Ku z, Rudi
A icle
Finanzie ung on S aa sau gaben: Nachhal ige
Finanzpoli ik und Schuldenb emse
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Ku z, Rudi (2024) : Finanzie ung on S aa sau gaben: Nachhal ige Finanzpoli ik
und Schuldenb emse, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 1, pp.
29-32,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0011
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/284440
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ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 29
Zei gesp äch
Wi scha sdiens , 2024 104(1), 29-32
JEL: H50, H60, Q01
DOI: 10.2478/wd-2024-0011
Rudi Ku z
Finanzie ung on S aa sau gaben: nachhal ige Finanzpoli ik und
Schuldenb emse
P o . D . Rudi Ku z wa P o esso ü VWL an
de Hochschule P o zheim und is Sp eche des
A bei sk eises Wi scha und Finanzen im Bund ü
Umwel und Na u schu z Deu schland (BUND).
© De /die Au o :in 2024. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
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en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
Wi scha und Gesellscha sind ak uell mi He aus o de-
ungen kon on ie , die in diesem Ausmaß in de Nach-
k iegszei noch nich au ge e en sind. Das i nich nu
p i a e Haushal e und Un e nehmen, sonde n auch den
S aa , dessen S abilisie ungs- und Ve eilungs unk ion
besonde s ge o de is . Dem S aa wachsen neue Au ga-
ben zu, die mi zusä zlichen S aa sausgaben e bunden
sind. Dahe ha eine in ensi e Suche nach (neuen) Finan-
zie ungsmöglichkei en eingese z . Insbesonde e geh es
um die F age de K edi inanzie ung und um de en Be-
g enzung du ch die Schuldenb emse des A . 115 GG.
Du ch das U eil des Bundes e assungsge ich s (BVe G
2023) om 15. No embe 2023 sind die Nu zungsmöglich-
kei en dieses Ins umen s deu lich eingesch änk wo den.
Das ha die Diskussion um eine Re o m de e assungs-
ech lichen Regelung wei e ange ach .
Vo diesem Hin e g und komm ein Gu ach en des Wis-
senscha lichen Bei a s beim Bundesminis e ium ü Wi -
scha und Klimaschu z (WB, 2023) genau zu ech en Zei
und kann eine willkommene O ien ie ungshil e übe die
ak uelle Tagespoli ik hinaus bie en. Alle dings begib sich
de WB dami auch in die agespoli ische Auseinande se -
zung und is de Ge ah ausgese z , dass seine Analysen
und A gumen e selek i und e ze wiede gegeben und
benu z we den. Das gil insbesonde e im Hinblick au die
Schuldenb emse, zu de o allem die WB-Fo mulie ungen
„Fehlan eize“ und „Re o m“ in de Ö en lichkei Ve b ei ung
ge unden haben und als Bes ä igung de K i ike de bes e-
henden Ve assungs egel he hal en müssen. Dagegen ge-
hen die wich igen Hinweise au G undp inzipien eine nach-
hal igen Finanzpoli ik wei gehend unbeach e un e :
• „Eine Schuldenb emse is g undsä zlich sinn oll und
no wendig, um de Ku z is o ien ie ung de Poli ik en -
gegenzuwi ken, insbesonde e de Tendenz, die Kos en
heu ige S aa sausgaben au zukün ige Gene a ionen
zu e lage n“ (WB, 2023, 30). „Schulden egeln sind ein
Mi el, diese Fo m des Poli ik e sagens zu e meiden“
(WB, 2023, 6).
• „Regelmäßig wiede keh ende Au gaben des S aa es
sind du ch S eue n zu inanzie en“ (
WB, 2023,
30).
• „Ein lang is ig s eigende spezi ische Ausgabenbe-
da … soll e übe S eue n und nich übe Schulden
inanzie we den“ (
WB, 2023,
7).
• „Fü eine Rückkeh zu eine nachhal igen Finanzpoli ik
is es ... unumgänglich, P io i ä en im Bundeshaushal
zu se zen, ans a au dem Wege de Ve schuldung
den Ve such zu un e nehmen, die a sächliche Res-
sou cenkonku enz zu e schleie n“ (
WB, 2023,
30).
De Vo schlag des Bei a s: Goldene Regel Plus
De Vo schlag zu Re o m de Schuldenb emse geh on
olgendem G undgedanken aus: Mi de Ve assungs egel
des A . 115 GG wi d die Höhe de K edi au nahme wi k-
sam beg enz und pa iell de disk e ionä en En scheidung
des Haushal sgese zgebe s en zogen. Dami e s ä k
sich abe – als eine A Ausweich eak ion – die ohnehin o -
handene Neigung on Pa lamen a ie n und Pa eien, die
S aa sausgaben mi „konsum i em“ Cha ak e zu bedie-
nen, zu Las en de ehe lang is ig wi kenden „in es i en“
S aa sausgaben. Die Schuldenb emse be ö de so – als
unbeabsich ig e Nebenwi kung – einen S uk u bias in den
ö en lichen Ausgaben. Ge ade ü Pa eien, die ih Wäh-
le po enzial o allem bei den un e en Einkommens- und
Ve mögensschich en haben, is die E hal ung und S eige-
ung de (konsum i en) Sozialleis ungen on essenzielle
Bedeu ung. Wenn S eue e höhungen nich du chse zba
sind und zugleich de ans o ma ionsbeding e In es i i-
onsbeda s eig , schein de Weg in die S aa s e schul-
dung un e meidba , d. h. de Ang i au die „in es i ions-
eindliche“, „nich -zukun s ähige“ Schuldenb emse.
Die poli ik-immanen e Ve ze ung zulas en de zukun sbe-
zogenen S aa sausgaben, will de Bei a nun du ch eine wei-
e e, e gänzende Regel abschwächen. Da sich die Beg en-
zung de konsum i en Ausgaben im poli ischen P ozess als
schwe du chse zba e weis , soll den in es i en Ausgaben
ein Finanzie ungs o eil e scha , d. h. es sollen „die An ei-
ze ü ö en liche In es i ionen e s ä k “ we den. De An eiz
Wi scha sdiens 2024 | 1
30
Zei gesp äch
soll da in bes ehen, dass ü ö en liche In es i ionen, eine
zusä zliche Möglichkei de K edi inanzie ung gescha en
wi d – ohne im Üb igen die Schuldenb emse anzu as en.
De Re o m o schlag lau e (Goldene Regel Plus1): Jen-
sei s de Schuldenb emse is zusä zliche K edi inanzie-
ung zulässig un e zwei Res ik ionen: (1) Nu ü Ne o-
in es i ionen, d. h. die E hal ung des bes ehenden Kapi-
als ocks muss aus egulä en Haushal smi eln inanzie
we den. (2) Nu „wenn de in es i e Cha ak e du ch eine
unabhängige Ins i u ion bes ä ig wi d“ (WB, 2023, 31).
Die selek i e Locke ung de Schuldenb emse wi d dem-
nach nu dann be ü wo e , wenn es geling , diese beiden
Bedingungen e lässlich zu e üllen. Es müss e also eine
unabhängige Ins i u ion geben, die dazu in de Lage is ,
objek i zwischen in es i en und konsum i en S aa saus-
gaben zu un e scheiden. Im Folgenden analysie en wi in
diesem Bei ag die Realisie ba kei diese Bedingungen.
Ges al ung und Umse zba kei de Goldenen Regel Plus
(1) Die Un e scheidung zwischen in es i en und konsum i en
S aa sausgaben: Die Un e scheidung zwischen in es i und
konsum i ha sich zwa eingebü ge , is abe de ac o nich
objek i möglich, sonde n basie en wede au s a is ischen
De ini ionen ode willkü lichen Se zungen. Dieses P oblem
is in de inanzwissenscha lichen Li e a u gu dokumen-
ie (WB-BMF, 1980; Li mann, 1982; Ku z und Rall, 1983)
und wi d auch om WB gesehen. Mi Bezug au A . 115 GG
al e Fassung: „Die G enze zwischen ö en lichem Konsum
und ö en liche In es i ion is nich kla de inie , was zum
Missb auch de Regel einlud“ (WB, 2023, 12). O ien ie man
sich bei de Abg enzung an s a is ischen De ini ionen, so
geh dies „au Kos en eine ökonomisch sinn ollen Abg en-
zung zukun sbezogene Ausgaben: So haben Bildungsaus-
gaben In es i ionscha ak e , auch wenn das in de S a is ik
nich so es gehal en wi d“ (WB, 2023, 14).
(2) In es i als Bewe ungsmaßs ab: Die Klassi izie ung als
in es i is keine hin eichende Beg ündung ü die P io i-
sie ung eine S aa sausgabe (eines P ojek s) und ü eine
K edi inanzie ung:
a) Wenn man das un e nehme ische In es i ionsna a i
anwenden will, muss die Ausgabe Meh einnahmen in de
Zukun gene ie en, die mindes ens aus eichen, um den
Schuldendiens zu agen. Ein solche Nachweis is p ak-
isch kaum zu üh en. Wenn übe haup s ell sich eine A
„Umweg en abili ä “ ein, übe ein höhe es BIP und ins-
1 Die Goldene Regel besag , dass ö en liche In es i ionen k edi i-
nanzie we den können; das „Plus“ s eh da ü , dass die Umse zung
du ch eine unabhängige Ins i u ion kon ollie wi d (WB, 2023, 15).
gesam höhe e S eue einnahmen. We das un e nehme-
ische In es i ionsna a i e wende , soll e sich auch in
E inne ung u en, dass In es i ionen sich als Fehlin es i i-
onen e weisen können. Das Risiko on Fehlen scheidun-
gen wi d im Un e nehmenssek o kla sank ionie und es
wä e zu agen, welche En sp echung es dazu im ö en li-
chen Be eich gib . Wie wi d siche ges ell , dass nu dieje-
nigen ö en lichen In es i ionen ealisie we den, die den
höchs en Bei ag ü eine nachhal ige En wicklung e b in-
gen? Wem we den Fehlen scheidungen angelas e ?
b) Fü die Ausgabenen scheidungen im Rahmen eine nach-
hal igen Finanzpoli ik is es nich aus eichend, die Wi kun-
gen au das physische Kapi al (plus geis iges Eigen um) zu
be ach en. Vielmeh konku ie en P ojek e mi einande , die
posi i e Bei äge zu ande en Teilen des olkswi scha li-
chen Kapi als e b ingen: zum Humankapi al (Bildung), zum
Na u kapi al (Ökosys emdiens leis ungen), zum Sozialkapi al
(Zusammenhal ) ode zum ins i u ionellen Kapi al (Rech s-
siche hei ). We die lang is igen Wi kungen e schiedene
S aa sausgaben bewe en und p io isie en will, muss die-
se Dimensionen be ücksich igen ( gl. auch S igli z e al.,
2010). Nu dann wi d ein wi ksame und e izien e Bei ag
zu Zukun s ähigkei geleis e . Welche P ojek e die höchs-
e „G enzleis ungs ähigkei “ ü nachhal ige En wicklung
haben, is eine poli ische En scheidung (die gegebenen alls
du ch Kos en-Nu zen-Analysen un e s ü z we den kann).
(3) K edi inanzie ung nu ü Ne oin es i ionen: Dami diese
Sch anke wi ksam wi d, muss es gelingen, die Ne oin es-
i ionen eindeu ig zu bes immen. Dazu wi d on den (p o-
blemlos messba en) B u oin es i ionen die Absch eibung
abgezogen. Das P oblem lieg in de Bes immung de Ab-
sch eibungen. Folg man – jensei s on s a is ischen Kon-
en ionen – wiede um dem un e nehme ischen In es i ions-
na a i , so is das keine allein echnisch bes imm e G öße
(Ve schleiß), sonde n eine un e nehme ische En scheidung,
die un e ande em on de ökonomischen Obsoleszenz ab-
häng (Bewe ung on „s anded asse s“). Dahe wi d sich
die Umgehungs an asie und die K ea i i ä au die Bes im-
mung de Absch eibungen e lage n. Wenn in einem Jah
die Absch eibungen „ausgese z “ wü den, könn en die ge-
sam en B u oin es i ionen k edi inanzie we den. Dahe
muss auch an diese S elle die „unabhängige Ins i u ion“
ä ig we den und wi d mi eine wei e en, schie unlösba en
Au gabe be au .2 Die p ak ischen Auswi kungen au die
Schuldenb emse wä en zunächs ge ing, da in de Ve gan-
genhei die Ne oin es i ionen seh ge ing wa en.3
2 „Die Be echnung de Absch eibungen wä e eben alls du ch solch ein
G emium übe p ü ba , um eine ko ek e E mi lung de Ne oin es i i-
onen o zunehmen“ (WB, 2023, 15).
3 „In den le z en Jah zehn en schwank e die ö en liche Ne oin es i i-
onsquo e um 0 P ozen , in ielen Jah en wa en die ö en lichen Ne o-
in es i ionen soga nega i “ (WB, 2023, 15).
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 31
Zei gesp äch
(4) Ins i u ionelles Design, Go e nance-S uk u (WB,
2023, 14): „Die unabhängige Ins i u ion“ is on zen ale
Bedeu ung im Vo schlag, exis ie abe nich und müss-
e e s noch gescha en we den. Vo geschlagen wi d
z. B. eine en sp echende E wei e ung de Funk ionen des
Bundes echnungsho s ode ein Expe eng emium in An-
lehnung an die Gemeinscha sdiagnose (WB, 2023, 15 .).4
O en is , welche Wi kung die En scheidungen diese In-
s i u ion haben soll en. Ohne En scheidungsbe ugnis (Ve-
o-Rech ) „allein du ch die He s ellung on Ö en lichkei “
(WB, 2023, 15) bleib die Ins i u ion zahnlos, kaum meh
als ein wei e es Be a ungsg emium. Wenn sie abe die
En scheidungsgewal übe In es i ion ode Nich -In es i-
ion bekommen soll, müss e das Pa lamen selbs einen
Sch i in Rich ung Expe ok a ie beschließen. Das wä e
eine e hebliche Einsch änkung de pa lamen a ischen
En scheidungs eihei (Budge ech ). Dahe wi d ein nich
une hebliche Diskussionsbeda ausgelös und is nich
mi eine zei nahen Umse zung zu echnen.
(5) In la ionswi kung: Als wei e e Sch anke eine Auswei-
ung de K edi inanzie ung sieh de WB mögliche In la i-
onswi kungen, die du ch eine Übe o de ung des P oduk-
ionspo enzials au g und zusä zliche schulden inanzie e
S aa sausgaben en s ehen können.5 Dahe s ell sich als
wei e e Au gabe, die (po enziellen) In la ionswi kung zu
analysie en und zu bewe en. Zu klä en wä e, in welchem
Ve häl nis diese Sch anke zu den ande en Sch anken s eh
und wie das Zusammenspiel ins i u ionell e anke sein
soll e. We wü de ü diese Bewe ung „zus ändig“ sein?
Die gleiche Ins i u ion, die den „in es i en Cha ak e “ be-
s ä ig ode eine ande e Ins i u ion, mi de sich dann Ab-
s immungsbeda e gäbe. Dami wü de Rech sunsiche hei
gescha en, ein ge undenes F essen ü jede klage eudige
Opposi ionspa ei und eine anhal ende Ve unsiche ung ü
Un e nehmen und Kapi almä k e. Zudem wä en bei eine
Übe o de ung des P oduk ionspo enzials neben den in la-
ionä en E ek en auch Zinss eige ungse ek e zu be ück-
sich igen, die insgesam zu nega i en Auswi kungen au die
pe sonelle Einkommens e eilung üh en wü den.6
(6) Eigendynamik des poli ischen P ozesses ( gl. dazu Blan-
ka , 2017): Wenn die bis hie he au gezeig en P obleme
igno ie we den und de WB-Vo schlag als Un e s ü zung
ü eine „e gebniso ene“ Diskussion übe die „Re o m“ de
Schuldenb emse e s anden wi d, s ell sich die F age, in
4 Als ein wei e es gu unk ionie endes Beispiel könn e de Expe en a ü
Klima agen genann we den (h ps://www.expe en a -klima.de/).
5 „Zudem soll e de Ge ah de Auslösung ode Ve s ä kung eines in la-
ionä en P ozesses Rechnung ge agen we den“ (WB, 2023, 31).
6 Du ch S eue inanzie ung wü den ehe die obe en Einkommens-
schich en belas e (p og essi ), die K edi inanzie ung (mi Zinsan-
s ieg) wi k ehe eg essi , weil Zinszahlungen p imä den obe en Ein-
kommensschich en zu ließen ( gl. dazu Ku z und Rall, 1983).
welche Rich ung ein solche Diskussionsp ozess e lau en
wü de. De WB schein übe zeug , dass e de Idee eine
a ionalen Wi scha spoli ik olgen und zu kons uk i -
mode a en Vo schlägen wie de Goldenen Regel Plus üh-
en wi d. Dabei haben in de poli ischen A ena schon seh
iel wei e eichende „Re o m“-Vo schläge an Boden ge-
wonnen – on eine pauschalen E höhung de s uk u ellen
Ve schuldungskomponen e (z. B. au 1,5 % des BIP) bis zu
e sa zlosen Abscha ung de Schuldenb emse. Das Risiko
eines „Dammb uchs“ und des Rück alls in die al e „F eibie -
Men ali ä “ is nich ge ing. Ohne einen ausge ei en Vo -
schlag soll e dahe keine Deba e in den poli ischen Raum
ge agen we den. So lange gil es, die Ve assungs egel zu
e eidigen – und die e olu o ische Weishei , die da in zum
Ausd uck komm . Du ch die Diskussion um eine Re o m de
Schuldenb emse wi d zudem de wei e b ei e en Abnei-
gung gegen die Auseinande se zung mi den eigen lichen
P oblemen de Haushal s- und Finanzpoli ik Vo schub ge-
leis e . Das Ke np oblem ha de WB kla e kann und o -
mulie : die o gese z e Ve lage ung on Las en au zukün -
ige Gene a ionen. Das gil ü die Sozial e siche ungssys-
eme und auch ü die ökologische T ans o ma ion.
(7) Fazi : In e was eie In e p e a ion lau e de Vo schlag
des WB: Un e de Annahme, dass es nu um Ne oin es-
i ionen geh und dass es eine unabhängige In es i ions-
Ins i u ion gib , könn e man die Schuldenb emse selek i lo-
cke n. Da abe nich e kennba is , wie die Annahmen e üll
we den könn en, olg : Die Schuldenb emse kann (leide )
nich gelocke we den – jeden alls so lange nich , bis diese
Bedingungen e üll sind. Fak isch sp ich sich de WB also
gegen eine Re o m de Schuldenb emse aus. Mi de Wenn-
Dann-Kons uk ion e schwimm abe die Kla hei de Aus-
sage. Die Annahmen und Ausgangsbedingungen we den
„ e gessen“, als e üll bzw. leich e üllba angesehen. Die
unabhängige Ins i u ion s eh o sachlich nich lösba en
Abg enzungs- und Bewe ungsp oblemen. Wie ein ins i u i-
onelles Design aussehen könn e, das hohe Wi ksamkei ga-
an ie , is nich e kennba . Ta sächlich gib es ak uell keine
belas ba e Beg ündung ü eine Ände ung de Ve assungs-
egel. S a diese Kla hei zu scha en, e zeug de WB mi
seinem Re o m o schlag ehe Ve wi ung als O ien ie ung.
Fazi und Pe spek i en
Bei anhal ende „Wachs umsschwäche“ we den kom-
mende K isen und exogene Schocks Wi scha und Ge-
sellscha umso hä e e en. Angesich s des eno men
K isenpo enzials und de Zuspi zungen, die noch o uns
liegen, wi d es da au ankommen — um es mi (Ka l) Schil-
le auszud ücken – das „Pul e ocken zu hal en“. Wenn
dann die aku e No si ua ion ein i und wiede die Schul-
denb emse ausgese z we den muss, komm es au eine
„solide Lage de ö en lichen Finanzen“ (WB, 2023, 30) an.
Wi scha sdiens 2024 | 1
32
Zei gesp äch
Ti le: Financing Go e nmen Tasks: Sus ainable Fiscal Policy and he Deb B ake
Abs ac : Mul iple c ises and ecological ans o ma ion a e d i ing an in ense deba e abou go e nmen c edi inancing and i s es ic-
ion by he cons i u ional deb b ake. The Boa d o Academic Ad iso s a he BMWK has p esen ed a p oposal on how mo e lexibili y
would be possible wi hou unde mining he indispensable disciplining unc ion o he deb b ake. The Boa d ecommends a selec i e
elaxa ion o he deb b ake linked o condi ions ha a e i ually impossible o ul il (ne in es men , independen ins i u ion, no in la-
iona y e ec s). The e o e, ega ding he ac ha he Boa d has o mula ed a jus i ica ion o he deb b ake: As long as he e is no p ac-
icable e o m p oposal, he e is no eason o change he cons i u ion.
Mi Fokus au die ökologische T ans o ma ion de nächs en
Jah zehn e is es zus ellen, dass die Flankie ung des ans e-
henden S uk u wandels zu den „wiede keh enden Au gaben
des S aa es“ gehö . Sie is dahe du ch egulä e Einnahmen
(S eue n) zu inanzie en – sowei es nich geling , (ökologisch
schädliche) S aa sausgaben zu kü zen. Das is die ans ehen-
de Deba e, au die auch on Sei en de Wissenscha nich
nachd ücklich genug hingewiesen we den kann. In die ich-
ige Rich ung geh de Vo schlag des WB „eine zei lich übe
die mi el is ige Finanzplanung hinausgehende Finanzpla-
nung zu en wickeln, die den Zei aum de zwei olgenden Le-
gisla u pe ioden um ass “ (WB, 2023, 30). Alle dings geh es
in de T ans o ma ion um den deu lich länge en Zei ho izon
on zwei Jah zehn en (z. B. Klimaneu ali ä bis 2045). Wenn
z. B. angenommen wi d, dass in den ö en lichen Haushal-
en in diesem Zei aum zusä zliche Ausgaben on 50 M d.
Eu o p. a. e o de lich sind, so geh es um die Finanzie ung
on 1.000 M d. Eu o übe 20 Jah e. Wie kann das geleis e
we den, ohne die T ag ähigkei de ö en lichen Haushal e zu
übe o de n? Wenn dazu un e schiedliche Szena ien ge ech-
ne we den, komm es o allem au die Annahmen übe das
wei e e Wi scha swachs um an ( gl. dazu We ding, 2020).
Vollkommen nai und e an wo ungslos wä e es, au ein
„He auswachsen“ aus den P oblemen zu se zen. Das ha
auch de Sach e s ändigen a deu lich gemach , de lang is-
ig nu noch on eine Wachs ums a e on 0,4 % p. a. ausgeh
(SVR, 2023) – und selbs das dü e noch zu op imis isch sein
(abhängig insbesonde e om Wande ungssaldo).
Die eh liche Bo scha on Wissenscha und Poli ik muss
sein, dass unse adie es Wohls andsmodell nich meh
äg . Wi können unse en Wohls and nich meh au den
o gese z en Ans ieg de Ne oeinkommen bauen und müs-
sen die Deba e um „Wohls and e neue n“ (BMWK, 2023)
wei in ensi e und g undsä zliche üh en (Ku z, 2023). Da-
bei wi d es meh denn je au einen s a ken, ges al enden
S aa ankommen ( gl. auch WBGU, 2011), de ökologische
G enzen se z und de auch seine Ausgaben zukun s ähig
aus ich e . Die adie e Un e scheidung zwischen in es i en
und konsum i en S aa sausgaben is dabei wenig hil eich.
Das om WB e olg e Ziel, in den ö en lichen Haushal en
den Hang zulas en de als zukun sge ich e (in es i ) bewe -
e en S aa sausgaben zu e inge n, kann nich du ch eine
selek i e Lösung de Schuldenb emse e eich we den. Es
muss au ande en Wegen e olg we den. Das is insbeson-
de e de beschwe liche Weg des gesellscha lichen Disku -
ses übe (in e pe sonelle und in e empo ale) Ve eilungsge-
ech igkei , übe die Folgen zu hohe Sub en ionen und Sozi-
als aa sausgaben bei gleichzei ig zu ge ingen Ausgaben ü
den Schu z de na ü lichen Lebensg undlagen (A . 20a GG).
Dazu müssen imme wiede gu o ganisie e In e esseng up-
pen bekämp und zu ückged äng we den – ganz so wie es
schon Wal e Eucken (1952) gesehen und ge o de ha .
Li e a u
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