Chowdh y, Sonali; Hinz, Julian; Mahlkow, Hend ik
A icle
T umps Zölle: chao ische En kopplung
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Chowdh y, Sonali; Hinz, Julian; Mahlkow, Hend ik (2025) : T umps Zölle:
chao ische En kopplung, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 105, Iss. 4, pp.
218-219,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2025-0057
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/319744
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Wi scha sdiens 2025 | 4
218
Lei a ikel
D . Sonali Chowdh y
Ökonomin am DIW Be lin
und Fellow am Kiel Ins i u ü
Wel wi scha
© Sonali Chowdh y
T umps Zölle: chao ische
En kopplung
DOI: 10.2478/wd-2025-0057
Wi scha sdiens , 2025, 105(4), 218-219
JEL: F13, F17, O24
Die agg essi e Handelspoli ik de Ve einig en S aa en ha in den le z en Wochen eine
neue Quali ä e eich . Mi de And ohung und Ein üh ung massi e neue zusä zliche
Zölle du ch die T ump-Regie ung, die nun du chschni lich 27 % e eichen – eine G ö-
ßeno dnung, die sei übe einem Jah hunde nich meh gesehen wu de – s eh die
Wel nich nu o wi scha lichen, sonde n auch o geopoli ischen Ve we ungen.
Diese neue Welle on Handelsbesch änkungen un e scheide sich g undlegend on
den Maßnahmen aus T umps e s e Am szei : Die Zölle sind höhe , b ei e angeleg
und en hal en deu lich wenige Ausnahmen. Chinesische Wa en sind besonde s s a k
be o en, mi zusä zlichen Zöllen on bis zu 145 %, was Ve gel ungszölle Chinas on
bis zu zusä zlichen 125 % au US-Wa en p o ozie ha . Auch die Eu opäische Union
(EU) sieh sich mi neuen Abgaben au S ahl-, Aluminium- und Au oexpo e kon on-
ie , und mi zusä zlichen Zöllen on 20 % ( o übe gehend ü 90 Tage au 10 % ge-
senk ), die po enziell au alle Sek o en ausgewei e we den könn en.
Übe den einen Um ang de es ik i en Maßnahmen hinaus weich das neue US-Han-
dels egime e heblich on e ablie en ökonomischen P inzipien sowie de adi ionellen
Logik des P o ek ionismus ab. Zölle we den ypische weise genu z , um bes imm e
heimische Indus ien zu schü zen, nich um Handelsungleichgewich e in säm lichen
bila e alen Beziehungen zu besei igen. Das am 2. Ap il 2025 o ges ell e Pake so-
genann e „ ezip oke “ Zölle benach eilig zudem un e häl nismäßig s a k einkom-
mensschwache Volkswi scha en wie Leso ho und Madagaska , de en Expo e keine
glaubwü dige Bed ohung ü die US-Indus ie ode die na ionale Siche hei da s ellen.
Global bed ohen diese Zölle Lie e ke en e heblich und beein äch igen die P oduk i-
on, insbesonde e on US-Un e nehmen, die Vo leis ungen impo ie en. Die ex eme
(handels-)poli ische Unsiche hei ha zusä zlich absch eckende E ek e au lang is ige
In es i ionen, insbesonde e in s a k in eg ie e Sek o en wie de Au omobil- und Elek-
onikindus ie, die au g enzübe sch ei ende Handelsne zwe ke angewiesen sind.
Die Maßnahmen sind zudem o dem Hin e g und eine be ei s un e D uck s ehenden
Wel handelso ganisa ion (WTO) zu sehen, die du ch die Ausse zung de US-Finanzbei-
äge wei e des abilisie we den könn e. Insgesam wu de zwa e wa e , dass sich die
USA un e de neuen Regie ung wei e wi scha lich on China en e nen wü den, doch
spiegeln die bishe ge o enen wi scha spoli ischen En scheidungen eine wei aus a-
dikale e – und chao ische e – Abkeh de USA om globalen Handel selbs wide .
Die wi scha lichen Auswi kungen de neuen US-Zölle ü die EU sind signi ikan . Si-
mula ionen mi einem mode nen quan i a i en Handelsmodell zeigen, dass ein anhal-
ende ansa lan ische Zollk ieg die Expo e de EU in die USA lang is ig halbie en
könn e. Die wi scha liche Las wä e dabei ungleich au die EU-Mi gliede e eil ,
wobei die Slowakei, Li auen und Ös e eich po enziell lang is ig die s ä ks en Rück-
gänge des B u oinlandsp oduk s e zeichnen könn en. Auch die sek o alen Auswi -
kungen wä en wei eichend und he e ogen, mi deu lichen P oduk ions ückgängen
bei K a ah zeugen, Pha mazeu ika, im Maschinenbau, bei T anspo aus üs ung so-
wie im Be eich Compu e und Elek onik.
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4.0 In e na ional Lizenz e ö en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha ge ö de .
P o . D . Julian Hinz
P o esso ü In e na ionale
Volkswi scha sleh e an de
Uni e si ä Biele eld und Lei e
des Fo schungszen ums
Handelspoli ik am Kiel Ins i u
ü Wel wi scha
© Uni e si ä Biele eld
D . Hend ik Mahlkow
Ökonom am
Ös e eichischen Ins i u ü
Wi scha s o schung und
Pos dok o and am Kiel Ins i u
ü Wel wi scha
© I W Kiel
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 219
Lei a ikel
Bishe ha die EU mi Zu ückhal ung eagie und e olg eine zweigleisige S a e-
gie, die au Ve handlungen se z , abe gleichzei ig mi eigenen Ve gel ungen d oh
– im Bewuss sein, dass eine wei e e Eskala ion des Zollkon lik s die wi scha lichen
Folgen auch in Eu opa e schä en wü de. Sie ha Ve gel ungsmaßnahmen gegen
die USA o übe gehend ausgese z und wa bei de Auswahl de P oduk e au ih e
Ve gel ungslis e selek i . Fü iele de US-Wa en, die on Ve gel ungszöllen be o en
sein könn en, gib es geeigne e al e na i e Lie e an en – wel wei ode inne halb de
EU selbs .
Die poli ische An wo de EU soll e noch kla e sein: Di e si izie ung s a Eskala ion.
Die EU soll e bes ehende F eihandelsabkommen wie die mi Kanada, Japan und Süd-
ko ea e ie en und gleichzei ig neue Abkommen mi Lände n wie Indien, Aus alien,
den Me cosu -S aa en und den ASEAN-Lände n ans eben ode inalisie en. Simula-
ionen zeigen, dass be ei s mode a e E leich e ungen bei de Handelsdi e si izie ung
Wohl ah s e lus e olls ändig ausgleichen könn en, soll en die US-Zölle au hohem
Ni eau bleiben. Es wü de zudem die An älligkei de EU ü zukün ige handelspoli i-
sche Aben eue de USA ode ande e Handelspa ne beg enzen und die Lie e ke -
en de EU gegen neue Bed ohungen absiche n, die sich aus klimawandelbeding en
S ö ungen und mili ä ischen Kon lik en e geben.
Angesich s des d ingenden Beda s an al e na i en Mä k en und Lie e an en soll en
neue Handelsabkommen in diese Phase explizi Zollsenkungen p io isie en, um den
Ve handlungs- und Ra i izie ungsp ozess zu beschleunigen. Diese Abkommen kön-
nen in spä e en Phasen ausgebau und e ie we den, um egula o ische Aspek e
on Handel und In es i ionen au zug ei en. In einem Momen , in dem sich die USA
om Mul ila e alismus zu ückziehen, ha die EU die Gelegenhei , sich in e na ional
als e lässliche Handelspa ne zu p äsen ie en. Als eine de g öß en Konsumgü-
e mä k e de Wel – und nich di ek in einen eskalie enden Zollk ieg wie die USA
und China e wickel – bie e de eu opäische Binnenma k Pa ne n e hebliche wi -
scha liche Pe spek i en und ausgewiesene egula o ische S abili ä .
Einzelne Volkswi scha en und Regionen, die besonde s om Handelskon lik zwi-
schen den USA und China be o en sind, wie beispielsweise Chile, Kolumbien sowie
einzelne a ikanische und südos asia ische Lände , könn en in de EU einen wich i-
gen Anke im globalen Handelssys em inden. Diese Lände suchen d ingend nach
al e na i en Pa ne n und e ügen übe dynamische Wi scha ss uk u en mi jün-
ge e Be ölke ung und wachsenden Mi elschich en.
Eine Schlüssel age ü den Bes and des Wel handelssys ems is , ob die jüngs en
Maßnahmen de USA auch eine b ei e e Eskala ion des P o ek ionismus zwischen
bishe unbe eilig en D i lände n auslösen we den. En scheidend is , dass die EU es
als Vo ei e e meide , in eine globale Spi ale p o ek ionis ische Re lexe hineingezo-
gen zu we den. Maßnahmen wie Sa egua ds-Schu zzölle, die zu allgemeinen Zolle -
höhungen üh en, wü den de EU le z lich schaden. S a dessen soll e die EU wei e -
hin geziel e Ins umen e nu zen, um unlau e e Handelsp ak iken zu bekämp en, ohne
die P inzipien o ene Mä k e zu un e g aben.
Die ak uelle K ise des Mul ila e alismus und das e a ische handelspoli ische Vo ge-
hen de USA e ö nen de EU zugleich ein s a egisches Handlungs ens e : Sie kann
ih e Rolle in de globalisie en Wi scha neu de inie en. Indem die EU ih Engage-
men in mul ila e alen Ins i u ionen wie de WTO bei handelspoli ischen F agen s ä k
und geziel Pa ne scha en mi gleichgesinn en Lände n e ie , kann sie sich als
e lässliche und s abilisie ende K a in eine zunehmend agmen ie en Wel posi i-
onie en – und eine Al e na i e zu chao ischen En kopplung bie en.