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Die Herkunft der deutschen Wirtschaftsführer

Abstract

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Die Herkunft der deutschen Wirtschaftsführer

Author: Eulenburg, Franz
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1954
DOI: 10.3790/schm.74.1.77
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290794/1/schm.074.1.077.pdf
Eulenbu g, F anz
A icle
Die He kun de deu schen Wi scha s üh e
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Eulenbu g, F anz (1954) : Die He kun de deu schen Wi scha s üh e ,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 74, Iss. 1, pp. 77-89,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.74.1.77
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290794
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77
Die He kun de deu schen Wi scha s üh e
Ein Bei ag zu Soziog aphie
Aus dem Nachlaß
on
F anz E u I e n b u g . Be lin
Inhal s e zeichnis: Vo beme kung S. 77 — I. Daz P oblem und die Schwie igkei
de Ma e ialbescha ung S. 78 — His o ische Übe blick: 1. Blü ezei en de deu -
schen Wi scha : a. Die F iesen S. 80; b. Die Hanse S. 80; c. Die Schwaben S. 83 -
2. Die Zei de B ache S. 84 — 3. De Wi scha sau schwung im 19. Jah hunde
S. 84 — III. Die jüngs e Ve gangenhei und Gegenwa S. 86 — IV. Zusammen-
assung S. 89.
Vo beme kung
In de Einlei ung zu Eulenbu gs Essay „Das Geheimnis de O ga-
nisa ion", de zue s in diesem Jah buch (72. Jh g. 1952, He 2/3)
ged uck wu de und ku ze Zei spä e als selbs ändige Sch i (Be lin
1952, Ve lag Duncke & Humblo ) e schien, habe ich be ich e , daß
alle Abhandlungen und Au sä ze, die Eulenbu g im le z en Jah zehn
seines Lebens gesch ieben ha , abe nich e ö en lichen du e, bis
au dieses eine on mi au bewah e Manusk ip im Lu k iege und in
den Wi en des Zusammenb uchs un e gegangen sind. Diese Be ich
ha P o . Rudol Hebe le (Ba on Rouge, La,, USA), dem die Sch i
Eulenbu gs in die Hände ge a en wa , e anlaß , mi aus dem Nach-
laß seines Schwiege a e s Fe dinand Tönnies den hie abged uck en
Au sa z im Manusk ip zu Ve ügung zu s ellen. Es handel sich bei
diesem Au sa z um den Bei ag Eulenbu gs zu de Fes gabe ü Fe -
dinand Tönnies, die anläßlich des 80. Gebu s ages des g oßen Sozio-
logen un e dem Ti el „Reine und angewand e Soziologie" (Leipzig
1936, Ve lag Hans Buske) e schienen is , dessen Au nahme jedoch
du ch die na ionalsozialis ische Zensu un e bunden wu de. E gehö
in eine Reihe on soziog aphisch-s a is ischen S udien, die Eulenbu g
übe die spezi ischen Begabungen de deu schen S ämme gemach ha
und die sich zunächs au Musike , bildende Küns le , Wissenscha le
und Wi scha s üh e e s eck en. Obgleich de o liegende Au sa z
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78 F anz Eulenbu g [78
be ei s o as 20 Jah en gesch ieben is , dü e e doch auch heu e
noch als Ve such, dem P oblem mi s a is ischen Mi eln beizukom-
men, on In e esse sein, zumal e wah scheinlich das Le z e is , was
aus Eulenbu gs Nachlaß e ö en lich we den kann G. J.
I. Das P oblem und die Schwie igkei de Ma e ialbescha ung
Daß die einzelnen S ämme und Landsmannscha en Deu schlands,
so wie sie in de geschich lichen En wicklung gewo den sind, ih e be-
sonde en Eigena en und Begabungen au weisen, zeig schon ein obe -
lächliche Augenschein: Baye n und Schlesie , F anken und Hol-
s eine , Schwaben und Thü inge sind schon äuße lich nach Tempe a-
men und Munda deu lich zu un e scheiden. Schwe e abe is es,
diese augenscheinlichen Un e schiede ü einzelne Be u e und Be-
gabungen wissenscha lich he auszua bei en. Denn de Augenschein
läß eben nich e kennen, was ü die Besonde hei de Begabung
jedesmal wich ig is ; die zu ällige He kun einzelne Pe sönlichkei en
abe b auch ganz und ga nich ypisch zu sein. Ande e sei s p legen
wi bes imm e Eigenscha en und Fähigkei en ge n au die besonde en
Begabungen einzelne Be ölke ungsg uppen und Landes eile zu ück-
zu üh en. Ta sächlich komm da in eine gewisse Regelmäßigkei zum
Ausd uck. Riehl ha in seine Na u geschich e des deu schen Volkes
hin eichende Beispiele da ü gegeben. So bleib nu de eine Weg
üb ig, ans a de zu älligen Einzelbeobach ungen die s a is ische Mas-
senbeobach ung e en zu lassen. Aus gegenwä ig o liegenden und
ühe en Quellen wu den e wa 3000 üh ende Pe sönlichkei en des
Wi scha slebens ausgewähl und au Gebu so und He kun ,
soziale Abs ammung und Be ä igungs eld un e such . Das Schwe -
gewich lieg na u gemäß in de jüngs en Ve gangenhei und in de
le z en Häl e des o igen Jah hunde s. Imme hin wa es möglich,
auch ü die Ve gangenhei eine g oße Reihe on Pe sönlichkei en de
Wi scha au ih e He kun hin zu e olgen und wenigs ens in g o-
ßen Zügen die Wandlungen es zus ellen, die sich aus de He kun
e geben.
Die Wi scha sgeschich e wi d nich en scheidend on einzelnen
Männe n und ih en We ken bes imm , wielmeh e läu sie gleich-
sam anonym. Höchs ens sind es Ve wal ungsbeam e: Bü ge meis e
in ühe en S ad s aa en, egie ende Fü s en und de en Minis e ,
de en Namen in die Wi scha sgeschich e eingehen, weil sie bes imm e
Maßnahmen zu Hebung eines Gewe bezweiges, on Handel und Ve -
keh ode de ganzen Wi scha ge o en haben. Wenn auch hin e
.solchen Eing i en imme bes imm e Pe sönlichkei en s ehen, so
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79] Die He kun de deu schen "Wi scha s üh e 79
bleiben sie doch in de Regel ungenann . „Die Kau leu e", so sag
Ludwig Beu in, „gingen ih em B o e we b nach. Sie ollb ach en
jede ü sich keine g oßen Ta en, sie können als einzelne kein In e -
esse beansp uchen. Nu wenigen Menschen de wi scha lichen Wel
wi d es zu eil we den. Sie machen keine Geschich e."
Es is o zdem gelungen, aus zahllosen Einzelbiog aphien, Fes -
und Sammelsch i en einiges Ma e ial zusammenzu agen. Die 350 Pe -
sönlichkei en, die sich so ü die ühe e Zei e geben, bie en keine
Volls ändigkei und ih e Auswahl be uh au Zu all. Sie sind auch
un e einande seh ungleichmäßig. Neben einigen wel bekann en
Namen, wie die Fugge und Welse , K upp und Siemens, inden sich
solche on nu lokale Bedeu ung. Insbesonde e au dem Gebie e de
Wa enhe s ellung ehl bis in die Neuzei jede Möglichkei , du ch
besonde e Quali ä und Leis ungen die Au me ksamkei des Landes
au sich zu ziehen. Man sp ach höchs ens on iesischen und land i-
schen Tuchen, on mä kischen Klingen, de be ühm en schwäbischen
Ba chen webe ei, den hansischen Kau leu en. Die He s ellung on
Gü e n geschah meis in handwe kliche Fo m, das Ve lagssys em s and
in den e s en An ängen, die Technik wa wenig en wickel . So kam es
au die Pe sönlichkei des He s elle s nich ängs lich an.
Ande s im Handel. E e o de e kühne und wagemu ige Un e -
nehme , e g i übe die Enge des lokalen Ma k es hinaus, knüp e
schon üh in e na ionale Beziehungen an, späh e e ne Absa zgebie e
aus, ug Risiko ü Wa en- und Geldsendungen zu Land und zu See.
Kein Zu all, daß die e s en ühkapi alis ischen Einzelpe sönlichkei en
aus dem 13. Jah hunde Händle und Geldleihe wa en, wie Tideman
Lembe g aus Do mund, Hein ich on Goch, Reinhold on Schöne
u. a. In de Regel we den uns on hansischen Händle n nich J£inzel-
namen, sonde n nu solche on Familien übe lie e , in de en Händen
gene a ionenlang ein Handelsgeschä wa . Die Sude mann, die
B uwe , die Al enb eken elde, Kleppings us . wa en Kau manns ami-
lien, die Ansehen in ih e S ad genossen und Eh en wie Äm e be-
kleide en. Abe nu wenige Einzelpe sönlichkei en sind als übe -
agende Ges al en au dem wi scha lichen Gebie e bekann gewo den.
Die his o ische Übe sich , die wi zug unde legen, beginn e s im
13. Jah hunde und en häl ü die e s e Zei as nu Familien-
namen. Das ände sich im Lau e des 14. Jah hunde s. Audi dann
inden diese ih Be ä igungs eld nich in de P oduk ion, sonde n im
Handel und in de Geldleihe.
Nach de wi scha lichen Dep essionszei des ausgehenden 16. und
des k iege üll en 17. Jah hunde s we den die Nach ich en übe wi -
scha liche Einzelleis ungen zahl eiche , und besonde s ü die Pe iode
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80 F anz Eulenhu » [80
de deu schen Wi scha sblü e im 19. Jah hunde inde sich hin-
eichendes Ma e ial ü eine genaue S a is ik. Wi un e scheiden dabei
13 S ammesgebie e (Landsmannscha en), die du ch besonde e Mund-
und S ammesa gekennzeichne sind ( gl. die Übe sich au Sei e 87).
IL His o ische Übe blick
1. Blü ezei en de deu schen Wi scha
a) Die F iesen
Sei de Seßha we dung de Ge manen nach de Völke wande ung
beginn die Kunde on de A ih e Wi scha s üh ung. Wi wissen,
wie sie ih en Acke bebau en, Jagd und Fisch ang ieben und wie de
Haus leiß ü die Bescha ung de üb igen Lebensno wendigkei en
so g e. Einzelpe sönlichkei en au wi scha lichem Gebie e kennen
wi aus diese Zei nich . Wohl abe wissen wi , daß de S amm
de F iesen sei dem 6. Jah hunde „wel "be ühm wa du ch
seine Webwa en und in egem Aus ausch mi dem damals mäch igen
byzan inischen Reiche s and. Ob die iesischen Tuche a sächlich on
den F iesen selbs geweb wu den ode ielmeh aus Flande n s amm-
en, wie spä e die be ühm en land ischen Tuche im 12. und 13. Jah -
hunde , is lange eine S ei age gewesen, die Häpke zuguns en
Flande ns en schied. Dank ih e geog aphischen Lage p leg en die
F iesen o allem die Ve bindung zwischen England und dem Rhein-
land, kamen heinau wä s bis in das Elsaß und das Mosel al, os wä s
bis nach Skandina ien. Du ch das Vo d ingen de No mannen im
9. Jah hunde b ach de iesische Handel zusammen.
b) Die Hanse
Sei dem 11. Jah hunde konzen ie e sich de Mi elmee handel
meh und meh in i alienischen S äd en: Amal i, spä e Pisa, Genua
und Venedig. In diese Zei gewannen Süd ank eich, Flande n, Eng-
land als Handels- und Finanzmäch e Bedeu ung. Dann abe en s and
im 13. Jah hunde in No ddeu schland die deu sche Hanse und be-
hiel bis in das 16. Jah hunde hinein die Füh ung im no deu opäisch-
in e na ionalen Handel. Dami a No ddeu schland zum e s en Male
wi klich üh end in die Wel wi scha ein. Seine güns ige Lage zwi-
schen den beiden Zen en des mi elal e lichen Handels im Mi elmee
und de No d- und Os see e scha en ihm ü einige Jah hunde e
siche en An eil und üh ende S ellung. An de Spi ze de und 200
no d- und mi eldeu schen S äd e, die zu Hanse gehö en, s anden
Lübeck und Hambu g.
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81] Die He kun de deu schen Wi scha s üh e 81
Aus jene Zei sind uns in Zöllbüche n. Ve ägen, s äd ischen U -
kunden eine g öße e Anzahl on Kau leu en namen lich übe lie e
wo den. Abe i gendwelche nähe e Angaben übe ih e He kun
ehlen; sowei sie zu e langen wa en, sind sie in unse e S a is ik au -
genommen wo den. Hie bei e en die Wes alen und Rhein anken
s a k he o ; dagegen sind die Niede sachsen und Os elbie , also ge-
ade die Zen en des hansischen Ve keh s, nu unbedeu end e e en.
Dies be uh nich nu au de Lückenha igkei de Übe lie e ung,
sonde n Lübeck und Hambu g scheinen sich imme wiede mi em-
dem Blu au ge isch zu haben. Vo allem die os elbischen Mä k e
wa en ausgesp ochene G ündungss äd e, die un e s a ke Be eiligung
wes deu sche Kau leu e ins Leben ge u en wu den. Fü Lübeck s eh
es z. B. es , daß die alle wenigs en de S ockholm-G oßhändle in
Lübeck gebo en wa en, clie meis en wa en Niede sachsen. Das wich-
igs e He kun sland schein im deu schen No dwes en gelegen zu
haben. „Das spä e e hansisch-wes älische D i el wa unbeding das
Ke ngebie des kau männischen Nachwuchses ü die Lübeck-S ock-
holme K eise64 (Koppe). 20 Beinamen allein bezeichnen wes älische
S äd e, die üb igen heinische, os iesische, os elbische O e ode
deu en au niede ländische, dänische und englische He kun hin.
In e essan is , daß auch ü Danzig in de zwei en Häl e des
14. Jah hunde s die Zunahme de Be ölke ung wesen lich au Ein-
wande ung zu ückzu üh en is . De g öß e Teil s amm e aus os -
elbischem Gebie , ein D i el abe übe wiegend aus No dwes deu sch-
land. „Mi den Angehö igen, die sie mi b ach en und den Familien,
die sie beg ünde en, üh en sie de eingesessenen Bü ge scha so
eichlich neues Blu zu, daß de niede deu sche Einschlag zu allen
Zei en de Danzige Be ölke ung sein Gep äge au ged ück ha "
(Kayse ).
Nach alledem is Wes alen das Heima land des wagemu igen
G oßhändle ums de hansea ischen Epoche gewesen. Mögen auch an-
de e S ämme wie Rhein anken und Os alen, abe auch Niede sachsen
und Kolonis en ös lich de Elbe ih en Teil beige agen haben zu
glänzenden En wicklung de deu schen Hanse, so blieb doch Wes alen
auch damals schon die g oße Wi scha sp o inz, das Land un e -
d ossene zähe A bei . „Die G oß a de deu schen Wi scha im
Mi elal e wi d ge agen on den Männe n de o en E de" (Häpke).
Obwohl sein Gebie keine Mee esküs e besi z und Rhein und Wese
nu G enz lüsse sind, is es he o agend be eilig am hansea ischen
Handel. De junge kau männische Nachwuchs wande aus in die gün-
s ige gelegenen Ve keh szen en am Rhein, i i die Niede lande, o
allem an die Os see.
Schmollen Jah buch LXXIV, 1 6
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82 F anz Eiilenbu g [82
Wie aus unse em Ma e ial he o geh , machen die Wes alen
as die Häl e alle Wi scha s üh e aus, die o 1400 gebo en sind.
Daneben sind Rhein anken ech zahl eich. Köln s and an de Spi ze
de wes lichen G uppe de Hanse, und in seine be ühm en „Riche -
zeche'" anden sich die eichs en Kau he en und Pa izie Wes -
deu schlands zusammen. Wenn Niede sachsen dahin e öllig zu ück-
i , so mag das an de Lückenha igkei des Ma e ials liegen. Da-
neben sind Niede anken und Os alen nu ge ing e e en.
Zusammen assend läß sich sagen, daß im 13. und 14. Jah hunde ,
abe auch noch in de olgenden Zei no ddeu sche Volksg uppen sich
du ch ege Handels ä igkei auszeichne en. No d- und Os see bilde en
das eine Zen um des damaligen abendländischen Ve keh s. Heimische
K eise haben sich da an imme nu bis zu einem gewissen G ade be-
eilig , abe ge ade in de Blü ezei bis Ende des 14. Jah hunde s
bilde Wes alen das Schöp e gebie hansische Wi scha spe sönlich-
kei en. Das e schein um so e s aunliche , als Wes alen selbs nu
Binnenland is . Au allend is e ne , daß nich nu die ie g öß en
S äd e Do mund, Müns e , Soes und Osnab ück besonde e Ak i i ä
en al e en, sonde n das pla e Land und ganz kleine O scha en sich
am Handel be eilig en. Üb igens inden wi die gleiche E scheinung
ge ade auch in de Gegenwa , wo die He kun snamen wes älische
Kau leu e seh iele kleine O scha en au weisen. Beide Ta -
sachen, die s a ke Abwande ung und die He kun
aus Do und Kleins ad deu en au eine s ammes-
mäßige, nich umwel beding e Ve anlagung hin.
Sieha sich die Jah hunde e hindu ch auch übe
die Zei en de B ache hinweg bis zu Gegenwa
s amm e bunden e hal en.
Die hansea ischen Kau leu e ieben Wa enaus ausch und blieben
Händle . Nu in sel enen Fällen, wie Tidemann aus Wes alen und
wie Loy se aus S e in, wa en sie Geldgebe und Finanzmänne . Luise
on Win e eld olge aus den Namen heinische Pa izie : Unmaze,
Gie , Ha de us , O e s olz, daß ih e Ahnhe en Leu e on ücksich s-
lose E we bsgie und he ische Geis esa gewesen seien. Und Go -
ied Hagen sag on seinen Zei genossen:
Di is de He en unge oich,
kome sp ich i enich: ich han genoich.
(Unmäßigkei is ih Cha ak e zug,
Kaum sp ich ih e eine : Ich hab genug)
T o zdem is die eigen liche Wiege solche ühkapi alis ischen Un-
e nehme pe sönlichkei en in Süddeu schland zu suchen.
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83] Die He kun de deu scheu Wi scha s üh e 83
c) Die Schwaben
Von Schwaben uncl Baye n he bes anden al e Ve bindungen
zwischen Venedig und ande en i alienischen S äd en, und mi dem
Au blühen wu de auch Süddeu schland s ä ke in den Wel handel mi
einbezogen. Diese uß e im Gegensa z zu Hanse du chaus au hei-
mische Indus ie. Schwaben wa be ühm wegen seine Ba chen -
webe ei, Seiden- und Wollengewand und Speze eien wa en zunäch&
seine haup sächlichs en Aus uh a ikel übe die Alpen. Als de Höhe-
punk de Hanse schon e eich wa , wuchsen im 14. und 15. Jah -
hunde die süddeu schen Häuse , on denen die Fugge und Welse
die bekann es en wa en, zu wel behe schende S ellung empo und
e leb en die süddeu schen S äd e eine glänzende Zei wi scha liche
Blü e. Die jungen deu schen Kau leu e le n en im ondaco dei edesoi
in Venedig die Handlung und wu den mi dem Geld- und K edi wesen
de I aliene e au . De Au schwung des Ti ole Silbe be gbams
e anlaß e iele Kau leu e de benachba en Gebie e, sich Finanz-
geschä en zuzuwenden. So zeichne sich de süddeu sche Handel du ch
seine Ve bindung mi dem heimischen Handwe k und dem Be gbau
und de Geldleihe als p oduk ionsmäßig-kau männisch- inanziell aus.
De Weg de Fugge wa ypisch ü die süddeu schen Wi scha s-
üh e : om Webe zum Kau he n und schließlich zum in e na io-
nalen Handels- und Finanzmann.
Es is wiede au allend, daß o allem ein S amm an diesem Au -
schwung be eilig is , das sind die Schwaben. Baye n und Os -
anken, auch das Nü nbe ge Gebie a en dahin e zu ück. Augs-
bu g is de Mi elpunk ; Ulm, Ra ensbu g, Kons anz sind be o zug .
In unse e Übe sich machen die Alemannen meh als zwei D i el aus.
Die S ämme, die übe haup bis 1500 Wi scha s üh e au weisen,
gehö en en wede zu Hanse: Niede - und Rhein anken, Niede -
sachsen, Os - und Wes alen; ein Jah hunde spä e jedoch zum süd-
deu schen Wi scha sbe eich: Schwaben. Baye n, Os anken. Dagegen
ehlen ganz Thü inge , B andenbu ge , Sachsen und Schlesien
Es bleib seh zu beach en, daß sei jene glänzenden Blü e deu -
sche Wi scha , de en T äge Schwaben wa en, diese nie wiede eine
üh ende Rolle gespiel haben. Zwa we den imme wiede einzelne
he o agende Pe sönlichkei en do gebo en, abe eine wi scha liche
Ve anlagung und Begabung wie bei den Wes alen wi d man ihnen
absp echen müssen. Als „einen geilen Schößling" bezeichne Lamp ech
das Zei al e de Fugge . Auch nach unse e Un e suchung e schein es
as SQ.
6*
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84 F anz Eulenbu g [84
2. Die Zei de B ache
Sei de En deckung des Seeweges nach Os indien e schieb sich
de Mi elpunk des Wel handels und die Hegemonie geh au Spa-
nien, Po ugal und die Niede lande übe . Die güns ige Lage de
Niede lande am Kanal zwischen No dsee und A lan ischem Ozean ließ
sie schon o he lebha am hansea ischen Handel eilnehmen (Flan-
de n, B ügge). B aban und Flande n wa en e s es Hausindus ie- und
Manu ak u gebie in Eu opa. An we pen wa Si z zahl eiche süd-
deu sche Fak o eien und bald neben Lyon de bedeu ends e auße -
i alienische Geldma k . Du ch Ve schlech e ung de habsbu ge Fi-
nanzen im 16. Jah hunde und du ch Eins ömen de Edelme alle aus
de neuen Wel wu den die süddeu schen Finanz- und Be gwe ks-
un e nehmungen s ä ks ens in Mi leidenscha gezogen. Die Nach-
kommen de g oßen Kau manns amilien degene ie en zu a is ok a-
ischen G undhe en. Religionsk iege s ö en die wi scha liche En -
wicklung, und schon o dem 30-jäh igen K iege mach e sich au allen
Gebie en des kul u ellen Lebens de Niede gang beme kba . Im Lau e
des 17. Jah hunde s e lo en Spanien und Po ugal ih e Vo mach -
s ellung. Neben den Niede landen gewann England un e Elisabe h
unbes i ene Übe legenhei . Es is das Heima land des Me kan ilis-
mus, de allmählich in Wes - und Mi eleu opa he schen soll e.
In unse e Übe sich is deu lich de Rückschlag in Deu schland zu
e kennen. Von 1500 bis 1750 sind die Zi e n seh klein. Die Ale-
mannen sind das 16. Jah hunde hindu ch noch am s ä ks en e -
e en, wäh end die G uppen de Hanse ganz zu ück e en. Zu Zei
des 30-jäh igen K ieges allen die Os anken, die Bewohne on Nü n-
be g und dem Maingebie du ch ih e ela i g oße Zahl au . Die ge-
ings en Zi e n weis die zwei e Häl e des 17. Jah hunde s au . Es
is die Zei de ölligen Ve nich ung des deu schen Wi scha slebens
in olge des 30-jäh igen K ieges. Dann nimm die Gesam zahl wiede
zu, ohne daß ein einzelne S amm besonde s he o ag . Be lin, B an-
denbu g, Wes alen und Sachsen allen gänzlich aus, ebenso Os alen
und Baye n. Es is eine deu liche lange Welle zu beobach en, die ih en
Tie punk in de zwei en Häl e des 17. Jah hunde s ha , nachdem
de Au schwung sei de zwei en Häl e des 16. Jah hunde s in einen
Rückgang umgeschlagen is .
3. De Wi scha sau schwung im 19. Jah hunde
Von 1750 ab wachsen die Zi e n unse e Übe sich s a k an.
Deu schland i in die d i e Epoche wi scha liche Blü e. Wenn
man on dem ühen F iesenhandel ansieh , e leb e3 die e s e Blü e
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