Wans a , Rena e
A icle
Johann Ka l Rodbe us. Zu 75. Wiede keh seines
Todes ages
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Wans a , Rena e (1950) : Johann Ka l Rodbe us. Zu 75. Wiede keh seines
Todes ages, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN
1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 70, Iss. 4, pp. 1-24,
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385] 1
Johann Ka l Rodbe us
Zu 75. Wiede keh seines Todes ages
Von
Rena e Wans a - Be lin
Inhal s e zeichnis: I. Das geis ige Gesam bild S. 1 — II. Theo ie und Reali ä
S. 14 — III. Das an h opok a ische Sys em S. 20.
I.
Es is eine sel same E ah ung, daß wäh end de Jah hunde -
wenden o Menschen gebo en we den, die man zu ückschauend nich
ein ach in ein bes imm es Zei al e schema isch eino dnen kann. Gleich-
sam zwei Epochen e ha e , we den sie on ih en Zei genossen sel en
e s anden ode nu miß e s anden und e allen so in ih em Wi ken
und Denken nu zu o öllige Ve einsamung. De G und is nich ein
s a isches E s a en im Ve gangenen. Es sind zumeis Menschen mi
eine ungeheue en Dynamik, abe das, was sie sagen ode he bei üh en
wollen, is ih en Zei genossen unangenehm, wenn nich ga unheimlich,
denn ih Wollen is zumeis e üh . Es is übe lüssig zu be onen, daß
es kein „ o wä s" gäbe, nich s G oßes sich anbahnen könn e, gäbe es
nich diese A Zukun smenschen, die in ih em Leben selbs schei e n
und e s Gene a ionen spä e e kann und e s anden we den. Man
kann dabei an Lis und Lassalle denken, auch an Max Webe , ü die
sich in schwe en K isenzei en keine poli ischen Wi kungsmöglichkei en
anden. Au keinen abe paß das Bild eines Zukun smenschen so gu
wie au den „Sehe on Jage zow" — wie ihn die eigenen Zei genossen
spo end nann en — au Johann Ka l Rodbe us. Diese Ri e -
gu sbesi ze , de kein „Junke " wa , da ü abe ein ap e e , demo-
k a ische Vo kämp e de Paulski che ü die deu sche Einigung,
de Lassalle maßgeblich beein luß e und de am Ende seine Tage, als
Bisma cks S e n im Zeni h s and, sich de deu schen Sozialdemok a ie
anschließen woll e — weil e nu sie noch ü ähig hiel , die „Soziale
F age" in absehba e Zei zu lösen — diese Mann is heu e ü uns
zum mindes ens nich unin e essan .
Wenn wi e suchen, die G undgedanken und das geis ige Gesam -
bild seine Leh e zu en wickeln, so müssen wi uns bewuß sein, dami
eine Sozialleh e da zus ellen, die dem Bild de damaligen A -
bei e bewegung en sp ich . Diese Theo ie is ohne die Indus ialisie-
Schmolle s Jah buch LXX, 4 1
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2 Rena e Wans a [386
ung in de e s en Häl e des 19. Jah hunde s undenkba , sie e wächs
ge adezu au dem Hin e g und de wi scha shis o ischen, ühkapi a-
lis ischen Si ua ion diese Epoche. Man da diese konk e e, eal-
geschich liche G undlage nich aus dem Blickpunk e lie en, denn sie
is a sächlich de Boden, übe dem sich das s aa ssozialis ische Ideal,
wie Rodbe us es sieh , e s e heb . Ma x ha einmal on de heo e i-
schen E kenn nis e lang , daß sie „nich in sich selbs e lau e, sonde n
in Au gaben, ü de en Lösung es nu ein Mi el gib : die P axis".
Dami wä e das Ziel sozialwissenscha liche Fo schung und Poli ik
e end gekennzeichne .
Be ach en wi die Geschich e des deu schen S aa ssozialismus,
so e kennen wi zweie lei: Einmal en s eh e als Leh e in eine
ganz bes imm en Wi scha sepoche im F üh- und Hochkapi alismus,
und wei e beginn e sich o ensich lich p ak isch e s im Spä kapi a-
lismus auszuwi ken. Wenn wi unse e heu ige Zei in Anlehnung an
Somba s Te minologie als Übe gang zu einem „F ühsozialismus" be-
zeichnen dü en — alle dings nich im Sinne des dogma ischen
Ma xismus — so müssen wi uns kla da übe sein, daß die ungeheu en
wi scha lichen, sozialen und poli ischen Umwälzungen, de en Zeugen
wi zum Teil selbs noch sind, sich nu langsam und un e seh schme z-
ha en Kämp en ollziehen we den.
Zu den deu schen, nich ma xis ischen, S aa ssozialis en echnen wi
neben Rodbe us o allem Lassalle und Adolph Wagne .
Lassalles Ve bindung zu Ma x und Engels, ih e Gegensä ze und Ge-
meinsamkei en sind bekann . Ande e sei s s and Rodbe us in einem
seh an egenden und wissenscha lich p oduk i en B ie wechsel mi
Lassalle, zugleich abe auch mi Wagne . Beide haben ihn beein luß .
Wie wei die Wechselwi kung geh , is schwe nachweisba , doch
Adolph Wagne bleib dem Re o mgedanken e ha e , Lassalles A -
bei e e eine enden mi dem ühen Tod ih es U hebe s. Rodbe us
e ziel zunächs übe haup keine p ak ische Wi kung. Und doch kann
keine sozialwissenscha lich in e essie e Gene a ion an ihm o übe -
gehen, denn hie ing ein Einsame um den Ke n de sozialen P o-
blema ik. Und e e such , im Gegensa z zu Ma x, die Lösung nich
allein om ma e ialis ischen S andpunk aus zu gewinnen.
Wäh end de ch is liche Sozialismus in ein e hischen Fo de ungen
und Pos ula en s ecken bleib , müssen wi in Rodbe us den Beg ünde
eine wissenscha lichen Sozialleh e o Ma x sehen. Doch was Hegel
ü Ma x bedeu e e, bedeu e e ü Rodbe us Fich e, jedoch nich
in de Umkeh ung, sonde n in de Nach olge. Rodbe us' e s e Sch i
übe die „Fo de ungen de a bei enden Klassen" wu de be ei s 18 3 7
gesch ieben. Owens A bei swe heo ie en s and schon 1810, doch
wie wei Rodbe us sie gekann ha , wissen wi nich , anscheinend be-
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387] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 3
s eh keine lei Ve bindung. Vo allem sieh jedoch Rodbe us das soziale
P oblem seine Zei nich nu als e hisch-mo alisches P oblem. Es is
ü ihn auch keine „Mach "- noch eine „Magen age". Seh ich ig zeig
sein Biog aph Hein ich Die zel, daß es ihm hie um eine wissen-
scha liche und geschich liche P oblema ik geh . „Nich das
na ü liche Rech des ode de einzelnen, sonde n die En wicklung
de Gesellscha bilde den lei enden Gedanken, on dem aus e
die P obleme de Gegenwa en scheiden wi d", sag Die zel in seine
Sch i 1. Denn es is ü ihn die Kul u des gesellscha lichen Gan-
zen, die e du ch den Kamp zwischen zwei Klassen, zwichen Kapi a-
lis en und P ole a ie n bed oh sieh ; dieses Ganze abe , diese Ge-
meinscha alle , is das, was übe allen S änden und Klassen
gesehen we den muß. Die En al ung und Vollendung de menschlichen
Gesellscha als Ganzhei is ü ihn die Au gabe de Wissenscha und
somi ih le z es Ziel.
Rodbe us wa eine de schä s en K i ike de klassischen Na-
ionalökonomie, ein Gegne Adam Smi hs und Rica dos; e e such e
eine ollkommen neue Theo ie de Einkommens e eilung,
und e üh e als E s e eine Un e scheidung de logischen und
his o ischen Ka ego ien de Kapi als du ch.
Seine ag a poli ischen Sch i en „Zu K edi no des G und-
besi ze s" sowie seine „Na ionalökonomischen Un e suchungen des
klassischen Al e ums" wu den wissenscha lich ane kann . B uno
Hildeb and, de Ve e e de „Äl e en his o ischen Schule" in Jena,
a ü ihn besonde s ein. Die Uni e si ä Jena e lieh ihm 1871 den
D . h. c. Am Ende seines Lebens nähe e e sich, ein poli isch En -
äusch e , de sozialdemok a ischen Pa ei Bebels. Was ihn jedoch
imme wiede hemm , is seine Übe zeugung on dem Unheil jedes ge-
wal samen Ums u zes. Doch 1871 — im Al e on 66 Jah en — sch eib
diese sel same G oßg undbesi ze de Bisma ckschen Ä a: „Ich muß
die Ideen diese Leu e e olgen; wenn sie bloß au das ökonomische
Gebie zu besch änken wä en, so ließe sich doch iel mi ihnen machen."
Und im No embe desselben Jah es: „Sowei de Ke n de sozial-
demok a ischen Pa ei ein ein wi scha liche is , gehö e ich ih on
ganze Seele an."
Ve suchen wi zunächs uns ein Bild on de Pe sönlichkei , de
Zei und de Umwel dieses Mannes zu machen, denn ge ade bei ihm
sind Mensch und Leh e so seh Eines, daß sich das geis ige Bild ga nich
on dem seines Lebens und seine Pe sönlichkei ennen läß . Zudem
um aß seine Lebenszei eine Epoche de deu schen Geschich e — näm-
lich on 1805—1875 — wie wi sie uns kaum eiche an Gegensä zen
1 Hein ich Die zel: Ca l Rodbe us. Da s ellung seines Lebens und seine Leh e.
Jena 1886.
1*
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4 Rena e Wans a [388
und E eignissen o s ellen können. Ka l Rodbe us wu de am 12.8.1805
— also genau o 145 Jah en — in G ei swald gebo en, in eine Zei
ie s e poli ische No und Ze issenhei . Sein Va e wa schwedische
Jus iz a und P o esso ü Römisches Rech an de Uni e si ä G ei s-
wald, denn Pomme n gehö e damals den Schweden. Doch schon 1808
gib e sein Leh am au und zieh au das Gu Bese i z in Mecklenbu g.
Rodbe us wächs also au einem g oßen Gu in gesiche en Familien-
e häl nissen au , besuch das Gymnasium in F iedland i. M., s udie
on 1823 bis 1826 Ju a in Gö ingen und Be lin, wi d Re e enda und
komm 1830 zu p eußischen Regie ung nach Oppeln. Ku z da au
qui ie e den S aa sdiens und e b ing Jah e au Reisen — D es-
den, Heidelbe g, die Schweiz, F ank eich und Holland sind seine
S a ionen.
Das Reisen in jene Zei — ohne Eisenbahn — wa ü die Söhne
de geis ig kul u ellen Schich en as so obliga o isch wie das Wande n
ü den Handwe ksbu schen. Es e s eck e sich zumeis au Jah e und
gal als Bildungs ak o e s en Ranges, wobei man un e „Bildung" eben
keineswegs ein e le nba es, ein in ellek uelles Wissen e s and, son-
de n ein wi kliches Au wei en des Ho izon s du ch unmi elba e An-
schauung, du ch Be üh ung mi ande sa igen Wel en und Völke n. Es
is au diese Fo m de E ziehung zu ückzu üh en, daß de damaligen
Zei ein so s a ke kosmopoli ische Zug innewohn . Man denke an das
Beispiel Wilhelms und Alexande s on Humbold . Doch nu die wohl-
habenden S ände konn en sich diese Fo m de „Bildung" leis en. So
s eh damals o engs es bü ge liches Spieße um neben wel o ene
Wel anschauung. Noch nach seinem Tode wi d Rodbe us in einem
Nach u e om Jah e 1876 nachge ühm : „. . . zu ückgekeh ha e e
sich eine ech wel männische Poli u angeeigne , die ihn zum S aa s-
manne und Diploma en im bes en Sinne des Wo es quali izie hä e."
In Wi klichkei e lie sein Lebensweg in eine ganz ande en Rich ung
und üh e endlich in öllige Ve einsamung.
Doch zunächs kau e sich 1837 das Ri e gu Jage zow in Pom-
me n und übe nimm bald neben de Ve wal ung des Gu es ö en liche
Äm e in seinem Landk eis und schließlich in de P o inz. Hie beginn
seine ku ze poli ische Lau bahn. 1841 K eisdepu ie e , e nenn ihn
die Ri e scha des K eises Usedom-Wollin 1847 zum Gene alland-
scha s a de P o inz, zugleich wi d e P o inzialland agsabgeo d-
ne e . Hie s ell e zahl eiche olkswi scha lich wich ige An äge,
seine ganze Teilnahme abe gehö de F age de Einigung des deu -
schen Reiches. Ähnlich wie de eichsunmi elba e F eihe om S ein
will e die Einhei , das Reich und muß bi e en äusch e kennen, daß
es noch zu üh is . Doch in diese s ü mischen Pe iode de deu schen
Geschich e be es ig sich eine sei s seine Übe zeugung on de Unmög-
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389] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 5
lichkei eine „Fluch ins Mi elal e ", ebenso wie seine Abneigung gegen
den Radikalismus, gegen jeden „halsb echenden Sp ung", wie e sich
ausd ück , um spä e einmal sein poli isches Glaubensbekenn nis in den
ku zen Sa z zu assen: „Ich lege nu au einen legalen Übe gang We ,
in den Dingen bin ich adikal!" Als Abgeo dne e de F ank u e
Na ional e sammlung au dem linken Flügel de Zen umspa ei
s ehend, i e ü die Ane kennung de Volkssou e äni ä ein. Da die
Te i o ial ü s en sich ze spli e n, will e auch gegen de en Willen
„zu G ündung de deu schen Einhei sch ei en".
Sein poli ische Gegne in de Paulski che wa de Abgeo dne e
on Wes -Ha elland, He on Bisma ck-Schönhausen. E lehn e die
Ve assung, die die Volkssou e äni ä poli isch e bü gen soll e, ab.
Und — sel sames Schicksal — hie in de Na ional e sammlung sieg
Rodbe us zum e s en und zum le z en Male übe Bisma ck. Die Ve -
assung wi d seinem An ag gemäß angenommen. Sein Biog aph
Hein ich Die zel schilde diese d ama ische Si zung und die Beg ün-
dung, die Rodbe us mi eine a sächlich e s aunlichen P ophe ie
seinem An ag gib . Schei e die e sehn e Einhei , so heiß es da, an
de Poli ik de Kabine e, so we de Deu schland dies seinen Fü s en
nie e geben. Und wö lich: „Sie we den jene Gedanken und Anschau-
ungen in die Übe zeugung des Volkes hinein eiben, daß diese Ein-
hei ... nu du ch die adikals e Umwälzung, du ch den Ums u z säm -
liche Th one und Kabine e ins Leben ge u en we den kann." Und
wei e an die Abgeo dne en gewand : „Sie we den nimme meh Rhein-
land und Wes alen abhal en, sich an die bes ehende Ve assung
( on 48) anzuschließen!... Sie wü den P eußen in den no dös lichen
Winkel on Deu schland e d ängen!" Die zel s ell 1886 noch es ,
daß die Geschich e Bisma ck ech gab und Rodbe us un e lag. Wi
denken heu e e was ande s. Nich de p eußische Junke de klein-
deu schen Lösung ha ech behal en, de Demok a Rodbe us, de
Deu schlands und nich P eußens Zukun sah, ha e 1848 den wei-
e en Ho izon .
Es is selbs e s ändlich, daß Rodbe us sich mi solchen Ansich en
nu ku ze Zei als p eußische Kul usminis e un e F ied ich Wil-
helm IV. hal en konn e; ohne auch nu annähe nd seine poli ischen
Ideale e wi klichen zu können, muß e e alsbald aus dem S aa sdiens
wiede ausscheiden. Seine Rech e igung en häl seine Sch i : „Mein
Kon lik zwischen K one und Volk" (Be lin 1849). Seine inne e olks-
e bundene und demok a ische Hal ung ha e e abe auch in seine
ku zen Am szei bekunden können. So se z e e sich damals — in de
G ündungszei de humanis ischen Gymnasien — ü die os lose Lage
de Volksschulleh e ein und in einem An ag o de e e eine
Re o m de S eue e assung: „.., du ch welche die S eue abgaben
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6 Rena e Wans a [390
nach den G undsä zen de Ge ech igkei und eine au geklä en S aa s-
wi scha au zulegen und mi de Ve eilung des Na ionaleinkommens
in Einklang zu b ingen seien."
Von de K one nunmeh poli isch kal ges ell , kandidie e dann
nochmals zu de 1849 einbe u enen Landes e sammlung. In dem
Sch eiben, in dem e diesen En schluß mi eil , heiß es seh cha ak-
e is isch: „Indem ich, eine neuen Wahl mich hingebend und da in zu
dem Volke als dem U sp ung allen Rech es zu ückkeh end, nu
dem Volkswillen geho che." E wi d in d ei K eisen gewähl , i
als Abgeo dne e ü die Annahme de Kaise k one du ch F ied ich
Wilhlm IV. ein, e leb die Weige ung P eußens, obgleich 29 kleins aa -
liche Regie ungen die Ve assung en bloc annehmen, und beende da -
au hin endgül ig seine poli ische Lau bahn.
Sei dem ha Rodbe us jede Wahlkandida u abgelehn und is nie-
mals meh in den S aa sdiens be u en wo den. E muß e ielleich
im poli ischen Leben schei e n, um seine wissenscha liche Mission e -
üllen zu können. Denn ein Mann wie e konn e sich nich in i gendeine
Pa eischablone p essen lassen, ihm ging es im G unde ga nich um die
F age: Mona chie ode Republik, konse a i ode demok a isch? De
Vo wu des Renega en ums, den seine Zei genossen e hoben haben
und de ihn seh geschme z ha , be uh au de en eigenem Un e -
s and. Die Lösung dieses scheinba en Schwankens zwischen den Pa -
eien schein uns Hein ich Die zel ich ig wiede zugeben. E sag : „Ihm
sind Pa eidogmen und Regie ungs o men nu Mach mi el, die, je
nachdem sie seinem höchs en sozialen Idealen dienen ode nich , be-
nu z ode bekämp we den. E ha in allen Phasen seine inne en
En wicklungsgeschich e s e s au de Sei e de Mach ges anden, on
welche e die Lösung des sozialen P oblems e wa e e." Dieses
soziale P oblem und seine Lösung is abe auch de G undgedanke
seine wissenscha lichen A bei en, ja, seine Wel anschauung
übe haup und de e hischen Fo de ungen, die e nich nu an seine
Zei , sonde n auch an eine e ne Zukun ich e .
Be o wi das wissenscha liche We k Johann Ka l Rodbe us' be-
sp echen, wollen wi einen ku zen Blick au die wi scha s-
his o ische Si ua ion de G.eschich sphase, in de sein Leben e läu ,
we en. Sie um aß F üh- und Hochkapi alismus; denn Rodbe us ha
die bisma ckische Reichsg ündung noch e leb . Als e jedoch im Jah e
1837 seinen e s en wissenscha lichen Au sa z: „Was wollen die a bei-
enden Klassen?", de schon p og amma isch seine spä e e Leh e en -
häl , de „Augsbu ge Allgemeinen Zei ung" anbie e , die ihn so o als
„unzei gemäß" ablehn — lieg das blu ige D ama de anzösischen
Re olu ion kaum ün Jah zehn e zu ück. Ku z o he , 1784, ha e ein
englische P a e den mechanischen Webs uhl e unden, und schon
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391] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 7
1822 wi d in Manches e die e s e Tex il ab ik geg ünde . In asen-
dem Tempo zieh das Maschinenzei al e he au , imme neue ech-
nische E indungen — Damp schi , Eisenbahn — e anlassen imme
neue S uk u wandlungen, nich nu de bishe igen Wi scha , son-
de n auch des bishe igen Lebenss ils. Die Möglichkei , Menschena bei
du ch Maschinena bei zu e se zen und zu e iel äl igen, scha eine
soziale Umwälzung ähnlich de E indung des Schießpul e s, die die
Ri e üs ung zum läche lichen Requisi mach e. Ein Blick au die Be-
ölke ungs- und Ve mögensumschich ungen jene Zei zeig uns eine
ungeheue e gesellscha liche Bewegung, ein endgül iges Du chb echen
alle S andessch anken, sowei sie sich bis zum Ende des 18. Jah hun-
de s noch e hal en ha en. In No d- und Mi eldeu schland is es be-
sonde s de im bescheidenen Wohls and lebende Handwe ke s and,
abe auch das do in seine Lebensbasis wohlgesiche e Baue n um,
aus de en kinde eichen Familien de Au s ieg beginn . Fas alle die
g oßen Pionie e in Handel und Indus ie, die damals — allein au sich
ges ell — die Fundamen e unse e heu igen Wi scha un e maue -
en, en s ammen de Schich de Baue n und Handwe ke .
Ganz ande s is die En wicklung in Os deu schland. Hie he sch
eine e häl nismäßig kleine He enschich eines eudal-pa ia chalisch
einges ell en G oßg undbesi zes übe eine zwa gesunde, abe dump e
und as ohne Schulbildung au gewachsene Masse on Landa bei e n,
wäh end Handwe k und Baue n um as ganz zu ück e en, ode , bei
wei nied ige em Lebenss anda d als im üb igen Deu schland, ein nu
zum Teil selbs ändiges Dasein is en. Die Leibeigenscha is e s um
die Jah hunde wende ech lich au gehoben wo den, p ak isch ha sie
noch Jah zehn e bes anden, und die a sächliche Abhängigkei on de
Gu she scha , die poli isch, ech lich und wi scha lich das Übe ge-
wich ha , wi k sich nach allen Sei en hin aus. Man muß sich hie übe
im kla en sein, um zu e s ehen, wa um ge ade die Landa bei e scha
des Os ens ih e Bodens ändigkei au gib und jubelnd die heiße -
sehn e F eizügigkei und Gewe be eihei nach de S ein-Ha denbe g
sehen Re o m beg üß . Das läche liche A gumen on de „Such nach
de G oßs ad " is unhal ba , wenn man weiß, daß au dem Lande alle
Au s iegsmöglichkei en, ja o selbs die ein achs en Ve diens möglich-
kei en ehl en, da die Menschen sich schnelle und s ä ke e meh
ha en als ih e A bei splä ze und auße dem die eben en s ehende
Landmaschinenindus ie noch menschliche A bei sk ä e eise z e.
Und so beginn die T agödie de Binnenwande ung, die man besse
als ein He umi en bezeichne . Denn ohne jede Lei ung und Lenkung
s öm en die Massen dem neuen und besse en Ve diens nach, um do
in „ eie Konku enz" au eiem Ma k allein du ch ih e Zahl, den
P eis ih e A bei , d.h. den Lohn au ein Mindes maß he abzud ücken.
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8 Rena e Wans a [392
Ein kleine P ozen sa z nu , die Zähes en und In elligen es en, nehmen
am Au s ieg eil, inden ih siche es B o , zum Teil im s ändig an-
wachsenden mi le en und un e en Beam enappa a des au blühenden
S aa es, z. B. bei de Eisenbahn und Pos . Die g oße Meh zahl abe
äll als ungele n e Fab ika bei e imme meh zu ück, sie beginnen
das Elendsp ole a ia de S äd e zu bilden, und de Spal zwischen
Besi zenden und Besi zlosen kla imme wei e auseinande .
Doch auch die poli ischen Gegensä ze e schä en sich. Die Konse -
a i e Pa ei, zusammengese z aus de G undbesi ze schich des
Os ens, bleib bis übe die Bisma ckzei hinaus in P eußen die poli-
ische Mach an den S u en des Th ones. Und in eine ge adezu agi-
schen E s a ung und Blindhei e kenn sie nich die Dynamik ih e
eigenen Zei , dulde sie nich die kleins e B esche in de Maue ih e
Vo u eile. De Gegensa z zum libe alen Un e nehme um zwischen
Wes - und Os deu schland, zwischen Indus ie- und G undbesi z, zwi-
schen S ad und Land übe haup , e s ei sich imme meh , und de
ein wi scha spoli ische In e essenkamp s ö und e gi e jah -
zehn elang eine En wicklung, die gleichzei ig Deu schland zu eine
Wel mach empo s eigen läß . Die un e einba en Schlagwo e: höhe e
P eise ü ländliche P oduk e, billige es B o ü die Indus ies äd e,
kennzeichnen die Lage und die unheil olle Ze spli e ung im eigenen
Volk. Und es sind a sächlich nu ganz wenige Köp e, die in diese Zei
de eien Konku enz die ie e en U sachen de inne en K ise zu e -
kennen e mögen. Zu ihnen abe gehö unbes i en de P i a -
geleh e und Ri e gu sbesi ze Johann Ka l Rodbe us, de in diese
Zei die Fo de ung e heb : „Aus diese kul u eindlichen Tendenz
komm das Sys em nich he aus, wenn es nich ein ande es wi d, wenn
nich das Sys em de E we bs eihei zu seinen Vo gänge n in de Ge-
schich e e sammel wi d und ein neues, ein Sys em de S aa s-
1
e i u n g die Gewal übe nimm !"
Ebensowenig wie einem Pa eip og amm is Rodbe us' Wissen-
scha shal ung eine bes imm en Schule zuzuo dnen. Sein We k —
äuße s lebendig und plas isch, s a k mi Polemik du chse z — is kein
geschlossenes Sys em ode eine Me hodenleh e. Zum g oßen Teil
sch eib e in B ie o m an F eunde und Gegne , und diese B ie e en -
hal en zwa kein wissenscha liches Sys em, abe da ü seine sozial-
poli ische S ellungnahme zu den seine Zei bewegenden F agen1. E is
ein au ich ige Feind de libe alen Theo ien, de en Indi idualismus
e au s schä s e bekämp , de ü ihn nich s als „ein u bulen e Wi -
bel on A omen is ". Selbs on de ma xis ischen Leh e behaup e e
1 J. K. Rodbe us: B ie e an . Ki chmann, 1850/51; B ie e an Adolph Wagne ,
1878/79; B ie e und sozialpoli ische Au sä ze, he ausg. oq Rudolph Meye , 1880.
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399] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 15
kenn man sie als das, was sie is — als eine s aa swi scha -
liche F age eminen es e A ." In diesem Sinne wu de ihm die
A bei selbs zum G und undamen seine olkswi scha -
lichen Theo ie. Seine A bei swe heo ie kann im Rahmen diese Ab-
handlung nu angedeu e we den. Sie uß au dem Sa z: „Alle wi -
scha lichen Gü e kos en A bei und nu A bei ." A bei is
da um auch „Maßs ab des We es". In e essan is , daß e om
Objek i ismus de klassischen Schule abweich . Denn dem Ge-
b auchswe — de du chaus subjek i gesehen wi d als ein
i a ionales Bedü nis des Ve b auche s — s eh ein soziale
Tauschwe gegenübe , gesehen als ein, dem In e esse des Einzel-
menschen häu ig en gegengese z es a ionales Bedü nis
de Gemeinscha . Diese s o zi a
I
e Tauschwe soll kün ig im
Lau e de En wicklung den bei eie Konku enz sich objek i egeln-
den „Ma k we " (den Tauschwe de klassischen Theo ie) e se zen.
Denn da de einzelne de Gemeinscha eingeo dne is , ha de S aa
den sozialen Tauschwe zu bes immen und, wenn nö ig, mi „soziale
Gewal " du chzuse zen, was p ak isch — wie wi heu e sagen wü den —
nich nu au eine P eis-, sonde n auch au eine P oduk ions- und
Konsum
1
e n k u n g hinauskäme. Dami abe wü de schon de eine
g oße Fehle des eien Ma k es ausgeschal e sein: die K ise in allen
ih en Fo men, als eine de U sachen alles sozialen Unglücks, die imme
in e s e Linie die a bei enden Massen du ch Lohnsenkung und
A bei slosigkei i .
Diese Aus üh ungen und Fo de ungen, die in unse en Tagen schon
in de Fo m meh ode wenige adikale Planung und Lenkung längs
Wi klichkei gewo den sind, müssen in eine Epoche des eien Ma k-
es den Zei genossen u opisch e schienen sein. Rodbe us abe sah deu -
lich den G und ehle jede Gleichgewich s heo ie on Angebo und
Nach age. So s ell e e 1842 das „Gese z de allenden Lohnquo e"
au . E besag ku z, daß bei s eigende P oduk i i ä de Gesam -
a bei die aus dem Gesam einkommen de Na ion de A bei e klasse
zu allende Quo e, d. h. ih An eil am gesellscha lichen Gesam einkom-
men, s ändig kleine wi d, wäh end die Quo e des G und- und
Kapi aleinkommens, Ren e und Zins, s e ig wächs . Dadu ch wi d eine
Mino i ä de Besi zenden einsei ig be o zug . Au diese Ta sache
beg ünde e Rodbe us seine G und en en heo ie, die zwa
einsei ig gesehen, doch auch ü uns noch on ak uelle Bedeu ung is .
Die Au assung on de absolu en Na u de Boden en e, die sie
als Folge des P i a eigen ums e scheinen läß und sie zu eine „Be-
si z en e" mach , wi d on allen Sozialis en au G und de A bei s-
we heo ie e e en. Die Vo s ellung, daß ge ade de Boden seine
K ä e „unen gel lich" zu Ve ügung s ell -— die al e Behaup ung
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16 Rena e Wans a [400
alle Boden e o me —, üh e auch Rodbe us zu seinem Un e -
suchungen übe die En s ehung de G und en e. Diese bleib ü ihn
eine absolu e Monopol en e des Bodens, ein „na ü liches Gu ", das
s e s übe den A bei sau wand hinaus eine „ewige Ren e" abwi ,
de en Höhe on de Menge de au gewand en A bei abhäng . Fü
Rodbe us gib es nu zwei A en des Einkommens: Lohn und Ren e.
Die Ren e eil sich in G und- und Kapi al en e; die eine is dem
Rohp oduk , die ande e dem Fe igp oduk zu e danken. De Vo -
eil des Landwi s gegenübe dem Fab ikan en lieg da in, daß le z e e
seine Rohp oduk e kau en muß, wäh end e s e em das Rohp oduk
„Boden" kos enlos als P oduk ionsins umen zu Ve ügung s eh .
Da aus en s eh sein besonde e Vo eil, e bezieh eine Ren e, ohne
ü den Ma e ialwe e was auszugeben. De U sp ung diese Ren e
is o allem abe einmal ech liche Na u : die Ta sache de
Okkupie ung des Bodens als P i a eigen um — zum ande en wi -
scha liche Na u : da die P oduk i i ä de A bei einen Meh -
e ag übe den Lebensun e hal de A bei e hinaus e b inge, also
s e s zu E beu ung eines „ emden A bei sp oduk es" üh e.
Diese his o isch nich hal ba e Vo ausse zung, daß de Boden nich s
kos e, e anlaß e Rodbe us zu de Fo de ung, G und- und Boden als
S aa seigen um zu be ach en, um dami eine ande e Einkom-
mens e eilung he beizu üh en. Ein Ve such, den schon Lyku g in
Spa a un e nommen ha , de abe schon damals an de Ta sache schei-
e e, daß de Mensch sei U zei en den on ihm selbs bea bei e en
Boden als Eigen um be ach e , das zum mindes ens „A bei " gekos e
ha . Abe ü Rodbe us handel e es sich wenige um den bäue lichen
Besi z, als um den in eine Hand zusammengeball en G oßg und-
besi z, de als Ren e wei gehend ein a bei sloses Einkommen siche e,
das Ag a p oblem de La i undien, wie es heu e in Südi alien noch
ebenso aku is wie im al en Rom. Doch diese Un e suchungen ha en
einen p ak ischen E olg zu e zeichnen. Denn aus diese G und en-
en heo ie en wickel e Rodbe us eine Be ach ung des Bodenk e-
di s, indem e da au hinwies, daß Boden kein Kapi al is , sonde n
ein Ren en onds, ein S ück E de, das nich Kapi alien, sonde n einen
Reine ag ab üh , den man nu als Ren e kapi alisie en, abe nich
als Kapi al e we en kann. So kann man Da lehen au G und und
Boden nu in de Fo m on Ren enkau geben, daß heiß e s nach E -
assen des Bodene agswe es kann de Bodenwe e echne
we den. Dies gil ebenso ü das ag a ische E b ech , da es sich nich
um Au eilung on Kapi alien, sonde n um Ren enan eile handel 1.
Die mode nen Re o men zu E hal ung des bäue lichen Besi zes
knüp en spä e an diese Leh en on Rodbe us an, besonde s in de
1 J. K. Rodbe us: Die K edi no des G undbesi ze s, 2. Au l. Be lin 1893.
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401] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 17
Ausgabe on Ren enb ie en im landwi scha lichen K edi wesen und
in de Scha ung on Ren engü e n. Diese sollen kapi ala men Land-
wi en zu E we bung eines Gu es e hel en du ch Übe nahme eine
es en Geld en e du ch den Käu e . Das p eußische Ren engü e gese z
on 1890/91 und das Reichssiedlungsgese z on 1919 s eb en die
Scha ung on bäue lichen Ren engü e n au diese G undlage an; da-
du ch wu de das Bodenmonopol de g oßen G undeigen üme z. T.
du chb ochen und eine ande e Ve eilung de Boden en e un e den
Bodeneigen üme n he beige üh .
Rodbe us lag jedoch de Gedanke an En eignungen öllig e n. Im
wesen lichen wünsch e e einen Ausgleich zwischen A bei seinkommen
als Lohn ode Gehal und dem G und- sowie Kapi aleigen um zu scha -
en. Wie abe die Geschich e bishe nach Rodbe us' Ansich nu in
Komp omissen o sch ei e , ohne jedoch ih Ziel aus dem Auge zu
e lie en, so wu de inzwischen längs e wi klich , was damals u o-
pische Fo de ung zu sein schien. E ich Thie glaub in seinem Ve gleich
de s aa ssozialis ischen Theo ien on Ka l Rodbe us, Lassalle und
Adolph Wagne es s ellen zu können, daß die eie Ve keh s-
und Tauschgesellscha mi den inzwischen e wi klich en Sozial e o -
men be ei s aus den Angeln gehoben wu de. „G und- und Kapi al-
eigen um" e scheinen nich meh als bloße Ren enquelle, sonde n als
„Am ", die Ren e als „Gehal " und de „A bei slohn" als „gesiche ",
denn es kann ihm kein „Meh we " meh en zogen we den1. De S aa
e mag nunmeh die „Lenkung" zu übe nehmen, um A bei und P o-
duk ion g aduell den Bedü nissen anzupassen. In diesem S adium be-
inden wi uns je z , und es is nu eine F age de Wi scha s-
poli ik, inwiewei de S aa übe haup in de Lage is , diese Len-
kung zu leis en. Hie be üh en wi die F age des S aa se hos übe -
haup , on dem noch zu sp echen sein wi d.
Wei e s ell e Rodbe us einen du chaus sozialhis o isch ge-
sehenen Beg i de A bei s eilung au , den e dem ein echno-
logisch gesehenen de klassischen Schule en gegense z . In de A bei s-
eilung sieh e wiede um neben Wissenscha und Rech das d i e
de „sozialen G und e häl nisse" und die wi scha liche Vo bedingung
alles sozialen Lebens übe haup . Als wi scha liches O dnungsp inzip
is sie das „. . . ausschließliche s aa swi scha liche G und e häl nis,
das alleinige P inzip unse e Wissenscha ". In de A bei s eilung
„a bei en . . . de Sache nach Eine ü Alle und Alle ü Einen". Sie
kann unmöglich au einem eien Ve age be uhen, denn ih e ma-
e ielle Vo ausse zung is die soziale No wendigkei eine gemeinsamen
Bedü nisbe iedigung, so e wa, wenn die P oduk ionsübe schüsse des
1 E ich Thie : „Rodibe us, Lassalle, Adolph Wagne . Ein Bei ag zu Theo ie
und Geschich e des deu schen S aa ssozialismus." Diss. Lpz. 1930.
Schmolle s Jah buch LXX, 4 2
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18 Rena e Wans a [402
Acke baus übe den engs en Familienbeda hinaus au den Ma k ge-
b ach we den. Rodbe us beg ünde seine Theo ie du chaus nich mi
Abs ak ionen, sonde n ganz konk e aus dem his o ischen Ablau ,
nach de soziologischen En wicklung. Aus p imi i en An ängen klein-
s e und kleine e G uppen, die „S ammespe iode" wächs mi zu-
nehmende A bei s eilung, die einen imme s a e en Zusammenhal
e o de , die „S aa enpe iode" empo . Sie um aß die An ike und
die ch is lich-ge manische Geschich sphase. Doch auch die ein ech-
nische Sei e de A bei s eilung wi d wesen lich ande s und eigena ig
on ihm gesehen. De A bei sp ozeß wi d nich nu ze leg und au ge-
spal en, sonde n gleichzei ig inde eine imme g öße we dende A -
bei s e einigung s a , denn keine kann meh de A bei shil e
des ande en en a en, jede is au das A bei sp oduk eine ande en
Hand angewiesen. Dami abe wi d die A bei s eilung die immanen e
gemeinscha sbildende K a schlech hin, und dami en -
hüll sich auch ih e Keh sei e: Teilung de A bei bedeu e gleichzei ig
die Ve eilung des E a bei e en. Das Wesen de Teilung
de A bei bedeu e nach Rodbe us nich Ze spli e ung, sonde n ge-
ade die Gemeinscha de A bei . De geschich liche Ve -
lau üh allmählich zu zunehmende Ve gemeinscha ung, im Gegen-
sa z zu den indi idualis ischen Sys emen, die als e al e abge an we -
den. Dami abe wi d das soziale P oblem in e s e Linie zu einem
Ve eilungsp oblem, dessen Auswi kungen jedoch unabdingba
on de posi i en Rech so dnung zu beein lussen is , de en
Schöp e de S aa selbs is .
Eigen ums ech und Ve eilungsmodus des E a bei e en hängen
demnach eng zusammen. So heb Rodbe us aus de Geschich e d ei
ihm ypisch e scheinende Wi scha ss u en des A bei s- und Ve ei-
lungs o ganges inne halb de S aa enpe iode he aus, die wi ku z
skizzie en wollen. E s e S u e is de Oikos des Al e ums. Es bes eh
Na u alwi scha und Skla enbesi z. De Oikos bilde eine
Be iebseinhei , die on dem Oikosbesi ze einhei lich gelei e wi d,
de nach seinem E messen die Ve eilung de A bei sp oduk e egel .
Nach imme s ä ke e Au spal ung diese Fo m de geschlossenen
Hauswi scha wäh end des Mi elal e s is die zwei e S u e: die
kapi alis ische Wi scha bei eie Konku enz e eich .
Hie ehl jede Einhei und jede Lei ung. Es wi d in olgedessen planlos
ü einen anonymen Ma k p oduzie , den keine meh übe sehen
kann. Die Be iebseinhei is an den einzelnen G und- ode Kapi al-
besi ze gebunden. Es he sch eine Geldwi scha und die An eile
de P oduk ion e eilen sich als G und en e an den Bodeneigen-
üme , als Zins an den Kapi albesi ze , als Lohn an den pe sönlich
eien A bei e . Kennzeichen diese S u e is Zunahme und S eige ung
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405] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 19
on Kapi al und Einkommen, on de en P ospe i ä abe die P odu-
zen en de Ma k wa e A bei ausgeschlossen bleiben. Die d i e
S u e is nun nach Rodbe us die Wi scha so dnung de Zukun :
die S aa swi scha . P oduk ionseinhei is hie de S aa , und
e selbs is es, de die P oduk ionslei ung ausüb . Um ang und A
de Bedü nisse e mi el die S a is ik, die einzelnen Be iebslei e
sind S aa sbeam e, die A bei e als Lohnemp änge haben als einzigen
A bei gebe den S aa . De Ve eilungsmodus is ku z olgende : De
S aa behäl aus de P oduk ion einen We an eil zu ück zu Deckung
allgemeine Bedü nisse. De Res e eil sich nach dem Lei-
s ungsp inzip als Gehal ode Lohn.
Als Rechnungseinhei glaub e Rodbe us die A bei szei an-
nehmen zu können, in die die Quali ika ion de A bei einge echne
we den soll. Das Geld is e se z du ch A bei swe qui ungen, die
gleichzei ig Anweisungen au den en sp echenden Sozialwe sind. Das
Geld ha dami seine S o gebundenhei e lo en und is ein K edi -
g e
1
d gewo den. Das en ie ende P i a eigen um, das au de zwei en
S u e noch bes and, ha sich du ch Rech sak in ein eines Einkommen-
eigen um e wandel mi de „Ga an ie", daß jedem die F uch seine
A bei zukomm ", d. h. jene Teil des Na ionalkapi als, den e selbs
leis ungsmäßig zuges eue ha . Das bedeu e , wie Rodbe us wö lich
aus üh : „. . . daß jede mann einen Eigen umsansp uch au den ollen
We seines indi iduellen A bei sp oduk es ha , und daß on dem da-
du ch bezeichne en Einkommen nu so iel abgegeben ode abgezogen
wi d, als Jede mann zu Deckung de ö en lichen Bedü nisse beizu a-
gen ha ." Wie diese We quali a i zu be edinen sei, e such e Rod-
be us in seine A bei szei heo ie zu beweisen. E ließ soga au seinem
Gu e du ch einen A chi ek en eine solche A bei swe be echnung an
Zimme mannsa bei en du ch üh en. Doch is o zdem nich e sich -
lich, wie eine solche Theo ie in die P axis übe ge üh we den könn e.
Es lieg ielmeh au de Hand, daß wi uns hie an de G enze be-
inden, wo das E kennen de Wi klichkei eine ech en sozialen P o-
blema ik Ge ah läu , in wel emde Ideologie auszua en. Wi haben
heu e eine solche En a ungse scheinung im dogma ischen Ma xismus-
Leninismus deu lich o uns. Was als K i ik und Analyse de ökono-
mischen E scheinungen des beginnenden Maschinenzei al e s be ech ig
wa , e s a zum dok inä en Schema ismus, wi d zu Kons uk-
ion, die als Zwangsjacke dem ewig lu enden und sich wandelnden
Sozialleben angepaß we den soll. Doch das Leben selbs läß sich nich
beliebig egulie en, wie de Fluß zum Kanal, und die na ü liche Viel-
äl igkei de Menschenna u selbs wide s eb de küns lichen Gleich-
hei . Schon A is o eles be on e, daß Gleiches ü Ungleiche nich ge-
ech sei. Die a sächliche Ungleichhei in de Na u des Menschen selbs
2*
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20 Rena e Wans a [406
wa ihm Beweis da ü , daß soziale Ge ech igkei au Gleichhei nich
zu g ünden sei.
III.
Es wä e e ehl anzunehmen, daß ein Mann on den geis igen
Quali ä en dieses Denke s in seinem Ringen um die „soziale F age"
diese Schwächen seines Zukun sbildes nich selbs emp unden hä e.
E wa nich Ma e ialis , sonde n Me aphysike . Sein E hos, das ihn
eine Sozial e o m de Gesellscha ans eben ließ, is unübe hö ba . E
wuß e so gu wie alle Vo kämp e e hisch beg ünde e Sozialleh en,
daß die Wi scha nu ein Teil des menschlichen Soziallebens is , nie-
mals abe das Ganze. E wuß e abe auch, daß Wandlungen de ökono-
mischen S uk u nich genügen, um Egoismus, Ko up ion und B u a-
li ä in den zwischenmenschlichen Beziehungen auszuschal en. Das
Zaube wo : O ganisa ion — ü unse e Zei ein ein echnische Be-
g i — e dunkel e seinen Blick nich ü die We e, die man nu
haben, abe nich o ganisie en kann.
So wa es ü ihn eine unabdingba e No wendigkei , de Zukun s-
idee eine sozialen S aa swi scha auch ein Menschenbild einzu ügen,
das einem E hos höchs e Ve an wo ung und Ve p lich ung en sp ach.
Adäqua de En wicklung on Rech und Wi scha muß da um nach
ihm die Höhe en wicklung des Menschengeschlech es gehen. Du ch den
imme g öße en K eis de jenigen, die an den geis ig si lichen Gü e n
des S aa es eilnehmen können, sollen sich Zuch und Bildung heben,
und dami auch die inne e F eihei zu e an wo ungsbewuß-
em Handeln. So se z die mi zunehmende zwischens aa -
liche A bei s eilung en s ehende Wel a bei s eilung einen
hohen S and de Ve si lichung o aus. Es en s ehen schließlich imme
g öße e Bünde on na ionalen S aa en au de gleichen Ebene ih e d ei-
einigen Lebensgebie e. E s au de höchs en S u e, wenn die Menschen
selbs de Zuch und Fo mung en a en können, heb sich de S aa
selbs au , denn die d eieinigen Geschöp e haben sich ih em d eieinigem
Schöp e , de sie en ließ, wiede um genähe . Das Endliche münde
ein in das Unendliche. Doch diese me aphysisch gesehene Au s ieg
ollzieh sich in de his o ischen Wi klichkei , keineswegs
in eine s eilen Ku e. Denn hie he sch das Gese z on ac io und
eac io. In Jah ausenden, in Fo - und Rücksch i en, I - und Um-
wegen e läu das his o ische Schicksal de S aa en, imme abe nach
eine höhe en kosmischen O dnung.
Wi müssen diesen me aphysischen Sozialismus noch
e was nähe be ach en. Wi geben Thie ech , de es s ell e, daß die
Gesellscha bei Rodbe us „als ein g oße pe sönliche O ganis-
mus" e schein . Es is abe die A bei , die diesen Gesellscha sbeg i
kons i uie . „Nu ä ig", sag Thie , „is da um das Indi iduum ge-
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403] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 21
ech e ig und ha es Ansp uch au Eigen um . . . Wie die A bei eines
jeden Ausd uck seine Pe son is , so is die gemeinsame A bei
Ausd uck des alle e bindenden gemeinsamen Gehal es." Dami abe
e häl die A bei einen geis igen, übe ma e iellen We und eine neue
Wü de. In einem B ie an seinen F eund Rudol Meye übe „Physio-
k a ie und An h opok a ie" wende Rodbe us sich ausd ücklich gegen
nu na u gese zlich-biologische Au assungen und be on , de S aa be-
s ehe eben nich aus „ o en physikalischen Einhei en", sonde n „aus
selbs bewuß en Menschenseelen". Wei e heiß es in dem genann en
B ie : „Als geschich liche O ganismen sind die S aa en sich selbs o gani-
sie ende O ganismen ...", ähig „sich ih e Gese ze und O gane selbs zu
geben und ih e Funk ionen in F eihei zu egeln, zu un e hal en und zu
ö de n." Und an ande e S elle: „Sich im S aa sleben Na u gese zen
zu un e we en, heiß sich des Gö lichen im Menschen begeben, heiß
.. . mu willig in K ankhei und Tod gehen . . . Wi müssen", äh e
o , „die ehe nen Na u gese ze du chb echen, nach denen sons auch
de deu sche S aa seines Daseins K eise ollenden wü de. Denn wi
Menschen e mögen das Unmögliche, wi dü en das I ende, Schwei-
ende nü zlich e binden. Mi einem Wo : Wi müssen das physiok a-
ische Sys em, un e dem wi leiden, du ch ein an h opok a i-
s c h e s e se zen; auch in de Volkswi scha muß egie we den."
Aus dem Gesag en geh kla he o wie seh Rodbe us die Sozial-
wissenscha als eine poli ische, we - und zielse zende
Wissenscha au aß . So weis e de Poli ik im S aa sleben die
höchs e Wü de und Au gabe zu, wenn e sag : „Die Poli ik ha die
Au gabe, die sozialen Lebensbedingungen, die wi S aa en nennen, im
Um ang ih e d eieinigen Lebensgebie e den ihnen geschich lich
angewiesenen En wicklungsbahnen gemäß ... in höchs e , selbs übe
das posi i e Rech hinausgehende Sou e äni ä zu üh en und dazu
die ich igen Gese ze zu geben." „Den Willen des Geis es in de Ge-
schich e e kennen", is nach ihm Poli ik. Denn die Epochen haben
ih e besonde en „Missionen" zu e üllen. Die Fo men des sozialen
Lebens abe en s ehen und e gehen „mi geschich liche No wendig-
kei ". In diesem Sinn mein Thie , daß nach Rodbe us die bishe ige
Geschich e nich als „abge allen" on eine Idee, sonde n zugleich „als
Weg zu Idee" anzusehen is . Von dem Gedanken de En wicklung
he gesehen, wa en die bishe igen S u en, wie sie in de Wi klichkei
his o isch e schienen, no wendig, um die P oduk i i ä de gesell-
scha lichen A bei oll zu en al en. So we den die Skla e ei des
Al e ums ebenso wie de Kapi alismus als Du chgangss adien be ach-
e , als Vo be ei ung ü die E üllung eines geläu e en Gesellscha s-
zus andes. Dabei haben Wissenscha und Poli ik in gleiche Weise mi -
zuwi ken. Rodbe us sag selbs : „Bei solche Au gabe, sieh man, is
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22 Rena e Wans a [404
die Poli ik nich bloß Wissenscha , sonde n auch Kuns ! Als Wissen-
scha leh sie au allen Lebensgebie en ... die Kenn nisse, die zu
allsei igen heo e ischen E kenn nis dienen. Als Kuns ha sie die
lebendigen We ke, die den Gegens and ih e Au gabe ausmachen . . .
jene gewonnenen allsei igen E kenn nis gemäß, zu scha en und zu
e hal en. Sie is dami nich bloß die höchs e und königlichs e Kuns ,
sonde n auch die schwe s e, denn sie ha nich nu nach o leuch enden
Ideen die edels en Bildungen, die es au E den gib , die S aa en zu
o ganisie en und in ih en geschich lichen Lebensbedingungen zu e -
hal en, sonde n ha diese Bildungen auch, das sp ödes e und wide -
haa igs e Ma e ial, das es gib — sp öde als Ma mo — zu e a -
bei en, nämlich die menschlichen Indi iduen selbs ."
Wollen wi Rodbe us' Gesam we k uns ich ig deu en und e -
s ehen, so müssen wi nach Zei und He kommen agen. E wa ein
Angehö ige des G undbesi ze s andes. Nie wa pe sönliche No an ihn
he ange e en. Um so e s aunliche , daß e den goldenen Kä ig e kenn ,
de ihn umgib . Ta sächlich ha e ihn geis ig du chb ochen, ha ihn
denkend übe wunden. Doch an de p ak ischen Ve wi klichung muß e
e schei e n. E and niemand, de ihm hal zu ealisie en, was au dem
Papie Fo de ung blieb. In ihm spiegel en sich sel sam die Hemmungen
des o sch i lichen, au geklä en Bü ge ums seine Tage. E
schwank e s ändig zwischen einem oman ischen Konse a i ismus
und einem demok a ischen Sozialismus, zwischen „K one und Volk",
wie e es selbs seh e end nenn .
In den sechzige Jah en beg üß e den „Cäsa ismus" Bisma dks,
abe nu weil e on ihm die Lösung de sozialen F age e wa e . Noch
einmal ho e , sie „ on oben he , on de K one he in einem
sozialen König um" gelös zu sehen. Doch wiede inden wi eine
sel sam p ophe ische Beme kung aus diese Zei : e e gleich Napo-
leon I. und Bisma ck als S aa smänne , „die ielleich nich ih es
gleichen haben." Doch e üg hinzu: „Abe e s e e muß e doch au
den Schnee elde n Rußlands e blu en, und ich meine sei s be ü ch e,
die soziale F age is de ussische Feldzug ü Bisma cks Ruhm." Und
mi diese E kenn nis wende e sich — üb igens on Bisma ck selbs
es los übe sehen — seine le z en Ho nung, dem Volke zu: De
sozialdemok a ischen Pa ei Bebels, die ihn ablehn und nich zu den
ih en echne . So s a b e scheinba e olglos, doch sein We k e wach e
nach ihm zu einem neuen me kwü digen Leben.
Denn wenn wi heu e diese eigenwillige und o sel same Konzep-
ion de Zukun übe schauen, so en sp ich sie in ielen Dingen den
s aa spoli ischen und his o ischen En wicklungen unse e Zei . Au dem
Gebie e de „ma e iellen K a ", de Wi scha , wu de on Rodbe us
ge o de und is heu e zum Teil e wi klich : 1. Die Ve s aa lichung
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407] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 23
on Reichsbank und Eisenbahn, 2. eine zum Teil s aa liche P oduk-
ions egelung und Konsumlenkung, 3. die Umschich ung de Ein-
kommen du ch allmähliches Übe wiegen de einen Leis ungsein-
kommen aus Gehal und Lohn, un e Zu ück e en des „ en ie enden
Eigen ums", 4. zunehmende Ve s aa lichung und Sozialisie ung lebens-
wich ige Indus ien, 5. Hebung und Angleichung de un e en Ein-
kommenss u en, 6. Teilnahme alle Volksschich en an den Bildungs-
gü e n de Na ion, 7. E ziehung de Jugend im Sinne des Humani-
ä sgedankens.
Sein Biog aph Die zel sag , daß nich das Rech des Indi i-
duums, sonde n die P lich ü Rodbe us de soziale P imä beg i
wa , nach de de einzelne eine höhe en objek i en Lebenso dnung
un e wo en is , die sich e s im Leben de S aa en en al e . Eine Idee,
die — wie Die zel sag — „sei Fich e das einhei liche Band um alle
wah ha epochemachenden Sys eme und Schulen de deu schen S aa s-
wissenscha schling .66
Neben diesem Gedanken de P lich abe is es o allem die
Wissenscha , de in diese Leh e eine ausschlaggebende Funk ion
zukomm . Seh kla e deu lich Thie Rodbe us' Au assung on den
Au gaben de Wissenscha : „Wie de S aa besi z abe auch sie die Fähig-
kei de Regene a ion und de Besinnung au ih eigens es Wesen und
ih e wah ha e Au gabe. Diese e schöp sich nich in de E kenn nis und
Sys ema isie ung des Ve gangenen und des Bes ehenden! Die Wissen-
scha e üll ih en Sinn e s , wenn sie zu Bes immung des kün igen
Zieles und de dahin üh enden Wege o sch ei e . E möglich wi d
ih das nu dadu ch, daß die Zukun mi de Ve gangenhei nich nu
äuße lich du ch die Zei , sonde n inne lich du ch die Idee e bunden
is . Nu die Wissenscha , die zu Idee du chzud ingen e mag, is in
de Lage, die Zielbes immung o zunehmen."
Die e ns e F age abe , die wi selbs uns o legen müssen, wi d clie
sein: Wiewei is die si liche Ve ollkommnung und Ve edlung de
Menschen in Wah hei o gesch i en, die ü Rodbe us im Sinne de
d eieinigen Lebensgebie e eine Geis es-, Willens- und Wi scha s-
gemeinscha une läßliche Fo de ung und Vo ausse zung seine s aa s-
sozialis ischen Idee wa ? Wi Heu igen haben den S aa nich als eine
Ins i u ion gö liche P o enienz e leb . Wi e blick en im o ali ä en
S aa die Teu els a ze b u als e Gewal , wi sahen seinen ie s en
Fall. Wi sind skep isch gewo den gegenübe de Idee eine Höhe en -
wicklung des menschlichen Wesens. Wi sahen zu iel E nied igung und
En wü digung dessen, was das Kos ba s e im Menschen sein soll e:
seine inne e Subs anz. Dennoch — wenn wi je z ün undsiebzig Jah e
nach dem Tode dieses me aphysischen Sozialis en seine Leh e übe -
denken, so emp inden wi die eine A mosphä e eines ungeb ochenen
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24 Rena e Wans a [408
Geis es, de unbei ba seine Lebensk eise ollende e. Es schein as
so, als hä e e unse e Zei meh zu sagen wie seine eigenen. Viel-
leich ha uns das Zusammenb echen on Sozialge ügen, die wi ü
daue nd hiel en, hellhö ige gemach und uns gewa n .
Nach den E ah ungen zweie Wel k iege s eh Eu opa o de
F age de Selbs e hal ung. Von einem impe ialis isch-ma e ialis ischen
Kommunismus bed oh , de jede e hische ode me aphysische Bindung
leugne , bleib ihm nich s als die Besinnung au die geis igen We e,
die es selbs in de Viel al seine une müdlichen Denkk a schu . Es
lieg an uns, aus diesem une schöp lichen Reich um das zu heben, was
unse e his o ischen und poli ischen Si ua ion gemäß is . Die „soziale
F age" s eh heu e in ande e Ges al , abe nich minde d ohend, o
uns. Vielleich , daß uns die T ini ä on Gedanke, Wo und Ta , on
Kul u , Rech und Wi scha ein Wegweise sein kann, wie die S aa en
Eu opas ih e übe all gleiche P oblema ik lösen könn en. Es dü en
keine Teillösungen sein, denn, wie Rodbe us imme wiede be on e,
diese Lebensgebie e sind nich zu ze eißen. De S aa als solche is
Ga an ih e Einhei . Wi abe , als menschliche Sozialwesen, sind
zwei ellos die Subs anz des S aa es. Es is unse We k, wiewei wi
ihn e höhen ode e nied igen. Da in lieg de Sinn unse e A bei am
S aa e. Fü die Sozialwissenscha abe gil als ih besonde e
Au ag die kla e und eale En wicklung eines an h opok a i-
sehen Sys ems ü den Menschen als Mi e eine humani ä en
Gesellscha . Denn auch in ih muß s o egie we den, daß die F eihei
und Wü de des Menschen gewah bleib .
Li e a u :
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1950, Band 12, He 1: Übe U sp ung und An änge on Geld, Kapi al und ö en -
liche Finan^wi scha . 144 .)
Joh. Ka l Rodbe us:
Joh. Ka l Rodbe us:
Joh. Ka l Rodbe us:
Joh. Ka l Rodbe us:
Joh. Ka l Rodbe us:
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Hein ich Die zel:
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