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Die Industriepolitik in Ungarn und in Österreich und das Problem der ökonomischen Integration (1880-1914)

Abstract

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Die Industriepolitik in Ungarn und in Österreich und das Problem der ökonomischen Integration (1880-1914)

Author: Paulinyi, Akos
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1977
DOI: 10.3790/schm.97.2.131
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291384/1/schm.097.2.131.pdf
Paulinyi, Akos
A icle
Die Indus iepoli ik in Unga n und in Ös e eich und das
P oblem de ökonomischen In eg a ion (1880-1914)
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Paulinyi, Akos (1977) : Die Indus iepoli ik in Unga n und in Ös e eich
und das P oblem de ökonomischen In eg a ion (1880-1914), Zei sch i ü Wi scha s-
und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und
Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 97,
Iss. 2, pp. 131-166,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.97.2.131
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291384
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Die Indus iepoli ik in Unga n und in Ös e eich und
das P oblem de ökonomischen In eg a ion (1880-1914)*
Von Akos Paulinyi
Die Indus ie ö de ung in Unga n. Indi ek e und di ek e An eize, ö en -
liche Lie e ungen. Sub en ionen. Indus iepoli ische Ini ia i en in Ös e eich.
Indus ie ö de ung und In eg a ion.
Die o liegende S udie s ell sich als Au gabe:
a) die Da s ellung de wi scha spoli ischen Maßnahmen Unga ns zu
Fö de ung de Indus ie zwischen e wa 1880 und 1913 und de an diese
Maßnahmen geknüp en E wa ungen und ih e E gebnisse;
b) die Un e suchung de Auswi kungen de unga ischen Maßnahmen
au einschlägige wi scha spoli ische Übe legungen und Ini ia i en de
ös e eichischen Gese zgebung und de Behö den sowie de üh enden
In e essen e bände de Indus ie Ös e eichs und
c) die Fes s ellung de Auswi kungen de wi scha spoli ischen Maß-
nahmen au dem Gebie de Indus ie ö de ung in Unga n au den In-
eg a ionsp ozeß de ös e eichisch-unga ischen Wi scha .
Angesich s diese Au gabens ellung und des zu Ve ügung s ehen-
den Pla zes muß au eine eingehende Da s ellung de G und-
züge de ökonomischen En wicklung Ös e eich-Unga ns e zich e we -
den. Die in jüngs e Ve gangenhei e schienenen Publika ionen in deu -
sche und englische Sp ache gewäh leis en eine schnelle O ien ie ung
übe die ökonomische En wicklung nich nu Ös e eichs (d. h. de ös e -
eichischen Reichshäl e, Zislei hanien), sonde n auch Unga ns (d. h. de
unga ischen Reichshäl e, T anslei hanien)1. Die ü die le z en zwei
Jah zehn e kennzeichnende zunehmende Konzen a ion au das Quan i-
a i -E aßba e im Wi scha sp ozeß zue s in de unga ischen, dann
in de ame ikanischen und schließlich auch in de ös e eichischen
* Diese S udie olg im wesen lichen de Fassung des Vo ages im Wi -
scha shis o ischen Ausschuß des Ve eins ü Socialpoli ik in Be lin (Ap il
1976).
1 Fü Ös e eich haup sächlich: Ma is (1972) und (1973), Bachinge (1973),
Rudolph (1973), O uba (1975); ü Unga n die Monog aphien on Be end und
Ränki Gy. (1974 a), 1974 b) und (1973). Diese meh allgemeinen Da s ellungen
de wi scha lichen En wicklung können alle dings die his o ische Da s el-
lung de Indus ialisie ung (Sdndo 1954, Be end 1955, 1956) nich e se zen.
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132 Akos Paulinyi
Fo schung zu Geschich e de Mona chie2 zei ig e au jeden Fall, o z
de un e schiedlichen me hodologischen Ansä ze, eine Annähe ung de
F ages ellungen und ha die wi scha shis o ische Fo schung aus de
Sackgasse gegensei ige Beschuldigungen, die im G unde genommen
engs i nigen na ionalis ischen Au assungen e ha e wa en, he aus-
ge üh .
Obwohl in diesen Fo schungen imme wiede au die Bedeu ung
wi scha spoli ische Maßnahmen hingewiesen wi d, s eh sowohl die
Analyse einzelne wi scha spoli ische P obleme als auch die Tä ig-
kei de In e essen e bände de Wi scha noch imme wei gehend am
Rande des In e esses. Dies i haup sächlich ü die unga ische Fo -
schung zu, was um so e s aunliche is , als die g oße Rolle wi scha s-
poli ische Ak i i ä en ü die gesam e Wi scha und ü die Indu-
s ialisie ung au Sch i und T i be on wi d. Dennoch ha die mo-
de ne unga ische Wi scha sgeschich e au diesem Gebie , auße eine
Monog aphie übe die Finanzie ungsme hoden de Banken (Szäsz 1961),
wede nennenswe e Spezial o schungen noch allgemeine Da s ellungen
de unga ischen Wi scha spoli ik zwischen 1867 und 1914 he o ge-
b ach . Sie schöp bei de Behandlung diese F agen im Zusammen-
hang mi de Indus ialisie ung übe wiegend aus de zei genössischen
Publizis ik, und diese Quellenbasis wu de nu sel en, z. B. du ch die
He anziehung de Ak en des unga ischen Minis e a es (Sändo 1954),
e gänz . — In de ös e eichischen Fo schung ehl es nich an allge-
meinen Übe blicken (B usa i 1965; Ma is 1973) bzw. an S udien zu ein-
zelnen Gebie en de Wi scha spoli ik (Ka ni z 1949, G a z 1949, We -
ne 1949, Wysocki 1973, Wysocki 1975). Die ü die En wicklung de
ös e eichischen Indus ie so o beklag e S eue poli ik gegenübe den
Ak iengesellscha en wa e jedoch noch imme au eine g ündliche
Analyse, obwohl ü diese P oblema ik schon sei 1904 eine he o -
agende, übe 800 D ucksei en um assende Vo leis ung o lieg (Indu-
s ie- und Landwi scha s a 1904), die jedoch in den einschlägigen
A bei en de Wi scha shis o ike sel en he angezogen wu de3.
Als Ausgangspunk ü die Un e suchung de wi scha spoli ischen
Maßnahmen in Unga n zu Fö de ung de Indus ie muß es gehal en
2 Zu den e s en quan i a i en S udien zählen die in unga ische Sp ache
schon in den 1960e Jah en e schienenen, z. T. au Fellne (1916) ußenden
S udien on Be end-Ränki und Ka us (deu sch, bzw. englisch: Be end 1970;
Ka us 1970); ü Ös e eich jene on G oss (1966, 1968), z. T. Ma is (1972, 1973),
und schließlich Rudolph (1973, 1976), sowie Good (1974).
3 Diese A bei wu de zwa ö e s als Fundg ube ü Beispiele de Bes eue-
ung benu z (z. B. Ma is 1973 a, S. 50, 1973 b, S. 216 .), bislang abe nich als
G undlage eine um assenden Analyse de ös e eichischen Bes eue ungs-
poli ik de Ak iengesellscha en he angezogen. Sie wi d meis ens ungenau als
S a is ische Ma e ialien usw., d. h. mi dem Un e i el zi ie , was die Au -
indung des We kes in ös e eichischen Biblio heken e schwe .
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 133
we den, daß die Ausgleichsgese ze on 1867 die wi scha spoli ischen
Maßnahmen in Ös e eich und in Unga n au allen Gebie en, die nich
un e den Beg i de „gemeinsamen Angelegenhei en" (auswä ige An-
gelegenhei en einschließlich de diploma ischen und komme ziellen Ve -
e ung im Ausland; K iegswesen einschließlich de K iegsma ine und
das Finanzwesen in Bezug au diese gemeinsamen Angelegenhei en)
und de „quasi gemeinsamen Angelegenhei en" (Handelspoli ik, insbes.
Zollgese zgebung; Konsums eue ü Bie , Zucke , Spi i us und ab 1882
ü Pe oleum; Wäh ungssys em; Ve ügungen übe Eisenbahnlinien
mi gemeinsamen In e essen; Weh sys em) ielen, uneingesch änk in
die Kompe enz de unabhängigen zen alen Legisla i e und Exeku i e
de „im Reichs a e e e enen König eiche und Lände " und de „Län-
de de unga ischen K one" ges ell haben (Paulinyi 1973, S. 568 - 573).
In de e s en Phase de ökonomischen En wicklung in de dualis ischen
Mona chie, zu Zei des konjunk u ellen Au schwunges sei Ende de
60e Jah e, be iedig e das wich igs e Mi el de gemeinsamen Wi -
scha spoli ik, die in Zoll- und Handelsbündnissen e anke e eihänd-
le ische Zollpoli ik, sowie die Ak i i ä en des S aa es au dem Gebie
de in as uk u ellen Leis ungen (haup sächlich Eisenbahnbau) die E -
wa ungen de üh enden Wi scha sk ä e.
Mi dem Ausb uch de K ise 1873 a en alle dings die bis dahin
zu ückges ell en In e essengegensä ze zwischen den üh enden K ä en
de ös e eichischen und unga ischen Wi scha eine sei s und inne -
halb diese beiden G uppen ande e sei s in den Vo de g und. De Ru
nach Schu zzöllen ü die (ös e eichische) Indus ie und die dami e -
bundene Fo de ung nach Kündigung de Handels e äge s ieß o e s
au ene gischen Wide s and de au Außenmä k en expandie enden
unga ischen Ag a ie , welche e s du ch den Übe gang des Deu schen
Reiches zu Schu zzollpoli ik geb ochen wu de. Nach dem 1879/80 e -
olg en Übe gang zu Schu zzollpoli ik, die au die Wah ung de In e -
essen de ös e eichischen Indus ie und de unga ischen Ag a p oduk-
ion bedach wa , is die Bedeu ung des gemeinsamen Ma k es in olge
de gesch ump en Ausweichmöglichkei en au ausländische Mä k e ge-
s iegen. Aus de Sich des jeweils schwäche en Pa ne s in den zwei
Reichshäl en — de Ag a p oduzen en in Ös e eich und de Indu-
s iellen in Unga n — wa diese En wicklung une wünsch , beide be-
ü ch e en au dem Ös e eich-unga ischen Binnenma k einen e -
schä en We bewe b, gegen den die gemeinsame Zollg enze keinen
Schu z bo . Deshalb „agi ie en Ös e eichs Baue n, G oßg und- und
Mühlenbesi ze , die dem P eisd uck de unga ischen Konku enz aus-
gese z wa en, ebenso wie de unga ische Landesindus ie e ein, de
eine na ionale Indus ie ausbauen woll e, ü ein selbs ändiges Zoll-
gebie beide Reichs eile" (Ma is 1972, S. 374).
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134 Akos Paulinyi
Aussich en au einen E olg ha e zwa diese Agi a ion wede in
Ös e eich noch in Unga n, hie wa sie alle dings de Ausgangspunk
zu de e s en Ini ia i e de unga ischen Regie ung au dem Gebie de
Indus ie ö de ung. Nich s lag nähe , als den Ruin on 1873 und die
andaue nde Dep ession4 dem ehlenden Zollschu z in die Schuhe zu
schieben, und nich zu ällig s a e e in diese Zei de Landesindus ie-
e ein (Ipa egyesüle ) und namen lich sein Vo si zende K. Mud ony
seine Kampagne ü s aa liche S ü zungsmaßnahmen bis hin zu Zoll-
ennung. Le z e es wu de zwa on maßgebenden wi scha lichen
und poli ischen K eisen nich e ns genommen, doch kam es zu e ns -
ha en Übe legungen, den ehlenden Zollschu z du ch ande e wi -
scha spoli ische Maßnahmen zu e se zen (Fu ö 1944, S. 363 .).
Nach eine Flu on Flugsch i en in den 70e Jah en leg e im Jah e
1880 eine G uppe unga ische A is ok a en, G oßhändle , Indus ielle
und Bankie s de unga ischen Regie ung ein Memo andum o , das on
dem Fo bes and des gemeinsamen ös e eichisch-unga ischen Zollge-
bie es ausging, ansons en abe den Einsa z alle dem unga ischen S aa
zu Ve ügung s ehenden Mi el zu Fö de ung de Indus ie o ge-
schlug. Ge o de wu den: S eue e mäßigungen ü 20 Jah e (E -
we bs eue bzw. S eue de zu ö en lichen Ab echnung e p lich-
e en Un e nehmen, Gemeindes eue ); zoll eie Ein uh alle aus dem
Ausland benö ig en Maschinen und Maschinenbes and eile; Exp op ia-
ions ech ü Baug unds ücke indus ielle Anlagen; unen gel liche
Übe lassung s aa liche G unds ücke; Deckung alle Bedü nisse des
S aa es, de Munizipien und de Gemeinden du ch Lie e ungen on
einheimischen (unga ischen) Be ieben; s aa liche Be eiligung an den
Ak iengesellscha en (Ma leko i s 1900, Bd. 2, S. 23 .; Sändo 1954,
S. 311 .). Mi ande en Wo en: schon in diesem e s en P og amm o -
de en die Un e nehme den Einsa z alle dem S aa zu Ve ügung
s ehenden An eizmi el de unmi elba en (Kapi alhil e du ch Mi be ei-
ligung, Sachleis ungen, S eue -, Zoll- und Ta i begüns igungen) und
z. T. auch de mi elba en Hil e (Lenkung ö en liche Au äge). Das
unga ische Handelsminis e ium als Sachbea bei e ha sich dieses P o-
g amm noch zum g oßen Teil zu eigen gemach , in den Be a ungen
des Minis e a es is es abe be äch lich ges ichen bzw. abgeände
wo den (Sändo 1954, S. 312). In de Gese zes o lage „Übe die de
a e ländischen Indus ie zu gewäh enden S aa sbegüns igungen", die
1881 das Pa lamen öllig eibungslos passie e und als Gese za ikel
(im olgenden nu G.A.) 44 aus dem Jah e 1881 mi dem 1. Janua 1882
4 De Beg i de „g oßen Dep ession" wu de in Anlehnung an H. Rosen-
be g so o ü die ös e eichische En wicklung übe nommen (Ma is 1972),
schein jedoch als Bezeichnung eine wi scha shis o ischen Epoche kaum
zuzu e en — gl. Good 1974, insbes. S. 75 .
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 135
in Wi kung a , wa wede on Zoll- ode Ta i begüns igungen noch
on de Mi be eiligung des S aa es und schon übe haup nich on eine
gese zlichen Regelung de ö en lichen Au äge die Rede, diese Fo -
de ungen lehn e die Regie ung 1881 noch als une üllba ab. Das Gese z
gewäh e bis 1895 ü eine Reihe neue bzw. bes ehende , abe neu
einzu ich ende P oduk ionszweige ( o allem Tex il-, Me all- und
Maschinenbauindus ie, chemische Indus ie und, um auch die Ag a ie
zu be uhigen, landwi scha liche Spi i usb enne eien) die Möglichkei ,
S eue nachlässe sowie Gebüh en- und S empel eihei zu e langen. Die
En scheidungskompe enz übe die e en uelle E eilung de Begüns i-
gungen lag beim Minis e ium ü Acke bau, Handel und Gewe be im
Ein e s ändnis mi dem Finanzminis e .
Die Vo lage und Annahme dieses e s en, in seinen ökonomischen
Auswi kungen noch bescheidenen Indus ie ö de ungsgese zes du ch
eine Regie ung und ein Pa lamen , die zwei elsohne p imä die In-
e essen de G oßag a ie und des Ag a expo es e e en haben, ließ
nu zu leich die E klä ung in „Los ennungs endenzen", in Unabhän-
gigkei sbes ebungen de Unga n suchen. Diese E klä ung bleib abe au
de Obe läche und geh an g undlegenden ökonomischen Ta sachen
o bei. De in de Kampagne de 70e Jah e lau gewo dene Ru nach
einem Indus ieschu z, auch um den P eis eine Zoll ennung, wa de
Ausd uck dessen, daß die in de Hochkonjunk u de 60e Jah e en -
s andene Indus ie in Unga n die „na ü liche" A bei s eilung (ag a i-
sches Unga n — indus ielles Ös e eich) keineswegs ü eine zukun s-
äch ige Lösung des Zusammenlebens in de dualis ischen Mona chie
hiel . Ande e sei s, und dies schein wich ige zu sein, ö ne en sich in
diesen Jah en die üh enden wi scha lichen und poli ischen K ä e
Unga ns, die G oßag a ie und die mi ihnen eng e bundenen bzw.
auch pe sönlich iden ischen Ve e e des G oßhandels und de Mühlen-
indus ie, un e dem D uck des o e s nu d ohenden und sei den 80e
Jah en auch einse zenden Rückgangs sowohl des Um anges de Ag a -
expo e wie auch de Gewinnspanne (Zollpoli ik, P eis e all in olge
s eigende Impo e aus Übe see) dem Gedanken de Indus ie ö de ung
in Unga n. Es wu de nich bezwei el , daß eine Indus ialisie ung de
Un e s ü zung des S aa es bedu e, abe ebensowenig wu de die Bei-
behal ung des nunmeh ü die Ag a -, und das heiß auch ü die Ge-
sam wi scha Unga ns noch lebenswich ige en ös e eichisch-unga i-
schen Binnenma k es in F age ges ell . Eine e en uelle Fö de ung de
Indus ie soll e sich also nu solche Mi el bedienen, die bei Beibehal-
ung des gemeinsamen Zollgebie es einen An eiz zu Indus ieg ündung
bo en, wobei man haup sächlich mi einem b ei e en S om ausländi-
sche Kapi alin es i ionen ge echne ha . Die Zu ücks ellung de mei-
s en Fo de ungen (Lenkung de ö en lichen Au äge, Zoll eihei ü
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136 Akos Paulinyi
Maschinenimpo e, Ta i begüns igungen), die bei den ös e eichischen
Indus iellen g oßes Au sehen e eg en, ha e auch ak ische G ünde
und soll e den Anhänge n de Zoll ennung on Ös e eich beweisen,
„daß un e den bes ehenden Ve häl nissen, ohne an den bes ehenden
Zoll e häl nissen zu ü eln, man ieles und bedeu ungs olles au dem
Gebie de Indus ie un kann" (O szäggyüles Nyom a änyai, Kep-
iselöhäz, 395. Si zung 11.5.1881, S. 384, gl. Sändo 1954, S. 315). Zu
diesem Zei punk sp achen ü die Bescheidenhei de Begüns igungen
auch s aa shaushal liche Übe legungen, o de en doch die Ag a ie
eine o cie e Ve s aa lichung de Eisenbahnen als G und o ausse -
zung ü die Ein lußnahme au die Ta i poli ik. Nu den Wechselwi -
kungen diese Fak o en, die zu eine gewissen Annähe ung zwischen
den Ag a ien und den Indus iellen in Unga n üh en, wa es zu e -
danken, daß o z de Bedenken, die Indus ie ö de ung müsse die In-
e essen des G oßg undbesi zes schädigen, diese abgemage e Gese zes-
o lage im Pa lamen ohne Schwie igkei en, abe auch ohne Begeis e-
ung de Ve e e des G oßg undbesi zes angenommen wu de.
Die im Memo andum on 1880 ge o de en und im Gese z on 1881
e weige en Mi el de (Indus ie ö de ung (Kapi alhil e, Ta i nach-
lässe, Lenkung ö en liche Au äge) wu den schon sei de zwei en
Häl e de 80e Jah e im Wege on Regie ungse lassen ode Minis e-
ial e o dnungen eingese z und in den wei e en Indus ie ö de ungs-
gese zen (in den Jah en 1890, 1899 und 1907) schließlich auch gese zlich
e anke . Kapi alhil en aus Sonde onds wu den punk uell, haup -
sächlich zu S ü zung konku sge äh de e Un e nehmungen sei ens de
Regie ung meh mals gewäh , z. B. an die He ende Po zellan ab ik
A.G. {Sändo 1954, S. 351 ., 370). Ta i poli ische Mi el, ü de en Ein-
sa z die schnell o ansch ei ende Ve s aa lichung iele Eisenbahn-
linien die Vo ausse zung gescha en ha e, kamen schon du ch den neuen
Gü e a i de unga ischen S aa seisenbahnen 1887 zu Anwendung.
Im G.A. 13 aus dem Jah e 1890 wu de allen begüns ig en Fab iken ü
den T anspo on Bauma e ial, Maschinen und Maschinenbes and ei-
len au allen Linien de S aa seisenbahnen und de s aa lich sub en-
ionie en Eisenbahnen eine Ta i e mäßigung bis zum Selbs kos en-
p eis zugesag . Das komplizie e Sys em a i poli ische Fö de ungs-
maßnahmen (Sonde a i e, Ta i eduk ion, Eins u ung de Indus ie-
p oduk e nach dem Bes immungso , a i poli ische S ando begüns i-
gung) e uh dann insbesonde e du ch den neuen Gü e a i on 1891
eine wesen liche E wei e ung (Ha as 1916, S. 102 .).
Angesich s des bedeu enden An eils des S aa es und de ö en lichen
Haushal e übe haup an in as uk u ellen Au wendungen, haup säch-
lich im Ve keh swesen, wie auch de un e nehme ischen Tä igkei des
S aa es (Eisenhü enwesen, Maschinenbau) und de s eigenden Bau-
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 137
ä igkei de S äd e und Gemeinden sei de Mi e de 80e Jah e ließen
Un e nehme k eise und In e essen e bände in de F age de Lenkung
ö en liche Au äge (sog. Submissionswesen), o z de Absage de
Regie ung an die Fo de ung nach gese zliche Regelung im Jah e 1881,
nich locke . Zu den ö en lichen Au ägen im zi ilen Sek o gesell e
sich dann, haup sächlich sei den 90e Jah en, das P oblem de Au äge
ü die gemeinsame A mee, eine e was delika e e, weil zu den „gemein-
samen" zählende Angelegenhei . Au dem zi ilen Sek o ha e die Re-
gie ung schon 1886 zwecks Vo be ei ung einschlägige Maßnahmen eine
du ch Delegie e des Landesindus ie Ve eins beschick e „S aa liche
Kommission ü die s ä ke e Beansp uchung de einheimischen Indu-
s ie sei ens de Ve keh sun e nehmungen und S aa sbe iebe" ins Le-
ben ge u en (Sändo 1954, S. 351). Die Lösung e olg e au dem Ve -
o dnungswege, indem schon 1887 om Finanzminis e die Kon olle
alle Anscha ungen ü Eisenbahnen, Schi ah sun e nehmungen und
s aa liche Eisenwe ke angeo dne wu de. Im Jah e 1891 wu den alle
Behö den e p lich e , ih e Bedü nisse bei ö en lichen Aussch eibun-
gen du ch die einheimische Indus ie bzw. das Kleingewe be zu decken
(Ma leko i s 1900, S. 30). Angesich s des Ma e ialau wandes ü die
Ins andhal ung des s aa lichen Eisenbahnne zes, de Inbe iebnahme
on jäh lich ca. 550 km neue Eisenbahns ecken in den 90e Jah en,
de egen Bau ä igkei ö en liche Haushal e siche en diese Maßnah-
men ü die unga ländische Indus ie (haup sächlich ü die Eisen-
we ke, den Maschinenbau, die Bauindus ie und das Baugewe be) ein
Au agspols e , dessen G ößeno dnung in unga ischen Ve häl nissen
nich zu un e schä zen is . Mangels genaue Nachweise ü das ö en -
liche Lie e ungswesen kann die G ößeno dnung nu anhand des Be-
da s ü Eisenbahnen sowie ü die s aa lichen Eisenwe ke und Ma-
schinen ab iken e mi el we den (Ma leko i s 1900, S. 31; Emleki a
1909, S. 10). Diese belie sich:
1887 au 31,2 Millionen K., da on einheimische Lie e ungen 83 °/o,
1896 au 108,7 Millionen K., da on einheimische Lie e ungen 88 Vo,
1897 au 102,2 Millionen K., da on einheimische Lie e ungen 90 °/o,
1904 au 110,0 Millionen K. (nu Ve keh sans al en).
Fü 1904 wu de om Handelsminis e ium die Summe alle ö en -
lichen Au äge ü Indus iep oduk e (incl. Hee eslie e ungen) au
152 Mill. K. be echne und die ö en lichen Au äge ü Bau en mi
wei e en 48 Mill. K. e anschlag (O szäggyüles Nyom a änyai; 1906
I omanyok, Bd. IX, N . 183, S. 15). Die Gesam summe on 200 Mill. K.
ep äsen ie e wa 13 °/o, die Au äge ü die Indus ie e wa 10 °/o des
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138 Akos Paulinyi
Gesam we es de unga ischen Indus iep oduk ion on 18985. Es e -
wunde deshalb nich , daß die In e essen e bände de Indus ie auch
wei e hin au die gese zliche Ve anke ung de Regelung de ö en -
lichen Lie e ungen d äng en, welche dann schließlich im II. Abschni
des G.A. III aus 1907 e olg e.
Wie schon e wähn , bilde en die Lie e ungen ü das gemeinsame
k. u. k. Hee und die k. u. k. Ma ine ein besonde es Kapi el de ö en -
lichen Au äge in Ös e eich-Unga n. Dieses sog. mili ä ische Sub-
missionswesen gehö e in die Kompe enz des gemeinsamen k. u. k.
K iegsminis e iums, den Ve eilungsschlüssel de Au äge bes imm e
alle dings die sog. Quo e, die die Bei agsleis ung de zwei Reichs-
häl en ü den gemeinsamen S aa shaushal aus ih en selbs ändigen
Haushal en (un e Abzug de Ne ozolleinnahmen) es leg e. D. h. de
An eil Ös e eichs und Unga ns an den Lie e ungen ü das Hee und
die Ma ine soll e de Quo e (1867 70 :30; ab 1873 68,6 :31,4; ab 1900
65,6 :34,4; ab 1908 63,6 :36,4) en sp echen ( gl. Paulinyi 1973, S. 573 .).
Nun bilde en die Ausgaben des K iegsminis e iums on 1868 bis 1913
im Schni mindes ens 95 °/o des gemeinsamen Haushal es, und sie kle -
e en sei dem An ang de 90e Jah e bis 1913 au das 2,3 ache, d. h.
on 286 Millionen K. (im Du chschni de Jah e 1891 - 1895) au 658
Millionen K. (im Du chschni de Jah e 1909 - 1913); im le z en F ie-
densjah 1913 e eich en sie 910 Millionen K. ( gl. Paulinyi 1973, S. 574).
Au die Au äge ü Indus ie en iel on diesen Summen selbs e -
s ändlich nu ein Teil, de nach de Jah hunde wende, im Zusammen-
hang mi e schiedenen Um üs ungsp og ammen des Hee es und mi
dem Ausbau de K iegs lo e, schä zungsweise kaum wenige als 25 °/o
ausgemach ha .
Bis zu Jah hunde wende he sch e um die Hee eslie e ungen Ruhe,
um die Einhal ung de Quo e bei de Ve eilung de Au äge küm-
me en sich wede die ös e eichischen noch die unga ischen Delega-
ionen. Die unga ische Indus ie konn e bis zu diesem Zei punk ange-
sich s de s uk u ellen Einsei igkei und/ode wegen mangelnde Ka-
pazi ä en iele Au äge übe haup nich e üllen. Dies be a haup -
sächlich P oduk e de Tex ilindus ie, abe auch jene de Eisen- und
S ahlindus ie sowie spezialisie e Rüs ungsbe iebe. Du ch die Be-
schleunigung des Wachs ums de Indus ie sei den 90e Jah en ha
sich zwa die Lage e was gebesse , abe es is kaum übe ieben zu
behaup en, daß in Unga n jede Un e nehme au dem Gebie de
Tex ilindus ie mi einem es en Au ag ü das Hee echnen konn e,
ß Be end - Ränki be echnen den B u owe de unga ischen Indus ie-
p oduk ion (zu lau enden P eisen, ohne Be gbau au ca. 1,4 Millia den K in
1898 und 3,1 Millia den K in 1913; gl. Be end 1969, S. 147; zu kons an en
P eisen: Be end 1974 b, S. 61).
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 145
gegen ös e eichische Indus ielle, au den Zu luß eben dieses ös e -
eichischen Kapi als. Von den zwischen 1903 und 1906 sub en ionie en
84 Indus ieun e nehme n wa en 38 (45%)) aus Ös e eich, je 3 aus
Deu schland und F ank eich (7°/o) (O szäggyüles Nyom a änyai, Naplö,
48. Si zung, 23. 10. 1906, S. 102), wobei de An eil des ausländischen
Kapi als an den neugescha enen A bei splä zen in Unga n siche lich
noch iel höhe lag. So gingen die G ündungen on mode nen G oß-
be ieben in de Tex ilindus ie as ausschließlich au ös e eichische
G oßindus ielle zu ück ( gl. Be end 1955, S. 235 .).
Um den Kapi al luß aus dem Ausland zu ö de n, bemüh en sich so-
wohl die Regie ungss ellen als auch die O ganisa ionen de Wi scha
sowohl um pe sönliche Kon ak e als auch um die Ve besse ung des In-
o ma ions lusses übe die P esse. Die pe sönliche Agi a ion wa ein
wich iges Mi el haup sächlich bei de Suche nach Un e nehme n in de
Tex ilindus ie. „Die g oßen ös e eichischen Tex il ab iken", sch ieb
1906 ein e bi e e K i ike de unga ischen Indus ie ö de ung, „wu -
den be eis und du ch e lockende Ane bie ungen ih In e esse ü die
indus ielle Kolonisa ion e weck . Manche Fab ikan en in Ös e eich
e hiel en im Lau e eine Woche meh e e Besuche on Budapes e Ad-
oka en, on Agen en, on Handelskamme p äsiden en de unga ischen
P o inz, die g oße Sub en ionen, S eue be eiungen, Gebüh ennach-
lässe und Ta i begüns igungen in Aussich s ellen. Die Meh zahl de
üh enden ös e eichischen Fab ikan en nahmen die Ane bie ungen
an ..." (Kelle 1906, S. 98). Die deu schsp achigen Ausgaben unga i-
sche Gese ze und Ve o dnungen, s a is ische Reihen und Jah büche
bekamen eine wich ige E gänzung du ch die deu schsp achigen „Volks-
wi scha lichen Mi eilungen aus Unga n", he ausgegeben om unga i-
schen Handelsminis e ium. Das E scheinungsjah des 1. Jah ganges
(1906) wa wohl nich zu ällig auch das Jah des pa lamen a ischen Be-
schlusses des wich igs en Indus ie ö de ungsgese zes in Unga n. Zu
eibungslosen Abwicklung de Indus ie ö de ung wu de im unga i-
schen Handelsminis e ium eine dem S aa ssek e ä J. Sz e enyi un e -
s ell e Ab eilung gescha en, de en Beam e übe einschlägige Fachkenn -
nisse e üg en und die einlau enden An äge mi eine Sachlichkei
und Schnelligkei bea bei e en, die auch den ös e eichischen K i ike n
ein Wo de Ane kennung abge ungen haben ( gl. Kelle 1906, S. 68).
Obwohl also sei dem An ang de Indus ie ö de ung in Unga n ein
g oße Teil de ge ö de en Be iebe Filialen ode Neug ündungen
ös e eichische Un e nehme gewesen sind, s ieß die unga ische Wi -
scha spoli ik auch in diesem Punk au eine he ige K i ik zislei hani-
sche Indus ielle . Die Leidenscha lichkei de Polemik, die diese In-
dus ie ö de ung als eine de Wi scha sgemeinscha übe haup und
den In e essen de ös e eichischen Indus ie insbesonde e schädliche
10•
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146 Akos Paulinyi
scha e u eil e, is nu au dem Hin e g und de kon lik geladenen
poli ischen Si ua ion in Ös e eich um die Jah hunde wende und de
angespannn en Lage de ös e eichischen Indus ie — de en U sachen
wi hie nich behandeln können — zu e s ehen. Angesich s de eno -
men S eue belas ung insbesonde e de Ak iengesellscha en, de in-
olge p og essi e Sozialpoli ik s eigenden sozialen Las en, des Rück-
ganges de Expo au äge, de scheinba an ikapi alis ischen Poli ik
de ös e eichischen Gese zgebung und Ve wal ung schien ü Ös e -
eichs Indus ielle die „indus ie eundliche" Wi scha spoli ik in Un-
ga n eine Zumu ung.
Diese Polemik, de en A gumen e in his o ischen Da s ellungen ohne
jegliche Übe p ü ung o gesch ieben we den, in e essie hie nich .
Wenige Au me ksamkei e weck e bei den His o ike n de in jene
Polemik ebenso be on e Zusammenhang zwischen de unga ischen In-
dus ie ö de ung und de Ak i ie ung de ös e eichischen In e essen-
e bände (1892 — Zen al e band de Indus iellen Ös e eichs, Abk.:
ZVIÖ; 1897 — Bund ös e eichische Indus ielle , Abk.: BÖI) und de
Handels- und Gewe bekamme n ü die Ausa bei ung eines „Indus ie-
p og ammes" und ü die Ein ich ung eines „Indus ie a es". Bis zu
diesem Zei punk , d. h. bis in die Mi e de 90e Jah e, besch änk en
sich in Ös e eich wi scha spoli ische Maßnahmen de Indus ie ö de-
ung — wenn wi hie on den nich beabsich ig en Nebenwi kungen
de Zucke s eue ( gl. Paulinyi 1973, S. 595), on Expo p ämien und
ö en lichen Au ägen absehen — au einige Ini ia i en de Zen al-
gewal ü das Gebie on T ies und de Landes egie ung ü Gali-
zien. Da übe spä e meh .
Die 1896 on de Handels- und Gewe bekamme Wien und dem
Zen al e band de Indus iellen Ös e eichs — als Rep äsen an de
G oßindus ie spiel e diese eine g öße e Rolle als de Bund ös e -
eichische Indus ielle — ge o de e und 1897 im Abgeo dne enhaus
bean ag e G ündung eines „Indus iellen Bei a es" wu de 1898 du ch
die E ablie ung des Indus ie- und Landwi scha s a es mi zwei Sek-
ionen:
1. Sek ion ü die Indus ie, Gewe be und Handel
2. Sek ion ü Land- und Fo s wi scha und Mon anwesen
beim Handels- bzw. Acke bauminis e ium e üll . Die uns hie in e -
essie ende e s e Sek ion mi 75 und sei 1904 mi 100 Mi gliede n ge-
wäh e den on den Handels- und Gewe bekamme n und den Indu-
s iellen e einen und - ach e bänden gewähl en eine Zweid i elmeh -
hei gegenübe den om Handelsminis e e nann en Mi gliede n. De
pe sönlichen Zusammense zung nach wa dies in de Ta ein „Indu-
s iellenbei a ". Die Au gabe des Indus ie a es wa die Begu ach ung
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Indus iepolilik in Unga n und Ös e eich 147
und An ags ellung in allen einschlägigen Angelegenhei en7. De ZVIÖ
be ach e e die G ündung als „E ungenscha on daue ndem We e",
mach e sich abe keine g oßen Illusionen übe die Wi ksamkei diese
Ins i u ion. De Handelsminis e jene Zei , J. M. Bae n ei he , be ach-
e e den Indus ie a als no wendiges Übel und gedach e, diese — wie
e mein e — modische Schöp ung „mi eigene Ini ia i e dominie end"
zum ügsamen We kzeug des Handelsminis e s zu ges al en (Bae n-
ei he 1939, S. 39). Die e s en Jah e de Tä igkei des Indus ie a es
wa en diesen Ansich en angemessen, und de ZVIÖ klag e mi Rech ,
daß de Indus ie a die Ho nungen, die man in ihn se z e, nich e üll
habe (ZVIÖ P o okoll — 11, 1899, S. 27). Man muß alle dings un e -
s eichen, daß de Indus ie a in den wei e en Jah en seine Exis enz
eine seh ak i e Tä igkei ausgeüb ha und an allen Re o men und
Re o m o schlägen, die die Indus ie be a en, maßgebend be eilig
gewesen is . Es lag siche nich nu an ihm, daß iele de schwe wie-
genden P obleme und Lösungs o schläge kein Gehö bei de Legisla i e
anden.
Was nun die Indus iepoli ik be i , so müssen wi e s ens be onen,
daß wi uns im Falle de ös e eichischen wei gehend au das Gebie
de Pläne, An äge und E wägungen begeben müssen. Zwei ens muß
man un e s eichen, daß das E g ei en wi scha spoli ische Maßnah-
men in Ös e eich sowohl aus de Sich de poli ischen S uk u als auch
wegen de in einzelnen Regionen schon o handenen leis ungs ähigen
Indus ie ein un e gleichba komplizie e es P oblem da s ell e, als
dies in Unga n de Fall gewesen is ( gl. G oss 1973, S. 13). Das P oblem
de ökonomischen Bedü nisse einzelne Regionen ode ga Na ionali-
ä en wu de sei ens de unga ischen Regie ung nu dann wah genom-
men, wenn es gal , „s aa sze se zende Ein lüsse", wie z.B. jene de
schechischen Banken in Obe unga n, das heiß in de Slo akei, zu
un e binden8. Bei den Plänen de Indus ie ö de ung in Unga n mi zu-
sp echen ha en nu die Indus ie und die Regie ung. In Ös e eich
muß en alle Maßnahmen mindes ens die keineswegs einhei lichen In e -
essen alle üh enden Spa en in den üh enden Lände n be ücksich-
7 Auße Mischle -Ulb ich (1905), Bd. 1, S. 445 ., be aß e sich mi de Tä ig-
kei des Indus ie a es noch am meis en He z (1917), in ande en, auch wi -
scha spoli ischen Abhandlungen (z. B. We ne 1949, S. 476, Bundesminis e-
ium 1961, Bd. 2, S. 46 .) wu de seine Exis enz e wähn . Die bes e In o ma ion
übe G ündung, Au bau und Ak i i ä en bie e die leide nich e ö en -
lich e Disse a ion on Pul a -K a zl (1973).
8 Solche F ages ellungen in e essie en die heu ige unga ische Fo schung
wenige , um so meh abe die slo akische. Übe die mi g oßem A bei sau -
wand sei ens de unga ischen S aa s e wal ung ge üh en Reche chen übe
und Maßnahmen gegen die schechischen Banken in de Slo akei (Obe -
unga n) gl. Pisch (1960 a), S. 116 ., übe die Rolle diese Banken ü Un e -
nehmen de slo akischen Bou geoisie Pisch (1960 b) sowie Rudolph (1976),
S.
150
.
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148 Akos Paulinyi
igen bzw. e en uellen Begüns igungen de Indus ie in „Rücks ands-
gebie en" mi den ( e mein lichen) In e essen de bes ehenden Indus ie
in den „Fo sch i sgebie en" in Einklang b ingen. Es s ell sich also in
Ös e eich eine sei s das P oblem eine zen alen Indus iepoli ik, an-
de e sei s abe — auch in olge de Au onomie de Lände — das P o-
blem egionalpoli ische Maßnahmen9.
Angesich s de En wicklungss u e de Indus ie eine sei s, ih e
schwe en S eue belas ung, ih e Absa zschwie igkei en im Zollausland
und de als schwe emp undenen sozialen Las en ande e sei s e lang e
die ös e eichische Indus ie — sowei man die in ih en Ve bänden und
im Indus ie a ausschlaggebenden S immen als maßgebend be ach e ,
und das da man wohl — haup sächlich Maßnahmen au dem Gebie
de Zoll- und Handelspoli ik, de S eue - und Sozialpoli ik, d. h. Maß-
nahmen, die ü die gesam e Indus ie die Hinde nisse de En al ung
aus dem Wege ge äum hä en. In diesem Sinne ha auch de ZVIÖ im
Jah e 1897 die Ausa bei ung eines Indus iep og ammes ange eg
(ZVIÖ P o okoll — 7, 1897, S. 27 ., 32 .).
Im B ennpunk de In e essen sowohl des Indus ie a es als auch des
ZVIÖ und de Handels- und Gewe bekamme n — wo üh end wa en
in diesen G emien zum Teil dieselben Pe sonen und übe wiegend die-
selben G uppen de Indus ie — s anden eben deshalb neben den lau-
enden P oblemen de Wah ung de indus iellen In e essen in de
Zoll- und Handelspoli ik Ans engungen um die Re o m de S eue -
poli ik, insbesonde e de Bes eue ung de „de ö en lichen Rechnungs-
legung un e wo enen Un e nehmungen", d. h. haup sächlich de in-
dus iellen Ak iengesellscha en. Ohne diese P oblema ik eingehend be-
handeln zu können, möch e ich nu es hal en, daß dies ein Ke np oblem
de ös e eichischen Indus ie gewesen is . Die nich nu in olge des an
sich schon hohen S eue sa zes (10,5 °/o), sonde n auch wegen de Doppel-
bes eue ung (Gesellscha und Ak ionä ), de Einbeziehung de Nega i -
zinsen in die Bes eue ungsg undlage, de hohen Lände - und Gemeinde-
umlagen (d. h. de Zuschläge), de ungüns igen Bes immungen ü Ab-
sch eibungen hohe S eue belas ung on 15 bis 40 °/o des Reingewinnes
®
Die meis en An egungen ü die Bedeu ung de egionalen Wi scha s-
s uk u in Ös e eich b ach e He z (1917) und Ro hschild (1961) und schließ-
lich K. Fink (1968), die insbesonde e au die Folgen des Fehlens eine Regio-
nalpoli ik in Ös e eich hingewiesen ha (Fink 1968, S. 56 ., 72 .). T o z iele
Beme kungen bei Ma is (1973) und bei Bachinge (1973) bleib diese P oble-
ma ik ein S ie kind de ös e eichischen Fo schung. In den wenigen Ve -
suchen, die egionalen S uk u en au g und de s a is ischen E assungen,
haup sächlich de Be iebszählung on 1902 he auszua bei en (O uba 1975),
olg man no ged ungen den Ve wal ungsgebie en, wodu ch Wi scha s egio-
nen en s ehen, weil sie Ve wal ungseinhei en wa en. Diese G enzen sind
nu du ch die Ve we ung auch ande e Quellen zu du chb echen, wie dies
die E gebnisse de auße halb de CSSR öllig unbeach e en Publika ion on
Bednä (1970) nachgewiesen haben.
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 149
wa ein wesen liche Hemmschuh ü die Bildung on Ak iengesell-
scha en. Angesich s des Kapi albeda s ü die echnische Um üs ung be-
s ehende Be iebe ode ü die Ein üh ung neue Ve ah en, z. B. in de
chemischen und elek o echnischen Indus ie, üh e dies zwangsläu ig
zu Pe i izie ung de Rücks ändigkei . Sei de Jah hunde wende be-
müh en sich die Indus ie e bände, die Handels- und Gewe bekamme n
und nich zule z de Indus ie a wiede hol , die Finanzbehö den und
das Pa lamen zu eine Re o m de Bes eue ung de Ak iengesellscha -
en zu bewegen, abe ohne jeglichen E olg. Als die schon e wähn e,
om Indus ie a im Jah e 1904 he ausgegebene, au g und am liche
Un e lagen e aß e Analyse des gel enden S eue sys ems iel Un uhe
he o ge u en ha e, wa die Reak ion de zus ändigen S ellen ein-
deu ig: Das We k wu de aus dem Ve keh gezogen und in den o iziel-
len Publika ionen des Indus ie a es ü e g i en dekla ie 10. Die au -
g und diese eingehenden Analyse im Jah e 1907 e aß en Beschlüsse
des Indus ie a es (Bu eau des Indus ie a es, Ve handlungen und Be-
schlüsse, 18. He ) blieben eben alls wi kungslos, ü die Indus iellen
nu ein Beweis meh , daß wede on de Bü ok a ie noch on de
Legisla i e e was Posi i es zu e wa en sei, „daß de dem Indus ie-
kapi al und de A bei des Un e nehme s abholde Geis de übe wie-
genden Meh hei de gese zgebenden Kö pe scha en auch die Ve wal-
ung beein luß " (ZVIÖ P o okoll — 21, 1908, S. 49).
De Anwendung on Mi eln de di ek en Fö de ung, de punk uel-
len Maßnahmen de S eue -, zoll- ode a i poli ischen Begüns igungen
einzelne Spa en ode Gebie e s anden die Rep äsen an en de Indu-
s ie im bes en Falle ese ie , übe wiegend abe o en eindlich ge-
genübe . „Indus ie ö de ung im enge en Sinne des Wo es", — hieß es
am Ve bands ag des ZVIÖ im Jah e 1908, und dies wa en keine neuen
Töne — „welche mi Sub en ionen a bei e , S eue begüns igungen ge-
wäh , mi einem Wo au den Bahnen me kan ilis ische Wi scha s-
poli ik sich beweg , e lang die ös e eichische Indus ie nich , b auch
sie nich und e äg sie nich ". Du ch eine solche Fö de ung nämlich
könn en „die Vo ausse zungen des wi scha lichen We bewe bs be-
s ehende indus ielle Un e nehmungen ode Indus iezweige ge adezu
e ück we den. Die ös e eichische Indus ie e lang im G unde
genommen übe haup nich posi i e Vo keh ungen, sonde n die Ab-
10 Diese Beg ündung wiede hol sich in den o iziellen Publika ionen des
Indus ie a es (Bu eau des Indus ie a es, Ve handlungen und Beschlüsse,
He 18, S. 5). Im Umlau blieben haup sächlich die Da s ellungen des Finanz-
minis e iums (Mi eilungen des Finanzminis e iums, XII. Jg., He 3, Wien
1907). Mi dem We k wu de auch de e an wo liche Sek ions a im Han-
delsminis e ium, F. Ka minski, aus dem Umlau gezogen, d. h. o zei ig pen-
sionie ( gl. Ka minski 1904, S. 7; den Hinweis e danke ich He n D . A.
Mosse , Wien). Nach He z (1917), S. 143 wu de die Publika ion „au höhe en
D uck" eingezogen.
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150 Akos Paulinyi
weh schädliche Ein lüsse und jene Bewegungs eihei , de e jede In-
dus ie beda , um zu ollen Höhe ih e Leis ungs ähigkei gelangen
zu können" (ZVIÖ P o okoll - 21, 1908, S. 48).
Diesem Teno de S immen de Indus ie, sie übe wogen auch im
Indus ie a , en sp ach nich nu die Ablehnung de unga ischen Indu-
s iepoli ik, sonde n auch die Beu eilung und Ve u eilung alle ein-
schlägigen Ansä ze bzw. Maßnahmen de ös e eichischen Regie ung
bzw. de Lände .
Die ös e eichische Wi scha spoli ik im Zei al e des Dualismus ha
nu einmal den Ve such un e nommen, die gesam e e bländische Indu-
s ie du ch di ek e Begüns igungen zu ö de n. Die diesbezügliche Ge-
se zes o lage wa ein Bes and eil des sog. „Koe be -Planes" — sowei
wi übe einen solchen übe haup sp echen können — und wu de im
Abgeo dne enhaus als Regie ungs o lage im Mä z 1900 eingeb ach 11.
Es wa siche nich s Umwe endes, im P inzip ging es nu um die Aus-
dehnung de Gül igkei de schon 10 Jah e ü T ies einge üh en
S eue begüns igungen ü indus ielle Neug ündungen au alle K on-
lände . Die ZVIÖ, de BÖI und die Handels- und Gewe bekamme n
lehn en die Vo lage zwa nich in o o ab, in den meis en Gu ach en
wu de sie im allgemeinen beg üß , gleichzei ig wu den abe meh ode
wenige deu liche Bedenken gegen diese A de Fö de ung und gegen
die E wei e ung de Kompe enzen de Exeku i e geäuße . Die Vo -
lage, im Sinne de übe eins immenden Abände ungs o schläge umge-
a bei e und noch 1901 (dann 1907 und 1909) im Pa lamen eingeb ach ,
wu de abe nich einmal zum Gegens and pa lamen a ische Be a-
ungen.
Das einzige Resul a diese Ini ia i e de Regie ung wa die Scha -
ung eines Fonds on 300 000 K. ü die „Indus ie- und Expo ö -
de ung" im Budge des Handelsminis e iums. Aus diesem Fonds wu -
den sei 1904 die Seidenspinne eien in Gö z und Süd i ol mi jäh lich
100 bis 120 000 K. sub en ionie . Zu wei e en Maßnahmen de Zen al-
e wal ung zuguns en de Indus ie zählen noch die im Ve o dnungs-
wege eingelei e en Ve ügungen zu Beschleunigung des Genehmi-
gungs e ah ens ü gewe bliche Be iebsanlagen (1898, 1899, 1904)
sowie die Ve o dnung übe die Ve gabe s aa liche Lie e ungen aus
dem Jah e 1909.
11 Das Indus ie ö de ungs-Gese z wa nu ein Punk des sog. Koe be -
Planes, de u. a. die Ve besse ung des T anspo sys ems o sah, dazu Ma is
(1972), S. 27 ., 396, 433; Bundesminis e ium (1961), Bd. 1, S.413, Bd. 2, S.47.
Was die Gese zes o lage zu Indus ie ö de ung be i , beansp uch e die
Va e scha R. Siegha d (1932, S. 43, 56). Zu de Aussage on Ma is (1972,
S. 447), die Koe be schen Pläne seien haup sächlich an dem Wide s and de
Bü ok a ie geschei e , muß man au g und de S ellungnahmen de Wi -
scha s e bände (ZVIÖ, BÖI) und de Handelskamme n hinzu ügen, daß
diese selbs eine Ablehnung du ch die Bü ok a ie seh e leich e haben.
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 151
Wa bei de Einb ingung de Vo lage des Indus ie ö de ungsgese zes
on 1900 die du ch die Indus ie e bände bezogene Posi ion noch meh
ode wenige ese ie , so zeig en abe die Dach e bände und de
Indus ie a — mi eine Ausnahme: T ies — eine eindeu ig nega i e,
abweisende S ellungnahme gegenübe jenen Maßnahmen bzw. Vo -
schlägen, die im Rahmen de Kompe enz de Landesbehö den die In-
dus ie ö de ung anges eb haben. Ich begnüge mich hie nu mi eine
s ichwo a igen Au zählung diese Vo schläge bzw. Landesgese ze in
ch onologische Folge:
1. Galizien — Landesgese z 1886, e länge 1883, 1903, 1906, dazu
Ve wal ungsmaßnahmen zu G ündung eines Indu-
s ie onds sowie eine Indus iekommission. Da lehen
ü die Indus ie 1887 bis 1907: 7,1 Mill. K. G ündung
eine Bank zu Fö de ung de Indus ie.
2. Bukowina — Landesgese z 1891, e länge 1900.
3. T ies — Reichsgese z om 8. 1. 1891 ü 5 Jah e, e länge
10. 8.1895 bis 31.12.1900 und dann im Wege de Ve -
o dnung bis zum 31. 12. 1901.
Dazu gesell en sich Vo schläge: in K ain (1896, 1905), in Is ien (1907)
— diese wa eigen lich de einzige En wu zu speziellen Fö de ung
on Ak iengesellscha en —, in Schlesien (1906 bis 1910) und le z lich in
Mäh en, die zwa alle in den Landespa lamen en be a en und beschlos-
sen wu den, nich abe die Sank ionie ung e lang ha en12.
Alle diese Landesgese ze bzw. An äge ziel en au eine Fö de ung
de Indus ie im be e enden Raum im Wege de S eue nachlässe, das
heiß de Be eiung on Landesumlagen, und wa en, wie in Galizien>
Mäh en und Schlesien, eindeu ig du ch die unga ischen Gese ze on
1881 bzw. 1900 - 1907, im Falle on K ain abe du ch die Begüns i-
gungen ü T ies ini iie . Sie wa en abe meines E ach en auch de
Ausd uck dessen, daß man zu diesem Zei punk in den einzelnen Län-
de n zu E kenn nis de No wendigkei egionalpoli ische Maßnahmen
gelang wa , bzw. die E g ei ung solche Maßnahmen in einem Teil-
gebie ha im ang enzenden Raum (z. B. Galizien au Schlesien, Mäh-
en) die Be ü ch ungen nega i e Auswi kungen bei de Un e lassung
ähnliche Maßnahmen ausgelös . In den Jah en 1910 bis 1911 behan-
del e de Indus ie a diese P oblema ik und kam o z wide sp üch-
12 Eine inhal liche Zusammen assung alle Vo lagen in: Bu eau des In-
dus ie a es, Ve handlungen und Beschlüsse, 26. He , Wien 1911, S. 6 - 30.
Übe die Be a ungen im schlesischen und im mäh ischen Land ag gl. S eno-
g aphische Be ich e ... Schlesien, insbes. 43. und 44. Session (1906 - 1910) und
Land agsbla Mäh en, 11. Land agspe iode, 3. und 4. Session (1910 - 1912).
Auch in diesen Be a ungen spe en sich Indus ielle, die im Indus ie a
bzw. im ZVIÖ wo üh end wa en, gegen die bean ag en Begüns igungen.
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152 Akos Paulinyi
liche Meinungen zum eindeu igen Schluß, daß solche Maßnahmen den
In e essen de Gesam hei ös e eichische Indus ielle g undsä zlich
schädlich seien.
„De Indus ie a sp ich sich gegen eine unmi elba e ma e ielle
Un e s ü zung de Indus ie aus" — hieß es im Beschluß de XXI. Ple-
na e sammlung des Indus ie a es om 15. und 16. Dezembe 1910 —
„und pe ho eszie auch ein Speziai eichsgese z, du ch welches e wa
nach dem Mus e des seine zei im Reichs a e eingeb ach en Indus ie-
ö de ungsgese zen wu es Begüns igungen ü einzelne Indus ieun-
e nehmungen gewäh wü den.
Hingegen wi d als wi ksams e Indus ie ö de ung die unmi elba e
Fö de ung de Indus ie du ch eine en sp echende Re o m de S eue -
gese zgebung, du ch eine en sp echende Ges al ung de Handels- und
Ta i poli ik und de Expo ö de ung sowie schließlich du ch eine die
In e essen de Indus ie be ücksich igende gesunde Sozialpoli ik be-
zeichne .
Eine posi i e ma e ielle Fö de ung de Indus ie einzelne Lände
im Wege de Landesgese zgebung e schein dem Indus ie a nich wün-
schenswe " (Bu eau des Indus ie a es, Ve handlungen und Beschlüsse,
26. He , S. 112).
Du ch diesen S andpunk e hinde en de Indus ie a und die In-
dus iellen e bände, das heiß die wo üh enden K eise de Indus ie
selbs , ges ü z au den Glauben an die Selbs egulie ungs ähigkei des
Ma k es, die Anwendung eine o e s spon anen Regionalpoli ik zu
Fö de ung de Indus ie. Nu wenige konn en sich übe die Be ü ch-
ungen de — wie sie mein en — Ge ah de Ze spli e ung de Ab-
sa zgebie e in de Mona chie hinweg zu Ansich du ch ingen, daß die
S eige ung de Kau k a am Binnenma k übe die Indus ialisie ung
ücks ändige Gebie e zu ö de n wä e. „Indus ie scha wiede Indu-
s ie, und Indus ie scha Bedü nisse" — solche S immen hö e man
nu sel en. Ans a die spon anen Ini ia i en de Lände ü indus ie-
poli ische Maßnahmen zu koo dinie en, e ha en die Indus iellen
selbs in eine Fehleinschä zung de Auswi kung de Indus ialisie ung
auße halb de adi ionellen S ando e bzw. ih e Fö de ung du ch An-
eize au dem S andpunk des Laissez- ai e, de nu zu Ve dich ung
de o handenen Ballungs äume, nich abe zu einem im In e esse de
Fes igung des du ch das Zollgebie gegebenen Wi scha s aumes e o -
de lichen Ausgleich des wi scha lichen Ge älles üh en konn e. Zwa
wa en sich Zei genossen de No wendigkei egionalpoli ische Maß-
nahmen zu Übe windung de „une meßlichen Gegensä ze" de ös e -
eichischen Volkswi scha bewuß , abe die Be onung, „eine Indus ie-
und Gewe bepoli ik müß e sozusagen mi den G undsä zen de e -
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 153
schiedens en wi scha lichen En wicklungss u en pa allel a bei en, je
nachdem es sich um diese ode jene Gegend handel " (Bae n ei he
1939, S. 49), wa ehe das Alibi ü die Unmöglichkei solche Maßnah-
men als ein An eiz ü ih e Du chse zung. Angesich s de E olglosig-
kei alle wich igen P ojek e zu Fö de ung de Indus ie in Ös e eich
is es nu e s ändlich, daß die unga ischen Maßnahmen au diesem
Gebie nich nu als eine Schädigung de ös e eichischen In e essen,
sonde n als geziel e Un e wande ung de Wi scha sunion sei ens Un-
ga ns be ach e wo den sind. I i ie du ch die unendlichen S ei ig-
kei en bei den „Ausgleichs"-Ve handlungen um die Jah hunde wende
und den lau s a ken Fo de ungen nach eine T ennung on Ös e eich
sp ach man schon damals on dem Schei e n de wi scha lichen Ein-
hei . Diese Behaup ungen, de en Rich igkei de Ze all de Mona chie
1918 nach äglich scheinba bewiesen ha , sind alle dings on den zei -
genössischen Auseinande se zungen pa eipoli ische und wi scha li-
che G uppie ungen gep äg . In diesen Auseinande se zungen wu de
die Diskussion du ch Ta sachen des Wi scha slebens und du ch Fo -
de ungen au e schiedenen Gebie en de Wi scha spoli ik mäch ig
angeheiz , ü das „Auseinande leben" wu den anhand s a is ische
Da en iele „Beweise" ins T e en ge üh , die in dem his o ischen
Sch i um, eilweise noch bis heu e, ein zähes Eigenleben üh en. Das
noch so o malige Wiede holen de A gumen e on Zei genossen be-
deu e abe meines E ach ens keineswegs, daß die These om Ausein-
ande leben den Reali ä en in den wi scha lichen Beziehungen zwi-
schen Ös e eich und Unga n ge ech wi d. Das Übe gewich jene
S immen in Ös e eich, die du ch die unga ischen wi scha spoli ischen
Maßnahmen zu Fö de ung de Indus ie die Ze se zung de Wi -
scha sunion bewiesen haben woll e, zeug nu on de o he schen-
den Meinung in maßgebenden K eisen de Poli ik und de Wi scha ,
is abe noch kein Nachweis ü die Rich igkei diese Behaup ungen.
Es ehl e in Ös e eich nich an ande en Meinungen, die om beschleu-
nig en Wachs um de unga ischen Wi scha den Weg zu eine ausge-
wogenen Ve lech ung beide Teile de Mona chie e ho en. So sch ieb
z.B. 1903 de Sek e ä de Handels- und Gewe bekamme in P ag:
„Die Indus ialisie ung Unga ns is eben ü uns soga nü zlich, weil sie
Unga n be eiche und in olgedessen seinen Konsum s eige , und zwa
nich nu den Gesam konsum unse e Indus iep oduk e, sonde n auch
jenen unga ische Wi scha s- (d. h. Landwi scha s-)P oduk e. Je meh
die Indus ialisie ung Unga ns wachsen wi d, um so kleine wi d de
Expo seine Wi scha sp oduk e zu uns, und deshalb bin ich ein en -
schiedene Gegne jene Theo ie, die in Unga n nu eine Kolonie sehen
möch e."
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154 Akos Paulinyi
Äuße ungen diese A , die in de Indus ie ö de ung in Unga n ein
Mi el zu Lösung de ökonomischen Gegensä ze zwischen den beiden
Reichshäl en sahen, ha en Sel enhei swe , e aß en jedoch die zu e -
wa enden lang is igen Auswi kungen de unga ischen Indus iepoli ik
ielleich ie blickende als die o iziellen S ellungnahmen de In e -
essen e bände. Geh man nämlich on de Ta sache aus, daß a) ös e -
eich-Unga n ein gemeinsame Wi scha s aum wa und b) in diesem
Wi scha s aum Ös e eich das „Fo sch i sgebie " und Unga n das
„Rücks andsgebie " gewesen is , dann muß e man de Indus ie ö de-
ung in Unga n auch zuges ehen, daß sie ein Mi el zum Ausgleich wi -
scha liche Leis ungen, zu Annähe ung de P oduk ionsbedingungen,
d. h. de Egalisie ung des Wi scha sge älles gewesen is . Diese An-
nähe ung is an sich eine Vo ausse zung ökonomische In eg a ion, und
die unga ische Indus iepoli ik wä e also als ein in eg a ions ö de nde
Fak o zu be ach en. In dieselbe Rich ung weisen auch die e wähn en
Maßnahmen zu Ve besse ung des In o ma ions lusses, nach Bo cha d
eben alls ein wesen liches Me kmal de In eg a ion (Bo cha d 1965,
S. 394).
Dies selbs e s ändlich nu dann, wenn wi In eg a ion nich als Un-
e o dnung eines Teiles un e einen ande en, sonde n als Ve schmel-
zung on Teilen zu einem übe geo dne en Ganzen deu en13. Gehen wi ,
in Anlehnung an P edöhl, on dem Zweis u enmodell de unk ionellen
und de ins i u ionellen In eg a ion aus, dann lieg die Folge ung nahe,
daß die Ös e eich-Unga ische Mona chie die S u e de unk ionellen
In eg a ion e eich , abe nich übe wunden ha . Diese S u e is ge-
kennzeichne du ch die Besei igung de Handelshemmnisse, du ch die
Siche s ellung de F eizügigkei on A bei und Kapi al im gemein-
samen Wi scha s aum und die S eue ung des In eg a ionsp ozesses
übe den Ma k mechanismus. Fü diese An angss u e de In eg a ion
wa en in Ös e eich-Unga n die du ch den Ausgleich on 1867 gescha -
enen wi scha spoli ischen Mi el im Rahmen de sog. „gemeinsamen
und quasi gemeinsamen" Angelegenhei en noch aus eichend. Die zwei e
S u e, die ins i u ionelle In eg a ion, se z abe schon eine Koo dina ion
de o dnungs- und p ozeßpoli ischen Maßnahmen o aus, d. h. sie is
nu du ch ein gemeinsames Vo gehen de Be eilig en au allen Gebie en
de Wi scha spoli ik ealisie ba . Diese S u e zu e eichen ha zu
Vo ausse zung die P eisgabe de wi scha spoli ischen Au onomie auch
Vgl. P edöhl (1961), S. 371 . Fü die In eg a ion als his o isches P oblem
g undlegend Bo cha d (1965). In de unga ischen Fo schung wu de das P o-
blem haup sächlich on Be end (1968), S. 308 . und P. Hanäk (Spi a 1971,
S. 210), sowie on Ausch (1968) aus his o ische Sich behandel . In eg a ion
ode Desin eg a ion in de Habsbu ge Mona chie wa das Gene al hema
de 2. Ma bu ge Os eu opa-Tagung in 1972, die Ma e ialien sind jedoch un-
e ö en lich geblieben.
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Indus iepoli ik
in
Unga n und Ös e eich
161
Tabelle
4
De An eil ös e eichische Expo e nach Unga n
am
To alexpo
Ös e eichs und To alimpo Unga ns17
Wa eng uppe
Basis
jäh
An eil
on 3:
Expo e
Ös e eichs nach Unga n
Wa eng uppe
Basis
jäh
an
1:
Exp
ös en
(Zollai
und Ui
Men-
ge
To al
•o
-eichs
island
iga n)
We
an
4:
Imp
Ung;
(aus
auslan
Ös e i
Men-
ge
To al
>o
a ns
Zoll-
d
und
eich)
We
Baumwolle a) 81 87 91 96
( oh, Ga n, Fab ika e) b) 54 64 81 90
c) 80 88 92 97
d) 65 72 81 90
Wolle a) 49 59 86 94
( oh, Ga n, Fab ika e) b) 52 58 84 89
c) 52 61 88 83
d) 54 61 95 89
Eisen a) 46 50 82 88
(Roh-, Halb-
und
Fe ig-b) 71 73 79 85
p oduk e) c) 64 62 83 89
d) 65 69 79 84
Maschinen, Appa a e, de en a) 74 86 80 79
Bes and eile, incl. Elek o-b) 73 67 64 63
maschinen c) 76 83 78 77
d) 74 68 64 62
Holz, Kohle, Koks, To a) 9 9 62 64
Holz, Kohle, Koks, To b) 16 17 41 47
c) 10 10 61 62
d) 15 16 46 42
Maschinen
ü
Eisen-
und
Holzbea bei ung a)
b)
c)
d)
88
15
82
20
89
23
85
27
65
36
71
43
66
42
71
48
Tex ilmaschinen a)
b)
c)
d)
53
44
54
66
46
49
51
65
46
35
46
40
42
35
42
40
Basis jäh e:
a) 1900; b) 1913; c)
Du chschni 1896/1900;
d)
Du chschni 1910/13.
11*
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162 Akos Paulinyi
Zusammen assung
Die s aa liche Indus ie ö de ung in Unga n mi allen An eizmi eln de
mi elba en und unmi elba en Hil e wa un e den gegebenen Ums änden
eine Wi scha sunion mi Ös e eich die einzige Möglichkei , mi els eine
beschleunig en Indus ialisie ung den Ausgleich wi scha liche Leis ungen
zwischen den zwei Reichshäl en anzus eben. In Ös e eich schei e en as
alle einschlägige Ini ia i en de Zen algewal und de Lände an dem Wide -
s and de Wi scha s e bände (Indus ie ö de ung übe S eue nachlässe und
Sub en ionen) und de S aa s e wal ung (Re o m de AG-Bes eue ung).
Zwa ha die unga ische Indus ie ö de ung auch so zu In ensi ie ung de
ökonomischen Beziehungen zwischen Ös e eich und Unga n beige agen, die
Di e genz in den wi scha spoli ischen Zielse zungen und Mi eln wa jedoch
auch ein Bei ag zu Ve schä ung de poli ischen Spannungen in de Habs-
bu ge Mona chie.
Summa y
Unde he condi ions o he exis ing cus om-union s a e suppo o
indus y in Hunga y, based on all possible incen i es o di ec and indi ec
aid can be conside ed he only possibili y o achie ing a ce ain amoun o
compensa ion in he di e ging le els o economic ac i i y be ween he wo
hal s o he Habsbu g Mona chy. In Aus ia almos all a emp s o he cen al
go e nmen and p o incial adminis a ion o suppo indus y ailed, he
economic lobby and he iscal adminis a ion opposing hem. In spi e o all
ha s a e suppo o indus ializa ion in Hunga y be ween 1880 and 1914
did in ensi y he economic ies be ween Aus ia and Hunga y, bu a he
same ime he g owing gap in he o ien a ion o economic policy and he
means o i s ealiza ion in ensi ied poli ical ension in he Mona chy.
Ged uck e Quellen
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Land agsbla übe die Si zungen des mäh ischen Land ages in de Zei
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Indus iepoli ik in Unga n und Ös e eich 163
O szággyülés Nyom a ányai (D ucksachen des unga ischen Pa lamen s)
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164 Akos Paulinyi
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