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Gesellschaftspolitik – Sozialpolitik – Volkswohlfahrtspolitik

Abstract

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Gesellschaftspolitik – Sozialpolitik – Volkswohlfahrtspolitik

Author: Albrecht, Gerhard
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1961
DOI: 10.3790/schm.81.4.1
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290972/1/schm.081.4.001.pdf
Alb ech , Ge ha d
A icle
Gesellscha spoli ik – Sozialpoli ik – Volkswohl ah spoli ik
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Alb ech , Ge ha d (1961) : Gesellscha spoli ik – Sozialpoli ik –
Volkswohl ah spoli ik, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha ,
ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 81, Iss. 4, pp. 1-35,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.81.4.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290972
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Gesellscha spoli ik
Sozialpoli ik — VolkswohKah spoli ik*
Von
Ge ha d AI b ech
-
Ma bu g/Lahn
I
Die Zei lieg noch nich lange zu ück, in de in Wissenscha und
P axis allgemeines Ein e s ändnis da übe bes and, um was es sich
handel e, wenn on Sozialpoli ik die Rede wa . Die Übe einkun
de Wissenscha übe das E kenn nis objek ih e Teildisziplin „So-
zialpoli ik" ha e sich du chgese z . Man wa sich einig da übe , daß
Sozialpoli ik in Zusammenhang mi de „sozialen F age" und diese
mi de jeweils bes ehenden Wi scha s e assung, de ih en -
sp echenden Di e enzie ung de Wi ßcha sgesellscha und de
du ch sie beding en sozialen G uppenbildung s eh . Bei allen Ab-
weichungen im einzelnen wa en die as allen wissenscha lichen Be-
g i sbes immungien gemeinsamen Me kmale deß als Sozialpoli ik be-
zeichne en E scheinungsbe eiches «die olgenden: E um aß die Ein-
ich ungen und Maßnahmen o nehmlich ide ö en lichen Hand zu-
guns en de du ch ih e S ellung in de Wi scha benach eilig en
und ge äh de en G uppen ide Wi scha sgeisellßcha ; diese Ein ich-
ungen und Maßnahmen s ehen im Diens e des Ausgleiches de In e -
essenun e schiede und -gegensä ze zwischen den G uppen de Wi -
scha sgesellscha ; de Ausgleich ha die Wah ung und Fö de ung
des Gesam wohles de Gesellscha zum Ziel, um de en möglichs o
S ö ungen, die ih en U sp ung in den In e essengegensä zen de
G uppen de Wi scha sgesellscha haben, eie En wicklung zu ge-
wäh leis en. Kein Mensch wä e au den Gedanken gekommen, die
s aa lichen Ve so gungsleis ungen e wa zuguns en de K iegsop e
ode zuguns en de Familien de zu Fahne Einbe u enen ode die
Leis ungen de A menp lege, de ö en lichen Fü so ge, de eien
Wohl ah sp lege als dem du ch den Zusammenhang mi de bes e-
* Den Ausgangspunk diese Abhandlung bilde ein on ih em Ve asse in de
A bei ssi zung des sozialpoli ischen Ausschusses de Gesellscha ü Wi scha s-
und Sozialwissenscha en in F ank u am 7. Ok obe 1960 gehal enes Re e a . Es
is hie e such wo den, einige Folge ungen aus de an das Re e a anschließen-
den, abe aus Zei mangel nich zu einem be iedigenden Abschluß gelang en Dis-
kussion zu ziehen.
1 Schmolle s Jah buch 81, 4
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2 Ge ha d Alb ech 386
henden Wi scha s e assung und mi de ih en sp echenden sozia-
len G uppendi e enzie ung abgeg enz en Au gabenbe eich de Sozial-
poli ik zugehö ig anzusehen. Vielmeh wu de un e den sozialen
Hil eleis ungen un e dem Gesich spunk e de He kun soziale Nö e
und Mißs ände, de Mo i e de Hil eleis ung und des mi ih e -
olg en Zweckes un e schieden zwischen 1. ö en liche Ve so gung
(z. B. K iegsop e e so gung), 2. ö en liche ( o nehmlich kommuna-
le ) und p i a e Wohl ah sp lege (im Sinne des nich gese zesgebun-
denen Wi kens de kommunalen Selbs e wal ung und de eien
Wohl ah s e bände, wie de Inne en Mission und Ca i as, des Ro en
K euzes und de A bei e wohl ah u. a.) sowie ö en liche Fü so ge
— nach de jüngs en Gese zes e minologie ,, Sozialhil e46 — (allge-
meine Wi scha s ii so ge ode Hil e zum Lebensun e hal — nach
de neuen Legal e minoJogie zu Un e scheidung on de Hil e in
besonde en Lebenslagen, nämlich u. a. Mü e - und Säuglings ü so ge;
Jugend ü so ge; K iegsop e ii so ge [im Un e schiede zu K iegs-
op e e so gung]; K üppel-, Taubs ummen-, Blinden ü so ge) und
3. Sozialpoli ik (z. B. A bei nehme echu z, Sozial e siche ung;, Ta i -
e agswesen u. . a.).
Dieses Ein e s ändnis is sei einige Zei eine allgemeinen Ta -
bes ands- und Beg i e e wi ung gewichen. In den Ve lau ba ungen
de Regie ungen unid Ve wal ungen, «de Pa eien und In e essen e -
bände, in den P.a lamen sdeba en und in «de P esse, abe auch in
de wissenscha lichen Li e a u schille de Beg i „Sozialpoli ik"'
in allen Fa ben; wo daß Wo auch äll , wi d mi ihm bald dies,
bald das bezeichne ; es ehl an eine kla en Konzep ion, wie sie
ühe o handen gewesen is , da übe , was Au gabe und Ziel de
Sozialpoli ik und welche A ih e Mi el sinid. Es is doch kennzeich-
nend, daß au de Tagung ide „Ak ionsgemeinscha Soziale Ma k -
wi scha " im Janua 1959, au (de übe „sinn olle und sinnwid ige
Sozialpoli ik" e handel wu de, ein Tagungs eilnehme , nachdem
schon eine Reihe e liche Re e a e und Diskussions eden gehal en
wo den wa en, die nach de en Inhal du chaus be ech ig e F age
s ell e, was denn hie eigen lich un e Sozialpoli ik e s anden wü de
ode we den soll e1. In einem angesehenen Bla e wa o einige
Zei zu lesen, die Sozialpoli ik soll e, s a imme neue „ e so gungs-
s aa liche" Maßnahmen zu e en, sich «doch liebe de Lösung de
F agen de Waisse enschmu zung, de Lu Ve pes ung und des
Daue lä ms annehmen, die o enba on dem Ve asse de No iz
als passende Gegens ände sozialpoli ische Ak i i ä angesehen
we den.
1 Tagungsp o okoll N . 12 de Ak ionsgemeinscha Soziale Ma k wi scha : Sinn-
olle und sinnwid ige Sozialpoli ik (Ludwigsbu g 1959), S. 80.
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387 Gesellscha spoli ik 3
De U sp ung solche Sach- und Beg i s e wi ung äll in Deu sch-
land mi de E ich ung de na ionalsoizialiß ischen Gewal he scha
zusammen. Mi de aus ein poli ische Sich dek e ie en „Volks-
gemeinscha " soll e das E o de nis eine Poli ik hin ällig gewo den
sein, die dem Ausgleich on In e eßsenun e schie'den und -gegensä zen
inne halb de Wi scha sgeseIischa zu dienen bes imm wa , da es
solche pa o d e de mu i nich meh gab. Von Soziallpoli ik im Sinne
de o ausgegangenen Zei zu sp echen, wu de als so e was wie ein
Ve s oß gegen die Volksgemeinscha e pön und da um Sozial-
poli ik in Sozial e wal ung umge au , und so gab es bald auch im
Be eiche de Wissenscha ans elle de ühe zu hohem Ansehen
gelang en sozialwissenscha li che n Teildisziplin ,^Soizialpoii i|k" nu
noch eine Leh e on de Sozial- und A bei s e wal ung.
Nach 1945 a dann Ge ha d Macken o h mi seine aus den Zei -
e häl nissen nach dem Zusammenb uch gebo enen Konzep ion au
den Plan; ih en Ausgangspunk bilde e die E kenn nis on den nach
dem «wei en Wel k ieg und seinen Folgen einge e enen Ve ände-
ungen des Gesam bildes on Wi scha und Gesellscha . Madien-
o h ha das, was e un e Sozialpoli ik e s and, au de Be line
Sonde agung des Ve eins ü Sozialpoli ik 1952 in seinem au ih
gehal enen Re e a übe „Re o m de Sozialpoli ik du ch einen
deu schen Sozialplan" da geleg und eine wei e en Ö en lichkei
zu Kenn nis geb ach .
G undanlieigen de Sozialpoli ik is hie nach „imme gewesen und
is es auch heu e2, "das Elend, ein ach -das nack e äuße e Elend in de
Wel auszu o en" (a.a.O. S. 56). T i das zu — es en sp ich ei-
lich du chaus nich dem bis dahin on die Wissenscha e e enen
Beg i sinhal de Sozialpoli ik —, (dann bes eh ih e Au gabe nich
meh in de S ü zung eine „sozial ischwachen A bei e klasse" (S. 40),
also eine einzelnen G uppe de Wi scha ßgesellscha ; es sind iel-
meh inzwischen g oße Teile auch ande e Schich en no leidend ge-
wo den (Ve iebene und Flüch linge, K iegsgeschädig e alle A ,
Sozial en ne , auße den A bei e n abe auch Handwe ke und
bäue liche Landwi e u. a.). Die Au gaben de Sozialpoli ik sind da-
he nich meh „schich enspezi isch"; sie sind ielmeh „quali a i
o al" gewo den. „Ans elle eine Klasse muß heu e Objek de Sozial-
poli ik die Familie we den, und zwa que du ch alle Klassen und
Schich en, es gib -da übe haup keine Un e schiede meh " (S. 52).
Dami sind ih e Au gaben auch quan i a i bedeu end angewachsen,
und die Sozialpoli ik is zu einem in eg ie enden Bes and eil des
olkswi scha lichen K eislau es gewo den, sie ha au gehö , diesem
2
Ve handlungen au de Sonde agung in Be lin am 18. und 19. Ap il 1952.
Sch i en des Ve eins ü Sozialpoli ik — Gesellscha ü Wi scha s- und Sozial-
wissenscha en — Neue Folge, Band 4. Be lin 1952. S. 39 .
1
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4 Ge ha d Alb ech 388
gegenübe nu noch eine Rande scheinung zu sein (S. 40). Da nach
Macken o h die Elendsbekämp ung die G undau gabe de Sozial-
poli ik is , ih G undmi el also die Einkommenßhil en sind, handel
es sich ü ihn bei ide Sozialpoli ik im wesen lichen um den de
EinkommensumVe eilung dienenden Au wand, die budge ie ungs-
ähigen „Sozialleis iungen" (S. 41, 43 und 46). Fü eine so e s an-
dene, de Einkoimmensum e eilung, o allem in Ges al des
Familienlas enau&gleichis, de „sozialpoli ischen G oßau gabe des
20. Jah hunde ", <de i „einzig sozial sinn ollen Las enausgleichis"
(S. 58/59), dienende Sozialpoli ik, de en Au gabe da in bes eh , das
au unzu eichende Ve ügung i gend welche Gliede de Gesell-
scha übe Exis enzmi el be uhende Elend in de Wel auszu o en,
e s eh sich die Igno ie ung de Un e schiede on He kun und A
de das Elend beg ündenden Schädigungen (S. 43/44) on selbs und
is demgemäß auch eine Di e enzie ung des Sozialau wandes nach
Geschädig eng uppen und eine Un e scheidung nach den Hil e-
leis ungsme hoden, e wa als Sozial e siche ung, Sozial e so gung und
Sozial ü so ge, unbeg ünde (S. 41).
Das Neue de sozialpoli ischen Konzep ion Macken o hs, de Un-
e schied zwischen dem on ihm akzen uie en Heu e und Ges e n
de Sozialpoli ik lieg nich da in, daß heu e die Sozialpoli ik mi en
im olkswi scha lichen K eislau und im Ganzen des Au baues de
Gesellscha als de en in eg ie ende Bes and eil s eh und diese
beiden mi bes imm und mi ihnen du ch ielsei ige Wechselwi kun-
gen e bunden is ; e lieg auch nich in de E kenn nis de No -
wendigkei , die Soizialpoli ik au die ü ih e Funk ions ähigkei
e o de liche In ak hei de Wi scha abzus immen und mi ih zu
koo dinie en (S. 40). Dies alles gil imme und übe all, wann und
wo Sozial-, Ve so gungs- und Fü so gepoli ik be ieben wi d, nu
daß ihm heu e aus G ünden ih e um ange- und leis ungsmäßigen
En al ung g öße es Gewich als ühe zukomm . Das Neue is iel-
meh die Einengung de Sozialpoli ik au die Au gabe de Gewäh-
ung on Einkommenshil en und zugleich ih e E wei e ung du ch die
ih zugesp ochene E üllung diese Au gabe ohne Rücksich au die
U sachen de Hil sbedü igkei und dami au beis imm abgeg enz e
Pe sonenk eise im Wege de Einkommensum e eilung mi allen
hie aus sich e gebenden, o allem den pe sonalen Wi kungsbe eich
de Sozialpoli ik auswei enden Folge ungen (die zum Teil auch seh
beach enswe e An egungen ü bes imm e Teilau gaben, die de
Sozialpoli ik nach ih e ühe en Beg i sbes immung ges ell sind
ode ges ell we den können, en hal en).
Wie Macken o h, so geh auch
Achinge
3 scha mi de Sozial-
poli ik ühe e Konzep ion (im olgenden de Kü ze halbe als
3 In seine Sch i „Sozialpoli ik als Gesellscha spoli ik", Hambu g (1958).
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389 Gesellscha spoli ik 5
„al © Sozialpoli ik" bezeichne ) in<s Ge ich . Sie habe es nu mi
einem Teilaspek de Gesellscha zu un gehab ; sie habe sich in
diese zu beans andenden Besch änkung mi dem Ve such begnüg ,
„in dem Gigan enkamp de Zei , de Auseinande se zung zwischen
Kapi al und A bei , den Sani ä e zu spielen"; sie sei „aus poli isch-
ak ischen G ünden ... ein schwankendes Gebilde" gewesen, „das
seine Diaseinsbe ech igung und seinen Sinn nu de jeweiligen
Si ua ion e dank "; sie sei allein aus dem Kamp e gegen den So-
zialismus4 he o gegangen und habe kein ande es Ziel gehab , als
die gegebene Mach e eilung in Gesellscha und Wi scha e hal en
zu hel en; dann abe habe sie den Cha ak e eines Mi els „zu
Ve ände ung, ja Au lösung de bes ehenden Wi scha so dnung"
angenommen, wobei ih e Ziel ich ung allein de Fo sch i de A -
bei e klasse bes imm habe (S. 58/59).
Es läge nahe, diese die Mo i e, Ziele und Me hoden de al en So-
zialpoli ik e ze ende und zum Teil soga poli isch eigensüch ige
Absich en e däch igende und idami zugleich diejenigen Ve e e
de Wissenscha on de ¡Sozialpoli ik, de en Leh en an ih em Au -
bau und ih e En wicklung e heblichen An eil gehab haben, e ende
K i ik — eine nach de A ih e Fo mulie ungen de Wi kung au
wenige Un e ich e e siche e K i ik — eine An ik i ik zu un e -
ziehen. Da au soll hie e zich e we den. Ich habe in meine Be-
sp echung5 de Achinge schen Sch i in den „Jah büche n ü Na io-
nalökonomie und S a is ik" zu /zeigen e such , daß sie au eine
4 Gewiß is , um ein besonde s häu ig he angezogenes Beispiel ü die an isozi-
alis ische Rich ung de Sozialpoli ik anzu üh en, Bisma cks Sozialpoli ik zei weise
gegen die T äge de „sozialis ischen Bewegung", die Sozialdemok a ische Pa ei
und die Gewe kscha en, ge ich e gewesen (Sozialis engese z!). Abe ih e du chge-
hende F on s ellung gegen den Libe alismus seine Zei wide leg die Behaup ung,
sie hä e ihm einsei ig zu Bekämp ung des Sozialismus gedien . Als de p eußische
Handelsminis e on I zenpli z bes imm e S aa seing i e zuguns en de wi scha -
lich Schwäche en als gleichbedeu end mi einem Siege des sozialis ischen P inzips
e klä ha e, hiel ihm Bisma ck en gegen, ihm e scheine „die sozialpoli ische Ak-
ion de he schenden S aa sgewal als das einzige Mi el", de den bes ehenden
S aa negie enden „ sozialis ischen Bewegung4 Hal zu gebie en und dieselbe insbe-
sonde e dadu ch in heilsame Wege zu lei en, daß man ealisie , was in den soziali-
s ischen Fo de ungen be ech ig e schein und im Rahmen de gegenwä igen S aa s-
und Gesellscha so dnung e wi klich we den kann . . .". Ein ühe e Ve such die-
se A , de zeig , daß Bisma ck im Sozialismus auch posi i zu beu eilende Ge-
danken e kann ha e, wa die Fö de ung Lassalles zu Ve wi klichung seine p o-
duk i genossenscha lichen Pläne. Man wi d Bisma cks Sozialpoli ik — und das gil
auch ü seine Nach olge im Kanzle am — nu ge ech , wenn man sie als einen
Teil de S aa spoli ik, als eine nach den S aa sno wendigkei en ausge ich e e, als
eine Poli ik e s eh , die „au das Wohl de s aa lich geein en Gemeinscha " ziel .
— Siehe hie zu Hans Ro h els, P inzipien agen de Bisma ckschen Sozialpoli ik,
wiede abged uck in: Bisma ck, de Os en und das Reich (Da ms ad 1960), be-
sonde s SS. 174 und 168.
5 Beme kungen zu eine neuen Theo ie de Sozialpoli ik, in: Jah büche ü
Na ionalökonomie und S a is ik, Band 171, He 5—6 (1959), S. 23 .
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6 Ge ha d Alb ech 390
ih a sächliches Anliegen mißdeu enden In e p e a ion de al en
Sozialpoli ik be uh . Nu da au muß hingewiesen we den, daß eine
solche, -die wesen lichen G undlagen de Sozialpoli ik, wie sie im
19. Jah hunde geüb und on »de Wissenscha e s anden wu de,
in F age s ellende K i ik on denen, an (die sie sich ich e (ode die
sich on ih angesp ochen ühlen), nu als Ausgangspunk ü die
Beg ündung eine on de jenigen de al en Sozialpoli ik nich nu
in de Beu eilung einzelne ih e Ein ich ungen und Maßnahmen,
sonde n ih e Mo i e, Ziele und Me holden abweichenden Au assung
da übe , was Sozialpoli ik is , welche Au gabe ih zu äll , e s anden
we den kann. Und das schein mi in den G undzügen des Inhal es
de Achinge schen Sch i seine Bes ä igung zu inden, wie im Nach-
olgenden zu zeigen e such we den soll, indem das die Achinge -
sche on de al en Konzep ion de Sozialpoli ik Un e scheidende
he ausgea bei e wi d.
Aus Adlinge s k i ischen Einwänden e gib sich, daß e mi
Macken o h in de Ablehnung eine schich en- ode g uppenspezi isch
bes imm en Sozialpoli ik übe eins imm ; Sozialpoli ik iß nach ihm
„ein um assendes Einwi kungsgebie inne halb de Gesam gesell-
scha " (a.a.O. S. 58). Übe eins immung mi Macken o h bes eh auch
da in, daß Achinge de Un e scheidung de e schiedenen A en de
Hil eleis ung nach de He kun und A de zu bekämp enden No -
s ände keine Bedeu ung beimiß ; „de Un e schied de T äge und
de gese zlichen Mo i a ionen de Leis ungen spiel ü den einzelnen
(au den nach de neuen Leh e die Sozialpoli ik abges ell is ) keine
e hebliche Rolle" (S. 80). Dagegen weis Achinge de Sozialpoli ik
ein iel wei e gezogenes Feld de Wi ksamkei zu als Macken o h,
dessen Besch änkung au die de EinkommensumVe eilung dienenden
Sozialleis ungen ü ihn keine Gül igkei ha .
Achinge cha ak e isie in seinem Buch i el die on ihm e -
e ene Sozialpoli ik als GeselLscha spoli ik in dem Sinne, daß sie
es mi den Folgen des P oize&ses de Indus ialisie ung nich ü das
Ve häl nis de G uppen de induß iezei al e lichen Wi scha s-
gesellschai , sonde n ü die Lebens o men de Be ölke ung zu un
ha . Die Folgen de Indus ialisie ung ü die Lebens o men de Ge-
sellscha sind o allem daß E gebnis de du ch Au kommen und
Ausb ei ung des Fab ikwesens ausgelös en Wande unigen, de de
Indus iewi scha eigenen neua igen A bei e o men, de ih en -
sp echenden Einkommens o men und de „dami einhe gehenden
Wandlungen de Familie und des gene a i en Ve hal ens" (S. 23).
Die einsei ige O ien ie ung de Sozialpoli ik an de A bei e age
habe den Blick ü diese die Gesam gesellscha e g ei enden, die
Lebens o men de gesam en Be ölke ung e ände nden Folgen de
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391 Gesellscha spoli ik 7
Indus ialisie ung e schleie . Nu und e s mi de Zu ückd ängung
des Zusammenhanges ide Sozialpoli ik mi de A bei e age (also
ih e g uppenmäßigen Aus ich ung) e möge diese um assende und
allgemeine Aspek , die g undlegende Ve ände ung de Lebens o men
in de Indus iege/sellscha , zum kla en Bewuß sein zu gelangen, und
dami gewinne (dann auch die Sozialpoli ik den ih zukommenden
Sinn und Au ag, als „ein um assendes Einwi kunigsgebie inne halb
de Gesam gesellscha " (S. 58) an de Scha ung neue Lebens-
o men mi zuwi ken.
II
1. De am meis en in die Augen (Sp ingende Bes and eil de gegen-
wä ig in so» eichem Maße ausge eil en Sozialle iß ungen sind die aus
den e schiedens en Anlässen, an 'die e schiedens en Pe sonenk eise,
in den e schiedens en Fo men gewäh en Einkommenshil en. Au sie,
au das du ch sie au gewo ene P oblem de „zwei en Einkommens-
e eilung" und ih e Bedeu ung ü den Wi scha sk eislau , abe
auch au die Möglichkei en on (und (zugleich Bedenken gegen)
Übe schneidungen und Kumula ionen im Zuge des P ozesses de
Einkommenisum,Ve eilung nachd ücklichs hingewiesen zu haben, wa
eines de allgemein ane kann en (bis (zu S unde in de P axis abe
leide ziemlich wi kungslos gebliebenen) Ve diens e, die sich Macken«
o h du ch seine sozialwissenscha licben Ve ö en lichungen e -
wo ben ha . Die p ak isch so e hebliche Bedeu ung de Einkommens-
hil en und de Ums and, daß ihnen Achinge einen besonde s b ei en
Raum in seine Sch i zumiß , ech e igen es, auch hie die Be-
deu ung de mi de Indus ialisie ung e bundenen neua igen Ein-
kommens o mien ü die Lebens o men de Be ölke ung in den Vo -
de g und zu üdcen.
Den Ausgangspunk de Achinge s che n Übe legungen hie zu bilde
die in Übe eins immung mi Macken o h6 ge o ene Fes s ellung, daß
das ühe e (ide bäue lich-handwe klichen Wel eigene) „Besi zden-
ken" on dem Einkommensdeniken abgelös wo den is . „Heu e
dominie de Einkommensbeg i in allen Schich en66 ( om Ve as-
se he o gehoben); „ ü die Masse de Be ölke ung . .. ha sich de
Übe gang om Besi z- zum Einkommens denken ohne die bü ge liche
Z wischen pha s e [ om „bäue lich-handwe klichen Besi zdenken zum
Lohndenken des ,A bei e s4"] ollzogen" (S. 33). Hie au be uhe „die
Ha näckigkei , mi de die .Sozialpoli ik den A bei nehme als den
schlech hin Schu zbedü igen bezeichne . Gleichzei ig wi d die be-
queme Vo s ellung beibehal en, daß de Landbesi ze , de selbs än-
6 Siehe diesen, a.a.O., S. 40: „Besi z und Eigen um siche n nich meh die Sozial-
lage eine Familie ühe Gene a ionen."
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8 Ge ha d Alb edi 392
dige Handwe ke , de Gas wi eo ipso nich schu zbedü ig seiii
könne ..." (S. 34). Wäh end das ühe e („au oma isch ans de P o-
duk i i ä des Besi zes" gesiche e) Einkommen Haushal s-, Familien-
einkommen gewesen is , is das Lohneinkommen en sp echend den
neuen A bei s o men de indus iellen Gesellscha „zu echenba es
Indi idualeinkommen". Da de A bei se ag nich de Familie, son-
de n „«zunächs dem Indi iduum" zu äll , bleib es „dann öllig
o en, wie isich ein Familien e band .. . du ch die Kombina ion on
solchen Indi idualeinkommen wiede lebens ähig mach " (S. 34/35).
Hie habe auch das Ge ühl de wi scha lichen Unsiche hei seinen
G und, ihm „lieg das Fak um zug unde, idaß die neue Einkommens-
o m wei wenige als alle ühe en geeigne is , Indi idualeinkom-
men eibungslos in Haushal seinkommen umzuse zen. Wäh end die
Gewohnhei , in Hau shal en zusammenzuleben und zu wi scha en,
beibehal en wi d, we den dami zugleich No lagen gescha en, es
we den Haushal smi giliede on Un e hal smi eln en blöß , ganz
unabhängig da on, daß die Summe alle Einkommen p o Kop de
Be ölke ung k ä ig ans eig " (S. 37). Dem so ausgep äg indi idu-
ellen Cha ak e des A bei seinkommens s eh die Ta sache gegen-
übe , daß „alles A bei nehme einkommen ... im höchs en Maße on
P oduk ionsplänen abhängig is , die wei obe halb de Sphä e des
einzelnen es geleg we den und denen de A bei e öllig un e -
wo en is " (S. 35). Aus dem Ums and abe , „daß jede einzelne
E olgs- und Lohnan eil das P oduk eine as unübe sehba en
Koope a ion sei", e klä Adlinge einmal die „eigen ümliche Fo m
de Solida i ä de A bei e ", sodann abe auch „ih e e häl nis-
mäßig ig oße Be ei scha , eine Um e eilung on Einkommen [du ch
Bes eue ung und Bei agsleiis ung] in ih e Schich zuzus immen. Im
G unde is das neue, ganz au das eie Einzelindi iduum zuge-
spi z e Lohneinkommen ga nich sak osank " (S. 36).
Mi de Gegenübe s ellung om „Besi z" (Eigen um) und Einkom-
men zu Kennzeichnung des Un e schiedes de wesen lichen ma e iel-
len Exis enzg undlage in de oi indus iellen Zei und im Zei al e
des Indus ialismus mi seinen sozialen Folgen und den aus ihnen
sich e gebenden An o de ungen an die de Fö de ung de Volkß-
wohl ah dienende Poli ik weis Achinge gewiß zu e end au eine
ü den Wandel de sozialen Ve häl nisse un e dem Ein lüsse de
indus iellen En wicklung en scheidende Ta sache hin. Mi dem Sa ze
abe : „Heu e dominie de Einkommensbeg i in allen Schich en"
.
e allgemeine e einen Ta bes and, dessen nich gene elle, sonde n
nu ode doch o wiegend spezi ische Gül igkei ü Au gabens ellung
und Ziel ich ung de mode nen Sozialpoli ik bes immend gewesen
is . Die Dominanz des Einkommens is ü die mi dem Au kommen
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399 Gesellscha spoli ik 15
Lebens o men de midus iezei al e lichen Gesellscha haben au die-
sem Gebie eine g oße Reihe ganz neua ige P obleme au gewo en,
die eine um assende und allgemeine, also nich au die Bedü nisse
eine bes imm en Be ölke ungsg uppe abges ell e Lösung e o de n,
die also auch nich im Rahmen de mi gu em Bedach ü die A bei -
nehme scba gescha enen sozialen K anken e siche ung zu e olgen
e moch e.
Ande e Au gaben, de en E üllung zu Behebung nach eilige Fol-
gen de Wi scha sen wicklung ü die Gesellscha sich als d inglich
e wies, sind on gemeinnü zigen, on ide eien Wohl ah sp lege ge-
scha enen O ganisa ionen und on 'de kommunalen Selbs e wal ung
in Ang i genommen wo den. Sie haben in manchen Be eichen so-
wohl dem Um ange als auch de Leis ungsquali ä nach eine Lösung
ge unden, wie sie nu du ch idie selbs losen und op e be ei en Be-
mühungen on du ch einengende Vo sch i en und schema ische Zu-
messungen nich behinde en T äge n soziale Hil sa bei , in de sich
die e o de lichen ma e iellen Hil en mi p lege ischen, om Mensch
zu Mensch wi kenden Bemühungen e binden, e eichba wa . Vieles
hie on is spä e in den Au gabenbe eich de ö en lichen Fü so ge
übe gegangen, zum nich ge ingen Teil un e dem Ein lüsse de e -
mögen e nich enden Folgen des e s en Wel k ieges ü die T äge
de eien Wohl ah sp lege, zum Teil abe auch un e dem Ein luß
eines Wandels de Anschauungen in diesen F agen, wonach de
Rech sansp uch au Sozialhil en un e bes imm en Bedingungen und
s enge Leis ungs egelung als zei gemäße Fo sch i gal en, iel ach
ge ö de du ch das D ängen und die Fo de ungen poli isch ein luß-
eich gewo dene Ve bände, in denen sich die soziale Bewegung ih
Ak ionsins umen gescha en ha e.
An Bemühungen, die S ö ungen, die mi dem Übe gange zu on
G und au e ände en Wi scha s e häl nissen ü die Lebens o men
de Gesellscha e bunden wa en, zu bekämp en, die Bedingungen
ih e Anpassung an die neuen wi scha lichen und sozialen Gegeben-
hei en zu e besse n, und das heiß , die Au gaben in Ang i zu neh-
men, die nach Achinge den Ke n de „en al e en Sozialpoli ik" des
Indus iezei al e s bilden, ha es also in Deu schland (wie in ande en
Lände n) nich ge ehl . Sie lie en neben den Maßnahmen he , die
zuguns en de in besonde em Maße ge äh de en neuen Schich de
Lohna bei e im In e esse des wi scha sgesellscha lichen G uppen-
ausgleichs e g i en wu den; ihnen wu de in de Sys ema ik de
sozialen Au gaben und Leis ungen in de P axis wie in de Wissen-
scha eine Sonde s ellung gegenübe den du ch die A bei e age
au gewo enen P oblemen zugewiesen.
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16 Ge ha d Alb ech 400
III
1. Auch wenn Achinge 'die F age, ob e mi de on ihm um isse-
nen „Soizialpoli ik als Gesellscha spoli ik" die No wendigkei eine
allgemeinen Neuo ien ie ung de Sozialpoli ik eine Au assung, die
sich, wie mi schein , dem unbe angenen Lese seine Sch i au d än-
gen muß — ha beg ünden wollen, in den hie übe on Pe son zu
Pe son ge üh en E ö e ungen e nein ha , emp iehl es sich doch,
die (beiden — im Sinne de Achinige s eben Gedankengänge und de
äl e en Konzep ion — de Sozialpoli ik ges ell en Au gaben: Ein-
wi kung au die Ges al ung de Lebens o men de Be ölke ung im
Indus iezei al e (de Kü ze halbe als neue Soizialpoli ik bezeich-
ne )
und
Einwi kung im Sinne des wi scha sgesellscha lichen G up-
penausgleichs (al e Sozialpoli ik) einande an i he isch gegenübe zu-
s ellen und die Un e schiede de ü ih e E üllung maßgebenden
Ausgangspunk e (ih e Mo i e), de ihnen gese z en Ziele und de zu
ih e E eichung angewand en Mi el umd Me hoden au zuweisen.
Denn die Gewinnung möglichs e Kla hei übe die hie o liegende
Ve schiedenhei de Aspek e, un e denen die (sozialen P obleme de
Ve gangenhei und Gegenwa gesehen we den, is Vo ausse zung ü
die Bean wo ung de F age, ob und wie sie sich gegensei ig als Teile
eine de sozialen Wi klichkei in um assende e Weise als bishe
ge ech we denden Be ach ung e gänzen.
a) Die Kennzeichnung de Sozialpoli ik als Gesiellscha spoii ik im
Ti el de Achinge schen Sch i läß den Un e schied seine sozial-
poli ischen Konzep ion gegenübe de jenigen ih e ühe en Ve e e
nich e kennen. Auch die al e Sozialpoli ik wa Gesellscha spoli ik.
Sowohl die al e wie die neue Sozialpoli ik ha es mi , wenn auch in
e schiedene Weise, soziologisch ele an en E scheinungen und Vo -
gängen zu un. Wenn die Sozialpoli ik Achinge s, wie aus dem Ti el
seine Sch i und ih em Inhal zu olge n is , als Gesellscha spoli ik
de al en Sozialpoli ik gegenübe ges ell e schein , so soll dami o en-
ba zum Ausd ude geb ach we den, daß Objek de Maßnahmen
de
Sozialpoli ik
nich
eine bes imm e Gesellscha sg uppe, die A bei -
nehme scha — ode (allgemeine und ich ige ) übe haup i gend-
welche Einizelg uppen de nach bes imm en Posi ions- und Funk ions-
me kmalen gegliede en Wi scha sgesellscha — sind, sonde n daß
ih Objek die Gesam hei de Einzelgliede de Gesellscha un-
abhängig on ih e Zugehö igkei zu bes imm en G uppen de Wi -
scha sgeseilscha bilde .
b) Die
neue
Sozialpoli ik ha zum
Ausgangspunk
, ih sie e -
u sachendes Momen is die du ch den P ozeß de Indus ialisie ung
bewi k e Ve ände ung de Lebens o men de Be ölke ung. Was dami
gemein is , wu de im Vo ausgehenden zu zeigen e such . Die
al e
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401 Gesellscha spoli ik 17
Sozialpoli ik ha einen ande en Ausgangspunk , nämlich das Ve häl -
nis de G uppen de Wi scha sgesellscha un e einande , und zwa
un e dem Gesich spunk e de Bedeu ung dieses Ve häl nissies ü Be-
s and und En wicklung de Gesellscha als Ganzem.
(Es kann und soll hie unbe ücksich ig bleiben, daß Achinge den
Beg i de Sozialpoli ik au die Ve häl nisse de indus iezei al e -
lichen Gesellscha einsch änk , wäh end die al e Leh e on de Sozial-
poli ik Gül igkei ü die Gesellscha in ih em his o ischen Wandel
beansp uch , also den F agen gil , die sich aus dem Ve häl nis de
G uppen de Wi scha sgeßellscha ebenso in den al en Hochkul u en
und in de An ike wie ¡in de o indus iellen Zei de nachan iken
Wel und in de en En wicklungss adium des Indus ialismus e geben.
Achinge besch änk sich in seinen Übe legungen au die on ihm
so benann e „en al e e Sozialpoili ik" (des Indus iezei al e s), ihm
geh es allein um die ak uellen F agen de Gegenwa . Dami leis e
e eine auch om S andpunk e de Anliegen de al en Sozialpoli ik
uch ba e A bei ; denn auch un e ih em Aspek is es no wendig,
daß die in de Gegenwa sich s ellenden P obleme nich nach den
Gegebenhei en de An änge des Indus ialismus und seine e s en
En wicklungss adien gesehen we den, ielmeh die in Wi scha und
Gesellscha einge e enen Ände ungen olle Be ücksich igung inden.
Die Besch änkung de Sich abe au die Gegenwa bi g die Ge ah
in sich, daß mi de Igno ie ung de Rolle, welche die soziale F age
im his o ischen Gesam geschehen spiel , de Blick ü die geschich s-
m äch ige Bedeu ung e schleie wi d, die de sozialen F age als dem
Gegens ande de Sozialpoli ik und dami ih e G undp oblema ik zu-
komm .)
c)
Au gabe und Zweck
de Sozialpoli ik
nach de neuen Konzep ion
is es, au die Ges al ung de Lebens o men de Be ölke ung, d. h.
de Einzelgliede de Gesellscha schlech hin, in dem Sinne einzu-
wi ken, daß de en Wohlbe inden un e den du ch den P ozeß de
Indus ialisie ung gescha enen Ve häl nissen nach Möglichkei ge-
wäh leis e wi d. Au gabe und Zweck de
al en
Sozialpoli ik is es,
die zu allen Zei en on de de jeweils bes ehenden Wi scha s e -
assung gemäßen G uppengliede ung de Wi scha sgesellscha aus-
gehende, on den mi ih no wendige weise e bundenen In e essen-
un e schieden und -gegensä zen bes imm e soziale Dynamik in Bahnen
zu lenken, de en Ve olgung es e möglich , die Gesellscha als Gan-
zes, ih e Funk ions- und Leis ungs ähigkei , dami zule z Volk und
S aa o E schü e ungen und ie g ei enden S ö ungen zu bewah en.
Fü die Au gaben- und Zweckbes immung de so e s andenen Sozial-
poli ik gil die Kennzeichnung, die Ro h els7 ü die Bisma cksche
7 Hans Ro h els, Bisma ck und de Os en, in: Bisma ck, de Os en und das Reich
(Da ms ad 1960), S. 102.
2 Schmolle s Jah buch 81, 4
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18 Ge ha d Alb echl 402
Sozialpoli ik gegeben ha ; ih lieg de s aa liche O dnungsgedanke
— O dnung zwischen den Klassen (bzw. Gesellscha sg uppen) — zu-
g unde; sie bezweck O dnung -de Gesellscha im S aa .
d) Die Mi el de neuen Sozialpoli ik sind au die Einzelgliede
de Gesellscha bzw. die le z e soziale Einhei de Gesellscha , die
Familie, im wi scha lichen Sinne den Familienhaushal , ge ich e .
Die Abwendung om Unzu äglichkei en in diese indi iduellen bzw.
Familiensphä e sind ih Endzweck. Die Mi el de al en Sozialpoli ik
haben den Ausgleich zwischen den G uppen de Wi scha sgesell-
scha zum Ziel. Ih e Wi kung au de en Einzelgliede is nich End-
zweck, sonde n nu wiede um Mi el zu dessen E eichung, des Aus-
gleichs de Posi ions- und In e essenun e schiede de G uppen de
Wi scha sgesellscha . Sie inden dahe au diejenigen G uppen de
Wi scha sgesellschia und ih e Zugehö igen Anwendung, die in-
olge ih e S ellung in ih benach eilig , u. U. in ih e Exis enz ge-
äh de sind. Sowei sie, wie e wa in .de Fo m de Sozial e siche ung,
als Einkommenshil e zu Anwendung kommen, is die ma e ielle
Besse ung de Lage de G uppenzugehö igen nich Endzweck, son-
de n eines de Mi el, um g uppenausgleichend zu wi ken und da-
du ch dem Wohle de Gesam geseilscha zu dienen. Achinge s Ein-
wand (de eich mi demjenigen Macken o hs deck ), daß seh iele
Angehö ige ande e Be ölke ungsk eise in höhe em Maße als die
A bei nehme , besonde s au G und on Einwi kungen und Folgen
des K ieges, schu zbedü ig sind (ode wa en), e kenn , daß im
Sinne de al en Sozialpoli ik de indi iduell gewäh e Schu z nich
Endzweck, sonde n Mi el zum Zwecke de Fö de ung des Wohles de
Gesellscha als Ganzen is . (So is es auch ein Miß e s ändnis, daß
nach Meinung de Ve e e de Sozialpoli ik im übe kommenen
Sinne Handwe ke und Baue n, ode we imme es sei, nich auch
schu z oedü ig sein könn en. Ih e Meinung wa und is es ielmeh ,
daß die ihnen gegebenen alls selbs e s ändlich auch zukommende
Hil eleis ung nach ande en Gesich spunk en, mi ande en Mi eln zu
gewäh en sei, so e n es .sich um indi iduelle Nö e, und nich solche
de wi scha sgesellscha lichen G uppe, de sie angehö en, handel ,
als denen, die den Mo i en und Zielen de Sozialpoli ik als Ins i u-
ion des sozialen G uppenausgleichs im Diens e de Gesam gesell-
scha en sp echen. In ühe en Geschich spe ioden haben die Ve -
häl nisse im Handwe k und o allem in de Landwi scha die So-
zialpoli ik au den Plan ge u en. Es sp ich ieles da ü , daß die
Sozialpoli ik de Gegenwa und Zukun angesich s de den wi -
scha lich selbs ändigen Mi elschich en d ohenden und das wi -
scha sgesellscha liche Gleichgewich s ö enden Ge ah en hie o
neuen Au gaben s eh .) Un e den Mi eln de al en Sozialpoli ik
i im Lau e de Zei die Bedeu ung de ma e iellen Exis enzhil en
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403 Gesellscha spoli ik 19
o solchen Maßnahmen zu ück, die de Menschenwü de de wi -
scha lich Unselbs ändigen Gel ung e scha en, dem beg ünde en Ve -
langen de in unselbs ändige S ellung Wi schia ß ä igen Rechnung
agen, ak i und als gleichbe ech ig e Gliede de Wi scha sgesell-
scha an de Ges al ung ih es eigenen Schicksals eilzunehmen.
2. An die Ve e e de neuen Sozialpoli ik iß die F age zu ich-
en, ob sie de Meinung sind, daß die P obleme, an de en Lösung
mi zuwi ken das Anliegen de Sozialpoli ik im übe kommenen Sinne
wa , obsole gewo den sind ode an D inglichkei e lo en haben,
e wa als E gebnis de En wicklung in den jüngs en Phasen des In-
dus ialLsmus. Nach de sozialpoli ischen Konzep ion Macken o hs is
die F age o enba im bejahenden Sinne izu bean wo en. Dem is en -
gegenzuhal en: in eine nich zen al di igie en Wi scha is ein
Zus and im Ve häl nis de wi scha sgesellscha lichen G uppen ohne
einande wide s ebende und dahe ausgleichßbedii ige In e essen-
s ebungen, die sich ohne geeigne e Gegenwi kung leich zu dem Ge-
sam wohl ab äglichen Gegensä zen mi de Folge ih es kämp e-
ischen Aus ags en wickeln können, nich denkba . Das hie mi e -
bundene Risiko- ü den soizialen F ieden und die zu Siche ung hie -
gegen zu e g ei enden Maßnahmen sind und we den imme de P eis
bleiben, den die Gesellscha ü die Bewah ung de F eihei zu en -
ich en ha .
In de Achinge sehen Sch i inden sich dagegen Hinweise, daß e
den diesem gesellscha lichen Siche ungse o de niß dienenden Au -
ag ide Sozialpoli ik auch ü die Gegenwa als gül ig ane kenn 8.
Die Ausschließung ¡abe de mi de A bei e age — und nich mi
ih allein, sonde n p inzipiell mi de G uppengliede ung de Wi -
scha sgesellscha , die »auch nich nu den Cha ak e de klassen-
mäßigen Gegensä zlichkei zu agen b auch — ges ell en P obleme
aus de Behandlung de Sozialpoli ik9 läß sich schlech mi dem im
Ti el de Sch i „Sozialpoli ik als Gesellscha ßpoli ik" bezeichne en
Anliegen in Einklang b ingen; denn e b ing , wie he o gehoben
wu de (III, 1), auch das gesellscha spoli ische Anliegen de al en
Sozialpoli ik zum Ausd uck. So bes eh Anlaß zu de Ve mu ung, daß
nach Achinge s Meinung die du ch die A bei e age au gewo enen
P obleme ih e Lösung auch du ch die Maßnahmen de de Einwi kung
au die Ges al ung de Lebens o men de Be ölke ung dienenden
Sozialpoli ik zu inden e mögen, da diese — nach Madien o hs Fo -
8 So sag Achinge im Hinblick au die A bei e age, es we de on ihm nich
behaup e , daß diese „als solche, e wa als P oduk de Klassengegensä ze, in de
Gegenwa nich meh exis ie e" (a.a.O., S. 13).
9 Mi den Wo en: „De An agonismus de heu igen Klassen als o enes ode la-
en es wi scha liches Agens is nich unse Gegens and", den ielmeh de „Be-
eich de Sozialpoli ik, wie e sich in unse em Jah hunde und insbesonde e in den
le z en Jah zehn en wei e en wickel ha ", bilde (a.a.O., S. 13).
2*
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20 Ge ha d Alb ech 404
mulie ung — nich schich enspeizi ischen, sonde n o alen Cha ak e
äg , in ih en Wi kungsbe eich dahe auch diejenigen Ta bes ände
und Vo gänge einbezogen sind, die das Objeik de Sozialpoli ik al e
Konzep ion bilden. Wenn das die Meinung is — wo ü de on
Achinge e schieden lich he o gehobene Ums and sp echen könn e,
daß wich ige, de Einwi kung au die Lebens o men de Be ölke ung
dienende Maßnahmen aus -solchen he o gegangen sind, die als Mi el
de al en Sozialpoli ik gedien haben —, so is dem en gegenzuhal en:
Die Zielkla hei des Handelns wie das Bewuß sein de ihm nach de
Au gabens ellung, die seine Rich schnu bilde , und nach den Um-
s änden, un e denen es sich abspiel , gezogenen G enzen müß e
leiden, wenn nich (zwischen den du ch die soziale F age, d.h. die
wi scba s e assungsbeding en Spannungen zwischen den G uppen
de Wi scha sgesellscha , und den du ch Unzu äglichkei en im in-
di iduellen Dasein und dessen ma e iellen G undlagen au gewo enen
sozialen P oblemen un e schieden wü de. Die soziale F age, die du ch
sie ausgelös e soiziale Dynamik, wie sie sich auch in de Gegenwa
deu lich genug in den Auseinande se zungen de wi scha sgesell-
scha liehen G uppeno ganisa ionen äuße , is ein so schicksalha es
Elemen des geschich lichen Geschehens, daß alle Anlaß bes eh , die
zu ih e Meis e ung aus G ünden des Volks- und S aa swohls e o de -
lichen En scheidungen allein aus diese Sich zu e en, auch — und
ganz besonde s — dann, wenn al e Pa olen de sozialen Bewegung,
wie die klassenkämp e ischen, du ch neue, wie e wa die Fo de ung
eine „wi scha sdemok a isch" o ien ie en Umges al ung de be-
s ehenden Wi scha s e a&sung mi els kollek i gelenk e wi -
scha liche A bei nehme -Mi bes immung10, abgelös we den. Es han-
del sich bei .dem, was do und hie als Au gabe und Ziel de Sozial-
poli ik e e en wi d, um g und e schiedene Dinge, i&o daß mi den
do emp ohlenen Ak ionen nich die hie ins Auge ge aß en P o-
bleme gelös we den können. Do geh es um das selbs e s ändlich
imme zu e s ebende und e o de lichen alls du ch hie zu geeigne e
Maßnahmen zu ö de nde Wohlbe inden de Be ölke ung, de Fa-
milien und de Einzelnen, hie dagegen um eine de G undbedingun-
gen, on denen die Siche ung de Exis enz, die Leis ungsk a , die
Be ähigung on Volk und S aa abhäng , den ihnen imme neu ge-
s ell en Au gaben, de en E üllung imme neu on Gegenk ä en im
Inne n wie on außen bed oh is , gewachsen zu sein.
3. Es is o ensich lich, daß alle Übe legungen, Aussp achen und
Auseinande se zungen übe die dem in Deu schland bes ehenden
Wi scha ssys em, de Ma k wi scha , und de ih gemäßen Wi -
10 Von diese „wi scha so dnungspoli ischen" is die „sozialpoli ische" Mi be-
s immungs o de ung zu un e scheiden (wie ich in eine besonde en S udie da legen
zu können ho e).
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405 Gesellscha spoli ik 21
scha spoli ik angemessene „sozialpoli ische" Ak i i ä , die gegen-
wä ig in de Ö en lichkei — in den Regie ungsäm e n, in den Pa -
lamen en, in den O ganisa ionen de In e essen eng uppen, in de
P esse — einen «so b ei en Raum einnehmen, un e de wei e b ei-
e en Unkla hei übe die Ve schiedenia igkei de Anlässe zu sozia-
lem Eing ei en und de mi ihm bezweck en Wi kungen leiden. Es
is — z. B. in den zu Beginn diese Da legungen e wähn en Ve hand-
lungen de Ak ionsigemeinscha Soziale Ma k wi scha übe «sinn-
olle und sinnwid ige Sozialpoli ik11 — de Wissenscha nich zu
Un ech o gewo en wo den, daß sie es e absäume, Wegweise ü
die O ien ie ung in den sozialen F agen e ich en zu hel en. Die de
Wissenscha zu E üllung diese ih unbezwei elba obliegenden Au -
gabe zu Ve ügung s ehenden Mi el sind die Analyse de Ta sachen
und die Klä ung de Beg i e.
Fü diese Beg i sklä ung s ell es, wie ich meine, einen un-
e läßlichen Bei ag da , in E inne ung zu b ingen, welche Au gaben-
be eich bishe mi dem Beg i ^Sozialpoli ik" in P axis und Wissen-
scha seine Abg enzung ge undein ha e. Hie und da begegne man
de Meinung, ge ade das e möge wenig zu Klä ung beizu agen;
denn mi dem Wandel de Gegebenhei en in de Wi klichkei ände en
sich auch die Beg i sinhal e. Es wi d hie u. a. au den Beg i „So-
zialismus" hingewiesen; Sozialismus sei um die Mi e des zwanzigs en
Jah hunde e e was ande es als e wa ein Jah hunde zu o . Wie be-
denklich es jedoch is , das Wo Sozialismus zu Kennzeichnung on
E scheinungen und Vo gängen oide auch on gedanklichen Konzep-
ionen un e his o ischen (ma e iellen und geis igen) Bedingungen
zu e wenden, die sich g undlegend on denen zu Zei seine u -
sp ünglichen P ägung un e scheiden, und das dami zu beg ünden,
daß un e dem Ein luß geschich liche Wandlungen de in dem Wo
„Sozialismus" sich ausd ückende Beg i sinhal eine Ände ung e -
ah en ha , wi d du ch den Hinweis au Sinn e älschungen deu lich,
wie sie o enkundig e wa in de Kennzeichnung de Pla onschen
Leh e on de ech en O dnung on Gesellscha und S aa als Sozia-
lismus ode abe in de jüngs en Zei angehö enden Wo p ägungen
wie „P eußische Sozialismus" (Oswald Spengle ) ode gia wie „Na-
ionalsozialismus" ode „Deu sche Sozialismus" (We ne Somba 12)
ih en Ausd uck ge unden haben. Sozialismus mein nich i gendeine
A de Gesellscha s- und Wi scha sges al ung, sonde n eine solche,
die bes imm e, wenn auch au e schiedenen Wegen und in un e -
schiedlichen Fo men izu e wi klichende G undelemen e au weis , die
den Ve künde n eine glückliche en Zukun de Menschhei — an-
11 a.a.O., u. a. S. 78.
12 Siehe hie zu des Ve asse s S ellungnahme in den Jah büche n ü Na . und
S a ., Band 140 (1934), S. 601 .
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22 Ge ha d Alb ech 406
ge angen on den U opis en des ausgehenden Mi elal e s übe ih e
Nach ah en im 17. und 18. Jah hunde und die a ionalis ischen Ge-
sellscha sges al e bis zu den Ve e e n des wissenscha lichen So-
zialismus — gemeinsam sind: die E se zung de dezen alisie en
du ch eine i gendwie ges al e e zen ale Planung im Be eiche de
Wi scha und die in i gendeine Fo m du chge üh e Ve gesellscha -
ung de P oduk ionsmi el. „Sozialdemok a ie" als Lei bild ü die
Ges al ung de Wi scha e- und Gesellscha so dnung is , beding
du ch die Ve schiedenhei de die e s eb e Ges al ung bes immenden
G undelemen e und dami de Beg i sme kmale, e was ande es als
das du ch die Ve e e des Sozialismus gep äg e Lei bild.
De Beg i „Sozialpoli ik" is im 19. Jah hunde zu Kennzeich-
nung bes imm e Maßnahmen gep äg wo den, die als geeigne zu
Übe windung wiede um bes imm e , du ch die Indus ialisie ung he -
o ge u ene soziale S ö ungen angesehen wu den; e is dann in
de wissenscha lichen Li e a u auch zu Kennzeichnung analoge
(den wi scha lichen und sozialen Zei e häl nissen gemäße ) Maß-
nahmen in de o indus iellen Zei und in ühe en Geschich s-
epochen e wand wo den. E um aß e keineswegs alles das, was sich
im Bewuß sein de Menschen de Gegenwa mi den zahl eichen und
übe aus un e schiedlichen A en und Fo men de au indi iduelle
Wi kung ge ich e en sozialen Hil eleis ung e binde . Die Bezeich-
nung
solche
Hil eleis ungen als „sozial64 b ing die Ve an wo lich-
kei de Mi menschen und de ü ih e Gewäh ung in Be ach kom-
menden übe indi iduellen Ins anzen ( eien O ganisa ionen und
ö en lichen Kö pe scha en) ü die aus welchen G ünden imme
No leidenden und Geschädig en zum Ausd uck. De Wo bes and eil
„sozial" in dem on P axis und Wissenscha wei hin ane kann ge-
wesenen Beg i „Sozialpoli ik66 ha einen ande en Sinn; in ihm
sp ich sich die Ve an wo lichkei de im S aa poli isch o ganisie en
Gesellscha ü de en Wohl und Gedeihen (nich nu ü das Wohl
ih e Einzelgliede ) aus. Die in diesem Sinne als sozial bezeichne e
Poli ik bezweck , die den Zugehö igen wi sclia s e assungsbeding
benach eilig e G uppen de Wi scha sgesellscha e wachsenden
Schäden und Ge ah en zu beheben, um zu e hü en, daß sie zum
Anlaß de En s ehung on Ge ah enhe den ü die Gesellscha in
ih e Ganzhei we den. (Die Un e scheidung zwischen den p imä de
indi iduellen Wohl ah de Einizelgliede de Gesellscha und den
p imä de en Gesam hei dienenden sozialen Maßnahmen wi d nich
dadu ch hin ällig, daß de E olg de einen auch de Gesam hei und
de de ande en auch den Einzelnen zugu e komm . De E olg im
einen wie im ande en Falle häng da on ab, daß die En scheidungen
übe die zu e g ei enden Maßnahmen au G und olle Kla hei übe
Mo i und Ziel des Handelns ge o en we den.)
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407 Gesellsdia spoli ik 23
Es kann wohl kaum ein Zwei el da übe bes ehen, daß den E -
scheinungen und Vo gängen, in denen nach alle geschich lichen E -
ah ung imme , wenn auch un e sich wandelnden Ges al ungen de
Wi scha s e assung und de ihnen jeweils en sp echenden wi -
schia sgesellscha lichen G uppenbildung, die ü das Schicksal de
Völke und S aa en so bedeu ungs olle soziale F age sich mani es ie ,
auch gegenwä ig und in Zukun Bedeu ung zukomm . Die in s än-
dige Ve ände ung beg i ene Wi scha sges al ung mi ih en Folgen
ü das Ge üge de Wi scha sgesellscha , de Wandel des Gewich s
und de Bedeu ung des Bei ags ih e G uppengliede ü Leis ung
und E olg de Wi scha , die En wicklung, die sich au dem Felde
de Poli ik ollzieh und ih en Niede schlag in Wandlungen de s aa -
lich-poli ischen Willensbildung und des s aa lichen Au baues, e ne
in solchen de zwischens aa lichen Beziehungen und in de En -
s ehung übe s aa liche Bildungen inde , alles dieses s ell auch die
Sozialpoli ik im übe kommenen Sinn imme wiede o eine Fülle
neue und neua ige P obleme — nich nu im Be eiche de ein-
zelnen Lände , sonde n auch im Wel maßs äbe, z. B. auch im Hinblick
au die bedeu same Au gabe, die ganze Menschhei bed ohende soziale
E schü e ungen du ch sozial o ien ie e und die Eigena de so-
zialen Ve häl nisse in den in Be ach kommenden Gebie en be ück-
sich igende Hil eleis ungen de in ih e wi scha lichen En wicklung
o gesch i enen izuguns en de in al en, ü die Ve so gung ih e
Völke nich meh aus eichenden Me hoden de Wi scha s üh ung
und in unzulänglichen Fo men ih e gesellscha lichen O dnung
s eckengebliebenen Lände zu e hü en; ih e ech e E üllung e -
o de auße dem g ündlichen S udium de wi scha lichen und so-
zialen Ve häl nisse und de sie bedingenden K ä e in den de Hil e-
leis ung bedü igen Gebie en die Besinnung au die G undlagen und
- agen de Sozialpoli ik.
Aus allen diesen Übe legungen wä e es gewiß zweckmäßig, den
Beg i „Sozialpoli ik" auch wei e hin in de gekennzeichne en Be-
g enzung ih e Au gabens ellung und Zweckbes immung den Maß-
nahmen zu Meis e ung de du ch die soziale F age au gewo enen
P obleme o zubehal en. Das wü de siche lich de Kla hei ih e
Du chdenkung und de Zielsiche hei des ih e Lösung dienenden
Handelns zugu ekommen. Au alle Fälle is es ganz unabhängig on
de F age, ob und inwiewei dami auch in de Ö en lichkei und
do , wo um die Ges al ung dessen, was hie zu E ö e ung s eh ,
ge ungen wi d, also im poli ischen Be eich du chzud ingen is , un-
e läßlich, die e schiedenen A bei s- und Wi kungsibe eiche kla on-
einande zu un e scheiden. De P ak ike de sozialen A bei und
besonde s de Poli ike , ü den das „Soziale" nich nu Gegens and
seine Mi wi kung an de Ges al ung, sonde n auch imme wich igei
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24 Ge ha d Alb ech 408
gewo denes Elemen seine poli ischen Rich ungsbes immung und da-
mi zugleich de Gewinnung poli ischen Anhangs is , is geneig ,
solche Bemühungen e was mi leidig als Ausgebu un uch ba en heo-
e ischen Sys ema isie ungsei e is abzu un. Die sachlich in ollem Um-
ange beig ünde e Besch änkung des Beg i es „Sozialpoli ik" au die
ühe du ch ihn abgeg enz gewesene P oblema ik gegenübe de
Inhäl sauswei ung, mi de das Wo „Sozialpoli ik" in den ö en -
lichen Sp achgeb auch übe gegangen is , inde jedoch ih e Rech -
e igung in de So ge um die sachge ech e E üllung de du ch die
höchs mannig al ige Wi klichkei des gesellscha lichen Lebens ge-
s ell en seh e schiedena igen Au gaben. Sie e o de es, diese nach
den so un e schiedlichen Mo i en, die ihnen zug unde liegen, und
nach den Zielen, de en E eichung sie zu dienen bes imm sind, zu
ennen. Es is dami zu edinen, daß eine solche T ennung in P axis
und Poli ik sich nich du chzuse zen e mag. Um so wich ige is es,
die Einzelgebie e und Einzelmaßnahmen soziale Wi ksamkei nach
den ihnen ¡zug unde liegenden Mo i en und Zielen zu un e scheiden
und zu g uppie en, wie es im olgenden geschieh .
IV
Nu in ganz ku zem Übe blick we den im olgenden die wich igs en
Au gaben meh angedeu e als es um issen, die un e den gegen-
wä ig in de Deu schen Bundes epublik bes ehenden wi scha lichen
und sozialen Gegebenhei en ih e E üllung im Sinne des übe kom-
menen Beg i es Sozialpoli ik ha en. Sodann we den einige ku ze
Hinweise au diejenigen Au gabengebie e s-oiziale A bei — abge-
sehen on de ö en lichen Fü so ge („Soizialhil e") und de ö en -
lichen Ve so gung13 — gegeben, de en nach ih en Mo i en und Zielen
besonde s gea e e P oblema ik es e bie e , sie- den zu o he o -
gehobenen (im übe kommenen Sinne) sozialpoli ischen gleichzuse zen;
13 Die nach ih en Mo i en und Zielen und demen sp echend auch nach den Me-
hoden und Mi eln ih e Au gabene üllung on den un e den Beg i en „Sozial-
poli ik" und „Volkswohl ah spoli ik" zusammenge aß en Zweigen soziale A bei
zu un e scheidende ö en liche Fü so ge ode nach neues e Te minologie „Soziale
No hil e" (indi iduell wi ksame Hil e zum Lebensun e hal und in besonde en Le-
benslagen) und p i a e Wohl ah sp lege eine sei s, die ö en liche Ve so gung
ande e sei s (Behebung ode Milde ung solche No s ände und Schäden, die ih en
U sp ung in s aa liche En scheidungsgewal un e liegenden Vo gängen und Maß-
nahmen haben; hie zu gehö en die Ve so gung de Familien de zum Mili ä - ode
K iegsdiens Einbe u enen, de K iegsbeschädig en und -hin e bliebenen, die En -
schädigung de e , die — e wa du ch E akuie ung, den Bombenk ieg und ande e
K iegseinwi kungen — Leibes- ode Ve mögensschäden e li en haben, e ne die
No - und wi scha liche Eingliede ungshil e zuguns en de im Ge olge des K iegs-
geschehens aus ih e Heima Ve iebenen und de aus poli ischen G ünden aus
abge enn en Gebie en Ge lüch e en) bleiben im olgenden unbe ücksich ig .
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415 Gesellsdia spoli ik 31
daß so manche in de Ve gangenhei dem sozialpoli ischen G und-
au ag en sp ungenen Maßnahmen und Ein ich ungen in de Gegen-
wa , nachdem sie ih e sozialpoli ische Mission e üll haben, im
Diens ande e Au gaben eine wich ige und die Ö en lichkei in be-
sonde s s a kem Maße bewegende und in Ansp uch nehmende Rolle
spielen. Die An o de ungen z. B., die om sozialpoli ischen S and-
punk an die Regelung de A bei szei age zu s ellen sind, haben in
den Indus ielände n, so auch in Deu schland, du ch die einschlägige
Gese zgebung und neue dings besonde s du ch die in Selbs e an -
wo ung de „Sozialpa ne " ge o enen Ve einba ungen ih e — on
besonde s gelage en Fällen ungewöhnliche K ä ebeansp uchung ab-
gesehen — angemessene E üllung ge unden; die in diese F age wei-
e hin zu Diskussion s ehenden Anliegen e mögen ih e Beg ündung
nich meh in de Schu zbedü igkei de Angehö igen eine wi -
scha s e assungsbeding benach eilig en G uppe de Wi scha s-
gesellscha zu inden; ihnen liegen E wägungen und Bes ebungen
ande e A zug unde, un e denen alle dings die — hie sozusagen
im nega i en Sinne — sozialpoli isch du chaus ele an en Mach -
ansp üche de O ganisa ions äge de sozialen Bewegung neben an-
de en, e wa e hischen, e ziehe ischen ode auch s-olchen, die mi de
apide o sch ei enden Technisie ung, z. T. Au oma isie ung de
P oduk ion zusammenhängen, eine besonde s wich ige Rolle spielen.
Auch die aus einem ech en sozialpoli ischen Anliegen he o gegange-
nen und in besonde em Maße als e olg eich und wohl ä ig e wiese-
nen Maßnahmen de Sozial e siche ung haben neue dings ein ih em
U sp ung gegenübe e ände es Ansehen dadu ch e hal en, daß sie
zu einem den sozialpoli ischen Zweck übe höhenden (ihn zum Teil
einschließenden, zum Teil übe ihn hinausgehenden) We kzeug eine
de Ve wi klichung de „sozialen Siche ung" dienenden Poli ik all-
gemeine Einkommensum e eilung gewo den sind. Audi ein so wich-
ige Bes and eil de Sozial e siche ung wie die K anken e siche ung
ha imme meh die Bedeu ung nu noch eines Teilausschni es de
den Rahmen de de Sozialpoli ik ges ell en Au gaben sp engenden
allgemeinen Gesundhei spoli ik angenommen.
F agen wie die de „sozialen Siche ung" und de VolksGesundhei s-
p lege sind wie die des Wohnungs- und Siedlungswesens und de
So ge ü die E hal ung und Fes igung de Familie als des in sich
gesunden G undelemen es de Gesellscha Angelegenhei en de all-
gemeinen Volkswohl ah . Obwohl jede on ihnen ih e eigene P o-
blema ik au weis , können doch die au ih e Ges al ung abzielenden
Maßnahmen als solche de Volkswohl ah spoli ik zusammenge aß
we den. Diese ( on dem s a k poli isch ge ä b en Schlagwo „Wohl-
ah ss aa " und seine Anwendung au die Soizialleis ungen) wohl zu
un e scheidende Kennzeichnung wi d hie ü solche Maßnahmen und
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32 Ge ha d Alb edi 416
Ein ich ungen gewähl , die nich den Bedü nissen nu de Angehö i-
gen bes imm e G uppen de Wi scha sgesellscha zu dienen be-
s imm sind ode , sowei diese Besch änkung ih es Wi kungsbe eichs
in meh ode minde scha e Abg enzung bes eh ode noch au ech -
e hal en is , nich den Ausgleich on G uppenbenach eiligungen zum
Ziele, sonde n die Au gabe haben, die wich igs en Bedingungen de
Wohl ah de un e den Ve häl nissen de mode nen Indus iegesell-
echa lebenden Menschen zu e besse n; da in is wohl auch das An-
liegen Achinge s, die Einwi kung au die Lebens o men de Be ölke-
ung nach den E o de nissen de indus iezei al e lichen Gesellscha ,
en hal en.
Im Rahmen de Volkswohl ah spoli ik nimm die F age de
sozialen Siche ung mi ih e ums i enen P oblema ik einen beson-
de s wich igen Pla z ein. Ih e Ve weisung in den Be eich de hie
als solche de Volkswohl ah bezeichne en sozialen Leis ungen beda
dahe o allem de Beg ündung. Es wu de be ei s da au hingewiesen,
daß die du ch die Sozial e siche ung gemäß ih e u sp ünglichen
Konzep ion ge o enen Maßnahmen auch je z noch einen Teil ih e
sozialpoli ischen Bedeu ung (im übe kommenen Sinne) besi zen. Das
P og amm de sozialen Siche ung und die Me hoden seine Du ch-
üh ung, ganz zu schweigen on den on bes imm en poli ischen und
gewe kscha lichen K eisen e hobenen Fo de ungen ü seine imme
um assende e E wei e ung (bis zu Fo de ung de Gewäh ung eine
bes imm en Mindes en e an alle S aa sbü ge im Sinne de in eini-
gen gep iesenen „sozialpoli ischen Mus e lände n" e wi klich en
allgemeinen S aa sbü ge e so gung) is abe einmal hinsich lich des
be o enen Pe somenk eises iel um assende als es je in de sozial-
poli ischen Konzep ion de Sozial e siche ung gelegen ha e; es be-
uh auch au ganz ande en Mo i en und Zielse zungen als das so-
zialpoli ische P og amm de Sozial e siche ung. Hie au wu de be-
ei s in ande em Zusammenhänge hingewiesen (s. o. II, 2.). He o -
zuheben bleib abe sein sich imme s ä ke du chse zende „wohl-
ah ss aa liche " Cha ak e : die sei de Wäh ungsneuo dnung in
Deu schland as ohne Un e b echung angewachsene Leis ung de
Wi scha e möglich es, Um ang und Maß de sozialen Leis ungen,
die aus imme g öße en Teilen de Be ölke ung au e leg en Zwangs-
bei ägen, aus au dem S eue wege au geb ach en Mi eln de All-
gemeinhei , aus unmi elba on de Wi scha au zub ingenden
Be ägen zu inanzie en sind, imme meh auszudehnen; demen -
sp echend we den die An o de ungen an die sozialen Siche ungs-
leis ungen imme meh e höh und e mögen sich auch (solange de
Au s ieg de Wi scha sleis ung anhäl ) leich du chzuse zen.
Sinn de sozialpoli ischen (im übe kommenen Sinn) Ein ich ung
de Sozial e siche ung wa es, bes ehende Einkommensnach eile de
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417 Gesellscha spoli ik 33
A bei nehme du ch Hil eleis ung hei de Vo so ge ü No älle aus-
zugleichen. Inzwischen sind die ühe en Einkommensnach eile ü
einen e heblichen und wei e zunehmenden Teil de in unselbs än-
dige S ellung Wi scha s ä igen wei gehend behoben; die ihm zu-
zu echnenden A bei nehme sind dadu ch ih en wi scha lichen
Ve häl nissen nach nich meh wei en K eisen de bis o ku zem
dem Ve siche ungszwange nich un e wo en gewesenen Angehö igen
des wi scha lichen Mi els andes un e legen und wie diese in de
Lage, aus eigene K a indi iduell ode im Wege solida ische
Selbs hil e ü den No allsbeda Vo so ge zu e en ode doch an
seine Deckung in ande e Weise und in s ä ke em Maße als bishe
beizu agen. Wenn s a dessen die Vo so gezwangs egelung auch au
wich ige Teile des wi scha lichen Mi els andes — Handwe k, bäue -
lich© Landwi scha — ausgedehn wo den und auch au die eien
Be u e übe zug ei en im Beg i is und on ein luß eiche Sei e die
Fo de ung nach Ein üh ung eine allgemeinen „S aa sbü ge e so -
gung" e hoben wi d, so un e lieg diese En wicklung — de en U -
sachen wei e oben ges ei wu den und de en gesellscha spoli ische
Bedeu ung hie nich e ö e we den soll — on G und au an-
de en T iebk ä en als denen, die ü das sozialpoli ische Handeln im
Sinne des Bemühens um sozialen G uppenausgleich zum Wohle de
Gesam gesellscha bes immend gewesen sind. Die bes ehenden und
on allen Sei en pa eipoli isch und wahl ak isch ausgenu z en so-
zialen Mach e häl nisse lassen e wa en, daß die Fo de ung nach
soziale Siche ung zum unang ei ba en Bes ände kün ige Soizial-
p og amma ik gehö en wi d, daß also de Au assung die Zukun
gehö , daß aus de — zugleich in wei s ä ke em Maße aLs ühe
gesiche en — be äch lichen Anhebung des allgemeinen Wohls andes
nich die Folge ung e s ä k ie indi iduelle Selbs ^e an wo ung
und -Vo so ge gezogen wi d, ielmeh de G undsa z gil , daß e -
höh e Wohls and „wohl ah ss aa lich" zu nu zen und in den Diens
wei e e Kollek i ie ung de sozialen Hil sa bei zu s ellen is .
Diese , wie es schein , nich au zuhal enden En wicklung gegenübe ,
die nich s mi dem G undau age de Sozialpoli ik im übe kom-
menen Sinne zu un ha , wi d es Au gabe und P lich de diese e -
p lich e bleibenden K ä e sein, sich mi allen geeigne en Mi eln
da um zu bemühen, daß bei de Ve wi klichung de Ausges al ung
de sozialen .Siche ung, in de en Rahmen ja auch die sozialpoli ische
No alls o so ge ü den ih e wei e hin bedü igen Teil de un-
selbs ändigen Wi scha s ä igen äll , die ü sie maßgebenden
G undsä ze ausgleichende Gesellscha spoli ik Be ücksich igung in-
den, und dadu ch dazu beizu agen, daß sie im Diens e und zum
Nu zen wohl e s andene Volkswohl ah und nich im Sinne zügel-
lose In e essenpoli ik e olg .
3 Schmolle s Jah buch 81, 4
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34 Ge ha d Alb ech 418
3. Die nach de hie gewähl en Te minologie de Volkswohl ah s-
poli ik zuge echne en Au gabengebie e s ehen in meh ache Hinsich
in Beziehung zu den im übe kommenen Sinne sozialpoli ischen Au -
gaben, die gemäß den wi scha lichen und gesellscha lichen Ge-
gebeinhei en de Gegenwa und übe sehba en Zukun ih e E ül-
lung ha en. Die Mi el de Volkswohl ah spoli ik sind zu einem
Teile dem Ins umen a ium de ühe en Sozialpoli ik en nommen
ode aus ihm en wickel wo den. Zum Teil dienen olkswohl ah ß-
poli ische Leis ungen in dem um assende en Rahmen ih e Emp än-
ge ü einen bes imm en abgeg enz en Teil on ihnen auch de E -
üllung sozialpoli ische Au gaben im übe kommenen Sinne. Vo allem
abe (be ei en sie du ch den Ein luß, den sie au die Ges al ung de
Lebensweise und de Lebens o men de un e den Bedingungen de
mode nen Wi scha lebenden Menschen ausüben, den Boden, au
dem eine Poli ik e s zu ih e ollen Wi kung zu kommen e sp ich ,
die au den Ausgleich, de G uppenin e eesen im Rahmen de Wi -
scha sgesellscha und au de en gedeihliche Gesam o dnung ge ich e
is . Die dem wi scha sgesellscha lichen G uppenamsgleich und dami
de S ä kung de Gesam k a de Gesellscha
und
die de allgemeinen
Hebung de Volkswohl ah diene nden Maßnahmen und Ein ich ungen
gehö en also eng zusammen; zum Teil übe schneiden sie sich, zum
Teil bedingen sie einande . Sie bilden zusammen, e gänz und ge-
ö de du ch -eine Wi scha s- und Finanzpoli ik, die neben de E -
üllung ih e u eigenen und dahe p imä en Au gaben auch die Fö -
de ung -eines gesunden Baues de Gesellscha e olg , ein Ganze«,
ü das sich die Kennzeichnung als Gesellscha spoli ik du chzuse zen
beginn .
Es wä e eilich nich s ode nu wenig gewonnen, wenn dami nu
de äuße e Rahmen ü eine Ve bindung zweie Au gabengebie e
gescha en wä e, die de inne en Beg ündung en beh . Diese kann
nu dann gegeben sein, wenn die beiden, aus gu en (hie imme
wiede be on en) G ünden gesonde en Teilbe eiche soziale Wi k-
samkei in de Gesellscha spoli ik die sie umschließende Einhei
inden, on de he ü eie beide die gleichen G undsä ze ü ih e
Au gabene üllung gel en. Diese können sich in eine Gesellscha ,
de en Angehö ige sich in öllig eie poli ische Willensäuße ung
ü die F eihei in de Ges al ung de Gesellscha s- und Wi scha e-
o dnung en schieden haben, nu on den ü diese bes immenden
P inzipien he lei en. Das bedeu e , daß in beiden au die Ges al ung
de sozialen Ve häl nisse ge ich e en Be ä igungsbe eichen die Be-
mühungen da au ge ich e sein müssen, die Bedingungen da ü zu
scha en und imme meh zu e besse n, daß alle Gliede de Ge-
sellscha , mögen sie nun an den Leis ungen de Sozialpoli ik (im
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419 Gesellscha spoli ik 35
übe kommenen Sinne) o de an denen de allgemeinen Volkßwohl-
ah spoli ik, also als Angehö ige bes imm e G uppen de Wi -
scha s-gesellscha ode als beliebige Gliede de Gesellscha , eil-
haben, in imme höhe em Maße zu Eigenges al ung ih es Daseins,
zu Unabhängigkei on emde Hil e, zu Selbs ei an wo lichkei
in allen F agen ih es Lebensschicksals, zu F eihei on Zwangs ege-
lungen und on Kollek i abhängigkei en be ähig we den.
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