scieee Science in your language
[ge] (orig)

Das heimische Geld- und Kreditangebot einer Euro-Währung

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Read accessible full text

Das heimische Geld- und Kreditangebot einer Euro-Währung

Author: Fuhrmann, Wilfried
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1979
DOI: 10.3790/ccm.12.1.56
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/292835/1/ccm.12.1.056.pdf
Fuh mann, Wil ied
A icle
Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-
Wäh ung
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Fuh mann, Wil ied (1979) : Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-
Wäh ung, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 12, Iss. 1, pp. 56-72,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292835
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Das heimische Geld- und
K edi angebo eine Eu o-Wäh ung
Von Wil ied Fuh mann, Kiel*
I. Ein üh ung
Die mi den Namen B unne und Mei ze es e bundene sogenann e
mode ne Geldangebo s heo ie is inzwischen nich meh neu. Ih e
Übe agung au o ene Volkswi scha en is be ei s ebenso ollzogen
wie ih e Modi ika ion in Abhängigkei on den jeweiligen ins i u ionel-
len Rahmenbedingungen. Ein Ans oß zu Wei e en wicklung e olg —
wie so häu ig — u. a. au g und on Beobach ungen, die in einem e was
ande en Zusammenhang gemach we den. So beobach e La e z. B.
bei de E klä ung des Phänomens eine wel wei en In la ion im Rah-
men eine die Jah e 1958 -1974 um assenden Analyse die Bedeu ung
de Wachs ums a e de Eu o-Mä k e1.
Zu dem Komplex de Eu o-Mä k e exis ie inzwischen eine seh
um ang eiche Li e a u , die sich abe im wesen lichen au eine ganz
bes imm e P oblems ellung bezieh . So sind schon o die Hypo-
hesen eine K edi e mi lung und (ode auch e sus) eine K edi -
schöp ung bei de E klä ung des Wachs ums dieses Ma k es gegenein-
ande abgewogen wo den. Zwa läß sich die mode ne (um assende)
Geldangebo s heo ie auch au den Eu o-Geld- und K edi ma k analog
einem na ionalen Sys em anwenden; abe zumeis aszinie en Volu-
mina, Lokalisa ion und „Eigens ändigkei " im Rahmen de in e na io-
* Fü k i ische Hinweise danke ich P o . D . W. Eh liche , P o . D . J. Roh-
Wedde und D . habil. D . W. Schä e .
1 So kons a ie e „ he insigni icance o he U. S. money supply g ow h o
he g ow h a e o he wo ld's o al. In he pas i e yea s he U. S. money
supply g ow h has ne e accoun ed o as much as 25 pe cen o he o al
money supply g ow h. In each and e e y yea o he pas i e yea s, money
supply g ow h a es o coun ies o he han he Uni ed S a es we e well o e
wice as impo an as U. S. money supply g ow h. Sa e one yea , Eu o-
dolla s we e mo e impo an han U. S. money supply changes." Vgl. A. B.
La e (9, S. 62).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-Wäh ung 57
nalen Geld- und Kapi almä k e2. Die Übe be onung de einen Exi-
s enz bzw. die E klä ungs e suche ü die „isolie en" Eu o-Mä k e sind
bei einem on de BIZ3 ü Ende Dezembe 1975 geschä z en Volumen
des Eu o-Geldma k es on 205 M d. US-Dolla zwa e s ändlich, sie
e s ellen abe z. T. den Blick au die In e dependenz de na ionalen
Mä k e. E s in neue en Au sä zen wi d de Eu o-Ma k im Hinblick
au seine möglichen eed-backs au das heimische Geldangebo analy-
sie 4. Diese modi izie e Zielse zung üh zu eine e eine en Be-
sch eibung des Eu o-Ma k es, so daß e nich meh im Rahmen eines
eins u igen Bankensys ems analog einem na ionalen eins u igen Misch-
geld-Sys em be ach e we den kann. Vielmeh is on einem um as-
senden zwei-s u igen Mischgeldsys em bzw. einem sog. h ee-s age-
banking sys em auszugehen, welches aus de Zen albank, den inlän-
dischen Banken und den Eu o-Banken bes eh .
De bishe be ücksich ig e Un e schied bei den Banken lieg in de
Rese ehal ung. Sie e olg on Sei en de inländischen Banken in
Fo m on ( eiwilligen und) gese zlich es geleg en Rese en bei de
heimischen Zen albank und on sei en de Eu o-Banken als eiwil-
lige Rese e bei den heimischen Geschä sbanken. Eine Be ücksich i-
gung de gese zlich ixie en Rese ehal ung de Eu o-Banken bei den
jeweiligen Zen albanken (abhängig on den Bankengese zen5 im Do-
mizil-Land de jeweiligen Eu o-Bank) ehl ebenso wie die Be ück-
sich igung de Zinsabhängigkei de eiwilligen Rese ehal ung bei
den inländischen Banken. En sp echend ehl die Da s ellung de Zins-
abhängigkei des Mul iplika o s genauso wie die Ausdehnung de Ana-
lyse au das gesam e K edi angebo . Die „um assende" Analyse eines
de a igen zweis u igen Mischgeldsys ems ü eine Eu o-Wäh ung (eine
2 Als U sachen sind im wesen lichen die na ionalen Kapi al e keh skon-
ollen/-behinde ungen, die „Kos en"-Un e schiede (S eue n, Mindes ese e-
bes immungen e c.) und die Reduk ion des Wechselku s isikos anzusehen. Die
Bedeu ung des le z en Gesich spunk es zeig sich u. a. da in, daß Eu o-An-
leihen emi ie wu den in Eu opäischen Rechnungseinhei en, in Einhei en
aus neun EG-Wäh ungen (EURO) bzw. zwöl a abischen Wäh ungen (EURCO)
und au de Basis de Sonde ziehungs ech e. Daneben sind die Ve ah ens-
s anda disie ungen und ins i u ionellen Neug ündungen (EUROCLEAR; CE-
DEL; AIBO) zu nennen. Vgl. C. J. Emanuel (5).
3 Vgl. Geschä sbe ich ü das Jah 1975 de Bank ü In e na ionalen
Zahlungsausgleich, S. 86.
4 Vgl. u.a. J. Niehans, J. Hewson (10); M. Willms (13).
5 Zu de a igen Gese zen gehö en nich nu Bes immungen zu Mindes -
ese e, sonde n auch Gese ze und Emp ehlungen zu Bilanzs uk u , wie
z. B. in Deu schland das K edi wesengese z und in den USA die sog. „Exam-
ine 's C i e ia o he Boa d o Go e no s o he Fede al Rese e Sys em".
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
58 Wil ied Fuh mann
dem Eu o-Ma k o ene Volkswi scha ) und die „Fo cie ung" eine
Übe windung isolie e „mys e y"-Un e suchungen is das Anliegen
dieses Au sa zes.
II. Ein zweis u iges Mischgeldsys em
eine geschlossenen Volkswi scha
Be ach en wi je z zunächs eine geschlossene Volkswi scha , de-
en Bankensys em ins i u ionell du ch die heimische Zen albank, eine
ese ep lich ige Bank (B1) sowie eine nich - ese ep lich ige Bank
(B 2) cha ak e isie is .
Die Bank B 1 häl ü die Sich einlagen de Nich banken (Di), de
Bank B 2 (Di) und die Te mineinlagen de Nich banken (Ti) bei un e -
schiedlichen Mindes ese esä zen ( di, m, dl) eiwillige und gese z-
liche Rese en ausschließlich in Fo m on Zen albankgeld (Rdi, R i)•
Dabei bes eh D^ aus den eiwilligen Rese en de Bank B 2 bei un-
e schiedlichen Rese esä zen ü ih e Sich einlagen de Nich banken
D2 und Te mineinlagen de Nich banken T2 ( ^i, m), die sie in Fo m
on Sich einlagen bei de Bank B 1
(Rd2h
Rm) häl . Somi olg :
(la) D = Rd21 + Rm = d21 D2 + m T»
(lb) Rdl = di D +
'dl DJ
(lc) R l = i Tx
(ld) R1 = Rdl + R l = x (Di + Di + = dl D +
'dl D[
+ l T
Die Bank B 2 häl da übe hinaus ü Dg und T2 ( eiwillige) Rese -
en in Fo m on Zen albankgeld, so daß ü die Gesam hei ih e Re-
se en (R2) olg :
(le) R2 = ( d21 + d22) D2 + ( m + m) T2
(l ) R2 = 2 (Do + T2)
Die eiwilligen und gese zlichen Rese esä ze sind dabei un e schied-
lich. Die Un e scheidung de Ve bindlichkei en de Banken s ell somi
eine Un e scheidung nach A de ese ep lich igen Deposi en da . Da
die Bank B 2 hie im wesen lichen du ch das Fehlen eine Mindes ese -
ep lich cha ak e isie is und wi — wie in solchen Analysen üblich
— das agg egie e K edi olumen un e Ve nachlässigung eine expli-
zi en Be ücksich igung de F is igkei ss uk u be ach en, e schein
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-Wäh ung 59
eine wei e e Di e enzie ung de Ve bindlichkkei en z. B. in Einlagen
und Schuld e sch eibungen nich no wendig.
Fü die wei e e Geldmengende ini ion, wobei wi zu Ve ein achung
s a
M
2 nu M sch eiben, und ü die Geldbasis
B
gil (C = Zen al-
bankgeld in Händen de Nich banken):
(2)
M
= C -b +
D2
+
T + T2
(3)
B = C +
R^i
+ R i +
Re *»
+
2
Un e Ve wendung de Quo ien en-Symbole
T2 D2
Di c
olg :
l + i+d + gd + c
(4) M = —— — ' B
1 '
c
+ x
(1
+
d{
+
±)
+ ^
d
+
m
g d
In e essan e Va ian en dieses allgemeinen Mul iplika o s ü ein hei-
misches zweis u iges Mischgeldsys em sind:6
1 + 1 + d + 2d + c
(4a) 2 = 0 ma = %
c + di + l
1 + i + d + c
(4b) ^22,10 = 0 mb =
(4c) 2 = 0
(4d) D2, T2 = 0 md =
c + dl + i + dl d21
d
1 + j + d
+ c
c + dl + l x + 'dl ^ d +
d%>d
l + +
c
c + dl + l
Dabei s ell md den bekann en Geldangebo smul iplika o m2 ohne
Einlagen des S aa es und Re inanzie ungsk edi e de Banken bei de
Zen albank in einem eins u igen Mischgeldsys em bzw. wo-s age-
sys em da . Die Ve ände ung des Mul iplika o s au g und de Exi-
s enz eine nich - ese ep lich igen Bank zeig sich besonde s du ch
den Ve gleich on ma und md. Da md ein unech e B uch is und beide
6 Die Indices bei den Geldangebo s-Mul iplika o en kennzeichnen bei de
olgenden Analyse bes imm e Annahmen übe den Eu o-Ma k und en sp e-
chen den auch bei den K edi angebo s-Mul iplika o en e wende en.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00

60 Wil ied Fuh mann
Mul iplika o en sich nu im Zähle [(1 + ¿) d > 0] un e scheiden, gil :
ia > nd bzw. allgemein ma >
m&
> mc > m¿.7 Die E höhung des Mul-
iplika o we es du ch In e bankbeziehungen esul ie le z lich na ü -
lich aus de un e schiedlichen Mindes ese ehal ung. En sp echend e -
lie die Zen albank zunehmend die Kon olle übe das Geldangebo ,
wenn die ela i e Bedeu ung de Bank B 2 s eig . Die ela i e Bedeu-
ung de Bank B 2 häng dabei besonde s übe die (Rela ions-)Koe i-
zien en on den Ve hal ensweisen de Nich -Banken ab. Bei de im
Rahmen eine ( au ologischen) Du chschni s-Mul iplika o analyse zu
un e s ellenden Kons anz de Quo ien en p lanz sich somi die Geld-
schöp img sei ens eine Bank z. B. du ch B 2 nich nu in ih em Be eich
o . S eig also z. B. D2, so müssen auch ( = ig) ebenso wie Di
(d = d) und dami auch Ti ( i = i) sowie Di und C (di = dj; c = c)
ges iegen sein.
III. Die Analogie zwischen diesem zwei s u igen Sys em
eine geschlossenen Volkswi scha und dem eine Eu o-Wäh ung
Au den e s en Blick schein kaum ein de a iges Bankensys em, in
dem die Bank B 2 übe eine länge e Zei eine wesen liche Bedeu img
ha , zu exis ie en8. Die Rele anz unse e de a klassi izie en bishe i-
gen Analyse is dann ge ing. Cha ak e isie en wi je z abe einmal die
Bank B 2 e neu 9. Die Bank B 2 is — in dem bishe disku ie en Mo-
dell de geschlossenen Volkswi scha — on de gese zlichen Mindes -
ese e be ei und häl ih e eiwilligen Rese en in Fo m on Sich -
deposi en bei de Bank B 1 und/ode Zen albankgeld. Modi izie en wi
je z das Modell de „geschlossenen" Volkswi scha und domizilie en
die Bank B 1 im Inland sowie eine Bank im Ausland, so daß B 2 keine
heimische Bank, sonde n eine ausländische Bank, die mi de selben
7 Bei diesem Ve gleich is zu be ücksich igen, daß du ch die Exis enz on
T2 und D2 sich die G ößen und c e ände n können.
8 So un e liegen z. B. in Deu schland domizilie e K edi ins i u e jeweils
ü ein Jah keine Mindes ese ep lich , die s ändig lang is ige K edi e
gewäh en und de en lang is ig e ügba en Mi el mindes ens 90°/o des
um die We be ich igungen e minde en Geschä s olumens be agen. Vgl.
§ 1 Abs. 2 e de „Anweisungen de Deu schen Bundesbank übe Mindes -
ese e (AMR)", in: Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank (4). Au -
g und ih es ela i ge ingen Bei ages zu Geldschöp ung is ih e Ve nach-
lässigung in eine Analyse des heimischen Geldangebo es — angesich s de
gewonnenen Übe sich lichkei — e e ba .
9 Da es uns au die G ößen D2 und T2 mi ankomm , is ein Analogieschluß
zwischen B2 und den sog. inancial in e media les hie ohne Bedeu ung.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-Wäh ung 61
Wäh ung wie B 1 handel , is . Übliche weise in e p e ie en wi B 2
dann als Eu o-Bank10 eines speziellen Eu o-Ma k es: z.B. des Eu o-
DM-Ma k es11. Die Exis enz eines Eu o-Ma k es üh somi ü die
en sp echende Wäh ung zu einem segmen ie en Geschä sbankensy-
s em mi einem heimischen Teil und einem Teil, de auße halb de di-
ek en Kon olle de heimischen Zen albank lieg 12. De Ein luß de
(inländischen und ausländischen) Nich banken au das Geldangebo
s eig . Eine Kon olle des di ek inlandswi ksamen und nich nu des
heimischen Geldangebo es du ch die heimische Zen albank is dann
nu noch übe Ins umen e zu Beein lussung de Beziehung on B 2
mi B 1 (z. B. besonde e Mindes ese ebes immungen ü Einlagen on
Gebie s emden) und mi inländischen Nich banken (z. B. Ba depo )
möglich. Dabei lieg dann de Ansa zpunk bei allen inländischen Wi -
scha ssubjek en, die mi B 2 ( a sächlich und/ode po en iell) ökono-
mische T ansak ionen du ch üh en13.
10 Wi be ach en zu Ve ein achung alle Eu o-Banken als eine Bank. Die
leakages in Fo m on inländischem Zen albankgeld an ausländische Nich -
banken e assen wi mi de G öße c, solche in ausländischen Wäh ungsein-
hei en können zu eine Va ia ion de Wäh ungs ese en und/ode des Wech-
selku ses üh en. Die E wei e ung de Kassenhal ung de inländischen Ban-
ken und des Publikums um ausländische Wäh ungseinhei en is ohne wei e es
möglich, üh abe zu einem komplizie e en Modell.
11 En sp echend sind auch de hie abgelei e e Mul iplika o mh (Glei-
chung (4b)) und de on Willms en wickel e o al money mul iplie (seine
Gleichung 9) iden isch. Vgl. M. Willms (13, S. 221).
12 Diese Ve gleich be ücksich ig die übliche Einbeziehung eines bes imm-
en Eu o-Ma k es. Ve nachlässig we den dabei Wechselku se ek e und die
Risikokomponen en bei de Eu o-Bank. Diese Bank ha z. B. mögliche weise
Mindes ese en bei ih e heimischen Zen albank zu hal en — alle dings
(wie z.B. in de BRD) nich in de Eu o-Wäh ung, sonde n in de jeweiligen
Landeswäh ung. En sp echend dem zu bes imm en S ich agen e echne en
Mindes ese esoll ag die Bank eigene, d. h. aus unse e Sich emde
Wäh ung nach bzw. bie e die Eu o-Wäh ung au dem De isenma k an.
Dami beein luß sie (abhängig on den Rese ebes immungen und de Ge-
schä spoli ik) den Wechselku s und e s ä k mögliche weise seine Schwan-
kungen. Ein s eigendes Eu o-Deposi en-Volumen (selbs bei kons an e Basis)
üh dadu ch endenziell zu Abwe ung diese Wäh ung. Läß sich bei eine
Rese ehal ung ü Te mindeposi en und allgemein he schende Te min-
s enge das Wechselku s isiko diese Rese ehal ung au ein e nachlässig-
ba es Ausmaß übe den Te minma k eduzie en, so e schein dieses bezüg-
lich de Rese en ü Sich deposi en kaum möglich zu sein. In diese Rese e-
hal ung mag somi ein G und ü ku z is ig e a isch schwankende Wechsel-
ku se liegen. Wechselku sände ungse wa ungen (Risikog öße au g und de
Mindes ese en) beein lussen ih e sei s die P o i abili ä on Eu o-K edi en
bzw. die Angebo s-Zinssä ze.
13 Die Be ücksich igung on Eu o-K edi en an ausländische Nich banken
und de en Auswi kungen au das Inland (e höh e in e na ionale Liquidi ä )
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
62 Wil ied Fuh mann
IV. De heimische Du chschni smul iplika o eine Eu o-Wäh ung
Beim Fehlen eine ühlba en Subs i u ionslücke zwischen dem Eu o-
Ma k und dem heimischen Ma k is somi en wede die Be ach ung
des gesam en K edi angebo es14 ode die des heimischen (nich zu e -
wechseln mi inlandswi ksamen) K edi angebo es un e Be ücksich i-
gung des Eu o-Ma k es als po en ielle „Re inanzie ungsquelle" möglich.
De zwei e Weg schein besonde s deswegen angeb ach zu sein, da die
Zen albankpoli ik sich au die Beein lussimg de Ve hal ensweisen de
na ional-domizilie en Banken konzen ie .
Be ach en wi im olgenden somi besonde s das heimische K edi an-
gebo . Dabei e nachlässigen wi zu Ve ein achung wiede um den S aa ,
so daß keine s aa lichen We papie e und Einlagen exis ie en. Die Bi-
lanzen de inländischen Zen albank (ZB)15, de heimischen Bank B l16,
de Eu o-Bank B 217, des Publikums P18 und des konsolidie en Ban-
kensys ems (ZB + B 1 + B 2) lau en dann:
im Rahmen de inländischen Geldpoli ik e o de dann z. B. O enma k -
Geschä e de heimischen Zen albank au dem Eu o-Ma k de en sp echen-
den Wäh ung.
14 Willms e mi el olglich das au dem Eu o-Ma k di ek gescha ene
Deposi en olumen sowie die induzie e Ve ände ung des gesam en Deposi en-
olumens bei eine Va ia ion de Ve ügba kei on Zen albankgeld zwi-
schen B1 und B2. E de inie dabei — en sp echend seine Zielse zung —
,c ea ed' Eu o-deposi s as „ he di e ence be ween he o al amoun o Eu o-
deposi s and he domes ic deposi s which could ha e been c ea ed on he
olume o ese es indi ec ly abso bed by Eu o-banks." Vgl. M. Willms
(13, S. 216).
15 Die Gleichung (5a) läß sich sinn oll de a a iie en, daß R^ und
R 22 jeweils gleich Null gese z we den und un e s ell wi d, daß die BankB2
die Mindes ese en bei de jeweiligen ausländischen Zen albank in auslän-
dische Wäh ung häl . En sp echend sind dann in eine Analyse de Kon ol-
lie ba kei de Geldmenge die Wäh ungs ese en als Ne og öße zu be ach-
en ode in die ,Uses o he Base' die Posi ion „Rese es and Cu ency held
by o eign cen al banks" au zunehmen. Die Un e suchung hä e dann au
eine „ne mone a y base" un e Einschluß ku z is ig a iie ba e Auslands-
posi ionen de Geschä sbanken und Nich banken zu be uhen. Zu de a igen
Analysen gl. J. Siebke (11) und M. Willms (12).
16 wi e nachlässigen nach wie o die Sich - und Te mineinlagen on
B1 bei B2, d. h. die „Re inanzie ung" on B2 bei Bl.
17 wi e nachlässigen in de Bilanz die Einlagen und K edi e in aus-
ländische Wäh ung. Dadu ch wi d eine di ek e Subs i u ionsbeziehung
zwischen den K edi mä k en zweie Wäh ungen — de en E klä ung mi els
eines Po olio-Selek ions-Ansa zes ü B2 und en sp echend auch
ü
Bl leich
möglich is — mi ih en Auswi kungen au die Wechselku sen wicklung, den
in e na ionalen Kapi al e keh e c. ebenso un e d ück . Au g und des Wech-
selku s isikos hal en die Eu o-Banken ih e eiwilligen Rese en dann in
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-Wäh ung 63
(5a) W + OS = Rdi -
R 2
+
Rd22
+
R 22
+ C
Rdl + R l +L1=D1 + D'1 + T1+K1
(5b)
(5c)
(5d)
^¿21 +
Rd22
+
R 21
+
R 22
+ L2 = D2 + T2 + K2
C + D1+D2 + T1 + T2 = Li + L2 + Kp
(5e) W + OS+ L1+L2 = D1 + D2 + T1 + T2 + C + K1 + K2
Dabei bedeu en die neuen Symbole:
W Gold- und Wäh ungs ese en de heimischen Zen albank
OS ande e Ak i a bzw. Quellen de Basis
Lx K edi e de Bank x an die Nich banken:
x = 1 ü B1
x = 2 ü B2
Kx Ne okapi al bzw. - e mögen de :
x = 1 Bank B1
x = 2 Bank B2
x = P Publikum.
Die on de Eu o-Bank B 2 gehal enen Rese en Rd22 und Rm bein-
hal en je z auch die gese zlichen Mindes ese en, die B 2 bei de (aus-
ländischen) Zen albank ih es Domizillandes mögliche weise hal en
muß. Die gese zlichen Mindes ese esä ze im In- und Ausland, d. h.
ü die Banken B 1 und B 2 sind un e schiedlich.
Gil de bekann e Zusammenhang:
(6a) E = (m -
1)
B
ü das modi izie e gesam e (Ne o-)K edi angebo 19 E (E = Li — Ki -
L2 — Kg), so olg ü das heimische K edi angebo Ei (Ei = Li — Ki)
un e Beach ung des Angebo es au dem Eu o-Ma k E2 (E2 = L2 — K2)
mi Hil e des Quo ien en e = E2!E
Fo m #¿21 und Wi e en diese Einsch änkung hie , um den E klä-
ungsansa z übe sich lich zu hal en, we den abe e suchen, sie in einem
zukün igen um assenden Modell au zuheben.
18 wi e nachlässigen hie sowohl die Zwei eilung des Publikums in die
G uppen inländische und ausländische Wi scha ssubjek e als auch die Ein-
lagen und K edi e in ausländische Wäh ung. Die Annahmen bezüglich de
S uk u und un e schiedlichen Ve hal ensweisen de in- und ausländischen
Nich banken au dem Eu o-Ma k bes immen die E gebnisse heo e ische
Übe legungen zu F age de K edi schöp ung e sus -Ve mi lung au dem
Eu o-Ma k .
10 Vgl. A. E. Bu g e (3).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
70 Wil ied Fuh mann
Li e a u
(1) Bank ü In e na ionalen Zahlungsausgleich, Geschä sbe ich e, e sch.
Jgg. — (2) B unne , K. und Mei ze , A. H.: Some Fu he In es iga ions o
Demand and Supply Func ions o Money, in: The Jou nal o Finance, Vol. 19,
1964, S. 240-283. — (3) Bu ge , A. E.: The Money Supply P ocess, Belmon
(Cal.) 1971. — (4) Deu sche Bundesbank, Geschä sbe ich e, e sch. Jgg. —
(5) Emanuel, C. J.: De expandie ende Eu o-Kapi alma k , in: Finanzie ung
und En wicklung, 13 Jg., 1976, N . 3, S. 33 - 41. — (6) F iedman, M.: The Eu o-
dolla Ma ke : Some Fi s P inciples, in: Re iew o he Fede al Rese e
Bank o S . Louis, Vol.53, N . 7, 1971, S. 16 - 24. — (7) Fuh mann, W.: Die
Ak i as uk u deu sche Banken, in: F. Voig (H sg.), Un e suchungen übe
das Spa -, Gi o- und K edi wesen, Bd. 95, Be lin 1978. — (8) Hewson, J.
und Sakakiba a, E.: The Eu o-Dolla Deposi Mul iplie : A Po olio Ap-
p oach, in: In e na ional Mone a y S a Pape s, Vol. 21, N . 2, 1974, S. 307 -
328. — (9) La e , A.B.: Global Money G ow h and In la ion, in: economic
Impac , A qua e ly e iew o wo ld economics, 1976/2 (N . 14), S. 60 - 62. —
(10) Niehans, J. und Hewson, J.: The Eu odolla Ma ke and Mone a y Theo y,
in: The Jou nal o Money, C edi and Banking, Vol. 8, N . 1, 1976, S.
1
- 27. —
(11) Siebke, J.: An Analysis o he Ge man Mone a y Supply P ocess: The
Mul iplie App oach, in: K. B unne (Ed.), P oceedings o he Fi s Kons an-
ze Semina on Mone a y Theo y and Mone a y Policy, in: Beihe e zu K edi
und Kapi al, He 1, 1972, S. 243 - 272. — (12) Willms, M.: Con olling Money
in an Open Economy: The Ge man Case, in: Re iew o he Fede al Rese e
Bank o S . Louis, Vol.53, N . 4, 1971, S. 10 - 27. — (13) Willms, M.: Money-
C ea ion in he Eu o-Cu ency Ma ke , in: Wel wi scha liches A chi , Bd.
112, He 2, 1976, S.
201
-230.
Zusammen assung
Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-Wäh ung
In diese A bei wu de e such zu zeigen, daß das K edi angebo eines
Landes, dessen Wäh ung au dem Eu o-Ma k gehandel wi d, mi Hil e
eines zweis u igen Mischgeldsys ems zu analysle en is . Die heimische Zen-
albank ha wie bei de Exis enz on heimischen Banken, die on de
Mindes ese ep lich be ei sind, nu au einen Teil des gesam en K edi -
angebo es in diese Wäh ung bzw. des anbie enden Bankensys ems Ein luß.
De ande e Teil dieses K edi ma k es un e lieg de Kon olle emde
Zen albanken.
Die Exis enz des Eu o-Ma k es e höh den inländischen K edi schöp ungs-
mul iplika o bzw. die di ek e Zinselas izi ä des inländischen K edi ange-
bo es und dami den Ein luß de Nich banken und p i a en Banken au das
Geld- und K edi olumen. Eine dami en sp echend e bundene Schwächung
de di ek en Wi ksamkei geld- und k edi poli ische Ins umen e wie z.B.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00

Das heimische Geld- und K edi angebo eine Eu o-Wäh ung 71
de Mindes ese e-Ni eaupoli ik is nu eilweise du ch diese besonde e
Angebo ss uk u beach ende Maßnahmen wie z. B. die Va ia ion de Min-
des ese esa zs uk u ü Einlagen on Gebie sansässigen und Gebie s em-
den zu besei igen. Konjunk u poli ische Maßnahmen sind somi du ch wei e e
Ins umen e (wie z. B. Ba depo , ins i u ionalisie e Beein lussung de an-
de en Zen albanken bezüglich de Mindes ese esä ze ü sog. F emdwäh-
ungskon en, O enma k -Poli ik au dem Eu o-Ma k e c.) zu lankie en.
Summa y
The Domes ic Money and C edi Supply o a Eu o-Cu ency
This a icle shows ha he money- and c edi supply o a coun y, he
cu ency o which is aded on he Eu o-ma ke (Eu o-cu ency) may be
analysed by means o a wo- ie mul iple-expansion sys em (" h ee-s age-
sys em"). As in he case o domes ic banks which a e elie ed o he (legal)
minimum ese e equi emen s, he domes ic cen al bank di ec ly in luen-
ces only a pa o he o al c edi supply in his cu ency o o he ende ing
banking sys em. The o he pa o he supply-side o his c edi ma ke is
subjec o he con ol o o eign cen al banks.
The exis ence o he Eu o-ma ke s eng hens he ole o he beha io al
mul iplie - a ios o he (domes ic) c ea ion o c edi s, specially he di ec
in e es elas ici y o he domes ic c edi supply and, consequen ly, he in-
luence o non-banks and p i a e banks on he olume o money and c edi
espec i ely. A co espondingly connec ed weakening in he di ec e ec i i y
o mone a y ins umen s (e. g. he le el o minimum ese e equi emen s)
can only pa ly be elimina ed by means o speci ic ac ions ega ding supply
s uc u e (e. g. a ia ion wi hin he s uc u e o he minimum ese e e-
qui emen s o deposi s by esiden s and non- esiden s). Economic s abili-
za ion measu es should he e o e be accompanied by he applica ion o
addi ional ins umen s (e. g. special ese e- equi emen s o c edi s p o ided
by o eigne s o non-banks i. e. cash deposi s (Ba depo ), ins i u ionalised
di ec in luences o o eign cen al banks wi h ega d o minimum ese e
equi emen s o so-called o eign cu ency accoun s, open ma ke ope a ions
on he Eu o-ma ke e c.).
Résumé
L'o e in é ieu e de monnaie e de c édi d'une eu o-monnaie
L'au eu en e ici de mon e que l'o e de c édi d'un pays, don la
monnaie se négocie su l'eu o-ma ché, doi s'analyse à l'aide d'un sys ème
moné ai e mix e à deux deg és. Comme lo squ'elle a a ai e à des banques
in é ieu es dégagées des obliga ions de ése es minimales, la banque
cen ale du pays conce né n'exe ce d'in luence que su une ac ion de
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00
72 Wil ied Fuh mann
l'o e globale de c édi dans la monnaie de ce pays ou du sys ème bancai e
o an . L'au e pa ie de ce ma ché du c édi es assuje ie au con ôle
de banques cen ales é angè es.
L'exis ence de l'eu o-ma ché acc oî le mul iplica eu in e ne de c éa ion
de c édi ou l'élas ici é di ec e des aux d'in é ê de l'o e in e ne de c édi
e , pa an , l'in luence des non-banquie s e des banques p i ées su le
olume moné ai e e du c édi . L'a aiblissemen en ésul an au dé imen
de l'e icaci é di ec e des ins umen s de poli ique moné ai e e du c édi
els que les poli iques de ni eau des ése es minimales ne pou a que pa -
iellemen ê e compensé pa les mesu es exigées pa ce e s uc u e pa i-
culiè e de l'o e, mesu es du gen e de la a ia ion de la s uc u e des aux
de ése es minimales pou les dépô s des ésiden s e des non- ésiden s.
Les ac ions de poli ique conjonc u elle doi en donc s'accompagne de l'in-
e en ion d'au es ins umen s (p. ex.: dépô s en espèces, emp ise ins i u-
ionnalisée su les au es banques cen ales ela i emen aux aux de
ése es minimales pou les comp es en de ises, poli ique d'open ma ke su
l'eu o-ma ché, e c. ...).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.12.1.56 | Gene a ed on 2023-01-16 12:44:00