ien en (%)
P legegeld 52,1 (-5,8) 31,4 (-16,7) 16,9 (-24,6)
Ambulan e P lege 6,3 (-71,6) 4,5 (-80,1) 5,0 (-73,7)
P legeheim 41,6 (+84,9) 64,1 (+61,5) 78,2 (+33,5)
Pa ien en
Wohl ah sände ung (Mio. Eu o) 105,8 156,2 102,1
Wohl ah sände ung p. c. (Eu o) 166,7 258,4 414,5
Voll e siche ung
Meh kos en (Mio. Eu o) 682,8 562,5 250,9
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 793
Analysen Gesundhei spoli ik
In unse e S udie Kes e nich e al. (2024) zeigen wi zu-
dem, dass die E höhung de Zuschüsse zu P legeheimen
ela i zum P legegeld mi einem s a ken Ans ieg de ö -
en lichen Ausgaben e bunden is . Aus unse e Sich
wä e also eine kos ene ek i e e poli ische Maßnahme,
die Zuschüsse zu P lege zu Hause zu e höhen, ob in
Fo m des P legegeldes ode ambulan . Unse e E geb-
nisse bezüglich des Einkommens de P legebedü igen
we en zudem die F age au , ob es sinn oll sein könn e,
die Leis ungen de P lege e siche ung an das Einkom-
mensni eau de P legebedü igen zu koppeln. Wenn in
Zukun nu noch die Kos en de P legekomponen e übe -
nommen we den, nich jedoch Kos en ü Un e b ingung,
Ve p legung ode In es i ionskos en, gib es na ü lich
einen An eiz ü P legeheime, einen Teil de Kos en ü
Un e b ingung, Ve p legung und In es i ion au die P le-
gekomponen e zu e lage n. Die P eisse zung de Heime
müss e dann s ä ke kon ollie we den. Ein pauschale
Zuschuss ans elle eine ixen Deckungsquo e, so wie in
de ak uellen P lege e siche ung, wü de diese P obleme
ga nich e s en s ehen lassen.
Unse e Kos enbe echnungen be ücksich igen noch nich ,
dass die Auswei ung de Kapazi ä in Fo m on P legeheim-
plä zen inanzie we den muss. Wi sagen o he , dass die
Re o m zu einem massi en Ans ieg in de Nach age nach
P legeheimplä zen üh en wü de. Diese Auswei ung wü de
die ohnehin schon hohen Kos en de Re o m noch wei e
s eige n. Alle dings is de ak uelle Re o m o schlag so ge-
plan , dass die Zusa z e siche ung langsam übe die Zei
au gebau wü de. De Ans ieg in den Kos en sowie de Ka-
pazi ä san o de ungen wü de also allmählich geschehen.
Zu bedenken is auße dem, dass die hie be echne en
Kos en eine Re o m in Zukun subs anziell höhe sein
we den, da wi einen s a ken Ans ieg de al e nden Be öl-
ke ung e wa en, on de zei 18,7 Mio. übe 65-Jäh igen
au 23 Mio. in 2050. Bei den übe 80-Jäh igen s eig die
Anzahl on 6,1 Mio. au 9,5 Mio. in 2050 (Eu os a , 2023;
Eu os a , 2024). Posi i im Hinblick au die Be ölke ungs-
al e ung wä e an de o geschlagenen P lege+ Ve siche-
ung, dass sie als kapi algedeck e Ve siche ung gedach
is . Die P legebedü igen wü den also das Kapi al ü
die Ve siche ung übe den Lebenszyklus selbs au bau-
en, und es müss en nich die imme wenige we denden
A bei sk ä e ü die Ve so gung de s eigenden Zahl de
P legebedü igen inanzie en.
Alle dings wi d die Be ölke ungsal e ung auch den Fach-
k ä emangel e s ä ken und so P lege im P legeheim
noch s ä ke e eue n. Ein on de niede ländischen
Regie ung e ö en lich e Be ich übe die Al e ung de
niede ländischen Be ölke ung sag o he , dass de An-
eil de Menschen, die im Gesundhei s- und P legesek o
a bei en, on 14 % au 25 % bis 2040 s eigen müss e, um
das Ve häl nis on P legepe sonal zu äl e e Be ölke ung
kons an zu hal en (Sociaal-Economische Raad, 2020).
Da die demog a ische Al e ung in Deu schland soga
noch s ä ke aus äll , we den wi mi ähnlichen An o de-
ungen kon on ie we den. Ob sich P lege in Zukun
dann ganz ande s ges al en wi d – beispielsweise mi Hil-
e eine s ä ke en Rolle on Technologie – is eine wich i-
ge, de zei noch unbean wo e e Fo schungs age.
Li e a u
BMG – Bundesminis e ium ü Gesundhei . (2023a). Soziale P lege e si-
che ung Leis ungsemp änge nach Leis ungsa en und P legeg aden im
Jah esdu chschni 2023.
BMG – Bundesminis e ium ü Gesundhei . (2023b). Leis ungsansp üche de
Ve siche en im Jah 2023 an die P lege e siche ung im Ku zübe blick.
BMG – Bundesminis e ium ü Gesundhei . (2023c). Die Finanzen wick-
lung de sozialen P lege e siche ung.
BMG – Bundesminis e ium ü Gesundhei . (2024). Zahlen und Fak en zu
P lege e siche ung.
Des a is. (2023, 17. Ok obe ). Hil e zu P lege im Lau e des Jah es.
Eu os a . (2023, 28. Juni). Popula ion on 1s Janua y by age, sex and ype
o p ojec ion [Da a se ].
Eu os a . (2024, 22. Juli). Popula ion on 1 Janua y by age g oup and sex
[Da a se ].
Hackmann, M. B., Heining, J., Klimke, R., Polyako a, M. & Siebe , H.
(2021). Gene al Equilib ium E ec s o Insu ance Expansions: E idence
om Long-Te m Ca e Labo Ma ke s. SSRN 3975416.
Hol emölle , O., Schul z, B. & Zeddies, G. (2024). Re o m o schläge ü
die Gese zliche Ren en e siche ung in Deu schland. IWH Policy No-
es, N . 1/2024.
Kes e nich, I., Romahn, A., Van Bieseb oeck, J. & Van Damme, M. (2024).
Cash o ca e? Insigh s om he Ge man long- e m ca e sys em [Un-
e ö en lich es Manusk ip ].
Koali ions e ag. (2021), Meh Fo sch i wagen. Bündnis ü F eihei , Ge-
ech igkei und Nachhal igkei .
Sociaal-Economische Raad. (2020). VERKENNING 20/02 | Juni 2020 Zo g
oo de oekoms : O e de oekoms bes endigheid an de zo g.
S a is isches Bundesam . (1993). Reihe 2 Sozialhil e, Fachse ie 13, 1993.
VDEK. (2024, 10. Juli). Finanzielle Eigenbe eiligung on P legebedü igen
in P legeheimen s eig wei e – Bund und Lände in de Ve an wo ung
[P essemi eilung].
Ti le: The Fu u e o Ca e and I s Cos s – Do We Need Highe Insu ance Co e ?
Abs ac : We e alua e he e ec o supplemen a y long- e m ca e insu ance, which would limi he cos s o a s ay in a ca e acili y. A
highe long- e m ca e insu ance subsidy educes he cos s o a s ay in a ca e acili y and inc eases he wel a e o hose in need o ca e.
Howe e , alling cos s could lead o people in need o ca e swi ching om ou pa ien ca e o in-pa ien acili ies, which would cause
cos s o ise sha ply and exceed he wel a e gains. The main bene icia ies o highe subsidies a e unma ied people and hose in need o
ca e wi h e y low and high incomes. A la - a e subsidy would be p e e able o a pe cen age-based subsidy.