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Rationalität und Irrationalität in den wirtschaftlichen Handlungen und ihre Erfassung durch die Wirtschaftstheorie

Abstract

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Rationalität und Irrationalität in den wirtschaftlichen Handlungen und ihre Erfassung durch die Wirtschaftstheorie

Author: Alschner, Gerd
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1957
DOI: 10.3790/schm.77.4.1
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290878/1/schm.077.4.001.pdf
Alschne , Ge d
A icle
Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen
Handlungen und ih e E assung du ch die
Wi scha s heo ie
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Alschne , Ge d (1957) : Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen
Handlungen und ih e E assung du ch die Wi scha s heo ie, Schmolle s Jah buch ü
Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol.
77, Iss. 4, pp. 1-51,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.77.4.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290878
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385]
Ra ionali ä und I a ionali ä
in den wi scha lichen Handlungen
und ih e E assung du ch die Wi scha s heo ie
Von
Ge d Alschne - Be lin
Inhal s e zeichnis: P oblems ellung — I. Ra ionali ä und Wi scha en:
1. Die F age de Ra ionali ä des Handelns im allgemeinen als Vo ausse zung
ü die Klä ung des Ve häl nisses zwischen Ra ionali ä und Wi scha en —
2. Das wi scha liche! (Ra ional-)P inzip und die Ra ionali ä des Wi scha -
ens. — II. Ra ionali ä und Wi scha s heo ie: 1. De homo oeconomicus als
subjek i handelnde Mensch — 2. Die G enznu zen heo ie als Ra ional heo ie
— 3. Objek i e Ra ionali ä , De e minie hei des Handelns und Wi scha s-
heo ie — 4. De Haup einwand gegen die Annahme objek i a ionalen Han-
delns: die Ungewißhei de zukün igen wi scha lichen Lage — 5. Die Sub-
jek i ie ung und Rela i ie ung de au de Annahme objek i e Ra ionaliä
ußenden Wi scha s heo ie du ch Ein üh ung on E wa ungen. — III. Die
No wendigkei de Analyse i a ionale Fak o en inne halb de Wi sdia s-
heo ie: 1. Die No wendigkei de Un e suchung de sich aus de Unsiche hei
de Zukun e gebenden I a ionali ä en au de Sei e de Un e nehmungen
— 2. Die No wendigkei de Be ücksich igung sons ige i a ionale Momen e
im Handeln de Un e nehme — 3. I a ional beding es Handeln de Konsu-
men en als im besonde en Maße de Analyse bedü ig. —- Zusammen assung
des E gebnisses.
P oblems ellung
Daß die olkswi scha lichen Phänomene, de en E klä ung das
Objek de Wi scha s heo ie bilde , nich s ande es da s ellen als die
Objek i a ionen menschlichen Handelns, is eine so selbs e s änd-
liche Ta sache, daß da übe keine Meinungs e schiedenhei en au -
kommen können. Übe die A und Weise jedoch, wie das Ve hal en
des Menschen in jenen Be eichen, die wi mi Wi scha bezeichnen,
wissenscha lich zu bewäl igen, heo e isch in den G i zu bekommen
is , bes ehen sei jehe die he igs en Kon o e sen. Fas eben-
so naheliegend wie die Einsich , daß das Handeln des Menschen die
bewi kende K a alle wi scha lichen Vo gänge bilde , is die Übe -
legung, daß de wissenscha liche A bei se olg bei de Ve wendung
diese ode jene Me hode wei gehend du ch den Cha ak e dieses
Ve hal ens, on seine e gleichsweisen S a hei ode Elas izi ä , on
de A und Anzahl de in ihm esul ie enden Fak o en u. dgl. be-
Schmolle e Jah buch LXXVD, 4 1
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2 Ge d Alschne [386
s imm wi d. Was Induk ion, was Deduk ion in de heo e ischen
Na ionalökonomie zu leis en e mögen, ob die Anwendung de Psycho-
logie e olg e heißend ode ob sie die Na ionalökonomie in die I e
zu üh en geeigne is usw., das sind F agen, die le z lich da on ab-
hängen, welche A das Ve hal en des Menschen beim Wi scha en
is . Bishe wu de jedoch de a igen Vo ausse zungen de E ö e ung
on Me hoden agen nich die gebüh ende Au me ksamkei gewidme .
Die o liegende A bei soll ein Ve such sein, einen Bei ag zu Klä-
ung diese Vo ausse zungen zu geben. Da sich nun, wie sich im Ve -
lau e de Abhandlung he auss ellen wi d, ü die au die me hodo-
logische Ebene p ojizie e F age nach dem Ve hal enscha ak e de6
Wi scha ens de an i he ische Gesich spunk „Ra ionali ä — I a io-
nali ä " als en scheidend e wies, wu de e nach olgenden Übe legungen
zug unde geleg .
I. Ra ionali ä und Wi scha en
1. Die F age de Ra ionali ä des Handelns im
allgemeinen als Vo ausse zung ü die Klä ung
des Ve häl nisses zwischen Ra ionali ä
und Wi scha en
a) Die uneinhei liche Cha ak e isie ung des Ve häl nisses zwischen
Ra ionali ä und Wi scha en in de bishe igen Li e a u
Das P oblem des Gehal s on Ra ionali ä und I a ionali ä des
Wi scha ens kann nich im en e n es en als gelös be ach e we -
den. Von i a ionalem Handeln is in de Na ionalökonomie kaum die
Rede, die F age de Ra ionali ä des Handelns auch imme nu in
de besch änk en P oblema ik des Ra ionalp inzips au . Eine sei s is
ü iele Na ionalökonomen die Be olgung des Ra ionalp inzips
Wesensme kmal des Wi scha ens. So de inie on Zwiedineok^Süden-
ho s 1: „Wi scha en is geo dne es En scheiden übe die Ve wendung
on Mi eln, es is Widmen on knappen Mi eln ü menschliche
Zwecke nach dem Ra ionalp inzip, d. h. nach dem G undsa z, mi
den eingese z en Mi eln das höchs e Maß on Nu zen zu e eichen."
(Eine wei e e Eing enzung gib e an ande e S elle, wo e sag : „Wi -
scha en kann alle dings aus de Wel ma e ielle In e essen nich los-
gelös we den".)2 Zum Teil wi d soga Wi scha en mi de Be olgung
des Ra ional- ode ökonomischen P inzips — beide Bezeichnungen
1 O o on Zwiedineck-Südenho s , Allgemeine Volkswi scha s-
leh e, Gö ingen, Heidelbe g 1948, S. 2.
2 O o on Zwiedineck-Südenho s , „De Beg i des homo oeco-
nomicus und sein Leh we ", Jah büche ü Na ionalökonomie und S a is ik,
140. Bd., Jena 1934, S. 521.
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387] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 3
we den mi wenigen Ausnahmen synonym e wand — gleichgese z .
So sag beispielsweise Büche : „. . . nich alle Beziehungen des Men-
schen zu den Dingen und Pe sonen auße ihm sind wi scha lich, son-
de n nu ein Teil de selben, nämlich diejenigen, welche ein Handeln
nach einem bes imm en P inzip he o u en. Dieses P inzip heiß
Ökonomisches P inzip, P inzip de Wi scha lichkei ." Im gleichen
Sinne äuße sich Schä le3, und da aus die Folgen ziehend, behaup e
e : „Die Na ionalökonomie is die Leh e on de E scheinung des
wi scha lichen P inzips in de menschlichen Gesellscha ."4 Ande e -
sei s wi d jedoch wiede um die Au assung e e en — so zue s on
Die zel, dem sich ande e anschlössen —, alles e nün ige Handeln olge
dem Ra ionalp inizip. „Das ökonomische P inzip is das ... Ve nun -
p inzip jede menschlichen Handlung, jede zweckbewuß en Tä igkei !
Man zeige eine Handlung eines e nün igen Menschen mi dem en -
gegengese z en S eben, ü möglichs iel A bei möglichs wenig
Be iedigung zu e ingen."5
Schließlich we den soga Handeln und Wi scha en gleichgese z :
„Alles Handeln is Wi scha en mi den Mi eln, die zu Ve wi k-
lichung e eichba e Ziele zu Gebo e s ehen. Das G undgese z des Han-
delns is das wi scha liche P inzip; un e seine He scha s eh alles
Handeln"6, behaup e Mises.
Dagegen is wiede um on ande e Sei e soga das wi scha liche
P inzip als imme e wi klich e G undsa z des Wi scha ens e -
wo en wo den; so on Voig in seine Beg i sbes immung des Wi -
scha ens: „Wi dagegen de inie en jedes o so gliche Handeln zu
E üllung de Bedingungen des humanen und kul u ellen Lebens als
Wi scha en und un e scheiden on diesem Wi scha en schlech hin
das ökonomische Wi scha en (nach dem ökonomischen P inzip) als
eine besonde e allgemein e wünsch e, abe nich allgemein du ch-
ge üh e und du ch üh ba e A ."7
Schließlich wi d das ökonomische P inzip on Lexis als me ho-
dische Annahme cha ak e isie : „Die abs ak e Me hode de
Volkswi scha sleh e ode die ,Me hode de Isolie ung6 se z nun o -
aus, daß das geschä liche und e we bs ä ige Handeln des Menschen
lediglich du ch das wi scha liche P inzip gelei e we de, und aus
3
A. E. F. Schä le, Das gesellscha liche Sys em de menschlichen Wi -
scha , 3. Au l., Tübingen 1873, S. 1 .
4
A. E. F. S c h ä
1
e , a.a.O., S. 46.
5 Hein ich Die zel, „De Ausgangspunk de Sozialwi scha sleh e und ih
G undbeg i ", Zei sch i ü die gesam e S aa swissenscha , Bd. 39, 1883, S. 29.
6 Ludwig y o n M i s e s , G undp obleme de Na ionalökonomie, Jena 1933, S. 77.
7 And eas Voig , A . „Volkswi scha und Volkswi scha sleh e" im Hand-
wö e buch de S aa sw., 4. Au l., Bd. 8, Jena 1928, S. 792.
1*
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4 Ge d Alschne [388
diesem allein be ücksich ig en Mo i we den die ,Gese ze6 eine ab-
s ak en Volkswi scha s heo ie abgelei e ."8
b) Die Webe schen a ionalen und nich a ionalen Handlungs ypen
Die na ionalökonomische Li e a u e mag uns also keine lei zu e -
lässige Auskun da übe zu geben, wiewei Wi scha en a ional,
wiewei es i a ional bes imm sein kann. Wi sind da au angewiesen,
uns die An wo hie au selbs zu e a bei en. Um nich i gendwelchen
T ugschlüssen ode Vo u eilen zum Op e zu allen, wollen wi on
eine um assende en Basis, den A en des menschlichen Handelns und
seines möglichen Ra ionali ä s- bzw. I a ionali ä sgehal s übe haup ,
ausgehen. Hie ü scheinen die Aus üh ungen Max Webe s einen
geeigne en Ausgangspunk da zus ellen. Nach Max Webe kann das
Handeln bes imm sein:
„1. zweck a ional: du ch E wa ungen des Ve hal ens on
Gegens änden de Außenwel und on ande en Menschen und
un e Benu zung diese E wa ungen als Bedingungen ode als
Mi el ü a ional, als E olg, e s eb e und abgewogene eigene
Zwecke,
2. we a ional: du ch bewuß en Glauben an den e hischen,
äs he ischen, eligiösen ode wie imme sons zu deu enden
Eigenwe eines bes imm en Sich e hal ens ein als solchen
und unabhängig om E olg,
3. a ek uell, insbesonde e emo ional: du ch ak uelle
A ek e und Ge ühlslagen,
4. adi ional: du ch eingeleb e Gewohnhei ."9
Hie zu gib Max Webe einen aus üh liche en Kommen a , aus dem
wi das Wesen liche sinngemäß wiede geben wollen.
Das s eng adi ionale Handeln s ehe ebenso wie das s eng a ek-
uelle an de G enze zwischen dem sinnha o ien ie en und dem ein
eak i en Ve hal en, denn es sei o ein dump es bzw. hemmungsloses
Reagie en au Reize. Inso e n Gewohnhei en in e schiedenem Maße
bewuß au ech e hal en we den können, nähe e sich adi ionales
Handeln dem Typus 2.
A ek uelles und we a ionales Handeln hä en gemeinsam, daß
de Sinn des Handelns in dem Ve hal en als solchem läge und nich
in einem jensei s desselben anges eb en E olg. Un e scheiden wü den
sie sich du ch die bewuß e He ausa bei ung de Handlungsziele und
de plan ollen O ien ie ung da an. A ek uell handele, we sein Be-
8
Wilhelm Lexis, Allgemeine Volkswi scha sleh e, Be lin und Leipzig 1910,
S. 17.
0 Max Webe , Gesammel e Au sä ze zu Wissenscha sleh e, 2. Au l., Tü-
bingen 1951, S. 551 .
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 5
dü nis nach Ab eak ion ak uelle A ek e be iedig . Reih we a ional
handele dagegen, we sich gemäß „Gebo en" und „Fo de ungen6' e -
häl , die e an sich ge ich e glaub , ohne Rücksich au Folgen, „im
Diens e Seine Übe zeugung on dem, was P lich , Wü de, Schönhei ,
eligiöse Weisung, Pie ä ode die Wich igkei eine ,Sache4, gleich-
iel welche A , ihm zu gebie en scheinen."
Zweck a ional handele endlich, we die e schiedenen Zwecke
gegeneinande , die Mi el gegen die Zwecke und diese gegen die Neben-
olgen a ional abwäge. In diesem Zusammenhang e wähn Webe das
G enznü zenp inzip, das wei e un en noch nähe als G undsa z des
a ionalen Handelns zu cha ak e isie en sein wi d.
Abschließend weis Webe da au hin, daß die gegebene Klassi i-
zie ung nich e schöp end sei, sonde n ü die Zwecke soziologische
E kenn nis gescha ene eine Typen um asse, denen sich das wi kliche
Handeln in e schiedenem G ade annähe e ode aus denen es sich
zusammense ze10.
c) Die Mises'sche Gegen hese: Handeln als ex de ini ione a ional
Zu de Au assung Webe s, die also auch i a ionale Handlungs-
ypen kenn , bilde Mises' Meinung die genaue Gegen hese. „Human
ac ion is necessa ily always a ional. The e m , a ional ac ion6 is
he e o e pleonas ic and mus be ejec ed as such."11
10 Die on Max Webe gegebene Ein eilung s eh in keine lei Zusammenhang
mi de Un e scheidung Pa e os in logische und nich -logische Handlungen ( gl.
Vil edo Pa e o, Allgemeine Soziologie, Tübingen 1955, S. 25 .). Das Un e schei-
dungsk i e ium bilde hie das Ve häl nis on subjek i em und objek i em
Zweck (wobei le z lich ungeklä bleib , wa9 un e obje i em Zweck zu
'
e -
s ehen is ). In den logischen Handlungen decken sich beide, in den nich -logischen
Handlungen ehl en wede de eine ode de ande e, sind sie e schiedenen In-
hal s ode lieg wede ein objek i e noch ein subjek i e Zweck o . Daß hie
ein ganz ande es Ein eilungsp inzip o lieg , wi d deu lich, wenn wi ein Beispiel
Pa e os ü eine nich -logische Handlung be ach en, und zwa ü den Un e all
de Ve schiedenhei on objek i em und subjek i em Zweck. In dem Sys em des
eien We bewe bs, so sag Pa e o, wi ke sich die Bemühung de einzelnen
Konku en en um Senkung de „Eins andsp eise" zwecks Gewinnung g öße e
eigene Vo eile le z lich nu zuguns en de Ve b auche aus. Un e s ellen wi ,
daß die Un e nehme sich ande s e hiel en, wenn sie diese Wi kung o aus-
sehen wü den, so handel en sie im Sinne Max Webe s dennoch zweck a ional, wenn
sie sich in de on Pa e o genann en Weise anpassen. — Zu Un e s ändlichkei
des Beg i s „objek i e Zweck" sei noch angeme k , daß seine (du ch das wiede -
gegebene Beispiel ielleich nahegeleg e) Deu ung als E olg schlech hin nich
möglich is . Das wi d deu lich angesich s de ande en Beispiele Pa e os ü die
nich -logischen Handlungen, so de Si en undj Geb äuche. Es is auch nich ; ein-
zusehen, wa um Pa e o sich eine solchen eigen ümlichen und ums ändlichen Aus-
d ucksweise bedienen soll e. In Annähe ung an den gemein en Gegens and können
wi s a dessen ielleich om „objek i en Zweck" als on einem ie e en, dem
Handelnden o nich bewuß en Sinn des Handelns sp echen. Das zeig abe die
äuße s e F agwü digkei de Pa e oschen Handlungs ypen.
11 Ludwig on Mises., Human Ac ion, A T ea ise on Ecönomics, New Hä en
1949, S. 18.
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6 Ge d Alschne [390
Zunächs üh e aus, daß die Beg i e „ a ional" und „i a ional"
au die Zwecke selbs nich angewand we den könn en und alles, was
wi om Handeln aussagen, unabhängig on den anges eb en Zielen
sei, mögen diese nun ma e iell ode ideell sein, al uis ischen ode
egois ischen Mo i en, edle ode gemeine Gesinnung en sp ingen. So-
wei be inde e sich zu Max Webe in keine lei Gegensa z; auch dann
noch nich , wenn e mein , die Aussage, de Mensch handele imme
a ional, bedeu e nich , daß e auch s e s objek i ich ig handele, d. h.
sich in olle Kenn nis de Kausalzusammenhänge be inde und die
Lage imme ich ig beu eile. Audi Webe un e scheide ich igkei s-
a ionales om subjek i a ionalen Handeln12.
Selbs gegen die Ansich , daß um i gendwelche (dem Be ach e
ielleich ö ich e scheinende ) Nebenzwecke willen das Abweichen
on dem Wege, den die jeweilige Technologie als den „ a ionals en"
bezeichne e, nich i a ional genann we den könn e, hä e Webe nich s
einzuwenden. E s dann se z Mises sich in Wide sp uch zu Webe ,
wenn e behaup e , auch die Ta sache, ob das Handeln lüch igen Im-
pulsen ode A ek en ode eingehende Übe legung en sp änge, sei
ohne Ein luß au das Wesen des Handelns selbs . E sag , de Gegen-
sa z zu ( a ionalem) Handeln sei nich i a ionales, sonde n eak i es
Ve hal en, das dem menschlichen Willen nich un e läge. Alles, wa6
abe übe das bloße Reagie en bes imm e O gane hinausgehe, was
also in de Reichwei e de Bewuß seinss eue ung läge, sei a ional, sei
eine Wahl zwischen gegebenen Möglichkei en zu Realisie ung des d in-
gends en Zieles. Denn sowei wi die kö pe lichen Reak ionen auszu-
schal en e mögen und dies nich ä en ode uns ins ink i ode ieb-
ha e hiel en, wü den wi dieses Ve hal en dulden und somi als
zweckmäßig billigen und ollzogen haben wollen13^14.
Vgl. S. 32 diese A bei .
18 Ludwig on Mises, G undp obleme ..., a.a.O., S. 80.
14 Zu gleichen Ansich gelang Hans Mölle „Die Ra ionali ä de wi -
scha lichen Handlungen", Jah b. . Na ionalökonomie und S a is ik, 156.Bd., Jena
1942, S. 249 .: „Alle Handlungen, die subjek i au ein bes imm es Ziel aus-
ge ich e sind, müssen i gendwie ,übe leg 4 we den. Sobald abe das Bewuß sein
eingeschal e wi d, muß a p io i ge olge we den, daß die Menschen einen
,höhe en We ' gegenübe ,nied ige en We en o ziehen. Denn eine Rang-
O dnung de We e kann niemals deduzie ode abgelei e we den. Welche We
de ,höhe e4 is , das is imme neu zu, e assen du ch den Ak des Vo ziehens
ode Nachse zens. Es gib hie ü eine in ui i e Vo zugse idenz, die du ch keine lei
logische Deduk ion zu e se zen is . ,Daß das Angenehme dem Unangenehmen o -
gezogen wi d (ce e is pa ibus), is kein Sa z, de au Beobach ung be uh ; e lieg
im Wesen diese We e und im Wesen menschlichen Fühlens4 (Max Schele ,
De Fo malismus in de E hik und die ma e iale We e hik, Halle 1921, S. 87 u. 104).
Da jedes sinnha e Handeln ein subjek i es Ziel o ausse z , gil das Ra ional-
p inzip ü alles sinnha e Handeln, nich e wa nu ü das wi scha liche
Handeln.44
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 7
Im einzelnen wende e gegen die Webe schen Typen olgendes ein:
Zunächs un e scheide sich das we - om zweck a ionalen Handeln
nich wesen lich. Auch das Fes hal en an bes imm en mo alischen ode
poli ischen Au assungen sei ein Zweck und dami ein Bes and eil de
Rango dnung de We e wie alle ande en Handlungsziele. E mach
Webe zum Vo wu , un e „Zweck" nu ma e ielle, in Geld ausd ück-
ba e We e zu e s ehen. Rich ige als die on Webe e wand e Aus-
d ucksweise ü den Ta bes and, den e mi „we a ionalem" Handeln
bezeichne , sei es zu sagen, daß manche Menschen P lich , Wü de,
Schönhei usw. so hoch e anschlag en, daß sie ieles ande e da un e
s ell en. Dann wü de deu lich, daß es zwa hie bei nich um allgemein
e b ei e e Zwecke gehe, abe ein Ve hal en o läge, das gleich alls
als zweck a ional anzusp echen sei.
Audi die ande en on Webe au ges ell en Handlung ypen e wiesen
sich bei nähe e Be ach ung als zweck a ionales Handeln. Wenn bei-
spielsweise ein Ag ikul u chemike einem ücks ändigen Baue n
i gendwelche Ra schläge e eile, de Baue jedoch e wide e, e lasse
sich on einem une ah enen Theo e ike nich hinein eden und wolle
in Zukun wei e in de Weise o gehen, wie e es imme gehandhab
habe, so bedeu e dies, daß e sich bewuß ü das gewohn e Ve ah en
en schlösse, weil e es ü besse hal e. Die Gewohnhei we de also au -
ech e hal en, weil sie ü a ionell angesehen wü de. Schließlich
b inge zwa das a ek uelle Ve hal en eine du ch Ge ühlsau wallung
beding e Ve schiebung de Rango dnung de We e mi sich, es e olge
eine ande e Beu eilung de Zwecke als bei kühle Be ach ung, doch
im Augenblick des Handelns — und da au komme es an — sei auch
das A ek handeln a ional.
d) Die Meh schich igkei des menschlichen An iebspo en ials
Eine k i ische Wü digung des Misesschen S andpunk es üh jedoch
zu dem E gebnis, daß diese un e dem Gesich swinkel eine um assen-
de en, psychologischen Be ach ungsweise als einsei ig a ionalis isch
ausge ich e e schein und speziell ü die Un e suchung des wi -
scha lichen Handelns un uch ba is . Insbesonde e un e scheiden sich
die nich - a ionalen Handlungs ypen Max Webe s, das a ek uelle und
das adi ionale Handeln, on den a ionalen in g undsä zliche Weise.
Dies wi d deu lich, wenn wi das Handeln in seinem Ve lau analy-
sie en. Als imme noch geeigne e G undlage bie e sich hie ü die Ab-
handlung Ch is oph Sigwa s „De Beg i des Wollens und sein Ve -
häl nis zum Beg i de U sache"15, weil sie in sel ene Weise eine
Syn hese zwischen psychologische und logische Be ach ungsweise
16 Kleine Sch i en, II. Band, F eibu g 1889, S. 115—211.
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8 Ge d Alschne [392
da s ell . Sigwa , de im wesen lichen eine Analyse dessen gib , was
Max Webe als zweck a ionales Handeln bezeichne , un e scheide ol-
gende S adien des Handlungs e lau es:
1 a) Die En s ehung des P ojek s
1 b) Das S adium de Übe legung
1 c) Die Willensen scheidung
2) Das S adium de Aus üh ung
2 a) Die Übe legung de Mi el
2 b) Die Aus üh ung de beschlossenen Handlung.
Hie zu üh e aus:
Zu 1 a): Am An ang s eh die du ch i gendein Begeh en ode du ch
die Vo aussich he au ge u ene Vo s ellung eines zukün igen Zu-
s andes, de im Gegensa z zu bloßen E wa ung sich als mögliches
Objek unse es Wollens da s ell .
Zu 1 b) Die E wägung des Ve häl nisses, in welchem die Vo -
s ellung des kün igen Zus andes zum Subjek s eh , läß sich in den
beiden F agen zusammen assen: soll ich und kann ich ihn ealisie en?
Die e s e F age bedeu e , daß das Subjek den möglichen Gegen-
s and seines Wollens zu seinen Zielen und We en in Beziehung se z ,
was nich nu eine Ve deu lichung seine selbs , sonde n auch eine
solche des P ojek s e o de . Die „Höhe des Wollens4' nun, wie Sig-
wa sich ausd ück , is eine Funk ion des Um anges und de Schä e
de Vo s ellungen diese Beziehungen zwischen dem Selbs und dem
P ojek .
Zu 1 c): Is die F age des Wollens bean wo e und die Reali-
sie ba kei des P ojeks als möglich e kann , so komm es zu Willens-
en scheidung, in de im posi i en Falle das Subjek sich den o ges ell-
en zukün igen Zus and zum Zweck se z . Noch handel es sich abe
um einen ein inne en Vo gang, bei dem, im Un e schied zum U eil,
sich das Subjek gedanklich eine bes imm e Rich ung gib . In dem
Beschluß is also die Vo s ellung des eigenen Tä igwe dens, de eigenen
Kausali ä eingeschlossen.
Zu 2a): Wa die Willensen scheidung posi i , so olg ih , so e n
de zu e wi klichende Zus and ein äuße e is — welche Fall uns hie
allein in e essie —, die E wägung de anzuwendenden Mi el.
Diese bes eh in de Au s ellung eines Planes, de die du ch das
Sübjek zu se zenden U sachen um aß , die den beabsich ig en Zus and
nach seine Au assung au bes mögliche Weise he zus ellen e sp echen
und sie in die hie ü no wendige O dnung b ing . De Denkp ozeß
e läu hie bei den ealen Abläu en en gegengese z , geh on dem
e s eb en Zus and aus und sch ei e on do ückwä s au die diesem
nächs en U sachen, on diesen wei e au die o ausgehenden usw. bis
zum Punk e des möglichen Eing i s. S ehen e schiedene Mi el zu
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 15
gleiche maßen wie ü das Beleb e, ü das Psychische wie ü die
Ra io pos ulie 20, so is o ensich lich, daß auch das emo ionale Han-
deln da un e äll .
In diesem Sinne is jedoch das ökonomische P inzip, on e einzel-
en Ausnahmen abgesehen, nich gemein , sonde n ielmeh als G und-
sa z de bewuß e wogenen Wahl. Und on dem einen Typ des ge-
wohnhei smäßigen ode a ek uellen Ve hal ens läß sich doch keines-
alls behaup en, es olge dem ökonomischen P inzip üblichen Sinnes,
be uhe au einem Abwägen on Mi eln und Zwecken, weil hie on
einem e wogenen Handeln übe haup nich meh die Rede sein kann.
Die Ve e e de Ansich , daß das sinnha e Handeln schlech hin dem
ökonomischen P inzip olge, und die es au den Schele sdien Sa z übe
Vo zugse idenz g ünden wollen21, übe sehen, daß de Weg, de den
e gleichsweise ge ings en Au wand an Mi eln e sp ich , eben nich
emo ional e iden , wie das Angenehme gegenübe dem Unangeneh-
men, sonde n nu a ional e schließba is . Dies beda nach de ein-
gehenden E ö e ung de einzelnen Webe schen Handlungs ypen
keines wei e en Nachweises. Das wi scha liche P inzip is dahe auch
nich de G undsa z des sinnha en Handelns schlech hin, sonde n nu
des a ionalen Handelns.
c) Handeln nach dem ökonomischen P inzip als Spezi ikum a ionalen
Handelns
Is es jedoch ein Wesensme kmal a ionalen Handelns, nach dem
ökonomischen P inzip zu e ah en, ode wie wi in Abwandlung de
Misesschen Ausd ucksweise agen können: Is das wi scha liche
P inzip das G undgese z a ionalen Handelns, s eh alles a ionale
Handeln un e de He scha des ökonomischen P inzips?
Spann bean wo e diese F age nega i . E sag hie zu: „Handeln
nach wi scha lichem G undsa z heiß nich , a ionales' übe haup ,
... sonde n nu : a ionales Handeln beim Abwägen und Widmen
knapp o handene Mi el ü Ziele!" Dagegen e heb Go l-O lilien-
eld die „Lebensno ", die Spannung zwischen dem Um ang de Be-
dü nisse und dem Um ang de zu ih e Be iedigung e ügba en
Mi el, le z lich sich aus unse em unbeg enz en Wollen, das au ein
in de Ve ügung übe die Mi el beg enz es Können s öß , e gebend,
zu einem „G und e häl nis des Handelns übe haup "22. Nun ha Max
Webe dagegen eingewand , daß dem Ta bes and de „No " im Sinne
20 Vgl. F anz Oppenheime , Theo ie de einen und poli ischen Öko-
nomie, 4. Au l., Be lin u. Leipzig 1919, S. 27 .
21 So Hans Mölle , a.a.O., S. 249 . und M i s e s , G undp obleme ..a.a.O.,
S. 77 .
22 F ied ich on Go l-O lilien eld, a.a.O., S. 11.
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16 Ge d Alschne [400
on Go l-O lilien eld die Ausnahmslosigkei ehle und in ih da um
auch kein G und e häl nis des Handelns gegeben sein könne23.
Man sp ich in de Na ionalökonomie ja auch on sogenann en
„ eien Gü e n". In E wide ung diese En gegnung mein Mises
wiede um, sowei es „ eie Gü e 46 gäbe, wü de eben nich (in un-
se e Te minologie) a ional gehandel . „Wä en alle Gü e , eie
Gü e 6, dann wü de de Mensch nu mi seinem pe sönlichen Wi ken,
d. i. mi dem Einsa z seine pe sönlichen K ä e und seine dahin-
ließenden Lebenszei , haushal en; mi den Dingen de Außenwel
wü de e ach los umgehen."24
Allein auch hinsich lich de , eien Gü e 6 kann de Mensch sich
a ional e hal en und dami zu En scheidungen genö ig sein. Denn
a ionales Handeln bedeu e doch zunächs ganz allgemein: Mi el be-
wuß so auswählen und (un e Ve wendung de Kenn nisse de
Kausalgese ze) so einse zen, daß eine Gewäh ode zumindes eine
Chance de Ziel e wi klichung gegeben is , auße dem Be ücksich i-
gung de indi ek en und Neben olgen sowohl im Hinblick au das
ak uell anges eb e Ziel als auch au ande e daneben e olg e Zwecke,
mi einem Wo : zweckmäßig e ah en. Dieses E o de nis
des Ra ionalhandelns bes eh öllig unabhängig da on, ob eine Unzu-
länglichkei an den zum Einsa z gelangenden Gü e n bes eh ode
nich .
Und auch in ande e Hinsich muß de Mensch selbs bei Übe ülle
de Gü e wählen, muß e eich en scheiden, wo au on Go l-O lilien-
eld ausd ücklich au me ksam gemach ha . „Denken wi uns einmal
alle Unzulänglichkei aus de Wel — und olge ich ige noch, als es
im Wi scha smä chen om Schla a enland ausgemal is — dann
23 Vgl. Max Webe , Gesammel e Au sä ze ..a.a.O., S. 17: „Es is wede
wah , daß die Kollision und also die No wendigkei de Wahl zwischen meh e en
Zwecken ein unbeding gül ige Ta bes and is , noch, daß ü alle denkba en
Zwecke die Ve einigung meh e e ein geeigne es Mi el is , die Chancen de E -
eichung zu s eige n ... Nun be on zwa angesich s de Möglichkei solche Ein-
wände Go l, daß das aus jenem ,G und e häl nis' N . 1 (,No ') he o gehende
»We en4 nu dahin e s anden we den solle, daß on meh e en kollidie enden
Möglichkei en jeweils nu eine ak isch Wi klichkei wi d, nich abe
als ein bewuß es Wählen zwischen ,Zwecken'. Allein, s o ge aß , is diese ,Ta -
bes and' in Wah hei ein be ei s un e Ve wendung de Ka ego ie de ,Möglich-
kei ' he ges ell es na u alis isches Gedankengebilde: denn — nach Go ls Vo aus-
se zung nich sei ens des ,Handelnden', sonde n nu sei ens de denkenden
Analyse des ,Handelns' o ges ell en — meh e en ,Möglichkei en' des Ab-
lau s des Handelns s eh die ,T a s a c h e' gegenübe , daß eben nu ein konk e
bes imm e Ablau ak isch e olg . Genau das Gleiche gil abe ü jedes ,Na u -
geschehen' dann, wenn wi dasselbe an Hand de Ka ego ie de .Möglichkei '
analysie en. Wann dies de Fall is , is hie nich zu e ö e n, — daß es ge-
schieh , leh un e ande en — jede Theo ie de Wah scheinlichkei s echnung."
24 Ludwig on Mises, G undp obleme, a.a.O., S. 76.
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401] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 17
bedü e imme noch de Ve zeh seine O dnung, um unse Dasein
zu e bü gen, um nich gleichsam am Übe luß zu e s icken."25
Fü unse e au den be ei s e a bei e en E gebnissen au bauende
Te minologie e gib sich hie aus: den Beg i des a ionalen Handelns
an die Vo ausse zung des Wal ens de „Lebensno " zu knüp en und
dami das wi scha liche P inzip zum K i e ium des a ionalen Han-
delns zu machen, e schein als unzweckmäßige Einengung. Es bleib
dahe bei Spanns Fes s ellung, daß Handeln nach dem ökonomischen
P inzip nich a ionales Handeln übe haup , sonde n nu „ a ionales
Handeln beim Abwägen und Widmen knapp o handene Mi el ü
Ziele" is . E s bei Unzulänglichkei de o handenen Mi el, bei „ob-
wal ende Lebensno " genüg es nich meh , lediglich zweckmäßig zu
handeln; die Konku enz de Zwecke, die Ta sache, daß die Mi el,
die einem Zweck gewidme we den, allen ande en Zwecken e lo en-
gehen, o de Beobach ung des ökonomischen P inzips. Dies s ell
sich da als ein Spa en in Mi eln, als „Einspa en", das s eng zu
ennen is on dem zei dimensionalen Spa en in Zwecken, dem Be-
g enzen des gegenwä igen Beda s zuguns en eines kün igen26.
d) Die ela i e E üll hei des ökonomischen P inzips
im wi klichen Handeln
Schwie igkei en de Inbeziehungse zung des wi klichen Handelns
zum ökonomischen P inzip mögen sich jedoch im Hinblick da au e -
geben, daß die Übe gänge de a ionalen Handlungs ypen zu den
emo ionalen du chaus ließend sind, in de Regel a ionale und emo io-
nale Momen e am wi klichen Handeln gleichzei ig pa izipie en. Des-
wegen und weil das, was man jeweils als Handlung ansp ich , um-
assende ode enge sein kann, ha e de Behaup ung, es we de nach
dem ökonomischen P inzip e ah en ode nich , eine gewisse Will-
kü lichkei an.
In diesem Zusammenhang sei au das Beispiel des Baue n, de an
seinem übe lie e en, gewohnhei smäßig geüb en Bodenbea bei ungs-
e ah en es häl , e wiesen. Tu e dies bewuß , weil e den echno-
logischen E kenn nissen miß au ode seine Fähigkei en zu Ums el-
lung au ein ande es Ve ah en und ich igen Anwendung desselben
als nich aus eichend be ach e , so is seine diesbezügliche En schei-
dung du chaus a ional. Abe das Ve ah en als solches bleib doch
o zdem adi ional. Handel diese Baue im Einklang mi dem öko-
nomischen P inzip, wenn e sein al es Ve ah en beibehäl ? — Ja und
nein. E be olg es inso e n, als e un e Be ücksich igung seine sub-
jek i en Quali ä en die E olge e gleich , die ihm die zu Gebo e
25 F ied ich on Go l-O lilien eld, a.a.O., S. 11.
26 Vgl. F ied ich on Go l-O lilien eld, a.a.O., S. 13.
Schmollen Jah buch LXXVD, 4 2
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18 Ge d Alschne [402
s ehenden P oduk ions ak o en in de bishe igen Ve wendungsweise
ode in de wissenscha lich undie en zu b ingen e sp echen. E
be olg es nich inso e n, als e hinsich lich Düngung, F uch olge,
Saa wahl usw. nich e gleichende Übe legungen ans ell , o aus-
gese z , daß e s eng adi ional e äh . In Wi klichkei wi d unse
Baue , mag sein Handeln noch so s a k in Gewohnhei en wu zeln, auch
hie und da un e Einbezug seine gemach en E ah ungen Ve gleiche
ans ellen. Es geh also in de Regel um ein Meh ode Wenige on
Ra ionali ä , weswegen die Aussage, es we de im Einklang nach dem
ökonomischen P inzip gehandel , kaum e was besag . Es komm da au
an, wiewei e glichen wi d und in welche Weise, ob sys ema isch
ode unsys ema isch, exak ode schä zungsweise. Dies häng wiede um
ab on de Bescha enhei de den Handelnden umgebenden Außen-
wel , da on, in welchem Maße diese gleich ö mig und „ a ional du ch-
d ungen" is , d. h. e gleichba gemach und echnologisch e o sch
is , sodann on dem Um ang subjek i en nomologischen und on o-
logischen Wissens, on dem In elligenzg ad und schließlich on dem
Maß de Gegebenhei eine spezi ischen Eins ellung des Handelnden,
die man ielleich als Op imal- ode Vo eilss eben bezeichnen kann,
wobei na ü lich nich nu an ma e ielle Vo eile zu denken is .
Vo dem Hin e g und de Übe legungen übe den Ra ionali ä s-
gehal menschliche Handlungen e scheinen die Aussage, das öko-
nomische P inzip sei in de menschlichen Na u beg ünde , und jene,
das Handeln gemäß diesem P inzip sei e ziehungsbeding , nich meh
als un e einba e Gegensä ze, wenn wi die E ziehungsbeding hei de
Be olgung des ökonomischen P inzips als eine F age des Maßes be-
ach en. Im gleichen Sinne lassen sich die Behaup ungen, de Mensch
hä e s e s das ökonomische P inzip beach e , und dieses P inzip decke
nich das gesam e wi scha liche Dasein de Menschhei , mi einande
in Einklang b ingen. Zwa haben die Menschen s e s a ional gehan-
del , denn a ionales Ve hal en is ein Wesensme kmal des Mensch-
seins übe haup , abe nie ausschließlich und s e s in e schiedenem
»Maße. Vom S andpunk kapi alis ische Wi scha s üh ung e schein
die p imi i e ode mi elal e liche Wi scha e gleichsweise adi-
ional, weil hie eben die genann en objek i en und subjek i en Vo -
ausse zungen a ionalen Wi scha ens lange nich in dem Maße
gegeben wa en wie im Zei al e des Kapi alismus.
In diesen Zusammenhang gehö auch die Dik ion, daß sich das
wi scha liche P inzip au wi scha lichem Gebie e mi solche Aus-
schließlichkei äuße e, daß es diesen Namen e hal en habe. Hie mi
is gemein , daß Wi scha en wiede um gegenübe ande en mensch-
lichen Be ä igungen, z. B. de küns le ischen ode pädagogischen, e -
gleichsweise in s ä ke em Maße a ional is . Die au wi scha lichem
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 19
Gebie e wei aus g öße e und genaue e Ve gleichba kei de Mi el und
Zwecke und eine besse e Be echewba kei de Wi kungen des Han-
delns, selbs z. T. e s ein We k de Ra io, legen ja auch dem Han-
delnden hie ein e wogenes, du chdach es, kalkulie es Ve hal en nahe.
Le z lich läß sich die Kennzeichnung des ökonomischen P inzips
als eine me hodischen Annahme zwecks Gese zesdeduk ion (Lexis)
auch nu so e s ehen, daß in bewuß e Abweichung on de Wi klich-
kei alle En scheidungen als au dem ökonomischen P inzip be u-
hend, als du chweg a ional ingie we den. Dann bilde die Fes -
s ellung, das ökonomische P inzip sei ein p ak ische G undsa z des
Handelns, keinen Wide sp uch hie zu.
e) Das Ve häl nis des ökonomischen P inzips zu Technik
und Wi scha
Au schluß eich ü die Cha ak e isie ung des ökonomischen P in-
zips is jedoch noch sein besonde es Ve häl nis zum zweck a ionalen
Handeln. Wi ha en be ei s es ges ell , daß die Be olgung des öko-
nomischen P inzips die besonde e E scheinungs o m zweck a ionalen
Handelns im Hinblick au knappe Mi el da s ell . Bes ehen jedoch
wei e e Un e schiede? Nähe e Übe legungen zeigen, daß das Han-
deln nach dem ökonomischen P inzip selbs un e de Vo ausse zung
de Unzulänglichkei de Mi el im zw'eck a ionalen Handeln en -
hal en is , dieses abe nich e schöp . Denn das ökonomische P inzip
is , indem es das Op imum des E olges, den g öß en E olg im Ve -
gleich zu den au gewand en Mi eln zu e s eben gebie e , au einen
bes imm en E olg ausge ich e , igno ie dagegen den konk e en
Gesam zusammenhang des Handelns, in dem diese anges eb wi d.
Es wi d zwa nich de gene elle We gehal de Mi el e nach-
lässig , was die Beach ung de Ta sache, daß übe haup noch ande e
Zwecke mi ihnen e eich we den können, einschließ . Jedoch bleib
die ela i e Bedeu ung dieses E olges inne halb de üb igen Zwecke,
die F age, ein wie iel an Mi eln diesem mi Rücksich da au zu
bewilligen is , daß diese Mi el auch im Hinblick ge ade au jene
ande en Zwecke „we oll" sind, unbe ücksich ig .
Häu ig is es diese spezi ische A des Mi el-Zweck-Zusammenhan-
ges, die zum K i e ium de Technik gemach wi d und speziell zu Ab-
g enzung gegenübe de Wi scha dien . So on den au diesem
Gebie e maßgeblichen Au o i ä en . Go l-O lilien eld27 und Max
Webe 28. De Behaup ung, das „ökonomische P inzip" sei das obe s e
P inzip de echnischen Ve nun beim Handeln29, lieg dann eine
27 F ied ich on Go l-O lilien eld, a.a.O., S. 10, 14 ., 26.
28 Max Webe , Wi scha und Gesellscha , G.d.S., III. Teil, Tübingen 1922,
S. 32 .
29 F ied ich on Go l-O lilien eld, a.a.O., S. 12.
2»
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20 Ge d Alschne [404
solche De ini ion on „Technik" zug unde. Au die sich hie an an-
schließende P oblema ik de Abg enzung on Wi scha gegenübe
Technik kann hie na ü lich nich eingegangen we den, da sie einen
schwie igen F agenkomplex da s ell und im Rahmen diese A bei ,
de en P oblemk eis sie übe dies übe sch ei en wü de, ga nich zu
bewäl igen wä e. K i isch angeme k sei nu , daß sich dem ökono-
mischen P inzip F agen un e o dnen lassen, die he kömmliche weise
eindeu ig als wi scha liche angesp ochen we den, so zum Beispiel
die komplexe Au gabens ellung de Maximie ung des Gewinnes aus
einem gegebenen Un e nehmungskapi al. Denn wie echnische G ößen
im üblichen Sinne des Wo es können na ü lich auch Geld und Geld-
we e als Mi el ode Zwecke in die Lee o m des ökonomischen P in-
zips einge üg we den. Die Bezugnahme au die Kos en ode die Ta -
sache, daß diese p oblem ele an sind, e bü g nach Max Webe das
Vo liegen eine wi scha lichen F age, da die Au wendung on Kos en
imme den En zug on Gü e n ü ande e Nu zung und dami le z -
lich ü die Möglichkei de E eichung ande e Zwecke ode de
Be iedigung ande e Bedü nisse bedeu e30. Gewiß, ü die olkswi -
scha liche Be ach ungsweise is dies wohl imme de Fall, nich abe
ü die be iebswi scha liche. Deswegen kann man nich das Wi -
scha en als ausschließlich ges al endes Handeln, als zweckwählendes
und -o dnendes Handeln bezeichnen, das dem ökonomischen P inzip
olgende als ein ausschließlich ollziehendes echnisches, wie . Go l-
O lilien eld das u , wenn man sich nich in k assen Wide sp uch
zum he kömmlichen Sp achgeb auch se zen wilL
Ganz gleich jedoch, wie man Wi scha und Technik oneinande
abg enz , zum alleinigen Wesensme kmal d es Wi scha ens eigne
sich das ökonomische P inzip deswegen nich , weil es zumindes auch
ein echnisches P inzip is . Fü die De ini ion on „Wi scha en" is
es da um zu wei 31. Die Be olgung des ökonomischen P inzips könn e
allen alls zu einem Me kmal neben ande en bes imm we den. Allein
nähe e Be ach ung zeig , daß es sich auch au diese Weise nich zu eine
b auchba en Beg i sbes immung gelangen läß . Wi haben gesehen,
30 Max Webe , Wi scha und Gesellscha , a.a.O., S. 32 .
31 Vgl. auch e ne We ne S o m b a , Die d ei Na ionalökonomien, Mün-
chen und Leipzig 1930, S. 3 . Somba wende hie in ähnliche Weise gegen die
o malis ische Au assung on Wi scha ein, daß sie die Na ionalökonomie zu
eine Uni e salwissenscha machen wü de. Das Handeln nach dem ökonomischen
P inzip d ücke ganz allgemeine Ve hal ungsweisen aus. „Nach dem ,ökonomischen'
P inzip handeln (ode sollen nach de Meinung manche Beu eile handeln):
Male ode Zeichne (Bu6ch, Gulb anson), Dich e (Ca l S e nheim, Geo g Kaise ),
,Philosophen' (A ena ius, Os wald), handeln abe le z hin alle , e nün igen'
Menschen in jedem Augenblick, wenn 6ie e wa au dem kü zes en Wege in die
Vo lesung ode in die Kneipe gehen. Imme schweb ihnen de G undsa z o :
Mache keinen g öße en Au wand als nö ig is , um den gewoll en Zweck zu e -
wi klichen."
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405] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 21
daß im Handeln — und auch das Wi scha en mach hie in keine Aus-
nahme — a ionale und i a ionale Elemen e egelmäßig gleichzei ig
e e en und mi einande au das innigs e e woben sind. Selbs bei
Gegebenhei des Handlungszieles e gib sich s e s eine Unzahl on
Ve hal ensmöglichkei en ini Hinblick au die Wahl und Anwendung
de Mi el. Die o sch ei ende Einengung diese Möglichkei en in
Rich ung au die ak uelle Handlung is egelmäßig nich nu das P o-
duk a ionale En scheidungen (dies wü de auch das a ionale Po en-
ial des Menschen übe s eigen), sonde n zu einem e heblichen Teil
emo ional (un e Einschluß on „gewohnhei smäßig") bes imm . Die
Na ionalökonomie ha es jedoch nich nu mi a ionalen Bes and eilen
bes imm e Handlungen, sonde n in e s e Linie mi O ojek i a ionen
on bes imm en Handlungen (Gü e mengen, P eisen usw.) zu un. Aus
diesem G unde muß sie die Handlungen unge eil ins Auge asse«.
) Die e schiedenen inhal lichen Abg enzungen
des ökonomischen P inzips
Ein Wei e e Teil de sich einande wide sp echenden Cha ak e i-
sie ungen des ökonomischen P inzips esul ie aus den e schiedenen
inhal lichen Abg enzungen dieses G undsa zes. Man ha imme on
dem „ökonomischen P inzip" schlech hin gesp ochen, ohne zu be ück-
sich igen, daß es eine Unzahl e schiedene De ini ionen gib , die sich
keineswegs in Abweichungen in de Fo mulie ung ode in unwesen -
lichen ma e iellen Nuancen e schöp en32. Und zwa liegen die sach-
lichen Un e schiede in e s e Linie in dem Zuschni des ökonomischen
P inzips au ein bes imm es Ziel und Einbeziehung dieses Zieles in
dieses P inzip, womi sein o male Cha ak e meh ode wenige
beein äch ig wi d.
Diese Sach e hal is zunächs gegeben bei Diehls Kennzeichnung
des wi scha lichen P inzips als eine» lediglich p i a wi scha lichen.
Hie mi un e s ell Diehl eine Fo mulie ung dieses P inzips, die allein
au den Zw:eck de ma e iellen E agse zielung zugeschni en is .
(Dies geh da aus he o , daß e behaup e , die E hal ung de Klein-
be iebe und die Ve kü zung de A bei szei en aus sozialpoli ischen
G ünden lau en dem ökonomischen P inzip zuwide 33.)
So auch bei Adolph Wagne ,, wenn e das ökonomische P inzip ein
psychologisches nenn . Dies wi d deu lich, wenn wi uns Wagne s
Fo mulie ung des ökonomischen P inzips o Augen hal en. Als dieses
bezeichne e „das S eben, eiwillig nu solche A bei o zunehmen,
32 Dies übe sehen zu haben, schein ein Mangel de sons so scha sinnigen
o malen K i ik des ökonomischen P inzips du ch A no Win e , Das Wi -
scha liche P inzip, ein Vo u eil, Jena 1931, zu sein.
38 Ka l Diehl, Theo e ische Na ionalökonomie, 1. Bd., Einlei ung in die
Na ionalökonomie, Jena 1922, S. 8.
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22 Ge d Alschne [406
bei welche nach de inne en Schä zung des Menschen die Annehm-
lichkei de Be iedigung die Pein de Ans engung (des Op e s) übe -
wieg , sowie das e ne e S eben nach eine möglichs hohen Summe
(Maximum) A bei se olg und dami Möglichkei de Be iedigung ü
ein möglichs ge inges Maß (Minimum) nich in sich selbs ih en Zweck
und Lohn allein agende Ans engung ode Op e in de A bei 34".
Hie is das ökonomische P inzip au jene Fälle zugeschni en, bei
denen allein die A bei das Mi el zu E eichung eines bes imm en
E olges da s ell . Da aus esul ie dann die i ümliche Eino dnung
des ökonomischen P inzips in die Psychologie, denn die Ta sache de
anläßlich de A bei au e enden Unlus emp indungen wi d als
psychologisches Mo i kon undie mi de Ve nun maxime de Wahl
des kleins en Mi els35.
Auch de Wide sp uch, de sich da aus e gib , daß das ökonomische
P inzip eine sei s als quan i a i es P inzip, ande e sei s jedoch als
ü das gesam e Kul u leben bedeu sam bezeichne wi d, lös sich bei
en sp echende inhal liche Abg enzung, und zwa , wenn es so wei
ge aß wi d, daß auch die Nu zene zielung schlech hin einbezogen und
die Quan i izie ba kei des Nu zens un e s ell wi d.
g) ökonomisches P inzip und Wi scha en
Fassen wi die wich igs en E gebnisse de Übe legungen übe das
ökonomische P inzip zusammen:
Das wi scha liche P inzip e wies sich nich als de , sonde n als
ein G undsa z des Handelns, und zwa nich des Handelns schlech -
hin, sonde n nu des a ionalen, an den Ka ego ien Zweck und Mi el
o ien ie en Handelns, auch nich als gene elle G undsa z des a io-
nalen Handelns, sonde n nu des a ionalen Handelns bei Unzuläng-
lichkei de o handenen Mi el. Ra ional handeln in Ve bindung mi
Knapphei de zu Gebo e s ehenden Mi el s ell jedoch einen so all-
gemein e b ei e en, in allen Lebensbe eichen o zu indenden Ta -
bes and da , daß das ökonomische P inzip zum einzigen K i e ium des
Wi scha ens nich gemach we den kann, ohne die Na ionalökonomie
en wede zu eine Uni e salwissenscha ode zu eine ein o malen
Disziplin des un e de He scha de Lebensno s ehenden Handelns
umzuwandeln. Ande e sei s is seine Kennzeichnung als ausschließlich
echnisches P inzip abzulehnen, da die Bedingungen, an die sein E -
scheinen geknüp is , nich ausschließlich echnische, sonde n auch
du chaus wi scha liche da s ellen. Die Cha ak e isie ung als psycho-
34 Adolph Wagne , G undlegung de poli ischen Ökonomie, I. Teil, G und-
lagen de Volkswi scha , Leipzig 1892, S. 80.
35 Vgl. hie zu die Aus üh ungen übe den wissenscha slogischen Cha ak e de
G enznu zenleh e, S. 35 .
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407] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 23
logisches ode p i a wi scha liches P inzip e wies sich als Folge
de Ve le zungen seine o malen Na u . Obwohl es eine a ionale
Ka ego ie is , so häng doch gleichwohl de Um ang seine Be olgung
on einem besonde en Mo i , das wi als Op imals eben bezeichne en,
ab. Inso e n is das Maß de Beobach ung des ökonomischen P inzips
e ziehungs- und dami le z lich kul u beding . Mach man das ökono-
mische P inzip also zu einem sekundä en Me kmal des Wi scha ens,
so wä e de Ra ionali ä sgehal de au die P oduk ion ge ich e en,
de die Zi kula ion und Ve eilung de Gü e bes immenden Hand-
lungen maßgebend ü den Um ang des Wi scha ens und das E -
kenn nisobjek de Na ionalökonomie. Sie wä e dann nich in de
Lage, diese P ozesse selbs ändig
zu
analysie en und zu e klä en, sonde n
bedü e hie zu de Zusammena bei mi ande en Wissenscha en. Das
zeig , daß das ökonomische P inzip als Abg enzungsme kmal de Be-
g i e „Wi scha en" und „Na ionalökonomie" nich geeigne is .
II. Ra ionali ä und Wi scha s heo ie
1. De homo oeconomicus als subjek i a ional
handelnde Mensch
a) Die älschliche psychologische Basie ung des homo oeconomicus
au dem Egoismus
Wenn auch die Ra ionali ä in Ges al de Be olgung des ökono-
mischen P inzips kein die gesam e Wi scha behe schende Ta -
bes and is , so spiel sie doch in de Na ionalökonomie eine eminen
bedeu same Rolle, und zwa als me hodische Annahme in einem Teil
de selben, de Wi scha s heo ie. Als solche is sie in Ges al des
homo oeconomicus schon lange Bes and eil unse e Wissenscha . Zwa
is de homo oeconomicus on de En wicklung de Wi scha s heo ie
nich unbe üh geblieben, sonde n sein Cha ak e ha sich im Lau e
de Theo iegeschich e gewandel . Schack36 ha diese E olu ion om
dogma isch- ealis ischen To albeg i zum ik i -schema ischen Beg i
inne halb de klassischen Na ionalökonomie nachgewiesen und beleg .
Wäh end man zunächs den ealen Menschen in seinen wi scha lichen
Handlungen in de To ali ä e assen zu können glaub e und zu e -
assen mein e, bilde e man spä e einen bewuß ab ißha en, au
heo e ische Zweckmäßigkei zugeschni enen Beg i des wi scha -
lichen Subjek s37. Wenn wi hie om homo oeconomicus sp echen,
meinen wi den le z e en, namen lich bei Rica do und J. S . Mill o -
86 He be Schack, „De a ionale Beg i des Wi scha smenschen", Jah -
büche . Na ionalökonomie u. S a is ik, 122. Bd., Jena 1924, S. 439 .
87
Vgl. auch Al ed Fey, De homo oeconomicus in de klassischen Na ional-
ökonomie und seine K i ik du ch den His o ismus, Wi sch.- u. sözialw. Dies.,
Limbu g 1936, S. 44 .
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24 Ge d Alschne [408
zu indenden, den aus de „na u ech lichen Umklamme ung44 be ei-
en, schema ischen und zugleich au höhe e Abs ak ionss u e s e-
henden Beg i .
Lange Zei hindu ch is jedoch de me hodische Cha ak e des
homo oeconomicus e kann wo den. E s Die zel e danken wi end-
gül ige Klä ung seines wi klichen Gehal s. E ha uns gezeig , daß das
Wesen des homo oeconomicus ga nich in de Mo i a ion des Sel'bs -
in e esses, Egoismus o. dgl. zu sehen is , sonde n in de ausnahms-
losen Be olgung des ökonomischen P inzips in Ve bindung mi de
Abs ak ion on de Ve olgung ande e als „wi scha liche " Zwecke
(spä e Wu de diese Annahme ü den Un e nehme au das Ziel de
Gewinnmaximie ung zugeschä ). Gleichzei ig wies e nach, „daß die
P ämisse des Egoismus . . . du ch das „wi scha liche" P inzip e -
se z we den kann, ohne daß dami die bis je z gewonnenen Leh -
sä ze i gendwie zu modi izie en wä en"38. So ha e die e hische und
psychologische Indi e enz des homo oeconomicus demons ie (wenn
e auch dem Psychologismus de Zei olgend, das ökonomische P inzip
als ein psychologisches cha ak e isie e): „Nich ein besonde es Mo i ,
sonde n die allgemeine Me hode menschlichen
Zwecks ebens bilde unse e Hypo hese.4439
Ku z zu o wa an den Aus üh ungen Menge s übe die Me hoden
de Na ionalökonomie im allgemeinen und das P oblem de Fundie-
ung de Wi scha s heo ie au das Mo i des Eigennu zes im beson-
de en40 o enba gewo den, zu welchen unhal ba en Konsequenzen
die Egoismus hese üh en muß e, wenn sie olge ich ig zu Ende gedach
wi d. Menge e heb hie in das Handeln aus Eigennu z zum K i e ium
de „exak en Wi scha s heo ie44, die nach ihm die „na ionalökono-
mische G undwissenscha 44 da s ell und allein zu eindeu igen Resul-
a en zu üh en e mag. Da Menge un e „exak e 44 Theo ie nich
ma hema ische Theo ie, sonde n e wa das, was heu e als „ eine
Theo ie44 bezeichne wi d, e s eh 41, mach e somi den Eigennu z
zum Wesensme kmal des Wi scha ens übe haup und sp ich dami
aus, was in den Au assungen seine Vo läu e im Keime be ei s en -
hal en wa . Hie mi a die Unhal ba kei de Eigennu zhypo hese
kla zu age, denn Wi scha en „muß . .. auch ohne den Hin e g und
38 Hein ich Die zel, „Bei äge zu Me hodik de Wi scha swissenscha ",
Jah büche . Na . u. S a is ik, 43. Bd., Jena 1884, S. 33.
80 Hein ich Die zel, „Bei äge .. a.a.O., S. 36.
40 Ka l M e n g e , Un e suchungen übe die Me hode de Sozialwissenscha en
und de Poli ischen Ökonomie insbesonde e, Leipzig 1883.
41 Ka l M e n g e , a.a.O., S. 78: Die exak e Na ionalökonomie; is eine solche
Theo ie, „welche uns die Äuße ungen des menschlichen Eigennu zes in den au die
Deckung ih es Gü e beda s hinzielenden Bes ebungen de wi scha enden Men-
schen in exac e Weise e olgen und e s ehen leh ..
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415] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 31
Wi scha liches Handeln kann schon deswegen nich unmi elba
das E gebnis bes imm e Bedü niskons ella ionen sein, weil es ge-
plan is , d. h. in seinem Ablau und in seinen Wi kungen o aus-
bedach und dami „die on ihm zu e b ingende objek i e Leis ung
in de ,1 d e e4 o weggenommen wi d"54. Bedii nisemp indungen
und Mangelge ühle sind dagegen aku e psychische ode physo-psychi-
sche Zus ände und weisen nich übe sich hinaus. Ge ade dadu ch
un e scheide sich de Mensch om Tie und is Wi scha en übe haup
möglich, daß e sich in einem wei en Be eich seines Handelns nich on
ak uellen T ieb egungen und Emp indungen bes immen läß 55.
Nachdem so da geleg wo den is , was die G enznu zen heo ie nich
is , nämlich Psychologie — au Einzelhei en, insbesonde e die alsche
Basie ung au das Webe -Fechne sche Gese z56 wollen wi hie nich
meh eingehen —, soll ih posi i e Cha ak e als a ionales Schema
noch einmal nahegb ach we den. Das kann nich besse geschehen als
mi Max Webe s olgenden Wo en:
Die G enznu zenleh e „ e such , gewisse Anpassungen6 des
äuße en Ve hal ens des Menschen an eine ganz bes imm e A on
auße ihm liegenden Exis enzbedingungen zu , e s ehen"6. (Im
Gegensa z zu Psychologie, die ,inne e E lebnisse6 in ,psychische ode
psychophysische Elemen e6 ze leg .) „Sei diese ü die ökonomische
Theo ie ele an e Außenwel nun im Einzel all ,Na u 6 (im üblichen
Sp achgelb auch) ode sei sie ,soziale Umwel 6, imme wi d dabei die
,Anpassung6 an sie un e de ad hoc gemach en heu is ischen Annahme
e s ändlich zu machen e such , daß dasjenige Handeln, mi welchem
sich die Theo ie be aß , s eng , a ional6 ... ablau e.66 Dies illus ie
Webe in dem plas ischen Gleichnis: „Die G enznu zleh e behandel ,
zu bes imm en E kenn niszwecken, menschliches Handeln so, als lie e
es on A bis Z un e de Kon olle kau männischen Kal-
küls: eines au de Kenn nis alle in Be ach kommenden Be-
dingungen au ges ell en Kalküls, ab. Sie behandel die einzelnen
Bedü nisse6 und die zu ih e ,Sä igung6 o handenen ode zu p odu-
zie enden ode zu e auschenden Gü e als zi e nmäßig es s ellba e
,Kon i6 und ,Pos en6 in eine kon inuie lichen Buch üh ung, den Men-
64 Jose Back, Zum Ve häl nis ..., a.a.O., S. 11.
55 Vgl. hie zu E ich C a e 11, Sozialökonomische Theo ie und Konjunk u -
p oblem, München und Leipzig 1929, S. 57 .: „Die ein achs e psychologische Be-
ach ung zeig , daß ökonomisches Handeln, daß das Handeln de ,bes en4 Wi -
scha e am wenigs en au Ge ühlen, Lus -Unlus e gleichen be uh , sonde n in el-
lek uellen Mo i en, a ional beg ünde en Vo s ellungen en sp ing . Wä e Wi -
scha wi klich eine Emana ion des I a ionalen, ein Handeln nach T ieben, nach
Lus - und Unlus zus änden, so wä e das Tie , das sein Handeln am ollkom-
mens en on T ieben lei en läß , das Wi scha ssubjek ka exochen."
56 Vgl. hie zu Max Webe , de sich in „Die G enznu zenleh e und das
,psychologische G undgese z4 Gesammel e Au sä ze ..., a.a.O., S. 384 . mi
diesem P oblemkomplex eingehend auseinande gese z ha .
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32 Ge d Aisdine [416
sehen als einen kon inuie lichen Be iebslei e ' und sein Leben als
das Objek dieses seines buchmäßig kon ollie en ,Be iebes6."57
Wi sehen also, hinsich lich des logisdien Cha ak e s bes ehen
keine Un e schiede zwischen dem homo oeconomicus als a ional han-
delndem Un e nehme und dem in de G enznu zen heo ie o aus-
gese z en a ional disponie enden Ve b auche . Ve schiedenhei en
zwischen ihnen e geben sich jedoch im Hinblick au ih e Eignung als
G undlage eine deduk i en Wi scha s heo ie. Um dies demon-
s ie en zu können, müssen wi jedoch e s au ein wei e es wesen -
liches Me kmal des homo oeconomicus hinweisen, das bishe noch
une wähn geblieben is .
3. Objek i e Ra ionali ä , De e minie hei
des Handelns und Wi sc ha s heo ie
a) Objek i a ionales Handeln de Un e nehme und Konsumen en
als G undlage deduk i e Wi scha s heo ie
De 'homo oeconomicus is als ein ausschließlich nach dem ökono?
mischen P inzip handelnde , sich öllig logisch e hal ende Mensch
noch nich aus eichend cha ak e isie . Audi we den e gleichsweise
g öß en E olg ans eb und übe die gegebenen Möglichkei en nich
aus eichend o ien ie is , handel nach diesem G undsa z, abe un-
wi scha lich. De Mensch de klassischen Wi scha s heo ie wi d
jedoch de ihn umgebenden wi scha lichen Si ua ion im Höchs maße
ge ech , e e häl sich nich nu subjek i , sonde n auch objek i
absolu a ional (in Max Webe s Te minologie: ich igkei s a ional).
Dies is unse es E ach ens ein wich iges Kennzeichen des homo oeco-
nomicus, das bishe nich in aus eichendem Maße gewü dig wo den
is . Man ha neben de Be olgung des ökonomischen P inzips den
Wi scha smenschen de Klassik in e s e Linie mi dem Me kmal des
ausschließlich ma e iellen Gehal s seine Ziele e sehen. Die wich ige
Ta sache, daß man ihn mi öllige In o ma ion übe säm liche ü den
E olg seines Handelns ele an en Da en und olls ändigem Wissen
übe die Wi kungen seine Ak e auss a e e, is nich gebüh end be-
ücksich ig wo den. Ge ade aus de Annahme de Un ehlba kei
esul ie en nämlich diejenigen Eigenscha en, die den au dem homo
oeconomicus au bauenden Wi scha ssys emen ih spezielles s a es
Gep äge geben. Denn, wenn o ausgese z wi d, daß die Wi scha s-
subjek e nich lediglich ih e Meinung, also ih en E wa ungen und
ih e Kenn nis de ökonomischen Si ua ion gemäß ein Maximum hin-
sich lich de Zwecke eichung ealisie en, sonde n den höchs möglichen
E olg schlech hin, so bedeu e dies, daß ih Ve hal en du ch Ziel-
57 Max Webe , Gesammel e Au sä ze ..a.a.O., S. 393/4.
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417] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 33
se zung und Lage s eng de e minie is . Es läß sich dann ohne
wei e es deduzie en, indem die maßgeblichen Lagekomponen en, die
sogenann en Da en, ekons uie bzw. ü mögliche Fälle gese z
we den und die bes mögliche alle Ve hal ensal e na i en als gewähl
bzw. zu wählende be ach e wi d. Alle dings bleib das Ve hal en
unbes imm , wenn es meh e e gleichwe ige Wege zu einem bes imm-
en Ziel gib 58. Diese Fall kann jedoch seine ge ingen Bedeu ung
wegen übe gangen we den.
In diesem Zusammenhang e en die in me hodologische Hinsich
g undsä zlich un e schiedlichen Möglichkei en des homo oeconomicus
und des on de G enznu zenschule angenommenen öllig a ional
handelnden Ve b auche s zu age. Deduk i e Schlüsse se zen eindeu ige
Zielse zungen o aus, die, soll das heo e isch Gedach e nich ohne
jede Beziehung au die Wi klichkei sein, ein wenn auch (meh ode
wenige ) e ein ach es Abbild de in de Wi klichkei o indba en
Handlungsziele en sp echende G uppen on Wi scha ssubjek en
da s ellen müssen. Fü die Konsumen en hieße das Fes s ellung nich
nu de einzelnen Bedü nisse, au de en Be iedigung ih e Disposi-
ionen le z lich ge ich e sind, sonde n de Bedü nissys eme, also
auch des ela i en Gewich s de e schiedenen Bedü nisse. Diese
s ellen jedoch e was ganz He e ogenes da . Man kann sie nich au
einen einhei lichen meßba en Nenne b ingen; de In ensi ä sg ad
de e schiedenen Bedü nisse is p ak isch nich es s ellba .
Nun haben Edgewo h, Pa e o und Hicks diese Schwie igkei du ch
die Indi e enzku enanalyse zu umgehen e such . Du ch sie is es
nich meh no wendig, die Bedü nisse in ih en e gleichsweisen
G ößen e häl nissen und ih em Sä igungs e lau di ek es zus ellen,
sonde n es genüg zu e mi eln, welche Kombina ionen on Mengen
e schiedene Gü e im U eil des Ve b auche s gleichwe ig sind. Bei
de kolossalen Vielzahl de in de Regel begeh en Gü e und de sich
da aus e gebenden Unzahl on Mengenkombina ionen, die au
dem angebenen Wege e mi el we den müß en, bleib dieses Ve -
ah en jedoch p ak isch auße Be ach . Denn wegen de In e depen-
denz säm liche Ve b auchsdisposi ionen, als Folge de Ta sache, daß
die einem Bedü nis gewidme en Einkommens eile allen ande en en -
zogen we den, e lang jede gemäß dem G enznu zenp inzip e -
olgende En scheidung Be ücksich igung säm liche Bedü nisse.
Um also das on einem Konsumen en nachge ag e Quan um eines
bes imm en Gu es ablei en zu können, genüg nich die Kenn nis des
annähe nden Sä igungs e lau es des Bedü nisses, au dessen Be ie-
58 Vgl. He mann Halbe s aed e , Die P oblema ik des wi scha lichen
P inzips, Be lin und Leipzig 1925, S. 24.
Schmolle s Jah buch LXXVII, 4 3
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34 Ge d Alschne [418
digung die be e ende Handlung le z lich ge ich e is , sowie des
P eises des hie ü no wendigen Gu es, sonde n es müß en säm liche
Bedü nisse des genann en Konsumen en und säm liche P eise de ü
de en Be iedigung geeigne en Gü e in Rechnung ges ell we den, um
die das Höchs maß an Be iedigung e möglichende Wahl gedanklich
kons uie en zu können. Auch die Ta sache, daß es die Na ional-
ökonomie nich mi Einzelhandlungen, sonde n mi dem Massen e -
hal en zu un ha , is kein s ichhal ige Einwand hie gegen. Denn
g undsä zlich ände dies nich s an de A gumen a ion, allein s a
de indi iduellen wä en (bes imm en G uppen) ypische Bedü nis-
s uk u en zug unde zu legen. Hinzu komm noch die s ändige Ve -
schiebung de P ä e enzskalen, ih e mangelnde S abili ä selbs ü
ela i ku ze Zei äume. Das alles mach spezielle e Deduk ionen des
Ve b auche e hal ens aus dem G enznu zen- bzw. Indi e enzku en-
p inzip unmöglich. Das Ra ionalp inzip kann dahe ü den Haushal
imme nu eine subjek i e Maxime sein: maximie e deinen Ve b auchs-
nu zen und, sich hie aus e gebend, gleiche die G enznu zen aus usw.,
denn es ehl die Möglichkei de Kon olle, wie wei diese G undsa z
e wi klich is . In Pa allele zu na u wissenscha lichen Te minologie
können wi die G enznu zen heo ie als ein indi e en es, nich e i-
izie ba es Sys em bezeichnen59.
59 Vgl. He mann Halbe s aed e , a.a.O., S. 46 . Da übe hinaus muß
das Bild, das uns die G enznu zen heo ie und die da au au bauende Indi e enz-
ku enanalyse on den Wahlhandlungen des Konsumen en gib , g undsä zlich in
F age ges ell we den. Diese Theo ien un e s ellen, daß de Ve b auche seine
Disposi ionen in de Weise i , daß e in Gedanken die e ügba en Ve -
b auchsgü e und de en P eise du chgeh und, hie au au bauend, seine En schei-
dungen übe die zum Zuge kommenden Bedü nisse und — in Übe eins immung
mi de en jeweiligem In ensi ä sg ad — die zu e s ehenden Gü e mengen äll .
Duesenbe y (James S. Duesenbe y, Income Sa ing and he Theo y o
Consume Beha io , Camb idge 1949, S. 17 .) ha uns jedoch au die bei de
Gü e wahl des Konsumen en p imä e Bedeu ung de in den genann en Theo ien
e nachlässig en Quali ä sen scheidung au me ksam gemach . Hie zu üh e e wa
olgendes aus: Einmal e e die En scheidung übe die zum Zuge kommenden Be-
dü nisse in Wi klichkei , en gegen de Au assung de G enznu zenschule, wei -
gehend zu ück. Die übe wiegende Meh zahl de Bedü nisse sei du ch physische
(Al e , Geschlech usw.) und du ch soziale (Be u , ehel. S and usw.) Gegeben-
hei en beding . Sodann gebe es keine s a e Beziehung zwischen Bedü nissen und
de en Be iedigung e möglichenden speziellen Gü e n. Denn wi hä en nich Be-
dü nisse nach ganz bes imm en Gü e n, sonde n unse e Bedü nisse könn en s e s
du ch e schiedene Gü e und au un e schiedliche Weise be iedig we den. In
de Regel seien es e schiedene Quali ä en ode Va ia ionen de gleichen Gü e a ,
die in gleiche Weise geeigne seien, de Sä igung eines bes imm en Bedü nisses
zu dienen, zum Teil abe auch un e schiedliche Gü e - bzw. Leis ungsa en selbs ,
wie im Falle de wahlweisen Benu zung eines ö en lichen Ve keh smi els, eine
Taxe, des eigenen P i a wagens, des Fah ades usw. Hinsich lich de e schiedenen
Möglichkei en de Bedü nisbe iedigung seien nun die Ve b auche nich in-
di e en . Sie o dne en die Konsumgü e , die jeweils gleichen Bedü nissen dienen,
in bes imm e P ä e enzsys eme ein. Mi wenigen Ausnahmen seien die höhe ge-
schä z en Gü e zugleich auch die eue en. Eine Einkommens- ode eine P eis-
ände ung de begeh en Gü e wi ke sich dahe o wiegend in einem einen Sub-
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 35
Vo dem Hin e g und diese Be ach ung wi d deu lich, weswegen
man den homo oeconomicus mi lediglich einem Handlungsziel aus-
s a e e und es da übe hinaus so eindeu ig de inie e, daß keine sub-
jek i en Nuancie ungen möglich sind. Eine Meh hei on un e s ell en
Zielen und de Einbezug solche Ziele, de en E eichung mi indi-
iduell e schiedenen Vo s ellungen e knüp is (wie z. B. de E -
ingung gesellscha lichen Ansehens), hä e deduk i e Schlüsse übe
das Ve hal en in bes imm en ökonomischen Si ua ionen un e gleich-
lich e schwe , exak e abe unmöglich gemach .
b) Die Konsequenzen diese Annahme: eindeu ige Zusammenhänge
au Kos en de En scheidungs eihei . Eliminie ung de Psychologie
und de induk i en Ve hal ens o schung
Um unse e K i ik an de sich, wie wi gesehen haben, im wesen -
lichen au den Un e nehme besch änkenden Konzep ion des objek i
a ional handelnden Wi scha e s ich ig anse zen zu können, müssen
wi sie in ih en Konsequenzen ü die au sie au bauende Theo ie e s
einmal du chdenken.
Als posi i es E gebnis, so können wi zunächs es s ellen, e mög-
lich uns diese Theo ie igu Ablei ungen eindeu ige Zusammenhänge
zwischen den in e essie enden ökonomischen G ößen. Denn es is ohne
wei e es einsich ig, daß das du ch Ve schiebungen on Da en (ode
ökonomischen G ößen) beding e eindeu ige Ve hal en zu ebenso ein-
deu igen, aus diesem Ve hal en esul ie enden übe indi iduellen Ta -
bes änden, den (sekundä en) Ände ungen olkswi scha liche
G ößen, üh en muß. Ande e sei s bedeu e eine de a ige heo e ische
Da s ellung wi scha liche Vo gänge na ü lich Ausschal ung de Wi -
scha sak e im eigen lichen Sinne des Wo es aus de Theo ie, denn
En scheidungen inne halb des Be eichs de Wi -
scha sind mi de Annahme objek i e Ra ionali ä nich zu e -
einba en, da nach einhellige Au assung die Zweckse zung, Zielwahl,
We se zung ode welche Bezeichnungen auch imme ü den gemein en
gleichen Gegens and e wende we den, als Da um anzusehen sind und
in olgedessen logisch aus dem Be eich de Wi scha s heo ie he aus-
allen60. Die konsequen e Anwendung des Ra ionalp inzips beding
ohnehin, wie gezeig wu de, daß ein Hinausgehen übe die gegebenen
Zwecke nich s zu E klä ung wi scha liche E scheinungen beizu-
agen e mag. Ande s o mulie : da die Da en de ini ionsgemäß
auße halb des E kenn nisobjek es Wi scha liegen und eine Ände-
s i u ions o gang, in einem Übe gang des Ve b auchs au ganz ande e Gü e und
nich in eine Mengenände ung des Konsums de bishe e wende en Gü e aus.
80 Vgl. z. B. Lionel Robbins, An Essay on he Na u e and Signi icance o
Economic Science, 2. Au l., London 1949, S. 76 u. 126/7.
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36 Ge d Alschne [420
ung ökonomische G ößen nich du ch „Ak ionen", sonde n du ch
eindeu ig de e minie e „Reak ionen" bewi k wi d, die sich wiede -
um in genau bes immba en Wi kungen au Mengen und P eise u. dgl.
äuße n, is de Mensch im Be eichde Wi scha lediglich in
Mi leidenscha gezogen. Die Da en sind es, die die Bewegungen wi -
scha liche G ößen e u sachen. In de wissenscha lichen Te mino-
logie inde diese heo e ische Fassung des Menschen ih en g ei ba en
Niede schlag: Man sp ich on Zusammenhängen zwischen Geldmengen
und P eisen, Zins und Kapi albildung usw. und übe haup nich meh
on menschlichen Handlungen, die allein de a ige In e dependenzen
scha en. Sowei die Annahme objek i a ionalen Handelns bis zu
le z en Konsequenz du chge üh is , spielen i a ionale ode
psychische Fak o en nu scheinba eine Rolle.
Bedeu e die Un e s ellung zweck a ionalen Handelns (Be ol-
gung des Ra ionalp inzips) Ausklamme ung de i a ionalen Impulse
bei de E assung des Handlungszieles, so die Annahme ich igkei s-
a ionalen Handelns die Eliminie ung säm liche i a ionale Momen e
des Handelns und dami öllige Ausschal ung de Psychologie und de
induk i en Ve hal ens o schung aus de Wi scha s heo ie. Diese wi d
so zu Logik, angewand au wi scha liche Ta bes ände.
c) Fälschliche Cha ak e isie ung de au de Annahme de objek i en
Ra ionali ä au bauenden Wi scha s heo ie als p agma isch
bzw. na u wissenscha lich
Mi de Annahme objek i ode ich igkei s a ionalen Handelns is
jedoch de Mensch noch nich öllig aus de Wi scha s heo ie elimi-
nie , denn diese bleib o zdem noch sinnha e s ändlich; nu is
eben lediglich eine Sei e des Menschen, seine Ra io, be ücksich ig und
on i a ionalen Gegebenhei en gänzlich abs ahie . Dies is eils e -
kann , eils nich imme mi aus eichende Schä e he o gehoben
wo den. Ein Beispiel ü die alsche Deu ung diese Annahme bilden
die Aus üh ungen Mühlhäuse s übe die axioma ische G undlage de
klassischen Na ionalökonomie. Nach Ansich Mühlhäuse s is die
G undlage au olgende e schiedene Weise ausd ückba :
„1. Die Wi scha ssubjek e s eben nach möglichs g oßem P o i .
Sie besi zen ein olls ändiges objek i ich iges nomologisdies
und on ologisches Wissen. Sie e wenden das als kleins e o -
ges ell e Mi el.
2. Die Wi scha ssubjek e s eben nach möglichs g oßem P o i
und e ah en nach dem P inzip des objek i kleins en Mi els.
3. Die Wi scha ssubjek e e zielen den g öß möglichen P o i .
4. Die Gü e s ömen on den O en höhe e Dich e zu den O en
nied igs e Dich e au de Linie des ge ings en Wide s andes.
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 37
Das hie du ch be üh e ,soziale G undgese z6 Oppenheime s
gehö also de Klassik an."61
Zu diesem Schema gib Mühlhäuse olgende In e p e a ion:
Da die Wi scha ssubjek e in nomologische und on ologische
Hinsich olls ändig in o mie sind, is ih Ve hal en ohne Bezug-
nahme au ih Wissen de inie ba . Da wei e das wi scha liche P in-
zip im Sinne des Ve hal ens nach dem G undsa z des kleins en Mi els
eine modale Regel des Handelns is und e ne de jenige, de ein Ziel
mi adäqua en Mi eln e olg , auch dieses Ziel e eich , is das Ve -
hal en de Wi scha ssubjek e wie un e 3. selbs un e Ausschal ung
des Zweckbeg i es de inie ba . Und da le z lich die E zielung eines
Gewinnmaximums sich in bes imm en Gü e bewegungen äuße , kön-
nen die Wi scha ssubjek e gänzlich eliminie we den. Und e zi ie
in diesem Zusammenhang Pa e o: „L'indi idu peu dispa aî e". Den
o gemach en Einwand, die Sozialökonomie habe es nich mi de
o en Gü e wel , sonde n mi de menschlichen Wi scha zu un,
glaub e so en k ä e zu haben: „es bes eh Äqui alenz de
Sys eme"62.
Diese Aus üh ungen Mühlhäuse s können om hie e e enen
S andpunk nich ohne wei e es hingenommen we den. Wi scha liche
Ta bes ände und Bewegungen, wie z. B. P eise, P oduk ionsmengen
usw., um de en E klä ung es in de Na ionalökonomie geh , s ellen
nich e wa selbs ändige G ößen da , denen eigene Bewegungsgese ze
zugesch ieben we den können, sonde n sie sind s e s die „Resul an en
on e schiedenen Ve hal ensak en einzelne Indi iduen"63. Wenn
Na ionalökonomie nich au die E klä ung wi scha liche Vo gänge
e zich en will, so kann sie die Analyse des Handelns nich umgehen.
Die Analyse des Handelns bes eh nun, wie be ei s ausge üh , in de
Au deckung seines Sinngehal es, im Ve s ändnis on seine Mo i a ion
he , dem, wie da geleg , im a ionalen Handeln ü das äuße e Ve -
hal en du ch Au zeigung de Zwecke Genüge ge an is . Auch Wi -
scha s heo ie kann also au das Zu ückg ei en au den Handlungs-
zweck nich e zich en. Da abe objek i a ionales Handeln bei Un-
e ände lichkei de Handlungszwecke in a ian , d. h. in gleichen
Si ua ionen gleich is , genüg die einmalige Kons uk ion des Zweck-
mi elzusammenhanges, um einen bes imm en Zusammenhang ökono-
mische G ößen abzulei en. Um diesen Zusammenhang wiede um in
wei e e, um assende e Zusammenhänge einzubauen, is dann alle dings
ein Ve s ändnis des Handlungszwecks nich meh no wendig.
61 E ns Mühlhäuse , a.a.O., S. 56.
62 E ns Mühlhäuse , a.a.O., S. 56.
03 Oska Mo gens e n, Wi scha sp ognose, Wien 1928, S. 25.
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38 Ge d Alschne [422
Audi in de klassischen Na ionalökonomie is au das zumindes
einmalige E assen des (kons uie en) Sinngehal es de in den ökono-
mischen „Gese zen" en hal enen Handlungen nich e zich e wo den.
Ein Handeln in Rich ung au bes imm e Zwecke is somi in den
C undannahmen de klassischen Wi scha s heo ie also ausnahmslos,
wenn auch nich imme explizi e, en hal en. Hie au nachd ücklich
hinzuweisen, schein aus zweie lei G ünden angezeig : Einmal des-
wegen, weil de klassischen Na ionalökonomie zuweilen eine na u -
wissenscha liche Ve ah ensweise un e s ell wo den is , die dem
„ e s ehenden" Ve ah en en gegengese z wu de64. Deduk i e Me-
hode, Exak hei , na u wissenscha liche Beg i e (die ja auch als Ana-
loga benu z we den können) schließen das e s ehende Ve ah en
nich aus und bedeu en dahe nich , wie Somba mein e, einen no -
wendigen Ve zich au Wesense kenn nis, E kenn nis on „innen", die
uns in de Na u wissenscha e sag is .
Zum ande en legen die Aus üh ungen Mühlhäuse s den ( on ihm
denn auch selbs gezogenen) Schluß nahe, daß die klassische Na ional-
ökonomie au e kenn nis heo e ischem P agma ismus au bau , de on
Schumpe e e e en und ü die Wi scha s heo ie pos ulie wu de
und im Hinblick au die Ausschal ung des Menschen on ihm olgen-
de maßen o mulie wo den is :
„Wi wollen nun übe haup nich .au die handelnden Men-
schen sehen, sonde n nu au die Gü e mengen in de en Besi z:
Wi wollen de en Ve ände ungen, ode ich ige , eine gewisse
A ih e Ve ände ungen besch eiben, wie wenn sie sich
au oma isch ollzögen, ohne die Menschen, die dieselben
a sächlich bewi ken, wei e zu beach en."65
Schumpe e e zich e bewuß au die E kenn nis de wi klichen
Geschehenszusammenhänge, ihm komm es allein au die B auchba -
kei , die möglichs e Zweckmäßigkei seine „Denkmodelle" an. Das is
abe ganz und ga nich die Be ach ungsweise de Klassike und de
au ihnen au bauenden Na ionalökonomen, denen e ein achende An-
nahmen, Fik ionen, Abs ak ion, Isola ion, und welche Ve ah en sie
sich imme auch bedien en, nu Mi el wa en, um sich an das wi kliche
Geschehen he anzua bei en.
Abe auch in einem ande en Sinne is die klassische Na ionalöko-
nomie om Vo wu na u wissenscha liche Ve ah ensweise zu be-
eien, inso e n nämlich, als ih die Ausschal ung de Willens eihei
un e s ell wi d. Es wu de zwa ausge üh , daß die wi scha lichen
64 So on We ne Somba in de Un e scheidung on „o dnende " und
„ e s ehende " Na ionalökonomie, a.a.O., S. 119 .
05 Joseph Schumpe e , Wesen und Haup inhal de heo e ischen Na-
ionalökonomie, Leipzig 1908, S. 86.
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423] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 39
Handlungen des homo oeconomicus du ch die „Da en" de e minie
sind. Dami is jedoch nich e wa die Willens eihei im Sinne des
philosophischen De e minismus negie . Denn „Da en" in diesem
Sinne umschließen nich nu äuße e Fak en, sonde n auch die oll-
zogene Zweckzahl. Dadu ch -bleib die au dem homo oeconomicus au -
bauende Wi scha s heo ie on de Vo geschich e diese Zweckse zun-
gen unbe üh und is somi dem P oblem de Willens eihei , das sich
im s eng wissenscha lichen Sinne ga nich lösen läß , en zogen.
Denn sowohl Inde e minismus als auch De e minismus bes ei en nich ,
daß de jenige, de einen bes imm en Zweck e wi klichen will, no -
wendig auch den ihm hie ü zweckmäßig e scheinenden Handlungs-
inhal will66. Je eie nun de En schluß zum Handeln in einem posi-
i is isch allein möglichen Sinn ge aß wi d, je wenige e also au
du ch äuße en Zwang abgelenk e ode du ch A ek e ode emo ionale
Impulse ge üb e e s andesmäßigen E wägungen be uh , des o meh
is e beding du ch die Ra ionalisie ung de Wi klichkei . Je eie
also de En schluß, des o eindeu ige is das Handeln o ien ie an den
Ka ego ien Zweck und Mi el, um so um ang eiche die Einbeziehung
nomologischen Wissens, und le z lich also um so eindeu ige de e -
minie de Handelnde hinsich lich de Wahl seine Mi el67.
Ähnlich äuße sich E ich Ca ell zum F eihei sp oblem in de Wi -
scha :
„Wenn wi uns das Ziel se z en, on unse e Wohnung au dem
kü zes en Wege zu Uni e si ä zu gehen, so is zu E eichung
dieses Zieles die No wendigkei gegeben, du ch bes imm e
S aßen zu gehen. Abe diese dadu ch gegebene No wendigkei
is nich s Zwangsmäßiges, is keine „Na u no wendigkei ". Denn
wi selbs können ei bes immen, ob wi diese No wendigkei
scha en wollen ode nich ; die Zielse zung, die diese No wendig-
kei scha , s eh uns ja ei. Genau so is es auch mi de wi -
scha lichen No wendigkei . Die No wendigkei is also nich s
Zwangsmäßiges, nich s „Na u no wendiges", das das Wollen de
Menschen un e joch , gegen das sie ohnmäch ig sind, das sich
gegen ih en Willen ein mechanisch i. S. on zwangsmäßig du ch-
se z , ihnen on außen au gezwungen is . (Wie es bei den Na u -
gese zen de Fall is , z. B. beim Gese z de Schwe e.)86"
d) Die e iden e Disk epanz zwischen Theo ie und Wi klichkei
Obwohl also die Wi scha s heo ie des homo oeconomicus du ch-
aus keine Na u wissenscha is , weil sie wede die Willens eihei aus-
66 Vgl. E ns Mühlhäuse , a.a.O., S. 10.
87 Max Webe , Gesammel e Au sä ze . .., a.a.O., S. 132.
68 E ich Ca ell, a.a.O., S. 43.
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40 Ge d Alschne [424
schließ noch ga den Menschen öllig eliminie , müssen doch g und-
legende Bedenken gegen sie e hoben we den. Denn Wi scha en s ell
sich uns eben als meh da als eine bloße Rechenau gabe, die egel-
mäßig ehle ei gelös wi d69/7°. Das wi d deu lich, wenn wi uns die
Funk ion des Un e nehme s e gegenwä igen. Das kalkula o ische
Denken, die on Somba so nachd ücklich he o gehobene „Rechen-
ha igkei "71 is s e s nu eine iele Komponen en e olg eichen kapi-
alis ischen Un e nehme ums72. Deswegen kann auch nich den
w i scha lichen Handlungen (die Zweckwahl als o wi -
scha liche En scheidung gehö nich hie zu) die De e minie ungsk a
hinsich lich des ökonomischen Geschehens abgesp ochen we den. Hie
schein es sich nich meh um eine eichlich wei ges eige e Abs ak ion
ode eine s a k e ein achende Fik ion, sonde n um eine Ve älschung
de wi klichen Rolle des Menschen in de Wi scha zu handeln.
Gewiß, wenn man on einigen Gleichgewich ssys emen und bes imm en
Gebilden de einen Theo ie absieh , so is de homo oeconomicus in
seine bezeichne en Fo m den au ihm au bauenden Theo emen nich
ausnahmslos un e s ell , es sind in diese auch abweichende Annahmen
eingebau wo den. Diese spielen abe in de Regel eine un e geo d-
ne e Rolle, objek i a ionales Handeln bleib die s a k dominie ende
Vo ausse zung, on de p inzipiell ausgegangen wi d. Selbs ü die
Konjunk u heo ie is die soga ausnahmslose Beibehal ung diese so
bezeichne en „G undhypo hese" ge o de wo den73.
69 Dies is nidi nu sinnbildlich, sonde n soga wö lich au zu assen. Denn das
ökonomische P inzip s ell ü den ausschließlich nach Gewinn s ebenden Un e -
nehme ein Ex emwe p oblem da , das mi Hil e de Di e en ial echnung
ma hema isch lösba is .
70 Vgl. Rudol Rich e , „P obleme des Ra ionalp inzips", Zei sch i ü die
gesam e S aa swissenscha , Bd. 110, 1953, S. 88.
71 We ne Somba , Die O dnung des Wi scha slebens, Be lin 1927,
S. 28 u. 45 .
72 Vgl. F anz Eulenbu g, Phan asie und Wille des wi scha enden Men-
schen, Tübingen 1931, insbesonde e S. 2.
73 So lehn z. B. F ied ich Lu z, Das Konjunk u p oblem in de Na ional-
ökonomie, Jena 1932, S. 70—72 und 93—106, Konjunk u heo ien, die als E -
klä ungsg und eine „Ände ung de G undhypo hese", de Annahme objek i - a io-
nalen Ve hal ens, e wenden, mi dem Hinweis da au ab, daß aus ihnen eine
no wendige Bewegung im Sinne eines Zyklus nich he gelei e we den kann. Mi
de Ein üh ung des I ums- (Pigou) ode Ve auensmomen es (Cassel) e zich e
man au „denkno wendige Schluß olge ungen". E sag : „Wenn die Un e nehme
sich i en, is es schlech e dings nich möglich, abzulei en, wie sich ih e Hand-
lungsweise auswi k 44 (a.a.O., S. 71). Ähnliche A gumen e we den gegen Schum-
pe e s Konzep ion de Konjunk u zusammenhänge ange üh . — Es is nich
schwie ig, diese These zu en gegnen. Zunächs is die No wendigkei zyklische
Bewegungen ein Pos ula , eine unbeweisba e Annahme. Sodann implizie eine
„Abweichung on de G undhypo hese" nich , daß sich die Wi scha ssubjek e
öllig egellos und willkü lich e hal en. Sie is nich iden isch mi Leugnung de
Ta sache, daß das Ve hal en bes imm en P inzipien olg . Denkno wendig sind
die hie mi in Beziehung s ehenden Zusammenhänge dann eilich nich meh . Es
is jedoch hie nich de O , au die Lu zsche These nähe einzugehen. Es soll e
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431] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 47
Da also dem Wi scha en wie allem sozialen Handeln no wendig
i a ionale Momen e anha en, das unkalkulie ba e Risiko kein zu-
älliges, sonde n ein Wesensbes and eil des Wi scha ens is 88, so
e gib sich da aus die F age, ob Wi scha s heo ie, die allein au
objek i e Ra ionali ä au gebau is , mi de Bezeichnung „ eine
Theo ie" e end gekennzeichne is . Wi scha slogik wä e ielleich
ein Te minus, de den gemein en Ta bes and besse cha ak e isie e.
Die Ta sache, daß die au de Annahme objek i e Ra ionali ä
basie enden Theo eme als logische Beziehungszusammenhänge und
nich als Theo ien des Wi scha ens angesehen we den müssen, e gib
sich da übe hinaus aus olgende Übe legung: Sobald die a ionale
E assung de Wi klichkei nich an sich, als Selbs zweck be ieben
wi d, sonde n als o be ei ende Ak ü den Vollzug eine au einen
äuße en E olg ge ich e en Handlung, äll die Ta sache ins Gewich ,
daß es sich hie bei um einen Au wand handel , de im Vollzuge des
a ionalen Kalküls wie alle ande en Mi el gegen den E olg abge-
wogen wi d. De gleiche Sach e hal e gib sich aus dem eigen lichen
Abwägen de e schiedenen Ve hal ensmöglichkei en. Wie wei wi -
scha liche E wägungen anges ell we den und somi das Ve hal en
du ch die Sachlage de e minie is , häng neben a sächlichen Gegeben-
hei en also le z lich selbs on einem zusä zlichen Fak o aib, den wi
als Wi scha lichkei ss eben bezeichnen können. Es lieg hie ein
P oblem o , das dem be ei s im Zusammenhang mi de Unsiche hei
de Zukun au ge e enen analog is . Sowei on de Vo ausse zung
ausgegangen wi d, die Wi scha ssubjek e be ücksich ig en und e -
glichen alle möglichen Wege zu dem anges eb en E olg, is implizi e
ein Höchs maß an Wi scha lichkei ss eben angenommen und auch
inso e n de G undsa z o male Ra ionali ä du chb ochen.
De homo oeconomicus is somi „ein Beg i de einen Ve -
nun "89. E s ell eine Annahme da , du ch die wi scha liches Ge-
schehen allein du ch das gewähl e Handlungsziel und die äuße e
pi isches Dasein sind. Ih Wah hei sgehal lieg in de Ra ionali ä ih es Inhal s/1
Wenn wi uns auch de wissenscha slogischen Cha ak e isie ung de im Ge olge
de ausnahmslosen Anwendung des homo oeconomicus en s ehenden Gese zmäßig-
kei en anschließen, so schein uns doch die schlech hin e hobene Behaup ung Som-
ba s, diese seien „ohne jede Beziehung au empi isches Dasein", nähe e Un e -
suchung zu bedü en. Die hie mi on Somba be üh e F age de Anwendba kei
de a ionalen Schema a s ell jedoch einen e wickel en P oblemkomplex da
und e o de eingehende e Übe legungen. Sie wi d dahe im nächs en Abschni
behandel we den.
88 Be iebswi scha lich komm das da in zum Ausd ude, daß im Gegensa z zu
den sogenann en Einzelwagnissen das allgemeine Un e nehme wagnis nu aus
dem Gewinn zu decken is , also keinen Kos encha ak e äg und da um wede
e siche noch kalkula o isch e echne we den kann. Vgl. hie zu Kon ad M e
1
-
1 e o w i c z , Allgemeine Be iebswi scha sleh e, II. Bd., Be lin 1954, S. 95 .
89 O o on Zwiedineck-Südenho s , „De Beg i des homo oeco-
nomicus .. a.a.O., S. 626.
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48 Ge d Alschne [432
Si ua ion öllig de e minie und aus diesen beiden Fak o en dedu-
zie ba is .
5. Die Subjek i ie ung und Rela i ie ung de
au de Annahme objek i e Ra ionali ä ußen-
den Wi scha s heo ie
a) Übe die Gegebenhei i a ionale Momen e, die die E gebnisse de
au objek i e Ra ionali ä basie enden Theo ie nich modi izie en
bzw. ih e Anwendung au die Wi klichkei e möglichen
Mi de im le z en Abschni abschließend ge o enen Fes s ellung
is jedoch noch kein endgül ig nega i es U eil übe die Anwendungs-
möglichkei eine on de Annahme objek i e Ra ionali ä ausgehen-
den Wi scha s heo ie ge äll . Zwa liegen dem Wi scha en imme
auch i a ionale Momen e zug unde, wie eben en wickel wu de, abe
diese könn en mindes ens eilweise so bescha en sein, daß sie eine -
sei s die in dem eben cha ak e isie en Typus on Wi scha s heo ie
un e s ell en Zusammenhänge nich modi izie en bzw. diese in de
Wi klichkei übe haup e s e möglichen (wie wi uns zunächs einmal
ganz allgemein ausd ücken können), ande e sei s abe , sowei sie einen
modi izie enden Ein luß ausüben, wegen ih e Ge ing ügigkei e -
nachlässig we den können. Insowei wä e die Anwendba kei diese
A on Wi scha s heo ie gegeben. Wie wei das a sächlich de Fall
is , is im olgenden zu un e suchen. He o zuheben is jedoch, daß
au diese Weise die au ge undenen Zusammenhänge ela i ie , om
Vo liegen bes imm e subjek i e Ta bes ände abhängig gemach we -
den; on no wendigen Beziehungen kann dann nich meh die Rede
sein.
Zunächs wollen wi die F age s ellen, inwiewei Theo ie o z Ab-
s ak ion om Zei ak o in Bezug au Da enände ungen zu E klä ung
des wi klichen wi scha lichen Geschehens e was beizu agen e mag.
Wie be ei s bei de Be üh ung des Zei p oblems angedeu e , üh en
die Übe legungen eine Wi scha s heo ie mi gewissen Einsch änkun-
gen zu den gleichen E gebnissen, wie die un e de Vo ausse zung o -
genommenen Ablei ungen, die Wi scha ssubjek e nähmen ein un e -
ände es Fo bes ehen de jeweiligen Wi scha slage an. Wie wei
we den diese E wa ungen a sächlich geheg , und in welchem Um ang
sind sie maßgebend ü das Ve hal en de Un e nehme ?
Keynes, de au die Bedeu ung de E wa ungen im Wi scha s-
leben mi besonde em Nachd uck au me ksam gemach ha , gib hie -
au eine hypo he ische An wo . E un e scheide zunächs ku z-
is ige und lang is ige E wa ungen. Die ku z is igen E wa ungen
be e en die P eise de Fe igp oduk e des Be iebes zu dem Zei -
punk de Einlei ung des P oduk ionsp ozesses diese P oduk e im
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Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 49
Rahmen eine gegebenen Kapi alauss a ung und sind somi bes im-
mend ü den Beschä igungsg ad. Lang is ige E wa ungen hingegen
beziehen sich au den mu maßlichen Gewinn aus E wei e ungen de
Kapi alauss a ung90. Ube die ku z is igen E wa ungen i nun
Keynes olgende, ü uns übe aus in e essan e Fes s ellung:
„... i will o en be sa e o omi exp ess e e ence o SHORT-
TERM expec a ion, in iew o he ac ha in p ac ice he p o-
cess o e ision o sho - e m expec a ion is a g adual and con i-
nuous one, ca ied on la gely in he ligh o ealised esul s; so
ha expec ed and ealised esul s un in o and o e lap one
ano he in hei in luence. Fo , al hough ou pu and employmen
a e de e mined by he p oduce 's sho - e m expec a ions and
no by pas esul s, he mos ecen esul s usually play a p e-
dominan pa in de e mining wha hese expec a ions a e. I
would be oo complica ed o wo k ou he excep a ions DE
NOVO whene e a p oduc i e p ocess was being s a ed; and i
wiould, mo eo e , be a was e o ime since a la ge pa o he
ci cums ances usually con inue subs an ially unchanged om
one day o he nex . Acco dingly i is sensible o p oduce s o
base hei expec a ions on he assump ion ha he mos
ecen ly ealised esul s will con inue, excep in so a as he e
a e de ini e easons o expec ing a change."91
T ä e die Keynessche A gumen a ion zu, so wä e das gegen die
Ra ional heo ie ange üh e A gumen de Ungewißhei de Zukun
in seine Gül igkei nu ela i , d. h. es wü de den Anwendungsbe eich
diese Theo ie (in de be ei s on Keynes angedeu e en Weise) ein-
engen, nich jedoch jegliche Anwendung au die Wi klichkei aus-
schließen.
Abe selbs wenn wi in e ein achende Denkweise da on aus-
gehen könn en, daß sich die Un e nehme in den bezeichne en Disposi-
ionen ausschließlich du ch die he schenden Da en bes immen lassen,
so wä e dami insowei ih Ve hal en du ch die jeweilige Wi -
scha slage noch nich de e minie und aus diese deduzie ba . Dies
wä e nu dann de Fall, wenn ü die Zwecke de Wi scha s heo ie
un e s ell we den könn e, daß alle sich bie enden Ve hal ensmög-
lichkei en au ih e Zweckmäßigkei hin un e such wü den und (imme
un e de Vo ausse zung gleichbleibende wi scha liche Ve häl -
nisse) die bes mögliche gewähl wü de. Daß diese Annahme on den
wi klichen Ve häl nissen abweich , wu de be ei s ausge üh ; allein
hie s eh zu Deba e, in welchem Maße diese Abweichungen gegeben
90 John Mayna d Keynes, Gene al Theo y o Employmen , In e es and
Money, London 1936, S. 46/7.
91 John Mayna d Keynes, a.a.O., S. 50/51.
Schmolle s Jah buch LXXVE, 4 4
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50 Ge d Alschne [434
sind. Sind sie de a ig une heblich, daß die Theo ie, die ja no wendig
abs ahie en muß, on ihnen absehen kann? Einiges schein da ü zu
sp echen. Zunächs s ehen die Un e nehme im Gegensa z zu den Kon-
sumen en beg enz en Absa z- und Bezugsmä k en gegenübe , 6ie be-
si zen e ne zu einem g oßen Teil Spezialo gane zu Du chleuch ung
des Ma k es ode können sich hie ü au diese Tä igkei spezialisie e
Un e nehmungen bedienen. Da übe hinaus is die Kalkula ion de
e schiedenen Ve hal ensmöglichkei en du ch das hochen wickel e
be iebliche Rechnungswesen in s a kem Maße a ionalisie . Schließ-
lich ollzieh sich die disposi i e Tä igkei a bei s eilig, auch hie
he sch Funk ions eilung im Rahmen eines O ganisa ionsge üges.
Dies alles e weck den Anschein, daß de homo oeconomicus in diesem
Zusammenhang noch eine b auchba e Annahme da s ell .
b) Die Ein üh ung subjek i e Va iable
Abe auch übe die hie e wähn en Vo ausse zungen hinaus bö e
sich die Möglichkei , das G undschema des homo oeconomicus mi ge-
wissen Modi ika ionen anzuwenden. Wi meinen hie mi olgendes:
Es wu de ausge üh , daß die Annahme objek i e Ra ionali ä e -
bunden is mi de Ausschal ung des Zei ak o s in Bezug au Da en-
ände ungen. T o zdem wu de die Möglichkei de Anwendung de au
diese Annahme basie enden Theo eme inso e n bejah , als die Un e -
nehme ih en Handlungen ein un e ände es Fo bes ehen de jeweili-
gen Da enkons ella ionen zug undeleg en. Ob und inwie e n das
jedoch de Fall is , is eine F age de a sächlichen Gegebenhei en, es
olg nich no wendig aus de Annahme a ionalen Ve hal ens. Wa um
soll e also de E wa ungs ak o da, wo es no wendig e schein , nich
a iie we den? Das hie mi e ände e Ve hal en wä e auch dann
un e Zug undelegung zweck a ionalen Handelns, „welches ausschließ-
lich o ien ie is an (subjek i ) als adäqua o ges ell en Mi eln
ü (subjek i ) eindeu ig e aß e Zwecke", deduzie ba , ohne au
i gendwelche psychologischen E kenn nisse zu ückzug ei en. Eine de -
a ig e ah ende Theo ie könn e subjek i e Vo s ellungen als I a io-
nali ä en in de gleichen Weise in das Schema des Ra ionalp inzips
einse zen wie den Handlungszweck, de ja eben alls on ih als Da um
hingenommen we den muß. Ebenso könn e sie o gehen hinsich lich
Bedingungen des Handelns, ü die es, im Gegensa z zu kün igen En -
wicklungen, objek i e Maßs äbe des Gül igen gib . Sie könn e hie on
abweichende Vo s ellungen als I ums ak o en zug undelegen. Auch
ü diesen Fall wü den sich psychologische Be ach ungen e üb igen.
Denn die a ionale E wägung, welche on den e schiedenen Möglich-
kei en des Handelns gemäß den e wa e en Folgen (auch
wenn diese E wa ungen au dem Fo sche ganz ungül ig e scheinen-
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.77.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:24:38
435] Ra ionali ä und I a ionali ä in den wi scha lichen Handlungen 51
den Annahmen des Handelnden be uhen) am geeigne s en sei, ein
bes imm es Ziel zu e eichen, kann uns du ch die Psychologie nich
nähe geb ach we den92. Solange die Wi scha s heo ie sich inne halb
dieses Schemas beweg , nimm sie on psychischen Ta bes änden als
Bedingungen des Handelns in eben de selben Weise No iz wie on
ech lichen ode soziologischen. Ein Un e schied zwischen ins i u io-
nellen Gegebenhei en und psychischen Momen en is alle dings inso-
e n o handen, als le z e e häu ig keine Kons anz au weisen, sonde n
Va iable da s ellen, und heo e ische Gebilde, in die solche Va iablen
au genommen we den, dadu ch den Cha ak e on „o enen Sys emen"
e hal en93. Wie be ei s e wähn , bes eh in de mode nen Wi scha s-
heo ie die Tendenz, psychische Va iable in s eigendem Maße zu e -
wenden und die hie du ch beding en Al e na i lösungen ü eine
g öße e Reali ä snähe ih e E gebnisse in Kau zu nehmen94.
(Schluß olg im nächs en He .)
92 Vgl. Max Webe , Gesammel e Au sä ze . . a.a.O., S. 433.
93 Übe o ene und geschlossene Sys eme gl. Adol Löwe, Wie is Kon-
junk u heo ie übe haup möglich? Wel wi scha liches A chi , Bd. 24, 1926,
S. 189 .
94 Du ch Au nahme psychische Fak o en en s eh na ü lich noch nich no -
wendig ein o enes Sys em. Man kann z. B., auch ohne diese Fak o en wei e zu
analysie en und au ih e En s ehung wei e zu ückzugehen, ein e ah ungs-
gemäß das Au e en bes imm e E wa ungen in bes imm en wi scha lichen
Si ua ionen es s ellen und in die Theo ie einbauen. Ode man kann unk ionale
Beziehungen zwischen bes imm en G ößen, wie beispielsweise in de Konsum-
unk ion Einkommenshöhe und Ve b auch, au g und psychologische Hypo-
hesen kons i uie en. Das bedeu e jedoch, daß man insowei den Boden de au
de Vo ausse zung a ionalen Handelns au bauenden deduk i en Theo ie e läß ,
diese Theo ie mi empi ischen bzw. psychologischen Elemen en du chse z .
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