Hond ich, Ka l O o
A icle
Die Leu e im No den A ghanis ans Men ali ä und
wi scha liche En wicklung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Hond ich, Ka l O o (1965) : Die Leu e im No den A ghanis ans Men ali ä
und wi scha liche En wicklung, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und
Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 85, Iss. 2, pp. 199-222,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.2.199
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Die Leu e im No den A ghanis ans
Men ali ä und wi scha liche En wicklung
Eine empi ische S udie
Von Ka l O o Hond ich, Ande nach
In de anschwellenden Li e a u übe En wicklungslände se z sich
zusehends die E kenn nis du ch, daß de P ozeß de wi scha lichen
En wicklung nu als Teilaspek eines wei g ei enden sozio-kul u ellen
Wandels e s anden we den kann. En sp echend we den soziale und
psychologische Fak o en zu E klä ung des s a ionä en Zus andes de
ökonomischen Un e en wicklung und des dynamischen Wachs ums-
p ozesses he angezogen1. Die zahl eichen Hypo hesen, die übe die Zu-
sammenhänge zwischen Sozials uk u und dem S and de wi scha -
lichen En wicklung au ges ell und allgemein akzep ie wu den, e -
weisen sich bei nähe em Hinsehen jedoch o als ungesiche . Sie be-
uhen meis au eine Ve allgemeine ung de in wes lichen Lände n
beobach e en Wachs umsbedingungen2, die en wede empi isch übe -
haup noch nich übe p ü wo den sind ode du ch o handenes
empi isches Ma e ial nich bes ä ig we den3.
1 Vgl. zum Beispiel die S anda dwe ke W. A hu Lewis: The Theo y o
Economic G ow h. Homewood/IU. 1955; N. S. Buchanan und H. S. Ellis:
App oaches o Economic De elopmen . New Yo k 1955; L. W. Shannon (H sg.):
Unde de eloped A eas. New Yo k 1957; Benjamin Higgins: Economic De elop-
men . New Yo k 1959; B. F. Hoseli z: Sociological Aspec s o Economic G ow h.
Glencoe/Ill. 1960; Wal W. Ros ow: The P ocess o Economic G ow h. Ox o d 1960;
E. E. Hagen: On he Theo y o Social Change — How Economic G ow h begins.
Homewood/IU. 1962; Pe e Hein z (H sg.): Soziologie de En wicklungslände .
Köln-Be lin 1962.
2 Ein Beispiel da ü is die aus de wes lichen Kul u übe nommene An-
nahme, daß Indi idualismus wi scha liche En wicklung ö de lich sei, wäh end
die Ve p lich ung gegenübe de G oß amilie die Leis ung des einzelnen be-
hinde e, da die F uch diese Leis ung au zu iele e eil wi d. Es is abe
genauso gu denkba , daß einunddieselbe Ins i u ion — G oß amilie — in de
wes lichen Kul u leis ungshemmend, in de ös lichen Kul u mi einem ande en
We sys em anspo nend wi ken kann. Vgl. Lewis: a.a.O. S. 13 .
3 Da id C. McClelland (The Achie ing Socie y. P ince on 1961. S. 189.) s ell
es , daß das on ihm gesammel e e gleichba e empi ische Ma e ial die so plau-
sible These om Zusammenhang zwischen Fa alismus und s agnie ende Gesell-
scha nich bes ä ig .
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200 Ka l O o Hond ich
De Weg zu eine allgemeinen Theo ie de wi scha lichen En wick-
lung muß deshalb noch mi eine g oßen Anzahl on Falls udien ge-
p las e we den, „die den Beginn und Ve lau des en wicklungs heo e-
isch ele an en Ve hal ens inne halb einzelne Gesellscha en du ch-
leuch en"4. Die hie o geleg e S udie is als ein Bei ag de sozial-
ökonomischen Ve hal ens o schung zu Theo ie de wi scha lichen
En wicklung gedach . An Hand on und 40 In e iews, on denen 34
zu Auswe ung b auchba wa en, sollen d ei F agen e ö e we den:
Wie läß sich de G ad adi ionellen Denkens empi isch es s ellen?
Welche soizio-ökonomischen Fak o en s ehen mi de T adi ionsbe-
s imm hei des Denkens (u sächlich?) in Zusammenhang? In welche
Weise und in welchem Ausmaß is de Fak o Men ali ä ü die E -
klä ung wi scha liche En wicklung ele an ?
Im Mi elpunk unse e Analyse s eh also die Men ali ä ode
Denkweise wi scha lich handelnde Menschen. Dieses psychologische
Phänomen kann hie nich um assend, sonde n nu un e einigen, als
ökonomisch ele an e ach e en Aspek en behandel we den. Un e
diesen Aspek en kann das Denken eine Pe son einen (zu de inie en-
den) hohen ode ge ingen G ad on T adi ionsbes imm hei au wei-
sen. Die F age is , wo on de G ad de T adi ionsbes imm hei ab-
häng und welchen Ein luß e au die wi scha liche En wicklung ha .
Die An wo en, die Un e suchungen in e schiedenen Gesellscha en
da au geben können, weisen e mu lich iele den Theo e ike es-
selnde Ähnlichkei en au . Sie mögen abe auch Un e schiede zu age
ö de n, die kul u spezi isch zu e klä en sind. Deshalb is es nö ig, die
be e ende Gesellscha , in unse em Falle A ghanis an, ku z zu schil-
de n.
A ghanis an au de Schwelle wi scha liche En wicklung
A ghanis an gehö zu den Lände n mi dem nied igs en En wick-
lungss and in de Wel . Wi scha lich wi d diese Ta sache du ch ein
jäh liches P o-Kop -Einkommen on und 50 US-$5 und eine zu e wa
4 Gün e Schmölde s: De Bei ag de Ve hal ens o schung zu Theo ie de
wi scha lichen En wicklung. In: Sys eme und Me hoden in den Sozialwissen-
scha en. E win on Becke a h zum 75. Gebu s ag. Tübingen 1964. S. 382. Fü
die An egung, die in diesem Au sa z en wickel en Hypo hesen am Beispiel
A ghanis ans nachzup ü en, is de Ve asse seinem Leh e Gün e Schmölde »
zu Dank e p lich e . De un e de Lei ung on Schmölde s en s andene Fo -
schungsbe ich aus B i ish-Hondu as on Bu kha d S ümpel (Psychologische Vo -
ausse zungen des wi scha lichen Wachs ums in En wicklungslände n) ha , be-
sonde s im Hinblick au die In e iew-F agen, als Vo lage gedien .
5 Geschä z 1949 und 1953 on den Ve ein en Na ionen und M. L. Wa kins;
gl. Cha les P. Kindlebe ge : Economic De elopmen . New Yo k-To on o-London
1958. S. 6.
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Die Leu e im No den A ghanis ans 201
90% on de Landwi scha lebenden Be ölke ung angezeig ;poli isch
du ch das Fehlen Jegliche ins i u ionalisie e G uppen wie Pa eien
und Gewe kscha en, du ch die die Be ölke ung In e essen a ikulie-
en und am poli ischen Leben eilnehmen kann; sozio-kul u ell da-
du ch, daß ielleich 5
°/o
de Be ölke ung lesen und sch eiben können,
1.2 % in eine S ad mi meh als 100 000 Einwohne n leben, daß au
e wa 1500 Pe sonen ein Radio und au 900 ein Zei ungsexempla
komm 6. Die a ghanische Gesellscha is bis in die jüngs e Ve gangen-
hei hinein du ch Jah hunde e hindu ch s a ionä und adi ions-
bes imm geblieben: mi einem We sys em, in dem Eh e und Gas -
eundscha , Blu ache und k iege ische Tap e kei dominie en7; in
dem die Ve p lich ung gegenübe Familie und Sippe an S elle on
Na ionalbewuß sein und Indi idualismus s eh ; in dem Geho sam ge-
genübe dem Mann und Familienäl es en und die Be olgung de
eligiösen Vo sch i en sich e gänzen. F ag man nach den G ünden
ü die Un e en wicklung des Landes, so wi d man imme wiede au
dieses We sys em in Ve bindung mi einem au ok a ischen poli ischen
Sys em zu ückge üh : Die Könige A ghanis ains ha en ih e He -
scha s ändig gegen die Selbs ändigkei sbes ebunigen de S ämme
und, sei Beginn des 19. Jah hunde s, gegen die Ein lüsse Englands
und Rußlands zu behaup en8. Opposi ion und abweichendes Ve hal en
wu den un e d ück . Kon ak e mi dem Ausland wa en eindselige
A , und e s nach dem d i en englisch-a ghanischen K ieg 1919, de
mi de Ane kennung auch de außenpoli ischen Sou e äni ä des
Landes ende e — A ghanis an wa nie eine Kolonie —, begann de
o sch i liche König Amanullah mi de Mode nisie ung des Landes.
E woll e zu iel in zu ku ze Zei und wu de 1929 on konse a i en
G uppen ges ü z .
Zu den en scheidenden poli isch-sozialen G ünden, die ü die
Un e en wicklung A ghanis ans e an wo lich sind, kommen noch
geog aphische und e hnische. Das Gebi gsland is on Rußland, Pe -
sien und Pakis an eingeschlossen, ha keinen Zugang zum Mee und
is nu schwe dem Ve keh zu e schließen. Wegen Wasse mangels
is nu ein kleine Teil des und 640 000 qkm g oßen Landes land-
wi scha lich nu zba . Die Be ölke ung, die au 9 bis 14 Millionen
geschä z wi d, bes eh haup sächlich aus Pasch unen (im Süden und
Os en des Landes) und Tadjiken und g oßen Minde hei en on mon-
6 Vgl. G. A.
Almond
und J. S.
Coleman:
The Poli ice o he De eloping A eas.
P ince on 1960. Appendix.
7 Vgl. L.
Dup ee:
A No e on A ghanis an. Ame ican Uni e si ies Field S a
Repo s Se ice. New Yo k 1960. S. 17 .
8 Vgl.
Dup ee:
a.a.O.; de s.: A ghanis an^ Big Gamble. a.a.O.; D. N.
Wilbe :
A ghanis an. New Ha en/Conn. 1962. S. 11 .; W. K.
F ase -Ty le :
A ghanis an.
A S udy o Poli ical De elopmen s in Cen al and Sou he n Asia. London 1953.
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202 Ka l O o Hond ich
golischen Hasa as, Usbeken und Tu kmenen. Daneben gib es noch
©ine Reihe on kleine en e hnischen G uppen. Man schä z 2 bis
2,5 Millionen Pasch u-Nomaden. Die beiden o iziellen Sp achen sind
Pe sisch und Pasch u. Gegenübe dem In eg a ionsp oblem, das A gha-
nis an auch in außenpoli ische Schwie igkei en geb ach ha 9, is das
Ziel de wi scha lichen En wicklung in de Ve gangenhei im Hin e -
g und geblieben.
Sei dem Schei e n Amanullahs, de , das Beispiel A a ü ks o
Augen, das adi ionelle Mus e de a ghanischen Gesellscha mi
einem Schlag du ch ein wes lich-mode nes e se zen woll e, hiel sich
die poli ische Füh ung mi Neue ungen zu ück. E s im Lau e des
le z en Jah zehn es wu den — un e dem Eind uck de wel wei en
En wicklungsideologie — „Wi scha liche En wicklung", „Soziale
Wandel" und ^Demok a ie" zu Haup sdilagwo en de Regie ungs-
poli ik.
Du ch die neue Ve assung om Ok obe 1964 — die e s e s amm
aus dem Jah 1931 —, in de G und ech e und Pa eig ündungen und
die T ennung on Königshaus und Regie ung pos ulie we den, soll
die kleine G uppe de o sch i shung igen, zum Teil im Wes en aus-
gebilde en In ellek uellen auch ideologisch in die Regie ung in eg ie
we den. Die bes ehende He scha s- und Besi zs uk u und die Rolle
des Islam als S aa s eligion we den jedoch nich ange as e . Das zeig ,
wie sich die Mona chie gegen eine mögliche p og essi e Opposi ion
nach links und die noch mäch igen konse a i en G uppen de G oß-
g undbesi ze und Geis lichen nach ech s abzusiche n e such .
Die au ok a ische He scha ss uk u in Ve bindung mi de A mu
und Unwissenhei des Volkes b ing es mi sich, daß soziale Ve ände-
ungen jede A niu du ch die poli ische Füh ung un/d den du ch
sie ini iie en Kon ak mi emden Kul u en he beige üh we den
können. Di ek e Eing i e in die soziale S uk u , de en Auswi kungen
allgemein me klich sind und eligiös in e p e ie e adi ionelle Ve -
hal ensweisen in F age s ellen, s oßen dabei au g öße e Wide s ände
als allmähliche S uk u ände ungen du ch die Ein üh ung neue P o-
duk ionsweisen, de en Vo eile leich e beg ei lich zu machen sind.
Es is deshalb nich e wunde lich, daß die on Amanullah schon in
9 Um sich die unabhängigkei sliebenden Be gs ämme de Pasch unen gewogen
zu hal en, o de die a ghanische Regie ung eine Volksabs immung im pasch-
unischen Teil Pakis ans, die zu einem unabhängigen S aa Pasch unis an üh en
soll. Die heu ige G enze zwischen Pakis an und A ghanis an wu de 1893 als
Du and-Linie on den Englände n gezogen. Von 1961 bis 1963 wa die G enze
als Folge des Pasch unis an-Kon lik s geschlossen, was den a ghanischen Außen-
handel und die on den USA inanzie en En wicklungsp ojek e s a k beein-
äch ig e. Vgl. L. Dup ee: „Pash unis an": The P oblem and i s La ge Impli-
ca ions. a.a.O. 1961.
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Die Leu e im No den A ghanis ans 203
den zwanzige Jah en e olglos dek e ie e En schleie ung de F auen
e s 1959 o sich ig e wi klich wu de10. G öße e Indus iebe iebe
dagegen wu den schon Mi e de d eißige Jah e geg ünde 11. Vo he
gab es nu eine Muni ions- und Münz ab ik aus dem Jah e 1887, zwei
kleine Be iebe ü Woll e a bei iung, eine S einschlei e ei, eine
S eichholz ab ik und zwei kleine Elek izi ä swe ke. Alle wa en on
de Regie ung geg ünde und s anden, mi eine Ausnahme, in Kabul.
Als 1933 mi Regie ungsbe eiligiung die Bänke Milli als e s e Bank
in A ghanis an geg ünde wu de und ein Außenhandelsmonopol be-
kam, inanzie e sie aus dem Expo on Baumwolle, Wolle und Ka a-
kul eilen die e s en Indus iebe iebe im No den A ghanis ans: eine
Baumwoll- und öl ab ik in Kunduz (1936), eine Zucke ab ik in
Baghian (1939) und eine Tex il ab ik in Pul-i-Khum i (1941). Nach
dem K iege wu de dieses nö dliche „Indus iegebie " e wei e du ch
eine s aa liche Kohlenmiine, eine Zemen ab ik und ein Elek izi ä s-
we k in Pul-i-Khum i, du ch eine p i a e Baumwoll ab ik in Maza -i-
Sha i und du ch öl- und E dgasboh ungen, die o einigen Jah en
in de P o inz Shibe gan begonnen haben. Wäh end in de Haup -
s ad Kabul auße einigen g öße en We ks ä en, einem Schlach ho
und eine Lede ab ik keine nennnenswe e Indus ie wuchs, en s and
60 km nö dlich eine Zemen ab ik und ein g oßes Tex ilwe k, im Süd-
os en ein K a we k (zwei wei e e sind im Bau) und in de südlichen
P o inzs ad Kandaha eine obs e a bei ende Fab ik. Es is beme -
kenswe , daß die Bank- und Indus ieg ündungen de d eißige Jah e
au die Ini ia i e eines einzigen Un e nehme s zu ückgehen, de es
e s and, mi de Bänke Milli Kapi al zu mobilisie en und dami e s -
mals eine G uppe on Kapi alis en ins Leben ie 12. Ebenso kenn-
zeichnend ü die Wi scha smen ali ä in A ghanis an is es, daß
diese Un e nehme pe sönlichkei die Ausnahme blieb, daß sie om
S aa als Wi scha sminis e in Ansp uch genommen wu de und
schließlich, als de S aa de nunmeh ganz p i a en Bänke Milli im-
me meh Besch änkungen au e leg e, auße Landes ging.
Es zeig sich, daß eine wesen liche Bedingung ü wi scha liche
En wicklung, „das Vo handensein eine ähigen, hin eichend ausge-
10 Vgl. L. Dup ee: The Bu qa Co nea O . a.a.O. 1959. Noch heu e will die
Meh hei eines Samples on a ghanischen S uden en und S uden innen den F auen
das Rech e weige n, einen Nich -Moslem zu hei a en, wäh end sie au de
ande en Sei e das Ziel de wi scha lichen En wicklung ü wich ige e klä
als die E hal ung de Religiosi ä . Vgl. K. 0. Hond ich: Die Eins ellung a gha-
nische S uden en zum Sozialen Wandel. Kölne Zei sch i ü Soziologie und
Sozialpsychologie. 1964. He 4.
11 Vgl. Su ey o P og ess 1961—1962. Minis y o Planning. Kabul 1963. S. 13;
E. Rhein: P obleme de Indus ialisie ung in A ghanis an. Wi scha sdiens . Mai
1963. S. 199 .
12 Vgl. Wilbe : a.a.O. S. 145 .
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204 Ka l O o Hond ich
bilde en Eli e on (p i a en) Un e nehme n ode (s aa lichen) O ga-
nisa o en, die das o handene echnische Wissen den in ih en Gesell-
scha en gegebenen Vo ausse zungen anpassen und nu zba machen
können6'13, in A ghanis an nu unzu eichend e üll is .
1956 begann, un e dem S ichwo „gelenk e Wi scha ", de e s e
Fün -Jah es-PIan. Abe o z de in ihm o gesehenen Ve güns igun-
gen, mi denen die P i a indus ie ge ö de we den soll14, eg e sich
so gu wie keine p i a e Ini ia i e: Im zwei en Fün -Jah es-Plan is
eine p i a e In es i ionsbe eiligung on wenige als 1 P ozen an-
gese z .
Auch «ausländische P i a in es i ionen in A ghanis an sind e schwin-
dend ge ing. Das häng , wie Hin ichs15 nachzuweisen e such ha .
mi poli isch-adminis a i e Unzulänglichkei , also de mangelnden
Quali ika ion de s aa lichen O ganisa o en zusammen, de en s eue -
liche und ande e An eize nich kla und eindeu ig genug sind.
Sieh man nähe hin, dann sind wede die P i a en noch de a gha-
nische S aa mi seinen Fün -Jah es-Plänen die eigen lichen T äge de
wi seh.a lichien En wicklung. Ausländische S aa en, in e s e Linie
die Sowje union, die USA und die Bundes epublik s ellen nich nu
und zwei D i el des Kapi als ü die En wicklungsp ojek e16, son-
de n we ei e n auch du ch ih e Fachleu e bei de Aus üh ung de
P ojek e und bei de Gesam planung17.
Im Hinblick au eine leis ungs ähige adminis a i e und un e neh-
me ische Eli e is die wi scha liche En wicklung A ghanis ans wei
en e n da on, sich selbs o an eiben zu können. Wie s eh es abe
mi eine zwei en wesen lichen En wicklungsbedingiung, de „Be ei -
scha de Meh hei de Be ölke ung, ih e anges amm en E we bs-
und Lebens e häl nisse zuguns en luk a i e e neue au zugeben"?18
Hypo hesen und Me hoden de Un e suchung
Die F age soll au einem Umweg bean wo e we den. Zunächs
madien wi eine Reihe on Annahmen übe die T adi ionsbes imm -
hei des Denkens. Je nachdem die An wo en diesen Annahmen en -
sp echen, o dnen wi die Be ag en in eine Skala ein, in de die
13 Schmölde s: a.a.O. S. 370.
14 Vgl. Su ey o P og ess: a.a.O. S. 14.
15 Vgl. H. H. Hin ichs: Siche hei als K i e ium: Die Bes eue ung ausländische
In es i ionen in A ghanis an. Übe se z aus: Na ional Tax Jou nal. June 1962.
16 Vgl. Su ey o P og ess 1962—1964: a.a.O. S. 1 .
17 Im Planungsminis e ium a bei en ussische, ame ikanische, deu sche und
UN-Be a e .
18 Schmölde s: a.a.O.
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Die Leu e im No den A ghanis ans 205
„Fo sch i lichen" obenan, die „ ansi ionals" in de Mi e und die
„T adi ionellen" am Ende s ehen. Die Klassi izie ung wi d du ch Bei-
spiele illus ie . Sie e olg au G und de geäuße en Meinungen
de Pe sonen — nich an Hand on Real ak o en. De Zusammenhang
zwischen Meinungen und Real ak o en wi d in einem olgenden Ab-
schni e ö e . Abschließend we den die d ei Hypo hesen diese Un-
e suchung gep ü :
1. Pe sonen, de en Denken adi ionsbes imm is , zeigen keine Be ei scha , ih e
anges amm en E we bs- und Lebens e häl nisse zuguns en neue luk a i e e
au zugeben.
2. a) Das Fehlen diese Be ei scha e klä den Zus and de Un e en wicklung,
b) Das Vo handensein de Be ei scha e u sach wi scha liche En wicklung.
3. a) Das Fehlen eine un e nehme ischen und adminis a i en Eli e e klä den
Zus and de Un e en wicklung,
b) Das Vo handensein eine solchen Eli e e u sach wi scha liche En wicklung.
Das Ma e ial ü die Un e suchung wu de au eine 14 ägigen S u-
dien eise mi S uden en de Abschlußklasse de Wi scha s akiul ä
Kabul in den No den A ghanis ans gesammel . Die In e iews wu den
nach einem Lei aden mi 20 F agen ge üh , «de jedoch nich in E -
scheinung a . Um dem Miß auen de Be ag en sowei wie mög-
lich z»u begegnen, knüp en de In e iewe 19 und eine de S uden en
als Übe se ze zunächs ein allgemeines Gesp äch an, in dessen Ve -
lau sie sich als Leh e und Schüle an de Uni e si ä mi In e esse
an Land unid Leu en zu e kennen gaben. Die meis en Be ag en, auch
wenn sie im An ang seh zu ückhal end wa en, zeig en sich dann au -
geschlossen — dem F emden gegenübe e auens olle als ih en
eigenen Landsleu en. Nach dem Gesp äch wu den die An wo en aus
dem Gedäch nis au gesch ieben. Die Auswahl de Be ag en e olg e
willkü lich. Gemessen an de Gesam be ölke ung sind die Fo sch i -
lichen und ansi ionals s a k übe ep äsen ie , weil es leich is , mi
ihnen in Tees uben, an de S aße, in Fab iken ein Gesp äch anzu-
angen. Es zeig e sich auch, daß in de Un e hal ung mi meh e en
die Fo sch i lichen sich in den Vo de g und d äng en. Um eine zu
s a ke Kop las igkei de E gebnisse zuguns en de P og essi en zu
e meiden, wu den auch Pe sonen in ganz abgelegenen Gebie en au -
ges öbe , denen de Kon ak mi F emden ungewohn wa und die
zu einem In e iew zunächs nich be ei wa en. Bezeichnende weise
e scheinen sie ausnahmslos am un e en Ende de Meinungsskala.
Kennzeichen adi ionsbes imm en Denkens
Es kann angenommen we den, daß adi ionelles Denken sich da in
äuße , daß bes imm e F agen in eine bes imm en Weise bean wo -
l Klaus Tiepelmann s eue e ie In e iews bei, den Res de Ve asse .
Die Un e hal ung wa in Pe sisch, in wenigen Fällen in Pasdi u.
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206 Ka l O o Hond ich
e we den. Es muß jedoch be ücksich ig we den, daß ein und dieselbe
An wo on zwei e schiedenen Pe sonen eine un e schiedliche Be-
deu ung haben kann, je nach de sozio-ökonomischen Lage de Pe -
sonen und nach ih en An wo en au ande e Meinungs agen. De
G ad de T adi ionsbes imm hei des Denkens eine Pe son soll des-
halb nich du ch ih e An wo au eine F aige, sonde n du ch die
Summe de An wo en au meh e e F agen es ges ell we den. Audi
muß, zu Bewe ung de ausged ück en Meinungen, die allgemeine
Si ua ion des Be ag en in Be ach gezogen we den, obwohl die sys e-
ma ische Gegenübe s ellung on Meinungen und Real ak o en e s spä-
e e olg .
T adi ionelles Denken wi d gekennzeichne du ch:
1. Das Nich -Wah nehmen ode nega i e Bewe en on Ve ände un-
gen.
F age: Denken Sie einmal zu ück, wie es hie o unge äh 10 Jah en wa .
Haben sich die Ve häl nisse sei de Zei e ände ? Wenn ja: Wie — e -
besse — e schlech e ? Das Nich -Wah nehmen on Ve ände ungen b auch
nich imme au adi ionelles Denken hinzuweisen. Es muß an Hand wei e e
An wo en gep ü we den, ob die An wo „Nich s ha sich e ände 44 nich
on einem P og essi en s amm , dem a sächliche Ände ungen nich genügen;
e ne muß beobach e we den, ob es a sächliche Ve ände ungen in de Um-
gebung de Be ag en übe haup gib .
2. Den Wunsch, Wohnsi z und E we bs ä igkei auch als wohlhabende
Mann beizubehal en.
F age: Wenn Sie genug Geld hä en: Was wü den Sie dami an angen?
Wü den Sie in Kabul ode i gendeinem ande en O wohnen wollen, ode
wü den Sie liebe hie bleiben? Bei de Bewe ung de An wo muß be ück-
sich ig we den, ob de Be ag e schon o he Mobili ä bewiesen ha .
3. Die Weige ung, wegen eines Meh e diens es Be u und Wohno
zu wechseln.
F age : Wenn Sie an einem ande en O , sagen wi mal in X, in de
Fab ik das Doppel e on dem e dienen könn en, was Sie hie e dienen,
wü den Sie dann do hin ziehen? Wenn ja: Audi wenn Sie Ih e Familie
hie lassen müß en?
4. Die Meinung, daß das o handene Einkommen aus eich , um ein
ans ändiges Leben zu e möglichen.
F age: Haben Sie genug Geld, um mi Ih e Familie ans ändig leben zu
können?
A- adi ionelles Denken se z demnach einen gewissen G ad on
Unzu iedenhei o aus, die ökonomisch als das Vo handensein on
dynamischen Bedü nissen de inie we den kann. Eine adi ionelle
Denkweise läß hingegen keine Disk epanz zwischen Wünschen und
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Die Leu e im No den A ghanis ans 213
on zu Hause weggegangen, weil unse ganzes Land das Reich des
Islam is "), abe die Mo i e ü sein Ve hal en sind ja iel o de -
g ündige .
Denkweise und sozio-ökonomische S a us
Mi welchen Me kmalen ko elie de G ad de T adi ions-
bes imm hei des Denkens? Wegen de ge ingen Zahl de Be ag en
wä e es wenig sinn oll, exak e Ko ela ionskoe izien en zu e echnen.
Wi besch änken uns deshalb au die E ö e ung augen ällige Zu-
sammenhänge.
Keine Ko ela ion zeig sich zwischen Denkweise und Al e ode
Familiens and. Die Be ag en sind alle Männe zwischen 20 und 60
Jah en, wobei das Du chschni sal e e wa 30 bis 35 Jah e sein mag.
Knapp die Häl e on ihnen sind ledig. Zu de G uppe de Fo -
sch i lichen gehö en sowohl die äl es en als auch die jüngs en.
Be u
. Ein deu liche Zusammenhang bes eh jedoch zwischen Men-
ali ä und Be u . Von den 34 Be ag en leben 13 on de Land-
wi scha ; on diesen a bei en jedoch zwei noch nebenhe in de
Fab ik, eine be eib Gelegenhei shandel, eine is wäh end 9 Mo-
na en als T anspo eu mi Kamelen un e wegs. Von denjenigen, die
ausschließlich on de Landwi scha leben, is eine Kleing und-
besi ze , de sein Feld nich selbe bea bei e , sechs sind Kleinbaue n
au eigenem Boiden, eine ha Land gepach e , eine is Landa bei e .
14 /de Be ag en können im wei e en Sinne als A bei e bezeichne
we den. Ach on ihnen sind in eine Fab ik beschä ig , eine a bei e
als Gä ne , eine als on den Russen angele n e Mechanike , eine
is Tankwa und eine Wä e eine Elek izi ä ss a ion, eine s ell
on Hand Ziegel he , eine is Mau e gehil e. Auße dem wu den ein
Kellne , ein Me zge und ein Ge be be ag . Vie de Be ag en sind
Kau leu e, d ei da on wohlhabend als Teppichhändle , Schuh ab ikan
und K äme , eine e kau Melonen am S aßen and (und wa ühe
Vo a bei e bei ausländischen Mon eu en). Eine de Be ag en is
Leh e . Ve gleich man dieses Sample mi de Gesam be ölke ung
A ghanis ans, on de an die 90 Vo in de Landwi scha , e wa 8°/o im
Handel und nu ein e schwindend kleine Teil in Ve wal ung und
Indus ie (es gib und 20 000 Indus iea bei e ) beschä ig sind,
so zeig sich, daß die Indus iea bei e in unse e Be agung gegen-
übe de landwi scha lich ä igen Be ölke ung s a k übe ep äsen-
ie sind. Es kann also angenommen we den, daß die Men ali ä , die
bei den Landleu en o he sch , in A ghanis an iel wei e e b ei e
is , als aus unse e Un e suchung he o geh . Ta sächlich weisen
die Baue n du chweg den höchs en G ad adi ionsbes imm en Den-
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214 Ka l O o Hond idi
kens au . Jedoch deu en die beiden on uns ange üh en Beispiele ü
p og essi es Denken da au hin, daß nich G undbesi z an sich ü
adi ionelles Denken e an wo lich gemach we den da , sonde n
ielmeh die Beschä igung in de Landwi scha , die das Denken
an das Nächs liegende essel . Nu ein (als Solda dienende ) Baue n-
sohn auch in de G uppe de „ ansi ionals" au — abe e s amm
aus de Nähe on Kabul, is zu Schule gegangen und ha s a ken
zi ilisa o ischen Kon ak gehab . Sein „Aussche en" läß sich also
du ch Fak o en e klä en, au die gleich zu ückzukommen sein wi d.
Am ande en Ende de Men ali ä sskala is das Bild nich wenige ein-
deu ig: Hie inden sich Fab ika bei e , de Leh e und die Kau leu e
(mi Ausnahme des Schiuh ab ikan en, de als Beispiel ü die „ an-
si ionals" ange üh wu de). De Leh e und ein A bei e , de zu-
gleich Bü ge meis e eines Fleckens is , äuße n sich egel ech im
Sinne de om S aa ausgegebenen En wicklunjgsideologie. Die Mi -
elg uppe de „ ansi ionals" is be u lich am meis en gemisch . In
ih inden sich Handwe ke , de Schuh ab ikan , de Kellne , ein nu
o übe gehend in de Fab ik a bei ende Baue , de nach Hause
zu ück will, ein s a k eligiös bes imm e Fab ika bei e und die
nich indus iellen A bei e , on denen de Mau e und Ziegelmache
alle dings izu den adi ionsbes imm en Pe sonen gehö en.
Wohno und Mobili ä . Die hochg adig adi ionsbes imm en Pe -
sonen wohnen am wei es en on Kabul en e n au dem Lande. Von
ihnen haben wenige ih en Wohno gewechsel als on den o -
sch i lich Denkenden. Einige on ihnen haben jedoch Mobili ä im
enge en Umk eis bewiesen, um Ve diens chancen wah zunehmen; sie
bewegen sich, wenn auch /zöge nd, au die S äd e ziu. Eigen ümlich
is eine Mobili ä s ich ung, die bei nich wenige als 12 Pe sonen,
mi eine Ausnahme alle Fo sch i liche ode ansi ionals, es zu-
s ellen is . Sie haben die Haup s ad Kabul e lassen, um sich in den
„Indus ieo en" des No dens anzusiedeln. Als G ünde geben sie an,
daß sie in Kabul kein Land bekommen konn en und zuwenig e -
dien en und daß die P eise in de Haup s ad ges iegen seien. Hie
zeig sich eine Mobili ä s endenz, die de übliche weise beobach e en
Anziehungsk a de Haup s äd e in den En wicklungslände n en -
gegenwi k 23. Sie is in e s e Linie dadu ch z.u e klä en, daß In-
dus iegebie und Ve wal ungszen um in A ghanis an auseinande -
allen — wä e abe nich denkba ohne die posi i e Reak ion de
„Haup s äd e " au einen An eiz zu Ve besse ung ih e ma e iellen
23 Wie s a k diese Tendenz au de ande en Sei e auch, ein s a ke Einzug
in die Haup s ad en gegens eh , kann hie nich un e such we den. Es is jedoch
beme kenswe , daß es bei alle Elendigkei de Behausungen in de Al s ad
Kabuls keine Vo s ad slu os wie in ielen Haup s äd en A ikas und Asiens gib .
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Die Leu e im No den A ghanis ans 215
Si ua ion. Es wä e alle dings o eilig, bei allen Pe sonen mi e wie-
sene Mobili ä eine o sch i liche Denkweise ode ga ein ökono-
misches Kalkiii o auszuse zen.
Zwa e gib sich eine ganz eindeu ige Ko ela ion (zwischen a -
sächliche ho izon ale Mobili ä und de geäuße en Be ei scha , ü
einen Meh e diens iden Wohno zu wechseln — on 23, die diese
Be ei scha äuße n, sind 19 schon a sächlich umgezogen —, abe
das Ve lassen »de S ad kann auch au eine Exis enzno zu ückzu-
üh en sein und in eine Resigna ion münden, die die adi ionelle
Fügsamkei ins .Schicksal po enzie . Ein Beispiel da ü is de Ziegel-
inache , An ang 30 („Go weiß wie al ich bin"), de o zehn Jah en
aus Kabul kam und im hin e s en Winkel on Taluqan e k ochen
leb . E ha keinen Wandel beme k , besi z wede Haus noch Bo-
den und e klä seinen Tagelohn on 20 A ghani ü unzu eichend.
Abe o zdem wü de e bleiben, auch wenn e ande swo meh e -
dienen könn e. — „Wi können nich iel Geld haben. Wi bleiben
imme a m. — Die Leu e, die nich lesen und sch eiben können, kön-
nen nich Gou e neu we den. — Ich weiß nich , ob mein Kind übe -
haup g oß wi d. Ob es leben bleib , ob es s i b . Go weiß es." Das
In e iew mi dem Ziegelmache wa das niede d ückends e. Seine
Mobili ä üh nich om Do zu S ad , on Gleichgül igkei zu
Ho nung — sie wi d umgekeh ausgelös du ch die Beglei ums ände
wi scha liche En wicklung und münde im ie s en adi ionellen
Fa alismus.
Einkommen, Besi z und Familie. Eine di ek e Ko ela ion zwischen
Besi z, Einkommen und Familieng öße au de einen Sei e und dem
G ad de T adi ionsbes imm hei des Denkens ande e sei s e gib
sich aus unse e Be agung nich . Mi de T adi ionsbes imm hei des
Denkens wächs alle dings die Unkla hei de An wo en. F ag man
nach dem Einkommen, dann heiß es, „ich weiß es nich ", „1000
A ghani ode 3000", „mein Einkommen zähl nich , wenn ich nu
Moslem bin"; Besi z is „ iel ode wenig", „3, 4, 5 Ziegen", „ein
Haus — kein Haus"; die Zahl de Kinde is „sechs ode sieben".
Diese A -zu an wo en be uh also nich nu au de Schwie igkei ,
in de Eigenwi scha Einkommen in Geld auszud ücken, sonde n au
eine absich lich ausged ück en Gleichgül igkei , hin e de meis auch
Miß auen s eck .
Das angegebene Einkommen a iie zwischen 300 A ghani (unge-
le n e junge A bei e ) und 10 000 (Teppichhändle ), die meis en
Angaben liegen bei 600 ode 1000 A ghani. 13 Be ag e bezeichnen
ih Einkommen als aus eichend, um ein ans ändiges Leben zu üh en,
ün zeigen sich gleichgül ig, neun hal en es nich ü aus eichend
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216 Ka l O o Hond ich
und sieben geben keine An wo ode wu den nich di ek ge ag .
Die An wo en „aus eichend" ode „ich weiß nich , es komm nich
da au an" wiegen bei den T adi ionsbes imm en o . Die Anzahl
de Pe sonen, die on dem Einkommen leben müssen, eich on
2 bis 16; die Angaben dazu und zu G öße de Familie sind so un-
kla , daß sich übe sie nich s wei e es aussagen läß 24.
El de Be ag en haben ein Haus, sechs haben keins, alle ande en
geben unkla e ode keine An wo en. Zwöl besi zen Land — meis
nu ein kleines S ück —5 el behaup en, keinen G undbesi z zu
haben.
E ziehung, In o mie hei , Kon ak e. Neun de Be ag en sind in
eine s aa liche Schule gegangen, abe nu sechs on ihnen haben we-
nigs ens das sechs e Schuljah e eich und können lesen und sch ei-
ben. D ei haben die Schule ühe e lassen, weil sie keine Lus meh
ha en und weil sie Geld e dienen muß en — alle d ei bedaue n
das heu e. Zwei, de Leh e und de Teppichhändle , haben au
adi ionelle Weise p i a on Geis lichen lesen und sch eiben ge-
le n . Von den ach Be ag en, die lesen und sch eiben können, ge-
hö en sechs ziu obe en ( o sch i liche en) Häl e in de on uns
au ges ell en Skala adi ionsbes imm en Denkens.
Noch deu liche is die Ko ela ion zwischen dem Besi z on Kom-
munika ionsmi eln und In o mie hei au de einen Sei e und o -
sch i lichem Denken ande e sei s. Zei ung lesen nu ün Pe sonen
an de Spi ze de Skala. Ein Radio besi zen zehn de Fo sch i -
lichen und zwei ansi ionals. Die meis en de adi ionell Denkenden
an wo en aiu die F age, wohe sie Neuigkei en e ah en, daß sie
kein In e esse da an haben, Neues zu hö en. („Ich habe zwei Kühe
und ein S ück Land. Ich b auche kein Radio".) Au die F age, we
das Land egie , nennen neun den König, zehn den Minis e p äsi-
den en — die meis en da on beide in einem. Am un e en Ende de
Skala lau e die An wo einigemal: Go und dann de König. Den
Gou e neu ih e P o inz kennen nu ie mi Namen — alle dings
wu de diese F age nu an 21 Pe sonen ges ell , on denen einige ih e
Unwissenhei dami en schuldig en, daß de Gou e neu neu im Am
sei. Wäh end de Gou e neu nu Fo sch i lichen bekann is , wissen
24 Die G oß amilie (ex ended amily), das Ke ns ück de adi ionellen sozialen
S uk u in A ghanis an, die manchmal einen Haushal , o eine Nachba scha
bilde , bes eh aus olgenden Mi gliede n — ausgehend on eine Pe son A:
1. A's Va e , Mu e und mögliche weise S ie mü e (De Ko an e laub ie
F auen); B üde des Va e s mi ih en Familien.
2. A und seine F au ode F auen; A's B üde und ih e Familien; A's un e -
hei a e e Schwes e n.
3. A's Söhne und ih e Familien; A's un e hei a e e Töch e .
Vgl. Dup ee: A No e on A ghanis an. a.a.O, S. 17 .
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Die Leu e im No den A ghanis ans 217
den Namen des Königs auch ie on den T adi ionellen. Am kla s en
zeig sich de Zusammenhang zwischen o sch i lichem Denken und
In o mie hei in bezug au die neue Ve assung, die e wa einen Mo-
na o he e ö en lich wo den wa und eine Woche nach de Be-
agung in de nu zu sel enen Anlässen (zule z 1955) zusammen-
ge u enen adi ionellen Na ional e sammlung (Loya Ji ga) zu Dis-
kussion s and: Neun de Be ag en ha en on de Ve assung gehö
(ohne alle dings übe ih en Inhal Bescheid zu wissen) — alle ge-
hö en ausnahmslos zu den Fo sch i lichen. Fün on ihnen wuß en
on de Zusammenkun de Loya Ji ga, d ei ha en sich bei de Wahl
de Abgeo dne en be eilig . Nu eine de adi ionell Denkenden —
mi Schulbildung — wuß e eben alls on de Loya Ji ga. Von de
Uni e si ä in Kabul ha en nu d ei Fo sch i liche und eine de
adi ionials gehö (alle dings wu de diese F age nich allen ges ell ).
Die Meh zahl de Be ag en, 22, kann e die Haup s ad Kabul om
Augenschein. Mi eine Ausnahme schilde en alle die Haup s ad
posi i . Nu einige T adi ionsbes imm e ha en die Haup s ad noch
nich gesehen. Zwei de ansi ionals wa en schon im Ausland (Ka achi
und Mekka), d ei ha en du ch ih e A bei Kon ak mi Auslände n.
Die Funk ion des Fak o s Men ali ä
im P ozeß de wi scha lichen En wicklung
Zeigen Pe sonen mi adi ionsbes imm em Denken keine Be-
ei scha , ih e anges amm en E we bs- und Lebens e häl nisse zu-
guns en besse e au zugeben (Hypo hese 1)? Im Hinblick au diese
F age sollen die einzelnen Aspek e adi ionellen Denkens un e -
such we den.
1. Die Pe sonen, de en Denken in adi ionellen Bahnen e läu ,
nehmen im allgemeinen keine Ve ände ungen in ih e Lebenslage und
sozialen Umwel wah . Dieses Me kmal adi ionsbes imm en Den-
kens kann jedoch nich ohne wei e es als mangelnde Be ei scha aus-
geleg we den, Neue ungen zu akzep ie en. Dies aus e schiedenen
G ünden. E s ens bes eh eine Ko ela ion zwischen Angelegenhei
des Wohno es und bäue lichem Be u eine sei s und adi ionellem
Denken ande e sei s. Wenn die Baue n au dem Land keine Ve -
ände ungen wah nehmen, dann also iel ach deshalb, weil es keine
gib . Zwei ens kann die Blindhei ü a sächlich einge e ene Ve -
ände ungen au ein hohes Ansp uchsni eau zu ückzu üh en sein, dem
die Neue ungen nich genügen. In diesem Falle ha sich das Denken
in bezug au die Ansp üche schon om He geb ach en gelös — es
zeig abe eine Absei ss ellung de Be ag en on de einse zenden
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218 Ka l O o Hond ich
En wicklung an. Die adi ionell denkenden A ghanen in unse e Un-
e suchung bezeugen nich Ablehnung, nich einmal Gleichgül igkei
gegenübe Ve ände ungen, sonde n die Passi i ä on Leu en, denen
nich genug gebo en wi d, um sich zu egen. Das Nich wah nehmen
on Ve ände ungen läß also nich au mangelnde Be ei scha
schließen, sonde n im Gegen eil «he au eine Be ei scha , die ein
passi is .
2. De Wunsch, auch als wohlhabende Mann am Heima o zu
bleiben ode do hin zu ückzukeh en, is nich ein Kennzeichen nu
de adi ionell denkenden Menschen. E bedeu e auch nich A e sion
gegen ¡das ungewohn e S ad leben, wie die bewunde nden Äuße ungen
übe die Haup s ad Kabul beweisen. Es sieh so aus, als ob ge ade
die ypische Eins ellung adi ionsbes imm e Pe sonen zu Wahl
des Wohno es und des Be u s, die sich in den Wo en „es komm
au Go an" äuße , eine nich ungüns ige Vo ausse zung ü die
Beweglichkei zu besse en Ve diens möglichkei en is .
3. Alle Fo sch i lichen und ansi ionals — mi zwei Ausnah-
men — e klä en sich be ei , ü einen hunde p ozen igen Meh e -
diens ih en Wohno zu e lassen. Daß es sich hie bei nich um eine
un e bindliche Be eue ung handel , geh aus ih em hohen a sächlichen
Mobili ä sg ad he o . Die Eins ellung de T adi ionellen zum Meh -
e diens is ge eil : die Häl e wü de deshalb nich on zu Hause
weggehen, die ande e Häl e s ell die En scheidung Go anheim.
Diese An wo en lassen nich den Schluß zu, daß die Anhänglichkei
an den anges amm en Wohnsi z als Me kmial adi ionellen Denkens
ein Hinde nis ü die zu wi scha lichen En wicklung no wendige
Beweglichkei des Fak o s A bei zu besse en Ve diens möglichkei en
is . Einmal e schein ja die Seßha igkei nich als absolu e Vo zug,
sonde n wi d nu einem ik i en Meh e diens o gezogen. Zum an-
de en is diese Meh e diens den T adi ionellen, die abgelegen woh-
nen, kaum In o ma ionen e hal en und keine Ve ände ungen wah -
nehmen, zu wenig eal, um als g ei ba e Al e na i e dienen zu können.
Schließlich zeigen diejenigen, die die En scheidung in Go es Hand
legen, abe a sächlich inne halb ih es Gesich sk eises mobil sind
(die im o igen Abschni ange üh en Beispiele), daß de dominie-
ende Aspek adi ionellen Denkens, die Religiosi ä , keineswegs die
Seßha igkei bes ä k , sonde n im Gegen eil eine gewisse Beweglich-
kei ech e ig , hin e de als eibendes Mo i die Ve besse ung de
wi scha lichen Lage wi k . Au G und unse e Un e suchung e -
scheinen O swechsel und adi ionelles Denken in A ghanis an nich
als Gegensa z. Mobili ä lieg in de T adi ion de Be ölke ung eines
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Die Leu e im No den A ghanis ans 219
Be glamdes, dessen wasse a me Boden an einein Wohn- und Weide-
pla z o nich geniug Nah ung ü ein ganzes Jah he gib .
4. Die adi ionell Denkenden e klä en ih Einkommen ü aus-
eichend ode äuße n sich unbes imm : Nich gu , nich schlech . Hie -
aus kann man nich au Zu iedenhei , wohl abe au eine gewisse
Bedü nislosigkei schließen: Es gib zwa Anzeichen ü das Bewuß -
sein de A mu auch bei den adi ionell Denkenden; abe dieses Be-
wuß sein äuße sich nich k i isch (wie bei den ansi ionals) und
beileibe nich ak i in dem „Bes eben, das Mangelge ühl zu besei-
igen". Es ehl nich so seh an de Be ei scha , dias Einkommen
zu e besse n, als am Vo s ellungs e mögen, wie das geschehen kann.
So inde man sich mi dem ab, was man ha .
5. T adi ionsbes imm e Pe sonen können sich nich in eine ihnen
emde Rolle e se zen. D äng man sie o zdem dazu, sich in de
Rolle des Gou e neu s zu sehen, dann beg ei en sie diese Rolle a-
di ionell: „Ich wü de die Leu e nich schlagen" ode „Ich wü de die
bes a en, die Un ech ge an haben". In diesen An wo en spiegel
sich die E ah ung eines au o i ä en He scha ssys ems und die Un-
kenn nis de neue dings p og essi en poli ischen Ziele. Es e schein
jedoch nich angeb ach , da aus zu olge n, die adi ionell Denkenden
seien nich be ei ode willens, neue Rollen zu übe nehmen; sie sind
ielmeh nich da au o be ei e .
6. T adi ionell denkende Pe sonen s ellen sich ü ih e Kinde den
gleichen Be u o wie ü sich selbe . Bei diese Kennzeichnung
adi ionsbes imm en Denkens muß un e schieden we den, ob de Be-
u e wünsch is ode ein ach als selbs e s ändlich hingenommen
wi d. Keine de Be ag en bejah seinen Be u in dem Sinne, daß e
ihn ü seine Kinde wünsch . Alle wollen sie ih e Kinde zu Schule
schicken, dami sie einen höhe bewe e en Be u e g ei en können —
die ie , die de Meinung sind, daß ih e Kinde die gleiche A bei
un we den wie sie selbe , haben esignie : „We kein Land ha , kann
nich in die Schule gehen". „Wenn ich in die Schule hä e gehen kön-
nen, dann s ände ich heu e nich hie !" „Ich weiß ga nich , ob meine
Kinde übe haup g oß we den". „We kein Haus ha , kann nich
in die Schiule gehen". Nu in diesen An wo en de En äusch en
is de on Ros ow be on e Fa alismus au lange Sich zu spü en.
Ansons en is die Übe eins immung de Be ag en in de Ho nung
e s aunlich, die sie in die Schulbildung se zen25. Die Schule schein
25 D. F öhlich sp ich in einem (nich zu Ve ö en lichung bes imm en) Be-
ich übe die südös lich on Kabul gelegene G enzp o inz Pak ia eben alls on
eine „übe aschend posi i en Eins ellung zu o malen E ziehung". Im Gegen-
sa z dazu sei zu Beginn de d eißige Jah e bei Ein üh ung de Schulp lich das
Miß auen und die Fu ch , de S aa wolle die Söhne o nehmen, g oß gewesen
und habe zu einem Schüle handel ge üh , dem die Söhne a me El e n, die ü
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220 Ka l O o Hond ich
den Ausweg zu ö nen, den die nächs e Gene a ion aus de Ra losig-
kei de heu e E wachsenen inden soll.
Zusammen assend kann gesag we den, daß Hypo hese 1 du ch die
E gebnisse diese Un e suchung nich bes ä ig wi d. T adi ionelles
Denken und die Be ei schla , neue Ve dien/s ehanoen wah zunehmen,
s ehen in A ghanis an nich in Wide sp uch zueinande , so e n man
Be ei schla als Be ei -Willigkei e s eh . Bei keinem de Be ag en,
de en Denken in adi ionellen Bahnen e läu , konn e i gendein
Wide s and gegen mögliche Ve ände unigen in seinem Leben es ge-
s ell we den. Von einem Fes klamme n am Al he geb ach en kann
keine Rede sein. Au de ande en Sei e ehl es abe am ak i en Be-
s ehen, Neue ungen einzu üh en. Schul'd da an is nich die posi i e
Bejahung de gegebenen sozio-ökonomischen Si ua ion, sonde n man-
gelndes Vo s ellungs e mögen in bezug au Al e na i en. Dies üh
dann zu einem Sich-Ab inden mi dem s a us quo, das leich als Zu-
iedenhei miß e s anden wi d. Es e schein uns zwei elha , die E -
gebenhei de T adi ionellen in ih Schicksal au die Religion zu ück-
zu üh en, die ielmeh eine bloße Rech e igwngs unk ion e üll ;
de Islam wi d on o sch i lichen G uppen, zum Beispiel S uden en,
mi Leich igkei auch zu Rech e igung wi scha liche En wicklung
in e p e ie 26. Bei den on uns Be ag en e schein Religiosi ä nich
als Hinde nis ü die zu wi scha lichen En wicklung nö ige Beweg-
lichkei .
Mi Hypo hese 1 äll aus Hypo hese 2. Wenn es den adi ionell
Denkenden, die in den abgelesenen und nich en wickel en Gebie en
des Landes wohnen, nich an Be ei scha zu Ve besse ung ih es Le-
benss anda ds ehl , dann kann mangelnde Be ei scha nich die U -
sache de Un e en wicklung sein. Dami wi d jedoch nich die psycho-
logische E klä ung de Un e en wicklung beisei e geschoben. Sie läß
sich im Gegen eil um so p äizise o mulie en: Die psychologische U -
sache wi scha liche Un e en wicklung in A ghanis an lieg nich ' in
de ehlenden Be ei scha des G oß eils de Be ölke ung, au Impulse
zu Ve besse ung ih e Lebens e häl nisse zu eagie en, sonde n in
de Un ähigkei , de a ige Impulse zu geben. Ob man diese U sache
wei e au den G und gehen kann, ohne 6ich im K eis zu d ehen, is
aglich. Mach man ü die Passi i ä de Be ölke ung das despo isch-
au o i ä e poli ische Sys em e an wo lich, so schließ sich sogleich
die F age an, wieso sich kein wi ksame Wide s and e hob. G ei man
au den Fa alismus zu ück, so e klä auch e T äghei nich besse
Geld ans elle de Reichen zu Schule geschick wu den, ih en Au s ieg in S aa s-
äm e e danken. Vgl. auch H. Dawa : Wi scha sgesinnung und S eue men ali ä
in A ghanis an. Diss. Köln 1961. S. 45.
26 Vgl. Hond ich: a.a.O.
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Die Leu e im No den A ghanis ans 221
als umgekeh T äghei Fa alismus e klä 27. Es emp iehl sich deshalb,
sich mi eine An wo zu ieden zu geben, die zwa das P oblem de
Un e en wicklunig nich heo e isch lös , abe empi isch übe p ü ba
und en wicklungspoli isch ele an is .
Hypo hese 2 und Hypo hese 3 hängen zusammen. Das Fehlen
eigene Ini ia i e auch bei den o sch i lich Denkenden, das man-
gelnde Vo s ellungs e mögen ü die Ve ände ba kei des Sozialen
du ch menschliche Ans engung auch bei den ansi ionals e klä en,
wa um die Gesellscha keine Eli e he o geb ach ha , die echnisches
Wissen zu p oduk i en Zielen anwenden, geschweige denn dieses Wis-
sen selbe e a bei en kann. Die G uppe de Pe sonen, die die Im-
pulse zu wi scha lichen En wicklung geben können, ehl ; sie ehl ,
weil, wie gezeig wu de, Passi i ä de Näh boden is , in dem die
geis ige Pe sönlichkei de A ghanen adi ionelle weise wu zel . So
hie e die a ghanische Gesellscha das Bild on Be ei willigen, denen
es an konk e en E we bschancen mangel . Die Impulse, die de Ge-
sellscha selbe nich innewohnen, we den on Auslände n und einigen
im Ausland ausgebilde en A ghanen hineinge agen. So wie das Fehlen
eine un e nehme ischen und adminis a i en Eli e — be uhend au
eine T adi ion passi e Denkgewohnhei en — den Zus and de Un-
e en wicklunig e klä , so kann nu das Wachsen eine solchen Eli e —
wenn auch nich sie allein — zu wi scha liche En wicklung üh en.
Ve suchen wi abschließend, aus diesen E gebnissen eine en wick-
lungspoli ische Schluß olge ung zu ziehen. Billig man dem Fak o
Men ali ä eine en scheidende Bedeu ung ü die En wicklung eines
Landes zu, so e gib sich da aus das heo e isch kü zes e und p ak isch
längs e En wicklungs ezep : E ziehung zu Ak i i ä . De o angige
Au bau eines E ziehungssys ems zu diesem Ziel, mi de Ho nung
au das En s ehen eine p og essi - a k ä igen Eli e, wü de jedoch
nich nu meh Zei und Geld beansp uchen, als den un e en wickel-
en Lände n heu e zu Ve ügung s ehen. Es is wah scheinlich, daß
diese Weg iele hochgespann e und une üllba e E wa ungen wecken
und zu einem Hee on En äusch en üh en wü de. Wie oben da -
geleg wu de, ehl es auch bei adi ionell denkenden A ghanen nich
so seh an de Be ei scha , neue E we bschancen wah zunehmen,
wie an den Chancen selbe . Au gabe de En wicklungspoli ik muß
es demnach sein, P ojek e genügend nahe an die abgelegen wohnen-
den T adi ionellen he anzub ingen, so daß ü diese ein eale An-
eiz gescha en wi d. Solange die un e nehme ische Eli e de knapps e
27 Zudem haben McClellands empi isch- e gleichende Un e suchungen on
Kinde geschich en e geben, daß Menschen mi Zukun sop imismiis und Fo -
sch i sglauben ehe in un e en wickel en Lände n als in Lände n mi schnellem
En wicklungs empo besch ieben wu den.
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222 Ka l O o Hond ich
Fak o is , muß sie impo ie we den. Es is jedoch anzunehmen,
daß eine einheimische Eli e, die ims ande is , selbe Impulse zu geben
s a nu zu eagie en, sich schnelle an Hand on konk e en Vo -
bilde n en wickeln kann als du ch allgemeine E ziehung. Geh es
da um, izu Beginn des En wicklungsp ozesses eine Rango dnung au -
zus ellen, nach de die e schiedenen Sek o en ge ö de we den sol-
len, so sp ich manches da ü , den unmi elba p oduk i en Sek o en
mi un e nehme ischen Ins i u ionen o dem E ziehungswesen den
Vo ang zu geben: Un e nehmen haben selbe einen Demons a ions-
unsd Leh e ek ; und de D uck, de om (s aa lichen ode p i a en)
un e nehme ischen Sek o au das s aa liche E ziehungswesen zu Aus-
bildung on Fachk ä en ausgeüb wi d, is s ä ke und bes imm e
als umgekeh de D uck, de on eine zwa ansp uchs ollen abe
wenig a k ä igen G uppe on Schulabsol en en au die E wei e ung
de P oduk ionsmöglichkei en ausgeh 28. Wie die hie o geleg e Un-
e suchung zeig , s eh En wicklungspoli ik in einem Land wie A gha-
nis an nich o dem P oblem, Be ei scha ü Ve ände ungen zu
wecken, sonde n o de Au gabe, eine o handene Be ei scha du ch
geeigne e An eize in Ak i i ä umzuwandeln und eine Eli e he an-
zubilden, die selbe in de Lage is , En wicklun/gsinipulse zu geben29.
28 Diese Übe legung be uh au de S a egie des s oßweisen Wachs ums (un-
balanced g ow h), nach de In es i ionsp io i ä den Sek o en ode P ojek en
zus ehen soll, die den nachhal igs en D ude au die En wicklung ande e Sek-
o en ode P ojek e ausüben. Vgl. A. 0. Hi schman: The S a egy o Economic
De elopmen . New Ha en and London 1958. S. 79.
29 Zu einem ähnlichen Schluß gelang S ümpel: a.a.O., ü B i isch-Hondu as.
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