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Der Mensch als Gesellschaftswesen und der Betrieb (II). Eine soziologische Studie

Abstract

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Der Mensch als Gesellschaftswesen und der Betrieb (II). Eine soziologische Studie

Author: Ziegenfaß, Werner
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1952
DOI: 10.3790/schm.72.5.73
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290760/1/schm.072.5.073.pdf
Ziegen aß, We ne
A icle
De Mensch als Gesellscha swesen und de Be ieb (II).
Eine soziologische S udie
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ziegen aß, We ne (1952) : De Mensch als Gesellscha swesen und de
Be ieb (II). Eine soziologische S udie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und
Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 72, Iss. 5, pp. 73-103,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.5.73
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290760
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585] 73
De Mensch als Gesellscha swesen
und de Be ieb (II)
Eine soziologische S udie
Von
We ne Ziegen uß - Nü nbe g
3. De Be ieb als soziale Ges al
In seine konk e en Bes imm hei du ch die gesellscha lichen O d-
nungs o men wi d de Be ieb im Zusammenleben und Zusammen-
wi ken de Menschen zu sozialen Ges al . Als solche e häl e sich im
Wandel de iel äl igen indi iduellen Besonde hei en des zwischen-
menschlichen Daseins und wi d zu einem wesen lichen Teil de Lebens-
inhal e alle ihm zugehö enden Pe sonen, om Po ie bis zum Gene-
aldi ek o und Meis e . Die A und Weise, wie alle „Be iebsangehö-
igen" als Pe sönlichkei en o einande in E scheinung e en und mi -
einande e keh en, en scheide da übe , ob ge n im Be ieb gea bei e
wi d, ob es ein „gu es Zusammena bei en" gib und auch, ob es dem
Außens ehenden als begeh enswe e scheinen kann, in die Zusammen-
a bei dieses Be iebes au genommen zu we den ode nich . Mi elba
gehen on hie auch Wi kungen au den „Kunden" ode das „Publikum"
aus, das sich on dem „gu en Geis " des Be iebes angesp ochen und zu
posi i en En scheidungen ange eg ühlen kann, ielleich ge ade dann,
wenn sons kein en scheidende G und des Vo zugs im Ve gleich mi
de „Konku enz" o lieg .
Die gleichsam dich es e, unmi elba in de A und Weise de
zwischenmenschlichen Beziehungen zum Ausd uck kommende und den
Menschen als Gesellscha swesen du ch o mende Ges al ung de be-
ieblichen Exis enz können wi als ih e Sozialo dnung bezeich-
nen. Das „Soziale" is die gesellscha liche E scheinungsweise des Mi -
einande de Menschen im Sinne le z e konk e e En scheidungen übe
den G ad de Ve bundenhei , de Dis anz ode de Übe - und Un e -
o dnung in gemeinsamen Lebensbe eichen. Du ch seine konk e e
Sozialo dnung wi d de Be ieb gesellscha lich gleichsinnig mi de
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umgebenden Wi klichkei ode e e schein in ih emd, im äuße s en
Fall e häl e sich gegensä zlich zu ih . Die Sozialo dnung kann en -
wede ganz ode o wiegend assozia i , kommunika i ode di ek i
sein. Eine assozia i e Sozialo dnung läß die einzelnen Angehö-
igen des Be iebes als eigen e an wo liche und selbs ändige
Pe sönlichkei en gel en, bes ä ig sie in ih en Be ugnissen in diese
Quali ika ion und leg , ausd ücklich ode nich , ü das Mi einande in
A bei und Leben lediglich gewisse „Spiel egeln", ielleich nu in einem
ge n lemen's ag eemen es . Eine kommunika i e O dnung e -
lang ein in ensi es „Eingehen au einande ", bei dem jede auch ü den
ande en mi e an wo lich is . Die wechselweise Ve bunden-
hei e o de hie bei eine olle sachlich-pe sönliche An eilnahme am
Tun des ande en und o ien ie sich an einem gemeinsam o schweben-
den Bild des ganzhei lichen Leis ungs o habens. De hie bei e hal en
bleibende Cha ak e de eien Hingabe wi d au gehoben in de
di ek i en O dnung, in de das Momen de Ve bundenhei übe -
he sch wi d on de Ve an wo ung gegenübe dem
jeweils Übe geo dne en. Un e o dnung und Ve p lich ung in
de „Hie a chie" de S ellungen dominie en, wenn diese O dnungs o m
gil und de „Ini ia i «" de einzelnen Pe son bleib möglichs wenig
übe lassen. Es wi d übe wiegend, zumindes in allen Angelegenhei en
on einige Bedeu ung, on jeweils o gese z e S elle he en schieden,
und die konk e e A bei behäl au allen S u en den Cha ak e de
Aus üh ung o gegebene Weisungen und „Di ek i en". Die Ga an ie
ü das Funk ionie en des Mi einande wi kens lieg nich in de als
selbs e s ändlich o ausgese z en Zu e lässigkei de Einzelpe sön-
lichkei en, auch nich in de Ve läßlichkei eines jeden ü den ande en,
sonde n in de Bindung an die gegebene Vo sch i und Anweisung.
Die Pe sönlichkei als selbs ändig wi kendes Wesen is dabei so seh
als denkba ih e selbs en emde und gehal en, ih e Eigenak i i ä
pe manen zu b echen und zum aus üh enden Mi el emdbes imm e
Zwecke und Vo haben zu machen. Daß sie selbs niemals ganz „ausge-
schal e " we den kann, auch dann nich , wenn sie genö ig is , ielleich
gegen eigene Meinung und U eilsk a , die gegebene Weisung mi
ollem Einsa z als eigene Absich zu e wi klichen, mach diese Sozial-
o m ex em spannungs eich.
Wäh end die zu o genann en O dnungs o men des Be iebes in-
olge ih e Bindung an den sachlichen Zweck des Be iebes und die
sich on ihm ablei enden, in le z e Auswi kung „ma e iellen" No -
wendigkei en de A bei ela i s abile Ve häl nisse he ausbilden,
bleiben die d ei G und o men de Sozialo dnung in eine labilen
Spannung zueinande . Keine on ihnen kann den Be ieb als gesell-
scha liches Ganzes ausschließen und ollkommen bes immen. Fü
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keine gib es eine Möglichkei , sich Ga an ien ü daue ha e Siche hei
ih e Gel ung zu scha en. Sie sind in höchs em Maße Lebensausd uck
und Lebens o m, s ändig sich wandelnd mi den pe sönlichen Vo aus-
se zungen und In e essen, die sich in ihnen gesellscha lich ausp ägen
und sich zugleich diese pe sönlichen Lebendigkei als des Mediums
de Ve wi klichung bedienen. Jede einzelne A bei s ollzug kann in
seinem sozialen Cha ak e bald in dem einen, bald in dem ande en
Sinn „menschlich" du chge üh we den. Ebenso kann de Be ieb als
Ganzes die Regelung bes imm e sachliche Anliegen bald im Geis des
un e bindlichen ai en Nebeneinande , bald als E gebnis in sich eng
e bundene Zusammengehö igkei , bald in de Fo m s a e An-
o dnung e eichen. Hie , wenn i gendwo in de be ieblichen Wi klich-
kei , wi k de eie ges al ende Wille in den Pe sonen, die de Be ieb
menschlich sind. In seine Sozialo dnung lieg de bleibende Regula o
des be ieblichen Lebens als eines kon inuie lichen Fo gangs de
gegens ändlichen Ve wi klichung ges al ende Funk ionen de Pe son.
Dadu ch, daß die Sozialo dnung, solange de Be ieb übe haup Leben
is , konk e die Fo m bes imm , in de das Mi einande sich begib ,
bleib die be iebliche A bei in ei bes immba e Weise de Ausd ude
de pe sönlichen Ve bundenhei zum We k, im We k und du ch das
We k.
Soll die Sozialo dnung ü den Be ieb es geleg we den, so muß
eine Sozial e assung gescha en we den. Diese kann niemals
ü die unübe sehba e Fülle de Begegnungen und Handlungen im Zu-
sammenwi ken Vo sch i en machen. Sie kann nu bes immen, daß eine
de d ei G undmöglichkei en o wiegen soll. So kann sie „libe al" sein
in dem Sinne, daß dem eigen e an wo lichen Wi ken de Einzelnen
ein möglichs wei e Spiel aum gelassen we den soll. Dann e en die
enge en Bindungen de kommunika i en A bei s e sch änkungen zu-
ück und A bei sdi ek i en we den au ein Mindes maß besch änk .
Ode abe die Be iebs e assung is „koope a i 44. Dann is das o -
he schende P inzip in möglichs in ensi e „Sozialisie ung" de
A bei sgesinnung da au ge ich e , die Einzelleis ung als G enz all des
gemeinsamen Scha ens e scheinen zu lassen und zugleich de weisungs-
mäßigen F emdbes immung de Zusammena bei einen möglichs ge-
ingen Ein luß zuzuges ehen. Endlich kann eine Ve assung sowei als
möglich alle A bei en als E üllung on „oben" e eil e Ano dnungen,
im ex emen Fall als Aus üh ung on Be ehlen eino dnen. F eie Einzel-
be ä igung und Selbs e an wo ung we den au ein ge ings es Maß
besch änk und de spon anen Zusammena bei wi d möglichs wenig
übe lassen.
Jede diese d ei Sozial e assungen s eh un e einem behe schen-
den Lei gedanken. Die assozia i e, möglichs lose Ve bindung selb-
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s ändig zu en wickelnde und zu e an wo ende Leis ungen im Sinne
de „indi idualis ischen" Lei o m will dem Leben und de U sp üng-
lichkei des Einzelnen in seine A bei , nich zule z na ü lich zum
Nu zen des Gesam be iebes, einen denkba wei en Rahmen bie en.
Die eine eng in sich e bundene Kommunika ion des Scha ens e s e-
bende Ve assung will die inne e Zusammengehö igkei im We k als
bes immenden We gel end machen und siche n. Man mag sie inso e n
als „sozialis isch" bezeichnen. Die di ek o iale Ve assung will in e s e
Linie die schnelle und zu e lässige Di igie ba kei des Be iebes im
ganzen und bis in die le z en Auszweigungen seines A bei ens hinein
ga an ie sehen. Als einsei ig o he schende Fo m gewinn sie den
Cha ak e eine „dik a o ischen" Füh ung. Es lieg au de Hand, daß
in dem G ad, in dem eine diese besonde en Fo men e wi klich wi d,
die en sp echende ande e Fo m sich negie sehen muß. Ebenso is es
kaum nö ig, da an zu e inne n, daß die Sozial e assung des Be iebes
es is , du ch die das be iebliche Leben „sozialpoli isch" in Kommuni-
ka ion mi dem umgebenden gesellscha lichen Dasein gehal en ode
on diesem ge enn we den kann. Die Sozial e assung des Be iebes
is Ausd uck de „poli ischen" Gesinnung des Be iebes und sie s ell
den Be ieb unmi elba in die gesam gesellscha liche O dnung hinein.
Es da abe nich e gessen we den, daß auch hie und hie am alle -
wenigs en eine Au oma ik wi ksam is . Die Sozial e assung is das am
eies en zu scha ende und zu e an wo ende We k des Menschen in
de Ges al ung des be ieblichen Lebens. In ih d ück sich besonde s
g ei ba und wi kungs oll das gesellscha liche Wesen des Menschen
als des Schöp e s und T äge s de be ieblichen Wi klichkei aus. Hie
zeig sich de Mensch auch im Be ieb als „zoon poli ikon", als Gesell-
scha swesen schlech hin.
Das bedeu e nich ein Ve kennen des Menschen als Pe son, sonde n
die abschließende Bes ä igung des ungezwungenen Zusammengehö ens
de pe sonalen Wesenhei des Menschen mi de Ges al ung des be ieb-
lichen Lebens. „Pe son" ode „Pe sönlichkei " is de Mensch nich im
Un e schied ode ga im Gegensa z zu seine Exis enz als Gesellscha s-
wesen, sonde n ge ade nu in diese und indem e sie o m . Das
bedeu e zugleich, daß das be iebliche Leben, weil es
in seinem en scheidenden Ges al ungscha ak e ,
also in seine gesellscha lichen E scheinungs-
weise du ch seine Sozialo dnung gep äg wi d,
wesensmäßig eine pe sonale S uk u ha .
F eilich muß man hie bei den Beg i de Pe son sinngemäß genau
un e scheiden on dem de Indi iduali ä . Die Pe son des Menschen is
seine gep äg e, jedoch wandelba e Weise, in Ko espondenz zu Mi -
wel in diese als Mi lebende und Mi wi kende zu e scheinen. Sie aß
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seine Hal ungen und Ve hal ungsweisen im Bild seines Cha ak e s zu-
sammen und ixie dami zu ela i e Kons anz seine Wesenszüge als
Pa ne im Zusammensein. In dem Indi iduum leb die ganze, o un-
behe schba e Mannig al igkei de Anlagen, de „un e bewuß en"
An iebe, Neigungen und In e essen. Als Pe son ges al e de Einzelne
sich en sp echend den G und ich ungen de gesellscha lichen Bezogen-
hei on Menschen au einande he aus, e is „Einzelgänge ", „Mi -
mensch" ode „He enmensch" und gewinn so einen ela i es en
Cha ak e gegenübe de Mi wel . Als Pe son s eh e im Wechselspiel
gegensei ige gesellscha liche „Ein lüsse" und un e lieg de absich -
lichen ode ungewoll en „E ziehung". So auch im Be ieb. Je nach dem
Vo he schen eine bes imm en Sozial e assung e en die en -
sp echenden Pe sonen ypen he o und ühlen sich „angesp ochen"
und in ih e Hal ung bes ä ig , wäh end die ande en sich zu ück-
ged äng sehen und nu mi jenem ge inge en An eil, de auch in ih e
Sozialgesinnung de o he schenden Sozial o m gemäß is , in E schei-
nung e en und sich ein ügen. Die be iebliche Wi klichkei als gesell-
scha liche Exis enz kann somi nich die Gesam hei alle pe sönlichen
sozialen Hal ungen he ausbilden, sonde n o wiegend nu die, die de
o he schenden Sozial o m en sp echen. Abe in de G enze, die
du ch die somi un e meidliche Auslese ges eck is , is sie als soziale
Reali ä du chaus pe sonha . Die Einzelnen kommen in ih in dem
G ade zu Gel ung, als ih e o wiegend cha ak e is ische Hal ung de
gel enden Sozial e assung kon o m is . Ande e sei s muß jede Be-
iebsangehö ige in i gendeine , wenn auch noch so besch änk en und
no alls e küns el en Weise pe sönlich den Cha ak e de bes ehenden
Sozial e assung zum Ausd uck b ingen ode zumindes zu Schau
agen können, wenn e sich nich isolie en und schließlich „pe sönlich
unmöglich machen" will. Ände sich die Sozial e assung, dann sind
die Menschen o „nich wiede zue kennen". Bishe unbeach e e Pe -
sönlichkei en, die sich ielleich nu du ch mühsame und äuße liche
Anpassung „hal en" konn en, e en als Vo bilde he o , ande e sind
zu Bedeu ungslosigkei e u eil , und die Meh zahl, die e schiedene
Möglichkei en de sozialen „Eins ellung" in sich äg , ohne eine beson-
de e als ü sich e bindlich he auszu o men, wandel sich, daß man
„nich glaub , dieselben Menschen o sich zu haben". F eilich sind es
dieselben Indi iduen, abe es sind eben in de Ta nich dieselben
Pe sonen, wie es in Hinsich seine Sozial e assung nich de selbe
Be ieb is , den sie pe sönlich gemäß seine nunmeh dominie enden
sozialen Lei o m in neue Weise da s ellen.
En scheidend ü die Möglichkei , das be iebliche Leben als ein
pe sonha es anzusehen, sind einige wei e e Wesenszüge, die dami
zugleich die Be iebswi klichkei als Ausd uck des Menschen als Gesell-
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scha swesen da s ellen. Zunächs is die Pe son, im Un e schied zu
leib-seelischen Indi iduali ä , keineswegs eine eindeu ig gep äg e und
abgeschlossen ü sich exis ie ende Einhei . Sie is soga „o ganisch"
im A bei s o gang o en ü die Ko espondenz mi dem dinglichen
We kzeug, dessen sie sich bedien . Dieses e wandel sich ih an, wie
auch ih e A bei sweiße on ihm he mi bes imm wi d. Ebenso abe
is die Pe son ü eine ande e Pe son au geschlossen und sie komm mi
ih sowei in Kommunika ion, daß sie mi jene ge adezu e schmilz ,
sobald die A bei un e dem gleichen Zweckgedanken und mi Hil e des
gleichen ma e iellen We kzeugs beide e binde . Die E kenn nis diese
Selbs au schließung de Pe son im A bei sp ozeß nach de Sei e de
„Ma e ie" des We kzeugs wie nach de Pe son des Mi a bei e s hin
wi d uns e mi el du ch das E gebnis eines Expe imen es, das Vik o
on Weizsäcke be ich e . Die Un e suchung eines so g äl ig ausgewähl-
en Beispiels on „mechanische " Handa bei leh , daß das „physi-
kalische Ene giep inzip", ohne das es eine „ma e ialis ische" Au as-
sung und Bewe ung de A bei nich geben kann, „sich be ei s als
unb auchba e weis " („Zum Beg i e de A bei " in: „Synopsis", Fes -
gabe ü Al ed Webe , S. 716). De den in de Regel „ e bo genen"
ealen Sinn de A bei „e schließende Gedanke is de , daß im Umgang
mi We ks ück und We kzeug das, womi de A bei e umgeh , nu
scheinba on o nhe ein es s eh ; in Wi klichkei wi d diese Gegen-
s and e s du ch den A bei enden e schlossen" (S. 717 .). „Die A bei
is also nich ein Anpassungs o gang an ein Objek , sonde n sie is
eine En s ehung eines Gegens andes im Umgang des Subjek es mi dem
Objek " (S. 718). Die A bei is die schöp e ische Ve mi lung de ge-
s al enden K a de Pe son in eine Ve wi klichung ih es Gegens andes.
Sie is nich kausal bes imm ode on eine o weg wi ksamen Gese z-
mäßigkei he ablei ba , sonde n ha den Cha ak e de dynami-
schen Syn hese. Wenn on Weizsäcke zeig , wie man „be ei s im
physikalischen Beg i de A bei " (S. 725 .) übe diesen hinausgehen
und ein We momen einbeziehen muß, das „ om Vollzug eine mo o i-
schen Handlung nich ablösba is ", dann is die Ve bindung des Pe son-
ha en mi dem „mechanischen" A bei sp ozeß als so eng wie möglich
au gewiesen und de Gegensa z zu einem „ma e ialis ischen" Beg i
de A bei beg ünde . Was au diese Weise ü die „mechanische"
A bei gil , da unbedenklich au jede ande e Fo m de be ieblichen
A bei übe agen we den.
Cha ak e is isch is es ü den eleologischen Cha ak e
soga de „mechanischen" A bei , daß diese nich nu nich on kausalen
Gese zmäßigkei en o wä sge ieben wi d, sonde n daß in ih iel-
meh die „möglichs eine Da s ellung eine medianischen Eigengese z-
lich'kei " als lei ende , wenn auch nich bewuß o ges ell e We be-
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591] De Mensch als Gesellscha swesen und de Be ieb (II) 79
s immend is ü die Rich ung, in die die Ges al ung de A bei ziel .
Die „ eine Da s ellung des mechanischen Gese zes" e schein ge adezu
als „Ideal" (S. 722).
Diese E ah ung kann unbedenklich au jeden ande en be ieb-
lichen A bei s ollzug übe agen we den. Jede be iebliche A bei
is „unbewuß " on dem Ziel bes imm , au die „logisch" ode
„gese zmäßig" ein achs e Weise ih en Zweck zu e wi klichen. Die
Ve wi klichung on „Gese zen", auch de Be iebswi scha ode de
P oduk ions echnik un e scheide sich also p inzipiell on jegliche
„Na u "-Gese zmäßigkei dadu ch, daß sie ein E gebnis pe sönliche
Willensans engung und kein „kausal" beding e Vo gang is . Und nu
in dem Maße, in dem es geling , logische und selbs „ma e ielle" Gese z-
mäßigkei en, Fo meln ü eine möglichs „ e nün ige" Be iebsges al-
ung, als wi ksame Zweck o s ellungen dem Willensleben und Handeln
de Pe sonen einzue ziehen, kann dami ge echne we den, daß die be-
iebliche A bei sich gemäß diesen „Gese zen" ode Regeln ollzieh .
Dabei bleib die ollkommen angemessene Ve wi klichung de o -
schwebenden einen „Sachgese zmäßigkei " inmi en des iel äl ig be-
ding en und du ch unbe echenba e „Zu älle" s ändig ge üb en „ge-
schich lichen" Daseins alle gesellscha lichen Leis ungen ein niemals
absolu e eichba es Ziel. Audi als s enge Sachgese zlichkei bleib also
die e s eb e Ges al de be ieblichen A bei no wendige weise
„ anszenden ". In de Spannung zwischen diesem imme ans-
zenden en Zweck und de indi iduellen, „geschich lichen" Realisie ung
beweg sich die Leis ung de Pe son mi a iable Vollkommenhei .
Diese immanen e, jedoch anszenden ge ich e e Teleologie de
A bei auch in de „mechanischen" A bei s e ich ung — wie iel meh
noch bei meh „geis ige " A bei ! — e schein wi ksam auch in de Zu-
sammena bei . Das „ e bo gene X", als das on Weizsäcke das Ziel
de gese zmäßigen Vollkommenhei bezeichne , „welches die op imale
Wi kung he bei üh " (S. 739), wi k auch in de Zusammena bei on
zwei A bei e n „wie ein einziges", und die zwei A bei e e hal en sich,
„als ob sie eine wä en". Als übe aschend kann es hie bei höchs ens
gel en, daß diese Sach e hal sich auch im „mechanischen A bei en"
expe imen ell nachweisen läß . In jedem ande en A bei sp ozeß, abe
auch im „Spiel", e wa eine Fußballmannscha , is es die selbs e -
s ändliche Vo ausse zung ü das Gelingen eine jeden Leis ung, daß
Ziel und Zweck, die e s eb we den, den Vollzug de einzelnen Hand-
lungen on innen he so bes immen, als ob die Gesam zweckmäßigkei
das einzelne Ve hal en in den „his o isch" wechselnden Si ua ionen
ela i einhei lich o dne e und jedem ausd ücklich seine Au gabe und
seinen jedesmaligen „Einsa z" zuwiese. De in de Da s ellung on
Weizsäcke s besonde s un e such e Zusammenhang des Ve hal ens on
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A z und Pa ien , bei dem die „Koope a ion imme die G und o m de
Be ä igung" is , is ein Beispiel, zu dem beliebige Pa allelen ge unden
we den können. De „Zusammenhang on Kollek i p inzip und Wi -
kungsp inzip" mag hie „besonde s kla " he o e en (S. 740), e gil
aglos übe all, wo Pe sonen sich gemeinsam de Ve wi klichung eines
Zieles widmen. Imme we den „aus zwei Pe sonen" — nich aus zwei
Indi iduen! — „du ch Ve schmelzung eine einzige d i e". Sie we den
es, so müssen wi es hal en, um jedem dogma ischen Kollek i ismus
on o nhe ein en gegenzu e en, nu im A bei s o gang on de Kon-
zep ion des gemeinsam e s eb en Zweckes bis zum Abschluß seine
Ve wi klichung. Und auch dann is die Ve einhei lichung das E gebnis
eines Zusammens ebens, nich abe dessen Vo ausse zung.
Die „U szene im sozialen A bei sleben", als die on Weizsäcke den
analysie en Fall „mechanische " A bei ansieh , soll ü unse en Zu-
sammenhang s a wei e e Beispiele da ü s ehen, daß auch de ex-
eme Fall de scheinba „ma e iell" ollkommen gebundenen und om
S o behe sch en A bei in Wah hei nich au hö , pe sonalen Cha-
ak e zu haben. Jede A bei s ell eine Syn hese de A bei selemen e
Mensch und S o da und bleib , auch wenn ih eine denkba ein ache
Sachgese zlichkei als Rich maß o schweb , du ch dieses anszenden
o ien ie und in ih e S uk u eleologisch. Und wenn inne halb des
A bei s o ganges zwei Pe sonen sinngemäß zusammenwi ken, sind sie
als a bei ende ak isch zu eine einzigen Pe son e bunden.
Die A bei is somi eine Fo m, in de das indi iduelle Wesen des
Menschen sich „übe sich hinaus" du ch die eleologische und anszen-
den o ien ie e Dynamik des Wollens, das es zu seinem He n mach ,
zu Pe son e wei e . Diese Pe son ha gesellscha lichen Cha ak e
dadu ch, daß sie in ih e Zielse zung o en is ü die Wechselwi kung
alle Zwecke und Bes ebungen des Zusammenlebens und daß in jede
A bei eine Hingewiesenhei au Zusammena bei leb . E s diese pe -
sonale Cha ak e des A bei ens und Ges al ens e ö ne auch die Indi-
iduali ä ü eine übe bloß na ü liche An iebe hinaus üh ende
„Menschlichkei " im p ak ischen All ag. Das E gebnis is die „Pe sön-
lichkei ". Pe sonsein is somi nich das E gebnis bes imm e An iebe
und Anlagen, sonde n die Vo ausse zung da ü , daß die na u gebun-
dene und on den e schiedens en An ieben beweg e und bes imm e
Indi iduali ä zu Pe sönlichkei he anges al e we den kann. In diese
Rich ung weis auch eine Un e suchung übe das „Wesen de mensch-
lichen An iebss uk u " ( on Hans Thomae, 1944). Diese se z sich
eben alls in bewuß en Gegensa z zu dem Ve such, on de bloßen Ge-
gebenhei on An ieben he schon den Menschen als Pe sönlichkei
e s ehen zu wollen. De Au o be on zunächs , daß alles Lebendige
„le z lich au eine in ih en le z en Zielen nie zu e assenden Dynamis
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599] De Mensch als Gesellscha Bwesen und de Be ieb (II) 87
Die sons no male be iebliche Gebundenhei und Regelung de A bei
kann nich exis ie en und unk ionie en, ohne daß aus de Be iebs o m
en sp ingende O dnungsno wendigkei en e üll sind. Das Thea e ha
be iebliche S ellungen, die mi ih en Rech en und P lich en nich s un-
mi elba gemeinsam haben mi dem Inhal de jeweiligen Tä igkei .
De Schauspiele is „Anges ell e " ode „Beam e " ode a bei e in
einem „ eien Ve ags e häl nis". E kann als Mi a bei e zu e lässig
ode „unbe echenba " sein, ein gu e „Kollege" ode ein eigenwillige
„S a ". E kann, bei ielleich mäßige Leis ung im Sinne seine Kuns ,
ein o zügliche und geschä z e A bei sgenosse sein — ode um-
gekeh . Das gleiche gil ü alle ande en Inhabe be iebliche Funk-
ionen. In diesem speziell be ieblichen Sinne s ehen einande Thea e -
un e nehme ode Be iebslei e und „Pe sonal", dieses wiede um
nach dem a bei s ech lichen Cha ak e de S ellungen un e gliede , o
mi e schiedenen In e essen gegenübe . Es muß eine Be iebso dnung
und Be iebs e assung geben, die das Zusammenwi ken als solches
siche . Abe auch unabhängig on diesen ixie en Regelungen und
gleichsam o ihnen ges al e sich de Bühnenbe ieb in mannig al igen
Fo men des Mi einande und Gegeneinande seine konk e e O dnungs-
weise, die besonde e Sozial o m. Diese kann o wiegend assozia i
sein und in möglichs locke e Weise jeden ü sich ak i ie en und bei-
spielsweise im Ke nbe ieb de Bühne und de Schauspiele ein „Kaba-
e " bie en, bei dem jede Einzelne neben dem ande en in eine
dennoch gemeinsamen Au üh ung sein Bes es gib . De Gesam -
eind uck en sp ing dann de ungezwungenen Ha monie und dem Zu-
sammens immen in eine ungewoll en gemeinsamen küns le ischen Hal-
ung. Daneben bes eh die Möglichkei de in ensi en Kommunika ion,
in de — ohne S a und ohne Regisseu — die Zusammena bei , oll-
kommen bes imm on de Sache, jeden e s du ch die ande en zu sich
selbs , zu de Vollkommenhei seine Ges al ung hin inden läß . Endlich
bleib als d i e Möglichkei die eine s eng di ek i en Lei ung, bei
de de Regisseu alle behe sch , jeden e s zum Ve s ändnis seine
Rolle und seine pe sönlichen Kuns hin üh und so das Ganze als
solches das We k de« Regisseu s als des Di igen en des Menschen-
o ches e s bleib .
Die gleichen Menschen können im üb igen in dem um assende en
Rahmenbe ieb des Thea e s in eine ande en Sozial o m zusammen-
wi ken als im engs en K eis de A bei in de Au üh ung. Wiede um
ande s kann, auch im gleichen Thea e , ih Zusammenwi ken mi den
üb igen be eilig en Mi a bei e n ges al e sein. Dieselben Schauspiele
eines und desselben Thea e s können in ih e A bei in s a e Regie
p oben, daneben in enge pe sönliche Kommunika ion sich um die ge-
meinsame Sache bemühen und ü einande eins ehen und sich den Be-
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88 We ne Ziegen uß [600
leuch e n und Bühnena bei e n gegenübe in einem ge ings en Maße an
lose , dis anzie e Bekann scha bewegen. Beliebige ande e Kombi-
na ionen de d ei G und o men sind ebenso denkba .
Wie das Thea e s ück die gesellscha lichen und „sozialen" Bezie-
hungen und Bedeu ungen, die allem menschlichen Tun und T eiben im
Mi einande und Gegeneinande seine „Fo m" geben, als wesen lichen
Inhal ha , so demons ie die Au üh ung die cha ak e is ischen
Momen e auch de be ieblichen A bei in beispielha e Weise. Die
A bei des echnischen P oduk ionsbe iebes, die um eine Wel on de
A bei eine Bühnenau üh ung un e schieden zu sein schein , is in
Wah hei nu das en gegengese z e Ende eine langen und di e enzie -
en Skala de Möglichkei en, die ohne B uch on eine be ieblichen
Fo m, bei de das Pe sonha e alles „Ma e ielle" ollkommen be-
he sch und zum Ausd uck des eigenen Wesens e wandel , hin üh
bis zu eine ande en, die as ganz un e de He scha des S o lichen
zu s ehen schein . Du chgängig gemeinsam abe bleib allen konk e en
E scheinungsweisen des Menschen im be ieblichen Zusammenhang, die
zwischen diesen beiden Polen liegen, alles das, was wi als cha ak e-
is isch ü das menschliche Wesen de gesellscha lichen Exis enz des
Be iebes e wähn haben. Die Ve schmelzung des menschlichen Einzel-
wesens mi seinem We kzeug, das dieses e s „au schließ ", und mi
dem Nebenmenschen, mi dem es zusammena bei e , leb in de schwe-
en und g oben A bei de indus iellen P oduk ion o nu e deck
und kaum beme kba wie in einem schwe älligen Panze , de dem
Pe sönlichen kaum eine sich ba e Bewegungs eihei gönn . Sie is da-
gegen du chsich ig deu lich in de küns le ischen A bei , bei de das
S o liche bis zu dem höchs en möglichen Maße seine „Ma e iali ä "
en kleide wi d und den pe sönlichen Lebensgehal nahezu hüllenlos
sich ba we den läß . Die „medianische" A bei im Be ieb is jene
G enz all des Zusammena bei ens, bei dem das Zusammenwi ken de
Pe sonen as nich s bedeu e . Wo es abe ganz e se z we den soll du ch
das echnische Agg ega , ende das Leben und mi ihm de Be ieb als
Lebenswel des gesellscha lichen Menschen. In de „küns le ischen"
A bei des „kul u ellen" Be iebes bedeu e das „Ma e ielle" as nich s,
abe selbs die. übe den All ag hinaus e wandel e Wel de Bühnen-
au üh ung e lang p äzises e Behe schung des S o lichen in allen
Mi eln, die sie b auch , um sich zu e wi klichen und um in zu e lässi-
ge Weise die Wiede holba kei de P oduk ion de „Vo s ellung"
ga an ie en zu können.
„Dynamische Syn hese" is de Thea e be ieb au eine ge adezu
sinn ällige Weise. Alle an ihm sich ba en und g ei ba en Handlungen,
Ve hal ensweisen und Vo gänge weisen nich nu au den alles behe -
schenden Mi elpunk , die Au üh ung hin, sonde n die be eilig en
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601] De Mensch ah Gesellsdia swesen und de Be ieb (II) 89
Menschen sind bis in ih „P i a leben", also bis in ih e ausd ücklich
auße be iebliche Exis enz hinein behe sch und ge o m on de e -
bindenden K a ih e Zugehö igkei zum „Bau". Und sie sind sich
dessen bewuß . Nich allein, daß de Küns le auch auße halb seine
A bei ielleich nich loskomm on de „Rolle", in die e die ganze
K a seine Indi iduali ä hineingib , um als „Pe son" im Geis des
S ückes sich e wandel imme wiede zu p oduzie en. Auch die Ga -
de obie e und die Kassie e in leben, wenn sie „Thea e blu " haben,
aus de e bindlichen Ganzhei des Hauses he aus, zu dessen be ieb-
lichem Leben sie, wenn auch am Rande, ih Teil bei agen. „W i
spielen heu e. . ." heiß es, wenn eine „ om Bau" ge ag wi d. Die
Pe soni ika ion diese syn he ischen Dynamik is de Regisseu , so seh ,
daß im mode nen Thea e die Au üh ung meh nach ihm als nach dem
Au o beu eil wi d. Abe e is in diese Rep äsen a ion doch auch
nu wiede s ell e e end gemein ü den alles schöp e isch e binden-
den pe sonha en G undzug diese be ieblichen Exis enz de Bühne.
Daß de Thea e be ieb „ eleologisch" is , daß e bis in alle Einzel-
hei en seine Wi ksamkei hinein on dem einen und einzigen Zweck
de Au üh ung bes imm is , b auch kaum be on zu we den. Nich s
da „mechanisch" ge an we den, nich s da sich „mechanisie en", es
sei denn jene „ echnischen" Funk ionen, die, einmal ich ig eingeüb ,
zu e lässig gleich ollb ach we den müssen. Abe auch hie is das
„Medianische" inne lich gespann in de Aus ich ung au den imme
neu lebendig zu e wi klichenden Zweck. Und da die behe schende
Mi e, die Schauspiele in ih e lebendigen Da s ellung, nie ganz die
gleichen sein können, weil die Ve wandlung und die En al ung de
seelischen K a im höhe en Leben des Spiels niemals sich genau gleich
wiede holen können, is auch die Bedienung de ma e iellen Appa a u
jedesmal eine neue p oduk i e Leis ung. Die ollkommene Au üh ung,
die ein Dich we k ode eine Ope ganz adäqua e wi klich , kann es
nich geben. Jedes Kuns we k en häl eine unbe echenba e und unaus-
denkba e inne e Fülle, on de imme nu , meh ode minde eich
und deu lich, eine „Au assung" ealisie we den kann. Das le z e Ziel
des Bühnenkuns we ks bleib schon inhal lich anszenden . Es bleib
es abe auch im Sinn seine eigenen küns le ischen Fo m. Im Augen-
blick mag das Wunde ba e, au das jede ech e Kuns leis ung hins eb ,
nahezu wi klich gewo den sein, die ollkommene Ve wandlung des
Küns le s und mi ihm des Zuschaue s, de absolu e Zusammenklang.
Abe ni gendwo wi d die Beg enz hei de menschlichen Exis enz im
Zusammenwi ken so deu lich wie hie , wo auße o den liche Ziele ge-
s eck sind. De Vo hang äll und de Geis de Poesie und de Musik
en schwinde in eine ung ei ba e Fe ne und hin e läß die lee e Bühne,
die wei os lose is als ein lee e Maschinen aum, und die lee en
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90 We ne Ziegen uß [602
Plä ze de Musike und de Zuschaue . Und die e schöp en Indi iduali-
ä en de Mi wi kenden, die ih Le z es he gegeben haben, um das Un-
e eichba e E eignis we den zu lassen.
Das Bühnenkuns we k kann nu dadu ch zum e dich e en Wesens-
bild de Gesellscha , die „Szene" kann nu dadu ch „zum T ibunal"
we den, daß die pe sonale G unds uk u de übe den „p imi i en*
Zus and hinaus ges al e en Fo men des Zusammenlebens des Menschen
gleichsam geis ig abgelös , in ih en „P oblemen" und möglichen Schick-
salen du chdach und bildha ep äsen ie wi d. Was in dem Au bau
de Einzelpe son übe de Indi iduali ä ih e „Dynamis" is , die in
ih en le z en Zielen „nie zu e assen" is , ih e „den einzelnen An iebs-
geschehnissen gegenübe o geo dne e Ins anz", das is in dem Ensemble
de Pe sonen eines Bühnengeschehens das d ama ische Schicksal, de
„Gang de Handlung", abe auch de musikalische Au bau de Ope ,
ode in höchs e Fo m de Ve wesen lichung und zugleich Abs ak hei
de ges al ha e Au bau de Symphonie, de Fuge, schließlich jedes
Kuns we ks, das eine „Au üh ung" beda . Beim einen Musikwe k
bleiben die Pe sonen nu in de Fo m de „S immen" üb ig. Diese be-
wah en da um abe in sich, und nich nu , weil Menschen sie konk e
ges al en, den Pe sonencha ak e . Das gleiche gil soziologisch on de
„S imme;", die bei eine Wahl abgegeben we den muß, solange man die
seh di izile G enze zwischen kul i ie e „Demok a ie" und „Ve -
massung" e meiden will. Die soziologisdhe S uk u de Rü li-Szene
im D ama, eine Symphonie, die sich selbs am Ende in das menschliche
Wo und in pe sönliche S immgebung übe se z , wie die IX. Bee -
ho ens, und eine kul i ie en „demok a ischen" poli ischen En schlie-
ßung is wesensgleich. In allen diesen Fo men is das Pe sonha e
iden isch mi eine e bindenden, ges al scha enden Dynamik.
Um olle Wi klichkei zu we den, sei es in de küns le ischen Wel ,
sei es in de „ ealen" gesellscha lichen Exis enz, muß sich die pe sonale
S uk u de kul i ie en Gesellscha konk e in den mannig achen
O dnungen he ausbilden, die insbesonde e den Be ieb als soziale Ve -
wi klichung alle denkba en Kul u absich en des Menschen als Gesell-
scha swesen ins Leben u en und wi ksam we den lassen. Die Gleich-
sinnigkei und Gleichs immigkei des „Geis es" und de p ak ischen
Realisie ung diese e schiedenen O dnungsmöglichkei en, wie sie in de
s ändischen Gesellscha gegeben wa , beg ünde die gesellscha liche
Kul u . Die e s e Vo bedingung hie ü is die wesensge ech e
O dnung de O dnungen. Was dami gemein is , dü en wi
abschließend an dem Beispiel des Thea e be iebs deu lich machen.
Wie häu ig, so is auch hie das Beispiel des e ehl en Rich igen be-
sonde s ins uk i . Wi sehen da on ab, daß de Sinn de d ama ischen
Dich ung als de sinngebenden und, wenn auch nich du chweg „be-
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603] De Mensch als Gesellscha swesen und de Be ieb (II) 91
wuß en" eleologischen Mi e des Thea e s ollkommen ze s ö we -
den kann, wenn man den pe sonha en Cha ak e negie , indem die
Dich ung zum P oduk eines „Kollek i s" gemach und nich s als de
Ausd uck kollek i e P ozesse sein soll. Im du chaus „soziologischen"
Einklang mi diese Ve gewal igung des dich e ischen Ke ns de D a-
ma ik — Analoges gil in dem gemein en „Sys em" de Gesellscha s-
poli ik ü die üb igen da s ellenden Küns e — wi d die be iebliche
S uk u de Thea e wi klichkei in das Gegen eil ih es kul u ellen
Sinnes e keh . Das eigene, ei schöp e isch e s eb e Telos, die un-
be echenba e und unablei ba e Ziels ebigkei , die die bewegende
„Dynamis" de lebendigen Ges al im Zusammenwi ken is , s eh on
o nhe ein un e einem o gesch iebenen, unpe sönlichen Gese z. Die
„Rollen" sind nich „aus dem Leben" he aus konzipie und we den
on dem Dich e nich als u sp ünglich emp undene „Pe sonen" ge-
scha en, sonde n bleiben o bes imm e, s a e Typen. Die Au üh ung
ha nich die F eihei , aus u sp üngliche , nahezu unbewuß e P oduk-
i i ä he aus eine Wesensges al de pe sönlichen Wi klichkei des
Zusammenlebens zum Ausd uck zu e hel en, sonde n sie muß ein o -
bes imm es Bild ep oduzie en, das als solches wede on einem Dich e
konzipie , noch mi u sp üngliche Wah hei in den Schicksalen des
lebendigen Daseins o gebilde sein kann.
De emdbes imm en Pa odie de gesellscha lichen S uk u des
Bühnenkuns we ks en sp echend muß eine dik a o ische Regie das
Zusammenwi ken de Rollen äge egeln, und diese wiede um können
nich aus eischöp e ische Kommunika ion he aus sich zusammen-
inden, sonde n e scheinen unpe sönlich eingeschmolzen in ein „Kollek-
i ". Dieses endlich en al e sich nich aus wesensgemäßem Einsa z
de lebendigen Indi iduali ä en, indem es sie in die da zus ellenden
Pe sonen mi einande „hineinwachsen" läß , sonde n es lösch die Ein-
zelpe sönlichkei en aus, dami sie, wenn auch „ echnisch" noch so oll-
kommen, agie en als Elemen e des P ozesses, den das Kollek i e -
kö pe . Die soziale Ges al des Bühnenkuns we ks is o .
De wei e e Rahmen des Thea e s als de um assende en be ieb-
lichen Gesam hei muß analog gedach we den. Auch hie dominie die
Di ek i e gegenübe de schöp e isch- e bindenden Mach de Ve -
bundenhei im „Willen zum Thea e ", und in Be iebs e assung und
Be iebso dnung bleib dem Einzelnen möglichs nich s an Möglichkei
eie Mi bes immung e hal en. Die Rango dnung de be ieblichen
Funk ionen he sch übe die „zwei e" O dnung, die on dem We des
Bei ages de Pe sönlichkei en zu dem gemeinsamen Kul u we k he
gegliede is . Die in unse e Da s ellung „e s e" O dnung hingegen,
die sich aus nich s ande em als dem sinngebenden Ziel, de „gu en"
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92 We ne Ziegen uß [604
Thea e au üh ung he lei e und bis in die Gel ung de um ih e Sach-
e bundenhei und E ah ung willen ane kann en Au o i ä en hinein
en al e , wi d on den ih sinngemäß nachgeo dne en O dnungen
öllig iibe he sch .
Um es ollkommen deu lich zu sagen, was mi diesem Typus de
sinn e keh en be ieblichen Si ua ion gemein is : ein „poli ische "
Zweck e wa bes imm , „was gespiel we den soll". De Di ek o be iehl
dem Regisseu , welche Gesam e ek zu e eichen is . Diese se z die
einzelnen Küns le en sp echend de kollek i zu e eichenden Leis ung
ein, wobei e die Eignung de Einzelnen lediglich nach ih en Mi eln
zu be ücksich igen ha . We die s ä ke e „poli ische" Posi ion ha , be-
he sch im Thea e den ande en, gleichgül ig, ob diese ielleich im
Ensemble die behe schende Pe sönlichkei ode im wei e en Zusam-
menhang des Thea e be iebes die g öße e küns le ische Au o i ä is .
Nich ande s is es, wenn s a eine „poli ischen" Ins anz au die sach-
lich le z e und äuße lichs e O dnungs o m des Be iebes die Mach
de „Finanzie ung" einwi k , die dann ielleich noch du ch pe sönliche
„Beziehungen" die sinngemäße O dnung de gesellscha lichen O d-
nungsweisen des Thea e lebens umkeh . An die S elle de kollek i-
is ischen Ve gewal igung des kul u ellen Sinnes und des „sozialen"
We es de be ieblichen A bei i in einem solchen Fall die An-
a chie „p i a e " In e essen mi de gleichen, kul u ell und gesellscha -
lich au lösenden Wi kung. Beide A en de Einwi kung ze s ö en das
be iebliche Ge üge und die eie Schöp e ä igkei de es agenden
Menschen on ih em gesellscha lichen Wesen aus, indem sie die pe -
sonale S uk u und die mi ih wesensmäßig e bundenen üb igen
Momen e eines sinn ollen be ieblichen Wi kens „ausschal en".
Wi schließen mi diesem lüch igen Blick au die mögliche Sinn-
e keh ung de be ieblichen O dnung die Analyse des Thea e be ie-
bes ab. Wi haben dieses Beispiel, so abliegend es schein , absich lich
gewähl , um den Zusammenhang des gesellscha lichen Wesens des
Menschen mi dem be ieblichen Wi ken so ein als möglich he o -
e en zu lassen. Das „Soziale" wi d sons allzu o mi dem „Sozial-
poli ischen" und dieses mi meh ode minde p i a en ökonomischen
In e essen in Zusammenhang geb ach , und die gesellscha liche Sei e
des be ieblichen Lebens wi d o ode meis nu un e „sozialpoli i-
schen" Gesich spunk en diese A gesehen und gewü dig . Wi ho en,
einen ande en, sachgemäßen und „soziologischen" Ansa zpunk zu
Deu ung des Zusammenhanges on „Mensch" und „Be ieb" au -
au gewiesen zu haben. Von ihm aus is im olgenden de Weg zum
soziologischen Ve s ändnis des gleichen P oblems, wie es sich im wi -
scha lichen Leben da bie e , zu suchen.
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605] De Mensch als Gesellscha swesen und de Be ieb (II) 93
5. Un e nehmung und Be ieb
Die be iebliche Zusammengehö igkei on Pe sonen und gegen-
s ändlichen Gegebenhei en und das Zusammenwi ken on Pe sonen in
de gesellscha lichen Fo m des Be iebes haben sich besonde s ein-
d ucks oll he ausges al e im Diens de wi scha lichen Un e -
nehmung. De G und da ü , daß „Be ieb" und Wi scha s- bzw.
Indus ie- ode Handelsbe ieb im Sp achgeb auch des All ags nahezu
dasselbe bedeu en, lieg wohl o wiegend da in, daß wi scha liche
In e essen das wei aus wi ksams e Mo i sind, du ch das in den
le z en ande halb Jah hunde en die eu opäische Menschhei inne -
halb de Na ionen und übe diese hinaus zu sozialen Einhei en
e schiedenen Ausmaßes zusammengeschlossen wi d. Be ach e man
indessen die gesellscha liche Eigena de Be iebe als solche ü
sich, so kann auch de wi scha liche Be ieb nu als eine un e
ielen möglichen be ieblichen Ve bindungen gel en. Da an ände
es nich s, daß die meis en Be iebe auch wi scha liche Au gaben zu
lösen haben und daß ih e konk e e und p ak ische Exis enz o selbs
dann on de glücklichen Lösung diese Au gaben abhäng , wenn ih
maßgebliche Zweck ganz ande e A is . Auch dann, wenn Be iebe im
Diens de ü spezi isch wi scha liche Au gaben e p lich e en Un e -
nehmungen he ausges al e we den, muß abe imme noch un e schieden
we den zwischen de wi scha lichen Leis ung diese Un e nehmungen
im Sinne ih e un e nehme ischen Au gabe und de be iebswi scha -
lichen Siche ung und Fö de ung ih e Exis enz. Das le z e e is mi sam
dem be iebswi scha lich ge o de en Ren abili ä s- und Gewinn-
s eben ein sekundä es Momen gegenübe dem p imä en Zweck de
Un e nehmung in Handel und Gewe be, P oduk ion und Bankwesen.
Es bleib also imme genau zu un e scheiden das Be iebliche
als solches, de Un e nehmungszweck, de auch ein
wi scha liche sein kann, und die Be iebswi scha ,
die sich jedem Be ieb, auch wenn sein un e nehmungsmäßig behe -
schende Zweck nich wi scha liche A is , angliede n kann. In
keinem Fall, auch nich in dem de Wi scha sun e nehmung, is das
Be iebswi scha liche cha ak e is isch ü die Wesensa des Be iebes
als solchen.
De Pe sonen yp, de die mode nen Be iebe im Wi scha sleben
in de wi ksams en Weise en wickel , is de Un e nehme . E
kann uns in diesem Zusammenhang nich als Indi iduali ä mi beson-
de en Eigena en und Anlagen beschä igen, sonde n ha zu gel en als
Typus eine Pe son, de en gesellscha liche Eigen ümlichkei im Be-
g ünden und Ges al en de Un e nehmung bes eh . Fü die gesuch e
soziologische Cha ak e is ik dieses Un e nehme s is es bedeu ungslos,
ob e ein „kapi alis ische " Un e nehme is , also seinen Zweck mi den
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94 We ne Ziegen uß [606
Mi eln des Einsa zes on „Kapi al" zu e eichen suchen muß, das sein
ode ande e „P i a eigen um" is . Es ha lediglich be iebswi scha -
liche Bedeu ung, wohe und wie e seine Geldmi el gewinn und ob
und wie seine Un e nehmung sich au dem „kapi alis ischen" Ma k
du chzuse zen ha . Das Un e nehme ische als solches wi d hie on
p imä nich be o en, und de Be ieb wi d dadu ch zwa in seine
wi scha lichen Technik, nich abe in seine gesellscha lichen Ges al
gep äg . Vollends wä e es alsch, woll e man die „kapi alis ische" Funk-
ionsweise des Be iebes mi dem Wesen de Be iebswi scha ode
ga mi dem Un e nehmen als solchen ineinsse zen.
Eine solche ehle ha e Iden i ika ion lieg indessen nich allein da um
nahe, weil in de „kapi alis ischen" Wi scha die ü den Zweck de
Wi scha an sich sekundä en In e essen des E we bs die Be iebswi -
scha zu behe schen neigen, sonde n auch, weil die Zielse zung de Un-
e nehmung ihnen bo mäßig we den kann. Audi ohne „kapi alis ische"
Vo ause zungen is es ande e sei s nich zu e kennen, daß Un e -
nehmung und Be ieb im Wi scha sleben eng au -
einande bezogen sind. Dabei lieg sinngemäß und u sp ünglich
de Vo ang bei de Un e nehmung. Sie is bes imm und
gebunden du ch den Zweck de Beda sdeckung, ü den sie geg ünde
wi d. In diese Zweckha igkei en sp ing ih gesellscha liche Cha ak-
e . Es is dabei gleichgül ig, welche besonde e Zweck e olg we den
soll. Du ch ih e Ziels ebigkei is die Un e nehmung e anlaß ,
sich an den Möglichkei en zu o ien ie en, die die Mi wel ih bie e .
Ih e Wi kungsweise is wesen lich die de Ko espondenz mi de gesell-
scha lichen Außenwi klichkei . Da diese als sich s ändig wandelnd o -
ausgese z we den muß und die Beda e, au de en Deckung die Un e -
nehmung sinn , g undsä zlich unbeg enz sind, is sie in ih e Wi kungs-
weise dynamisch. Indem sie wei e hin die Vielzahl de menschlichen
und gesellscha lichen Lebens- und Exis enzbedü nisse umdenk in
e üllba e Beda e und ü ih e Be iedigung imme neue Möglichkei en
e sinn , is sie schöp e isch. Dabei wi d sie nich on gegebenen
No wendigkei en ge ieben und in bes imm e Rich ungen ged äng ,
sonde n sieh sich eine Viel al on Möglichkei en gegenübe , die ih e
En scheidung anheimgegeben bleiben, so daß sie in de Auswahl ih e
Zwecke und Mi el und in de Rich ung ih e Wi ksamkei ü sich
genommen imme ein We k des eien Wi
11
e n s bleib . Als Ausd uck
eines dynamischen, schöp e ischen und eigewoll en Wi kens gewinn
sie den Cha ak e de Ges al und is in ih e gesellscha lichen S uk-
u pe sonha .
Das gleiche Wi scha sgebilde, das mi diesen Wesenszügen als
Un e nehmung e schein , s ell sich gleichsam nach de ande en Sei e
hin als Be ieb da . Sowohl in den Menschen, die es scha en und agen,
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607] De Mensch als Gesellscha swesen und de Be ieb (II) 95
wie in de Gesam hei alle seine Maßnahmen, is es konk e imme
beides, Un e nehmung und Be ieb. Beide „Sei en" können nu ge-
danklich scha oneinande ge enn we den, auch wenn in den wi -
scha enden Einzelpe sonen inne halb des Wi scha sgebildes eine
wei gespann e Skala sich e s eck on as ausschließlich un e nehme-
ischem Denken und Handeln bis zu o wiegend be ieblich bes imm-
en Ve ah ensweisen. Das Eigen ümliche des Be iebes lieg in eine
Au gabens ellung, die sich in allen Punk en on dem Un e nehme-
ischen un e scheide . Es leb in jedem Wi scha sgebilde und seinen
Menschen eine Spannung zwischen dem Un e nehmungs- und dem Be
iebscha ak e . Wi d sie zuguns en de einen ode ande en Sei e au -
gehoben, so ze s ö sich das Gebilde selbs . Das Be iebliche is wesen -
lich bes imm dadu ch, daß es die Aus üh ung und echnische
Du ch üh ung des Un e nommenen möglich machen soll. De
Be ieb is eine sachlich und in seine Zusammena bei in sich ab-
geschlossene Einhei . E is in seinem Funk ionie en möglichs
unabhängig zu machen on dem Wandel de Zielse zungen und on de
gesellscha lichen Umwel und e e üll seinen Sinn ich ig in dem
Maß, indem e in de Lage is , du ch einen gesiche en Gleich-
lau in de E üllung de Un e nehmungszwecke und im Wechsel-
wi ken mi de Umwel sich selbs zu behaup en. E kann nich on sich
aus au Neues sinnen, es sei denn in de Besse ung seines Funk ionie-
ens, und seine Leis ung bleib imme unk ionsgebunden.
Da um muß e auch danach ach en, sich on de Unbe echenba kei
des Willens und de F eihei de En scheidungen so wei als möglich un-
abhängig zu machen und sich als die mi elha e und „m a e -
ielle" O ganisa ion zum Zweck de E üllung de un e nehme-
ischen Ziele als zu e lässige Appa a bis in die Fo men des pe sön-
lichen Zusammenwi kens hinein zu s abilisie en. So seh auch das Be-
iebliche nu on Pe sonen gescha en und im Leben e wi klich we -
den kann, lieg die Rich ung de Zielse zung dabei doch au de Sei e
g öß mögliche Ve sachlichung de A bei sweisen.
Was imme im Zusammenwi ken de Menschen un e nommen we -
den soll, wi d als Un e nehmen die e s e Reihe de au gezähl en Eigen-
ümlichkei en haben müssen, und es muß, so e n es in Daue be ieben
wi d, die jeweils en sp echenden, ande s gea e en Wesenszüge e -
wi klichen, die den Be ieb als gesellscha liche Einhei cha ak e isie en.
Beide Sei en, Un e nehmung und Be ieb, gehö en zu-
sammen, wie Wollen und Können. So e n das Lebensganze,
das sie zule z imme da s ellen, in de Gesellscha sich einen Pla z
scha en und e hal en soll, lieg das Un e nehme ische um einen Sch i
in de Ve wi klichung o aus. De Be ieb bleib das Leis ungsge üge,
das den jeweils e eichba en G ad de Ve wi klichung des Un e neh-
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96 We ne Ziegen uß [608
mungszweckes da s ell und siche . E kann o wi ken, wenn das
Un e nehme ische abges o ben is , und e kann auch in solchen gesell-
scha lichen Fo men wei e wi ken, denen de Un e nehmungscha ak e
abgeh , so e n nu de Zweck, dem e zu dienen ha , de gleiche bleib .
Dami is dann alle dings die Möglichkei eine schöp e ischen Fo -
ges al ung au gehoben. Ve such es die be iebliche Sei e de gesell-
scha lichen Exis enz de Un e nehmung, ih e Eigena und ih e beson-
de e Funk ion zu behe schenden zu machen, so daß de p oduk i e
Zweck de Un e nehmung dem nu mi elba sinn ollen Ziel de be-
ieblichen Funk ionen und Au gaben un e lieg , die Be iebswi scha
also e wa ih e No men den un e nehme ischen Zwecken übe o dnen
kann, dann e keh sich de Sinn de Un e nehmung in ein bloßes
Mi el ü ein Zweckdenken, das nu als Mi elbescha ung sinn oll is .
Dies is de Fall, wenn die No wendigkei , Geldmi el zu e we ben, ohne
die kein Un e nehmen seine Au gaben e üllen kann, zum p imä en
Zweck e klä wi d, und es demgegenübe gleichgül ig schein , welchen
sachlichen Ranges die un e nehme ische Zielse zung und Leis ung is ,
de en Ve wi klichung den p imä e s eb en „Gewinn" ü die Be-
iebswi scha mi sich b ing . Die gleiche Ve keh hei wi d zum
P og amm e hoben, wenn „die Technik", also die Gesam hei de zu
Ve wi klichung de un e nehme ischen Vo haben e o de lichen und
en wickel en ma e iellen und geis igen Mäch e glaub , als „Techno-
k a e" die He scha in de Gesellscha übe nehmen zu können.
Un e nehmung und Be ieb können in allen ih en Funk ionen eng
mi einande e bunden e scheinen und on denselben einzelnen Men-
schen e wi klich we den, so daß ih e en gegengese z en Rich ungen
nach außen hin nich spü ba we den. Diese kommen dagegen un e -
meidlich zum Bewuß sein, wenn die e an wo liche Pe sönlichkei sich
en scheiden muß, ob in einem konk e en Fall das un e nehme ische
S eben ode die be iebliche Vo sich bes immend sein soll, ob also
e wa „Ini ia i e" ode „Spa samkei " übe den Einsa z on Mi eln en -
scheiden muß. Je wei e ein Un e nehmen sich be ieblich en al e ,
des o deu liche muß die Doppelsei igkei seine S uk u seine Lebens-
und Wi kungs unk ionen au un e nehme ische ode be iebliche „ S el-
lungen" e eilen, die dann in sachliche Ri ali ä den ech en Ausgleich
zu inden haben. Schließlich gliede n sich Be iebe aus, die im Zusam-
menhang
des
Gesam bildes keine eigenen un e nehme ischen Funk ionen,
sonde n as nu aus üh ende Leis ungen zu e üllen haben, wäh end
die un e nehme ische Ve an wo ung sich au einen besonde en K eis
üh ende Pe sönlichkei en konzen ie en kann, die on dem Be ieb-
lichen en las e sind, es abe eilich niemals aus dem Auge e lie en
dü en, wenn sie nich waghalsigen „Spekula ionen" e allen sollen.
Wie imme die Typen de Un e nehmung und des Be iebes im üb igen
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615] We ne Ziegen uß 103
gleiche Weise kann ü „sozialis ische" Tendenzen „S immung" gemach
we den, so daß allgemein, zumindes in bes imm en K eisen, alles, was
au de mi le en Reihe unse es Schemas nebeneinande s eh , als das
Besse e e schein , ganz unabhängig on de F age, ob in de P axis
wi klich in allen Fällen diese Fo m ypus die besse en E olge e -
sp ich . Venn, in de einen ode ande en Fo m, on In e essen en
p opagandis isch ein Ein luß im Sinne bes imm e Möglichkei en ge-
nommen wi d, e s ä k sich ein solches Vo u eil des o schnelle . Da ü ,
daß de gleichen Reihenwi kung in de Bildung on gesellscha spoli i-
schen Tendenzen möglich is , bleib o ausgese z die A ini ä in den
S uk u en de einzelnen Sachgebie e, on de sozialen G undhal ung
bis zu be ieblichen O dnung. Das Gese z de gesellscha lichen Fo m-
angleichung komm eine solchen „Gleichschal ung" mi de Tendenz
en gegen, au allen Gebie en jeweils im Sinne eine de Reihen des
Schemas die einande en sp echenden Ges al ungsweisen du chzuse zen.
(Vgl. . Ve . „De Mensch und die Ges al ung de Wi scha ", 1943,
S. 66 .)
Die „soziale" P ädisposi ion ü bes imm e Ges al ungsweisen des
Wi scha slebens ollende sich in de be ieblichen Sozialo dnung und
A bei s e assung. Au die Fülle mögliche meh ode minde wide -
sp uchs olle Kombina ionen zwischen den Ges al ungs ypen de poli i-
schen und Wi scha s e assung, den Un e nehmungs ypen und be ieb-
lichen O dnungsa en b auch in diesem Zusammenhang nich einge-
gangen zu we den. Es soll e mi diesem schema ischen Au iß nu de
Rahmen angedeu e we den, inne halb dessen sich die eigen liche be-
iebliche Ges al ung ollzieh . Die Be iebe sind ü das Ge lech on
Ges al ungsmo i en, die säm lich bis in das Leben und Wi ken jedes
Menschen als Gesellscha swesen unun e b ochen hinein eichen, die
eigen lich konk e e Fo m, in de sie sich unmi elba e wi klichen. In
de be ieblichen Wi klichkei e dich en sich alle S uk u möglich-
kei en und gesellscha lichen Tendenzen zu Gegebenhei en und P o-
blemen de all äglichen Exis enz und de sie agenden A bei , wie ja
auch die Pläne und Absich en des Un e nehme s p ak isch als Au gaben
de be ieblichen Leis ung e scheinen. Und im Be ieb zeig sich de ge-
sellscha liche Mensch, ge o m und bes imm on den in unse em Schema
g ob um issenen Ges al ungsmo i en, in die No wendigkei e se z , in
bes imm e Weise zu h a n d e
1
n. In den Be ieben e wi klich sich
also de Mensch als Gesellscha swesen in einem unun e b ochenen
Fo gang on En scheidungen, Ve hal ungsweisen und Tä igkei en. Ins-
besonde e de Be ieb de wi scha lichen Un e nehmung is als P o-
duk und als Schicksal des Menschen in seine gesellscha lichen Exis enz
im olgenden abschließend zu un e suchen.
(Schluß olg )
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