Klug, Oska
A icle
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche
Ve an wo ung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Klug, Oska (1964) : Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche
Ve an wo ung, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN
1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 84, Iss. 1, pp. 9-54,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291042
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Eigen um und Eigen umss euung
in ch is liche Ve an wo ung
Von Oska Klug, Be lin-Hambu g
I. Einlei ung
Die Anhänge des Ma xismus-Leninismus haben in ih em bis heu e
und eine Millia de — on nunmeh d ei Millia den — Menschen
um assenden Be eich die Ve gesellscha ung de P oduk ionsmi el
im wesen lichen du chge üh . P i a eigen um gib es in ihm nu noch
an Ve b auchs- und an bes imm en Geb auchsgü em. Die Ma xis en-
Leninis en e sp echen sich on diese Gesellscha s e assung eine
öllige Ände ung und ge ech e e Ges al ung des menschlichen Da-
seins, ja, die En wicklung eines neuen Menschen ypus übe haup . Sie
agen dahe ein Sendungsbewuß sein ü alle Menschen au diese
E de in sich. Deshalb die im Sinne de wel e olu ionä en Idee ange-
wand e S a egie des Kal en K ieges, dessen ü die nich -kommu-
nis isch o ien ie en Völke emp indlichs e Ansa zpunk e im Augen-
blick Ko ea, Laos, Vie nam, No dindien, Kuba, de Kongo, ande e
S aa en A ikas und Be lin sind!
Demgegenübe e e en die Neolibe alen und die sich auch au die
ch is liche Soziale hik be u enden Ve ech e de Idee des Volks-
kapi alismus den S andpunk , daß das P i a eigen um in jede Fo m
— also auch an den P oduk ionsmi eln — g undsä zlich e hal en
bleiben müsse, weil F eihei und Siche hei ohne Eigen um nich
denkba seien. Alle dings müsse — so meinen sie — das Eigen um
an den P oduk ionsmi eln meh als bishe im Sinne eine besse en,
die ma xis ische Ideologie übe windenden Gesellscha so dnung ge-
s eu we den.
Wie soll dieses Ziel e eich we den? Is die P i a isie ung de
dem Bund, den Lände n und Gemeinden gehö enden E we bsun e -
nehmen übe die Ausgabe on „Volksak ien" das geeigne e Mi el?
Können die p i a en Un e nehmen ih e sei s du ch Gese z e p lich e
we den, die Eigen umss euung zu ö de n? Ode könn e die Du ch-
üh ung des Vo schlages de Sozialdemok a ischen Pa ei Deu sch-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
10 Oska Klug
lands, „Deu sche Volksak ien" übe die zu g ündende „Deu sche
Na ionals i ung" auszugeben, eine ge ech e e Eigen umss euung be-
wi ken? Und wie is die da au abzielende, on den Gewe kscha en
o geschlagene G ündung eines „Sozialkapi al onds" und die Ausgabe
on au ihn bezogenen „An eilscheinen" nu an A bei nehme zu be-
u eilen? F agen, die je nach dem S andpunk des einzelnen odei-
eine de zahl eichen G uppen, Ins i u ionen, O ganisa ionen, denen
e angehö ode denen e sich zugehö ig ühlen mag, ih e Bean -
wo ung inden.
Die e angelische und ka holische Ki che haben eben alls zu de
F age des Eigen ums, des Eigen ums ech s, de E/igen umsbilidumg und
de Eigen umss euung S ellung genommen. Die ch is liche Sozial-
e hik und die da aus en s andene ch is liche Sozialbewegung bes ehen
schon länge als einhunde Jah e. Schon im Jah 1847, also ein Jah
o de Ve ö en lichung des Kommunis isdien Mani es es, wu de on
ka holische Sei e ge o de , „jeden A bei e bei dem Resul a seine
A bei und bei dem Gedeihen de Fab ikans al di ek zu be eiligen
und ihm das Bewuß sein einzu lößen, nich lediglich ü einen D i en,
sonde n auch ü sich selbs gu ode schlech zu a bei en"1, so daß
„Kapi al und A bei wiede e einig we den wü de und man kaum
un e scheiden könne, we Eigen üme des E ablissemen s sei, ob de
Un e nehme oide de A bei e "2. „De A bei e se ze nämlich"* so
wu de a gumen ie , „sein Fleisch und Blu ein und e a bei e äglich
gleichsam ein S ück seines Lebens, da sei es billig, ihn zum Teil-
nehme und Mi eigen üme zu machen3." De S andpunk de e an-
gelischen Ki che zu diesem P oblemk eis is insgesam gesehen we-
nige einhei lich und wenige p äzis als de de ka holischen Ki che,
die sich als eine in sich geschlossene e Einhei auch in de Eigen ums-
age an alle Völke diese Wel seh bes imm und ansp uchs oll
wende . In de G undhal ung zu Eigen ums age weichen beide
Ki chen oneinande ab. Diese Fes s ellung is wich ig, um die im
IV. Kapi el e zeichne en Bemühungen des A bei sk eises on e an-
gelischen und ka holischen Sozialwissenscha e n um die Eigen ums age
ich ig zu e s ehen und in ih en Ausmaßen und Auswi kungen nich
zu übe schä zen. Dahe is es no wendig, zunächs die beiden Ki chen
selbs übe die Eigen ums age zu Wo e kommen zu lassen.
1 Pe e F anz Reichens pe g e : „Die Ag a age". T ie 1847. S. 254 . zi . bei
Joseph Hö ne : „Eigen um als Ziel de Sozialpoli ik". In: Eigen um und Eigen-
üme in unse e Gesellscha so dnung. Ve ö en lichungen de Wal e -Raymond-
S i ung Bd. 1. Köln-Opladen 1960. S. 39.
2 Ka l on Vogelsang: ebenda S. 39.
3 Emanuel on Ke eie : ebenda S. 40.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung H
II. Die e angelische Ki che in de Bundes epublik
Deu schland zu Eigen ums age4
1. G undsä zliches
Die e angelische Ki che in de Bundes epublik Deu schland sag :
„1. Die Wel , wi Menschen und alles, was wi haben, sind ein We k des gö -
lichen Schöp e s. Jede Mensch, de Eigen um e s eb , ha ode da übe e üg ,
soll da an denken, daß e und alle Gü e Go zu eigen sind."
„2. Go ha den Menschen in ä e liche Gü e gebo en, sich die E de Un e -
an zu machen. Indem de Mensch die Gü e de E de e wal en da , soll e in
F eihei und in Ve an wo lichkei o Go seine Bes immung leben. Wo das
Eigen ums ech Go es mißach e wi d, e keh en sich auch die Eigen ums ech e
de Menschen."
„3. In Jesus Ch is us is allen Menschen, gleich iel, in welche A on Eigen-
ums e häl nissen sie leben, die E lösung angebo en. Die ch is liche Bo scha ha
den an iken Skla en und ih en He en, den mi elal e lichen Hö igen und ih en
He scha en gegol en. Sie gil ebenso allen Menschen heu e, gleich iel, in welchen
Rech s- und Wi scha ssys emen sie leben. De Mensch is mi ode ohne Eigen-
um be u en, in de F eihei de Kinde Go es zu s ehen.44
„4. Diese F eihei des Menschen in Ch is us da nich so mißdeu e we den,
als wä e das Eigen um ohne Bedeu ung ü das Menschsein. Das Rech des Men-
schen, übe i dische Gü e zu e ügen, is eine Gabe Go es, die den Menschen
hil , in Ve an wo ung und F eihei mi einande zu leben. . . . Jedem Menschen
müsse eine eale Möglichkei e ö ne we den, Eigen um zu e we ben. De Mensch
soll ,mein4 sagen können, um ei zu sein.44
„5. Im Diens Go es und um des Ve häl nisses zu den Mi menschen und um
des Gemeinwohls willen gil eilich auch de Sa z: De Mensch muß .dein4 sagen
können, um ei zu bleiben. . . . Die Bewäh ung de Menschen ollzieh sich auch
in Ve zich und Op e und in Dis anz gegenübe Hab und Gu . So sag de
Apos el Paulus on den ech en Ch is en, daß sie .haben als hä en sie nich 4.44
.,6. Im Umgang mi dem Eigen um soll de Mensch also nach Go es Willen in
eine Spannung leben zwischen de F eihei zu Aneignung und zum Ve zich . . . .
Es is no wendig, daß sich jede Gene a ion on neuem un e so g äl ige Beob-
ach ung de sachlichen Vo ausse zungen mi einem on de Heiligen Sch i e -
leuch e en Gewissen p ü , wie zwischen Rech und Un ech in de F age des
Eigen ums zu un e scheiden is .44
G undsä zlich ühl sich demnach die e angelische Ki che an keine
bes imm e Gesellscha s- und Wi scha so dnung gebunden. Sie sp ich
nu on „Eigen um" und un e scheide nich zwischen dem Eigen um
an „Geb auchsgü e n" und an „P oduk ionsmi eln". Sie sp ich nich
da on, in wessen Hamd das „Eigen um an P oduk ionsmi eln" sein
müsse, um das Eigen ums ech Go es nich mißach en zu können. Ja,
4 Im Nach olgenden beziehe ich mich au die Denksch i des Ra es de E an-
gelischen Ki che in Deu schland „Eigen umsbildung in soziale Ve an wo ung44.
Hanno e -He enhausen 1962. Da diese Denksch i au de einschlägigen Li e-
a u uß , wä e es im Sinne de Ve ie ung des wissenscha lichen Gesp ächs
angeb ach gewesen, wenn, wie es sons üblich is , auch de Ra de E angelischen
Ki che im Anhang seine Denksch i die on ihm benu z e Li e a u e zeichne
hä e.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
12 Oska Klug
die e angelische Ki che sag ausd ücklich, daß allen Menschen, gleich-
iel, in welche A on Eigen ums e häl nissen, in welche Rech s-
nnd Wi scha so dnung sie leben, die E lösung in Jesus Ch is us
angebo en sed — mi oide ohne Eigen um! Die e angelische Sozial-
e hik s eh au dem S andpunk , daß es „kein heologisch ode sozial-
philosopbisch beg ündba es Rech au P i a eigen um gebe". ... Viel-
meh „seien o n unse e de zei igen Eigen umso dnung abweichende
Au assungen und Fo men de Eigen umss uk u denkba , die jeden-
alls heologisch keine Abwe ung e dien en"5. Es is de e an-
gelischen Ki che dahe g undsä zlich gleich, ob die Menschen au
diese E de die kapi alis ische Gesellscha s- und Wi scha so dnung
ode die sozialis ische diese ode jene Spiela ode mögliche weise
eine ande e Lebens o m beg ünden, wenn die Menschen ih Eigen um
nu go ge ech — im Sinne des Diens -Eigen ums — e wal en ode
e we en und wenn sie sich imme bewuß sind, daß alle Gü e
diese E de Go zu eigen seien.
Eine kla e T ennung gib es dahe ü die e angelische Ki che nu
gegenübe dem Ma xismus-Leninismus, de — ohne Go , ein dies-
sei ig einges ell — die Lebensbedingungen ü die Menschen so zu
ges al en beabsich ig , daß sie au de ganzen E de in F eihei und
Wü de leben können. In diese ganz bewuß en Dis anzie ung müsse
abe nach de Ansich de e angelischen Ki che on Zei zu Zei ge-
p ü we den, welche Vo ausse zungen in den einzelnen S aa en
gegeben seien, um das Eigen ums ech Go es und dami die Eigen-
5 Klaus on Bisma ck: „Das Eigen um ha sozialen Cha ak e . E angelische
Vo s ellungen zu Eigen umsbildung"; Wal e Künne h: „Rech e und P lich en des
Kapi aleigen üme s nach de e angelischen Soziale hik"; E ns S einbach: „Ve -
lang die e angelische Ki che eine Poli ik de b ei en Eigen umss euung?". Säm -
lich in: Eigen um und Eigen üme in unse e Gesellscha so dnung. a.a.O. Daß
auch die ch is liche E hik e schiedene Nuancie ungen au weis , ha Max Webe
in seinen eligionssoziologischen A bei en da geleg und beweis die ame ika-
nische Wi scha sgeschich e; gl. hie zu u. a. Max Le ne : „Ame ika. Wesen und
We den eine Kul u ." F ank u a. M. 1960. S. 263 .; e ne Max Webe : „Wi -
scha sgeschich e". München-Leipzig 1924; We ne Somba : „De mode ne Kapi a-
lismus". München-Leipzig 1928; de selbe: „De Bou geois. Zu Geis esgeschich e des
mode nen Wi scha smenschen". München-Leipzig 1920; R. H. Tawney: „Religion
and hc Rise o Capi alism". New Yo k 1952; V. Deman : „Religion and he
Decline o Capi alism". London 1952. Nach J. H. Oldham: „A Responsible Socie y"
(Vo be ei ungsbe ich ü die e s e Voll e sammlung des Oekumenischen Ra es de
Ki chen in Ams e dam 1948) sp ich man in e angelischen K eisen neu ale on
de „ e an wo lichen Gesellscha ", um so die Gleichse zung on Ki che und Kapi-
alismus, Sozialismus und Kommunismus zu e meiden. De Beg i „ e an wo liche
Gesellscha " als Ziel ü den Ch is en „be uh au de Annahme, daß kein bekann-
es poli isches ode Wi scha ssys em all den We en dien , die einen zwingenden
Ansp uch au den Ch is en in de Gesellscha e heben" (Benne ), zi . nach Paul
Alb ech : „Ve an wo liche Gesellscha ". In: Wel ki chen-Lexikon, S u ga 1960,
S. 1527—1530; siehe auch: „The Responsibili y Socie y", he ausgegeben om ökume-
nischen Ra de Ki chen, 1949; „Die Ki che und die Uno dnung de Gesellscha ",
Bd. III de Ams e dame Dokumen e, de selbe He ausgebe .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 13
ums ech e de Menschen nich zu e le zen; posi i ausged ück : um
den „ ech en" Geb auch da on machen zu können. So woll e auch die
e angelische Ki che ih e sei s die neu en s andenen Ve häl nis-se in
de indus iellen Gesellscha , insbesonde e in de Bundes epublik
Deu schland, au mögliche Ve besse ungen de bes ehenden Eigen-
ums e häl nisse übe p ü en, ohne abe o he wenigs ens anzu-
deu en, was de e angelische Ch is un e „ ech em Geb auch" des
Eigen ums bei Be ücksich igung diese ode jene Ums ände zu e -
s ehen habe. Und hie geh die e angelische Ki che on den gesell-
scha lichen, wi scha lichen und echnischen Ta sachen aus, nich on
i gendeinem Wunschbild! Auch das is wich ig, es gehal en zu we den.
2. Zu F age des Eigen ums
in de neuen Indus iegesellscha
Hie zu mein die e angelische Ki che olgendes:
„8. Die gegensei ige Abhängigkei , in die die Menschen du ch die mode ne Wi -
scha ge a en sind, b auch nich im Wide sp uch zu F eihei und zu Wü de
des Menschen zu s ehen. Die Abhängigkei s e häl nisse müssen abe da au
angeleg sein, daß möglichs jede da an in e essie und dazu be ähig wi d, die
O dnung des gemeinsamen Lebens seinen Au gaben, K ä en und Gaben en -
sp echend mi zu agen. Das is nu dann möglich, wenn auch sein Leis ungs-
bei ag zum Sozialp oduk möglichs ge ech gewü dig wi d."
Auch diese Fo mulie ung is ganz allgemein gehal en, ohne di ek e
Bezugnahme au eine beis imm e indus ielle Gesellscha s- und Wi -
scha so dnung. Denn, was heiß „möglichs ge ech "? Da ü gib es
keine ü alle e angelischen Ch is en, die e schiedenen Lebens-
o men angehö en, gül ige No m! E s in den nach olgenden Punk en
wi d on de a bei s eiligen Un e nehme wi scha gesp ochen, wenn
es heiß :
„9. Man kann nich e wa en, daß eine gesellscha liche O dnung du ch alle
da an Be eilig en mi ge agen wi d, wenn in ih einsei ig die einen begüns ig ,
die ande en abe benach eilig we den. Diese Ge ah bes eh egelmäßig do ,
wo die Ve ügung übe die poli ische Mach und übe die wi scha lichen Gü e
eines Volkes in denselben Händen lieg . Abe auch do , wo alle Bü ge du ch
eie Wahlen an de Kon olle de s aa lichen Mach mi el be eilig sind, können
Ve häl nisse en s ehen, in denen zwa de g öß e Teil de Ve b auchsgü e wei -
ges eu un e die Gliede des Volkes e eil wi d, das Eigen um am P oduk i -
e mögen abe sich in e häl nismäßig wenigen Händen e einig ."
Die e angelische Ki che wende sich an alle Menschen in de indu-
s iellen Gesellscha . Sie geh on de Ve schiiedensa igkei de
Menschen aus. Wann abe is dann die Begüns igung de an diese
Gesellscha Be eilig en „einsei ig" und wann nich ? Man kann dieses
P oblem ja nich quan i a i , sonde n nu quali a i im Hinblick au
die Wohl ah de gesam en Gesellscha sehen. F agen übe F agen
we den au gewo en, au die die An wo en ganz e schieden lau en
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
14 Oska Klug
können. Die e angelische Ki che ha sie jeden alls nich bean wo e ,
wenn sie wei e sag :
„10. Eine O dnung, die eine einsei ige Anhäu ung on Eigen um am P o-
duk i e mögen begüns ig , die g oße Masse de dami a bei enden Menschen
abe da on wei hin ausschließ , kann zwa un e bes imm en Ums änden eine
S ä kung de P oduk i k a de Wi scha dienlich sein, sie en sp ich abe
nich den G undsä zen eine ge ech en Ve eilung des Sozialp oduk s. Dadu ch
wi d die Be ei scha de Menschen, solche gesellscha lichen O dnungen zu
scha en und zu e hal en, in denen die F eihei des Menschen gewah wi d,
e ns lich ge äh de . O dnung de F eihei , die nich zugleich so wei als i gend
möglich de Ge ech igkei dien , ge äh de die F eihei selbs ."
Audi hie wiede um diie F age nach „den G undsä zen eine ge-
ech en Ve eilung des Sozialp oduk s", au die — je nach den be-
sonde en Ums änden und je nach de A de indus iellen Gesell-
scha s- und Wi scha so dnung — so ode so gean wo e we den
kann. Die e angelische Ki che sag seh ich ig:
„11. Die Bedeu ung de Bei äge de einzelnen Pe sonen zu dem gemeinsamen
A bei se olg de Indus iegesellscha is seh e schieden. So können beispiels-
weise wi scha liche Disposi ionen und E indungen einzelne Menschen g oße
wi scha liche We e scha en ode Millionen on A bei ss unden e spa en. Es
wide sp ich nich eine ge ech en O dnung de Wi scha , wenn diejenigen, die
besonde e Leis ungen e b ingen, auch einen en sp echenden An eil an dem ge-
meinsamen A bei se ag e hal en, und wenn allen Mi bü ge n die Möglichkei
gegeben is , den E ag ih e A bei wiede nu zb ingend in P oduk i e mögen
anzulegen."
Es is idas al e Thema on de „ge ech en Gü e e eilung" und
das mode ne Thema on de „Eigen umss euung"!
We will nun in eine hochindus ialisie en, d. h. in eine zum
Teil au oma isie en Wi scha die No m ü -das ,, Rech au den
ollen A bei se ag", ode wie man heu e neu ale sag , den „en -
sp echenden An eil de einzelnen an dem gemeinsamen A bei se olg"
exak ode einige maßen exak bes immen? Ode wie soll die Wi -
scha s echnung aussehen, dami diese sozialen Fo de ung en -
sp ochen we den kann? Die e angelische Ki che sag hie zu ledig-
lich, daß
„12. in eine eien Wi scha du ch geeigne e Maßnahmen, insbesonde e du ch
unk ionie enden We bewe b und du ch S abili ä de Wäh ung da ü geso g
we den müsse, daß die gese zlich es geleg e Meh belas ung de wi scha lich
S ä ke en eal bleibe und nich nu nominellen Cha ak e annehme46.
Die e angelische Ki che will sich also den neuen Ve häl nissen in
de nich -kommunis ischen indus iellen Gesellscha , sowei sie kapi a-
lis isch o ien ie is , de ges al anpassen, daß sie auch den E we b
on „Eigen um an P oduk ionsmi eln" ü jede mann e möglich
sieh . Sie geh dabei on de Ta sache de mode nen Un e nehme -
wi scha , wie sie in allen sogenann en wes lichen S aa en einschließ-
lich Japan heu e o he schend is , aus, obgleich, wie wi es ges ell
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 15
haben, die e angelische Ki che sich nich an diese A de a bei s-
eiligen Wi scha allein ode übe haup gebunden e ach e .
Welche konk e en Ansich en übe die „ge ech e"6 Behandlung de
Eigen unis age ha nun die e angelische Ki che in bezeug au die
gesellscha lichen und wi scha lichen Ve häl nisse in de Bundes-
epublik Deu schland.
3. Die Eigen umsen wicklung
in de Bundes epublik Deu schland
Die e angelische Ki che sp ich bezüglich de Bundes epublik
Deu schland nich on de „Sozialen Ma k wi scha " als de an-
geblich hie bes ehenden Wi scha so dnung. Die e angelische Ki che
geh ielmeh ion den ealen Ta sachen aus, wie sie nach de Wäh-
ungs e o m 1948/49 o liegen — zugespi z au die du ch den g oßen
Nachholbeda und du ch die wei gehend e möglich e Selbs inanzie-
ung de Un e nehmen übe den P eis he o ge u ene Ve mögens-
bildung in den Händen e häl nismäßig wenige Kapi albesi ze . Von
Gewe kscha ssei e we den die Neu e mögen sei de Wäh ungs-
e o m au meh als 200 Millia den DM bis Ende 1963 geschä z ,
wobei die Neu e mögen de p i a en und ö en lichen Un e nehmen
oneinande ge enn we den müssen6. Audi die e angelische Ki che
sieh diesen Zus and als, gesellscha lich gesehen, genau so bedenk-
lich an, wie sie die Anhäu ung g oße , dem E we b dienende Ve -
mögenswe e in de ö en lichen Hand eine Übe p ü ung we
e ach e . Diesbezüglich wi die e angelische Ki che die F age au ,
ob da an nich auch die bishe eigen umslosen Volksschich en An eil
haben soll en, ohne alle dings auch hie konk e e Andeu ungen übe
ih geeigne e scheinende Maßnahmen zu machen. Dasselbe gil on
de Fo de ung, im In e esse de Scha ung on Wohn aum de „un-
ge ech e ig en" Bodenp eisbildung on S aa s wegen Einhal zu ge-
bie en, eine F age, die die gesam e P oblema ik de eien Ma k -
wi scha auch im Bausek o be üh .
Fes zuhal en is , daß die e angelische Ki che au dem B»oden d«
Ta sachen in de Bundes epublik Deu schland s eh . Sie will nich
die on Gewe kscha ssei e ge o de e Um e eilung des s-ei de
Wäh ungs e o m neu angesammel en Ve mögens, o de abe im
In e esse de E hal ung de bes ehenden Gesellscha s- und Wi -
sdia sO dnung in de Bundes epublik on je z ab eine besise e, d. h.
b ei e e Eigen umss euung.
6 Vgl. Oska Klug: Volkskapi alismus du ch Eigen umss euung. Illusion ode
Wi klichkei ? S u ga 1962. S. 101 . und S. 333 . Mi Schaubilde n, S a is iken
und Li e a u angaben.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
16 Oska Klug
4. Eigen umss euung in
e angelisch-ki chliche Sich
Die e angelische Ki che e kenn die No wendigkei de e höh en
In es i ionen an, um den g oßen Au gaben de mode nen Indus ie-
gesellscha gewachsen ®u sein. Die e angelische Ki che sag :
„18. Will man in Zukun das Eigen um b ei e s euen, ohne gleichzei ig die
G undlagen ü eine s e ige E höhung de ealen Lohneinkommen zu ge äh den,
so müssen die Emp änge on Lohneinkommen in wachsendem Maße selbs Eigen-
um an P oduk ionsmi eln bilden und dieses s ändig e meh en. Das is nu
möglich, wenn Lohn- und Gehal semp änge , die An eils ech e am P oduk i -
e mögen in die Hand bekommen, diese in de Regel nich zu S eige ung ih es
Konsums e äuße n, sonde n behal en."
„19. We Ge ech igkei de Eigen ums e eilung ü sich e lang , muß auch
selbs eine Eins ellung zum Eigen um einnehmen, die dessen Bes immung und den
olkswi scha lichen E o de nissen en sp ich ."
„20. Jede Rech so dnung ha die Au gabe, zu einem Ve hal en zu e mun e n
und im e o de lichen Um ang zu zwingen, das de Ge ech igkei und de Wohl-
ah alle dien . Das is um so no wendige , je meh ohne solche Nö igung ein
Ge älle zu Unge ech igkei en s eh . Ein Ge älle zu eine unge ech en Eigen-
ums e eilung en s eh do , wo das In es i ionsbedü nis de Wi scha o
allem aus den Mi eln de Emp änge g oße Einkommen be iedig wi d, weil
sie ela i leich e einen Teil ih es Einkommens zu Scha ung on In es i ions-
gü e n abzweigen können. Wenn nu die Reichen spa en, kann eine ge ech e
Eigen ums e eilung nich e eich we den."
Dami be üh die e angelische Ki che die heiß ums i ene F age
de Selbs inanzie ung de Un e nehmen7. Nach de Au assung de
e angelischen Ki che müß e dahe kün ig
„21. ein Teil des Gewinns ü besonde e Maßnahmen he angezogen we den,
du ch die eine ge ech e e, on b ei en K eisen de Be ölke ung ge agene
Eigen umso dnung eingelei e wi d",
um sie meh als bishe an de Finanzie ung des wi scha lichen
Wachs ums eilhaben zu lassen.
Auch diese Beme kungen sind ganz allgemein gehal en — ohne
Rücksich au die Ta sache, daß meh als 12 % des Ak ienkapi als de
wes deu schen und Wes be line Ak iengesellscha en in Händen aus-
ländische Kapi albesi ze sind, e ne ahne Rücksich au die in e -
na ionalen Kapi alma k e häl nisse übe haup .
In eine ü Ende 1962 om S a is ischen Bundesam o genommenen
Un e suchung de Gesellscha en mi besch änk e Ha ung — 41 000
mi einem S ammkapi al on meh als 19 Millia den DM gegenübe
36,2 Millia den DM G undkapi al de in de Bundes epublik und in
Wes be lin ansässigen Ak iengesellscha en — wu den Ausländsbe ei-
ligungen an 600 Un e nehmen mi einem S ammkapi al on 4 Millia -
den DM e mi el . Die in e na ionalen Ve lech ungen de deu schen
Wi scha haben inzwischen wei e zugenommen. Unge äh ein Ach el
7 Vgl. Klug: a.a.O. S. 351 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 23
„Quad agesimo Anno" s ell au den „gemäßig en" Kapi alismus be-
zogene, allgemeine Fo de ungen au , das Eigen um „sozialge ech "
zu e we en. „Quad agesimo Anno" lehn also »den mode nen, seh
dynamischen Kapi alismus mi seinen undu chsich igen in e na ionalen
Kapi al e lech ungen genau so ab wie jede A on Sozialismus
ode Libe alismus. Das is auch ü ih e Einzel o schläge zwecks
besse e Eigen umss euung en scheidend!
„Die konk e e Eigen umso dnung müsse den E o de nissen des
Gemeinwohls, d. h. eine sozialge ech en O dnung, en sp echen. Das
Gemeinwohl is ,de le z e Rich e auch übe das P i a eigen um4.
Eine Eigen umso dnung, die das Gemeinwohl ze s ö ode in
schwe s e Bed ängnis und Ve wi ung ge a en läß , ich e sich selbs
als na u -, Ve nun - und si enwid ig. Das G undp inzip de Gemein-
wohlge ech igkei alle wah en Eigen ums O dnung behe sche selbs -
e s ändlich auch unausweichlich die heißumkämp e Ve eilungs age,
die F age, ob die E dengii e un e den einzelnen Schich en und
G uppen ich ig e eil sind, ja, ob das gel ende Ve eilungsp imzip
gu geheißen we den könne18." Nach „Quad agesimo Anno" Numme
58, 60, 61 nein! Nich de übe s eige e, sonde n de „gemäßig e"
Kapi alismus mi eine e neue en „s ändischen O dnung" (81) is das
ge sells cha s- und wi scha spoli ische Lei bild de ka holischen
Ki che.
Aus be u enem Munde sieh das Vo bild ü diese nich nu wi -
scha lich o ien ie e s ändische O dnung de menschlichen Lebens-
o m unge äh so ans:
„Die Bemühungen Leos XIII. und Pius9 XI. haben ein gesellscha s-
poli isches Ziel: Den Gegensa z de A bei sma k pa eien, die Au -
spal ung de Gesellscha in zwei Klassen on en, die um den A -
bei sma k als Kamp eld g uppie sind, au zudecken und zu übe -
winden. Diese Übe windung kann nu und muß du ch die neue Ge-
sellscha so dnung e olgen, du ch die ,E neue ung eine s ändischen
O dnung6 (QA81); das Bes eben muß dahingehen, ,aus de Ausein-
ande se zung zwischen den Klassen zu ein äch igen Zusammena bei
de S ände' zu kommen. In RN is diese be u ss ändische ode , wie
iele im Anschluß an 0. . Nell-B euning SJ liebe sagen, ,leis ungs-
gemeinscha liche6 O dnung noch nich ausd ücklich genann , wohl da-
gegen in QA, woselbs sie das Ke ns ück des ganzen Rundsch eibens
bilde . Ge ade dieses Ke ns ück mach bis zu S unde a ge Kop -
schme zen. Die Schwie igkei en liegen z. T. da in, daß man die be-
u is ändische O dnung einsei ig als wi scha epoli ische« Lei -
13 Ebe ha d Wel y OP: „Ein üh ung in die Sozialleh e de Päps e on Leo XIII.
bis zu Johannes XXIII." In: Die Sozialenzyklika Paps Johannes* XXIII., Ma e
e Magis a. F eibu g/B . 1961. S. 30.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
24 Oska Klug
hild gedeu e ha , wogegen sie ein gesellscha s'poliúsdies
Lei bild sein will (QA82), und daß man imme wiede e such ha ,
allgemeingül ige Schaubilde zu en we en, wogegen de Paps eigens
he o heb , daß die Menschen ,die olle F eihei haben, eine Fo m
nach ih em Ge allen zu wählen' (QA86), also die Idee den Ve häl -
nissen on Raum und Zei anzupassen, was eben heiß , daß keine
allgemeingül igen Schaubilde möglich sind. Es is hie nich de O ,
alle diese Dinge zu e ö e n. Daß in de heu igen plu alis ischen Ge-
sellscha ' de Klassenkamp in de Fo m und de Ausschließlichkei ,
wie ihn die Zei on RN und QA kann e, bis au Res bes ände e -
schwunden is , mag ich ig «ein (ande e, da un e seh u eils ähige
Kenne de Zei geschich e leugnen das). Siche jedoch wi d diese
plu alis ische Gesellscha on auße o den lich ielen und he igen
In e essen- und Mach kämp en bes imm und beun uhig , und siche
haben wi uns heu e nich wenige als damals zu agen, ob wi uns
mi diesem ielsei igen G uppenegoismus ein ach ab inden, wie die
Neolibe alen und Neosozialis en das wei hin un, ode ob wi uns
in unse en gesellscha s- (und wi scha s-!) poli ischen Bes ebungen
on Au bau- und O dnungsg undsä zen lei en lassen, die de Gesell-
scha als ,Einhei in woihlgegliede e Vielhei ', als wohlge iig e
O ganismus mi dem Gemeinwohl als Ziel und Mi e, kon o m sind
(QA 83—84). In diesen G undp inzipien lieg , so schein uns, in e s e
Linie die un e minde andaue nde Ak uali ä und Ve bindlichkei
dieses Abschni es übe die be u ss ändische O dnung. Di« wich igs en
P inzipien seien hie angegeben:"
,,a) Den An ang muß das G undgese z de Subsidia i ä machen, das
Gese z de e gänzenden Hil eleis ung' ode ein ach das ,Zus ändig-
kei sp inzip' (F anz Klübe ). Ku z o mulie , lau e es so: De ein-
zelne und die jeweilige Gemeinscha sollen die ihnen eigenen und
möglichen Tä igkei en (Leis ungen, Funk ionen) e üllen können,
nich behinde , sonde n un e s ü z , ge ö de und nu no alls e -
se z du ch die (höhe e) Gemeinscha . QA (79) e klä bekann lich
allgemein: ,Jedwede Gesellscha s ä igkei is ja ih em Wesen und
Beg i nach subsidiä ; sie soll die Gliede des Sozialkö pe s un e -
s ü zen, da sie abe niemals ze schlagen ode au saugen'."
,,b) Ane kann und zu G undlage geo dne e Gemeinscha s ä ig-
kei und Gemeinscha sen widclung gemach is dami das Rech de
kleinen Lebensk eise, d. h. die Eigens ändigkei und Eigen Wi ksam-
kei de Kul u gebie e, de ih zugeo dne en Gemeinscha en sam
de en zweckdienlichen Gliede ungen. Die ielen und e schiedenen
Kul u gemeinscha en sind mi je einem Teilgiu inne halb des Ge-
sam gu es be aß ; in Selbs e wal ung e üllen (und p legen sie ih
Eigenziel und ih e Eigenau gabe: P inzip de Selbs e wal ung
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 25
„c) ,Nich das Me kmal Besi z ode Nich besi z, sonde n die ge-
sellscha liche Funk ion soll den Pla z des Mensch-en in de Gesell-
scha und seine Eino dnung in die Gesellscha bes immen' ( . Neil-
B eunings Ein üh ung VII). Die Zugehö igkei zum gleichen Be u '
(QA 83) sp eng den Rahmen on In e e&sen e bänden (obwohl auch
solche no wendig und daseinsbe ech ig bleiben) und e gib die Au -
gliede ung de Gesellscha in Leis ungs- ode Be u sgemeinscha en.,
au onome ,be u ss ändische Kö pe scha en'. In diesen ö en lich-
ech lich selbs ändigen Kö pe scha en lieg das Schwe gewich bei
den gemeinsamen Angelegenhei en (QA 85); alle Be u sanjgehö igen,
gleich iel ob A bei gebe ode A bei nehme , sind au ge u en und
be ug , bei diesen Angelegenhei en gleichbe ech ig , wenn auch in
un e schiedlichen Funk ionen, mi zuwi ken. P inzip de ebenbü igen
Zusammena bei
,,d) So ge und Wi ksamkei de Kul u be eiche und Leis ungsge-
mein schal en e s ecken sich o nehmlich au das ,allgemeine Wohl
des Gesam olkes' (QA85), au das Gemeinwohl, zu dem jede Rui-
u be eich und jede Leis ungsgemeinscha (sam ih en Gliede ungen
und Un e gliede ungen) ih en Teil bei agen: P inzip des Gemein-
wohles. Mi diese unbeding en Zuo dnung und Ve p lich ung zum
Gemeinwohl wi d dem bloßen Mach - und In e essens andpunk de
Kamp angesag , da in de höhe en Einhei des Ganzen die Einzel-
und G uppenbelange zwa nich un e gehen, abe sinn oll einge üg
we den."
„Wenn man diese G undsä ze au die de zei ige gesellscha liche
Lage anwende , dann zeigen sich auße o den lich iele und uch -
ba e Ansa z- und Anknüp ungspunk e, sei es im Hinblick au die
o handenen, sei es im Hinblick au die noch nich o handenen, abe
no wendigen Bes ebungen, En wicklungen, O ganisa ionen. Da ü
nu ein paa S ichwo e: Ma k behe schende Ve bände: Zusammen-
a bei au übe e bandliche Ebene; wi scha liche und sesellscha -
liche Konzen a ion bzw. de en Übe windung; A bei s-, Be u s- und
Kul u kamme n; Sena e14."
Diese Gedanken sind seh abs ak o mulie und be e en die
gesam gesellscha liche P oblema ik. Wenn abe die ka holische
Sozialleh e die heu igen Gegebenhei en — auch in de Bundes epublik
Deu schland — ansp ich und, wie wi noch sehen we den, konk e e
14 Ebe ha d Wel y OP: a.a.O. S. 35/37. s. u.a. auch Emil Muhle : a.a.O. und
Be nha d Hä ing: „Das Gese z Ch is i. Mo al heologie", F eibu g 1959, mi eichem
Li e a u e zeichnis. Fe ne Oswald on Nell-B euning und He mann Sache
(H sg.): „Wö e buch de Poli ik", F eibu g 1954. Daß das Ahlene P o-
g amm de CDU und sie auch heu e noch s a k on den Sozialenzykliken „Ke um
No a um" und „Quad agesimo Anno" beein luß wa bzw. is , muß in diesem
Zusammenhang e me k we den.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
26 Oska Klug
An egungen ü die ku z is ige gesellscha s- und wi scha spoli ische
Zielse zung geben will, dann müssen wi die F age de Möglichkei
de Du ch üh ung de „neuen s ändischen O dnung" und de an ih
o ien ie en Eigen uniss euung in ka holische Sich mi den ha en
Ta sachen e gleichen, zumal ja die obigen G undsä ze au die de -
zei ige Lage als anwendba hinges ell und, wie wi es s ellen we -
den, konk e e Vo schläge on ka holischen genau so wie on e an-
gelischen Sozialwissenscha e n zwecks schnelle e und b ei e e
Eiigen umss euung gemach we den. Das soll an einem konk e en
Beispiel demons ie we den:
Ta sache is , daß iele Bankie s in alle Wel ka holischen Glau-
bens sind. Welche Übe legungen können und müssen sie ans ellen,
um de na u ech lichen Au assung ih e Ki che zu en sp echen? Was
heiß es ü einen solchen Bankie , de nach den einschlägigen K edi -
gese zen /an ganz bes imm e Vo sch i en gebunden is , „sozialge ech "
im Sinne des „gemäßig en" Kapi alismus o zugehen? So/11 de ka ho-
lische Bankie /die K edi gewäh ung an einem „sozialge ech en" We ,
den e im mode nen, dynamischen Kapi alismus nich eindeu ig be-
s immba auszumachen in de Lage is , o ien ie en und nich an de
Ren abili ä des on ihm e wal e en Kapi als? Muß e nich den
Ma k zins ü die Kapi alleihe als den „sozialge ech en" P eis an-
sehen, da es ja keinen „jus um p e ium" im Sinne de ka holischen
Übe lie e ung meh gib ? Soll e z. B. keinen K edi einem Un e -
nehme geben, de seine P oduk ionsmi el ü die He s ellung on
Ve nich ungswa en e wende und nich ü Gü e , die iedlichen
Zwecken dienen? Ode soll e Un e nehme n die He s ellung on
Luxusgü e n du ch K edi en zug unmöglich machen, weil au de
Wel noch Millionen on Menschen hunge n und da an s e ben? Und
wie soll sich de ka holische Bankie als Exponen eine bedeu enden
G oßbank, die an zahl eichen in e na ionalen Kapi al e lech ungen
zwecks Scha ung und Un e hal ung g oßdimensionale Un e nehmen
und We ke in e essie is , e hal en? Im Zei al e des mode nen, ge-
wandel en, dynamischen, also nich „gemäßig en" Kapi alismus kann
de ka holische Bankie ga nich ande s handeln, als daß e , wenn
e seine Bank wei e hin Einlagen on ka holischen und nich ka ho-
lischen Kapi algebe n nach dem Gesich spunk de bes möglichen
Rendi e e hal en und nich eines Tages in Liquida ion gehen will, die
K edi gewäh ung nach ein kapi alis ischen G undsä zen o nimm .
Denn sons wü den und müssen die konku ie enden Banken in alle
Wel das Geschä machen. Das in e na ionale Finanzkapi al is doch
eine Ta sache, die mi Schla<gwo en wie „Finanzkapi alismus" ode
„Konze n-Impe ialismus" ode mi de allgemeinen Bezeichnung
„wi scba lidie und gesellscha liche Konzen a ion" nich abzu un
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 27
is . Die indus ielle Massengesellscha e lang die ih e Bedeu ung
en sp echende G oßo ganisa ion und G oßin es i ion — neben den
Handwe ksbe ieben, den Klein- und Mi eilun e nehmen — nach ganz
ande en Gesich spunk en, als sie de ka holischen Vo s ellung om
^gemäßig en" Kapi alismus mi seinem bes imm o ien ie en We -
bewe b geläu ig e scheinen. Das is auch de Bo scha Paps Jo-
hannes9 XXIII. mi ih e besonde en Be onung de Eigen ums age
zu en nehmen15.
3. Ma e e Magis a
Haben also die So aiailenzykliken Leos XIII. und Pius9 XI. den
Wandlungen in den nich -kommunis ischen Indus ielände n du ch
eine meh allgemein gehal ene Au klä ung und Weisung Rechnung
zu agen e such , so is auch Johannes XXIII. in seine Bo scha
an alle Völke diese E de bemüh gewesen, sich den sei dem bei
ihnen gezeig en Ve ände ungen und den on ihnen e olg en neuen
Zielse zungen im Sinne de ka holischen G und hesen anzupassen
und dami auch on neuem die F age nach dem Sinn des Eigen-
ums, den Möglichkei en seines E we bs, seine Ve we ung und de
Eigen um&s euung au zuwe en.
In seine Ma e e Magis a geh auch Pap.9 Johannes XXIII. on
de Annahme aus, daß jede eihei lich o ien ie e S aa in de Lage
sei, alle dem Gemeinwohl dienlichen Vo keh ungen e en zu können.
Das gil insbesonde e ü die Ban ning de Ge ah de Ve mach ung
de Wi scha du ch g oße und g öß e p i a e und ö en liche Un e -
nehmen. Es heiß un e N . 36—40:
„36. De Paps beme k : ,An die S elle de eien Ma k wi scha a die Ve -
madh ung de Wi scha . Das Gewinns eben s eige e sich zum zügellosen Mach -
s eben. Dadu ch kam in das ganze Wi scha sleben eine u ch ba e, g ausene -
egende Hä e4 (QA 109). Sie lie e e im E gebnis die s aa liche Gewal de
Selbs such de Mäch ige en aus und münde e im in e na ionalen Finanz-
impe ialismus.
37. Um diese En wicklung de Dinge zu begegnen, e weis de Paps au
olgende Lei sä ze: Die Wel de Wi scha muß wiede zu Ach ung o de si -
lichen O dnung zu ückkeh en, das Einzel- ode G uppenin e esse muß wiede in
Einklang kommen mi dem Gemeinwohl. Das e lang , so o de Unse Vo -
gänge , zunächs die Wiede he s ellung de gesellscha lichen O dnung du ch au
den wi scha lichen und au den be u lichen Raum bezogene Sozialgebilde eigenen
Rech es, die keine S aa sschöp ungen sein dü en; e ne die Wiede he s ellung
de Hohei s unk ion de s aa lichen Gewal , dami sie nich die So ge ü das
Gemeinwohl zu ku z kommen läß ; endlich o de de Paps gemeinsame Be-
a ungen zwischen den S aa en und Zusammena bei au Wel ebene, auch zum
Zweck des wi scha lichen Wohles de Völke .
38. Die wesen lichen G undgedanken des Rundsch eibens Pius' XI. lassen sich
o allem au zwei zu ück üh en. De e s e is diese : Obe s e Maßs ab in de
15 Vgl. hie zu Klug: a.a.O. S. 15 ., 126 ., 145 ., 224 ., 300 ., 399; e ne :
,Die Konzen a ion in de Wi scha ." In: Zei sch i ü Na ionalökonomie (1963).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
28 Oska Klug
Wi scha da un e keinen Ums änden das Einzel- und G uppenin e esse sein;
audi nich de zügellose We bewe b ode die hemmungslose Mach des S ä ke en,
das na ionale P es ige ode de Mach wille de Na ion ode i gend ein de -
a ige Maßs ab.
39. He schen müssen in allen wi scha lichen Un e nehmungen ielmeh Ge-
ech igkei und Liebe als die obe s en Gese ze sozialen Ve hal ens.
40. De zwei e G undgedanke is wohl: Zu o de n is de Ausbau eine inne -
s aa lichen und in e na ionalen Rech so dnung mi einem Ge üs es e Ein ich-
ungen, ö en liche und eie , das Ganze beseel on de sozialen Ge ech igkei .
In ih müssen die in de Wi scha Tä igen ih eigenes In e esse mi dem
Gemeinwohl ha monisch e einigen können."
Und au die Eigen ums age selbs beizogen, heiß es im Gegen-
sa z zu de G und au assung de e angelischen Ki che übe die F age
de den Menschen zukommenden Gesellscha s- und Wi scha s-
o dnung:
„104. Augenscheinlich ollzieh sich in jüngs e Zei ge ade bei den g öß en
wi scha lichen Un e nehmen eine imme schä e e Scheidung de Funk ionen
hie de Kapi aleigne , do des Managemen s. Da aus e wachsen de s aa lichen
Füh ung ech schwie ige Au gaben. Diese ha ja da übe zu wachen, daß die
Planungen de Lei e üh ende Un e nehmen, besonde s solche , die ü die ge-
sam e Volkswi scha on en scheidende Bedeu ung sind, nich in diese ode
jene Hinsich den E o de nissen des Gemeinwohls zuwide lau en. Diese Schwie-
igkei en bes ehen, wie die E ah ung zeig , unabhängig da on, ob das ü die
g oßen Un e nehmen no wendige Kapi al sich in ö en liche ode p i a e Hand
be inde ."
Papis
Johannes XXIII.
be üh dami die Möglichkei de Ge ah
des Mach mißb auchs on Un e nehmen mi „ma k behe schende
S ellung", die es in einem „gemäßig en" Kapi alismus nich geben
könn e. Au diese P oblema ik geh e abe nich wei e ein, und es
is dahe beg ei lich — deswegen abe nich möglich —, wenn sie,
wie wi noch es s ellen we den, auch on dem A bei sk eis de
ka holischen und e angelischen Sozaalwissenscha e ausgespa bleib .
Seinen Gedankengang noch meh p äzisie end, äh Paps
Johannes XXIII
. o :
„109. Das Rech au P i a eigen um, auch an P oduk ionsmi eln, gil ü jede
Zei . Es is in de Na u de Dinge selbs g undgeleg , die uns beleh , daß de
einzelne Mensch ühe is als die bü ge liche Gesellscha , und daß diese ziel-
ha au den Menschen hingeo dne sein muß. Üb igens wü de die Ane kennung
des menschlichen Rech s au wi scha liche P i a ini ia i e gegens andslos, woll e
man den Menschen nich zugleich auch die Möglichkei ein äumen, die ü die
Ausübung dieses Rech s no wendigen Mi el selbs zu bes immen und anzu-
wenden. Sowohl die E ah ung wie die geschich liche Wi klichkei bes ä igen es: wo
das poli ische Regime dem einzelnen das P i a eigen um auch an P oduk ions-
mi eln nich ges a e , do wi d auch die Ausübung de menschlichen F eihei
in wesen lichen Dingen eingesch änk ode ganz au gehoben. Das beweis : Das
Rech au Eigen um bilde in de Ta eine S ü ze und zugleich einen Anspo n
ü die Ausübung de F eihei ."
Die Ve gesellscha ung de P oduk ionsmi el wi d also s ik — „ ü
jede Zei " — abgelehn . Fü die mode ne ka holische Sozialleh e is
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 29
dahe das „P i a eigen um auch an P oduk ionsmi eln" die Vo -
ausse zung ü die E hal ung de menschlichen Wü de und F eihei
und dami ü die Du chse zung de Ge ech igkei . Es komme nu
da au an, den E we b auch dieses Eigen ums zu e möglichen und es
möglichs wei un e alle Be ölke ungsschich en zu s euen. Dies-
bezüglich beme k
Johannes XXIII
. olgendes:
„112. Wi sag en schon, daß in nich wenigen Lände n in de le z en Zei die
Wi scha einen asdien Au schwung genommen ha . Wenn abe de E ag
s eig , so e langen Ge ech igkei und Billigkei auch eine im Rahmen des Ge-
meinwohls mögliche E höhung des A bei slohnes. Dadu ch wi d den A bei e n e -
leich e , E spa nisse zu bilden und ein bescheidenes Ve mögen zu e we ben. Es
is deswegen un e s ändlich, wenn on einigen de na u ech liche Cha ak e des
Eigen ums bes i en wi d. Leb doch das Eigen um on de F uch ba kei de
A bei und e häl on ih seine Bedeu ung. Es schü z zudem in wi ksame
Weise die Wü de de menschlichen Pe son und e leich e die Ausübung de
be u lichen Ve an wo ung in allen Lebensbe eichen. Es ö de die Ruhe und
Bes ändigkei des menschlichen Zusammenlebens in de Familie und ö de den
inne en F ieden und die Wohl ah des Landes.
113. Es genüg jedoch nich , nu das na u gegebene Rech au P i a eigen um,
auch an P oduk ionsmi eln, zu be onen. Mi gleichem Nachd uck muß alles un e -
nommen we den, dami alle K eise de Be ölke ung in den Genuß dieses Redi es
gelangen.
114. Pius XII. ha es kla ausgesp ochen: ,Die Pe sönlichkei swü de des Men-
schen e heisch also das pe sönliche Nu zungs ech an den Gü e n de E de als
no male und na u gemäße Lebensg undlage. Dem en sp ich die g undsä zliche
Fo de ung des P i a eigen ums, sowei möglich, ü alle' (Weihnach sbo scha
1^42. In: U z-G one : ,Au bau und En al ung des gesellscha lichen Lebens. Soziale
Summe Pius' XII.6, S.243).
115. B ei e e S euung des Eigen ums is , wenn jemals, so heu e ganz be-
sonde s gebo en. In eine wachsenden Zahl on Lände n wächs de wi scha liche
Wohls and asch. Bei kluge Anwendung be ei s e p ob e Ve ah ensweisen dü e
es nich schwe sein, die wi scha liche und soziale En wicklung in diesen Län-
de n so zu lenken, daß sie den Zugang zu p i a em Eigen um e leich e und
e b ei e , beispielsweise zu daue ha en Geb auchsgü e n, Wohnhaus, G und-
s ück, Ge ä en ü den handwe klichen ode bäue lichen Familienbe ieb, in We -
papie en e b ie en Kapi alanlagen in G oß- und Riesenun e nehmen. In sozial
und wi scha lich o gesch i enen Lände n sind da be ei s e euliche E gebnisse
e ziel ."
Es wi d zwa auch on „G oßun e nehmen" gesp ochen, abe nich
om dem Ve häl nis solche zu den Mi el- und Kleinun e nehmen
und zu de Vie-lz-ahl on Handwe ksbe ieben. Abe die G oßun e -
nehmen dü en eben ein gewisses Ausmaß und eine gewisse Zahl
nich übe sch ei en. Riesenun e nehmen, wie sie in e schiedenen
S aa en gegeben sind und wie sie an Kapi alin ensi ä und Ausdeh-
nung ih es Ma k - und Mach be eichs noch zunehmen we den, um
dem Beda de asch anwachsenden Be ölke ung nachkommen zu
können, we den in die ka holische Sozialleh e nich einbezogen. Wie
will und kann abe die ka holische Ki che die du ch zahl eiche
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
30 Oska Klug
G ünde und Ziele e anlaß « g oßdimensionale Technik und O gani-
sa ion on Gesellscha und Wi scha igno ie en? Das is eines ih e
schwie igs en Kapi el!
„116. Das eben Gesag e schließ keineswegs aus, daß auch de S aa und an-
de e ö en lich- ech liche Gebilde ech mäßig Eigen um besi zen, auch an P o-
duk ionsmi eln, ganz besonde s dann, wenn ,die mi ihnen e knüp e übe -
g oße Mach ohne Ge äh dung des ö en lichen Wohls P i a händen nich übe -
an wo e bleiben kann4 (QA114).
118. Wi müssen auch da au hinweisen, daß wi scha liche Un e nehmungen
des S aa es ode ande e ö en lich- ech liche Gebilde nu solchen Männe n an-
e au we den dü en, die sich du ch besonde e Sachkenn nis, du ch Cha ak e -
es igkei und du ch g oßes Ve an wo ungsbewuß sein gegenübe de Volks-
gemeinscha auszeichnen. Die Tä igkei diese Männe is so gsam zu übe wachen.
Es muß e hinde we den, daß inne halb de s aa lichen Ve wal ung selbs wi -
scha liche Mach sich in den Händen wenige anhäu . Das is un e einba mi
dem ö en lichen Wohl."
Die G undhal ung de ka holischen Ki che zu dem P oblem de
„ge ech en Gesellscha s- und Wi scha so dnung" und de Eigen-
ums age is in den o iziellen Ve lau ba ungen e zeichne und da-
mi auch de Gegensa z zu de G undhal ung de e angelischen Ki che.
4. K i ische Wü digung
de k a h o
1
i s c<h e n E i g e n u m s
1
e h e
Na ü lich haben die Päps e Leo XIII., Pius XI., Johannes XXIII.
in ih en Sozia lenz yklikem keine ü aille Völke diese E de bis ins
einzelne igehende Anweisungen e eilen können uinld wollen. Es kam
ihnen o allem au die Da legung des Ausgangspunk es de ka ho-
lischen Ki che auch in de Eigen ums age an. E is das Na u ech !
Von ihm e heb die ka holische Ki che den Ansp uch, ü alle ka ho-
lischen Völke diese E de zu sp echen.
De Ansp uch de ka holischen Ki che, au Fo m und Inhal de
menschlichen Gesellscha Ein luß zu nehmen, sie also nich dem S aa
allein >zu übe lassen, is unabdingba ges ell . Alle Sozialenzykliken
und auch die Bekumdungen Paps Pius' X//., de seine sei s au die
Ab assung und Ve kündung eine eigenen Soizialenzyklika e zich e e,
s ellen Fo de ungen an die S aa en unid an ih e Bü ge , um die neue,
nach S änden gegliede e Gesellscha s O dnung zu beg ünden. Nu
eine solche könne auch mi de Zei den Ma xismus-Leninismus au
iedliche Weise übe winden. Die ka holische Ki che will — auch im
Gegensa z zum Libe alismus und zu seine gemäßig en Fo m: dem
Neolibe alismus, e ne auch im Gegensa z zum Neosozialismus ode
eihei lichen Sozialismus — dieses Ziel du ch die wel wei e P o-
g ammie ung ih e Vo s ellungen und Fo de ungen e eichen. Zahl«
eiche F agen, die unse Thema be üh en, we den du ch sie au ge-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 31
wo en. Einige de wich igs en sollen nachs ehend he ausges ell
wenden:
1. Welches is de Maßs ab ü die „sozial e p lich e e66 Eigen-
ums e we ung in de mode nen, a bei s eiligen Wi scha ?
2. Wie sollen die einzelnen Ve b auche und E we bswi scha e
ih „(na ü liches66 Rech au P i a eigen um wah nehmen, wenn die
ka holische Ki che om S andpunk eines „gemäßig en66 Kapi alismus
— und nich on dem des mode nen, gewandel en, dynamischen
Kapi alismus einschließlich des wel wei en E ek enkapi alismius mi
all den bekann en Fo men — ausgeh ?
3. Wie sollen die Menschen die Wü de des ande en ach en und
bewah en können, wenn sie sich — o z ih es beg enz en Eigen-
ums — mäch igen O ganisa ionen, und zwa nich nu wi scha -
lichen, die abe echnisch, wi scha lich und gesellscha lich no wendig
sind, gegenübe sehen?
4. Wie soll ein S aa die ihm on de ka holischen Ki che anemp-
ohlene Obach geben können, wenn ©eine Au o i ä und Mach du ch
wel poli ische und wel wi scha liche Madi g uppie ungen geschwäch
wo den is und keine Aussich au eine Ände ung dieses Zus andes
bes eh ?
5. Wie soll die mode ne indus ielle Massen/gesellscha de wes -
lichen Wel umge o m we den können, um die „k a olle Zügelung
und weise Lenkung66 des S aa es — on de Sozial- ode Gemein-
wohlge ech igkei „du chwal e 66 — bewi ken zu können?
6. Was heiß in de mode nen Wel „gemeinw oh [ge ech e Eigen-
umso dnung66, da ja die ka holische Ki che die gegenwä ige Eigen-
ums e eilung als ih nich en sp echend ansieh ?
7. Wie kann nach ka holische Au assung die „Ve mach ung de
Wi scha du ch anonyme K ä e66 gebann und o zdem eine mög-
lichs wei e S euung on Eigen um auch an P oduk ionsmi eln im
Sinne des „in e na ionalen Gemeinwohles66 e eich we den, wo doch
die zukün igen echnisch und wi scha lich beding en Dimensionen
in bes imm en Be eichen ganz ande e Fo men annehmen we den und
müssen als heu e, um den An o de ungen de apide zunehmenden
indus iellen Massengesellscha und de un e en wickel en Völke ,
ü die sich bekann lich die ka holische Ki che besonde s s a k ein-
se z , gewachsen sein zu können?
8. Wie soll die „s ändische O dnung66, in de nach de Au assung
de ka holischen Ki che die Eigen umis e assiung und Eigen ums-
s euung „soziaige ech 66 du chge üh we den könne, aussehen, zu-
mal ja le z en Endes an eine alle Völke um assende O dnung ge-
dach wi d?
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
32 Oska Klug
9. Nach Paps Johannes XXIII. is das Gemeinwohl de „Inbeg i
jene gesellscha lichen Vo ausse zungen, die den Menschen die olle
En al ung ih e We e e möglichen ode e leich e n" (Ma e e
Magis a, 65). Wie soll de S aa als Glied de S aa engemeinscha
diese Fo de ung en sp echen, wenn e ande e sei s die En al ung
de Pe sönlichkei und ih e Dynamik nach den Vo s ellungen on
dem „gemäßig en46 Kapi alismus hemmen soll? Wi d doch dami die
Möglichkei de Eigen umss euung du ch die Ausgabe on Eigen-
ums ech en an g öß en Un e nehmen in de ganzen Wel ü zahl-
lose Menschen e s op 16!
F agen übe F agen sind du ch die Soziale azykliken au gewo en
wo den. Sie bedü en de Bean wo ung, um so meh , als die Ideolo-
gien Libe alismus, Sozialismus, Kommunismus in ih en e schiedenen
Abwandlungen eine imme g öße e Zugk a au die Massen aus-
üben, die sich nich meh mi e al e en, allgemein gehal enen ki ch-
lichen Fo mulie ungen zu iedengeben wollen.
Zwei ellos ha sich die ka holische Sozialleh e wesen lich meh
engagie als die e angelische. Die Vo s ellungen de ka holischen
Ki che on de den Menschen zukommenden Gesellscha s- und Wi -
scha so dnung und on de Eigen ums age sind seh konk e , und
die Fo de ungen sind ansp uchs oll ges ell 17.
16 Vgl. hie zu auch Klug: a.a.O. S. 362 . Da au , daß diese Eigen ums ech e
eine „Ve lüch igung" des ühe en Eigen umsbeg i s bedeu en, ha u. a. auch
Joseph Schumpe e (Kapi alismus, Sozialismus und Demok a ie. Be n 1950) im
Anschluß an Ka l Ma x, Rudol Hil e ding, sowie Be le und Means hingewiesen;
siehe auch Theodo Geige : „Die Klassengesellscha im Schmelz iegel", Köln 1950
und Da id Riesmann: „The Lonely C owd: A S udy o he Changing Ame ican
Cha ac e ", New Hä en 1950; deu sche Ausgabe „Die einsame Masse", Gö ingen
1956, e ne Helmu Schelsky: „Die skep ische Gene a ion. Eine Soziologie de
deu schen Jugend", Düsseldo -Köln 1955.
Zu Zei wi d in Rom das Konzilschema, das das Ve häl nis zwischen de ka ho-
lischen Ki che und de mode nen Wel neu e läu e n und übe die bishe igen
Enzykliken hinaus noch p äzise bes immen soll, ausgea bei e . Es bleib abzu-
wa en, wie sich die ka holische Ki che in Zukun gegenübe den Wandlungen de
meis en sozialis ischen ode sog. sozialis ischen Pa eien in de wes lichen Wel —
also auch de SPD — e hal en wi d. Jeden alls is das kü zliche Gesp äch zwi-
schen Paps Paul VI. und F i z E /e , de als o izielle Ve e e de SPD im
Va ikan emp angen wo den wa , ein No um in de Geschich e des Va ikans und
17 In diesem Zusammenhang is es wich ig, das Ve häl nis de Religionen de
E de zueinande (l . „Wel ki chen-Lexikon", Handbuch de Oekumene, S u ga
1960) kennenzule nen.
Bei eine Gesam be ölke ung on 2,7 Millia den Menschen = 100 °/o (S and
1959) e geben sich olgende An eile an den Religionen:
de SPD.
da on Ka holiken
Juden
Moslems
Hindus
bishe ige Kon uziane (chinesische
Ch is en 775 Millionen = 28,70%
538 Millionen
12 Millionen = 0,44 °/o
350 Millionen = 12,96 Vo
320 Millionen = 11,85 ®/o
Volks eligion) 300 Millionen = 11,11 Vo
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 39
Rein heo e isch läß sich da übe nich en scheiden, weil übe dies
die ü die s aa liche Spa ö de ung au zub ingenden Summen in
eine bes imm e Rela ion zu Spa neigung und zum Spa olumen auch
ohne Spa p ämien gese z we den müß en.
Um die Spa Willigkei de A bei nehme scha und de Beschä -
ig en des ö en lichen Diens es noch güns ige zu ges al en, soll e nach
Ansich des A bei sk eises eine ..höhe e Ve zinsung de nach dem
Spa p ämiengese z es gese z en Kon enspa be äige" e möglich we -
den, und, um das We p apie spa en, das ja de A bei sk eis beson-
de s ge ö de wissen möch e, noch en able ü die kleinen Ein-
kommensbeziehe ZJU machen, soll en nach ihm die Besi ze kleine
We p apie depo s on de Bö senumsa zs eue unid on den Depo -
gebuh en be ei we den.
Bei einem Ve gleich de Rendi e eine „Volksak ie" ode eines
ande en We papie s mi dem Kon enspa en e gib sich, daß dieses
en able is , wenn man die Chance des e waigen Ku sgewinns auße
ach läß ; noch meh na ü lich bei einem Ku s e lus . Denn die
kleinen We p apie spa e soll en auch nach den Vo s ellungen de
ch is lichen Sozialleh e keine Spekulan en sein, sonde n sich als
„Eigen üme am P oduk i kapi al" ühlen und somi zu geis igen
Übe windung de ma xis ischenJieninis ischen Wel e olu ionsidee bei-
agen können. Ein Blick au das die Spa kapii albildung da s ellende
Schaubild e gib , daß das Kon enspa en o allen ande en Spa -
o men angie 21.
Nach dem jüngs en Mona sbe ich de Deu schen Bundesbank
(1964) is das B u osozialp oduk im Jah e 1963 um 6,2 (8,8) P o-
zen au 376,8 (355,1) Millia den DM ges iegen. Real nahm es um
3,2 (4,2) P ozen au 288,8 Millia den DM zu. De An eil des Ein-
kommens aus (unselbs ändige A bei am gesam en Volkseinkommen
ha sich sei 1960 on 60,8 au 64,8 P ozen e höh . Dagegen e -
inge e sich de An eil de Un e nehme einkommen sei 1961 on
37,5 au 35,2 P ozen . Und dabei is in diesem Zusammenhang eines
besonde s es zuhal en.
De deu sche S aa sbü ge ha im Jah e 1963 nich une heblich
meh als in den beiden o angegangenen Jah en gespa . Die E -
spa nis de p i a en Haushal e s ieg im Jah 1963 um 3,8 Millia den
DM ode um und 20 P ozen au 22,8 Millia den DM. Die Spa -
quo e, die in den Jah en 1961 und 1962 nich übe 8,5 P ozen
hinausgegangen wa , ha einen An eil on 9,6 P ozen de e üg-
ba en p i a en Einkommen e eich . Sie sind um 6,7 P ozen au
238 Millia den DM ges iegen. Die p i a en Ve b auchisausgaben
21 Klug: a.a.O., S. 201 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
40 Oska Klug
wuchsen im Jah 1963 nu noch um 5,4 (i. V. 9,1) P ozen au 214,9
Millia den DM.
Wei o an o allen Spa o men s ehen die Spa einlagen bei den
Banken und Spa kassen. Die Ne ozugänge au den Spa kon en p i-
a e Pe sonen lagen im Jah 1963 um und 30 P ozen höhe als im
Jah zu o . Von de Zunahme de p i a en E spa nis en ielen as
70 P ozen au das Kon enspa en. Audi die Bauspa einlagen, die im
Jah 1962 ein wenig zu ückgegangen wa en, und »die Geldanlagen bei
den Lebens e siche ungen nahmen zu. Demgegenübe ha das We -
papie spa en nich zugenommen. Die We papie käu e mach en unge-
äh den gleichen Be ag wie im Jah 1962 aus.
Es is also nich einzusehen, wa um das lang is ige Kon enspa en
gegenübe den ande en Spa o men in de Ve zinsung om Gese z-
gebe güns ige ges ell we den soll, abgesehen da on, daß de A -
bei sk eis selbs besonde en Nachd uck au den E we b on ..Eigen-
um an P oduk ionsmi eln" übe das We papie spa en les und ü
ein „einhei liches Sys em de Spa ö de ung an S elle de un e -
schiedlichen Fö de ung de Eieen umsbildung du ch die des Woh-
nune?sbaup ämien i:ese zes, des Spa p ämiena ese zes., de s eue lichen
Bes üns is ung des Bauspa ens nach § 10 ES G und de s eue lichen
Begüns igung des Lebens e siche ungsspa ens" ein i .
Da die A bei e keineswegs wenige als die Anges ell en und Be-
am en e dienen — auch o keineswegs wenige als die Selbs än-
digen —, läß die S a is ik da au schließen, daß a sächlich de Spa -
wille de A bei e ge inge is . Dahe we den sie auch bei den Be-
mühungen, sie ü das We papie spa en alle A geneig e zu
machen, wenige ansp echba sein. Und das gib wiede um hinsich -
lich de E olgsmöglichkei de Fo de ung eines Ausgleichs zwischen
Kapi al und A bei du ch Eigen umss euung übe das We papie -
spa en zu denken, zumal ih An eil am P oduk i eigen um im Ve -
häl nis zum gesam en In es i ionskapi al sowieso nu ge ing sein
könn e. Ve gessen wi auch nich , daß die E spa nisse on o nhe ein
im Hinblick au einen bes imm en Zweck gemach we den!
Auch wenn in Wü digung de K i ik am Spa p ämiengese z de
S andpunk e e en wi d, daß die Spa ö de ung wei scbauend zu
be eiben wä e, als ein Vo haben, das mi Jah zehn en, genau be-
ach e soga mi Menschenal e n echnen müsse, bleib dieses Ge-
se z o zdem p oblema isch, und es dü e auch diesbezüglich noch nich
das le z e Wo gesp ochen wo den sein, zumal die Spa p ämie all-
gemein auch noch einkommen- und lohns eue ei is , dagegen Zinsen
und Zinseszinsen au die P ämie s eue p lich iges Einkommen aus
Kapi al e mögen sind. Selbs e s ändlich s<oll bei diese k i ischen
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 41
Eins ellung zum Spa p ämiengese z das Bemühen um die S abil-
e hal ung des Geldwe es nich e gessen we den.
Wie wä e es abe , wenn de S aa , ans a eine Spa p ämie zu
geben, sich in seinen nich unbeding no wendigen Ausgaben be-
sch änken und wenige S eue n e heben wü de? Bei einem Volks-
einkommen on meh als 355,1 Millia den DM im Jah 1962 be ug
die Gesam s eue e hebung und 48,6 P ozen .
Dami we den unbeding no wendige und wenige no wendige Aus-
gaben bes i en. Wenn sich de S aa in seinen Ausgaben besch än-
ken wü de, könn e e einen Teil de In es i ionsmi el ü seine
E we bsun e nehmen übe den Kapi alma k ode du ch Selbs inan-
zie ung au b ingen und b auch e nich au Kos en de üb igen
S eue zahle eines Dogmas wegen Eigen um zu he abgese z en P ei-
sen zu e kau en, um nachhe zu sehen, daß sich idie E we be on
^Volksak ien" um die sozial oman ische Exgen umsideologie übe -
haup nich kümme n, sonde n de Ve suchung, sich an dem Bö sen-
spiel ®u be eiligen, un e liegen22 ode ganz nüch e n ih e Rendi e
einschließlich des e ho en Ku sgewinns mi den ande en Spa o men
e gleichen.
Die om A bei sk eis ange eg e Be eiung de Besi ze kleine e
We papie depo s on de Bö senumsa zs eue und on den Depo -
gebüh en is öllig i eal. Die Banken und Spa kassen können au
die E s a ung ih e Meh belas ung nich e zich en. Sie sind kein
Woihl ä igkei sins i u , sonde n sind Un e nehmen, in denen seh genau
ge echne wi d und ge edine we den muß, weil sie emdes Geld
zu dem Zweck e wal en, ü die Kapi aleigen üme die höchs -
mögliche Rendi e he auszuwi scha en. Sons wü den und müß en
diese zu eine ausländischen Bank gehen. Die Konku enz au dem
in e na ionalen Kapi alma k komm in den An egungen des A bei s-
k eises zu wenig zu Gel ung!
Und was das We papie spa en als solches angeh , so schein nie-
mand on den Angehö igen des A bei sk eises den Ve such gemach
zu haben, bei seine Bank ode seine Spa kasse den Au ag zu
geben, ü — sagen wi — e wa 100 000,— DM 6% ode 61/2%ige
P andb ie e, Indus ieobliga ionen ode S aa sanleihen ü sich ode
ü die O ganisa ion, zu de e gehö , zu kau en. Dann wü de e
nämlich es ges ell haben, daß es ü seine Bank ode Spa kasse ga
nich leich is , den Au ag wunschgemäß zu e üllen. Allein des-
wegen nich , weil nich beliebig iel und gu es Ma e ial au dem
Ma k lieg und dahe jede Bank ode Spa kasse ü ih e Kunden
22 Bishe haben und ein Vie el de E s e we be on Volkswagenak ien diese
wiede an de Bö se e kau .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
42 Oska Klug
Repa ie ungen o nehmen muß, wobei na ü lich die g öße en, al en
Kunden o gehen.
Wenn man also zu de F age de S euung on „Eigen umsan eilen
am P oduk i kapi al" undie S ellung nähmen will, miuß man wissen,
wie es au dem bundesdeu schen und in e na ionalen E ek enma k
aussieh . Die heo e ische Du chd ingung des P oblems de Ve mö-
gensbildung und Eigen umss euung is zwa Vo ausse zung ü die
Be eiligung an de Diskussion, abe man muß auch die ealen Ta -
sachen und E ah ungen im Bank- und Bö sen geschehen kennen!
Die bö senno ie en Ak ien in de Bundes epublik nehmen näm-
lich sei Jah en an Zahl ab. Nach -den jüngs en E mi lungen des
S a is ischen Bundesam es wa en es nu noch 639 Ak iengesellscha en,
die ih e Ak ien an de Bö se no ie en lassen. Das sind bei und
2300 Ak iengesellscha en in de Bundes epublik und in Wes be lin
kaum meh als ein Vie el. „Nach G undkapi al, Ku swe und
Bö senumsä zen konzen ie sich das Haup gewich de wes deu schen
Bö sen au eine nu e häl nismäßig kleine Zahl on Ak iengesell-
scha en. Nu knapp übe 100 We e, also nu p ak isch jede sechs e
Bö sengesellscha e eich einen Ku swe on meh als 100 Mil-
lionen DM. Insgesam ep äsen ie diese kleine Zahl on Bö sen-
gesellscha en jedoch e wa neun Zehn el des Ku swe es au dem ge-
sam en Ak ienma k . Zieh man die G enze bei Gesellscha en mi
meh als 500 Millionen DM Ku swe , dann bleiben nu e wa d ei
Du zend Fi men, die jedoch be ei s zwei D i el des Ku swe -
olumens ep äsen ie en. Und nimm man schließlich nu die Ku s-
we millia dä e — die Zahl schwank um 17 Gesellscha en —, dann
en äll allein au diese G uppe die Häl e des gesam en Ku swe es
au dem wes deu schen Ak ienma k . Die e häl nismäßig wenigen
g oßen Bö sengesellscha en s ellen auch die g öß en Finanzie ungs-
au gaben an den Ak ienma k . Sie kassie en Jah ü Jah den Löwen-
an eil de on den Bö sengesellscha en du ch Kapi ale höhungen
au genommenen eigenen Mi el23." Die zukün igen echnischen, wi -
scha lichen, kul u ellen, be ölke ungspoli ischen Au gaben in alle
Wel benö igen In es i ionsmi el on g öße en Dimensionen, die nu
übe Kapi algesellscha en bescha we den können.
Und hie e ö nen sich neue Pe spek i en ü den We papie -
spa e , ohne daß de bundesdeu sche S aa — im Gegensa z zu allen
ande en S aa en (!) — besonde e und ü die üb igen S aa sbü ge
kos spielige „soziale" We papie spa ö de ungsak ionen s a en muß.
Die zukün ige En wicklung wi d das P oblem des We papie spa ens
auch in de Bundes epublik Deu schland in einem ganz ande en Lich
23 L . De Tagesspiegel (4.1.1964).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 43
als bishe e scheinen lassen. Ohne Inansp uchnahme des auslän-
dischen Kapi alma k es übe die e schiedenen Bö senplä ze is also
in de Bundes epublik eine Eigen umss euung übe den E we b on
We papie en nu seh beg enz möglich. Und, was den in e na io-
nalen We papie ma k angeh , so is hie zu olgendes es zus ellen:
In olge de gesellscha lichen Umschich ung z. B. de no dame ika-
nischen Be ölke ung, d. h. de He ausbildung eines neuen, seh b ei-
en, ande s als des ühe sich zusammense zenden Mi els andes, und
des dami zusammenhängenden s eigenden In e esses ü Ak ien sind
die no dame ikaniscben In es men -Gesellscha en bemüh , sich auch
au dem eu opäischen Ak ienma k es zulegen, um dami zugleich
das Risiko ü ih e In es men -Spa e zu e eilen. Denn die gegen-
wä igen Ak ienku se auch in den USA halben zum Teil e was Be-
ängs igendes in »ich. Sei An ang 1958 is de Ak ienku s-Index on
Dow Jones — mi zei weiligen Un e b echungen — e heblich ge-
s iegen, weil das Angebo on gu en Papie en, den „Blue Chips",
ela i ge ing is . Dahe sind auch die wenige gu en Ak ien, die
„Dogs and Ca s", maßgebend an diesem Ak ienku s-Index be eilig .
De Ku swe alle gehandel en USA-Ak ien ha die 300-Millia den-
$-G enze übe sch i en. Dahe müssen die USA-In es men -Gesell-
scha en bemüh 6ein, das du ch die Übe höhung de Ku se de „Dogs
and Ca s" e meh e Anlage-Risiko du ch Hinzukäu e au den eu o-
päischen Mä k en zu e inge n.
Im Falle de „sozialen" P i a isie ung de bundeseigenen ode
sons igen ö en lichen Un e nehmungen in de Bundes epublik muß
man also auch dami echnen, daß die ü den wes deu schen Klein-
spa e o gesehenen „Volksak ien" zwecks „Beg ündung eines wah en
Volkskapi alismus" in gewissem Um ang in die Po e euilles de USA-
ode ande e ausländische In es men -Gesellscha en wande n we -
den, so daß on diese Sei e he die „Volksak ien" in das anonyme
Angebo - und Nach agespiel an den Wel bö sen gelangen und dami
ih en eigen lichen Zweck e ehlen. De E ek enkapi alismus is eine
wel wei e Angelegenhei , aus de sich die bundes epublikanische
Volksak ienbewegung doch nich so he aushal en kann, wie es sich
die P opagandis en eine ypisch deu schen Volksak ienbewegung
o enba o s ellen, obgleich de Volkskapi alismus an sich in de
üb igen Wel e b ei e we den soll. Dann soll e man auch wissen,
welche Bedeu ung im Ausland und — wenn auch noch nich so wei -
gehend — in Wes deu schland die Kleinak ien in- und ausländische
Un e nehmen und das In es men -Ze i ika auch ü die kleinen
Spa e sei ielen Jah en e lang haben. Die Idee de „Volksak ien"
is also auch un e dem Gesich spunk de Kau möglichkei on deu -
schen „Volksak ien" sei ens ausländische In e essen en, die nich nu
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
44 Oska Klug
in den USA ansässig sein müssen, nich wenige p oblema isch ge-
wo den. Denn sie selbs wü den dami ja keine "Volksak ionä e" im
eigen lichen Sinne des Wo es, also „E s e we be " om „Volks-
ak ien" zum Soizialku s we den können. Vielmeh wü den die aus-
ländischen Käu e genau so behandel we den wie die deu schen
Käu e on „Volksak ien" zum Bö senku s ohne Besch änkungen.
Fü beide — ausländische und inländische Käu e — wü de de Ti el
..Volksak ionä " öllig bedeu ungslos sein. Denn ü sie wä e die
„Volksak ie" ein We papie wie jede ande e Kleinak ie auch. Die
„soziale" P i a isie ung is also aus iele lei G ünden meh als p o-
blema isch und wi d in ih en Möglichkei en und Auswi kungen wei
übe schä z . Das habe ich an ande e S elle mi zahl eichen Belegen
nachzuweisen e such 24.
Zwecks g öße e Eigen umss euung will de A bei sk eis abe doch
die „soziale" P i a isie ung on „geeigne en" ö en lichen Un e -
nehmen o gese z wissen. Alle dings soll en nach ihm an S elle on
„Volksak ien" eben alls mi Sozial aba — je nach Familiens and
und Einkommen — ausges a e e In es men -Ze i ika e ausgegeben
we den, um so die un e schiedlichen Risiken de zu p i a isie enden
Un e nehmen ausgleichen zu können. Die E löse aus de P i a isie-
ung soll en nach Ansich des A bei sk eises eine „S i ung" zu-
ließen, de en E äge zusä zlich ü die Eigen umsbildung b ei e
Schich en eingese z we den könn en. Ausd ücklich wi d be on , „daß
eine P i a isie ung ohne die ange üh en Au lagen une wünsch sei,
weil die s aa liche Ve mögenskonzen a ion nich du ch eine p i a e
Ve mögenskonzen a ion, sonde n du ch eine b ei e Ve mögens-
s euung e se z we den soll e".
Mi diesen An egungen be üh de A bei sk eis, wie gesag , ein
seh ums i enes P oblem. E s einmal muß man das Ausmaß, den
Au bau und die Kapi als uk u de ö en lichen Un e nehmen kennen,
um sich o Fehleinschä zungen hinsich lich ih e P i a isie ungs-
möglidukei en zu bewah en25. Sodann kann man die „soziale" ode
nich ^soziale P i a isie ung ö en liche Un e nehmen nich eines
Dogmas wegen p opagie en26.
Bei dem heu igen wel wei en Ausmaß des E ek enkapi alismus mi
seinen e schiedenen Anlagemöglichkei en is eben eine „soziale"
P i a isie ung ziu Las en de üb igen S aa sbü ge nich zu e an -
24 Klug: a.a.O.
25 Klug: a.a.O. S. 27 .
26 Ebd. S. 126 .; gl. om ka holischen S andpunk aus auch Gus a Gundlach
übe „Mi eigen um und Volksak ie". In: „Gesellscha spoli ische Kommen a e"
(Bonn 1957); F anz Spiegelhal e : „In es i lohn und Eigen umsbildung" (ebd.
1962), wie übe haup diese „Kommen a e" zu Eigen ums age.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 45
wo en. Die P i a isie ung dos Volks wagenwe ks ha gezeig , daß
eines Dogmas wegen we olles S aa seigen um zu einem nich zu e -
e enden Sozial aba e äuße wu de, um aus dem E lös allein
500 Millionen DM ü die En wicklungshil e abzuzweigen, abgesehen
da on, daß de En wicklungs onds bei einem höhe en Ve kau se lös
noch meh Millionen hä e bekommen können27.
Angesich s de keineswegs als posi i zu we enden E ah ungen
mi de „sozialen64 P i a isie ungsak ion, wo doch die Eigen ums-
s euung übe die Ausgabe on We papie en als das Bollwe k gegen
den Komunismus hinges ell wi d, is es nich e s ändlich, wenn de
A bei sk eis die „soziale44 P i a isie ung ö en liche Un e nehmen
wei e hin p opagie ; muß man doch auch olgendes bedenken:
Die Au oma ion in Ame ika, abe auch in ande en kapi alis ischen
Lände n, is wei o angesch/ i en; noch nich so wei in de Sowje -
union. An einem einzigen Fließband können zwei A bei e äglich
1000 Rund unkappa a e e igs ellen. Was in den USA und in an-
de en kapi alis ischen S aa en au diesen und ande en P oduk ions-
gebie en echnisch möglich is , is es g undsä zlich in Sowje ußland
auch. Dia ü gib es iele lei Beispiele! In Riesenbe ieben — gleich,
ob on kapi alis ischen Be iebslei e n ode sozialis ischen bzw. kom-
munis ischen Funk ionä en gelei e — we den mi denselben ech-
nischen Me hoden die Massenbeda sa ikel ü die lau end zuneh-
mende Be ölke ung in de ganzen Wel — heu e und 3 Millia den,
im Jah 2000 o aussich lich 5 bis 6 Millia den, ielleich auch 7 Mil-
lia den — he ges ell . Die mode ne Technik, die Be ölke ungs e -
meh ung, die No wendigkei eine ih em Beda en sp echenden
Massenp oduk ion und -Ve eilung und das nich meh abzus oppende,
mi ungeheu en Kos en e bundene S eben nach de E obe ung des
Wel aumes lassen auch die P oblema ik des Kapi alismus, Sozialis-
mus e schiedene Spiela und des Kommunismus in einem ande en
Lich als bishe e scheinen28.
Dami is auch gesag , daß man die F age de P i a isie ung de
ö en lichen Un e nehmen im Kapi alismus nich nach dem Mo o be-
handeln kann: „In de Sozialen Ma k wi scha sei eine e we bs-
wi scha liche Be ä igung des S aa es nich ge ech e ig !44
27 Klug: a.a.O. S. 125 .; siehe auch das nich genügend undie e U eil des
Bundes e assungsge ich s . 17. 5. 61 ebd. S. 439 .
28 In diesem Zusammenhang sei au die kenn nis eichen A bei en übe die
Auswi kungen des echnischen Fo sch i es on Gün e F ied ichs (IG Me all)
e wiesen; so u. a. au seinen Bei ag: Technische Fo sch i und wi scha liche
Konzen a ion. In: A omzei al e (He 6 u. 7 1961) mi Zi ie ung seine ühe-
en Un e suchungen. S. auch: „Au oma ion und echnische Fo sch i in Deu sch-
land und den USA." Ausgewähl e Bei äge zu eine in e na ionalen A bei s-
agung de Indus iegewe kscha Me all ü die Bundes epublik Deu schland. Re-
dak ion: Gün e F ied ichs. F ank u /M. 1963.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
46 Oska Klug
Bei de F age: ob p i a e Un e nehme ini ia i e ode Ini ia i e
on Lei e n ö en liche Un e nehmen bzw. on Regiebe ieben?
kann es sich doch imme nu um die bes mögliche Ve so gung de
Be ölke ung handeln. Es wä e sinnlos, meh e e un e einande konku -
ie ende P i a un e nehmen den Beda de soizialdi e enzie en Be-
ölke ungsschich en an Gü e n und Diens leis ungen decken zu lassen,
wenn es du ch s aa liche ode gemeindliche Un e nehmen bzw. Regie-
be iebe o eilha e is . Die Allgemeinhei kann auch an p i a e
Un e nehmen keine Monopol en en e eilen, die mögliche weise aus
G ünden des S ando s nich ausbleiben wü den. Un e Be ück-
sich igung des jeweils e o de lichen Kapi albeda s gib es im Kapi a-
lismus keine eindeu ige An wo au die obige F age.
Und was die F age de om A bei sk eis o geschlagenen „S i -
ung" angeh , so e inne diese An egung an die on de SPD o -
geschlagene „Deu sche Na ionals i ung", die „Deu sche Volksak ien"
ausgehen soll, und an die om Deu schen Gewe kscha sbund o ge-
schlagene Scha ung eines „Sozialkapi al onds ü alle A bei nehme ",
eines Mammu -In es men onds zwecks Ausgabe on A bei nehme -
an eilen und zwecks „ma k kom o me " Wi scha spoli ik — Ge-
dankengänge, mi denen ich mich eben alls auseinande gese z habe,
um alle Möglichkei en de Eigen umss euung zu un e suchen und au
ih e Zweckmäßigkei hin gegeneinande abzuwägen. Die Konzen a ion
on „An eilen am P o'duk i e mögen" in de a igen Mammu -O ga-
nisa ionen is aus e schiedenen G ünden ü die kleine en Spa e
meh als p oblema isch29. Dasselbe gil ü die on dem A bei sk eis
o geschlagene „S i ung".
In E gänzung hie zu mein de A bei sk eis:
„Die e mögensbildenden Ausgaben de ö en lichen Haushal e
soll en zu einem g öße en Teil als bishe übe den Kapi alma k
inanzie we den. Die Ve mögensboildung einkommensschwäche e
Schich en ließe sich auch hie ö de n, wenn We papie e ausgegeben
we den, die du ch eine amilien- und einkommensge ech e Ges al ung
de Bezugsbedingungen den Spa möglichkei en diese Schich en Rech-
nung agen. Bei eine de a igen Anleihe inanzie ung is dahin zu
wi ken, daß diese Anleihen a sächlich auch on den einkommens-
schwäche en Schich en e wo ben we den können."
Diesbezüglich gil dasselbe wie ü die „s'o ziale" P i a isie ung übe
die A/usigabe on „Volksak ien" ode In es men ze i ika en. Es is
unmöglich, auch bei dem E we b an Anleiiiepapie en eine „soziale"
Di e enzie ung ä la P eussag- und Volkswagenwe k-P i a isie ung
o zunehmen, wie es sich de A bei sk eis o s ell . Übe dies wü den
29 Vgl. da übe audi
Klug:
a.a.O. S. 315 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
Eigen um und Eigen umss euung in ch is liche Ve an wo ung 47
die Banken und Spa kassen übe o de we den, zumal die Spa e
heu e schon In es men -Papie e au Abzahlung kau en können.
De mode ne wel wei e E ek enkapi alismus bie e auch den
kleinen Spa e n, wenn sie — auch ohne an de Idee om „Eigen um
an P oduk ionsmi eln" in e essie sein zu müssen — We papie e
e we ben wollen, g undsä zlich Anlagemöglichkei en nich nu in de
Bundes epublik. D/ahe is diie „soziale" P i a isie ung on ö en -
lichen Un e nehmen, weil auch zu kos spielig ü alle S aa sbü ge ,
nich ge ech e ig . Daß die Nach age nach gcu en We papie en und
dami auch nach gu en Kleinak ien ode In es men ze i ika en nich
imme gedeck we den kann, wu de be ei s beme k ; abe es wu de
au die o lau end e wei e en Möglichkei en des We papie spa ens
hingewiesen, so daß es eines Dogmas wegen nich noch besonde s
o cie zu we den b auch ; abgesehen da on, daß es — un e Be-
ücksich igung de ande en Spa möglichkei en und Spa no wendig-
kei en — nich übe schä z we den soll e. De A bei sk eis sieh die
F age de „sozialen" P i a isie ung zu p o inziell, nu au die Bun-
des epublik Deu schland bezogen. Das is im Zei al e de En wicklung
de g oßdimensionalen Technik und ooi poli ischen und wi scha -
lichen G oß äumen nich möglich.
„Volksak ien", Klein- und G oßak ien, In es men an eil«, Gold-
und Whisky-Ze i ika e, B ie ma ken, Schmuck, Gemälde, An iqui-
ä en, Volksscha zb ie e kann g undsä zlich jede mann als Spa anlage
e we ben. Nu muß man, wie wi gesehen haben, bei den „Volks-
ak ien" zwischen d<em E s e we b du ch eine be o ech ig e Schach
und den spä e en Käu en auch on ande en In e essen en im In- und
Ausland un e scheiden. Auch das Ve sdche ungs-, Bau- und Kon en-
spa en is ü jede mann g undsä zlich möglich, dagegen nich de
Kau on Belegscha sak ien o de die An eilnahme an de E gebnis-
be eiligung diese ode jene A bis zum Mi eigen um in einem
Be ieb, de nich zu eine Ak iengesellscha gehö en muß. Mi eigen-
um in einem Be ieb, diese Möglichkei des Spa ens und de Ve -
mögensbildung is g undsä zlich nu A bei nehme n o behal en. Sie
is eine besonde e Fo m de E gebnisbe eiligung ode die Be eiligung
de A bei nehme am Leis ungse olg des Be iebes ode wesen liche
Be iebs eile. Es handel sich hie bei nich nu um die Möglichkei ,
„Eigen um an P oduk ionsmi eln" des Be iebes zu e langen, in
dem die A bei nehme jeweils beschä ig sind, sonde n um eine in
Wü digung de Mi a bei am e ziel en Leis ungse olg zu e g ei ende
Spa ö de ungs maßnahme.
Schon sei länge e Z<ei ha eine ganze Reihe on Un e nehmen,
o allem on besonde s leis ungs ähigen G oßun e nehmen, Ve gün-
s igungen im Sinne de Fö de ung de Ve mögensbildung un e de
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00
48 Oska Klug
Bezeichnung de G a i ika ionen, A bei nehme di idenden, Jah es-
abschlußzahlungen gewäh , was schon zu manchen Unge eim hei en
im We bewe b um A bei sk ä e zu Unguns en de mi els ändischen
und handwe klichen Be iebe ge üh ha , die nich ohne wei e es
als „k ankes Fuß olk" zu bezeichnen sind. Abe diese eiwilligen
Ve güns igungen un e liegen de Lohns eue - und Sozialabgabep lich ,
so daß de anges eb e E olg den A bei nehme n nich oll zugu e
kommen kann. De Gese zgebe ha daihe eine ü A bei gebe und
A bei nehme gül ige und ü beide Pa ne besse e Lösung ge unden.
E ha ein „Gese z zu Fö de ung de Ve mögensbildung de A bei -
nehme "30 gescha en, gleichsam als Rahmengese z ü die be ieb-
liche E gebnisbe eiligung, wenn ih e Ein üh ung on Un e nehmen
und handwe klichen Be ieben in Aussich genommen wi d. Dieses
Gese z soll, wie es heiß , Einzel agen nich pe ek ionis isch lösen
und o allem keine Bemessungsg undlage ü die E gebnisbe eiligung
ode Vo sch i en übe die Ve eilung de E gebnis an eile en hal en,
sonde n lediglich den Beg i de E gebnisbe eiligung abg enzen und
bes immen, wie die Be äge in den adi ionellen Fo men de p i-
a en Ve mögensbildung angeleg we den sollen. S a eine Ba aus-
zahlung an den A bei nehme kann de A bei gebe die ü jenen in
Aussich genommene Leis ungsp ämie en wede im Sinne des Spa -
p ämiengese zes ode des Wahnungsbaup ämiengese zes ode auch
zwecks E we bs on Belegscha sak ien nach den Bes immungen des
S eiie gese izes zu kleinen Ak ien ech s e o m anlegen. Alle dings
da de Gesam be ag de s eue lich zu begüns igenden Zuwendungen
nu ü A bei nehme im Sinne des Be iebs e assungsgese zes, das
lei ende Anges ell e ausschließ , nich meh als 312,— DM jäh lich
ausmachen.
Audi da diese Be ag nich on denjenigen Un e nehmen im
Sinne de s eue lichen Begüns igung in An echnung geb ach we den,
die ihn be ei s nadi § 2 de Lohns eue du ch üh ungs e o dnung zu
Zukun ssiche ung ih e A bei e e wende haben.
Die E gebnisbe eiligung de A bei nehme bis zu de e wähn en
Einkommensbeg e uzung soll also eine wei e e sozialpoli ische Maß-
nahme sein, um die A bei nehme an den E olgen de kapi alis i-
schen Wi scha noch meh als du ch Lohne höhungen eilnehmen
zu lassen, in de Ho nung, auch dami das Neuau lammen des
Kamp es zwischen Kapi al und A bei ein ü allemal zu e hinde n.
Man geh bei diese keineswegs unums i enen Kumulie ung on
s aa liche und be iebliche Spa p äimie on de E wägung aus, daß
de A bei nehme au diese Weise bei de Inansp uchnahme de
Spa p ämie nach sechs Jah en einschließlich Ve zinsung meh als
30 Als Anlage XI, S. 467 . in Klug: a.a.O., abged uck .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.1.9 | Gene a ed on 2023-04-04 11:36:00