scieee Open visual document viewer

Johann Karl Rodbertus. Zur 75. Wiederkehr seines Todestages

Wanstrat, Renate

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Full text

Wans a , Rena e A icle Johann Ka l Rodbe us. Zu 75. Wiede keh seines Todes ages Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Wans a , Rena e (1950) : Johann Ka l Rodbe us. Zu 75. Wiede keh seines Todes ages, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 70, Iss. 4, pp. 1-24, h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290702 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ 385] 1 Johann Ka l Rodbe us Zu 75. Wiede keh seines Todes ages Von Rena e Wans a - Be lin Inhal s e zeichnis: I. Das geis ige Gesam bild S. 1 — II. Theo ie und Reali ä S. 14 — III. Das an h opok a ische Sys em S. 20. I. Es is eine sel same E ah ung, daß wäh end de Jah hunde - wenden o Menschen gebo en we den, die man zu ückschauend nich ein ach in ein bes imm es Zei al e schema isch eino dnen kann. Gleich- sam zwei Epochen e ha e , we den sie on ih en Zei genossen sel en e s anden ode nu miß e s anden und e allen so in ih em Wi ken und Denken nu zu o öllige Ve einsamung. De G und is nich ein s a isches E s a en im Ve gangenen. Es sind zumeis Menschen mi eine ungeheue en Dynamik, abe das, was sie sagen ode he bei üh en wollen, is ih en Zei genossen unangenehm, wenn nich ga unheimlich, denn ih Wollen is zumeis e üh . Es is übe lüssig zu be onen, daß es kein „ o wä s" gäbe, nich s G oßes sich anbahnen könn e, gäbe es nich diese A Zukun smenschen, die in ih em Leben selbs schei e n und e s Gene a ionen spä e e kann und e s anden we den. Man kann dabei an Lis und Lassalle denken, auch an Max Webe , ü die sich in schwe en K isenzei en keine poli ischen Wi kungsmöglichkei en anden. Au keinen abe paß das Bild eines Zukun smenschen so gu wie au den „Sehe on Jage zow" — wie ihn die eigenen Zei genossen spo end nann en — au Johann Ka l Rodbe us. Diese Ri e - gu sbesi ze , de kein „Junke " wa , da ü abe ein ap e e , demo- k a ische Vo kämp e de Paulski che ü die deu sche Einigung, de Lassalle maßgeblich beein luß e und de am Ende seine Tage, als Bisma cks S e n im Zeni h s and, sich de deu schen Sozialdemok a ie anschließen woll e — weil e nu sie noch ü ähig hiel , die „Soziale F age" in absehba e Zei zu lösen — diese Mann is heu e ü uns zum mindes ens nich unin e essan . Wenn wi e suchen, die G undgedanken und das geis ige Gesam - bild seine Leh e zu en wickeln, so müssen wi uns bewuß sein, dami eine Sozialleh e da zus ellen, die dem Bild de damaligen A - bei e bewegung en sp ich . Diese Theo ie is ohne die Indus ialisie- Schmolle s Jah buch LXX, 4 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 2 Rena e Wans a [386 ung in de e s en Häl e des 19. Jah hunde s undenkba , sie e wächs ge adezu au dem Hin e g und de wi scha shis o ischen, ühkapi a- lis ischen Si ua ion diese Epoche. Man da diese konk e e, eal- geschich liche G undlage nich aus dem Blickpunk e lie en, denn sie is a sächlich de Boden, übe dem sich das s aa ssozialis ische Ideal, wie Rodbe us es sieh , e s e heb . Ma x ha einmal on de heo e i- schen E kenn nis e lang , daß sie „nich in sich selbs e lau e, sonde n in Au gaben, ü de en Lösung es nu ein Mi el gib : die P axis". Dami wä e das Ziel sozialwissenscha liche Fo schung und Poli ik e end gekennzeichne . Be ach en wi die Geschich e des deu schen S aa ssozialismus, so e kennen wi zweie lei: Einmal en s eh e als Leh e in eine ganz bes imm en Wi scha sepoche im F üh- und Hochkapi alismus, und wei e beginn e sich o ensich lich p ak isch e s im Spä kapi a- lismus auszuwi ken. Wenn wi unse e heu ige Zei in Anlehnung an Somba s Te minologie als Übe gang zu einem „F ühsozialismus" be- zeichnen dü en — alle dings nich im Sinne des dogma ischen Ma xismus — so müssen wi uns kla da übe sein, daß die ungeheu en wi scha lichen, sozialen und poli ischen Umwälzungen, de en Zeugen wi zum Teil selbs noch sind, sich nu langsam und un e seh schme z- ha en Kämp en ollziehen we den. Zu den deu schen, nich ma xis ischen, S aa ssozialis en echnen wi neben Rodbe us o allem Lassalle und Adolph Wagne . Lassalles Ve bindung zu Ma x und Engels, ih e Gegensä ze und Ge- meinsamkei en sind bekann . Ande e sei s s and Rodbe us in einem seh an egenden und wissenscha lich p oduk i en B ie wechsel mi Lassalle, zugleich abe auch mi Wagne . Beide haben ihn beein luß . Wie wei die Wechselwi kung geh , is schwe nachweisba , doch Adolph Wagne bleib dem Re o mgedanken e ha e , Lassalles A - bei e e eine enden mi dem ühen Tod ih es U hebe s. Rodbe us e ziel zunächs übe haup keine p ak ische Wi kung. Und doch kann keine sozialwissenscha lich in e essie e Gene a ion an ihm o übe - gehen, denn hie ing ein Einsame um den Ke n de sozialen P o- blema ik. Und e e such , im Gegensa z zu Ma x, die Lösung nich allein om ma e ialis ischen S andpunk aus zu gewinnen. Wäh end de ch is liche Sozialismus in ein e hischen Fo de ungen und Pos ula en s ecken bleib , müssen wi in Rodbe us den Beg ünde eine wissenscha lichen Sozialleh e o Ma x sehen. Doch was Hegel ü Ma x bedeu e e, bedeu e e ü Rodbe us Fich e, jedoch nich in de Umkeh ung, sonde n in de Nach olge. Rodbe us' e s e Sch i übe die „Fo de ungen de a bei enden Klassen" wu de be ei s 18 3 7 gesch ieben. Owens A bei swe heo ie en s and schon 1810, doch wie wei Rodbe us sie gekann ha , wissen wi nich , anscheinend be- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 387] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 3 s eh keine lei Ve bindung. Vo allem sieh jedoch Rodbe us das soziale P oblem seine Zei nich nu als e hisch-mo alisches P oblem. Es is ü ihn auch keine „Mach "- noch eine „Magen age". Seh ich ig zeig sein Biog aph Hein ich Die zel, daß es ihm hie um eine wissen- scha liche und geschich liche P oblema ik geh . „Nich das na ü liche Rech des ode de einzelnen, sonde n die En wicklung de Gesellscha bilde den lei enden Gedanken, on dem aus e die P obleme de Gegenwa en scheiden wi d", sag Die zel in seine Sch i 1. Denn es is ü ihn die Kul u des gesellscha lichen Gan- zen, die e du ch den Kamp zwischen zwei Klassen, zwichen Kapi a- lis en und P ole a ie n bed oh sieh ; dieses Ganze abe , diese Ge- meinscha alle , is das, was übe allen S änden und Klassen gesehen we den muß. Die En al ung und Vollendung de menschlichen Gesellscha als Ganzhei is ü ihn die Au gabe de Wissenscha und somi ih le z es Ziel. Rodbe us wa eine de schä s en K i ike de klassischen Na- ionalökonomie, ein Gegne Adam Smi hs und Rica dos; e e such e eine ollkommen neue Theo ie de Einkommens e eilung, und e üh e als E s e eine Un e scheidung de logischen und his o ischen Ka ego ien de Kapi als du ch. Seine ag a poli ischen Sch i en „Zu K edi no des G und- besi ze s" sowie seine „Na ionalökonomischen Un e suchungen des klassischen Al e ums" wu den wissenscha lich ane kann . B uno Hildeb and, de Ve e e de „Äl e en his o ischen Schule" in Jena, a ü ihn besonde s ein. Die Uni e si ä Jena e lieh ihm 1871 den D . h. c. Am Ende seines Lebens nähe e e sich, ein poli isch En - äusch e , de sozialdemok a ischen Pa ei Bebels. Was ihn jedoch imme wiede hemm , is seine Übe zeugung on dem Unheil jedes ge- wal samen Ums u zes. Doch 1871 — im Al e on 66 Jah en — sch eib diese sel same G oßg undbesi ze de Bisma ckschen Ä a: „Ich muß die Ideen diese Leu e e olgen; wenn sie bloß au das ökonomische Gebie zu besch änken wä en, so ließe sich doch iel mi ihnen machen." Und im No embe desselben Jah es: „Sowei de Ke n de sozial- demok a ischen Pa ei ein ein wi scha liche is , gehö e ich ih on ganze Seele an." Ve suchen wi zunächs uns ein Bild on de Pe sönlichkei , de Zei und de Umwel dieses Mannes zu machen, denn ge ade bei ihm sind Mensch und Leh e so seh Eines, daß sich das geis ige Bild ga nich on dem seines Lebens und seine Pe sönlichkei ennen läß . Zudem um aß seine Lebenszei eine Epoche de deu schen Geschich e — näm- lich on 1805—1875 — wie wi sie uns kaum eiche an Gegensä zen 1 Hein ich Die zel: Ca l Rodbe us. Da s ellung seines Lebens und seine Leh e. Jena 1886. 1* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 4 Rena e Wans a [388 und E eignissen o s ellen können. Ka l Rodbe us wu de am 12.8.1805 — also genau o 145 Jah en — in G ei swald gebo en, in eine Zei ie s e poli ische No und Ze issenhei . Sein Va e wa schwedische Jus iz a und P o esso ü Römisches Rech an de Uni e si ä G ei s- wald, denn Pomme n gehö e damals den Schweden. Doch schon 1808 gib e sein Leh am au und zieh au das Gu Bese i z in Mecklenbu g. Rodbe us wächs also au einem g oßen Gu in gesiche en Familien- e häl nissen au , besuch das Gymnasium in F iedland i. M., s udie on 1823 bis 1826 Ju a in Gö ingen und Be lin, wi d Re e enda und komm 1830 zu p eußischen Regie ung nach Oppeln. Ku z da au qui ie e den S aa sdiens und e b ing Jah e au Reisen — D es- den, Heidelbe g, die Schweiz, F ank eich und Holland sind seine S a ionen. Das Reisen in jene Zei — ohne Eisenbahn — wa ü die Söhne de geis ig kul u ellen Schich en as so obliga o isch wie das Wande n ü den Handwe ksbu schen. Es e s eck e sich zumeis au Jah e und gal als Bildungs ak o e s en Ranges, wobei man un e „Bildung" eben keineswegs ein e le nba es, ein in ellek uelles Wissen e s and, son- de n ein wi kliches Au wei en des Ho izon s du ch unmi elba e An- schauung, du ch Be üh ung mi ande sa igen Wel en und Völke n. Es is au diese Fo m de E ziehung zu ückzu üh en, daß de damaligen Zei ein so s a ke kosmopoli ische Zug innewohn . Man denke an das Beispiel Wilhelms und Alexande s on Humbold . Doch nu die wohl- habenden S ände konn en sich diese Fo m de „Bildung" leis en. So s eh damals o engs es bü ge liches Spieße um neben wel o ene Wel anschauung. Noch nach seinem Tode wi d Rodbe us in einem Nach u e om Jah e 1876 nachge ühm : „. . . zu ückgekeh ha e e sich eine ech wel männische Poli u angeeigne , die ihn zum S aa s- manne und Diploma en im bes en Sinne des Wo es quali izie hä e." In Wi klichkei e lie sein Lebensweg in eine ganz ande en Rich ung und üh e endlich in öllige Ve einsamung. Doch zunächs kau e sich 1837 das Ri e gu Jage zow in Pom- me n und übe nimm bald neben de Ve wal ung des Gu es ö en liche Äm e in seinem Landk eis und schließlich in de P o inz. Hie beginn seine ku ze poli ische Lau bahn. 1841 K eisdepu ie e , e nenn ihn die Ri e scha des K eises Usedom-Wollin 1847 zum Gene alland- scha s a de P o inz, zugleich wi d e P o inzialland agsabgeo d- ne e . Hie s ell e zahl eiche olkswi scha lich wich ige An äge, seine ganze Teilnahme abe gehö de F age de Einigung des deu - schen Reiches. Ähnlich wie de eichsunmi elba e F eihe om S ein will e die Einhei , das Reich und muß bi e en äusch e kennen, daß es noch zu üh is . Doch in diese s ü mischen Pe iode de deu schen Geschich e be es ig sich eine sei s seine Übe zeugung on de Unmög- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 389] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 5 lichkei eine „Fluch ins Mi elal e ", ebenso wie seine Abneigung gegen den Radikalismus, gegen jeden „halsb echenden Sp ung", wie e sich ausd ück , um spä e einmal sein poli isches Glaubensbekenn nis in den ku zen Sa z zu assen: „Ich lege nu au einen legalen Übe gang We , in den Dingen bin ich adikal!" Als Abgeo dne e de F ank u e Na ional e sammlung au dem linken Flügel de Zen umspa ei s ehend, i e ü die Ane kennung de Volkssou e äni ä ein. Da die Te i o ial ü s en sich ze spli e n, will e auch gegen de en Willen „zu G ündung de deu schen Einhei sch ei en". Sein poli ische Gegne in de Paulski che wa de Abgeo dne e on Wes -Ha elland, He on Bisma ck-Schönhausen. E lehn e die Ve assung, die die Volkssou e äni ä poli isch e bü gen soll e, ab. Und — sel sames Schicksal — hie in de Na ional e sammlung sieg Rodbe us zum e s en und zum le z en Male übe Bisma ck. Die Ve - assung wi d seinem An ag gemäß angenommen. Sein Biog aph Hein ich Die zel schilde diese d ama ische Si zung und die Beg ün- dung, die Rodbe us mi eine a sächlich e s aunlichen P ophe ie seinem An ag gib . Schei e die e sehn e Einhei , so heiß es da, an de Poli ik de Kabine e, so we de Deu schland dies seinen Fü s en nie e geben. Und wö lich: „Sie we den jene Gedanken und Anschau- ungen in die Übe zeugung des Volkes hinein eiben, daß diese Ein- hei ... nu du ch die adikals e Umwälzung, du ch den Ums u z säm - liche Th one und Kabine e ins Leben ge u en we den kann." Und wei e an die Abgeo dne en gewand : „Sie we den nimme meh Rhein- land und Wes alen abhal en, sich an die bes ehende Ve assung ( on 48) anzuschließen!... Sie wü den P eußen in den no dös lichen Winkel on Deu schland e d ängen!" Die zel s ell 1886 noch es , daß die Geschich e Bisma ck ech gab und Rodbe us un e lag. Wi denken heu e e was ande s. Nich de p eußische Junke de klein- deu schen Lösung ha ech behal en, de Demok a Rodbe us, de Deu schlands und nich P eußens Zukun sah, ha e 1848 den wei- e en Ho izon . Es is selbs e s ändlich, daß Rodbe us sich mi solchen Ansich en nu ku ze Zei als p eußische Kul usminis e un e F ied ich Wil- helm IV. hal en konn e; ohne auch nu annähe nd seine poli ischen Ideale e wi klichen zu können, muß e e alsbald aus dem S aa sdiens wiede ausscheiden. Seine Rech e igung en häl seine Sch i : „Mein Kon lik zwischen K one und Volk" (Be lin 1849). Seine inne e olks- e bundene und demok a ische Hal ung ha e e abe auch in seine ku zen Am szei bekunden können. So se z e e sich damals — in de G ündungszei de humanis ischen Gymnasien — ü die os lose Lage de Volksschulleh e ein und in einem An ag o de e e eine Re o m de S eue e assung: „.., du ch welche die S eue abgaben OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 6 Rena e Wans a [390 nach den G undsä zen de Ge ech igkei und eine au geklä en S aa s- wi scha au zulegen und mi de Ve eilung des Na ionaleinkommens in Einklang zu b ingen seien." Von de K one nunmeh poli isch kal ges ell , kandidie e dann nochmals zu de 1849 einbe u enen Landes e sammlung. In dem Sch eiben, in dem e diesen En schluß mi eil , heiß es seh cha ak- e is isch: „Indem ich, eine neuen Wahl mich hingebend und da in zu dem Volke als dem U sp ung allen Rech es zu ückkeh end, nu dem Volkswillen geho che." E wi d in d ei K eisen gewähl , i als Abgeo dne e ü die Annahme de Kaise k one du ch F ied ich Wilhlm IV. ein, e leb die Weige ung P eußens, obgleich 29 kleins aa - liche Regie ungen die Ve assung en bloc annehmen, und beende da - au hin endgül ig seine poli ische Lau bahn. Sei dem ha Rodbe us jede Wahlkandida u abgelehn und is nie- mals meh in den S aa sdiens be u en wo den. E muß e ielleich im poli ischen Leben schei e n, um seine wissenscha liche Mission e - üllen zu können. Denn ein Mann wie e konn e sich nich in i gendeine Pa eischablone p essen lassen, ihm ging es im G unde ga nich um die F age: Mona chie ode Republik, konse a i ode demok a isch? De Vo wu des Renega en ums, den seine Zei genossen e hoben haben und de ihn seh geschme z ha , be uh au de en eigenem Un e - s and. Die Lösung dieses scheinba en Schwankens zwischen den Pa - eien schein uns Hein ich Die zel ich ig wiede zugeben. E sag : „Ihm sind Pa eidogmen und Regie ungs o men nu Mach mi el, die, je nachdem sie seinem höchs en sozialen Idealen dienen ode nich , be- nu z ode bekämp we den. E ha in allen Phasen seine inne en En wicklungsgeschich e s e s au de Sei e de Mach ges anden, on welche e die Lösung des sozialen P oblems e wa e e." Dieses soziale P oblem und seine Lösung is abe auch de G undgedanke seine wissenscha lichen A bei en, ja, seine Wel anschauung übe haup und de e hischen Fo de ungen, die e nich nu an seine Zei , sonde n auch an eine e ne Zukun ich e . Be o wi das wissenscha liche We k Johann Ka l Rodbe us' be- sp echen, wollen wi einen ku zen Blick au die wi scha s- his o ische Si ua ion de G.eschich sphase, in de sein Leben e läu , we en. Sie um aß F üh- und Hochkapi alismus; denn Rodbe us ha die bisma ckische Reichsg ündung noch e leb . Als e jedoch im Jah e 1837 seinen e s en wissenscha lichen Au sa z: „Was wollen die a bei- enden Klassen?", de schon p og amma isch seine spä e e Leh e en - häl , de „Augsbu ge Allgemeinen Zei ung" anbie e , die ihn so o als „unzei gemäß" ablehn — lieg das blu ige D ama de anzösischen Re olu ion kaum ün Jah zehn e zu ück. Ku z o he , 1784, ha e ein englische P a e den mechanischen Webs uhl e unden, und schon OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 391] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 7 1822 wi d in Manches e die e s e Tex il ab ik geg ünde . In asen- dem Tempo zieh das Maschinenzei al e he au , imme neue ech- nische E indungen — Damp schi , Eisenbahn — e anlassen imme neue S uk u wandlungen, nich nu de bishe igen Wi scha , son- de n auch des bishe igen Lebenss ils. Die Möglichkei , Menschena bei du ch Maschinena bei zu e se zen und zu e iel äl igen, scha eine soziale Umwälzung ähnlich de E indung des Schießpul e s, die die Ri e üs ung zum läche lichen Requisi mach e. Ein Blick au die Be- ölke ungs- und Ve mögensumschich ungen jene Zei zeig uns eine ungeheue e gesellscha liche Bewegung, ein endgül iges Du chb echen alle S andessch anken, sowei sie sich bis zum Ende des 18. Jah hun- de s noch e hal en ha en. In No d- und Mi eldeu schland is es be- sonde s de im bescheidenen Wohls and lebende Handwe ke s and, abe auch das do in seine Lebensbasis wohlgesiche e Baue n um, aus de en kinde eichen Familien de Au s ieg beginn . Fas alle die g oßen Pionie e in Handel und Indus ie, die damals — allein au sich ges ell — die Fundamen e unse e heu igen Wi scha un e maue - en, en s ammen de Schich de Baue n und Handwe ke . Ganz ande s is die En wicklung in Os deu schland. Hie he sch eine e häl nismäßig kleine He enschich eines eudal-pa ia chalisch einges ell en G oßg undbesi zes übe eine zwa gesunde, abe dump e und as ohne Schulbildung au gewachsene Masse on Landa bei e n, wäh end Handwe k und Baue n um as ganz zu ück e en, ode , bei wei nied ige em Lebenss anda d als im üb igen Deu schland, ein nu zum Teil selbs ändiges Dasein is en. Die Leibeigenscha is e s um die Jah hunde wende ech lich au gehoben wo den, p ak isch ha sie noch Jah zehn e bes anden, und die a sächliche Abhängigkei on de Gu she scha , die poli isch, ech lich und wi scha lich das Übe ge- wich ha , wi k sich nach allen Sei en hin aus. Man muß sich hie übe im kla en sein, um zu e s ehen, wa um ge ade die Landa bei e scha des Os ens ih e Bodens ändigkei au gib und jubelnd die heiße - sehn e F eizügigkei und Gewe be eihei nach de S ein-Ha denbe g sehen Re o m beg üß . Das läche liche A gumen on de „Such nach de G oßs ad " is unhal ba , wenn man weiß, daß au dem Lande alle Au s iegsmöglichkei en, ja o selbs die ein achs en Ve diens möglich- kei en ehl en, da die Menschen sich schnelle und s ä ke e meh ha en als ih e A bei splä ze und auße dem die eben en s ehende Landmaschinenindus ie noch menschliche A bei sk ä e eise z e. Und so beginn die T agödie de Binnenwande ung, die man besse als ein He umi en bezeichne . Denn ohne jede Lei ung und Lenkung s öm en die Massen dem neuen und besse en Ve diens nach, um do in „ eie Konku enz" au eiem Ma k allein du ch ih e Zahl, den P eis ih e A bei , d.h. den Lohn au ein Mindes maß he abzud ücken. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 8 Rena e Wans a [392 Ein kleine P ozen sa z nu , die Zähes en und In elligen es en, nehmen am Au s ieg eil, inden ih siche es B o , zum Teil im s ändig an- wachsenden mi le en und un e en Beam enappa a des au blühenden S aa es, z. B. bei de Eisenbahn und Pos . Die g oße Meh zahl abe äll als ungele n e Fab ika bei e imme meh zu ück, sie beginnen das Elendsp ole a ia de S äd e zu bilden, und de Spal zwischen Besi zenden und Besi zlosen kla imme wei e auseinande . Doch auch die poli ischen Gegensä ze e schä en sich. Die Konse - a i e Pa ei, zusammengese z aus de G undbesi ze schich des Os ens, bleib bis übe die Bisma ckzei hinaus in P eußen die poli- ische Mach an den S u en des Th ones. Und in eine ge adezu agi- schen E s a ung und Blindhei e kenn sie nich die Dynamik ih e eigenen Zei , dulde sie nich die kleins e B esche in de Maue ih e Vo u eile. De Gegensa z zum libe alen Un e nehme um zwischen Wes - und Os deu schland, zwischen Indus ie- und G undbesi z, zwi- schen S ad und Land übe haup , e s ei sich imme meh , und de ein wi scha spoli ische In e essenkamp s ö und e gi e jah - zehn elang eine En wicklung, die gleichzei ig Deu schland zu eine Wel mach empo s eigen läß . Die un e einba en Schlagwo e: höhe e P eise ü ländliche P oduk e, billige es B o ü die Indus ies äd e, kennzeichnen die Lage und die unheil olle Ze spli e ung im eigenen Volk. Und es sind a sächlich nu ganz wenige Köp e, die in diese Zei de eien Konku enz die ie e en U sachen de inne en K ise zu e - kennen e mögen. Zu ihnen abe gehö unbes i en de P i a - geleh e und Ri e gu sbesi ze Johann Ka l Rodbe us, de in diese Zei die Fo de ung e heb : „Aus diese kul u eindlichen Tendenz komm das Sys em nich he aus, wenn es nich ein ande es wi d, wenn nich das Sys em de E we bs eihei zu seinen Vo gänge n in de Ge- schich e e sammel wi d und ein neues, ein Sys em de S aa s- 1 e i u n g die Gewal übe nimm !" Ebensowenig wie einem Pa eip og amm is Rodbe us' Wissen- scha shal ung eine bes imm en Schule zuzuo dnen. Sein We k — äuße s lebendig und plas isch, s a k mi Polemik du chse z — is kein geschlossenes Sys em ode eine Me hodenleh e. Zum g oßen Teil sch eib e in B ie o m an F eunde und Gegne , und diese B ie e en - hal en zwa kein wissenscha liches Sys em, abe da ü seine sozial- poli ische S ellungnahme zu den seine Zei bewegenden F agen1. E is ein au ich ige Feind de libe alen Theo ien, de en Indi idualismus e au s schä s e bekämp , de ü ihn nich s als „ein u bulen e Wi - bel on A omen is ". Selbs on de ma xis ischen Leh e behaup e e 1 J. K. Rodbe us: B ie e an . Ki chmann, 1850/51; B ie e an Adolph Wagne , 1878/79; B ie e und sozialpoli ische Au sä ze, he ausg. oq Rudolph Meye , 1880. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 399] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 15 kenn man sie als das, was sie is — als eine s aa swi scha - liche F age eminen es e A ." In diesem Sinne wu de ihm die A bei selbs zum G und undamen seine olkswi scha - lichen Theo ie. Seine A bei swe heo ie kann im Rahmen diese Ab- handlung nu angedeu e we den. Sie uß au dem Sa z: „Alle wi - scha lichen Gü e kos en A bei und nu A bei ." A bei is da um auch „Maßs ab des We es". In e essan is , daß e om Objek i ismus de klassischen Schule abweich . Denn dem Ge- b auchswe — de du chaus subjek i gesehen wi d als ein i a ionales Bedü nis des Ve b auche s — s eh ein soziale Tauschwe gegenübe , gesehen als ein, dem In e esse des Einzel- menschen häu ig en gegengese z es a ionales Bedü nis de Gemeinscha . Diese s o zi a I e Tauschwe soll kün ig im Lau e de En wicklung den bei eie Konku enz sich objek i egeln- den „Ma k we " (den Tauschwe de klassischen Theo ie) e se zen. Denn da de einzelne de Gemeinscha eingeo dne is , ha de S aa den sozialen Tauschwe zu bes immen und, wenn nö ig, mi „soziale Gewal " du chzuse zen, was p ak isch — wie wi heu e sagen wü den — nich nu au eine P eis-, sonde n auch au eine P oduk ions- und Konsum 1 e n k u n g hinauskäme. Dami abe wü de schon de eine g oße Fehle des eien Ma k es ausgeschal e sein: die K ise in allen ih en Fo men, als eine de U sachen alles sozialen Unglücks, die imme in e s e Linie die a bei enden Massen du ch Lohnsenkung und A bei slosigkei i . Diese Aus üh ungen und Fo de ungen, die in unse en Tagen schon in de Fo m meh ode wenige adikale Planung und Lenkung längs Wi klichkei gewo den sind, müssen in eine Epoche des eien Ma k- es den Zei genossen u opisch e schienen sein. Rodbe us abe sah deu - lich den G und ehle jede Gleichgewich s heo ie on Angebo und Nach age. So s ell e e 1842 das „Gese z de allenden Lohnquo e" au . E besag ku z, daß bei s eigende P oduk i i ä de Gesam - a bei die aus dem Gesam einkommen de Na ion de A bei e klasse zu allende Quo e, d. h. ih An eil am gesellscha lichen Gesam einkom- men, s ändig kleine wi d, wäh end die Quo e des G und- und Kapi aleinkommens, Ren e und Zins, s e ig wächs . Dadu ch wi d eine Mino i ä de Besi zenden einsei ig be o zug . Au diese Ta sache beg ünde e Rodbe us seine G und en en heo ie, die zwa einsei ig gesehen, doch auch ü uns noch on ak uelle Bedeu ung is . Die Au assung on de absolu en Na u de Boden en e, die sie als Folge des P i a eigen ums e scheinen läß und sie zu eine „Be- si z en e" mach , wi d on allen Sozialis en au G und de A bei s- we heo ie e e en. Die Vo s ellung, daß ge ade de Boden seine K ä e „unen gel lich" zu Ve ügung s ell -— die al e Behaup ung OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 16 Rena e Wans a [400 alle Boden e o me —, üh e auch Rodbe us zu seinem Un e - suchungen übe die En s ehung de G und en e. Diese bleib ü ihn eine absolu e Monopol en e des Bodens, ein „na ü liches Gu ", das s e s übe den A bei sau wand hinaus eine „ewige Ren e" abwi , de en Höhe on de Menge de au gewand en A bei abhäng . Fü Rodbe us gib es nu zwei A en des Einkommens: Lohn und Ren e. Die Ren e eil sich in G und- und Kapi al en e; die eine is dem Rohp oduk , die ande e dem Fe igp oduk zu e danken. De Vo - eil des Landwi s gegenübe dem Fab ikan en lieg da in, daß le z e e seine Rohp oduk e kau en muß, wäh end e s e em das Rohp oduk „Boden" kos enlos als P oduk ionsins umen zu Ve ügung s eh . Da aus en s eh sein besonde e Vo eil, e bezieh eine Ren e, ohne ü den Ma e ialwe e was auszugeben. De U sp ung diese Ren e is o allem abe einmal ech liche Na u : die Ta sache de Okkupie ung des Bodens als P i a eigen um — zum ande en wi - scha liche Na u : da die P oduk i i ä de A bei einen Meh - e ag übe den Lebensun e hal de A bei e hinaus e b inge, also s e s zu E beu ung eines „ emden A bei sp oduk es" üh e. Diese his o isch nich hal ba e Vo ausse zung, daß de Boden nich s kos e, e anlaß e Rodbe us zu de Fo de ung, G und- und Boden als S aa seigen um zu be ach en, um dami eine ande e Einkom- mens e eilung he beizu üh en. Ein Ve such, den schon Lyku g in Spa a un e nommen ha , de abe schon damals an de Ta sache schei- e e, daß de Mensch sei U zei en den on ihm selbs bea bei e en Boden als Eigen um be ach e , das zum mindes ens „A bei " gekos e ha . Abe ü Rodbe us handel e es sich wenige um den bäue lichen Besi z, als um den in eine Hand zusammengeball en G oßg und- besi z, de als Ren e wei gehend ein a bei sloses Einkommen siche e, das Ag a p oblem de La i undien, wie es heu e in Südi alien noch ebenso aku is wie im al en Rom. Doch diese Un e suchungen ha en einen p ak ischen E olg zu e zeichnen. Denn aus diese G und en- en heo ie en wickel e Rodbe us eine Be ach ung des Bodenk e- di s, indem e da au hinwies, daß Boden kein Kapi al is , sonde n ein Ren en onds, ein S ück E de, das nich Kapi alien, sonde n einen Reine ag ab üh , den man nu als Ren e kapi alisie en, abe nich als Kapi al e we en kann. So kann man Da lehen au G und und Boden nu in de Fo m on Ren enkau geben, daß heiß e s nach E - assen des Bodene agswe es kann de Bodenwe e echne we den. Dies gil ebenso ü das ag a ische E b ech , da es sich nich um Au eilung on Kapi alien, sonde n um Ren enan eile handel 1. Die mode nen Re o men zu E hal ung des bäue lichen Besi zes knüp en spä e an diese Leh en on Rodbe us an, besonde s in de 1 J. K. Rodbe us: Die K edi no des G undbesi ze s, 2. Au l. Be lin 1893. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 401] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 17 Ausgabe on Ren enb ie en im landwi scha lichen K edi wesen und in de Scha ung on Ren engü e n. Diese sollen kapi ala men Land- wi en zu E we bung eines Gu es e hel en du ch Übe nahme eine es en Geld en e du ch den Käu e . Das p eußische Ren engü e gese z on 1890/91 und das Reichssiedlungsgese z on 1919 s eb en die Scha ung on bäue lichen Ren engü e n au diese G undlage an; da- du ch wu de das Bodenmonopol de g oßen G undeigen üme z. T. du chb ochen und eine ande e Ve eilung de Boden en e un e den Bodeneigen üme n he beige üh . Rodbe us lag jedoch de Gedanke an En eignungen öllig e n. Im wesen lichen wünsch e e einen Ausgleich zwischen A bei seinkommen als Lohn ode Gehal und dem G und- sowie Kapi aleigen um zu scha - en. Wie abe die Geschich e bishe nach Rodbe us' Ansich nu in Komp omissen o sch ei e , ohne jedoch ih Ziel aus dem Auge zu e lie en, so wu de inzwischen längs e wi klich , was damals u o- pische Fo de ung zu sein schien. E ich Thie glaub in seinem Ve gleich de s aa ssozialis ischen Theo ien on Ka l Rodbe us, Lassalle und Adolph Wagne es s ellen zu können, daß die eie Ve keh s- und Tauschgesellscha mi den inzwischen e wi klich en Sozial e o - men be ei s aus den Angeln gehoben wu de. „G und- und Kapi al- eigen um" e scheinen nich meh als bloße Ren enquelle, sonde n als „Am ", die Ren e als „Gehal " und de „A bei slohn" als „gesiche ", denn es kann ihm kein „Meh we " meh en zogen we den1. De S aa e mag nunmeh die „Lenkung" zu übe nehmen, um A bei und P o- duk ion g aduell den Bedü nissen anzupassen. In diesem S adium be- inden wi uns je z , und es is nu eine F age de Wi scha s- poli ik, inwiewei de S aa übe haup in de Lage is , diese Len- kung zu leis en. Hie be üh en wi die F age des S aa se hos übe - haup , on dem noch zu sp echen sein wi d. Wei e s ell e Rodbe us einen du chaus sozialhis o isch ge- sehenen Beg i de A bei s eilung au , den e dem ein echno- logisch gesehenen de klassischen Schule en gegense z . In de A bei s- eilung sieh e wiede um neben Wissenscha und Rech das d i e de „sozialen G und e häl nisse" und die wi scha liche Vo bedingung alles sozialen Lebens übe haup . Als wi scha liches O dnungsp inzip is sie das „. . . ausschließliche s aa swi scha liche G und e häl nis, das alleinige P inzip unse e Wissenscha ". In de A bei s eilung „a bei en . . . de Sache nach Eine ü Alle und Alle ü Einen". Sie kann unmöglich au einem eien Ve age be uhen, denn ih e ma- e ielle Vo ausse zung is die soziale No wendigkei eine gemeinsamen Bedü nisbe iedigung, so e wa, wenn die P oduk ionsübe schüsse des 1 E ich Thie : „Rodibe us, Lassalle, Adolph Wagne . Ein Bei ag zu Theo ie und Geschich e des deu schen S aa ssozialismus." Diss. Lpz. 1930. Schmolle s Jah buch LXX, 4 2 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 18 Rena e Wans a [402 Acke baus übe den engs en Familienbeda hinaus au den Ma k ge- b ach we den. Rodbe us beg ünde seine Theo ie du chaus nich mi Abs ak ionen, sonde n ganz konk e aus dem his o ischen Ablau , nach de soziologischen En wicklung. Aus p imi i en An ängen klein- s e und kleine e G uppen, die „S ammespe iode" wächs mi zu- nehmende A bei s eilung, die einen imme s a e en Zusammenhal e o de , die „S aa enpe iode" empo . Sie um aß die An ike und die ch is lich-ge manische Geschich sphase. Doch auch die ein ech- nische Sei e de A bei s eilung wi d wesen lich ande s und eigena ig on ihm gesehen. De A bei sp ozeß wi d nich nu ze leg und au ge- spal en, sonde n gleichzei ig inde eine imme g öße we dende A - bei s e einigung s a , denn keine kann meh de A bei shil e des ande en en a en, jede is au das A bei sp oduk eine ande en Hand angewiesen. Dami abe wi d die A bei s eilung die immanen e gemeinscha sbildende K a schlech hin, und dami en - hüll sich auch ih e Keh sei e: Teilung de A bei bedeu e gleichzei ig die Ve eilung des E a bei e en. Das Wesen de Teilung de A bei bedeu e nach Rodbe us nich Ze spli e ung, sonde n ge- ade die Gemeinscha de A bei . De geschich liche Ve - lau üh allmählich zu zunehmende Ve gemeinscha ung, im Gegen- sa z zu den indi idualis ischen Sys emen, die als e al e abge an we - den. Dami abe wi d das soziale P oblem in e s e Linie zu einem Ve eilungsp oblem, dessen Auswi kungen jedoch unabdingba on de posi i en Rech so dnung zu beein lussen is , de en Schöp e de S aa selbs is . Eigen ums ech und Ve eilungsmodus des E a bei e en hängen demnach eng zusammen. So heb Rodbe us aus de Geschich e d ei ihm ypisch e scheinende Wi scha ss u en des A bei s- und Ve ei- lungs o ganges inne halb de S aa enpe iode he aus, die wi ku z skizzie en wollen. E s e S u e is de Oikos des Al e ums. Es bes eh Na u alwi scha und Skla enbesi z. De Oikos bilde eine Be iebseinhei , die on dem Oikosbesi ze einhei lich gelei e wi d, de nach seinem E messen die Ve eilung de A bei sp oduk e egel . Nach imme s ä ke e Au spal ung diese Fo m de geschlossenen Hauswi scha wäh end des Mi elal e s is die zwei e S u e: die kapi alis ische Wi scha bei eie Konku enz e eich . Hie ehl jede Einhei und jede Lei ung. Es wi d in olgedessen planlos ü einen anonymen Ma k p oduzie , den keine meh übe sehen kann. Die Be iebseinhei is an den einzelnen G und- ode Kapi al- besi ze gebunden. Es he sch eine Geldwi scha und die An eile de P oduk ion e eilen sich als G und en e an den Bodeneigen- üme , als Zins an den Kapi albesi ze , als Lohn an den pe sönlich eien A bei e . Kennzeichen diese S u e is Zunahme und S eige ung OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 405] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 19 on Kapi al und Einkommen, on de en P ospe i ä abe die P odu- zen en de Ma k wa e A bei ausgeschlossen bleiben. Die d i e S u e is nun nach Rodbe us die Wi scha so dnung de Zukun : die S aa swi scha . P oduk ionseinhei is hie de S aa , und e selbs is es, de die P oduk ionslei ung ausüb . Um ang und A de Bedü nisse e mi el die S a is ik, die einzelnen Be iebslei e sind S aa sbeam e, die A bei e als Lohnemp änge haben als einzigen A bei gebe den S aa . De Ve eilungsmodus is ku z olgende : De S aa behäl aus de P oduk ion einen We an eil zu ück zu Deckung allgemeine Bedü nisse. De Res e eil sich nach dem Lei- s ungsp inzip als Gehal ode Lohn. Als Rechnungseinhei glaub e Rodbe us die A bei szei an- nehmen zu können, in die die Quali ika ion de A bei einge echne we den soll. Das Geld is e se z du ch A bei swe qui ungen, die gleichzei ig Anweisungen au den en sp echenden Sozialwe sind. Das Geld ha dami seine S o gebundenhei e lo en und is ein K edi - g e 1 d gewo den. Das en ie ende P i a eigen um, das au de zwei en S u e noch bes and, ha sich du ch Rech sak in ein eines Einkommen- eigen um e wandel mi de „Ga an ie", daß jedem die F uch seine A bei zukomm ", d. h. jene Teil des Na ionalkapi als, den e selbs leis ungsmäßig zuges eue ha . Das bedeu e , wie Rodbe us wö lich aus üh : „. . . daß jede mann einen Eigen umsansp uch au den ollen We seines indi iduellen A bei sp oduk es ha , und daß on dem da- du ch bezeichne en Einkommen nu so iel abgegeben ode abgezogen wi d, als Jede mann zu Deckung de ö en lichen Bedü nisse beizu a- gen ha ." Wie diese We quali a i zu be edinen sei, e such e Rod- be us in seine A bei szei heo ie zu beweisen. E ließ soga au seinem Gu e du ch einen A chi ek en eine solche A bei swe be echnung an Zimme mannsa bei en du ch üh en. Doch is o zdem nich e sich - lich, wie eine solche Theo ie in die P axis übe ge üh we den könn e. Es lieg ielmeh au de Hand, daß wi uns hie an de G enze be- inden, wo das E kennen de Wi klichkei eine ech en sozialen P o- blema ik Ge ah läu , in wel emde Ideologie auszua en. Wi haben heu e eine solche En a ungse scheinung im dogma ischen Ma xismus- Leninismus deu lich o uns. Was als K i ik und Analyse de ökono- mischen E scheinungen des beginnenden Maschinenzei al e s be ech ig wa , e s a zum dok inä en Schema ismus, wi d zu Kons uk- ion, die als Zwangsjacke dem ewig lu enden und sich wandelnden Sozialleben angepaß we den soll. Doch das Leben selbs läß sich nich beliebig egulie en, wie de Fluß zum Kanal, und die na ü liche Viel- äl igkei de Menschenna u selbs wide s eb de küns lichen Gleich- hei . Schon A is o eles be on e, daß Gleiches ü Ungleiche nich ge- ech sei. Die a sächliche Ungleichhei in de Na u des Menschen selbs 2* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 20 Rena e Wans a [406 wa ihm Beweis da ü , daß soziale Ge ech igkei au Gleichhei nich zu g ünden sei. III. Es wä e e ehl anzunehmen, daß ein Mann on den geis igen Quali ä en dieses Denke s in seinem Ringen um die „soziale F age" diese Schwächen seines Zukun sbildes nich selbs emp unden hä e. E wa nich Ma e ialis , sonde n Me aphysike . Sein E hos, das ihn eine Sozial e o m de Gesellscha ans eben ließ, is unübe hö ba . E wuß e so gu wie alle Vo kämp e e hisch beg ünde e Sozialleh en, daß die Wi scha nu ein Teil des menschlichen Soziallebens is , nie- mals abe das Ganze. E wuß e abe auch, daß Wandlungen de ökono- mischen S uk u nich genügen, um Egoismus, Ko up ion und B u a- li ä in den zwischenmenschlichen Beziehungen auszuschal en. Das Zaube wo : O ganisa ion — ü unse e Zei ein ein echnische Be- g i — e dunkel e seinen Blick nich ü die We e, die man nu haben, abe nich o ganisie en kann. So wa es ü ihn eine unabdingba e No wendigkei , de Zukun s- idee eine sozialen S aa swi scha auch ein Menschenbild einzu ügen, das einem E hos höchs e Ve an wo ung und Ve p lich ung en sp ach. Adäqua de En wicklung on Rech und Wi scha muß da um nach ihm die Höhe en wicklung des Menschengeschlech es gehen. Du ch den imme g öße en K eis de jenigen, die an den geis ig si lichen Gü e n des S aa es eilnehmen können, sollen sich Zuch und Bildung heben, und dami auch die inne e F eihei zu e an wo ungsbewuß- em Handeln. So se z die mi zunehmende zwischens aa - liche A bei s eilung en s ehende Wel a bei s eilung einen hohen S and de Ve si lichung o aus. Es en s ehen schließlich imme g öße e Bünde on na ionalen S aa en au de gleichen Ebene ih e d ei- einigen Lebensgebie e. E s au de höchs en S u e, wenn die Menschen selbs de Zuch und Fo mung en a en können, heb sich de S aa selbs au , denn die d eieinigen Geschöp e haben sich ih em d eieinigem Schöp e , de sie en ließ, wiede um genähe . Das Endliche münde ein in das Unendliche. Doch diese me aphysisch gesehene Au s ieg ollzieh sich in de his o ischen Wi klichkei , keineswegs in eine s eilen Ku e. Denn hie he sch das Gese z on ac io und eac io. In Jah ausenden, in Fo - und Rücksch i en, I - und Um- wegen e läu das his o ische Schicksal de S aa en, imme abe nach eine höhe en kosmischen O dnung. Wi müssen diesen me aphysischen Sozialismus noch e was nähe be ach en. Wi geben Thie ech , de es s ell e, daß die Gesellscha bei Rodbe us „als ein g oße pe sönliche O ganis- mus" e schein . Es is abe die A bei , die diesen Gesellscha sbeg i kons i uie . „Nu ä ig", sag Thie , „is da um das Indi iduum ge- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 403] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 21 ech e ig und ha es Ansp uch au Eigen um . . . Wie die A bei eines jeden Ausd uck seine Pe son is , so is die gemeinsame A bei Ausd uck des alle e bindenden gemeinsamen Gehal es." Dami abe e häl die A bei einen geis igen, übe ma e iellen We und eine neue Wü de. In einem B ie an seinen F eund Rudol Meye übe „Physio- k a ie und An h opok a ie" wende Rodbe us sich ausd ücklich gegen nu na u gese zlich-biologische Au assungen und be on , de S aa be- s ehe eben nich aus „ o en physikalischen Einhei en", sonde n „aus selbs bewuß en Menschenseelen". Wei e heiß es in dem genann en B ie : „Als geschich liche O ganismen sind die S aa en sich selbs o gani- sie ende O ganismen ...", ähig „sich ih e Gese ze und O gane selbs zu geben und ih e Funk ionen in F eihei zu egeln, zu un e hal en und zu ö de n." Und an ande e S elle: „Sich im S aa sleben Na u gese zen zu un e we en, heiß sich des Gö lichen im Menschen begeben, heiß .. . mu willig in K ankhei und Tod gehen . . . Wi müssen", äh e o , „die ehe nen Na u gese ze du chb echen, nach denen sons auch de deu sche S aa seines Daseins K eise ollenden wü de. Denn wi Menschen e mögen das Unmögliche, wi dü en das I ende, Schwei- ende nü zlich e binden. Mi einem Wo : Wi müssen das physiok a- ische Sys em, un e dem wi leiden, du ch ein an h opok a i- s c h e s e se zen; auch in de Volkswi scha muß egie we den." Aus dem Gesag en geh kla he o wie seh Rodbe us die Sozial- wissenscha als eine poli ische, we - und zielse zende Wissenscha au aß . So weis e de Poli ik im S aa sleben die höchs e Wü de und Au gabe zu, wenn e sag : „Die Poli ik ha die Au gabe, die sozialen Lebensbedingungen, die wi S aa en nennen, im Um ang ih e d eieinigen Lebensgebie e den ihnen geschich lich angewiesenen En wicklungsbahnen gemäß ... in höchs e , selbs übe das posi i e Rech hinausgehende Sou e äni ä zu üh en und dazu die ich igen Gese ze zu geben." „Den Willen des Geis es in de Ge- schich e e kennen", is nach ihm Poli ik. Denn die Epochen haben ih e besonde en „Missionen" zu e üllen. Die Fo men des sozialen Lebens abe en s ehen und e gehen „mi geschich liche No wendig- kei ". In diesem Sinn mein Thie , daß nach Rodbe us die bishe ige Geschich e nich als „abge allen" on eine Idee, sonde n zugleich „als Weg zu Idee" anzusehen is . Von dem Gedanken de En wicklung he gesehen, wa en die bishe igen S u en, wie sie in de Wi klichkei his o isch e schienen, no wendig, um die P oduk i i ä de gesell- scha lichen A bei oll zu en al en. So we den die Skla e ei des Al e ums ebenso wie de Kapi alismus als Du chgangss adien be ach- e , als Vo be ei ung ü die E üllung eines geläu e en Gesellscha s- zus andes. Dabei haben Wissenscha und Poli ik in gleiche Weise mi - zuwi ken. Rodbe us sag selbs : „Bei solche Au gabe, sieh man, is OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 22 Rena e Wans a [404 die Poli ik nich bloß Wissenscha , sonde n auch Kuns ! Als Wissen- scha leh sie au allen Lebensgebie en ... die Kenn nisse, die zu allsei igen heo e ischen E kenn nis dienen. Als Kuns ha sie die lebendigen We ke, die den Gegens and ih e Au gabe ausmachen . . . jene gewonnenen allsei igen E kenn nis gemäß, zu scha en und zu e hal en. Sie is dami nich bloß die höchs e und königlichs e Kuns , sonde n auch die schwe s e, denn sie ha nich nu nach o leuch enden Ideen die edels en Bildungen, die es au E den gib , die S aa en zu o ganisie en und in ih en geschich lichen Lebensbedingungen zu e - hal en, sonde n ha diese Bildungen auch, das sp ödes e und wide - haa igs e Ma e ial, das es gib — sp öde als Ma mo — zu e a - bei en, nämlich die menschlichen Indi iduen selbs ." Wollen wi Rodbe us' Gesam we k uns ich ig deu en und e - s ehen, so müssen wi nach Zei und He kommen agen. E wa ein Angehö ige des G undbesi ze s andes. Nie wa pe sönliche No an ihn he ange e en. Um so e s aunliche , daß e den goldenen Kä ig e kenn , de ihn umgib . Ta sächlich ha e ihn geis ig du chb ochen, ha ihn denkend übe wunden. Doch an de p ak ischen Ve wi klichung muß e e schei e n. E and niemand, de ihm hal zu ealisie en, was au dem Papie Fo de ung blieb. In ihm spiegel en sich sel sam die Hemmungen des o sch i lichen, au geklä en Bü ge ums seine Tage. E schwank e s ändig zwischen einem oman ischen Konse a i ismus und einem demok a ischen Sozialismus, zwischen „K one und Volk", wie e es selbs seh e end nenn . In den sechzige Jah en beg üß e den „Cäsa ismus" Bisma dks, abe nu weil e on ihm die Lösung de sozialen F age e wa e . Noch einmal ho e , sie „ on oben he , on de K one he in einem sozialen König um" gelös zu sehen. Doch wiede inden wi eine sel sam p ophe ische Beme kung aus diese Zei : e e gleich Napo- leon I. und Bisma ck als S aa smänne , „die ielleich nich ih es gleichen haben." Doch e üg hinzu: „Abe e s e e muß e doch au den Schnee elde n Rußlands e blu en, und ich meine sei s be ü ch e, die soziale F age is de ussische Feldzug ü Bisma cks Ruhm." Und mi diese E kenn nis wende e sich — üb igens on Bisma ck selbs es los übe sehen — seine le z en Ho nung, dem Volke zu: De sozialdemok a ischen Pa ei Bebels, die ihn ablehn und nich zu den ih en echne . So s a b e scheinba e olglos, doch sein We k e wach e nach ihm zu einem neuen me kwü digen Leben. Denn wenn wi heu e diese eigenwillige und o sel same Konzep- ion de Zukun übe schauen, so en sp ich sie in ielen Dingen den s aa spoli ischen und his o ischen En wicklungen unse e Zei . Au dem Gebie e de „ma e iellen K a ", de Wi scha , wu de on Rodbe us ge o de und is heu e zum Teil e wi klich : 1. Die Ve s aa lichung OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 407] Johann Ka l Rodbe us — Zu 75. Wiede keh seines Todes ages 23 on Reichsbank und Eisenbahn, 2. eine zum Teil s aa liche P oduk- ions egelung und Konsumlenkung, 3. die Umschich ung de Ein- kommen du ch allmähliches Übe wiegen de einen Leis ungsein- kommen aus Gehal und Lohn, un e Zu ück e en des „ en ie enden Eigen ums", 4. zunehmende Ve s aa lichung und Sozialisie ung lebens- wich ige Indus ien, 5. Hebung und Angleichung de un e en Ein- kommenss u en, 6. Teilnahme alle Volksschich en an den Bildungs- gü e n de Na ion, 7. E ziehung de Jugend im Sinne des Humani- ä sgedankens. Sein Biog aph Die zel sag , daß nich das Rech des Indi i- duums, sonde n die P lich ü Rodbe us de soziale P imä beg i wa , nach de de einzelne eine höhe en objek i en Lebenso dnung un e wo en is , die sich e s im Leben de S aa en en al e . Eine Idee, die — wie Die zel sag — „sei Fich e das einhei liche Band um alle wah ha epochemachenden Sys eme und Schulen de deu schen S aa s- wissenscha schling .66 Neben diesem Gedanken de P lich abe is es o allem die Wissenscha , de in diese Leh e eine ausschlaggebende Funk ion zukomm . Seh kla e deu lich Thie Rodbe us' Au assung on den Au gaben de Wissenscha : „Wie de S aa besi z abe auch sie die Fähig- kei de Regene a ion und de Besinnung au ih eigens es Wesen und ih e wah ha e Au gabe. Diese e schöp sich nich in de E kenn nis und Sys ema isie ung des Ve gangenen und des Bes ehenden! Die Wissen- scha e üll ih en Sinn e s , wenn sie zu Bes immung des kün igen Zieles und de dahin üh enden Wege o sch ei e . E möglich wi d ih das nu dadu ch, daß die Zukun mi de Ve gangenhei nich nu äuße lich du ch die Zei , sonde n inne lich du ch die Idee e bunden is . Nu die Wissenscha , die zu Idee du chzud ingen e mag, is in de Lage, die Zielbes immung o zunehmen." Die e ns e F age abe , die wi selbs uns o legen müssen, wi d clie sein: Wiewei is die si liche Ve ollkommnung und Ve edlung de Menschen in Wah hei o gesch i en, die ü Rodbe us im Sinne de d eieinigen Lebensgebie e eine Geis es-, Willens- und Wi scha s- gemeinscha une läßliche Fo de ung und Vo ausse zung seine s aa s- sozialis ischen Idee wa ? Wi Heu igen haben den S aa nich als eine Ins i u ion gö liche P o enienz e leb . Wi e blick en im o ali ä en S aa die Teu els a ze b u als e Gewal , wi sahen seinen ie s en Fall. Wi sind skep isch gewo den gegenübe de Idee eine Höhe en - wicklung des menschlichen Wesens. Wi sahen zu iel E nied igung und En wü digung dessen, was das Kos ba s e im Menschen sein soll e: seine inne e Subs anz. Dennoch — wenn wi je z ün undsiebzig Jah e nach dem Tode dieses me aphysischen Sozialis en seine Leh e übe - denken, so emp inden wi die eine A mosphä e eines ungeb ochenen OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00 24 Rena e Wans a [408 Geis es, de unbei ba seine Lebensk eise ollende e. Es schein as so, als hä e e unse e Zei meh zu sagen wie seine eigenen. Viel- leich ha uns das Zusammenb echen on Sozialge ügen, die wi ü daue nd hiel en, hellhö ige gemach und uns gewa n . Nach den E ah ungen zweie Wel k iege s eh Eu opa o de F age de Selbs e hal ung. Von einem impe ialis isch-ma e ialis ischen Kommunismus bed oh , de jede e hische ode me aphysische Bindung leugne , bleib ihm nich s als die Besinnung au die geis igen We e, die es selbs in de Viel al seine une müdlichen Denkk a schu . Es lieg an uns, aus diesem une schöp lichen Reich um das zu heben, was unse e his o ischen und poli ischen Si ua ion gemäß is . Die „soziale F age" s eh heu e in ande e Ges al , abe nich minde d ohend, o uns. Vielleich , daß uns die T ini ä on Gedanke, Wo und Ta , on Kul u , Rech und Wi scha ein Wegweise sein kann, wie die S aa en Eu opas ih e übe all gleiche P oblema ik lösen könn en. Es dü en keine Teillösungen sein, denn, wie Rodbe us imme wiede be on e, diese Lebensgebie e sind nich zu ze eißen. De S aa als solche is Ga an ih e Einhei . Wi abe , als menschliche Sozialwesen, sind zwei ellos die Subs anz des S aa es. Es is unse We k, wiewei wi ihn e höhen ode e nied igen. Da in lieg de Sinn unse e A bei am S aa e. Fü die Sozialwissenscha abe gil als ih besonde e Au ag die kla e und eale En wicklung eines an h opok a i- sehen Sys ems ü den Menschen als Mi e eine humani ä en Gesellscha . Denn auch in ih muß s o egie we den, daß die F eihei und Wü de des Menschen gewah bleib . Li e a u : Zu E kenn nis unse e s aa swi scha lichen Zus ände. 1. He 1842. B ie e an . Ki chmann, 1850/51. B ie e an Adolph Wagne , 1878/79. B ie e und sozialpoli ische Au sä ze, he ausg. on Rudolph Meye , 1880. Die K edi no des G undbesi ze s, 2. Au lage, Be lin 1893. Das Kapi al. Zu Beleuch ung de sozialen F age, gesammel e kleine Sch i en, Bd. I, II, III, he ausgegeben on Adolph Wagne , Be lin 1899. Ka l Rodbe us, Da s ellung seines Lebens und seine Leh e. Jena 1886. Elisabe h on B adke: Die Gesellscha sleh e on Ka l Rodbe us. A chi ü Sozial- wissenscha , Bd. 50, 1923. Ca l Muziol: Ka l Rodbe us als Beg ünde de sozial ech lichen An- schauungsweise. Jena 1927. E ich Thie : Rodbe us, Lassalle, Adolph Wagne . Diss. Leipzig 1930. (Ve gleiche hie zu die Aus üh ungen im Finanz-A chi , Neue Folge, Tübingen 1950, Band 12, He 1: Übe U sp ung und An änge on Geld, Kapi al und ö en - liche Finan^wi scha . 144 .) Joh. Ka l Rodbe us: Joh. Ka l Rodbe us: Joh. Ka l Rodbe us: Joh. Ka l Rodbe us: Joh. Ka l Rodbe us: Joh. Ka l Rodbe us: Hein ich Die zel: OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.4.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:04:00