Bandholz, Ha m
A icle
US-Wahlen: Das Ho en au Kamala Ha is
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Bandholz, Ha m (2024) : US-Wahlen: Das Ho en au Kamala Ha is,
Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 9, pp. 590-591,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0153
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/306443
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Wi scha sdiens 2024 | 9
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DOI: 10.2478/wd-2024-0153
Wi scha sdiens , 2024, 104(9), 590-591
JEL: E60, F02, F50
US-Wahlen
Das Ho en au Kamala Ha is
Die Wachablösung bei den Demok a en ha den Ve lau
des US-P äsiden scha swahlkamp s k ä ig du cheinan-
de gewi bel . Nachdem Donald T ump noch Mi e Juli wie
de siche e Siege im Duell mi Am sinhabe Joe Biden
aussah, lieg die neue Kandida in de Demok a en – Ka-
mala Ha is – nun in landeswei en Um agen deu lich o -
ne. Auch in ielen wahlen scheidenden S aa en, so ge-
nann en Swing S a es, wie Michigan, Pennsyl ania ode
Wisconsin, ha Ha is mi le weile die Nase o ne ode
zumindes das Momen um au ih e Sei e. Es bes eh al-
so die eelle Chance, dass An ang No embe nich T ump
e neu zum P äsiden en gewähl wi d, sonde n Ha is zu
e s en P äsiden in. Au ih uhen nich nu die Ho nungen
de Demok a en in den USA, sonde n auch die iele Eu-
opäe . Doch was können wi wi klich on ih e wa en?
Zen ales Thema on Ha is is die S ä kung de un e en
und mi le en Einkommensemp änge . Au eine Wahl-
kamp e ans al ung in A lan a sag e sie Ende Juli: „Buil-
ding up he middle class will be a de ining goal o my
p esidency. Because when he middle class is s ong,
Ame ica is s ong.“ E eichen möch e sie das un e ande-
em du ch S eue senkungen ü Ge ing e diene , die Be-
ei s ellung on bezahlba em Wohn aum und nied ige e
Gesundhei skos en. In ih en Plänen p ange sie explizi
die Rolle g oße Pha maun e nehmen und ins i u ionelle
Immobilienin es o en an. Zudem möch e Ha is den P o-
duzen en und Händle n on Lebensmi eln genau au die
Finge schauen, um zu e hinde n, dass diese die P eise
ih e P oduk e übe mäßig e höhen. Le z e Punk is aus
olkswi scha liche Sich ehe schwie ig zu e dauen. Es
handel sich hie e mu lich um den Ve such, die Diskus-
sion übe die hohen In la ions a en, die P äsiden Bidens
Um agewe e e heblich belas e ha en, in eine ande e
Rich ung zu lenken. Umgese z we den diese P eiskon -
ollen (ho en lich) nich .
Ge inge e Abgaben ü wenige gu Ve dienende, kom-
binie mi de Aussich au nied ige e Gesundhei s- und
Wohnkos en zulas en einige wenige „G oß e diene “,
sind ganz kla e Gewinne hemen bei de demok a ischen
Wähle basis – und inhal lich ühlen sich siche lich auch
iele unabhängige Wähle und soga zahl eiche Repub-
likane angesp ochen. Alle dings kos en diese Ve sp e-
chen Geld.
Gegen inanzie we den sollen die Pläne un e ande em
du ch eine E höhung de Un e nehmens eue on de zei
21 % au 28 %. Die un e P äsiden T ump beschlossene
Senkung des S eue sa zes on seine zei 35 % wü de
dami um die Häl e zu ückged eh we den. Als Reak ion
au den Vo schlag, de be ei s on P äsiden Biden au -
gewo en wu de, gab es zule z zahl eiche beso g e und
k i ische S immen, wonach diese S eue e höhung dem
S ando USA e heblichen Schaden zu ügen könn e. Es
da abe da on ausgegangen we den, dass die USA
auch mi höhe en Un e nehmens eue n ein seh a ak-
i e S ando ü Un e nehmen bleiben. Wich ige e Fak-
o en als die Höhe de Un e nehmenss eue n sind die
güns ige und siche e Ene gie e so gung, die G öße des
Absa zma k s und die ex em hohe Inno a ions ähigkei
des Landes, insbesonde e in den Be eichen digi ale Öko-
nomie und küns liche In elligenz. Auch ha die damalige
S eue senkung du ch P äsiden T ump wenige zu einem
In es i ionsboom ge üh , sonde n o allem die Ak ionä-
e begüns ig . Hie könn e es nun eine en sp echende,
übe schauba e, Belas ung geben.
Fü Eu opa wä e eine E höhung de Un e nehmens eue
in den USA ehe eine gu e Nach ich . Wä e sie doch (nach
dem Vo s oß on P äsiden Biden und Finanzminis e in
Yellen ü eine globale Mindes bes eue ung) ein wei e es
deu liches Signal da ü , dass die g öß e Volkswi scha
de Wel gewill is , die sei Jah zehn en andaue nde Ab-
wä sspi ale bei de Bes eue ung on Nich -A bei sein-
kommen zu s oppen.
De wohl posi i s e Aspek eines Wahlsiegs on Ha is ü
Eu opa und Deu schland wä e, dass wi uns auch wei e -
hin au die Einhal ung on Ve ägen und Abkommen mi
den USA e lassen könn en. In de ak uellen geopoli i-
schen Si ua ion geh es eilich zu alle e s um die üh en-
de Rolle de USA in de NATO und de p o-uk ainischen
Koali ion. Zwa ha e de US-Kong ess Ende 2023 in ei-
ne sel enen übe pa eilichen Koope a ion be ei s da ü
geso g , dass kein P äsiden ohne Zus immung des Kon-
g esses aus de NATO aus e en kann. Alle dings wü de
das bei einem P äsiden en T ump wohl nich iel bedeu-
en. Dann wü den die USA mögliche weise wei e in de
NATO e bleiben, abe sich nich an Einsä zen be eiligen
ode Beschlüsse igno ie en. Diese Ge ah gäbe es bei
eine P äsiden in Ha is nich . De „g oße B ude “ USA
wü de un e ih em Obe be ehl wei e hin maßgeblich zu
Siche hei in Eu opa bei agen.
Ein wei e e wich ige Be eich is de Klimaschu z. Auch
un e eine P äsiden in Ha is wü den die USA ih e un e
Biden eingeschlagene und wich ige Rolle als globales
Zugp e d ü den Ausbau e neue ba e Ene gien beibe-
hal en. Ein e neu e Rückzug om Pa ise Klimaschu z-
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 591
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abkommen wä e nich zu be ü ch en. Alle dings da man
nich e gessen, dass die USA die Ene giewende deu lich
p agma ische und wi scha s eundliche ges al en als
e wa Deu schland. Denn ungeach e des Ausbaus de e -
neue ba en Ene gien ha die Öl ö de ung un e P äsiden
Biden ein Allzei hoch e eich , um die im Zuge des Uk a-
inek iegs in die Höhe geschnell en Ene giep eise wiede
einzu angen.
Zu gu e Le z wü de un e eine P äsiden in Ha is auch
de Außenhandel zwischen Eu opa und den USA plan-
ba und on un o he gesehenen p o ek ionis ischen
Maßnahmen e schon bleiben. Im Gegensa z dazu ha -
e Donald T ump noch o gu einem Jah die Idee eines
10 %-igen Zolls gegen säm liche Handelspa ne de
USA in Umlau geb ach . Dami woll e e zum einen die
We bewe bs ähigkei on US-Un e nehmen s ü zen und
zum ande en zusä zliche S aa seinnahmen gene ie en.
Noch g a ie ende als de Zoll selbe , den eu opäische
und deu sche Un e nehmen noch übe s anden hä en, is
die ehlende Planba kei und Unbe echenba kei , die on
P äsiden T ump s e s ausgegangen is und wohl auch
wiede ausgehen wü de. Ein solches Regie ungsgebah-
en is on eine P äsiden in Ha is nich zu be ü ch en.
Nich sdes o o z muss Eu opa sich da übe im Kla en
sein, dass auch Ha is den Eu opäe n nich s schenken
wi d. De Weck u soll e spä es ens de on Biden un e -
zeichne e In la ion Reduc ion Ac gewesen sein, welche
eindeu ige Elemen e zum Abschi men de heimischen
Wi scha beinhal e und en sp echende P o es e in Eu-
opa he o ge u en ha . Ha is ha die Maßnahmen s e s
un e s ü z . De außenpoli ische Fokus säm liche US-
Regie ungen wi d indes au China und dem pazi ischen
Raum liegen. Diesbezüglich haben sich die Maßnahmen
on T ump und Biden inhal lich kaum un e schieden –
lediglich die diploma ische Kommunika ion hä e un e -
schiedliche nich sein können.
Zusä zlich zu den genann en di ek en Auswi kungen au
ansa lan ische Koope a ionen und Abkommen könn-
e die Wahl on Ha is das poli ische Aus on T ump als
wei e e wich ige Folge nach sich ziehen. Zugegeben, es
is nich ein ach sich o zus ellen, wie T ump sich s ill
aus dem ö en lichen Leben zu ückzieh . Abe nach dann
zwei e lo enen Wahlen (und auch gegen Hilla y Clin on
e hiel e as 3 Mio. S immen wenige ) könn en sich in
de Republikanische Pa ei mögliche weise wiede die
S immen meh en, die den „S il“ on T ump hin e agen.
Dabei ginge es wenige um eine inhal liche Neuaus ich-
ung, denn hie ha T ump mi nied ige en S eue n, Wa -
en ech , Ab eibungsgese zen e c. iele de adi ionellen
epublikanischen Posi ionen beibehal en. S a dessen
geh es um e hische F agen, den Umgang mi Menschen
und schlich weg da um, ob die „G and Old Pa y“ ih e de
ac o Übe nahme du ch eine einzelne Pe son in le z e
Sekunde doch noch e olg eich abweh en kann. Das wä-
e zwei ellos ein wich ige Sieg ü die Demok a ie – egal
welche Pa ei man un e s ü z und in welchem Land man
leb .
Aus eu opäische Sich soll e man sich einen Wahlsieg
on Ha is dahe sehnlichs wünschen. Nich unbeding ,
weil man ih e wi scha spoli ischen Posi ionen unein-
gesch änk eil und auch nich unbeding , weil sie eine
F au is , sonde n o allem deswegen, weil wi Eu opäe
uns in außenpoli ischen F agen au sie und ein so g äl ig
ausgewähl es, achlich hochquali izie es Kabine e las-
sen könn en. E a ische Alleingänge müss en wi un e ih
nich be ü ch en.
Ein Risiko, das aus ih em Wahlsieg ü Eu opa esul ie en
könn e, is , dass wi uns wiede zu ücklehnen. Mi einem
P äsiden en T ump is kla , dass Eu opa jede zei allein
gelassen we den könn e. En sp echend müss e die hei-
mische Volkswi scha schnelle e o mie und Koope-
a ion in e schiedenen Be eichen (Ve eidigung, Ene gie,
Finanzsek o , Indus ien e c.) in ensi ie we den. Diese
ex e ne D uck wü de un e P äsiden in Ha is me klich
ge inge aus- ode soga gänzlich weg allen. Und als Be-
obach e de eu opäischen und deu schen Poli ik weiß
man leide , dass es häu ig einen gewissen D uck b auch ,
um Maßnahmen o anzu eiben.
S ills and können wi uns insbesonde e in Deu schland
nich e lauben, denn in den e gangenen Jah en sind
wi wi scha lich spü ba zu ückge allen. Die gu e Nach-
ich is , dass wi die meis en wi scha spoli ischen (und
gesellscha lichen) P obleme selbe lösen können. Die
schlech e Nach ich is , dass wi sie selbe lösen müssen.
Ein Wahlsieg on Kamala Ha is wü de uns zumindes au-
ßenpoli isch ein wenig den Rücken eihal en.
P o . D . Ha m Bandholz, CFA
Fachhochschule Kiel