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Wirtschaftspolitik in der Zeitenwende

Author: Horn, Gustav A.
Publisher: Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung
Year: 2024
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/294833/1/1888009136.pdf
Ho n, Gus a A.
Wo king Pape
Wi scha spoli ik in de Zei enwende
Wo king Pape Fo schungs ö de ung, No. 332
P o ided in Coope a ion wi h:
The Hans Böckle Founda ion
Sugges ed Ci a ion: Ho n, Gus a A. (2024) : Wi scha spoli ik in de Zei enwende, Wo king Pape
Fo schungs ö de ung, No. 332, Hans-Böckle -S i ung, Düsseldo
This Ve sion is a ailable a :
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Au einen Blick
Pandemie, K ieg, Ene giekos enschock: Die Wi scha swel is aus den Fugen ge a en.
Lang eingeüb e Ve hal ensweisen und ökonomische Gewisshei en gel en nich meh ; Un-
siche hei und Ve unsiche ung sind s ändige Beglei e de wi scha lichen Ak eu e. De
Ökonom Gus a A. Ho n analysie , was die Zei wende in de Wi scha spoli ik bedeu e ,
welche Zielkon lik e zu übe winden sind und wie Lei planken ü eine Wi scha spoli ik aus-
sehen könn en, die die Unsiche hei minde und gleichzei ig hil , die Klimaziele zu e ei-
chen.
Au o
P o . D . Gus a A. Ho n lei e e on 2005 bis 2019 das Ins i u ü
Mak oökonomie und Konjunk u o schung de Hans-Böckle -S i ung.
E is G ündungsmi glied de Bü ge bewegung Finanzwende und
Vo si zende des wi scha spoli ischen Bei a s des SPD-Pa ei o s ands.
Danksagung
Ich danke Willi Koll ü die Ko ek u en und zahl eichen wei e üh enden
Anme kungen.
© 2024 by Hans-Böckle -S i ung
Geo g-Glock-S aße 18, 40474 Düsseldo
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Rech einhabe .
ISSN 2509-2359
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 3
Inhal
1. Einlei ung ........................................................................................... 4
2. Zei enwende aus ökonomische Sich ................................................ 7
2.1 Me kmale eine Wi scha spoli ik de Zei enwende .................... 7
2.2 Klimaschu z – das doppel e ö en liche Gu ................................ 9
3. De ma k basie e P ad de Umb üche ............................................. 12
3.1 Wohin im Ums ieg? ................................................................... 12
3.2 Ein Ma k design des Umb uchs ................................................ 12
3.3 Ein Weg mi hohen Risiken ....................................................... 14
4. Umb üche du ch einen wi scha spoli ischen In e en ionsp ad ...... 19
4.1 Posi i e An eize als T eibe des Wandels ................................. 19
4.2 Eine duale In es i ionss a egie ................................................. 21
5. Gesam wi scha liche Poli ik in de Zei wende ................................ 30
5.1 Unsiche hei als belas ende Fak o .......................................... 30
5.2 Ge ah en in la ionä e Tendenzen ............................................. 31
5.3 Ve eilungsp obleme ................................................................. 35
5.4 Nach agesiche hei .................................................................. 35
5.5 Außenwi scha liche Absiche ung ............................................ 36
6. Ku swechsel e o de lich .................................................................. 39
Li e a u ................................................................................................ 40
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 4
1. Einlei ung
Die Wel is aus den Fugen ge a en. Wie o is diese Sa z de zei zu
hö en, de je nachdem das E s aunen ode das E sch ecken wiede gib ,
das mi den Umb üchen de jüngs en Zei einhe geh . Aus den Fugen zu
ge a en, heiß , dass die gewohn en Bahnen e lassen we den. Lange ein-
geüb e Ve hal ensweisen ode bekann e Gegebenhei en gel en nich
meh . Zu o Unbekann es ode Neues muss e kann , ge es e und e le n
we den. In einem de a ließenden Um eld sind Unsiche hei und Ve un-
siche ung s ändige Beglei e . Das ha wei eichende Folgen ü poli i-
sches und o allem wi scha liches Ve hal en. Da um soll es in diese
A bei gehen.
Im Mi elpunk s ehen die sich e ände nden wi scha lichen Gege-
benhei en du ch die K isen de e gangenen Jah e. Be ei s mi de Fi-
nanzma k k ise 2008 und 2009 ge ie en einige scheinba e ökonomische
Gewisshei en wie die on inhä en s abilen Mä k en, insbesonde e Fi-
nanzmä k en, ins Wanken. Mi dem Au keimen on na ionalis ischem Po-
pulismus wie 2016 beim B exi und de Wahl on Donald T ump zum US-
P äsiden en wu de die den Wohls and s eige nde Wi kung des globalen
F eihandels poli isch zunehmend in Zwei el gezogen.
Die Pandemie ab 2020 zeig e zudem dessen Ve le zlichkei du ch un-
e b ochene Lie e ke en in b u ale Weise au . De en zei weise Un e b e-
chung üh e zu Rückkeh on as in Ve gessenhei ge a enen massi en
P eiss eige ungswellen, die nach langen Phasen eine ehe de la ionä en
Tendenz die Ge ah eine e es ig en In la ion zei weise wiede au e s e-
hen ließ.
De du ch Russland he o ge u ene K ieg in de Uk aine s ell e ab
2022 zusä zlich die insbesonde e aus deu sche Sich poli isch s abilisie-
ende K a on Handelsbeziehungen in age. De Abb uch de Ene gie-
lie e beziehungen du ch Russland und die wei eichenden Sank ionen
des Wes ens gegenübe Russland lös en ge adezu d ama ische und e -
eue nde Anpassungsp ozesse aus. Vo allem ande en zeig en sie die
Ze b echlichkei eine als bis dahin als s abil emp undenen globalen A -
bei s eilung au .
Diese B üche e en au Ve ände ungs endenzen, die die Anpas-
sungs ähigkei o allem indus ielle Volkswi scha en schon sei Länge-
em he aus o de n. Die Übe gänge in ein Zei al e de Digi ali ä und eine
ökologisch nachhal igen P oduk ion e zwingen ohnehin g undlegend e -
ände e He s ellungs e ah en und Konsumgewohnhei en. Die ak uellen
B üche und K isen e leihen diesen Un e s ömungen zusä zlichen
Schub.

HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 5
Das E gebnis is ein Bündel on Anpassungse o de nissen, das die
Flexibili ä und Belas ungs ähigkei ge ade de deu schen Volkswi scha
als eine s a k indus iell ausge ich e en Wi scha au eine äuße s an-
sp uchs olle P obe s ell . Vo diese dynamischen Kulisse e schein es
zu e end, on eine Zei enwende ode ga einem Epochenb uch zu sp e-
chen.
Dabei da nich übe sehen we den, dass die wi scha spoli ischen
Konzep e de e gangenen Jah zehn e zumindes in Deu schland keines-
alls in de Ve senkung e schwunden sind. Das U eil des Bundes e as-
sungsge ich s om 15.11.2023 zum Zwei en Nach agshaushal sgese z
und dami auch zu Schuldenb emse de inie einen engen Spiel aum ü
s aa liche In es i ionen, da eine Ve schuldung hie ü jensei s alle öko-
nomischen Abwägungen nahezu ausgeschlossen wi d. Es e weis sich
dami als ein e a die endes Momen in den gegenwä igen wi scha spo-
li ischen Disku sen.
Im Folgenden soll zunächs e such we den, die gesam wi scha li-
chen Rahmenbedingungen eine Ökonomie in de Zei enwende he aus-
zua bei en. Da aus lassen sich Schluss olge ungen gene ie en, wie diese
Umb uchsi ua ion in Gegenwa auch de e a die enden Gegebenhei en
wi scha spoli isch bewäl ig we den kann, ohne die wi scha liche S abi-
li ä zu ge äh den. Hohe A bei slosigkei und e es ig e In la ion wü den
die Wi scha und ih e Ak eu e zusä zlich belas en und die gesellscha li-
che Be ei scha zum Wandel mi Siche hei ge äh den.
Die g undlegende Schwie igkei ge ade in Deu schland is , dass de
S a us quo an e – ohne die geschilde en Umb üche und Un e s ömun-
gen – eine we bewe bs ähige Volkswi scha da s ell e. Dies e klä , wa-
um die Ve ände ungen, die diese Ren abili ä zunächs minde n, iel ach
als Bed ohung emp unden we den. Vonsei en populis ische Pa eien
dien dies als Folie ü eine on Nos algie gep äg e Poli ik, die wi scha s-
poli isch eine Rückkeh zu diesem S a us quo an e als möglich und wün-
schenswe pos ulie . Hinzu kommen die einsch änkenden ech lichen
Rahmenbedingungen du ch die Schuldenb emse.
In de ablehnenden Hal ung de Populis en mani es ie sich im Ex e-
men eine Disk epanz, die in me klich abgemilde e Fo m häu ige anzu-
e en is . Au ku ze Sich lohnen sich imme noch ökonomische En schei-
dungen, die im Wide sp uch zu den lang is igen E o de nissen in Folge
de Umb üche en s ehen.
So is un e S a us-quo-Bedingungen de Einsa z on ossil gewonne-
nem Gas zu Wä megewinnung in einem bes ehenden, o allem äl e en
Haus imme noch lohnende als de Umbau au eine Wä me e so gung
du ch Elek izi ä mi els Wä mepumpe. Die Ein üh ung de CO2-Abgabe
soll dies ände n.
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 6
Es is aus Sich de Hauseigen üme un e diesen Ums änden ökono-
misch a ional, en wede g undsä zlich gegen die CO2-Abgabe zu sein
ode den Umbau längs möglich hinauszuschieben, bis ein hohe CO2-
P eis den Umbau en abel mach . Es bes eh somi ein Kon lik zwischen
ku z is ige einzelwi scha liche ökonomische Ra ionali ä , die s a ke
In e essen zu mobilisie en e mag, und lang is ige gesam wi scha li-
che Ra ionali ä , die ie g ei ende ökologische, poli ische und dami auch
ökonomische K isen zu e meiden e such .
Ve schä wi d dies du ch die Konk e hei de ak uellen Belas ung z.
B.
du ch die CO2-Abgabe und die Abs ak hei kün ige ökologische K isen,
selbs wenn sich diese imme deu liche abzeichnen. Hinzu komm , dass
die K isen und Umb üche globale Na u sind. De en Bewäl igung is we-
de im na ionalen und noch nich einmal allein im eu opäischen Rahmen
möglich. Es lieg dahe scheinba nahe, die Ve an wo ung ü den Um-
s ieg jeweils on de eigenen Volkswi scha wegzuschieben und dem
Res de Wel zu übe lassen.
Aus alledem olg : die Bewäl igung de ak uellen He aus o de ungen
is nich nu aus sich selbs he aus echnisch ansp uchs oll, sonde n es
gil , zugleich massi e ökonomische In e essen am S a us quo zu übe -
winden.
Es is o enkundig, dass diese Ve ände ungen mi hohe Unsiche hei
einhe gehen. Unsiche hei is eine de bedeu sams en Quellen ü ökono-
mische Ve we ungen und da aus olgende S abili ä sp obleme. Es is da-
he une lässlich, wi scha spoli ische Maßnahmen so auszu ich en, dass
sie die Unsiche hei zumindes eing enzen. Ande en alls is zu be ü ch-
en, dass die Sehnsuch nach einem e mein lich siche e en S a us quo
an e wächs .
Die Wi scha spoli ik is somi ge o de , Konzep e o zulegen, die si-
che s ellen, dass die Umb üche o z de Wid igkei en ohne wi scha li-
che Ve we ungen gelingen. Es geh dabei auch um die F age, ob diese
Weg am bes en du ch Ma k p ozesse besch i en we den kann ode ob
es s a dessen ode zusä zlich s aa liche In e en ionen egula i e und
in es i e Na u beda , um die anges eb en Ziele zu e eichen. Es geh
also um eine gesam wi scha lich ausge ich e e Poli ik in de Zei en-
wende, die den aus ih d ohenden Ve we ungen Rechnung äg . De
Ums ieg is also un ennba mi wei eichenden sozialen F agen e bun-
den.
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 7
2. Zei enwende aus ökonomische
Sich
2.1 Me kmale eine Wi scha spoli ik de
Zei enwende
Die bislang um assends e De ini ion de Zei enwende aus ökonomische
Sich s amm on Jake Sulli an, dem Na ionalen Siche hei sbe a e des
US-ame ikanischen P äsiden en Joe Biden. Sulli an (Sulli an 2023) be-
nenn ie de inie ende Me kmale seine ökonomischen S a egie ü die
USA, do als „Bidenomics“ bezeichne , die im In la ion Reduc ion Ac
(IRA) konk e isie wu de:
1. Kompensa ion des Ve lus s de indus iellen Basis
2. Bes ehen im neu en lamm en geopoli ischen We bewe b
3. Bekämp ung de sich beschleunigenden Klimak ise
4. Bekämp ung de Ungleichhei und de en Schäden ü die Demok a ie
Diese Me kmale agen im G undsa z dem Zusammenhang zwischen den
ökonomischen He aus o de ungen und den e bundenen sozialen F a-
gen Rechnung. Denn sie e binden die dynamische Umges al ung de
Wi scha mi einem gesellscha lichen Ge ech igkei sansp uch. So soll
eine sei s zwa massi in es ie we den, dies abe ande e sei s nu un e
ai en Bedingungen ü die abhängig Beschä ig en geschehen. Dahe
en häl de IRA neben eine g oßzügigen In es i ions ö de ung auch so-
ziale An o de ungen, denen die Emp änge genügen müssen.
Wi scha spoli ik in de Zei enwende muss demnach ge ade wegen
de ausgep äg en Impulse zu Ve ände ung übe die G enzen ein öko-
nomischen Denkens hinaus eichen. Diese Sich weise soll e p inzipiell
auch ü Deu schland und die EU gel en.
Neben diese in de Tendenz gesam gesellscha lichen Pe spek i e
geh es in Deu schland wenige um die Wiede gebu eine indus iellen
Basis, die in den USA zudem s a k poli isch konno ie is . Es geh iel-
meh um einen g undlegenden Wandel de bes ehenden, ela i s a ken
indus iellen Basis. Ziel dieses Wandels is de Au bau eine global we -
bewe bs ähigen und nachhal ig p oduzie enden Indus ie. Eine Wi -
scha spoli ik in de Zei enwende is somi ge o de , die Rahmenbedin-
gungen ü de en Hochlau zu hohen S ückzahlen zu scha en. Nu dann
is ih e globale We bewe bs ähigkei au de Basis hohe P oduk i i ä s-
s eige ungen e eichba .
Das zwei e Me kmal eine Wi scha spoli ik in de Zei enwende s eh
in zumindes eilweisem Kon lik mi dem e s en. Globalisie ung in Ges al
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 8
in ensi e globale Handelsbeziehungen wü de den Hochlau nachhal i-
ge indus ielle P oduk ion e leich e n. Poli ische In e en ionen in die
Handelsbeziehungen insbesonde e on mach ollen Handelspa ne n
wie China und den USA e schwe en dies hingegen. Gleichwohl muss mi
solchen In e en ionen ge echne we den, da de indus ielle Wandel
nich zule z übe die globale A bei s eilung de Zukun en scheide und
dami auch übe die globale Ve eilung indus ielle We schöp ung.
Es geh dami auch um die Ve eilung wi scha liche Mach in de Zu-
kun . Es wä e illusionä anzunehmen, dass hie übe allein ökonomisch
du ch Ma k p ozesse en schieden wü de und nich zumindes e such
wü de, poli ische Mach einzuse zen. Das soll e spä es ens sei 2016,
dem e s en Jah des au keimenden Populismus, es e Bes and eil wi -
scha spoli ische Übe legungen sowohl in Deu schland als auch in de
EU sein.
Die Ums ellung au eine klima eundliche P oduk ion und Konsum ion,
das d i e Me kmal, s eh im Zen um de wi scha spoli ischen He aus-
o de ungen. Das Ziel, eine nachhal ige Wi scha au zubauen, is ein ö -
en liches Gu , das de Ma k nich aus sich selbs he o b ing . Dies gil
soga in doppel e Hinsich . Zum einen is es dies aus eine einzelwi -
scha lichen Sich , da in ielen Fällen ossile P oduk ion und Konsum ion
noch p o i able sind als ih e nachhal igen Pendan s.
Zum zwei en gil dies auch aus na ionals aa liche Sich . Deu schland
und selbs die EU insgesam alleine können du ch Emissions e zich die
Klimak ise nich bewäl igen. Dazu müssen sich die ande en g oßen Emi -
en en ähnlich e hal en. Also bes eh wi scha spoli isch zumindes kein
g oße An eiz, de eigenen Be ölke ung die Las en des Ums iegs au zu-
e legen, ohne gleichzei ig ga an ie en zu können, dass ih auch de Nu -
zen dieses Vo gehens in Ges al eines e hinde en Klimawandels zu-
gu ekomm . Die He aus o de ung is , hie zu adäqua e wi scha spoli i-
sche S a egien zu en wickeln.
De le z e Punk be üh den gesellscha lichen Zusammenhal in die-
se unsiche en Phase g undlegenden Wandels. Ohne Zusammenhal
sind die gewal igen He aus o de ungen nich zu bewäl igen. Vielmeh
wü de eine Gesellscha in Kon lik en e sinken, die Fo sch i e im Wan-
del ge äh den wü den. Von dahe is es wich ig, au die gleichmäßige En -
wicklung on Einkommen und Ve mögen in diesem P ozess zu ach en,
sowie Unge ech igkei en aus de Ve gangenhei zu ko igie en. Fü
Deu schland wie ü die USA heiß dies, die Ungleichhei muss in de Ten-
denz e minde we den.
Hil eich is in diesem unsiche en Kon ex zudem ein kla es poli isches
Na a i und eine en schlossene sowie Ve auen e weckende poli ische
Füh ung.
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 15
wendig, auch wenn die Indus ie in Deu schland ausweislich de imme
noch hohen Leis ungsbilanzübe schüsse de zei noch we bewe bs ähig
is .
Wenn aus den anges oßenen Ve ände ungen auch wei e hin Ma k -
o eile im globalen Maßs ab bes ehen sollen, müssen echnologische In-
no a ionen asch und zwa schnelle als ande eno s e olgen. Dann las-
sen sich auch die Abgabenbelas ungen e inge n und e meiden. Es is
zu be ü ch en, dass die Ze i ika elösung in diese Hinsich iel zu lang-
sam wi k , da die P eiselas izi ä en ku z is ig iel zu nied ig sind. Es is
ein ach zu au wendig ü Un e nehmen, ku z is ig die Technologie zu
wechseln.
Das alles üh zu einem ehe zöge lichen Ve hal en mi nega i en Fol-
gen ü das Klima, abe länge is ig auch ü die We bewe bs ähigkei ,
wenn ande e schnelle sind. So sind in de Au omobilindus ie die Anzei-
chen on einem Rücks and in de E-Mobili ä gegenübe China und eil-
weise den USA de zei nich zu übe sehen.
Mi den An eizen aus Ze i ika en allein gewinn man also o ensich lich
keinen Vo sp ung an We bewe bs ähigkei . Es gib soga die nich unbe-
g ünde e Be ü ch ung eines Abglei ens in die S agna ion au g und imme
s ä ke abnehmende indus ielle We bewe bs ähigkei , wenn man sich
allein au diese Ins umen e e lassen wü de (K ebs 2024).
Ganz gene ell wi d deshalb emp ohlen, neben de E ablie ung eines
E wa ungsp ads an Ma k an eizen du ch Ze i ika e ode S eue n, eine
ak i e Indus iepoli ik zu be eiben (Acemoglu e al. 2012). Diese bes eh
nich in de Fö de ung einzelne Fi men, sonde n in de gene ellen Un e -
s ü zung on Inno a ionen in nachhal ig p oduzie ende Technologien
(Clean Inpu ). Mi diesen posi i en An eizen wi d de Ums ieg beschleu-
nig und die Wah scheinlichkei We bewe bs o eile zu e langen e höh .
De IRA in den USA wie zahl eiche P og amme in de EU und auch In-
es i ions ö de ungen in Deu schland e suchen, dem Rechnung zu a-
gen.
Von de An o de ung, die indus ielle Basis im Wandel im globalen
We bewe b zu s ä ken, is es nu ein kleine Sch i zu den He aus o de-
ungen du ch die geopoli ischen Ve we ungen. Sie du chb echen neue -
dings die ökonomische Ra ionali ä de wechselsei igen Vo eile des glo-
balen Handels und üh en zu eine poli ischen Logik des E eichens glo-
bale Mach o eile.
De undamen ale Un e schied zwischen beiden Denkweisen is , dass
die ökonomische Logik eine wechselsei ige Wohls andmeh ung du ch
Handel sieh , wäh end die poli ische Logik un e Handel ein Nullsummen-
spiel on Mach e eilung e s eh , bei dem die eine Sei e gewinn und

HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 16
die ande e e lie . Wi d die poli ische Logik dominan , d oh ökonomisch
ein allgemeine Wohls ands e lus .
Vo diesem poli ischen Hin e g und is die Kons uk ion eines ma k ba-
sie en Ums iegs du ch Ze i ika e mi e heblichen ökonomischen Ge ah-
en e bunden. Das gil in besonde em Maße ü Deu schland mi seine
ausgep äg en Expo neigung.
Die zumindes an änglich e s ä k e Kos enbelas ung du ch den Um-
s ieg gib globalen We bewe be n im Ausland ohnehin einen Vo eil. De
könn e du ch handelspoli ische Res ik ionen wie Zölle ode Ein uh kon-
ollen on S aa en auße halb de EU noch e g öße we den. Diese Mi -
el we den on den Impo lände n zudem meis geziel bei Gü e n einge-
se z , bei denen es jeweils inländische Al e na i en gib , die abe ohne die
Res ik ionen nich hin eichend we bewe bs ähig sind.
Ge ade ü diese Indus ien soll die Anwendung poli ische Mach im
Außenhandel Vo eile b ingen. Die ame ikanische S ahlindus ie un e
T ump is hie ü ein Beispiel. In China is es die Au omobilindus ie. Die
Schäden ü die Expo lände sind umso g öße , je höhe ih Expo olu-
men in diese Rich ung is . Wenn zugleich die eigenen G enzen asymme -
isch wei gehend o enbleiben, e schä dies die Lage.
In de ak uellen Si ua ion dü en die S ahl- und die Au omobilindus ie
imme noch zu den ge äh de s en B anchen gehö en. Le z lich en s ehen
abe gemessen an einem ai en F eihandelssys em au beiden Sei en
Wohls ands e lus e du ch höhe e P eise de be o enen Gü e .
Die Anwendung solche Mach se z ih en Besi z o aus. Inso e n sind
es o allem die g oßen Ökonomien wie die USA und China ode die au
schlech subs i uie ba e Gü e spezialisie en Volkswi scha en wie die
Öl- und Rohs o p oduzen en, on denen eine solche Ge ah ausgehen
kann.
Diese Übe legungen zeigen, dass die bes echende ökonomische Lo-
gik eines on Ze i ika en ange iebenen Ums ieg in eine Ökonomie de
Zei enwende aus de Pe spek i e eines unk ionie enden Binnenma k es
in Kombina ion mi einem Kompensa ionsmechanismus seh e izien e -
schein . Sobald abe globale und poli isch di e se Mä k e ins Blick eld ge-
nommen we den, e en e hebliche Risiken dieses Vo gehens zu age.
Ein genaue e Blick leh jedoch, dass selbs au einem leidlich unk i-
onie enden Binnenma k Nebenwi kungen au e en können, die ad es-
sie we den soll en. Die e s e is die mi dem Ze i ika sansa z e bun-
dene Unsiche hei , die sich eins ell , sobald diese übe eine en sp e-
chende Bö se gehandel we den. Hie au is schon ühzei ig hingewiesen
wo den (G onwald und Ke e e 2009). Es sind dies die üblichen Unsi-
che hei en, die mi dem Handel an de Bö se e bunden sind. Es kann
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 17
eine hohe P eis ola ili ä en s ehen, die die e wa e e Ren abili ä on In-
es i ions o haben au g und de Risiken schmäle n.
Auch können spekula i e Ku sbewegungen, die z.
B. du ch das Ho en
on Ze i ika en in E wa ung höhe e Ku ss eige ungen au kommen kön-
nen, das Ma k geschehen e ze en. Ganz gene ell können he ige P eis-
bewegungen au den Ene giemä k en die In es i ionskalküle du ch Unsi-
che hei me klich s ö en und dami den Ums ieg e langsamen (Schul-
meis e 2020). So könn en – wie gleich alls on Sinn (2023) be ü ch e –
s a k allende P eise ü ossile Ene gie äge aus klimapoli ische Sich
schädliche In es i ionsen scheidungen nach sich ziehen.
Wenn die Ze i ika sp eise jedoch wie e ho p ägend ü die Ene gie-
p eise sein soll en, können sie nega i e Folgen ü die gesam wi scha -
liche P eiss abili ä au weisen. De e wa e e, s eil ans eigende P ad ü
die Ze i ika sp eise e eue die ene ge ischen Inpu s in ielen Be ei-
chen. Das gil zumindes so lange, wie de Ums ieg au ande e Ene gie-
äge noch in ollem Gange is .
Dami e gib sich eine ähnliche Kons ella ion wie du ch die Ene gie-
p eisschocks aus dem Ausland in den e gangenen Jah en. De P eis-
schock s ahl au zahl eiche Gü e p eise aus und e höh die gemessene
In la ions a e, den Ha monisie e Ve b auche p eisindex, HVPI (Koll
2024). Diese unmi elba e nega i e E ek au die Kau k a kann zwa –
ande s als bei den Schocks aus dem Ausland – du ch den oben geschil-
de en Kompensa ionsmechanismus eines Klimageldes au ge angen
we den. Was abe is mi möglichen Zwei undene ek en?
Wenn wie bei den jüngs en Schocks allgemeine P eiss eige ungen in
einigen B anchen genu z we den, um die Ma gen zu e höhen (EZB
2023), wi d die Ge ah ele an . Zudem wü den die Gewe kscha en e -
suchen, mi höhe en Lohn o de ungen den Kau k a e lus auszuglei-
chen. De HVPI wü de übe den unmi elba en Impuls hinaus wei e s ei-
gen und die Kau k a wü de en sp echend s ä ke sch ump en, ohne
kompensie we den zu können. Zugleich zwingen diese Zwei undene -
ek e die EZB zu höhe en Lei zinsen, was In es i ionen gene ell wenige
en abel mach . Dies behinde nich nu den Ums ieg, sonde n bedeu e
Einbußen an Wachs um und den Ve lus on A bei splä zen.
Aus diesen E wägungen olg , dass de bislang in Deu schland einge-
schlagene Weg in eine Wi scha de Zei enwende mi hohen Risiken e -
bunden is . E is zu seh gep äg on einem binnenwi scha lichen Den-
ken mi wohl unk ionie enden Gü e - und Finanzmä k en. Übe sehen ode
zumindes zu ge ing gewich e we den die geopoli ischen Rahmenbedin-
gungen sowie die inhä en en, sich aus dem Ma k geschehen e gebenden
Risiken eines solchen Vo gehens. Zudem müssen die Rahmenbedingun-
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 18
gen ü die gesam wi scha liche S abili ä o allem ü Beschä igung
und P eiss abili ä s ä ke ins Blick eld genommen we den.
Aus diese Analyse e gib sich die Fo de ung nach eine e ände en
Schwe punk se zung im T ans o ma ionsp ozess in de Zei enwende, de
im Folgenden skizzie we den soll.
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 19
4. Umb üche du ch
einen wi scha spoli ischen
In e en ionsp ad
4.1 Posi i e An eize als T eibe des Wandels
Die bishe ige wi scha spoli ische S a egie, diese Zei de Umb üche zu
bewäl igen, e üll de zei nich alle An o de ungen, die die Zei enwende
mi sich b ing . Insbesonde e is die Schlüssel olle eines d as isch s ei-
genden Ze i ika sp eises ü den Wandel nebs de zugehö igen Kom-
pensa ion noch zu wenig du chdach . Zudem u en sie in de Be ölke ung
ehe So gen übe s eigende P eise he o , wie eine Um age de F ied-
ich-Ebe -S i ung zeig . Dies minde die Akzep anz des gesam en P o-
zesses in einem Ke nbe eich und e zeug gesam wi scha liche P ob-
leme.
Im Ke n geh es im Folgenden da um, ob de Ums ieg p imä au de
Basis on nega i en Ma k an eizen e olgen soll ode ob di ek e zusä zli-
che wi scha spoli ische In e en ionen des S aa es du ch posi i e inan-
zielle An eize und Regulie ungen e o de lich sind.
Diese F age knüp unmi elba an Übe legungen an, die o dem Hin-
e g und des S opps de Ene gielie e ungen aus Russland zu einem he -
igen S ei un e Ökonomen ge üh haben. Es ging da um, ob ein so o -
ige S opp de Ene giebezüge aus Russland die deu sche Wi scha in
eine ie e Rezession s ü zen wü de ode ob übe P eissignale das Ma k -
sys em ü eine asche und wei gehend ik ions eie Subs i u ion so gen
wü de (Bachmann e al. 2022).
Ein Teil de Subs i u ion wü de nach diesen Übe legungen du ch Ve -
lage ung on ene giein ensi en Be eichen de Indus ie ins in diese Hin-
sich p eisgüns ige e Ausland e olgen. Nega i e Folgen ü Konjunk u
und A bei sma k soll en du ch en sp echende Nach agep og amme au -
ge angen we den. In eine Nachbe ach ung de wi scha lichen En wick-
lung sei he sahen sich die Au o en in diese Vo aussage du ch den nu
schwachen Rückgang de Wi scha sleis ung in Deu schland wäh end
des aglichen Zei aums wei gehend bes ä ig (Moll, Schula ick und
Zachmann 2023).
Diese Sich weise wu de nich nu on de Bundes egie ung ehemen
wide sp ochen (K ebs 2024). Zwa is die Konjunk u im besag en Zei -
aum a sächlich nich in eine ie e Rezession ge allen. Abe dies is de
alsche Maßs ab (K ebs 2024). Die ak ische En wicklung muss de ohne
die Ene giek ise wah scheinlichen und möglichen gegenübe ges ell we -
den. Demnach s and die Wi scha in Deu schland seine zei o eine
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 20
k ä igen Au wä sen wicklung, die du ch die Ene giek ise dann nich
meh zu En al ung kam.
Die Kos en bes ehen demnach o allem in den en gangenen E ägen
des geschei e en Au schwungs. Sie sind seh iel höhe als nu de ak-
ische leich e Rückgang des BIP. Schließlich gingen die damals gängigen
P ognosen ohne die Ene giek ise on Wachs ums a en on und ie P o-
zen aus (K ebs 2024, S. 7). Wo s -Case-Szena ien zeigen soga einen
Ve lus on zwöl P ozen an (K ebs und Webe 2024).
Maßgebliche Schluss olge ung hie aus is , dass ein Ums ieg, de
du ch ein en sp echendes Design ein ma kbasie e zeug wi d, zu e -
heblichen Wachs umsp oblemen üh en kann. So ge ä die Ren abili ä
on Un e nehmen massi un e D uck. Bei de ealis ischen E mi lung
de Ren abili ä muss be ücksich ig we den, dass wegen des CO2-
P eisp ads o handene Kapazi ä en schnelle wi scha lich obsole we -
den und dami schnelle abgesch ieben we den müssen.
Zusä zlich müssen neue In es i ionen inanzie we den. Beides e höh
die Kos en e heblich. Wü den dami nu die gleichen P oduk e nach
Menge und P eis p oduzie , s ehen kons an en E ägen meh ach hö-
he e Kos en gegenübe (Koll 2024). Das is eine om CO2-P eis beding e
„schöp e ische Ze s ö ung“ g öß en Ausmaßes.
Das Wi kenlassen on Ma k signalen plus Nach age-Kompensa ion
is un e den gegebenen Ums änden also mi hohen Risiken e bunden.
Dahe beda es lankie ende Maßnahmen, um diesen P ad ohne g ö-
ße e F ik ionen besch ei en zu können.
Das heiß im Umkeh schluss nich , dass au die Ze i ika e e zich e
we den soll e. Sie soll en mi ih en nega i en An eizen lediglich s ä ke im
Hin e g und des Ums iegs wi ken. S a dessen soll en posi i e An eize ü
den Ums ieg in den Vo de g und e en.
Im Kla ex heiß dies, dass de P eis ü Ze i ika e wenige s a k s ei-
gen soll e als bislang p ojek ie und p ognos izie . Ideale weise wi d dies
dadu ch e eich , dass die Nach age nach ihnen ge inge aus äll als bis-
he p ognos izie , da du ch ande e Maßnahmen Emissionen in höhe em
Ausmaß als bishe geplan e mieden we den.
Geling dies nich , is übe eine zusä zliche Ausgabe on Ze i ika en
zu en scheiden. Dies is alle dings ü sich genommen aus klimapoli i-
sche Sich nich wünschenswe , da un e diesen Ums änden die Klima-
es ik ion e le z zu we den d oh . Ande e sei s e meide man die oben
geschilde en Ge ah en im T ans o ma ionsp ozess, was dessen S abili-
ä am Ende soga s ä ken dü e. Ohnehin beda es eine Ins i u ion, die
ein Auge au die S abili ä des P eisp ades wi und spekula i en A acken
en gegen i .

HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 21
Will man abe die Klima es ik ion einhal en, sind zei gleich wi kende
s ä ke e posi i e An eize une lässlich, die den Ums ieg beschleunigen.
Posi i e An eize können so ges al e we den, dass sie schnelles und ziel-
ge ich e es Handeln he o u en. Dami übe winden sie den la en en A -
en ismus nega i e An eize und e minde n den D uck au die Ren abili-
ä de Un e nehmen. Mi ihnen wi d sowohl de Wide s and gegen den
T ans o ma ionsp ozess abnehmen als auch die Be ei scha zunehmen,
sich ihm möglichs asch zu s ellen und ihn zum eigenen Vo eil zu nu zen.
Genau dies dien dem Au bau on P oduk ionskapazi ä en, die im T ans-
o ma ionsp ozess ühzei ig benö ig we den.
Im Zuge dieses P ozesses wächs mi imme meh e olg en Ums ie-
gen au neue P oduk ions- und Konsum ionsp ade das In e esse an ei-
nem e ände en ökonomischen S a us quo. Schließlich en s ehen z.
B.
in einem indus iellen Hochlau neue Technologien zum Teil e hebliche
P oduk i i ä sgewinne, die de en Ren abili ä im Zuge ih e Auswei ung
imme wei e e besse n.
Es komm alle dings da au an, im globalen We bewe b möglichs
schnell zu sein, um als e s e diese P oduk i i ä sgewinne ealisie en zu
können und einen Vo sp ung am Ma k zu e langen. Geling dies, e es-
ig sich de T ans o ma ionsp ad im P ozess on selbs , da das wi -
scha liche In e esse an de T ans o ma ion s e ig zunimm .
4.2 Eine duale In es i ionss a egie
Posi i e An eize en s ehen du ch Belohnung ü bes imm es Ve hal en.
Ge ag sind un e den Vo ausse zungen de Zei enwende o allem In-
es i ionen in nachhal ige P oduk ions e ah en au indus ielle Basis
und in Resilienz gegenübe geopoli ischen Ve we ungen. Ebenso wich ig
sind Ausgaben, um den gesellscha lichen Zusammenhal und insbeson-
de e die Ve eilungsge ech igkei zu s ä ken. All dies soll e belohn we -
den. Es is o enkundig, dass in einem solchen Um eld dem S aa eine
wei aus ak i e e Rolle zukomm als bei einem mechanisch kompensie en
Wi kenlassen de nega i en An eize du ch Ze i ika e. Was wä en die g o-
ßen Linien eines solchen Vo gehens?
Im G undsa z is eine duale In es i ionss a egie zu emp ehlen. Die
e s e Sei e des In es i ionsp ozesses be i die Daseins o so ge. Die
zwei e Sei e is die indus ielle T ans o ma ion. K ebs (2024) schä z den
Beda an zusä zlichen In es i ionen au jäh lich 80 Millia den Eu o zu-
sä zlich, übe das im Jah 2023 hinaus geplan e Volumen.
Bei de Daseins o so ge geh es um das Bildungssys em, das Ge-
sundhei ssys em, das Ve keh ssys em und den Wohnungsma k . De en
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 22
möglichs eibungsloses Funk ionie en is eine no wendige Vo ausse -
zung ü einen wohls andsmeh enden T ans o ma ionsp ozess. Schließ-
lich is diese ohne gu ausgebilde e A bei sk ä e ode ein leis ungs ähi-
ges und nachhal iges Ve keh ssys em nich zu bewäl igen. Sie dienen de
gesellscha lichen Teilhabe im wei es en Sinne, in dem sie soziale und
lokale Mobili ä e möglichen.
P eiswe es Wohnen und ein gu es Gesundhei ssys em sind nich nu
be ech ige soziale Ansp üche an eine Gesellscha , sonde n e höhen die
Flexibili ä und die Quali ä des A bei seinsa zes. All diesen Be eichen is
gemeinsam, dass sie ein hohes Ausmaß an allgemeine Zugänglichkei
e o de n. Das s eh in Kon lik zu ma k wi scha lichen Ren abili ä san-
sp üchen, die dahe ü diesen Be eich meh (Bildung, Ve keh , Gesund-
hei ) ode minde (Wohnen) im Hin e g und s ehen soll en. S a dessen
sind ö en liche Ausgaben ü diese Be eiche ge o de .
Ande s sieh es bei de indus iellen T ans o ma ion aus. Hie müssen
im globalen We bewe b Rendi en e ziel we den, aus denen de In es i-
ionsp ozess sich zumindes eilweise e inanzie en kann. Wie jedoch
oben da ges ell , s eh de Ma k p ozess dem de zei noch iel ach en ge-
gen. Den Klimawandel zu beg enzen, is ein ö en liches Gu . Dami e -
heb sich die F age, ob und inwiewei und in welche Fo m de S aa in-
e enie en soll, um diesen P ozess o anzu eiben.
Den un e schiedlichen An o de ungen beide Au gaben soll e in un e -
schiedliche Weise Rechnung ge agen we den. Die Be eiche de Da-
seins o so ge e o de n im Ke n zusä zliche ö en liche In es i ionen. Sie
soll en on allen Gebie skö pe scha en geleis e we den, da die di e sen
Zus ändigkei en sich gleich alls übe alle Ebenen e s ecken.
Hie au is die Finanzpoli ik alle dings in ie ache Hinsich schlech
o be ei e . De e s e G und is , dass de s eue poli ische Disku s in wei-
en Teilen des poli ischen Spek ums on S eue senkungs e sp echen
dominie wi d. Das e schwe eine Finanzie ung de no wendigen In es-
i ionen übe e höh e Einnahmen. Zum Zwei en e hinde die e as-
sungsmäßig abgesiche e Schuldenb emse eine Finanzie ung de In es-
i ionen übe eine e höh e K edi au nahme.
Da die Konjunk u zudem sei Länge em schwächel und dies ohne e -
höh e In es i ionen angesich s globale F ik ionen, die insbesonde e den
deu schen Expo belas en, au absehba e Zei wei e hin de Fall sein
dü e, is d i ens nich mi nennenswe en konjunk u ellen Meh einnah-
men zu echnen. Vie ens ä en ge ade Umschich ungen in den Haushal-
en zu meh In es i ionen, die ja imme mi Kü zungen an ande e S elle
e bunden sein müssen, in eine Konjunk u schwäche au einen beson-
de s ha näckigen Wide s and, da sie die Einkommen de Emp änge in
schwie igen Zei en belas en. Zudem sind die Ausgabenbeda e ange-
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 23
sich s de mili ä ischen Bed ohungen ohnehin e höh , was den Spiel aum
ü Umschich ungen wei e e eng .
E schwe wi d das Ganze noch du ch die e hebliche He e ogeni ä de
Finanzlage bei Bundeslände n und Kommunen. Es gib Bundeslände
und Kommunen, die diese He aus o de ungen mi meh ode minde g o-
ße Mühe, bewäl igen können. Und es gib Lände und Kommunen, die
au absehba e Zei kaum eine Chance haben. Diese He e ogeni ä e -
schwe eine gemeinsame In e essen e e ung und die He e ogeni ä
d oh sich imme wei e zu e es igen. All dies ände nich s an de d in-
genden No wendigkei e höh e ö en liche In es i ionen und eine S a-
egie dies zu e möglichen.
Die Finanzpoli ik is also im Angesich de e heblichen He aus o de-
ungen gelähm , was sich a al au die wei e e wi scha liche En wicklung
in Deu schland auswi ken kann.
De ökonomische Königsweg aus diese Selbs blockade wä e eine Re-
o m de Schuldenb emse. Man kann aus gu en G ünden bezwei eln,
dass quan i a i e Schulden- und o allem De izi egeln übe haup on
Nu zen sind.
In Haushal sde izi en spiegel sich die gesam e Komplexi ä de öko-
nomischen En wicklung im Lau e eines Jah es wide . Insbesonde e sind
die S eue einnahmen in wei übe p opo ionalem Ausmaß on de Kon-
junk u abhängig. Hinzu kommen imme wiede un o he gesehene Wi -
kungen on S eue ech sände ungen. All dies üh zu zwangsläu ig
höchs unsiche en De izi p ognosen. E zwing eine Regel dann imme
wiede Anpassungen, is eine s a egisch, e lässlich übe einen länge en
Zei aum angeleg e Finanzpoli ik, wie sie o allem in Zei en des Um-
b uchs e o de lich wä e, nahezu unmöglich.
Ganz g undsä zlich weis die Schuldenb emse in ih e de zei igen
Fo m eine undamen ale Schwäche au . Sie e eng die p io i ä e Zielse -
zung s aa liche Ausgabenpoli ik e assungsmäßig au die Ve meidung
on Schulden. Dies is ge ade in Zei en on Umb üchen mi hohem s aa -
lichen In es i ionsbeda a al. Sie e bau dami den Weg ü eine ökono-
misch möglichs e izien ges al e e T ans o ma ion.
Sie en häl schließlich keine lei ökonomisches Kalkül, da de Mecha-
nismus pauschal o ausse z , dass ein ge inges Haushal sde izi ode ein
ge inge e Schuldens and – abgesehen on Ka as ophen ällen, in denen
die Schuldenb emse ebenso pauschal ausgese z wi d – un e allen Um-
s änden o eilha e wä e als ein höhe e . Allein ü konjunk u elle
Schwankungen läss e einen gewissen Spiel aum zu, de abe du ch die
Konjunk u be einigungs e ah en ein s a is isch- ökonome isch be-
s imm wi d. Dies is aus ökonomische Pe spek i e eine unzulässige Ve -
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 24
engung des Blick eldes, da keine Abwägung zwischen dem ökonomi-
schen Nu zen und den Kos en eine Ve schuldung o gesehen sind.
Die wesen lichen Übe legungen ü die Ein üh ung eine Schulden-
b emse sind im Ke n denn auch nich ökonomische , sonde n poli ische
Na u . La s Feld (2023 und 2024) beg ünde dies beispielha mi eine
s uk u ell übe höh en Ausgabenneigung on Poli ike innen und Poli i-
ke n, die sich au diese Weise ih e Wiede wahl zu siche n e suchen. In
die gleiche Rich ung geh die Behaup ung, ohne Regeln wü den o gani-
sie e In e essen zu Las en de Allgemeinhei be o zug bedien (G imm,
Kole und Weidemann 2024). In de Folge wü den kün ige Gene a ionen
mi hohen Zinszahlungen in den ö en lichen Haushal en belas e sein.
Diese Gelde ehl en dann ü ande e sinn olle e Ausgaben, ü die gege-
benen alls höhe e S eue n e hoben we den müss en.
Bachmann (2024) sieh ehe ein unk ionales Dilemma als Beg ündung
ü die Schuldenb emse. Es is das zwangsläu ige Auseinande allen on
ökonomisch op imalen Zei ho izon en und de en aus Demok a ieg ünden
o gegebenen Besch änkungen ü handelnde Poli ike . Demok a ie e -
o de deu lich kü ze e Am spe ioden ü Poli ike als die Wi kungsdaue
ih e iskalischen En scheidungen (Zei inkonsis enz). Hie aus kann sich
ein An eiz e geben, eine zu hohe Ve schuldung in de Gegenwa einzu-
gehen, die die Handlungs ähigkei kün ige Poli ik beein äch ig .
Solche Übe legungen k anken an meh e en logischen B üchen. Wäh-
end Poli ike n zum Teil pe ek e Ra ionali ä (Wiede wahl!) un e s ell
wi d, gil dies nich ü den s eue zahlenden Median-Wähle , de die Las-
en, die au ihn ode seine Kinde sich ba und absehba zukommen, an-
geblich nich ko ek wah nimm . Ansons en wü de e ja Poli ike , die sich
so e hal en, nich wählen.
Abe jensei s diese inhä en en logischen Schwachs elle s imm das
Bild on de Ve schiebung de Las en de Ve schuldung in die Zukun nu
eilweise. Die Schulden des S aa es müssen, wie ande e auch, ab dem
Zei punk ih e Au nahme bedien we den. Das bedeu e , auch die gegen-
wä ige Gene a ion e häl nich nu die Vo eile de Ausgaben, sonde n
be eilig sich zugleich an de en Kos en.
Gleichzei ig soll en die Vo eile zumindes in es i e Ausgaben wei in
die Zukun eichen, sodass in diesem Fall übe haup keine Disk iminie-
ung zu Las en kün ige Gene a ionen e kennba is . Selbs bei kon-
sum i en Ausgaben, wenn sie de S abilisie ung de Konjunk u dienen,
eichen die posi i en Wi kungen bis in die Zukun , da sie eine e es ig e
A bei slosigkei e hinde n (Blancha d und Summe s 1986).
De behaup e e Gene a ionenkon lik du ch S aa s e schuldung is
also keines alls zwangsläu ig. E exis ie nu , wenn de kün ige Nu zen
on Schulden ge inge is als die K edi kos en. Dies is gesiche lediglich
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 31
Alle dings zeigen neue e Un e suchungen, dass mi diesem Vo gehen
neue Unge ech igkei en gescha en we den, die den P ozess behinde n
könn en. So s ellen Bachmann und Baye (2023) sowie End es (2023)
es , dass die p o Kop -Rückzahlung des Klimagelds une wünsch e Be-
las ungswi kungen de CO2 Abgabe e zeug . Beide S udien kommen zu
dem Schluss, dass nich die Haushal e mi ela i hohen Einkommen und
hohem Ene gie e b auch am s ä ks en belas e we den, sonde n unab-
hängig on de Einkommenssi ua ion Haushal e in schlech gedämm en
Wohn äumen und Pendle aus dem ländlichen Raum. Diese schie e und
willkü liche Belas ung könn e die gesellscha liche Akzep anz des CO2-
Abgabensys ems in age s ellen.
Um dies zu e meiden, schlagen Bachmann und Baye (2023) eine
Abgabenb emse in de A de S om- und Gasp eisb emse o . Dabei
wü de ein bes imm e An eil des Ve b auchs (z.
B. 80
%) p eislich gede-
ckel und das Klimageld wü de dazu e wende , die Di e enz zum Ma k -
p eis auszugleichen. Dies wü de die En las ung du ch das Klimageld an
de Höhe des ku z is ig nich zu ände nden Ve b auchs o ien ie en und
die geschilde en Schie lagen e meiden. De An eiz zu Ände ung bleibe
ähnlich wie bei den be ei s in de P axis ge es e en S om- und Gasp eis-
b emsen bes ehen. Das Klimageld wi d dami zu eine gesellscha lichen
Ve siche ungsleis ung im Ve lau eines unsiche en T ans o ma ionsp o-
zess.
5.2 Ge ah en in la ionä e Tendenzen
Eine wei e e Unsiche hei in eine Volkswi scha de Zei enwende be-
s eh im Au keimen on speziellen P eise ek en, die in In la ionsschüben
münden können. Dami is gemein , dass sie nich dem üblichen Mus e
eine In la ionswelle en sp echen, die aus eine übe hi z en Binnenwi -
scha mi hohen Lohn- und P eiss eige ungen en sp ing . Vielmeh en -
s ehen P eisschübe in diesem Um eld ehe on „außen“ ode echnisch
o mulie , aus exogenen G ünden.
Die e s e und ielleich bedeu sams e Quelle sind geopoli ische E eig-
nisse, die in eine Un e b echung on Lie e ke en münden. Die e gan-
genen Jah e haben gezeig , dass Auslöse hie ü K iege, Au s ände, p o-
ek ionis ische Handelsp ak iken, ökonomische Mach spiele ode eine
Pandemie sein können. Am Ende e zeugen die Un e b echungen Knapp-
hei en an Gü e n, die ü die We schöp ungske en on s a egische Be-
deu ung sind. Das gib Anbie e n zumindes empo ä eine e hebliche
Ma k mach , mi de sie übe höhe e P eise spü ba höhe e Gewinnma -
gen du chzuse zen e mögen.

HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 32
In Webe e al. (2022) und Webe (2023), abe auch in S igli z (2024)
wi d das Du chwi ken diese P eisse zungsmach du ch die gesam e Wi -
scha analysie . Höhe e Kos en am Beginn de We schöp ungske en
o allem bei Rohs o en wie Öl und Gas e zeugen P eisd uck in allen
Be eichen, de en P oduk e au de Wei e e a bei ung diese Rohs o e
be uhen. In de Folge en s eh je nach Ma k mach wei e e P eisd uck in
wei e en B anchen, de am Ende in P eiss eige ungen mi Wi kung au
den HVPI au schein .
Neben und als Folge diese Tendenz bes eh wie bei de kon en ionel-
len In la ion die Ge ah on Zwei undene ek en. Hie un e sind die Ve -
suche zu e s ehen, dass wei e e Sek o en e suchen, ih e Gewinnma -
gen auszudehnen und gleichzei ig die Beschä ig en übe höhe e Lohn-
s eige ungen einen Ausgleich ih e du ch die an änglichen P eiss eige-
ungen bewi k en Kau k a e lus e zu e eichen. So en s eh eine P eis-
Lohnspi ale. Im Un e schied zu den u sp ünglichen P eiss eige ungen,
die empo ä e Na u sind, weil sie spä es ens nach Übe windung de Lie-
e ke en-P obleme ode einem Einb uch de Nach age diese P oduk e
auslau en, können sich P eis-Lohnspi alen imme wei e hochsch auben
und zu eine e es ig en In la ion üh en, die dann auch die E wa ungen
alle Ma k eilnehme p äg .
Es gib im T ans o ma ionsp ozess noch eine zwei e mögliche Quelle
ü In la ion. Dies is de P eis ü CO2-Ze i ika e. Dessen gewoll e An-
s ieg lös im P inzip die gleichen E ek e aus wie eine S eige ung de Roh-
s o p eise, kann also eben alls in In la ion münden (Dullien 2024).
Dami s ell sich die F age, wie die In la ions isiken diese Zei am bes-
en bekämp we den können. Die kon en ionelle Zinspoli ik komm die-
sen speziellen Fo men de In la ion nu beg enz bei und ha e hebliche
schädliche Nebenwi kungen (S igli z 2024). Höhe e Zinsen wü den alle
In es i ionen nega i e en – und dies in eine Zei , in de In es i ionen
in die T ans o ma ion besonde s d inglich sind. Zudem wü den sie nich
hel en, die Lie e engpässe, die u sächlich ü den P eisans ieg sind, zu
übe winden.
Kon en ionelle Geldpoli ik is jedoch zwangsläu ig au gesam wi -
scha liche In la ionsp ozesse ausge ich e . Das is mi Blick au die Ve -
hinde ungen on Zwei undene ek en angemessen. Die spezi ischen
P eise höhungen, sei es du ch geopoli ische Ve we ungen ode CO2-
Ze i ika e, können so jedoch nich ad essie we den. Schließlich handel
es sich bei diesen P eis e ände ungen um ela i e P eisände ungen, bei
denen sich einzelne Gü e im Ve gleich zu ande en ände n, was im Fall
des CO2-Auss oß ja soga ausd ücklich e wünsch is . Nu bei schon ku z-
is ig lexible P eis eagibili ä de Nach age wü de dies sich nich au
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 33
das gesam wi scha liche P eisni eau auswi ken. Das is jedoch nich zu
e wa en.
Von dahe wä e es sinn oll, wenn die EZB in Zukun diese spezi i-
schen In la ionsschübe gesonde e echnen wü de, indem sie die auslö-
senden ela i en P eisände ungen aus ih em In la ionsp ognosen explizi
he aus echnen und ausweisen wü de. Dies kann mi üblichen Ve ah en
zu E mi lung ola ile P eisbewegungen geschehen, wie sie be ei s sei
Langem bei de Be echnung de Ke nin la ions a e angewende we den
(Koll 2024). Die nach diesen Be echnungen zu e wa ende „agg egie e
Ke nin la ion“ wä e in Gegenwa de a ige P eisschübe nied ige . Die
EZB soll e den e mi el en We ö en lich kommunizie en, um eine ange-
messene Reak ion de Ma k eilnehme zu e zeugen.
Von dahe wä e es sinn oll, wenn die EZB sich in Zukun sich au die
Bekämp ung de Zwei undene ek e besch änken wü de und ih e Zins-
poli ik en sp echend anpassen wü de. Von dahe könn en auch die Zins-
e höhungen spä e einse zen, wenn nich soga maß olle aus allen als
ohne diesen Sch i . Sie könn en spä e einse zen, weil e s die Ge ah
on Zwei unden E ek en Zinssch i e e o de en.
Mi diese In o ma ion als Hin e g und wä e es aus gesam wi scha li-
che Sich sinn oll, wenn es lankie ende Maßnahmen gäbe, die hel en
wü den, P eis-Lohn-Spi alen on o nehe ein zu e meiden und dami
nich zule z die Geldpoli ik mi ih en schädlichen Nebenwi kungen en las-
en wü den.
Eine san e Möglichkei is die Beglei ung des T ans o ma ionsp ozes-
ses du ch eine egelmäßig agende Konze ie e Ak ion aus Regie ung,
Ta i pa eien und Bundesbank als Ve e e in des eu opäischen Zen al-
bankensys ems. Hie könn en wie zule z wäh end de Ene giep eisk ise
Maßnahmen besp ochen we den, die – wie die s eue eien In la ionsaus-
gleichszahlungen – das En s ehen zumindes eine Lohn-P eis-Spi ale
e meiden hel en, da au diese Weise abgemilde e Ta i s eige ungen
zum T agen kamen, die den P eisau ieb zumindes nich beschleunig
haben.
Alle dings is zu be ü ch en, dass dies au de P eissei e nu schwe lich
gelingen kann. Schließlich is nich zu e wa en, dass einzelne Un e neh-
men mi ielleich empo ä e höh e Ma k mach die Chance auslassen,
ih e Gewinnma gen ku z is ig me klich auszudehnen. Gegen ein solches
Ve hal en hil au Daue nu ein in ak e We bewe b au den en sp e-
chenden Mä k en. Diese wi k abe e s länge is ig und mögliche weise
e s nach massi en Kau k a e lus en de Nach age , die eine Rezes-
sion auslösen können. Ku z is ig könn e eine Übe gewinns eue , die die
Ex agewinne abzuschöp en e such , hel en. Alle dings is de en Kon-
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s uk ion und Adminis a ion nich ein ach und beda so g äl ige Vo be-
ei ung, be o eine solche Lage übe haup ein i .
Ein ache , abe ein g a ie ende e Ma k eing i , wä e ein adminis ie -
e P eisdeckel ü die End e b auche , wie e in einigen EU-Lände n wie
Spanien e häng wu de. Diese beg enz in jedem Fall die In la ion und
den Kau k a e lus de Konsumen en. Ein solches Vo gehen belas e
abe die ö en lichen Haushal e ela i s a k, da de S aa den Anbie e n
die Di e enz zwischen Ma k p eis und adminis ie em P eis e se zen
muss, soll das Angebo nich noch meh sch ump en, weil es in hochp ei-
sige e Lände umgelei e wi d. Zugleich is de Spa an eiz ü die Konsu-
men en gedämp .
Eine Al e na i e, um den E ek höhe e CO2-P eise au die In la ions-
a e zu ko igie en, bes eh in eine kompensie enden Senkung de Meh -
we s eue (Koll 2024). Dies is jedoch gese zgebe isch au wendig und
e ah ungsgemäß we den die nied ige en S eue sä ze ohnehin nu e -
zöge und un olls ändig an die Konsumen en wei e gegeben. Zudem
s öß eine spä e e E höhung nach Ablau de Anpassungsp ozesse e ah-
ungsgemäß au massi e Wide s ände on In e essens e bänden, was
den S aa in au Daue in eine schwie ige Budge si ua ion eiben könn e.
Ein gu e Weg wa en die on de Bundes egie ung einge üh en und
mi le weile wiede abgescha en S om- und Gasp eisb emsen. Die De-
ckelung nu ü einen (g oßen) Teil des Ve b auchs s ü z gleichzei ig die
Kau k a und den An eiz zu spa en. Auch dieses Vo gehen e o de al-
le dings den Einsa z on Budge mi eln. Gleichzei ig is dieses Ins umen
abe ideal, um in s a egisch wich igen Sek o en wie Ene gie als Ve si-
che ung de Konsumen en gegen allzei in dem unsiche en globalen Um-
eld mögliche P eisschocks zu dienen. In Zei en nied ige P eise is es
zudem kos enlos.
Es s abilisie abe auch dann die E wa ungen de Konsumen en, in-
dem es die Ge ah eines P eisschocks ü sie minde . Dami e höh sich
die Siche hei de Konsumen en, was ih e Konsumneigung s ü zen
wü de. So e minde sich die Ge ah eines Konjunk u einb uch du ch
P eisschocks. Zugleich wi d die In la ions a e gedämp . K ebs und Webe
(2024) weisen zudem da au hin, dass eine de a ige P eisb emse ein e -
wa ungsge iebene und ine izien e P eis indungsp ozesse in einem un-
siche en In o ma ionsum eld e hinde n können. S abili ä und E izienz
des T ans o ma ionsp ades we den au diese Weise e höh .
All diese Maßnahmen wü den wegen ih e in la ionsdämp enden E -
ek e eine wenige es ik i e Geldpoli ik e lauben, was die Rezessions-
ge ah zusä zlich e minde .
Zinse höhungen könn en maß olle sein, weil die de Poli ik zug unde
liegende agg egie e Ke nin la ions a e im Zwei el nied ige aus äll und
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die Zwei undene ek e zumindes gedämp we den. Dies wü de hel en,
gesam wi scha liche nega i e Folgen insbesonde e ü die In es i ionen
zu beg enzen.
5.3 Ve eilungsp obleme
Une wa e e In la ionsp ozesse sind eine g oße Ge ah ü einen s abilen
T ans o ma ionsp ozess, Ve eilungskon lik e sind eine wei e e. Hohe Be-
las ungen ü einzelne Be ölke ungsg uppen en lang de Einkommens-
e eilung dü en mi e heblichen Wide s änden gegen sie e knüp sein.
Deshalb is die oben skizzie e e siche ungsa ig konzipie e Ve sion des
Klimageldes on g oße Bedeu ung.
Abe da übe hinaus is g undsä zlich eine gleichmäßige e Ve mö-
gens e eilung sinn oll, dami Risiken au diesem Weg on den einzelnen
Haushal en möglichs aus eigene K a au ge angen we den könn en,
ohne komplizie e T ans e konzep e en wickeln zu müssen. Vo schläge
hie ü liegen sei Langem au dem Tisch. Es beginn mi Lohnzuwächsen,
die die P oduk i i ä sgewinne wide spiegeln und ende mi höhe en S eu-
e n au höhe e Ve mögen. All dies is in einem unsiche en T ans o ma i-
onsp ozess on gehobene Bedeu ung.
5.4 Nach agesiche hei
Eine de g öß en Ge äh dungen de T ans o ma ion in de Zei enwende
is eine Rezession mi hohe A bei slosigkei . Diese kann aus üblichen
konjunk u ellen En wicklungen en s ehen. Ge äh liche sind ak uell je-
doch F ik ionen geopoli ische ode binnenpoli ische A , die massi e Un-
siche hei en e zeugen können. Unsiche hei kann den p i a en In es i i-
onsp ozess schnell zum Abs u z b ingen. Dies is gene ell ein P oblem.
In eine Zei mi hohen In es i ionsbeda en is es abe besonde s p oble-
ma isch. Hohe A bei slosigkei is in diese Zei nich nu ein g a ie endes
soziales P oblem, sie könn e die soziale und poli ische Akzep anz des ge-
sam en T ans o ma ionsp ozesses ge äh den. Die Schäden wä en gewal-
ig. Will man dies e meiden, i die No wendigkei eines hohen und au
lange Sich s abilen In es i ionsp ades noch s ä ke he o .
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5.5 Außenwi scha liche Absiche ung
Schon sei de Finanzma k k ise haben die Unsiche hei en des globalen
Handels zu eine g aduellen Reduzie ung de globalen Handels e lech-
ungen ge üh (Ma in 2022). In Zei en geopoli ische Ve we ungen mi
dem Po enzial imme wiede ausb echende Handelsk iege komm de
außenwi scha lichen S abili ä eine besonde e Bedeu ung zu.
Hohe Leis ungsbilanzübe schüsse eines Landes u en zwangsläu ig
De izi e bei ande en he o , die dem de izi ä en Land, so es sich denn als
mäch ig genug emp inde , wie oben geschilde als poli ische Anlass die-
nen können, p o ek ionis ische Maßnahmen zu e g ei en.
Die Idee des wechselsei ig o eilha en F eihandels is insbesonde e
in den USA iel ach de Übe zeugung gewichen, dass globale Handel
ein Mach spiel is , bei dem de gewinn , de Expo e s a egisch wich ige
Gü e du ch poli ischen D uck ö de und Impo e du ch Zölle und ande e
Handelsbesch änkungen behinde .
Ins Blick eld de a ige Auseinande se zungen ge a en zue s jene
Volkswi scha en, de en Leis ungsbilanzen daue ha hohe Übe schüsse
au weisen. Ihnen wi d o gewo en sich au Kos en de De izi lände zu
be eiche n. Das is zwa ökonomisch nich zu e end, denn die impo ie-
enden Lände p o i ie en ja auch on den güns igen Angebo en. Alle -
dings gewinn das A gumen an poli ische K a , wenn eine ai e inne -
s aa liche Ve eilung de Wohls andsgewinne und - e lus e aus dem Au-
ßenhandel, wie dies zumindes in den USA de Fall is , nich geling (Au-
o , Do n und Hanson 2013).
Au de handelspoli ischen Anklagebank si zen aus diese Pe spek i e
o allem China und Deu schland sowie le z lich die EU. Es äch sich o
diesem Hin e g und, dass namen lich Deu schland seine unbes ei ba
g oße Expo e olge übe Jah e hinweg nich mi eine en sp echend ho-
hen Binnennach age ausbalancie ha . Genau dies wi d dahe eine de
wesen lichen gesam wi scha lichen Au gaben in eine Ökonomie de
Zei enwende sein. Daue ha e und übe schießende Handelsungleichge-
wich e machen eine Volkswi scha auch poli isch ang ei ba , nich nu im
Fall on De izi en, sonde n auch im Fall on Übe schüssen.
Hinzu komm , dass man zumindes dami echnen muss, dass ange-
sich s de geopoli ischen Ve we ungen de P ozess de g aduellen Rück-
üh ung globale Lie e ke en anhäl . Fü Deu schland bedeu e dies, dass
die ex e ne Wachs umsquelle nich meh im gleichen Maße zu sp udeln
e sp ich wie in den e gangenen Jah zehn en. Will man au Wachs-
umsku s bleiben, beda es schon on dahe eine Kompensa ion mögli-
che aus allende Expo nach age du ch die Binnennach age.

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Dies muss eilich im EU-Maßs ab gesehen we den, denn nu de eu-
opäische Binnenma k is übe haup in de Lage, diese Kompensa ion zu
meis e n. Als g öß e Wi scha in de EU muss jedoch Deu schland hie zu
ohnehin den g öß en Bei ag leis en. Da die die deu sche Wi scha auch
inne eu opäisch einen hohen Leis ungsbilanzübe schuss ausweis , muss
diese Bei ag soga übe p opo ional gemessen an de Wi scha ss ä ke
aus allen. Ansons en d oh die Ge ah eine e neu en K ise im Eu o aum,
da die Ve schuldung de De izi lände au Daue nich als agba ange-
sehen we den könn e.
Es gil dahe in diesen Zei en, die Binnennach age auch aus de Pe -
spek i e eines außenwi scha lichen Gleichgewich s zu beu eilen. Fü
Deu schland heiß dies, sie muss in de Tendenz deu lich s ä ke we den.
Dami deck sich diese An o de ung mi den in es i en Au gaben ü die
T ans o ma ion de Wi scha . Außenwi scha liche S abili ä mach olg-
lich die Umse zung de oben skizzie en In es i ions o haben umso d ing-
liche .
Die außenwi scha liche Flankie ung de T ans o ma ion in de Zei en-
wende ha abe eine zwei e Dimension, die übe das Balancehal en in
einem außenwi scha lichen Gleichgewich hinausgeh . Wie schon be-
sch ieben is de Kamp gegen den Klimawandel ein globales ö en liches
Gu . Dami s ell sich die F age, wie dessen E s ellung global gesiche
we den kann.
Bislang wi d dies übe mul ila e ale Ve einba ungen au Klimakon e-
enzen e such . De E olg is schleppend, da zum einen wi ksame Ve -
einba ungen auch jene Lände einbeziehen müssen, die wie die OPEC-
S aa en ein hohes wi scha liches In e esse an de wei e en Ve wendung
ossile Rohs o e haben. Zum zwei en gib es nu eine beg enz e Ve -
bindlichkei , die Ve einba ungen zei ge ech zu e üllen.
Wi ksame könn en die Vo schläge zu G ündung on Klimaclubs sein,
bei denen Außenhandel zwischen Volkswi scha en mi hohen Umwel -
s anda ds libe alisie wi d, wäh end ü Nich -Clubmi gliede Zollsch an-
ken e ich e we den (Fues 2022). Dies e zeug einen posi i en An eiz,
einem solchen Club anzugehö en und den nega i en, es nich zu un.
Wenn sich die EU und die USA zu einem solchen Club zusammenschlie-
ßen wü den, könn e dies ohne Zwei el einen s a ken Impuls ü einen glo-
balen Handel mi nachhal ig p oduzie en Gü e n auslösen. Ökonomisch
is de Weg seh au wendig und zugleich mi poli ischen Unsiche hei en
übe p o ek ionis ische Gegenmaßnahmen au sei en de nich zum Club
gehö enden Volkswi scha en beha e .
Die Clubs a egie soll en dahe on eine EU-S a egie e gänz we -
den, bila e ale Handels e äge übe lang is ige nich ossil p oduzie e
Lie e ungen en lang de We schöp ungske e mi eiem Zugang zum eu-
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opäischen Ma k zu schließen. Dies könn e o allem ü En wicklungs-
und Schwellenlände in e essan sein, die keinem Handelsblock angehö-
en und, au sich ges ell , nu wenig Ein luss au die Ges al ung des glo-
balen Handels haben. Diesen Lände n we den so Chancen au einen
lang is ig angeleg en Wohls andszuwachs e ö ne und ü die EU wi d
de Kamp gegen den Klimawandel e leich e .
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 39
6. Ku swechsel e o de lich
Die He aus o de ungen an die Wi scha spoli ik sind immens in diese
Zei g undlegende Ve ände ungen. Nich nu muss de Kamp ü ein glo-
bales ö en liches Gu „Ve meidung des Klimawandels“ o ganisie we -
den, sonde n zugleich geschieh dies in einem Um eld sich e dich ende
globale K isen. Das is ein Ballas , de o allem deshalb so schwe wieg ,
weil die geopoli ischen Ve we ungen eines gemeinsam haben: sie e -
schwe en die globale Koope a ion. K iege, Handelsk iege und das Kap-
pen on Lie e beziehungen sind aus ökonomische Pe spek i e Ausd uck
mangelnde Be ei scha mi ande en Volkswi scha en zu koope ie en.
Dami ge ä jenes Pa adigma un e die Räde , das übe lange Zei die
Außenhandelspoli ik bes imm ha : dass Koope a ion und Handel dem
wechselsei igen Vo eil dienen. De zei he sch hingegen bei ielen die
Vo s ellung o , dass de Vo eil des ande en de eigene Nach eil is . Ge-
adezu pa adox is , dass diese Sich weisen ausge echne zu einem Zei -
punk die Obe hand zu gewinnen d ohen, wo globale Koope a ion bei de
Bekämp ung des Klimawandels hohe E äge e sp echen dü e.
Beme kenswe is , dass gleichzei ig mi de nachlassenden globalen
Koope a ion binnenwi scha lich du chaus koope a i e e wi scha spoli-
ische Ansä ze gep leg we den als in den e gangenen Jah zehn en. Die
Finanzma k k ise, die Eu ok ise, die Pandemie und die Ene giek ise ha-
ben dazu ge üh , dass in ielen Lände n, da un e auch Deu schland, ne-
olibe ale Wi scha spoli ik mi ih en ausgep äg en Vo s ellungen übe so-
ziale Konku enz und De egulie ung endenziell au dem Rückzug is ,
selbs wenn es wie in Deu schland bei de Deba e um eine Re o m de
Schuldenb emse du chaus imme wiede e a die ende Momen e gib .
Dies e schein wie eine Bes ä igung de These on Rod ick (2000),
dass na ionale Sou e äni ä , demok a ische P ozesse und wel wi scha -
liche In eg a ion nich gemeinsam zu e eichen sind. In de Tendenz
komm dem S aa und dami demok a isch legi imie en En scheidungen
in den P ozessen de T ans o ma ion und de K isenbewäl igung e s ä k
die Rolle des T eibe s und des S abilisa o s zu. E s eh dabei ande s als
ühe keines alls im Gegensa z zu ma k wi scha lichen P ozessen, son-
de n nu z diese, wo imme möglich, um seine Ziele zu e eichen.
Vo diese schwie igen Kulisse is eine gesam wi scha lich o ien ie e
Wi scha spoli ik, die wo möglich die Vo eile on Koope a ion und S abi-
li ä nu z , on Vo eil. Nu so lassen sich eine sei s die no wendigen Ve -
ände ungen e eichen und ande e sei s die soziale Akzep anz de no -
wendigen Ve ände ungen bewah en.
HORN: WIRTSCHAFTSPOLITIK IN DER ZEITENWENDE | 40
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