O o, Ulla
A icle
Die i alienische Süd age. En s ehung, P oblema ik und
de zei ige S and
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: O o, Ulla (1969) : Die i alienische Süd age. En s ehung, P oblema ik und
de zei ige S and, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234,
Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 89, Iss. 6, pp. 691-715,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.89.6.691
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Be ich e
Die i alienische Süd age*
En s ehung, P oblema ik und de zei ige S and
I. Die gegenwä ige Si ua ion in de i alienischen Süd age
1. Südi alien a
1
s w i s c h a
11
i c h
ücks ändiges Gebie
De Süden I aliens, „Mezzogio no" genann , de im Um ang e wa
dem al en König eich Sizilien en sp ich und nach he kömmliche Ein-
eilung das es ländische Un e i alien — also die Landscha en Abb uz-
zen-Molise, Kampanien, Apulien, Basilika a und Kalab ien — mi Ein-
schluß de Insel Sizilien um aß , das sind ca. 123 000 km2 ode zwei
Fün el des i alienischen S aa sgebie es mi 38 % seine Be ölke ung,
diese Süden is ein Gebie besonde e ökonomische und soziale
S uk u , wie es sich in diese Ausgep äg hei im eu opäischen Raum
sons kaum meh denken läß . Nach jah hunde eal em Raubbau in-
den wi hie noch imme einen in s a kem Maße sozio-ökonomisch
un e en wickel en, indus iell zu ückgebliebenen Landes eil, de noch
heu e un e den Folgen seine unglücklichen Ag a e assung in Ge-
s al des La i undiensys ems und eine s a ken Ve a mung in olge des
Be ölke ungsd ucks de mi ellosen Landa bei e leide . Angesich s
diese Ta sache übe asch es kaum, daß nach wie o eine be äch -
liche Auswande ungsbewegung aus eben diesem Landes eil s amm .
Zwa haben sich sei de Ve einigung I aliens im Jah e 1860 iele
Regie ungen um die Lösung de P obleme im Mezzogio no bemüh ,
besonde s ei ig diejenigen sei 1945. Wenn sich demen sp echend auch
das Gesich des Mezzogio no im le z en Jah zehn s a k gewandel ha ,
so weisen doch zahl eiche Lands iche Südi aliens bis in die jüngs e
Zei hinein die G undzüge dessen au , was in de wi scha swissen-
* G undlagen des olgenden Be ich s sind neben eingehenden Li e a u s udien
eigene Beobach ungen und E ah ungen, die die Ve asse in im Sep embe 1969
anläßlich eine Exku sion des His o ischen Semina s de Uni e si ä Bonn nach
Apulien mach e. He n P o . D . C. A. Willemsen, dem Lei e de Exku sion, sei
an diese S elle noch einmal he zlich da ü gedank , daß e die Teilnahme e mög-
lich e.
44»
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692 Be ich e
scha lichen Li e a u als cha ak e is ische Me kmale ökonomische
Riicks ändigkei bezeichne wi d. Obgleich zuges anden we den muß,
daß die Au wä sen wicklung on einem S adium aus, in dem das Ein-
kommensni eau Südi aliens gene ell wei hin dem de sog. En wick-
lungslände (ein Te minus, mi dem no male weise nu die en sp e-
chenden Lände Asiens, A ikas und Südame ikas beleg we den) en -
sp ach, o allem sei 1945 zwei ellos apide gewesen is , so schein
dennoch eine Be ach ung de i alienischen Süd age nich zule z im
Hinblick au die gegenwä ig so he ig disku ie en P obleme de En -
wicklungslände eiz oll, zumal sich sons wenig Gelegenhei bie e ,
die iel äl igen Fak o en und P ozesse sozio-ökonomischen Wandels
mi all ih en Hemmnissen und Ba ie en aus nächs e Nähe zu sehen.
2. Die sozio-ökonomischen
Cha ak e is ika Südi aliens als ypische
Symp ome eines En wicklungslandes
Wenn wi die ane kann e maßen p oblema ische Region Südi aliens
ielleich e was übe spi z mi dem Te minus „En wicklungsland" be-
leg haben, so deshalb, weil hie bis in die jüngs e Zei zahl eiche Cha-
ak e is ika wiede zu inden sind, die als ypische Symp ome wi scha -
liche und gesellscha liche Un e en wicklung, d. h. eine im ökono-
mischen Lebenskamp ücks ändigen Be ölke ung angesehen we den
— beispielsweise Hunge , Be ölke ungsexplosion, Kapi almangel, A -
bei slosigkei , Analphabe ismus und poli ische Ins abili ä 1. Auch wenn
es nach dem Zwei en Wel k ieg ohne Zwei el zu eine schnellen S ei-
ge ung des P o-Kop -Einkommens in Südi alien gekommen is , so lieg
das Volkseinkommen je Kop de Be ölke ung im Ve häl nis zu den
hochen wickel en Volkswi scha en Wes eu opas und No dame ikas
noch imme seh nied ig (im Ga gano in de P o inz Foggia 1964 z.B.
bei jäh lich 350 Dolla p o Kop de Be ölke ung2). Demen sp echend
bescheiden is das Lebenshal ungsni eau, und auch die Wachs ums a e
de Wi scha bleib hin e de o sch i liche Lände zu ück, ob-
wohl wei e e Ve besse ungen du chaus möglich wä en. Viele ande e Ta -
sachen sp echen ebenso deu lich ü einen nied igen wi scha lichen
En wicklungss and: beispielsweise de hohe P ozen sa z on in de
Landwi scha Beschä ig en, e glichen mi dem seh nied igen An-
1 Vgl. u. a. Joachim on Spindle : Das wi scha liche Wachs um de En wicklungs-
lände . S u ga 1963. S. 73 .
2 Vgl. Go ied Eise mann und S. S. Acqua i a: Massenmedien und soziale Wan-
del. Am Beispiel eine un e en wickel en Region. Kölne Zei sch i ü Soziologie
und Sozialpsychologie, 1968, S. 750.
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Be i di e 693
eil on Beschä ig en im Indus ie- und Diens leis ungssek o 3, die
noch imme kon inuie liche Auswande ungs a e, die e hebliche in a-
s uk u elle Isola ion, die e s in den nächs en Jah en ih em Ende
en gegenzugehen schein , e ne de soziale Dualismus mi p ak isch
zwei kul u ellen Ebenen — de p imi i en und de mode nen — so-
wie die Pe sis enz adi ionelle , angesich s de E o de nisse de mo-
de nen Indus iegesellscha „ ossile " soziale und kul u elle We e,
e wa die nich dynamische, p äindus ielle Eins ellung zu A bei , die
übe daue nden, quasi eudalen, pa e nalis ischen und amilienegois i-
schen Bindungen de Be ölke ung, wei e hin de gene ell nied ige Aus-
bildungss and4 und schließlich die dem sozialen Sys em inhä en e poli-
isch-gesellscha liche Spannung. Au dem Hin e g und de Wi scha s-
en wicklung des üb igen I alien wi k dabei die Ve gleichszi e des
Südens besonde s g a ie end, wobei inne halb dieses Be eichs noch
be äch liche Un e schiede on Landscha zu Landscha in Fo m
eines ausgep äg en in e nen No d-Süd-Ge älles es zus ellen sind, das
in Kalab ien seinen äuße s en Tie punk e eich . Alles in allem p ä-
sen ie sich Südi alien als eine Region, die isolie , als E be de Ve -
gangenhei wi scha lich ücks ändig, wenn auch inzwischen eilweise
in apidem Wandel beg i en is .
II. Die G undlagen des Südp oblems
Spä es ens an diese S elle müssen wi uns agen, welche U sachen
eigen lich ü das Au kommen de sog. Süd age, also die En s ehung
eines wi scha lichen No s andgebie es in Südi alien, e an wo lich
zu machen sind. Wie üblich bie e sich keine monokausale E klä ung
an, sonde n ein ganzes Bündel z. T. alle dings in e dependen e
G ünde geog aphische , his o ische und soziologische P o enienz,
3 Im Jah e 1968 a bei e en 34 °/o de Beschä ig en in Südi alien in de Landwi -
scha , im üb igen I alien nu 21 %>. Alle dings ha de An eil de in de Landwi -
scha Beschä ig en im Al e on 10—30 Jah en im Lau e de e gangenen sechs
Jah e wesen lich abgenommen; demzu olge sind in s ä ke em Um ang junge A bei s-
k ä e aus de Landwi scha abgewande .Vgl. Mi eilungen des Deu schen Indu-
s ie- und Handels ages N . 84, 1969, 25. 6. 1969 (I alien: En wicklung de Beschä i-
gung in de Landwi scha on 1963 bis 1969).
4 Es bes eh allgemeine Schulzwang, doch is diese insbesonde e in den a men
landwi scha lichen Gebie en Südi aliens nich olls ändig du ch üh ba . Im Schul-
jah 1950/51 wa en on und 7,5—7,8 Mill. Kinde n im schulp lich igen Al e bei-
spielsweise nu 5,6 Mill. Schüle de Vo be ei ungs- und Elemen a schulen. De An-
eil de Voll-Analphabe en an de übe sechs Jah e al en Be ölke ung be ug 1931
noch 21 °/o. Die Leh gänge de Nachholschulen ü Voll- und Teilanalphabe en wu -
den im Schuljah 1951/52 on und 528 000 Pe sonen besuch . Vgl. Hans-Joachim
O o: A . I alien. In: HdSw. Bd. 5. S u ga , Tübingen, Gö ingen 1956. 398 biß
408, o allem S. 403.
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zu denen nach Vollendung de na ionalen Einhei e s ä k wi scha -
liche G ünde hinzu a en5.
1. Die geog aphischen Gegebenhei en
Un e den U sachen geophysikalische O dnung, die gegenübe Mi -
el- und No di alien zu eine ge inge en En wicklung Südi aliens bei-
ge agen haben, is an e s e S elle die geog aphische Lage zu nennen.
Sie ha im Gegensa z zu jene de nö dlichen Gebie e sowohl die wi -
scha liche wie auch die geis ige Fühlungsnahme mi den eiche en und
en wickel e en Lände n Mi el- und Wes eu opas e schwe . Vo allem
de Beginn de Neuzei und dami die Ve lage ung de e keh sgeo-
g aphischen In e essen om Mi elmee aum in die Wel mee e be-
wi k e einen jähen Umb uch in den wi scha lichen S ando bedingun-
gen des i alienischen Südens. De dami he o ge u enen geog aphi-
schen Isola ion en sp ach in den olgenden Jah en und en sp ich eil-
5 Die i alienische Süd age ha bishe leide eine e s aunlich ge inge Be ücksich-
igung in de en sp echenden deu schsp achigen Li e a u ge unden. Wi g ei en
deshalb im olgenden ü die Phase bis 1950 o allem au die beiden äl e en Be-
ach ungen des Schweize Na ionalökonomen F ied ich
Vöch ing
zu ück, de sich
nach wie o als bes e deu schsp achige Kenne des i alienischen Südp oblems e -
weis . Nich nu de Ve such mul idisziplinä e Gesam schau mach dabei die A -
bei en
Vöch ings
we oll, sonde n auch die Ta sache, daß e die wich igs en i alie-
nischen Publika ionen zu diesem Thema benenn und auswe e . Vgl. F ied ich
Vöch ing:
Die i alienische Süd age. En s ehung und P oblema ik eines wi scha -
lichen No s andsgebie es. Be lin 1951. — Die Indus ialisie ung Südi aliens. Zei -
sch i ü die ges. S aa swissensdia , 107 (1951). In o ma i in unse em Zusam-
menhang sind im üb igen zwei ellos die olgenden, z. T. jünge en, jedoch zumeis
nu Teilaspek e des i alienischen Südp oblems behandelnden Un e suchungen: F an-
cesco
Campagna:
De la p éindus ialisa ion du midi à la plani ica ion na ionale. In:
Jean
Cuisinie
(H sg.) : P oblèmes du dé eloppemen dans les pays médi e anéens.
Pa is 1963. S. 165—193. —
Eise mann, Acqua i a:
Massenmedien und soziale Wan-
del, a.a.O., S. 749—779. — Hilma
Linnenkamp:
Die sozialen Vo ausse zungen des
i alienischen Faschismus. Schmolle s Jah buch, 88. Jg. (1968), S. 561 . — F. A. und
Y. G.
Lu z:
The Economic P oblem o Sou he n I aly. R. o he Ec. Condi ions in
I aly, 4 (1950). — Ve a
Lu z:
I aly. A S udy in Economic De elopmen . London, New
Yo k, To on o 1962. — Rol
Monheim:
Die Ag os ad im Siedlungsge üge Mi el-
Siziliens, un e such am Beispiel Gangi. Bonne Geog aphische Abhandlungen, He
41, Bonn 1969. — Hans-Joachim
O o:
S uk u wandlungen und Nachk iegsp o-
bleme de Wi scha I aliens. Kiel 1951. — A . I alien. In: HdSw. Bd. 5, S u -
ga , Tübingen, Gö ingen 1956. S. 398—408. — Paolo
Vicinelli:
Un exemple de
plan de dé eloppemen égional: Le Mezzogio no. In:
Cusinie
(H sg.): a.a.O, S. 195
bis 214. Nich zu un e schä zende E kenn nishil e bie en daneben die sozio-ökonomi-
schen Theo e isie ungs e suche und gene alisie enden Be ach ungen zum Thema En -
wicklungslände ganz allgemein. Aus de in diesem Be eich imme meh anschwel-
lenden Li e a u de le z en Jah e sei an diese S elle lediglich au das noch imme
seh p ak ikable Handbuch on Hans
Bes e s
und E ns E.
Boesch
(H sg.: En wick-
lungspoli ik. Handbuch und Lexikon. Be lin, Mainz 1966, sowie au Richa d F.
Beh-
end s
bewäh e A bei : Soziale S a egie ü En wicklungslände . F ank u 1965,
hingewiesen, daneben au einige wich ige Neue scheinungen: Go ied
Eise mann
(H sg.) : Soziologie de En wicklungslände . S u ga 1968. — Ka l Heinz
P e e :
Die En wicklungslände in soziologische Sich . Hambu g 1967. — Ge d
Zimme -
mann:
Soziale Wandel und ökonomische En wicklung. S u ga 1969.
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Be i di e 695
weise noch heu e die Si ua ion klassische ökonomische Rücks ändig-
kei . Abe nich nu die Abgelegenhei des Südens, auch seine Au spli -
e ung und äumliche Geb ochenhei , die Wi nis e sch änk e Ge-
bi gszüge und das höchs un egelmäßige, schwe übe sich liche En -
wässe ungsne z sowie die Au gewo enhei seine E dobe läche, d. h.
de hohe An eil an Hügel- und Be gland (85% de Gesam obe läche
Südi aliens!), benach eiligen Südi alien au na ü liche Weise6.
De Boden: Hinzu komm die höchs e schiedena ige, zumeis seh
schwie ige, weil b üchige ode e ka s e e Bodenbescha enhei . Eine
Ausnahme bilden nu die uch ba e kampanische Ebene und einige
es ländisch-sizilianische Küs en äume. Apulien dagegen is beispiels-
weise die klassische Heima des Kalkes und des Ka s es; seine
Schwemmböden sind sei al e she ü ih e sp ichwö liche „Du s ig-
kei " bekann , de un e i dische Ablau de Niede schläge e se z hie
beinahe olls ändig den obe i dischen7.
Das Klima: Einen Teil ih e E klä ung inde die Bodenbescha en-
hei Südi aliens im Klima, das im Un e schied zum gemäßig en eu o-
päischen de no di alienischen Gebie e du ch lange somme liche T ok-
kenpe ioden mi hohen Tempe a u en sowie ungenügende und schlech
e eil e Regen älle cha ak e isie is . Typisch ü den Mezzogio no
sind wei e hin di e ie ende Wä me- und Niede schlagszi e n, wie sie
du ch das ühlba e Os -Wes -Ge älle de beiden Haup küs en sowie
den ausgesp ochenen Fes landcha ak e de Binnen- und Be glagen
he o ge u en we den. Ein Teil de Schuld an de s a ken klima i-
schen Unausgeglichenhei wi d dabei wohl mi Rech de jah hunde e-
langen, gedankenlosen Abholzung und dem dami einhe gehenden ne-
ga i en Ein luß au Boden es igkei und Niede schlag zugesch ieben8.
Gesundhei liche Konsequenzen: Eine wei e e Eigenscha , die Süd-
i alien bes immend om No den abheb und bis zu Zei nach dem
Zwei en Wel k ieg nachhal ig beein luß e, is das klimabeding e Au -
e en de Mala ia und die Schwe e ih e Fo men, die die menschliche
Ene gie zwangsläu ig eduzie . De s a ke Ve seuchungsg ad zwang
im üb igen in Südi alien zu Massenwohnweise im sog. Hau endo . Diese
Siedlungs o m hinde e die Au nahme e s ä k e Viehwi scha und
wei maschige en Wi scha ens en scheidend und üh e zum Kon lik
zwischen wachsendem Menschenzud ang und einem nu ö lich, un e
hohen Kos en e wei e ungs ähigen, im üb igen spä liche we denden
Nah ungsmi elspiel aum9.
6 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 16 .
7 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 23 .
8 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 24 —30.
9 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 31 ., S. 525
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696 Be ich e
2. De his o ische Hin e g und de
ökonomischen und sozialen Rücks ändigkei
Die ku ze Skizzie ung de geog aphischen Gegebenhei en Siidi aliens
ließ be ei s anklingen, welche Bedeu ung de Lau de his o ischen E -
eignisse — diese Ke e on „das Land zwischen sich hin- und he ei-
ßenden F emdhe scha en mi dem imme wiede geknick en Wachs-
um"10 — ü die Wi scha Südi aliens besaß. Nich unwesen lich
schein die Ta sache, daß — nach den zugänglichen Quellen unums i en
— be ei s im Al e um in No di alien ein gesunde Baue ns and jeden
geschich lichen Szenenwechsel übe daue e, wäh end de Süden ebenso
du chgängig „die Heima des Skla enbe iebes im G oßen und de
klassische Tummelpla z eine Wande hu ung"11 blieb. Die Ve mu ung
lieg nahe, daß das landwi scha liche Gesich Südi aliens schon in
spä epublikanische Zei seine en scheidenden Züge om G oßg und-
besi z emp ing. Die gleiche Wi scha s e assung, nu mi imme meh
sich e schiebendem Nachd uck au die A bei F eie , dann G undhö-
ige , übe daue e Völke wande ung, Raubein älle de Sa azenen, den
Mach wechsel on A abe n, Langoba den, F anken und Byzan ine n.
Die No mannenhe scha schließlich, die den Lehns aa in zugespi z e
Fo m b ach e, e ie e die na ü liche Scheidung „zweie I alien", zu-
mal sie im Süden die s äd ische Selbs ändigkei und dami die soziale
En wicklung eine Mi elklasse nach Möglichkei un e band. Dami un-
e blieb auch in de Folgezei wei gehend die En s ehung eines auße -
landwi scha lichen Reich ums, de im nö dlichen I alien on einem
Ne zwe k s äd ische Mi elpunk e aus die gesam e Wi scha beleb e.
Die He scha de Anjou in de Renaissance b ach e dann Südi alien
eine A „Kolonialimpe ialismus", d. h. die Abhängigkei om Geld-
und Handelskapi al bzw. de kau männischen Übe legenhei Mi el-
und No d-I aliens, was einen zei weiligen wi scha lichen Au schwung
beding e. Mi de be ei s e wähn en Ve ände ung de wel wi scha -
lichen S ando bedingungen und de Ve lage ung de wi scha lichen
K a elde du ch die En deckung Ame ikas und des os indischen See-
wegs iel Südi alien jedoch in den al en Zus and ökonomische Rück-
s ändigkei zu ück. Das Fak um, daß die Südküs en des Mi elmee es
dem i alienischen Handel p ak isch e schlossen wa en, e uh lange
Zei keine Ände ung; zunächs e hinde en die A abe , dann die Ko-
lonialmäch e, besonde s F ank eich und G oßb i annien, hie den eien
Zugang ü den i alienischen Handel. Hinzu kam die noch s a k in
adi ionellen Bewi scha ungsme hoden und besch änk en Besi z ech-
en ge angene Bodenwi scha sowie das Fehlen indus iellen E we bs-
Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 376.
11 Vgl. auch zum olgenden Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 43—51.
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Be ich e 697
geis es und dami eine auße landwi scha lichen Käu e schich , de en
Abwesenhei bis in die Gegenwa einen de Mängel bilde , die zum
Ke n de i alienischen Siid age hin üh en, insgesam also eine Wi -
scha mi spä lichem Handel und eine noch schwäche en wickel en
Indus ie, ein Land dahe ohne K a und ohne Anlaß zu S äd ebil-
dung12. De gesam e Süden blieb zumindes bis zu i alienischen Eini-
gung im Jah e 1860 de kombinie en Einwi kung diese und ande e
Fak o en un e wo en.
Doch auch nach de Einigung ände en sich die südlichen Zus ände
keineswegs so o und g undsä zlich. De Einigungsp ozeß selbs zeig
— nachdem e die zwischen den e schiedenen i alienischen S aa en
bes ehenden Zollsch anken niede ge issen und Gebie e mi ganz un-
gleichen geog aphischen und wi scha lichen, his o ischen und sozia-
len Elemen en un e eine einhei lichen ju idischen und adminis a i-
en O dnung e ein ha e — deu lich und kla die schwe wiegende
Ungleichhei zwischen dem Süden, de noch in Fo men absolu ück-
s ändige Wi scha dahinleb e, und den Regionen Mi el- und No d-
i aliens, die einen s ändig wachsenden Fo sch i au wiesen. Die wi -
scha liche Rücks ändigkei im Süden pe sis ie e in de zwei en Häl e
des 19. Jah hunde s, wenn auch eine gelinde Besse ung im Ve gleich
zu de Zei o he zu e zeichnen wa . De wi scha lichen Lage en -
sp achen analog die Ve häl nisse au dem Gebie on E näh ung, E -
ziehung und Hygiene13. Symp ome des gesellscha lichen K ankhei s-
zus andes wa en nich zule z das südi alienische Räube um, die s ad -
neapoli anische Kamo a und die Sizilianische Ma ia14. Zu Beginn des
20. Jah hunde s e b ach e Ni i mi übe zeugenden s a is ischen Un-
e lagen den Nachweis, daß die e lossenen ie Einhei sjah zehn e
die „beiden I alien" wi scha lich meh denn je oneinande en e n
ha en15. De nö dliche Indus ie o sp ung wa schon so ausgep äg ,
die Südindus ie de a schu zzollgewöhn und - e wöhn , daß de Sü-
den, nu au sich selbs ges ell , schwe lich ho en du e, den No den
je wiede einzuholen. Zwa üh e eine eundliche Wi scha sgese z-
gebung zu Beginn des neuen Jah hunde s dann zu einem zei weili-
gen Wi scha sau schwung, den jedoch de E s e Wel k ieg und die
Wel wi scha sk ise wiede um emp indlich un e b achen.
Bis zum E s en Wel k ieg e leb e de Süden kein indus ielles
Wachs um, das sein olkswi scha liches An li z sich ba e ände e
ode dem nö dlichen Übe gewich den ge ings en Abb uch a 16. In de
12 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 83.
13 Vgl. Eise mann, Acqua i a: a.a.O., S. 752.
14 Vgl. Vöch ing: Süd age ca.a.O., S. 88.
15 Vgl. Vöch ing: Indus ialisie ung, a.a.O., S. 120.
16 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 220.
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698 Be i di e
Zei danach wi k en eine Reihe neue Ums ände au den pa iellen
B uch de Isola ion und den e s ä k en Beginn sozio-ökonomischen
Wandels hin — beispielsweise die in as uk u ellen Ve besse ungen
und die zahlenmäßig bedeu ende Auswande ung mi ih em Rimessen-
s om bis ins hin e s e Be gdo 17. Die Wi scha spoli ik des Faschis-
mus in de zwei en Häl e de d eißige Jah e bewi k e dann alle -
dings wiede um eine ückläu ige En wicklung, eine e neu e Ve schlech-
e ung ü die Südindus ie18. E s nach dem Zwei en Wel k ieg se z e
e s ä k eine Auseinande se zung mi den P oblemen des Südens ein.
Die Ve eilung de a bei enden Be ölke ung au die einzelnen Wi -
scha szweige deu e jedoch, wie schon e wähn , o z alle Fo sch i e
gene ell noch an de Schwelle de ün zige Jah e und gebie sweise
auch noch heu e au eine ela i ge ing en wickel e ökonomische und
soziale Si ua ion hin.
3. Die sozialen P ämissen
Das i alienische Südp oblem is schließlich ohne seine sozialen P ä-
missen nich zu e s ehen, da e s die P ozesse de En wicklung
menschliche Ressou cen die Tü zu Mode nisie ung, zu wi scha -
lichem und sozialem Fo sch i ö nen. Wich ig schein hie die Fes -
s ellung, daß de Süden schlech hin ein klassische Boden gesellscha -
liche , bildungsmäßige wie auch e hnische Gegensä ze is , nachdem
die Geschich e Un e i aliens eine o lau ende Ke e on F emdhe -
scha en wa , ohne daß sich die Rassenelemen e genügend hä en e -
schmelzen können19. Typisch ü den sozialen Au bau Südi aliens is
seine dünne Obe schich „übe einem S and auch im geis ig-mo ali-
schen Sinne ,En e b e 6 ohne das Bindeglied eine gesunden Mi el-
klasse"20. In No di alien ha e sich pa allel zu de En wicklung eine
s äd isch-bü ge lichen, on in ensi e wi scha liche und komme -
zielle Tä igkei gep äg en Kul u im Lau e de Jah hunde e ein
s a ke , on ini ia i em Geis du chd ungene , de Zi ilisa ion und
allen Neue ungen des echnischen Fo sch i s au geschlossene bü ge -
liche Mi els and ge es ig . Im Süden dagegen wu de die E olu ion
eine en sp echenden sozio-ökonomischen S uk u du ch die ielhun-
de jäh ige He scha eine zen alisie en absolu en Mona chie ge-
hinde , die das Empo kommen eine zahlenmäßig besch änk en, au
P i ilegien und G oßg undbesi z ußenden Klasse begüns ig e.
17 Vgl. Eise mann, Acqua i a: a.a.O., S. 753. — Vöcli ing: Indus ialisie ung,
a.a.O., S. 120.
18 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 124.
18 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 35 .
20 Vöcli ing: Süd age, a.a.O., S. 40.
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Be ich e 705
und zwa nich zule z du ch die He s ellung kla e Besi z e häl nisse
und die Aus äumung säm liche Mi eigen ums ech e39.
Das La i undienp oblem:
Eine g oße Schwie igkei , de sich auch die
aschis ische Wi scha spoli ik in ih en Bemühungen um Ve besse-
ung on Ag a wi scha und Ag a gesellscha gegenübe sah und die
da um in unse em Zusammenhang unbeding E wähnung inden muß,
wa und is das insbesonde e ü Südi alien g a ie ende La i un-
dienp oblem, ein E bs ück aus Lehnszei en. Daß de Gesam be-
s and an G oßg undbesi z sowohl an Zahl wie auch an Um ang unge-
schmäle aus diese Pe iode he o ging, wa das kaum e wa e e,
keineswegs schmeichelha e E gebnis de sich sozial gebä denden a-
schis ischen Wi scha spoli ik40. Be ei s die Bodenbe eiung in Fo m
de Gese zgebung zu Au lösung on Allmendebesi z wie auch geis -
lichen G undeigen ums am Ende des 19. Jah hunde s (1866/67) ha e,
s a das La i undienp oblem zu besse n, es sozial nu noch e schlim-
me , indem de G oßg undbesi z ges ä k und die Spannung zwischen
a m und eich e höh wu de41. Noch heu e is das La i undienp oblem
nich ganz gelös . Ansä ze zu eine Lösung mach en zwischenzei lich
e neu die En eignungs- und U ba machungsmaßnahmen im Rahmen
des „legge s alcio" un e de Regie ung DeGaspe i42. Manche Au o en
sehen in eine Besei igung dieses P oblems nich nu einen Haup -
sch i zu Besei igung de Süd age, sonde n ge adezu die Lösung
selbs 43, was alle dings un e dem Aspek mode ne Na ionalökono-
mie e was zu simpli izie schein .
Am s ä ks en e e en mi 27 und 24% de Gesam läche is das
G oßeigen um (übe 500 Hek a ) dabei in de Basilika a und inAb uz-
zen-Molise; es olgen Apulien, Kalab ien, Kampanien und e s zum
Schluß Sizilien, wo die mäch igen Besi zblöcke bishe am nachhal ig-
s en abgeb öckel sind. S ä ke noch e e en als im üb igen I alien
is im Süden das gegen eilige Ex em de La i undienwi scha , das
Kleineigen um, wobei de Mi elbesi z, nich nu in Apulien, as ganz
ehl ode doch seh dünn is . In seine Meh hei is das Kleineigen-
um in Südi alien noch dazu unauskömmliche Zwe gbesi z, de ü die
Exis enzsiche ung de Bes elle amilie nich aus eich ; dahe muß in
Zupach , Übe nahme on Teilpa zellen und insbesonde e Taglohna -
bei E gänzung gesuch we den44.
39 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 273, 288, S. 426 . — Zu ag ikul u ellen
S uk u Südi aliens im üb igen auch Lu z: I aly, a.a.O., S. 155—189.
40 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 314.
41 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 453.
42 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 542 .
43 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 277.
44 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 283, S. 340, S. 350 .
45 Schmolle s Jah buA 89,6
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706 Be ich e
Ag a wi scha lich liegen die P obleme de südi alienischen La i-
undienwi scha o allem in de ge ingen Bodennu zung du ch lok-
ke e Be iebs üh ung, häu ig abe auch im Raubbau und in nied igen
Einhei se ägen. Denn das La i undium s ell den Ve such da , zwi-
schen äuße s spa sam bemessenem Kapi al und des o ausgiebige
e ügba en Land o ä en diejenige Ve bindung he zus ellen, die den
maximalen Gelde ag lie e , also eine au Kapi aleinsa z e wa in Ge-
s al on Kuns dünge , Vieh und wei hin auch Maschinen e zich ende,
au alleinige Ausnu zung on Boden- und Menschenk a be uhende
Wi scha s o m45, ökonomisch wie auch ag a sozial bes eh die P o-
blema ik de La i undienwi scha wei e hin in dem Ums and, daß
die Landnu zung p i a wi scha lich seh gewinn eich om G oßeigen-
um an Landpäch e und Teilbaue n abge e en wi d, die du ch hohe
A bei sin ensi ä und dami zwangsläu ig du ch Raubbau die nied igen
Rohe äge zu s eige n suchen. Die La i undienwi scha e ein also
pa adoxe weise g oß- wie auch kleinbe iebliche Züge. Beiden Fo -
men de La i undienwi scha gemeinsam — da Folge des Mangels an
Wi scha skapi al wie auch de No wendigkei spa sams en ma e iel-
len Au wands — is dabei die Ge ing ügigkei de Ho aus üs ung und
des beweglichen In en a s46, die eine mechanisie e und maschinisie e,
e izien e e Be iebs üh ung nach mode nen Gesich spunk en unmög-
lich mach .
Obgleich sich das La i undienp oblem, wie die E ah ung gezeig
ha , wenige du ch Gese ze als du ch die Bildung nich landwi -
scha liche , doch zum landwi scha lichen Einsa z be ei e und aus-
eichende Kapi alübe schüsse lösen läß , and de Gedanke eines
Höchs eigen ums seinen Niede schlag in A . 44 de neuen S aa s e -
assung nach dem Zwei en Wel k ieg wie auch in nach olgenden Ge-
se zen, was alle dings Umgehungs- und Ve schleppungsmanö e alle
A zu Folge ha e47.
Die U ba machungspoli ik: Die ö en liche U ba machungspoli ik
a in Südi alien au g oße Wide s ände und Abweh , nachdem de
Süden im Gegensa z zu No di alien un e dem Zeichen übe wiegende
Nach age des Bodens nach Kapi al s and und mi de U ba machung
de eichlich o handene P oduk ions ak o Boden nu noch e wei e
wu de48. E s die Gese ze aus den Jah en 1924 und 1933, o ge üh
und e gänz u. a. du ch das sog. Sila-Gese z aus dem Jah e 1949 und
das „legge s alcio" un e de Regie ung De Gaspe i49, aß en un e
45 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 590.
46 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 284 .—299.
47 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 307—308.
48 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 456 .—533.
49 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 541 .
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Be ich e 707
dem D uck des meh und meh ins Bewuß sein de i alienischen Ö -
en lichkei gelangenden wi scha lichen No s andes Ziele eine um-
assenden U ba machung ins Auge: übe die eine Bodengesundung
im Sinne eine Neube o s ung, Bewässe ung und sons ige Melio a ion
hinaus auch wi scha s ö de nde, in as uk u elle, siedlungs- und in-
dus iepoli ische Aspek e. Die Fo de ung eine Reihen- und Rang olge
de U ba machung nach E agshöhe und E ags ei e and ih en ge-
se zlichen Niede schlag dabei e s nach 1947, zu einem Zei punk also,
zu dem die ausländische Kapi alhil e aus den Ma shall-Plan-Gelde n
bewi k e, daß zahl eiche, aus Geldmangel uhende Boden e besse ungs-
maßnahmen wei e ge üh we den konn en. Insgesam eil die süd-
i alienische U ba machungspoli ik das Schicksal alle ande en zi ilisa o-
ischen Fo sch i smaßnahmen, „mi abnehmende B ei e einem Ge-
se z zunehmenden Wide s andes, eine Di e en ial en e mi nega i-
em Vo zeichen zu un e liegen"50. Denn wäh end de nö dliche Eigen-
üme die U ba machung gemeinhin he beiwünsch , „e leide " sie de
südliche meis nu , zumal nach wie o g öße es P i a kapi al de Ei-
gen üme ehl und i alienische S aa sgelde wie auch billiges Aus-
landskapi al nich beliebig e ügba sind.
E zeugungs- und handelspoli ische Auswi kungen des Faschismus
au Südi alien: Im Mi elpunk s eh hie die sog. Weizenschlach , d. h.
das Ringen um die klima isch und opog aphisch dem in ensi en Wei-
zenbau abholde Landscha s e assung51. De Ve such südlichen In-
ensi weizenanbaus im S ile on No di alien im Gegensa z zu de he -
kömmlichen wei maschigen Bebauungsweise beding e den Übe gang zu
g öße e Vielsei igkei in de landwi scha lichen Bes ellung, was
du ch die weizenau a kische Einsei igkei de aschis ischen Wi -
scha spoli ik alle dings wiede um zunich e gemach wu de. E wähn
we den muß in diesem Zusammenhang das indus iell-g oßag a ische
Zollbündnis des Faschismus zwischen No d- und Südi alien, das die
gemeinsame Behe schung des Binnenma k es klug ausspiel e. Denn
die om P o ek ionismus in den Kamp ge üh e Behaup ung, de
K onzoll en schädige den Süden ü die einsei ig ihn e ende Ge-
we bezollbelas ung, e wies sich seh schnell als i e üh end. Dazu wa-
en die Au a kiebes ebungen de aschis ischen Wi scha spoli ik be-
glei e on einem außenwi scha lichen S ills and und Niede gang,
wäh end die mi I alien au dem Wel ma k konku ie enden ande-
en Mi elmee na ionen, beispielsweise Spanien, sich neue Mach posi-
ionen im Außenhandel schu en. Imme hin e hal de e neu e Nach-
d uck au die P lege de U e zeugung, e wa sei 1934, den südlichen
Zonen zu einem gewissen Maß an ag a ischem Au schwung und dami
50 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 473—502.
51 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 551, S. 553, S. 558 ., S. 591 .
45«
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708 Be ich e
an wi scha lichem und sozialem Au s ieg, de den ungenügenden
An eil an de indus iellen Ve a bei ung minde schwe in die Waag-
schale allen ließ. Insbesonde e in den Maßnahmen e wa zu Hebung
de Baumwoll- und Oli enkul u en wie auch de Viehzuch e kop-
pel e sich bewuß e S ando poli ik mi dem Ein e en ü na ionale
Selbs e so gung. Insgesam e wies sich jedoch keine diese au a kie-
poli isch o ien ie en, ag a poli ischen Bemühungen in de Landwi -
scha als Heilmi el gegen die wi scha lichen Mißs ände Südi aliens.
Denn das Leiden des Südens wa wenige Un e e zeugung, bedü ig
e gänzende Ein uh , als zunächs und o allem einmal ekla an e
Un e e b auch bzw. mangelnde Beschä igung und ehlende Massen-
kau k a , womi sich das P oblem au die gesam e Landwi scha s-
s uk u in ih e Wandlungs ähigkei e s eck 52.
6. Bemühungen um die
Indus ialisie ung Südi aliens
Die Phase bis 1950: Die Zusammen assung on No d- und Südi alien
zu einem Einhei ss aa ha e das bes ehende wi scha liche und so-
ziale, o allem abe indus ielle Ungleichgewich zwischen No den und
Süden ungeach e de gegen eiligen Bekenn nisse und auch Bemühun-
gen in de Folgezei nu noch e s ä k . Wäh end noch um 1850 das
indus ielle Neapel mi dem indus iellen Mailand du chaus e olg eich
konku ie en konn e, e moch e die Südindus ie, gelähm du ch das
no d-südwä s bes ehende Kapi alge älle und das Ve ha en au de
handwe klichen und Kleinbe iebss u e, in den Jah zehn en nach de
Hebung de binneni alienischen Zollsch anken mi No di alien nich
länge Sch i zu hal en53. Da das Eing ei en des S aa es in Anbe ach
de ungenügenden Mi el und eine ehlenden Gesam planung in de
e s en Häl e des Jah hunde s wenig E olg ha e, wa en unmi elba
nach dem Zwei en Wel k ieg die Ve häl nisse in den südi alienischen
Gebie en nich wesen lich e schieden on den sei lange Zei be-
s ehenden. Ohne e ek i e Indus ialisie ung blieb die Wi scha wei-
e hin in eine wenig e ag eichen Ag ikul u e anke , die du ch
die übe kommene S uk u des La i undiums eine sei s und des Klein-
besi zes ande e sei s an jedem Ve such eine Mode nisie ung gehin-
de wu de. Das no d-südliche Indus iege älle e s ä k e sich im Lau e
des Zwei en Wel k ieges noch du ch den Ums and, daß Sizilien und
das südliche Fes land ab 1943 zum K iegsschaupla z wu den. Ende
52 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 556, S. 595, S. 582 . — Vgl. hie zu und
zum olgenden auch Lu z, I aly, a.a.O., S. 91—152.
53 Vgl. Vöch ing: Indus ialisie ung, a.a.O., S. 121.
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Be ich e 709
1945 wa die südliche Indus ie zu 55 % lahmgeleg , wäh end das nö d-
liche I alien mi 10% da onkam54.
Es wu de be ei s meh ach be on , daß eines de ökonomischen
Haup hemmnisse de o wiegend ag a isch ausge ich e en südlichen
Wi scha ü eine Indus ialisie ung die Spä lichkei alle nich -land-
wi scha lichen Kapi alquellen sowie die ehlenden Mä k e bzw. die
mangelnde Kau k a sind. Hie beda es ganz besonde e Ans en-
gungen, den Teu elsk eis zu du chb echen, de dadu ch en s eh , daß
die nied ige Kau k a de Be ölke ung keine g öße en In es i ionen
ges a e und de Mangel an In es i ionen die Einkommen au ih e
al en S u e es häl . Hil e e sp ach de Ums and, daß die i alienischen
Regie ungen nach dem Zwei en Wel k ieg g oße P og amme zu Be-
hebung de K iegs olgen und zu Besei igung de S uk u schäden de
südlichen Wi scha in die Wege lei e en, Maßnahmen, on denen
indus ieschöp ende Wi kungen e ho wu den. Eine gewisse Ve bes-
se ung a dabei a sächlich o allem du ch den Zus om on Kapi al
im Rahmen des Eu opean Reco e y P og am (ERP) ein, wenn auch
nu 13,62 % de Gesam zuweisungen ü Gewe bezwecke au Südi a-
lien en ielen55. Dies kann nich e wunde n, da es bei de Ve eilung
de ERP-Mi el um eine E höhung de Leis ungs ähigkei im Sinne
eine Mode nisie ung, nich jedoch um eine öllige s uk u elle Um-
schich ung des Wi scha sge üges ging. Die g undlegenden An iebe
und wich igs en Hand eichungen ü die Indus ialisie ung des Südens
soll en ausgehen on dem sog. Po zi-Togni-E laß aus dem Jah e 1947,
de neben gewissen Einkommens eue - und Zollbe eiungen ö en liche
A bei en im Gesam we on 57 M d. Li e o sah, Maßnahmen, die
jedoch wie ähnliche spä e e Gese ze als unzu eichend be ach e wu -
den.
Die Phase 1950—1960: Wäh end ü die Phase südi alienische Wi -
scha sen wicklung in den Jah en 1945—50 de Ums and cha ak e i-
s isch is , daß es sich um punk uell anse zende Maßnahmen e schie-
dens e Ini ia o en und Ziel ich ung mi en sp echend ge ingem E olg
handel e, bemüh e sich die i alienische Regie ung in de Zei nach
1950 um eine e s ä k e Regionalplanung. Auch je z blieb die En -
wicklungspoli ik nach wie o noch in de Haup sache au p äindus i-
alisie ende, die Landwi scha bzw. die In as uk u e besse nde
Maßnahmen, allen alls au die An egung de p i a en Un e nehme -
ini ia i e ge ich e , wie das 1950 e lassene, inzwischen meh ach mo-
54 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 621 .; Vöch ing: Indus ialisie ung, a.a.O.,
S. 131 .
55 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 623, S. 639; ebenso Hans-Joachim O o:
S uk u wandlungen und Nachk iegsp obleme de Wi scha I aliens. Kiel 1951.
S. 91 .
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710 Be ich e
di izie e Gese z zu Einse zung eines in e minis e iellen, gemeinsam
e an wo lichen Ausschusses ü Südi alien beweis . Technisch- inan-
zielles Ins umen dieses Exeku i -Ausschusses und Ke ns ück de ge-
genübe de Zei o 1950 geände en En wicklungspoli ik is die
„Cassa pe il Mezzogio no". De wesen liche adminis a i e Un e schied
zu ühe en Poli ik lieg dabei in dem Ums and, daß man nun nich
meh au die langsame Wi kung komplizie e gese zgebe ische Me-
dianismen im Rahmen de üblichen Ve wal ungsbü ok a ie e au e,
sonde n eine einhei liche Kö pe scha on e i o iale Kompe enz
und einhei liche In e en ionsk a besaß56. Da im Jah e 1950 bei de
G ündung de „Cassa" die südi alienische Dep ession noch imme haup -
sächlich landwi scha liche Na u wa und das Milieu sich angesich s
des Mangels wesen liche Ein ich ungen ü einen unmi elba en In-
dus ialisie ungsp ozeß als ungeeigne e wies, wu de die En wicklungs-
ä igkei au die beiden Sek o en Landwi scha und o angige son-
s ige Hil eleis ungen beg enz . Die Ausgaben de „Cassa" — on 1951
bis 1962 1 116 M d. Li e ü Landwi scha , S aßenbau, Wasse lei-
ungen und Tou ismus — agen auße o den lichen Cha ak e , sind
gegenübe denen de üb igen Ve wal ung zusä zlich und zudem lang-
is ig konzipie und in eine Folge lexible Jah esp og amme geglie-
de 57.
Die Phase nach 1960: Mi wachsende Auswi kung de o den lichen
und auße o den lichen Beihil en im Mezzogio no a auch ü die
„Cassa" imme s ä ke die No wendigkei in den Vo de g und, den
e s en Zyklus ih e Ak ionen in de Landwi scha du ch einen Zu-
luß on In es i ionen im indus iellen Sek o zu e gänzen. Spä es ens
sei 1960 s eh die Indus ialisie ung als une läßliches Momen wei e e
südi alienische En wicklungspoli ik und als cha ak e is isches Me kmal
des zwei en En wicklungszyklus im Mi elpunk ih e Bemühungen. Die
„Cassa" in e enie o allem in zweie lei Hinsich : Einmal begüns ig
sie di ek die En s ehung kleine e und mi le e Indus ien in Gemein-
den, in denen es bishe ganz an indus ielle Ini ia i e ehl e; zum an-
de en ö de sie die Tendenzen zu indus iellen In ensi ie ung, Mas-
sie ung und Konzen a ion. Mi dem Zi kula om Juni 1960 ha de
Minis e ausschuß ü Südi alien die Fes legung on bes imm en Zonen
indus ielle En wicklung eingelei e ; als solche Zonen gel en bishe
Ba i, Sale no, Ta en o, Ca ania und die Sa nomündung. E leich e un-
gen und Beihil en bes ehen hie o allem in de e wei e en Gewäh-
ung on Da lehen, in S eue e güns igungen, F ach sa ze leich e un-
gen e c.58.
56 Vgl. Compagna: a.a.O., S. 166; ebenso Vicinelli: a.a.O., S. 195 .
57 Vgl. o. V.: Südi aliens Wiede gebu und das We k de Cassa pe il Mezzo-
gio no. Neapel 1964. S. 19 .
58 Vgl. Südi aliens Wiede gebu , a.a.O., S. 66, S. 71.
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Be ich e 711
Du ch das Gese z on 1965 wu de die Tä igkei de „Cassa" um wei-
e e ün zehn Jah e e länge bis 31. 12. 1980. Wäh end de e s en
ün zehn Jah e ih es Wi kens e abschiede e die „Cassa" insgesam
242 869 P ojek e im Gesam we on 2 550 M d. Li e. Da on be a en
16 249 P ojek e ü 1 541 M d. Li e Einschal ungen in den Be eich de
ö en lichen A bei en, wäh end 226 620 P ojek e im We on 1 009
M d. Li e sich au p i a wi scha liche Vo haben bezogen59.
Indus ielle Sek o en: Die Indus ie, in de bishe die g öß en In-
es i ionen ge ä ig wu den, is die chemische; ih olgen Nah ungsmi -
el», Baus o - sowie mechanische Indus ie. Fü eine Wahl ode ö en -
liche Zulassung neue Indus iezweige muß e dabei eine Anzahl be-
s imm e , je nach den Ums änden wechselnde Vo ausse zungen e -
üll sein, die zumindes bis 1950, iel ach abe auch bis heu e noch
nich um assend ga an ie we den konn en. Absa zgewißhei im enge-
en Heima be eich ode in den G oßs äd en Mi el- und No di aliens
wie auch hohe Wah scheinlichkei des Zugangs zu F emdmä k en mi
Au nahme e mögen und Kau k a bilde en ü die Meh hei südliche
Gewe bezweige, insbesonde e die Ve edelung on Bodene zeugnissen
den Haup gesich spunk de Auslese. Gewisse indus ielle Wachs ums-
möglichkei en übe die be ei s genann en hinaus we den un e E ül-
lung diese Vo ausse zungen o allem de südlichen Lebensmi el e -
a bei ung, de Tex ilindus ie, dem Be gbau (insbesonde e de Aus-
beu ung de apulisch-kampanischen Bauxi -Vo kommen) sowie de Pa-
pie indus ie einge äum 60. Inwiewei in Zukun on den gegebenen
S ando bedingungen Geb auch gemach wi d, dü e alle dings nich
nu eine Sache des zu Ve ügung s ehenden Kapi als, sonde n de ins
Spiel geb ach en Wi scha sgesinnung sein61. Um die Knapphei o -
handene Kapi al- wie auch Un e nehme -Ressou cen zu kompensie en,
e such de i alienische S aa neue dings, mi eine Flu on B oschü-
en, We besch i en und Inse a en no di alienische und ausländische
Fi men ü Zweigniede lassungen in Südi alien zu in e essie en, was
bei einigen g oßen Fi men (z. B. Oli e i) auch schon gelungen is . Es
kann kein Zwei el bes ehen, daß de F emde in de Rolle des Un e -
nehme s auch in Südi alien die Möglichkei en ü einheimische Un e -
nehme e besse , indem e mode ne O ganisa ion, Technologie und
Managemen ein üh und gleichzei ig als gesellscha liche Neue e
au i .
59 Vgl. Minis e p äsidium de Republik I alien: Die „Kasse ü Südi alien".
Rückblick au eine 15jäh ige Tä igkei . In: Das Leben in I alien. Dokumen e und
Be ich e. Jg. XIV (1966), N . 4, S. 51.
60 Vgl. Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 633—637.
61 Vgl Vöch ing: Süd age, a.a.O., S. 616, S. 637; ähnlich Go ied Eise mann
(H sg.): Soziologie de En wicklungslände , a.a.O., S. 79 ,
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7. Einige Zahlen als Resümee
Man is sich einig, daß die südi alienische En wicklungs- und Indu-
s ialisie ungspoli ik nach 1945 nich die E olge zeig , die nö ig wä en,
um bis heu e eine s abile und daue ha e Einkommense höhung ü
alle zu ga an ie en. Nach Meinung iele K i ike lieg dies nich zu-
le z da an, daß die Au gabe s aa liche Wi scha spoli ik in diese
Phase in Südi alien als Reak ion au die on eine Gemeinscha sideo-
logie ge agene, imme o ale e Planung des Faschismus lediglich in
de Fö de ung und Un e s ü zung de P i a wi scha gesehen wu de,
was eine sys ema ische Indus ialisie ung in Südi alien e neu hin-
de e62.
Bei alle k i ischen Sich de e bliebenen sozio-ökonomischen Rück-
s ändigkei des Mezzogio no und de No wendigkei eine o cie en
Ums uk u ie ung muß jedoch es gehal en we den, daß sich das Bild
in den le z en zehn Jah en s ä ke denn je zu o zum posi i en hin
gewandel und au gelocke ha , wenn auch noch seh iel zu un
bleib . Die Mi el, übe die Südi alien zum Ve b auch in Konsumgü-
e n und In es i ionen e üg , haben sich im Lau e de le z en neun
Jah e p ak isch e doppel . Die E höhung und Di e enzie ung des
p oduzie en Einkommens geh mi eine quali a i en Umwandlung
de südlichen Wi scha Hand in Hand. Es mach sich ein wachsende
T end des Vo he schens de e iä en (34% de Gesam summe) und
sekundä en Tä igkei en (32,2 °/o) übe die p imä e P oduk ion in de
Landwi scha (33,8 %) bei de Einkommense zielung beme kba , de
au eine o sch ei ende En wicklung de südi alienischen Volkswi -
scha hinweis 63. Zu Illus a ion de le z lich am meis en in e essan-
en E höhung des p i a en Konsums seien einige P ozen zahlen ange-
üh , die dokumen ie en, wie s a k die En wicklung in Gang gekom-
men is , wenngleich sie uns die, im Ve gleich mi dem üb igen I alien
und o allem ande en wes eu opäischen S aa en, noch imme bedeu-
end ie e liegenden We e nich e gessen lassen dü en! Un e Zu-
g undelegung de Realwe e wu de beispielsweise im Mezzogio no on
1951—1965 eine Zunahme des P i a e b auchs on 108,5% e zeich-
ne . Das bedeu e zwei ellos eine gewal ige Anhebung des ühe en
Lebenshal ungsni eaus. Besonde s ühlba wa de Zuwachs an Ausga-
ben in den Be eichen T anspo - und Ve keh smi el (414,9%), Kö -
pe p lege (282,4%), Wohnen (157,6%), Genußmi el, o allem Ta-
bak (103,2%), Lebensmi el (78,8%) und Bekleidung (66,6%). Die-
ses e schiedena ige Anwachsen de einzelnen Konsumka ego ien is
auch inso e n in e essan , als die Kos en ü T anspo - und Ve keh s-
62 O o: I alien, a.a.O., S. 404. — Hie zu auch Lu z: I aly, a.a.O., S. 152.
63 Vgl. Südi aliens Wiede gebu , a.a.O., S. 105.
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mi el, ü Hygiene, Wohnung und Ve gnügungszwecke nu dann g a-
ie ende Teile de Einkommens e wendung we den, wenn ande e d in-
gende e Bedü nisse als E näh ung und Bekleidung (die p omp in de
au ge üh en Lis e ge inge e E höhungen au weisen) be iedig sind
( gl. auch unse e eigene Nachk iegsen wicklung in „Wellen") — ins-
gesam ein neue Beweis ü die al e sozio-ökonomische E ah ung,
die in den Wi scha swissenscha en in die Engel-Schwabeschen-Ge-
se ze ge aß is .
Als wei e e in e essan e Aspek de En wicklung, de gleich alls
au eine neue Aus ich ung de Konsumgewohnhei en in Südi alien hin-
deu e , kann die Zunahme de Rund unk- und Fe nseh eilnehme
gewe e we den. In den Jah en 1951—1965 e höh e sich die
Zahl de Rund unk eilnehme on 768 536 au 2 901 667. Noch ein-
d ucks olle is die Zunahme an Fe nseh eilnehme n: 1960 wa en es
620 922, 1965 1 546 540, inzwischen dü e die Zahl wei e apide ge-
s iegen sein64. An die kapilla ische Du chd ingung des Mezzogio no
mi den Medien de Massenkommunika ion, insbesonde e mi Funk
und Fe nsehen, we den demen sp echend auch ganz besonde e Ho -
nungen geknüp , diese Region nich zule z au dem Wege audio isu-
elle Beein lussung es los aus ih e ühe en Isola ion zu lösen und
den sozio-ökonomischen Wandel übe die Mi eilung de ma e iellen
Gegebenhei en de indus iellen Gesellscha und die Sugge ie ung
neue Konsummöglichkei en wei e zu s imulie en. Empi ische Un e -
suchungen de jüngs en Zei im Mezzogio no haben alle dings e geben,
daß hie zwa a sächlich gewisse Chancen bes ehen: Das on den Mas-
senmedien p äsen ie e s äd isch-indus ielle Modell wi d, was die ma-
e iellen Lebensbedingungen anlang (also Lebenss anda d, Hygiene,
A bei sbedingungen, F eizei möglichkei en usw.), du chaus als nach-
ahmenswe emp unden. Jedoch inde es e ah ungsgemäß wenig Re-
sonanz und Nachahmung, was e wa soziale We o s ellungen höhe en
Ni eaus anbe i , so z. B. die Eins ellung zu Ehe, Familie, Reli-
gion65.
IV. E o de nisse zu endgül igen Lösung des Südp oblems
1. Sozio-ökonomische En wicklung
als Summe on Einzelsch i en
Die äuße en Schwie igkei en zusammen mi den inne en P oblemen
— d. h. den sozialen, wi scha spsychologischen, inanz echnischen und
64 Vgl. Is i u o pe VAssis enza allo S iluppo del Mezzogio no: In es i ionen im
Mezzogio no. Rom 1967. (ohne Sei enangabe).
65 Vgl. Eise mann, Acqua i a: a.a.O., S. 775; auch Ulla O o: Massenkommunika-
ion in den En wicklungslände n. Ih Bei ag zum Wandel komplexe poli ische ,
ökonomische und kul u elle Sys eme. Publizis ik, 1969, H. 1. S. 37 .
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indus ie achlichen S ando - und Ma k agen, die zu einem unen -
wi ba en Knäuel e schlungen sind — machen das o z gewisse E -
olge noch imme skep ische U eil im Hinblick au einen gelenk en
sozio-ökonomischen Wandel Südi aliens zu eine mode nen Indus ie-
gesellscha leide meh als e s ändlich. Alle dings wi d in beg ei -
liche Ungeduld de Be eilig en dabei o mals übe sehen, daß ein sol-
che P ozeß eine Fülle on Einzelsch i en bis zu einem wi klich sich -
ba en Gesam e olg beinhal en muß. Selbs die iel k i isie en Maß-
nahmen de „Cassa pe il Mezzogio no" in de e s en Phase wa en sinn-
oll und nü zlich, auch wenn sie sich le z lich nu au kul u echnische
E schließungen, Hebung de Landwi scha , Boden e o m und Fö de-
ung des F emden e keh s e s eck en66. Denn ein ökonomische En -
wicklungsp ozeß is , zumindes am Beginn, keineswegs synonym zu
se zen mi Indus ialisie ung. Ein solches Miß e s ändnis wi d zwangs-
läu ig die Au me ksamkei on den nich -indus iellen Sek o en de
Volkswi scha ablenken. Wich ig sind gene ell alle Maßnahmen, die
o handene Mängel e schiedens e A besei igen und die wi scha -
liche Leis ungs ähigkei Südi aliens s eige n, also im einzelnen alle
pe sonellen, wi scha lich- echnischen, inanziellen, sani ä en, kul u-
ellen und sozialen Hil eleis ungen und Ve besse ungen, die in de
Lage sind, Lebens-, Gesundhei s- und Bildungss anda d sowie In a-
s uk u und Ma k o ganisa ion zu e höhen, neue A bei splä ze zu
scha en und so die o ene ode e deck e A bei slosigkei zu be-
sei igen, die A bei sbedingungen zu e besse n bzw. die du chschni -
liche A bei sleis ung und das Volkseinkommen p o Kop de Be ölke-
ung zu s eige n und dami insgesam zu eine s abilen, ausgegliche-
nen, o sch i lichen Wi scha zu e hel en.
2. Die In e dependenz ökonomische und
soziale Fak o en bei de Lösung de Süd age
Alles in allem schein eine wei e e Wi scha sen wicklung Südi a-
liens nu dann nich zum Schei e n e u eil , wenn mi ih du ch e -
s ä k e Bemühungen um den Fak o „Mensch", also du ch o melle
und in o melle E ziehung, eine Sozialen wicklung zei lich synch oni-
sie wi d. Eine En wicklungshil e, die ih Augenme k allein au den
wi scha lichen Rücks and ich e und diesen mi di ek e Kapi alhil e
ode indi ek en Maßnahmen — wie Ga an ieübe nahmen ü p i a e In-
es i ionen, S eue e güns igungen und in e na ionalen Wa enabkom-
men — zu besei igen such und sich im üb igen au die Du ch-
üh ung on In es i ionsp og ammen, die Mode nisie ung und Ra io-
66 Vgl.
Vöch ing:
Süd age, a.a.O., S. 646,
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.89.6.691 | Gene a ed on 2023-04-04 11:42:27