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[ge] (orig)

Strukturschwache ländliche Räume als Gewinner der Energiewende?

Author: Frankenberg, Dominik,Niebuhr, Annekatrin,Peters, Jan Cornelius
Publisher: Warsaw: Sciendo
Year: 2025
DOI: 10.2478/wd-2025-0109
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/325231/1/10.2478_wd-2025-0109.pdf
F ankenbe g, Dominik; Niebuh , Anneka in; Pe e s, Jan Co nelius
A icle
S uk u schwache ländliche Räume als Gewinne de
Ene giewende?
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: F ankenbe g, Dominik; Niebuh , Anneka in; Pe e s, Jan Co nelius (2025) :
S uk u schwache ländliche Räume als Gewinne de Ene giewende?, Wi scha sdiens , ISSN
1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 105, Iss. 6, pp. 423-427,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2025-0109
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/325231
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ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 423
Zei gesp ächDOI: 10.2478/wd-2025-0109
Wi scha sdiens , 2025, 105(6), 423-427
JEL: R11, O13, Q42
Dominik F ankenbe g, Anneka in Niebuh , Jan Co nelius Pe e s
S uk u schwache ländliche Räume als
Gewinne de Ene giewende?
De Anpassungsd uck und das Po enzial ü die wi scha liche En wicklung du ch den
ökologischen Wandel sind on Region zu Region seh un e schiedlich. Viele s uk u schwache
ländliche Gebie e sind wich ige S ando e ü die E zeugung e neue ba e Ene gien und
könn en dahe übe du chschni lich on de Ene giewende p o i ie en. In es i ionszuschüsse
du ch die Regionalpoli ik, Regulie ung zu E höhung de lokalen We schöp ung aus de
E zeugung e neue ba e Ene gien und egionale Ene giep eise könn en s uk u schwachen
Regionen hel en, die po enziellen Vo eile des T ans o ma ionsp ozesses zu nu zen.
© De /die Au o :in 2025. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz e ö -
en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
D . Dominik F ankenbe g und D . Jan
Co nelius Pe e s o schen am Johann Hein ich
on Thünen-Ins i u in B aunschweig zu
egionalwi scha lichen En wicklung ländliche
Räume.
P o . D . Anneka in Niebuh leh empi ische
A bei sma k o schung und äumliche Ökonome ie
an de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel und
is wissenscha liche Mi a bei e in am Ins i u ü
A bei sma k - und Be u s o schung.
Die T ans o ma ion hin zu eine CO2-neu alen Wi scha
is mi e heblichen He aus o de ungen e bunden. Die
Deka bonisie ung e o de einen wei e en Ausbau de
P oduk ion e neue ba e Ene gien (EE) und eine wei-
es gehende Reduzie ung de T eibhausgasemissionen
du ch die En wicklung und Implemen ie ung emissionsä -
me e P oduk ionsp ozesse (SVR, 2021). Mi diesen Ve -
ände ungen e bundene Chancen und Risiken e eilen
sich au g und un e schiedliche S ando bedingungen
und B anchens uk u en nich gleichmäßig übe die Regi-
onen in Deu schland.
Ein hohe ene giewendebeding e Anpassungsd uck be-
s eh au de einen Sei e o allem in Regionen, die au
ene giein ensi e P oduk ionsp ozesse mi einem hohen
CO2-Auss oß (z. B. chemische Indus ie) und die He s el-
lung emissionsin ensi e P oduk e (z. B. Fah zeuge mi
Ve b ennungsmo o en) spezialisie sind (Dö e al., 2024;
Haas e al., 2024; Südekum & Rademache , 2024). Au de
ande en Sei e we den mi dem no wendigen Ausbau e -
neue ba e Ene gien insbesonde e ü ländliche Räume
besonde e En wicklungspo enziale e bunden (SRLE,
2024; Többen e al., 2023). Welche Regionen am Ende on
diesem ökologischen S uk u wandel p o i ie en, welche
S ando e zu ück allen und ob sich die egionalen Dispa-
i ä en in olge de T ans o ma ion e inge n ode e ie-
en, läss sich bislang noch nich abschä zen (Südekum &
Rademache , 2024; Többen e al., 2023).
Un e schiedliche Chancen und Risiken de
Ene giewende
Abbildung 1 s ell anhand d eie Indika o en die Chancen
und Risiken de Ene giewende ü K eise und k eis eie
S äd e in Deu schland gegenübe . Die lokalen Risiken
we den hie du ch den geschä z en CO2-Auss oß je Be-
schä ig en abgebilde (Südekum & Rademache , 2024).
Ein hohe Anpassungsd uck bes eh demnach insbeson-
de e in Regionen, die au ene giein ensi e Indus ien spe-
zialisie sind, da de Indika o die CO2-Emissionen de
Wi scha szweige mi els egionale B anchens uk u en
au die Regionen e eil . Ein kla es äumliches Mus e
zeig sich dabei nich . Regionen mi einem hohen öko-
logischen T ans o ma ionsd uck inden sich in Os - und
Wes deu schland; dünn besiedel e ländliche Gebie e sind
ebenso be o en wie k eis eie G oßs äd e (Haas e al.,
2024).
Wi scha sdiens 2025 | 6
424
Zei gesp äch
Abbildung 1
S ome zeugung aus e neue ba en Ene gien und
CO2-Emissionen je K eis
GRW = Gemeinscha sau gabe Ve besse ung de egionalen Wi -
scha ss uk u .
Du ch Onsho e-Windene gie und F ei lächen-PV e zeug e S ommengen
aus egionalisie en Jah esab echnungen de Übe agungsne zbe ei-
be ü das Jah 2023 (G undlage: E neue ba e-Ene gien-Gese z (EEG)),
egionalisie e CO2-Emissionen ü das Jah 2019. Alle d ei Indika o en
wu den zu Kon olle on G ößenun e schieden mi de Zahl sozial e -
siche ungsp lich ig Beschä ig e 2019 no mie . Abg enzung ländliche
Räume gemäß Thünen-Typologie. Ein K eis wu de (nich ) dem GRW-Fö -
de gebie zugeo dne , wenn die Meh hei (Minde hei ) de Be ölke ung
des K eises in einem GRW-Fö de gebie wohn . Die pinken Linien kenn-
zeichnen den bundeswei en Du chschni .
Quelle: Übe agungsne zbe eibe (EEG-Jah esab echnungen), CO2-
Emissionen gem. Haas e al. (2024), Beschä ig ens a is ik de Bundes-
agen u ü A bei (BA), eigene Be echnungen.
Die Chancen de ökologischen T ans o ma ion we den
anhand de jüngs ealisie en S ome zeugung aus e -
neue ba en Ene gien je Beschä ig en da ges ell . Wi
be ach en Onsho e-Windene gie und F ei lächen-Pho-
o ol aikanlagen (PV). Beide Indika o en weisen da au
hin, dass auch die ene giewendebeding en Chancen e-
gional e heblich a iie en. Kapazi ä en ü die E zeugung
on e neue ba e Ene gie liegen demnach o allem in
ländlichen Regionen. Insbesonde e die S ommenge aus
Onsho e-Windene gie konzen ie sich in s uk u schwa-
chen ländlichen Regionen, die zu den Fö de gebie en
de Gemeinscha sau gabe Ve besse ung de egiona-
len Wi scha ss uk u (GRW) gehö en (insbesonde e in
Mecklenbu g-Vo pomme n, B andenbu g sowie Schles-
wig-Hols ein).
Einige diese Regionen kennzeichne gleichzei ig ein g o-
ße T ans o ma ionsd uck au g und hohe CO2-Emissio-
nen p o Beschä ig en (Quad an oben ech s). Hie e -
en demnach hohe Risiken de T ans o ma ion au g oße
En wicklungspo enziale im Zuge des Ausbaus e neue ba-
e Ene gien. In Regionen des linken obe en Quad an en
is die Ene giewende o allem mi Chancen e bunden,
da sie bei einem ge ingen T ans o ma ionsd uck übe
g oße Kapazi ä en zu E zeugung e neue ba e Ene gie
e ügen.
Fü u bane Regionen is die ökologische T ans o ma-
ion mi deu lich ge inge en En wicklungspo enzialen
au g und de E zeugung e neue ba e Ene gien e bun-
den. Tabelle 1 zeig , dass nu 4 % des in Deu schland
mi Onsho e-Windene gieanlagen gewonnen S oms in
u banen Regionen e zeug we den und lediglich 3 % des
S oms aus F ei lächen-PV. Au s uk u schwache ländli-
che Räume en allen demgegenübe und 70 % (Onsho e-
Windene gie) bzw. annähe nd 60 % (F ei lächen-PV). P o
Beschä ig en is die aus e neue ba en Ene gien gewon-
nene S ommenge in den s uk u schwachen ländlichen
Regionen im Mi el um meh als das 50- ache höhe als in
s uk u s a ken u banen Regionen.
T o z eines endenziell höhe en gewe blichen S om e -
b auchs in s uk u schwachen ländlichen Räumen (+35 %
gegenübe dem Bundesdu chschni p o Beschä ig en),
übe sch i be ei s 2023 die do e zeug e S ommenge
aus F ei lächen-PV und Onsho e-Windene gieanlagen
den gewe blichen S om e b auch um meh als 80 %,
wäh end s uk u s a ke u bane Regionen einen ech-
ne ischen „Au a kieg ad“ on nu 6 % des gewe bli-
chen S om e b auchs au wiesen. Die o allem in Süd-
deu schland s a k übe ep äsen ie e ene giein ensi e
Indus ie weis eine hohe S omnach age au , die du ch
das S omangebo de sola en E zeugungskapazi ä-
en o O nich gedeck we den kann. Au g und des
a) EEG-S ommenge aus Onsho e-Windene gie
b) EEG-S ommenge aus F ei lächen-Pho o ol aikanlagen (PV)
No d iesland
Schleswig-
Flensbu g S einbu g
Emden
Au ich
Wese ma sch
Rhein-Huns ück-
K eis
Donne sbe gk eis
Elbe-Els e
Obe sp eewald-Lausi z
Ode -Sp ee
P igni z
Sp ee-Neiße
Ucke ma k
Saalek eis
S endal
Salzgi e F eising
Duisbu
g
Gelsenki chen
0
20
40
60
80
100
120
0 10 20 30 40 50 60 70
CO2-Emissionen in Tonnen p o Beschä ig en
ländlich, GRW-Fö de gebie ländlich, kein GRW-Fö de gebie
Di hma schen
No d iesland
Ba nim
Elbe-Es e
Mä kisch-Ode land
Ode -Sp ee
P igni z
Sp ee-Neiße
Ucke ma k
Ludwigslus -Pa chim
Anhal -Bi e eld
Mans eld-Südha z
Saalek eis
Salzgi e
Al ö ing F eising
Kelheim
S aubing-Bogen
Haßbe ge
Duisbu g
Gelsenki chen
0
2
4
6
8
10
12
14
0 10 20 30 40 50 60 70
ländlich, GRW-Fö de gebie ländlich, kein GRW-Fö de gebie
u ban, GRW-Fö de gebie u ban, kein GRW-Fö de gebie
u ban, GRW-Fö de gebie u ban, kein GRW-Fö de gebie
CO2-Emissionen in Tonnen p o Beschä ig en
S ommenge Onsho e-Windene gie in MWh p o Beschä ig enS ommenge F ei lächen-PV in MWh p o Beschä ig en
Obe sp eewald-Lausi z
Di hma schen
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 425
Zei gesp äch
Tabelle 1
S ome zeugung aus e neue ba en Ene gien nach
Regions ypen, 2023
EEG = E neue ba e-Ene gien-Gese z; GRW = Gemeinscha sau gabe
Ve besse ung de egionalen Wi scha ss uk u ; PV = Pho o ol aik.
De ausgewiesene S om e b auch besch änk sich au das Ve a bei en-
de Gewe be. Au g und on Geheimhal ungs ällen (Fallzahl-/Dominanz-
all egel) we den ü einzelne Gebie skö pe scha en (z. B. Wol sbu g)
keine Da en ausgewiesen. Insgesam we den jedoch 93,2 % des S om-
e b auchs egionalisie e ass , au diese Regionen en allen 96,8 %
de Beschä ig en. Mi 12,1 MWh/Beschä ig en is in de G uppe de
Geheimhal ungs älle ein s a k übe du chschni liche S om e b auch
zu beobach en. Die S ome zeugungsleis ung kann nu ü S ommen-
gen egionalisie we den, die de EEG-Fö de ung un e liegen. Die a -
sächliche E zeugungsleis ung kann dahe bundeswei um und 10 %
un e schä z we den. Dies be i e wa die bei F ei lächen-PV s ä ke
e b ei e e Di ek e ma k ung. Zusä zlich mach sich insbesonde e sei
2021 de Weg all de EEG-Fö de ung on Anlagen nach dem Ablau des
20-jäh igen Fö de zei aums beme kba , so e n de S om nach Fö -
de ende di ek e ma k e wi d. Abg enzung ländliche Räume gemäß
Thünen-Typologie. Als GRW-Fö de gebie e sind alle K eise de inie , in
denen die Meh hei de Be ölke ung im Fö de gebie wohn .
Quelle: Übe agungsne zbe eibe (EEG-Jah esab echnungen), S a is-
isches Bundesam (Jah ese hebung übe die Ene gie e wendung de
Be iebe des Ve a bei enden Gewe bes, im Be gbau und de Gewinnung
on S einen und E den), Beschä ig ens a is ik de BA, eigene Be ech-
nungen.
EEG-S ommenge
ländlich u ban insgesam
GRW-Fö de gebie
ja nein ja nein
An eil je Regions yp in %
Onsho e-Windene gie 71,4 24,5 2,1 1,9 100
F ei lächen-PV 58,5 38,5 1,6 1,4 100
Fläche 51,2 40,1 3,3 5,4 100
Beschä ig e 21,2 28,3 19,5 31,0 100
S om e b auch 28,3 32,9 16,4 22,4 100
EEG-S ommenge sowie gewe bliche
S om e b auch in MWh p o Beschä ig en je
Regions yp
Onsho e-Windene gie 11,2 2,9 0,4 0,2 3,3
F ei lächen-PV 1,5 0,7 <0,1 <0,1 0,5
S om e b auch 7,3 6,3 4,4 3,9 5,4
echne ische „Au a -
kieg ad“ (in %) 181 59 9 6 73
hohen Eigen e so gungsg ads agen die P oduk ions-
übe schüsse in s uk u schwachen Regionen o sch ei-
end dazu bei, den Ene gie e b auch in s uk u s a ken
Regionen zu decken.1 Hinsich lich des Au a kieg ades
is alle dings zu beach en, dass die E zeugungsleis ung
1 In diesem Zusammenhang is jedoch da au hinzuweisen, dass im
Ve a bei enden Gewe be 2023 nu 21 % des Ene gie e b auchs (ein-
schließlich nich ene ge ischem Ve b auch) au den Ene gie äge
S om en ielen. Dies e deu lich die He aus o de ungen de Deka -
bonisie ung, die sich nich allein au den S omma k besch änken
kann.
un e jäh ig seh ola il is , d. h. de S om wi d nich s e s
dann be ei ges ell , wenn e benö ig wi d (G imm e al.,
2024) – so schwank e die wöchen liche E zeugungsleis-
ung 2024 lau Bundesne zagen u zwischen 0,1-2,4 TWh
(PV-Anlagen) bzw. 0,5-5,5 TWh (Onsho e-Windene gie).
Insgesam is es zus ellen, dass sich die P oduk ions-
s ando e ü e neue ba e Ene gien in s a kem Maße in
s uk u schwachen ländlichen Regionen konzen ie en,
die du ch die GRW ge ö de we den. Inso e n s ell sich
die F age, inwiewei du ch die ökologische T ans o ma i-
on egionale Dispa i ä en in Deu schland eduzie we -
den können. Zu einem Abbau egionale Un e schiede
kann de T ans o ma ionsp ozess bei agen, wenn die
s uk u schwachen Regionen das dami e bundene En -
wicklungspo enzial ealisie en können. Die Poli ik kann
dies du ch Fö de maßnahmen und die Se zung en sp e-
chende ( egula o ische ) Rahmenbedingungen un e -
s ü zen.
Un e s ü zung de Ene giewende du ch die GRW-
Fö de ung
De wei e e Au bau on Kapazi ä en zu E zeugung e -
neue ba e Ene gie wi d ebenso wie die Ums ellung on
P oduk ionsp ozessen au emissionsä me e Technolo-
gien e hebliche Un e nehmensin es i ionen e o de n.
In s uk u schwachen Regionen können solche be ieb-
lichen In es i ionen du ch die GRW ge ö de we den.
Ge ade mi Blick au die ökologische T ans o ma ion sind
die Fö de möglichkei en du ch eine Re o m de GRW im
Jah 2022 ausgewei e wo den. So wu de das Zielsys-
em de Fö de ung e wei e und um ass nun auch die
Beschleunigung des T ans o ma ionsp ozesses hin zu
eine klimaneu alen Wi scha . So p o i ie en Be iebe,
die du ch die ge ö de en In es i ionen ih e CO2-Emis-
sionen um mindes ens 20 % senken, on einem e leich-
e en Zugang zu Fö de ung. Zudem wu den neue Fö -
de möglichkei en gescha en (Alm & Clausen, 2023). In
s uk u schwachen Regionen können auch In es i ionen
in Anlagen un e s ü z we den, die ü den Übe gang zu
eine klimaneu alen Wi scha on en scheidende Be-
deu ung sind (z. B. Sola paneele, Ba e iezellen, Wind u -
binen ode Elek olyseu e).2
Die GRW-Fö de ung de T ans o ma ionsp ozesse in
s uk u schwachen Regionen wi d jedoch nu dann zu ei-
nem Abbau de egionalen Dispa i ä en bei agen, wenn
on ih signi ikan e E ek e au die wi scha liche Dyna-
2 Mi de E wei e ung des GRW-Fö de spek ums können „Ene giein-
as uk u en“ ge ö de we den, „sowei sie ü die En wicklung de
egionalen Wi scha on besonde e Bedeu ung sind“ (BMWK,
2024a).
Wi scha sdiens 2025 | 6
426
Zei gesp äch
mik in den Fö de gebie en ausgehen. E aluie ungen de
GRW-Fö de ung konn en eine deu liche posi i e Wi kung
de be ieblichen Fö de ung au das Beschä igungs-
wachs um de ge ö de en Be iebe sowie leich posi i e
E ek e au die Medianlöhne nachweisen. Die Beschä -
igungse ek e e weisen sich auch lang is ig als s abil
(G unau e al., 2025). Siegloch e al. (2025) zeigen im Kon-
ex de GRW-Fö de ung zudem, dass aumspezi ische
Fö de maßnahmen wesen lich e ek i e zu Ve inge ung
egionale Dispa i ä en bei agen als solche ohne explizi-
en Raumbezug.
Regionale We schöp ungspo enziale heben
Die P oduk ion e neue ba e Ene gien in s uk u schwa-
chen ländlichen Räumen soll e sich auch in eine S eige-
ung de egionalen We schöp ung niede schlagen. Al-
le dings üh e wa die S eue ze legung bei einem Fokus
au den Un e nehmenssi z de Anlagenbe eibe dazu,
dass die endenziell s uk u schwäche en E zeugungs-
s ando e nu un e p opo ional am Gewe bee ag pa -
izipie en.3 Eine ge ech e e Ve eilung on Kos en und
Nu zen de Ene giewende könn e o O zu höhe e Ak-
zep anz on Ausbaumaßnahmen bei agen. Neben den
unmi elba en egionalwi scha lichen E ek en in de
Planungs- und Realisie ungsphase des Anlagenausbaus
(un e ande em du ch E sa zzahlungen, egionale Au -
ags e gabe und Finanzie ung) sowie Pach einnahmen
und e güns ig en S omp eisen (inklusi e lokale Indus-
ies om/Di ek anbindung) in de Be iebsphase e s e-
cken sich kommunale We schöp ungspo enziale o -
wiegend au die Gewe bes eue sowie Einnahmen du ch
sogenann e E agsbe eiligungsgese ze (gemäß § 6 EEG).
Mi Ausnahme on Baden-Wü embe g, Hessen, Schles-
wig-Hols ein und Rheinland-P alz haben alle Flächen-
lände be ei s Landesgese ze zu E agsbe eiligung
e lassen. Im Regel all können Kommunen an de E zeu-
gungsleis ung on Neuanlagen mi bis zu 0,2 c /kWh pa -
izipie en. In bundeswei e Pe spek i e sind die kommu-
nalen E agsbe eiligungspo enziale beg enz : Selbs bei
eine Auswei ung au Bes andsanlagen belie e sich das
Au kommenspo enzial au und 300 Mio. Eu o p. a. – dies
en sp äche bundesdu chschni lich und 0,2 % de kom-
munalen S eue einnahmen.
3 Die egionale Zuo dnung de Gewe bes eue basie au dem An eil
eine Be iebss ä e an den gesam en Lohnau wendungen des Un e -
nehmens. Sei 2021 gil ü Windene gieanlagen und F ei lächen-PV
jedoch eine Spezialze legungsno m (10 % nach Lohnsummen, 90 %
nach ins allie e Leis ung). Alle dings g ei diese Regelung nu „bei
Be ieben, die ausschließlich Anlagen zu E zeugung on S om und
ande en Ene gie äge n […] be eiben“ (§ 29 GewS G).
Au g und de äumlichen Konzen a ion de E zeugungs-
leis ung kann sich ü einzelne (s uk u schwache) Regi-
onen dennoch ein nennenswe es Au kommenspo enzial
e geben (z. B. die K eise Di hma schen, No d iesland,
P igni z und Ucke ma k). Gesam wi scha lich bedeu -
same Beschä igungse ek e sind du ch den Bau und den
Be ieb on EE-Anlagen nich zu e wa en.4 G undsä zlich
is da on auszugehen, dass sich die s ä ks en E ek e (je-
doch übe wiegend „Einmale ek e“) in de Baub anche
mani es ie en. Das lokale We schöp ungspo enzial, das
mi dem Bau und dem Be ieb on EE-Anlagen e bunden
is , soll e dahe nich übe schä z we den. Deshalb is es
wich ig, dass auch die lokale Wi scha insgesam p o i-
ie , z. B. du ch nied ige e S omp eise in s uk u schwa-
chen Regionen mi hohe EE-E zeugung.
S ando o eile in s uk u schwachen Regionen
du ch egionale S omp eise
De deu sche S omma k bes eh gegenwä ig aus ei-
ne einhei lichen P eiszone, d. h. de S omp eis kann e-
gional nich abhängig on lokalem Angebo und lokale
Nach age a iie en. Da die Kapazi ä en des S omne zes
nich imme aus eichen, um egionale Ungleichgewich e
zwischen de Ene giep oduk ion und de S omnach a-
ge auszugleichen, sende de einhei liche P eis alsche
Signale. Dies üh zu Fehlan eizen und kos spieligen
Ko ek u maßnahmen zu Behebung on Ne zengpässen
(G imm & Ocken els, 2025; Hi h, 2025).
Du ch die beg enz en Ne zkapazi ä en i egelmäßig
ein g oßes Angebo an e neue ba e Ene gie in dünn be-
siedel en s uk u schwachen Regionen au eine ge inge
lokale Nach age. Diese Übe schuss an S om wü -
de bei egionalen P eiszonen zu einem ela i nied igen
S omp eis üh en. Diese po enzielle S ando o eil
könn e In es i ionen in den Au bau (ene giein ensi e )
P oduk ionen in s uk u schwachen ländlichen Regio-
nen mi hohe Ene giep oduk ion a ak i e machen. Ein
bundeswei einhei liche S omp eis spiegel dagegen
die Knapphei s e häl nisse o O nich wide . In es i i-
onsan eize du ch güns igen S om können nich wi ksam
we den. Im Gegen eil üh en egional un e schiedlich
hohe Ne zen gel e dazu, dass de P eis ü Endkunden
ge ade do besonde s hoch is , wo e gleichsweise iel
e neue ba e Ene gie p oduzie wi d (Hi h, 2025). Neben
den A gumen en, die aus ene giepoli ische Sich ü e-
gionale S omp eiszonen sp echen, gib es somi auch
4 Fü das Jah 2023 wu den ü den EE-Be eich insgesam B u obe-
schä igungse ek e in Höhe on 405.000 Pe sonen abgeschä z
(BMWK, 2024b), ca. 1,1 % de Gesam beschä igung. Die We schöp-
ungse ek e on In es i ions ä igkei und Anlagenbe ieb belie en
sich 2024 au e wa 55 M d. Eu o (BMWK, 2025), dies en sp ich 1,5 %
de B u owe schöp ung.

ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 427
Zei gesp äch
Ti le: Can S uc u ally Weak Ru al A eas Bene i om Ene gy T ansi ion?
Abs ac : Adjus men challenges and he po en ial o economic de elopmen linked o ecological ans o ma ion di e signi ican ly
ac oss egions. Many lagging u al a eas a e impo an loca ions o enewable ene gy p oduc ion and migh hus bene i mo e han o h-
e s om ene gy ansi ion. In es men subsidies p o ided by egional policy, egula ion o inc ease local alue added om enewable
ene gy p oduc ion, and egional ene gy p icing migh help lagging egions o eap he po en ial bene i s o he ans o ma ion p ocess.
aus egionalpoli ische Pe spek i e Vo eile egionale
S omp eise.
Zwei ellos is de Übe gang zu einem Sys em egiona-
le P eiszonen mi He aus o de ungen e bunden. Zu-
dem wi d als A gumen gegen die Ein üh ung egionale
S omp eise häu ig ange üh , dass S ando e im Süden
des Bundesgebie s in de Folge un e s eigenden S om-
p eisen leiden könn en. Die E gebnisse ak uelle S udien
lassen alle dings e wa en, dass es in Süddeu schland
nu zu einem ela i ge ingen P eisans ieg kommen wü de
(0,3-0,5 c /kWh); die o wiegend be o enen ene giein-
ensi en Un e nehmen könn en in Regionen mi s eigen-
den P eisen zudem kompensie we den, inanzie z. B.
du ch e ziel e Engpass en en (Hi h, 2025). En scheidend
ü die We bewe bs ähigkei deu sche Un e nehmen is
beim S omp eis auße dem de in e na ionale Ve gleich.
Bei Beibehal ung des ine izien en S omma k designs
d oh de S ando Deu schland du ch wei e s eigende
S omkos en insgesam an Boden zu e lie en (G imm &
Ocken els, 2025).
Fazi
Inwiewei bes ehen also Rahmenbedingungen und Fö -
de ins umen e, die es s uk u schwachen Regionen
e möglichen, ih ene giewendebeding es En wicklungs-
po enzial zu nu zen? Die Re o m de GRW mi ih en e -
wei e en Fö de möglichkei en zu Beschleunigung des
T ans o ma ionsp ozesses dü e hie einen wich igen
Bei ag leis en, denn de Übe gang zu klimaneu alen
P oduk ionsp ozessen e o de o allem be iebliche
In es i ionen, die in den Fö de gebie en du ch die GRW
un e s ü z we den. Auch zu s ä ke en Bindung de
We schöp ung in den E zeuge egionen wu den e s e
Re o msch i e eingelei e . Gleichzei ig können sich abe
die e heblichen EE-E zeugungskapazi ä en au g und des
bundeswei einhei lichen S omp eises nich in einem
S ando o eil ü s uk u schwache ländliche Regionen
niede schlagen. Inso e n ha die Poli ik bislang noch nich
um assende Vo ausse zungen da ü gescha en, dass die
diesbezüglichen En wicklungspo enziale in ländlichen
GRW-Fö de gebie en olls ändig ausgeschöp we den.
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