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Gesellschaftsbild und soziales Selbstverständnis des Ingenieurs

Abstract

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Gesellschaftsbild und soziales Selbstverständnis des Ingenieurs

Author: Klages, Helmut,Hortleder, Gerd
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1965
DOI: 10.3790/schm.85.6.661
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291095/1/schm.085.6.661.pdf
Klages, Helmu ; Ho lede , Ge d
A icle
Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des
Ingenieu s
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Klages, Helmu ; Ho lede , Ge d (1965) : Gesellscha sbild und soziales
Selbs e s ändnis des Ingenieu s, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und
Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 85, Iss. 6, pp. 661-685,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.85.6.661
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291095
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Gesellscha sbild und
soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s
Thesen zum Wandel eine sozialen Exis enz o m in Deu schland
Von Helmu Klages und Ge d Ho lede
I.
Angesich s de wachsenden Bedeu ung de echnischen Be u e in
unse e Zei is die Abs inenz de Sozialwissenscha en gegenübe
dem Ingenieu beme kenswe , wenn auch nich une klä ba . Ins-
besonde e die Soziologie is meh als ande e Wissenscha en on den
jeweils ak uellen P oblems ellungen de Gesellscha abhängig, die
on de Be u sg uppe de Ingenieu e au G und in e ne Hem-
mungen, ih e „In e essen" mi unübe hö ba e Lau s ä ke zu Gel-
ung zu b ingen, kaum jemals seh s a k mi bes imm wu den. Die
Abs inenz de Sozialwissenscha en gegenübe dem Ingenieu en hüll
sich also als ein Folgephänomen eine sich in wechselnden Ansich en
da bie enden sozialen P oblema ik des Ingenieu s selbs , die im nach,
olgenden unse en Gegens and bilden soll.
Be ach e man die deu sche Si ua ion insbesonde e wäh end de
e s en beiden D i el des 19. Jah hunde s, dann äll zunächs die
auße o den liche He e ogeni ä de damaligen Ingenieu e ins Auge.
Einmal is um diese Zei ungeach e des Bes ehens de wesen lichen
Ingenieu schulen noch keine e bindliche Ausbildungsquali ika ion des
Ingenieu s es geleg . Im selben Be ieb a bei en, wie es Ludwig
B inkmann in seinem Ingenieu buch ausd ück , o „Männe oll-
kommens e wissenscha liche E ziehung. T äge akademische G ade,
an gleichen Dingen gleichbe ech ig mi Au odidak en zusammen, die
niemals eine Fachschule gesehen haben"1.
Zum zwei en weis de Ingenieu be u um diese Zei abe auch
eine auße o den lich g oße Spielb ei e hinsich lich de sozialen S el-
lung seine Angehö igen au , denn die Skala de jenigen Exis enzen.
die sich selbs als Ingenieu e ansehen und auch nach außen hin als
• ~;
1 Ludwig B inkmann: De Ingenieu (SIg. sozialpsycha ische Monog aphien
„Die Gesellscha ", H sg. Ma in Bube , Bd. 21). F ank u /M. 1908, S. 5.
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662 Helmu Klages und Ge d Ho lede
Ingenieu e au e en, läu ypische weise übe den Anges ell en-
be eich hinaus in den Be eich de Selbs ändigen bzw. de Un e -
nehme hinein.
Blä e n wi zum Beispiel in eine Geschich e des VDI, dann kön-
nen wi es s ellen, daß im Jah e 1862 Al ed K upp zum Eh en-
mi glied e nann wi d, daß um dieselbe Zei F ied ich Ha ko den
Eh en o si z des Wes älischen Bezi ks e eins ha , daß 1873 We ne
on Siemens „wegen seine Ve diens e um die Ausbildung de Tele-
g aphie und um die Hebung des Ingenieu wesens sowie aus beson-
de e Hochach ung" zum Eh enmi glied e nann wi d, daß im Jah e
1887 eine Feie zu Eh en des 25jäh igen Bes ehens de Fab ik (!)
des Vo si zenden des VDI (R. Wol in Magdebu g-Buckau) begangen
wi d und daß im Jah e 1903 E ns Kuhn, Besi ze und Lei e de
Maschinen ab ik G. Kuhn in S u ga -Be g s i b , de in den Jah en
1896/97 Vo si zende des VDI gewesen wa 2.
Das alles sind Belege ü die s a ke soziale Di e enzie hei de
deu schen Ingenieu e des 19. Jah hunde s, genaue gesag : ü die
Bedeu ung, die in diese Zei im Rahmen des Ingenieu be u s und
seine O gane Un e nehme spiel en. Wi wissen aus den o liegenden
Un e lagen nich s übe den zahlenmäßigen An eil diese G uppe on
Un e nehme -Ingenieu en am VDI des 19. Jah hunde s bzw. an de
Gesam g uppe de deu schen Ingenieu e übe haup , abe wi haben
G und dazu anzunehmen, daß diese An eil siche lich nich seh klein
wa , denn einmal wa die Gesam zahl de deu schen Ingenieu e
noch nich seh g oß (de Mi gliede s and des VDI, de damals
noch den übe wiegenden An eil de Ingenieu e um aß e, ha e um
1880 noch nich einmal die Zahl on 5 000 e eich ). Zum ande en
läß sich ein g oßes Ein lußgewich diese Teilg uppe on Un e -
nehme -Ingenieu en ohne wei e es nachweisen, wenn wi e wa die
Geschich e des VDI au die in den einzelnen Si zungen ge aß en Be-
schlüsse hin un e suchen, sowei diese nich ein echnische Na u
wa en.
Wi inden bei eine de a igen Du chsich , daß die 8. Haup e -
sammlung des VDI im Jah e 1865 einem An ag zus imm , eine zweck-
en sp echende Ve e ung deu sche Auss elle au ausländischen In-
dus ieauss ellungen he beizu üh en; die 25. Haup e sammlung im
Jah 1884 be ü wo e noch eindeu ige den Anschluß Deu schlands
an die in e na ionale Union zum Schu ze des gewe blichen Eigen ums,
wohingegen eine Diskussion gelegen lich de Haup e sammlung des
Jah es 1880 übe den on de p eußischen Regie ung dem Bundes-
2 Th. Pe e s: Geschich e des Ve eins deu sche Ingenieu e. Be lin 1912. S. 23 .
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 663
a o geleg en En wu den Vo sch i en zu Siche ung de A bei e
in Fab iken usw. gegen Ge ah en ü Leben und Gesundhei zu de
S ellungnahme de e sammel en Delegie en üh e, gese zliche Vo -
sch i en solche A seien nich gewünsch , weil sie sich „lähmend
und schädigend"3 au die En wicklung de Indus ie auswi ken
müß en.
Wi sehen also, wie übe einige Jah zehn e de VDI-Geschich e
hinweg in wesen lichen F agen dasjenige dominie , was man in den
sozialpoli ischen Auseinande se zungen de Zei als „Un e nehme -
S andpunk " bezeichne e, und wi en nehmen dem, um das zu wiede -
holen, einen Beleg ü das s a ke Gewich , das übe den g öße en
Teil des 19. Jah hunde s hinweg de Un e nehme -Ingenieu im
Rahmen des Ingenieu be u s noch einnahm.
Wenn eben das Wo „noch" geb auch wo den wa , dann mi
ollem Bewuß sein. Wi können nämlich bei de Wei e e olgung
de Geschich e des VDI seh deu lich es s ellen, wie — o enba
gegen Ende de siebzige Jah e — das Schwe gewich de Un e neh-
me -Ingenieu e zu ückgeh , wobei sich nun abe keines alls e wa ein-
ach ein Einschwenken des VDI au die P obleme und In e essen de
unselbs ändig ode eibe u lich ä igen Ingenieu e eins ell , sonde n
ielmeh eine Tendenz zu Neu alisie ung de gesam en Thema ik
des be u lichen bzw. sozialen S a us des Ingenieu be u s und de
ma e iellen In e essen de Mi gliede einse z . Ha e im Jah e 1879
de Vo si zende gelegen lich eine E ö nungsansp ache noch e klä ,
es gehö e mi zu den Au gaben des VDI. den Ingenieu s and, seine
Rech e und Wünsche, nach außen, gegenübe den ande en Be u en,
den Regie ungen und den gese zgebenden Kö pe scha en zu e -
e en4, so hieß es be ei s im Jah e 1881. daß sich die übe wiegende
Meh hei de Mi gliede dazu en schieden habe, die Wah nehmung
de wi scha lichen und sozialen Angelegenhei en ..ande en O ganen",
wie den Handels- und Gewe bekamme n, den wi scha lichen Ve -
einen usw. zu übe lassen5.
Es is ganz eindeu ig, daß de VDI hie in die Si ua ion eine
Ausbalancie ung de In e essen und Mach lagen di e gie ende K ä e
inne halb de G uppe de deu schen Ingenieu e ge a en is , die seine
Handlungs- und En scheidungis ähigkei au dem be o enen Gebie
ausschal e . Wi sehen uns hie mi eine auße o den lichen D as ik
o die Lage des Ingenieu be u s in de gesellscha lichen Si ua ion
am Ende des o igen Jah hunde s ges ell ; denn es schein kaum
3 Pe e s: a.a.O. S. 37.
4 Pe e s: a.a.O. S. 34.
5 Pe e s: a.a.O. S. 42.
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664 Helmu Klages und Ge d Ho lede
zwei elha zu sein, daß die En wicklung inne halb des VDI ü die
damalige Gesam si ua ion des Ingenieu be u s in Deu schland ab
ep äsen a i anzusehen is , wenngleich s enau in dem Jah , das wi
hie als das Jah des Ku swechsels zu Neu alisie ung he ausdes il-
lie haben (1880), au schluß eiche Neug ündüngen e olgen, so die
G ündungen des Ve eins Deu sche Eisenhü enleu e und des Ve eins
Deu sche Maschineningenieu e, in denen es — jeden alls zunächs —
ganz o ensich lich in e s e Linie um die Scha ung on o ganisa o-
ischen Pla o men ü die inne halb des VDI neu alisie en In e -
essen agen geh 8.
Die Ingenieu e wa en in e s e Ins anz eine neua ige Be u s-
g uppe, die sich du ch seh spezi ische und in den G undizügen allen
gemeinsame be u sinhal liche Tä i^kei sme kmale on de Masse de
üb igen Gesellscha smi gliede abhob, insbesonde e na ü lich du ch
eine sowohl die heo e ische als auch die lebensp ak ische O ien ie-
ung einschließende Mi els ellung zwischen den Wissenscha en au
de einen Sei e und de indus iellen A bei swel au de ande en
Sei e, die sich als Tä igkei im Rahmen echnische Kons uk ion und
Disposi ion bes immen läß 7. Selbs e s ändlich wa en zwa be ei s
im 19. Jah hunde Ansä ze zu de heu e so s a k ausgebilde en sach-
lichen Di e enzie ung zwischen Ingenieu en mi e schiedene Aus-
bildung- und A bei s ich ung e kennba , doch diese Di e enzie ung
bedeu e e und bedeu e keinen Gegensa z, sonde n nich s ande es als
die Ausbildung un e schiedliche Schwe punk e inne halb eines übe -
g ei enden Gesam leis ungs ahmens.
Ein solche in e ne Gegensa z — ode doch jeden alls die Ge ah
eines solchen Gegensa zes — wuchs den deu schen Ingenieu en nun
alle dings aus einem ande en als dem ein be u sinhal lichen Be eich
zu, nämlich eben aus dem Be eich des be u lichen S a us. Wie schon
6 Ganz un e blüm komm dieses Ziel in eine Rede zum Ausd ude, mi de
Jose Schlink be ei s am 5. Mai 1878 au de Gene al e sammlung des Technischen
Ve eins ü Eisenhü enwesen, de damals noch ein Zweig e ein des VDI wa , die
zwei Jah e spä e a sächlich e olg e Abspal ung om VDI und Neug ündung als
Ve ein deu sche Eisenhü enleu e be ieb: -Die Zweckmäßigkei de innigen Ve -
bindung mi dem allgemeinen Ingenieu e ein läß sich an ech en", so üh e
Schlink aus. „Die Eisen- und S ahlindus ie ha ganz bes imm e Ziele namen lich
in Handels- und Zoll e häl nissen, welche on den Be heilig en selbs bei E ö e-
ung ein echnische F agen niemals aus den Augen gelassen we den dü en, wäh-
end de allgemeine deu sche Tngenien e ein es ö mlich und o iciell ablehn e,
sich da übe in bes imm e Rich ung auszusp echen, ode ga handelnd au zu e en.
Eine Bundesgenossenscha mi gleichgül igen ode ga eindlichen Elemen en is
abe ganz wide na ü lich.44 Und e was wei e heiß es, ..De Ve ein soll sich üh-
en und egen, auch die Au me ksamkei de üb igen Geschä swel au sich zu
lenken und dadu ch langsam zu eine beach enswe en Mach s ellung (!) he an-
wachsen."
7 B inkmann: a.a.O. S. 60 .
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 665
gesag , wa eine an angs an eilmäßig seh s a ke G uppe de In-
genieu e zugleich Un e nehme , ande e Ingenieu e wa en dahingegen
on An ang an Anges ell e, wiede ande e wa en Selbs ändige ohne
eigenes Un e nehmen, die den S a us on Be a e n einnahmen. G ob
gesp ochen gehö en die Ingenieu e also d ei g oßen S a usg uppen
an, nämlich den A bei gebe n, den A bei nehme n und den selbs än-
digen Au agnehme n. Wenn wi die beiden e s en G uppen, A bei -
gebe und A bei nehme , gesonde ü sich be ach en, dann haben
wi eben diejenigen Sozialg uppen o uns, um de en Auseinande -
se zungen sich im wesen lichen die soziale F age des 19. Jah hunde s
und auch noch des beginnenden 20. Jah hunde s k is allisie e, dann
sehen wi uns, ande s ausged ück , o de jenigen gesellscha lichen
Kon lik on , die Ka l Ma x und seine Nach olge als die F on des
Klassenkamp es bezeichne en.
Solange bei den Ingenieu en mi dem Un e nehme -Ingenieu
— aus welchen G ünden auch imme — die eine Sei e des gesellscha -
lichen In e essengegensa zes dominie e, wa alles in O dnung und
die d ohende Spal ung in kon ligie ende In e esseng uppen abge-
wende .
Schwie ig wu de es alle dings, als diese Dominanz de Un e -
nehme -Ingenieu e und die mi ih e bundene Iden i izie ung des
Ingenieu s mi dem In e essens andpunk de .einen Sei e6 nich meh
au ech zu e hal en wa . Hie wa plö zlich die Ge ah de Spal ung
und des Ve lus es de be u lichen Solida i ä ge äh lich nahege ück ,
de Ingenieu be u schien den gesellscha lichen In e essenan agonis-
mus als schizoph enes Schicksal au sich nehmen zu müssen.
II.
F agen wi uns zunächs einmal, wie es zum Ve schwinden de Domi-
nanz de Un e nehme -Ingenieu e kommen konn e, so inden wi da-
ü zwei U sachen:
1. S uk u wandel des Un e nehme ums
Inne halb de Un e nehme scha selbs dominie e in de e s en
Häl e des 19. Jah hunde s noch de Typus des E inde -Un e neh-
me s, de im wesen lichen als Ingenieu anzusp echen is , de in de
damaligen Zei auch so angesp ochen wu de und de sein soziales
Selbs bewuß sein aus de Ta sache ablei e e, daß e sich als „Ingenieu "
ühlen du e. „Ge ade am An ang neue Indus iezweige'4, so sch eib
Helmu Schelsky, „s ehen zumeis E inde pe sönlichkei en, die um
eine wissenscha lich- echnische En deckung he um sich ih Fe igungs-
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666 Helmu Klages und Ge d Ho lede
und Ve kau sun e nehmen au bau en. Es is e s ändlich, daß ih e
S ellung zum Be ieb o wiegend echnisch o ien ie wa 8."
Das blieb abe nich seh lange so. Gegen Ende des 19. Jah hun-
de s, genaue gesag : on den Siebzige Jah en des 19. Jah hunde s
an, ände en sich die Minimalquali ä en, die ein Mann b auch e, um
ein e olg eiche Un e nehme zu we den. In Deu schland se z um
diese Zei die Indus ialisie ung als Massenphänomen und gleich-
zei ig auch als O de Massenp oduk ion ein, ein Vo gang, zu dem
na ü lich auch Ingenieu e e o de lich wa en, soga in iel g öße e
Zahl als ühe , de seinen U sp ung und sein Ra ionali ä sp inzip
abe nich im Kop des Ingenieu s ha e, sonde n in dem des Kau -
manns. Massenp oduk ion wa als solche be ei s ein Ziel, das sich de
Ingenieu zwa zu eigen machen konn e, das seinen spezi ischen Nei-
gungen und Fähigkei en jedoch e ne s and als das Ziel de s än-
digen Höhe en wicklung de echnischen Gegens andswel , ein Ziel,
das sich ehe mi de Kleinse ien ab ika ion als mi de Massen-
p oduk ion e binden läß . Massen ab ika ion bedeu e e, daß man den
Aspek de s ändigen Wei e en wicklung de p oduzie en Gü e
wenige wich ig nahm als den ein nume ischen Auss oß an Gü e n,
wobei de P oblemschwe punk de P oduk ion au oma isch in den
Absa zbe eich wande e, ganz ein ach deshalb, weil die F age, wie
und wo man die gewinnb ingenden Fe igungsquan en abse zen soll e
und wo man die benö ig en Ro hs o e am billigs en einkau en konn e,
zwangsläu ig in den Vo de g und a . Ob eine P oduk ion e olg eich
wa , en schied sich ja wenige in ih en echnischen De ails, als iel-
meh an dem sich aus de o nach P ennigen zählenden Di e enz
zwischen Au wand und E ag e echnenden S ückgewinn und an de
e kau en S ückzahl. An die S elle des au die echnischen Aspek e
de P oduk ion o ien ie en E inde - ode Ingenieu -Un e nehme s
a zunehmend de kau männisch quali izie e Un e nehme , dessen
In e essen- und Fähigkei sschwe punk in de „Behe schung de Ve -
häl nisse zwischen Rohs o - und Absa zma k "9 lag.
De zahlenmäßige An eil de deu schen Ingenieu e an de Un e -
nehme scha sank im Ve lau de G ünde welle de siebzige Jah e
apide, ganz ein ach deshalb, weil die echnischen Aspek e im no -
malen Quali ika ionsp o il des Un e nehme s zu ück a en. Diese Ta -
sache bedeu e , ins S a is ische umgewende , daß de Un e nehme -
lügel de deu schen Ingenieu e zahlenmäßig gesehen zu s agnie en
begann, wäh end de A bei nehme lügel wuchs. Denn es wu den
8 Helmu Schelsky: Indus ie- und Be iebssoziologie. In: Gehlen-Schelsky
(H sg.): Soziologie. Ein Leh - und Handbuch zu mode nen Gesellscha skunde.
Düsseldo 19553. S. 167.
9 Schelsky: a.a.O. S. 167.
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 667
auch in den neu en s ehenden Indus ieun e nehmungen Ingenieu e
benö ig , nu nahmen sie nich meh die Ini ia o - bzw. Un e nehme -
s ellung ein, sonde n wu den „einges ell ".
2. S uk u wandel im Be eich de abhängig ä igen Ingenieu e und
Ve g öße ung de inne be ieblichen Dis anz zwischen ihnen
und den Un e nehme n
Diese zwei e U sache wi k e mi einem s ändig zunehmenden Ge-
wich noch bis ins 20. Jah hunde hinein und muß dahe on uns
eben alls mi g oße Au me ksamkei nachgezeichne we den. Ve -
gegenwä igen wi uns zunächs einmal ku z, daß im Rahmen eines
kleinen ode mi le en Be iebs zwischen jemand, de P inzipal is ,
und jemand, de on de echnischen Sei e he als ech e Hand des
Che s (Be iebslei e ) agie , ein seh pe sönlich ge ä b es Ve -
auens e häl nis bes ehen kann ode soga muß. Die ech e Hand
des Che s kenn dessen Pläne und geschä spoli ische P inzipien und
wi d imme wiede Gelegenhei haben, mi dem P inzipal übe sie
zu di-sku ie en und sie in einem gewissen Maß di ek zu beein lussen.
Mi g öß e Wah scheinlichkei wi d e mi dem P inzipal auch ami-
liä en Kon ak haben; alls e Junggeselle is , sind seine Chancen, die
e en uell o handene Toch e des Che s zu ehelichen und in diese
ode jene Fo m mi ins Geschä einzus eigen, seh g oß.
Ganz ande s die Si ua ion des abhängig ä igen Ingenieu s im G oß-
be ieb, so wie e sich sei den siebzige Jah en he auszubilden be-
gann. Es gib hie nich meh den Be iebslei e , sonde n d i e Be-
iebslei e und auße dem eine Majo i ä on Ingenieu en, die un e -
halb ode auße halb de Be iebslei e ebene i gendwelche Spezial-
au gaben aus üh en. De „du chschni liche" Ingenieu , eine Fik ion,
die ein nü zliches Denkmodell da s ell , is zum Mi glied eine zahlen-
mäßig be äch lich angewachsenen Funk ionsg uppe im be ieblichen
A bei szusammenhang gewo den. Das bedeu e zunächs nu einen
quan i a i en Wandel, de jedoch seine quali a i en Konsequenzen
ha . Schon on de ein nume ischen Si ua ion he is nämlich das
Ve häl nis des Ingenieu s zu Un e nehmungs üh ung indi ek e ge-
wo den, e s eh dem Un e nehme nich meh als die im s ändigen All-
agskon ak e leb e Vollpe son ABCZ o Augen, sonde n als de
Funk ions äge B. Die „Pe son" eduzie sich hie — in de Pe -
spek i e des Un e nehme s — zum „Rollen äge ", mi dem man nich
meh au de Basis des pe sönlich ge ä b en „Gesp ächs" in Ve bin-
dung s eh , sonde n wei hin au de Basis hoch o malisie e A bei s-
anweisungen und Be ich e, die gewöhnlich in die sch i liche Fo m
übe gehen und zum Objek ou inemäßige Bea bei ung we den.
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668 Helmu Klages und Ge d Ho lede
Gleichzei ig nimm die A bei s eilung zwischen achlich gesonde en
Spezialingenieu en übe hand; ans elle des einzelnen Indi iduums is
es nun die un e Ums änden meh glied ige Funk ionsg uppe, welche
die Leis ung e s ell .
Diese Wandlungsp o<zeß, de na ü lich dazu bei ug, daß sich de
Ingenieu dem unmi elba en In e essens andpunk des Un e nehme s
wei gehend en emde e, wi d in einem Ingenieu buch wie dem on
Ludwig B inkmann aus dem Jah e 1908 mi öllige Deu lichkei ge-
sehen und, om S andpunk des Ingenieu s, als e ns ha e P oblema i-
sie ung de Lage des Ingenieu s gewe e . F ühe ges al e e sich, so
mein B inkmann, die Tä igkei des Ingenieu s als ein Ve häl nis
zwischen indi iduellem Schöp e und We k, wäh end je z eine O -
ganisa ion an die S elle des Einzelnen ge e en is , eine O ganisa ion,
in de de Ingenieu nu noch Teils ück is . Die „jugendliche Blü e-
zei " indi iduellen „ echnischen Scha ens wa ", heiß es bei dem-
selben Au o , „nu on ku ze Daue . De . . . Au schwung de Tech-
nik, den die K a de Ingenieu e bewi k ha e, üb e eine schwe e
Reak ion au sie selbs aus, das allzu ei ig Ge ö de e wu de mäch-
ige als de Schöp e . Die Ingenieu e scha en nun nich meh die
Technik, sonde n diese nimm die Ingenieu e in ih en ha en Diens ,
schie ohne Rücksich au ih p i a es Wohl und Wehe; aus dem
Scha en im Kleinen en wickel en sich die G oßbe iebe mode ne
Zei . Die Au gaben de Technik, on Jah zu Jah zunehmend, übe -
sch i en zu ih e Lösung schon seh bald die Mi el, die ein Mensch
ode ein eng beg enz es G üpplein on . . . Menschen au zub ingen
e mag"10. F eie En al ung seine Indi iduali ä , Du chse zung seine
Pe sönlichkei is , so hö en wi on B inkmann. d-em du chschni -
lichen Ingenieu nach de Beendigung de Blü ezei echnische F üh-
en wicklung nich meh möglich. De Ingenieu e äh sei dem am
eigenen Leib genau das, was ande en G uppen de Gesellscha , ins-
besonde e den A bei e n, schon o länge e Zei zu eil gewo den
wa : das E lebnis de A bei s-Anonymi ä , des Un e wo enseins un e
das Objek . ,.De o ganisie en Gesam hei allein", so ende B ink-
mann, „is alles Scha en o behal en; die Feldhe en e schwinden,
nu anonyme Gene als äbe bleiben: die Vä e des Va e landes sind
o ; höchs es Glück de E denkinde , hieß es ühe , sei nu die
Pe sönlichkei — das is gewißlich wah , und die wenigen Pe sönlich-
kei en, die le z en, sind des Neides we ; uns abe , die wi im alle -
mode ns en Leben s ehen, is solches Glück nu noch ein schöne
T aum"11. Das Ge ühl, im A bei sp ozeß eine En wicklung de En -
10 B inkmann: a.a.O. S. 43 .
11 B inkmann: a.a.O. S. 76.
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 675
kei e wachsenden besonde en Fähigkei en des Ingenieu s zu Sachlich-
kei in allen F agen und au seine Fähigkei zu G oßo ganisa ion, die
— un e Rückg i au das al e Lei bild des Ingenieu -Un e neh-
me s! — am Beispiel on Ha ko , Siemens, Max Ey h, Rowland Hill,
Vauben und ande en e hä e wi d. „Wo de Ingenieu wal e ", so
sch eib Rieppel, „da en wickel sich die Be ei scha zu ge ech e Be-
we ung und Leis ung und dami eine ,kla e A mosphä e4, in de
nu Gesundes gedeihen kann" und in de das S eben nach dem
op imalen Wi kungsg ad zum obe s en We e hoben wi d, eine Aus-
sich , die den Ingenieu , nach Au assung on Rieppel, zum be u enen
„Füh e des Volkes" we den läß 21.
Die om Ingenieu gelei e e Gesellscha wi d, diese Vo s ellung
zu olge, gleichzei ig eine auch o ganisa ionsmäßig ingenieu isie e
Gesellscha sein, die du ch „ ie g ei ende Umwälzungen" au den e -
schiedens en Gebie en zus ande kommen soll. Insbesonde e soll — und
dieses Mo i is uns ja be ei s als Zen almo i bekann — das Einzel-
in e es-se zuguns en des Allgemeinin e esses zu ückged äng we den,
und das bedeu e nun in p axi, daß das eie Spiel de K ä e „aus-
geschal e wi d", daß „Maß und Rich ung o gesch ieben" we den22,
daß de Raum p i a e Ve ügung übe Eigen um eingesch änk wi d,
daß die Indus ie eine ö en lichen Kon olle und P oduk ionslen-
kung un e wo en wi d, daß also, wie wi auch heu e sagen wü den,
wesen liche Elemen e eine s aa ssozialis ischen Wi scha so dnung
e wi klich we den.
Na ü lich s eh hin e solchen ollen al e en Vo s ellungen on
de Technok a ie (ode besse : Ingenieu ok a ie) die Au assung, daß
die Gesellscha ein Ma e ial sei, au das man die ypischen Be u s-
kenn nisse des Ingenieu s ohne Schwie igkei übe agen könne, so
daß on dahe de Ingenieu de p ädes inie e „Fachmann" ü die
O ganisie ung und Lei ung gesellscha lich-poli ische Zusammenhänge
sei. Eine solche Annahme is nu möglich, wenn man sich die Gesell-
scha als ein geschlossenes Sys em o s ell , das wesen liche Ana-
logien au Maschine au weis , und in de Ta inde man da ü , daß
sich die Maschinenau assung de Gesellscha mi de Fo de ung nach
de He scha de Ingenieu e e knüp , genügend Belege. So sch eib
Biedenkapp schon im Jah e 1910: „S aa liche und poli ische Gebilde
nach Analogie eine Maschine au zu assen, wem muß es nähe liegen
als dem Ingenieu ? Und deshalb muß man sich on seine g öße en
Be eiligung an de Poli ik e was leidliches e sp echen, nämlich e ns -
ha e A bei , daß de S aa eine gu unk ionie ende Maschine we de
21 . Rieppel: a.a.O. S. 55 .
22 . Rieppel: a.a.O. S. 58.
43*
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676 Helmu Klages und Ge d Ho lede
und nich ein T ümme eld ü In e essen und Begie den einzelne
S ände und Pa eien bleibe23."
Biedenkapp lie e im Zusammenhang diese seine Übe legungen
eine ganze Reihe on konk e en Ansä zen ü eine om S andpunk
de Maschinenanalogie aus en wickel e Gesellscha s heo ie, die wi
hie abe nich nähe be ach en können. Vielmeh wollen wi nu
noch in de gebo enen Kü ze es hal en, daß de jenige Ke n de
Ingenieu e, de au dem S andpunk de Technok a ie o s elhing
s and, die 1933 e olgende Mach e g ei ung des Na ionalsozialismus
zunächs als einen wesen lichen Sch i zu Ve wi klichung seine
eigenen Vo s ellungen in e p e ie e. We sich dessen e gewisse n
will, de b auch nu den 1934 e schienenen und on eine g öße en
Zahl on Au o en beschick en Sammelband „Die Sendung des In-
genieu s im neuen S aa "24 au zuschlagen, in dem e schieden lich zum
Ausd uck komm , daß die Ingenieu e die neue O dnung als das E -
gebnis eines Au s andes de gu en und gemeinscha sbewuß en Teile
des Volkes gegen die e o e e Gesellscha de In e esseng uppen
ansahen, wobei ihnen de ideologische An ikapi alismus und gewisse
s aa spoli ische Tendenzen des neuen Regimes Rech zu geben
schienen.
Na ü lich übe sahen die Ingenieu e dabei den im Na ionalsozia-
lismus ans Lich e enden poli ischen I a ionalismus, seine Neigung
zu neoge manische My hologie, seine Blu - und Boden-Mys ik und
seinen Rassen ana ismus, abe es ging ihnen dabei nich ande s als
ande en Be ölke ungsg uppen, die in de Si ua ion des Klassenkamp-
es und eines e lo enen K ieges gleiche maßen die soziale Ha moni-
sie ung des Volkes und den na ionalen Au b uch he beiwünsch en
und dabei den Na ionalsozialismus als eine ih en Wünschen en sp e-
chende Bewegung in e p e ie en.
IV.
Wenn auch de Einschni 1945 ü den Ingenieu nich so g und-
legend wa wie bei ande en nich ähnlich sacho ien ie en Be u en,
so bedeu e de Weg in die Nachk iegszei doch auch ü ihn eine
g undlegende Ums ellung. In eine Gesellscha , die ih e bes en En-
e gien da au e wand e, ih e ze s ö e Wi scha wiede au zu-
bauen — ein Wi scha sau bau im üb igen, in dessen Rahmen de
Ingenieu eine zen ale Rolle spiel e —, gab es wah lich ande e P o-
423 Biedenkapp: De Ingenieu und die Poli ik. a.a.O. S. 35.
24 Rudol Heiss (H sg.): Die Sendung des Ingenieu s im neuen S aa . Be lin 1934.
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 677
bleme, als zu einem neuen sozialen Selbs e s ändnis o zud ingen
ode übe kommene Bilde zu kul i ie en. Daß und weshalb die Meh -
hei de Ingenieu e dennoch nach ela i ku ze Zei zu eine neuen
und, wie wi glauben, ealis ischen Eins ellung gegenübe de Gesell-
scha gelang e, e suchen wi ia nega ionis zu e deu lichen, indem
wi die bishe igen Lei bilde au ih e Ve we ba kei ü die Si ua-
ion des deu schen Ingenieu s nach 1945 hin un e suchen.
Übe zwei D i el alle Ingenieu e gehö en heu e zu S a usg uppe
de Anges ell en und allein diese Ta sache könn e Anlaß zu de Ve -
mu ung geben, das O ien ie ungsmodell des E inde -Un e nehme s
sei endgül ig en ak ualisie , wäh end hingegen das A bei nehme -
modell e höh e Bedeu samkei e lang habe. In eine Fes sch i de
DAG heiß es demen sp echend: „Je meh das Hee de echnischen
Anges ell en wuchs, des o unabweisba e d äng e sich dem einzelnen
Technike die E kenn nis au , daß seine soziale Lage wei gehend
de des Handa bei e s gleich , daß e wie diese dazu e u eil sei,
Zei seines Lehens als wi scha lich abhängige A bei nehme seinen
Un e hal zu e we ben25." Die E kenn nis mag sich dem Technike
— nach dem Sp achgeb auch de DAG um aß diese Beig i in die-
sem Falle auch die Ingenieu e — au ged äng haben, allein de In-
genieu ha sie niemals angenommen.
Die Zusammense zung des neuen Mi els andes is so he e ogen,
daß sowohl Schmolle s In e p e a ion de Anges ell enscha als eine
Pu e zone zwischen Un e nehme n und A bei e n als auch de Ve -
such, beispielsweise in de DAG die spezi ische Ve e e in de In-
genieu e zu sehen, de Wi klichkei nich ge ech we den. Ein aus-
gesp ochenes Anges ell enbewuß sein können wi nu in eine kleinen
Ke ng uppe on Anges ell en de un e en Ebene es s ellen, de en
Ziel es is , sich bewuß om meis besse bezahl en A bei e abzu-
se zen. Allgemein abe und insbesonde e ü den Ingenieu is die
bloße Ta sache des Anges ell enseins auch und ge ade heu e kein
p imä es K i e ium zu Ve o ung und Selbs einschä zung in unse e
Gesellscha . En scheidend is ielmeh die Leis ungscjuali ika ion des
konk e en Be u s, wobei ü den Ingenieu de Ausbildungsweg und
seine Funk ion inne halb des Be u s on ausschlaggebende Bedeu-
ung sind.
Übe diese Ta sache kann auch die Zahl on übe 60 000 Mi glie-
de n nich hinweg äuschen, die heu e in de Haup be u sg uppe
25 DAG (H sg.)
:
70 Jah e Technikbewegung — 50 Jah e Gewe kscha . Fes -
sch i zum 4. Deu schen Technike ag in Mannheim am 1. und 2. 5. 1954. Ham-
bu g o. J. S. 175.
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678 Helmu Klages und Ge d Ho lede
„ echnische Anges ell e und Beam e" de DAiG zusammengeschlossen
sind. Wenn uns auch leide keine genauen Angaben übe die S uk-
u diese G uppe o liegen, so haben wi doch G und zu de An-
nahme, daß es sich hie übe wiegend nich um ins i u ionalisie e'
Ingenieu e (mi Abschluß an eine TH ode HTL) handel .
Ganz o ensich lich s ehen nämlich diese gewe kscha lich o gani-
sie en Technike und Ingenieu e in einem konku enza igen Ve häl -
nis zu eigen lichen S andeso ganisa ion de Ingenieu e, dem VDI.
Bei beiden O ganisa ionen handel es sich le z lich um In e essen-
e e ungen de Ingenieu e, die sich jedoch du ch den Inhal ih e
Fo de ungen und die A und Weise, ihnen Nachd uck zu e leihen,
g undsä zlich un e scheiden. Wäh end de VDI nich ohne Selbs -
k i ik e such , Chancen ü den Ingenieu au zuzeigen und seine
In e essen zu e e en, indem e sich an den E o de nissen eine
leis ungso ien ie en Gesellscha aus ich e , geh die Gewe kscha
on den be ei s o handenen Leis ungen de Ingenieu e und Tech-
nike aus, die on de Gesellscha angemessen zu hono ie en seien.
Au de einen Sei e heiß es: „De VDI wi d in Zukun . . . dem
Ingenieu jede Möglichkei achliche Fo bildung bie en. . . . Meh
abe als bishe will e da ü so gen, daß de Ingenieu die Gaben in
sich en wickel , die es ihm e möglichen, auch do zu wi ken, wo
übe den Einsa z de Technik en schieden wi d26."
In eine B oschü e de DAG heiß es hingegen: „An de echnischen
En wicklung abe haben ge ade die Ingenieu e übe agenden An eil.
Auch ihnen den ge ech en An eil am Sozialp oduk nich zu e sagen,
is eine Ve p lich ung ü die A bei gebe "27, und an ande e S elle
wi d au die „wich ige Schlüssels ellung de Ingenieu e" hingewiesen,
die „auch bishe on niemandem bes i en wo den"28 is . Ma e ielle
Fo de ungen zu s ellen, sei schließlich eine de Haup au gaben ge-
we kscha liche In e essen e e ung wi d man zu Rech einwenden.
Au schluß eich mu e jedoch die Fo m an, in de diese Ziele e -
e en we den. Wie die ange üh en Zi a e deu lich machen, dienen
die Leis ungen und das P es ige de Ingenieu e imme als ,Aushänge-
schild6, um Ansp üche de Ingenieu e und Technike zu bes ünden.
um die es dem Ingenieu p imä ga nich geh .
Wie schon in de Ve gangenhei bilde die Disk epanz zwischen
de eigenen Selbs we p oblema ik und dem sozialen S a us p imä
keine F age de ma e iellen Ebene. Aus de einzigen wesen lichen
26 100 Jah e VDI. Düsseldo 1956. S. 106.
27 DAG, Bundesbe u sg uppe Technische Anges ell e und Beam e (H sg.): Was
muß de Technike und Ingenieu om Be u sleben wissen? Hambu g 1964. S.U.
28 ebd. S. 8.
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 679
empi ischen Un e suchung übe den deu schen Ingenieu 29 geh he -
o , daß nu 5
®/o
alle Be ag en die mangelnde We schä zung du ch
die Gesellscha in de schlech en Bezahlung beg ünde sehen. Noch
übe aschende abe is . daß au eine F age, de en Fo mulie ung
„Was soll e Ih e Meinung nach geschehen, um die gesellscha liche
We schä zung de Ingenieu e und die ma e ielle Bewe ung de In-
genieu leis ung zu heben?" den Ru nach gewe kscha lich o ganisie -
em Zusammenschluß ge adezu naheleg , nu 9,3 °/o die Fo de ung
nach eine „schlagk ä igen In e essen e e ung" e heben.
V.
Von de Möglichkei also, als p essu e g oup, wie e wa die Un e -
nehme , die Baue n, die Volksschulleh e öde die s a e nach
Indus iezweigen o ganisie en A bei e in das poli ische Leben ein-
zug ei en, wi d kein Geb auch gemach . Die Iden i izie ung des In-
genieu s mi eine bes imm en Soizialg uppe is eine einmalige, his o-
isch zu e o ende Ausnahme geblieben.
Hingegen inden wi noch imme eine Minde hei , die eine Lösung
in de on uns als Neu alisie ung besch iebenen Fo m als die bes e
alle möglichen ansieh . In de be ei s e wähn en Un e suchung80
nennen au die F age nach den G ünden ü die mangelnde We -
schä zung und gesellscha liche Ane kennung im ö en lichen Leben
13,7% alle be ag en Ingenieu e die zu ge inge We schä zung im
Ve häl nis zu Ju is en und Kau leu en. Das his o isch beg ünde e Be-
wuß sein eine besonde en Leis ung- und Lei uns s ähigkei komm
hie in noch einmal zum Ausd uck. Diese Disk epanz gegenübe de
Wi klichkei üh zu Unzu iedenhei des Ingenieu s, de e wiede -
um in dem Bewuß sein, e was Besse es zu sein als de du chschni -
liche A bei nehme , nich in de oben besch iebenen Fo m Gewe k-
scha liche O ganisa ion en gegen e en kann. Auch kämm diese
G uppe nich au den Gedanken, die G ünde ü die Mise e des In-
genieu s in de eigenen Un ollkommenhei zu suchen, denn die Mise e
selbs wi d als adi ionell gegeben hingenommen. Eine Unmenge o
kul u k i isch ge ä b e Li e a u , in den Denkschema a Kul u und
Zi ilisa ion, humanis ische Bildung und echnische Ausbildung e -
s a , gib ih e Beg ündung imme wiede Nah ung.
29 De deu sche Ingenieu in Be u und Gesellscha . VDI-In o ma ion N . 5.
Düsseldo 1959. S. 27. Ta el 70.
30 VDI-In o ma ion N . 5. a.a.O. S. 24, Ta el 59.
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680 Helmu Klages und Ge d Ho lede
Selbs wenn wi zu diese Minde hei selbs ge ech Unzu iedene
noch jene 4,5 % echnen, die alles Übel in de ih e Meinung nach
zu nied igen Bezahlung beg ünde sehen, und wei e e 7,8 °/o ausklam-
me n, die sich nich spezi isch e o en lassen, selbs dann können wi
noch es s ellen, daß unge äh d ei Vie el alle Ingenieu e eine nich -
neu alis ische S ellung einnehmen.
Sie un es deshalb nich , weil sich aus den beiden sozialen Klassen,
zwischen denen de Ingenieu in de Ve gangenhei Posi ion bezogen
ha e, inzwischen eine Viel al on In e esseng uppen gebilde haben,
de en gemäß ig em K ä espiel sich zu en ziehen kaum meh mög-
lich is . De on uns be ei s kons a ie e Ve zich au eine schlag-
k ä ige In e essen e e ung is keines alls zwangsläu ig mi de
Fluch in die Neu alisie ung gleichzuse zen. Wah scheinlich wü de
sie e neu zu En äuschung üh en, wobei es höchs zwei elha is ,
ob dann aus de isolie en Posi ion on 1965 noch einmal ein solche
Höhen lug echnok a ische P o enienz on de sich als Zen um e -
s ehenden Mi els andposi ion aus gelänge.
Angesich s eine plu alis ischen Gesellscha ss uk u , in de Mach -
e g ei ungs endenzen nu Gegenk ä e mobilisie en, und die Ve suche
einzelne Sozialg uppen, zu Vo he scha zu gelangen, illuso isch
sind, können de echnok a ischen Pe spek i e nu wenig Realisie-
ungschancen einge äum we den, wenn sie auch, gemessen an de
Li e a u , eine Renaissance ohnegleichen hä e e leben müssen. In de
Ta e ügen zum Beispiel die anzösischen Technok a en als eine
G uppe on Fachleu en, de en Ziel au eine nich unbeding ück-
sich s olle echnische und wi scha liche Umges al ung ih es Landes
hinausläu , übe einen s a ken Ein luß31. In Deu schland hingegen
äll es schon schwe , die inhal liche Subs anz des Schlagwo es „Tech-
nok a e" und seines en sp echenden Adjek i s kla zu assen. Be-
sch eiben die einen dami eine om echnischen Sachzwang gelenk e
O dnung, einen le z lich he scha s eien Zus and, so e s ehen
ande e da un e ielmeh ein Sys em echnische Manage in Anleh-
nung an
Bu nham
82. Diese le z e e De ini ion, Technok a e e -
s anden als He scha on Menschen übe Menschen, is in unse em
Zusammenhang siche lich ele an . Doch e mögen wi ähnliche Ten-
denzen, wie sie ü F ank eich nachweisba sind, bei uns wede all-
gemein im Be eich echnische Füh ungsk ä e noch im speziellen
Be eich des Ingenieu s zu en decken.
31 A min Möhle : Die ün e Republik. Was s eh hin e de Gaulle? München
1964. S. 88 .
32 James Bu nham: The Manage ial Re olu ion. New Yo k 1941. Deu sch: Das
Regime de Manage . S u ga 1948.
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändiiis des Ingenieu s 681
Den deu schen Ingenieu en schlech hin den Vo wu machen zu
wollen, echnok a ischen Tendenzen gegenübe au geschlossen zu sein,
i siche lich nich öllig ins Lee e, nu komm diese Vo wu
— wie wi im e s en Teil unse e A bei zu zeigen e such haben —
40 Jah e zu spä . Wäh end eine Minde hei de geis eswissenscha -
lichen In elligenz noch gebann au das angebliche Vo d ingen de
Technok a en s a , ha die Meh hei de deu schen Ingenieu e schon
längs eine neue, ebenso nüch e ne wie e olg e sp echende Posi ion
bezogen.
VI.
Daß die s uk u ellen Wandlungen eine Gesellscha au das Selbs -
e s ändnis seine T äge nich ohne Ein luß bleiben, is nu na ü -
lich. In diesem Fall üh e die Einsich , inmi en eines Gleichgewich s-
modells soziale G uppie ungen zu leben, das au die ge ings en
S ö ungs e suche emp indlich eagie , bei den Ingenieu en zu de
Folge ung, sowohl ein Beha en au de Neu alisie ungslinie als auch
au de echnok a ischen Lösung seien keine chancen eichen Möglich-
kei en, die eigenen Ziele du chzuse zen. Das Bewuß sein, eine Ge-
sellscha anzugehö en, als de en en scheidendes K i e ium wi die
s e e Wi ksamkei „soziale In e dependen/z" zu sehen haben, ha es
den Ingenieu en unmöglich gemach , sich in ih e Meh hei ü eines
de o gegebenen Modelle zu en scheiden. Dem sich au d ängenden
Realisie ungszwang kommen sie angesich s de e ände en Si ua ion
am nächs en du ch den Ve such, sich den ungesch iebenen Gese zen
eines dynamischen sozialen Gleichgewich s un e Einb ingung des
eigenen Leis ungszen ums einzu ügen. Hie bei handel es sich nich
um einen Vo sang de passi en Anpassung und eine dami e -
bundene eilweise Selbs au gabe de eigenen In e essen, sonde n um
einen P ozeß de In eg a ion mi de e s ä k en, wenn nich
au die Daue soga einzigen Chance de Selbs behaup ung.
Audi eine In e p e a ion de be ei s meh ach e wähn en Un e -
suchung läß einen in diese Rich ung zielenden T end deu lich we -
den. Danach üh en meh als zwei D i el alle be ag en Ingenieu e
ih e gesellscha liche Un e bewe ung wei gehend au eigene Fehle
und Ve säumnisse zu ück. Zu enge Besch änkung au den Be u , un-
genügende Allgemeinbildung, mangelnde Be eiligung am ö en lichen
Leben und ehlendes Solida i ä sge ühl we den on 35,3 °/o als U -
sachen genann 33.Diesem di ek en Einges ändnis eigene Un ollkom-
menhei sind noch jene 33 °/o hinzuzu echnen, die im unzu eichenden
33 VDI-In o ma ion N . 5. a.a.O. S. 24, Ta el 59.
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682 Helmu Klages und Ge d Ho lede
gese zlichen Schu z de Be u sbezeichnung und in de Annahme, de
We de Technik und de Ingenieu a bei seien nich genügend be-
kann , den G und ü die mangelnde gesellscha liche Ane kennung
des Ingenieu s sehen. Auch hie bei handel es sich o wiegend um
eine G uppe selbs k i ische Ingenieu e, denn die An wo en au die
nach olgenden F agen zeigen, daß die oben au ge üh en G ünde
wiede um au ein Ve säumnis de Ingenieu e selbs zu ückge üh
we den, nämlich au die mangelnde Au klä ung de Ö en lichkei
übe die spezi ische P oblema ik dieses S andes.
Ein T end zu In o e ie ung des Selbs we p oblems schein uns
un e kennba . Das Dominan we den diese Tendenz gegenübe de
noch imme on eine s a ken Minde hei e e enen, ih pola
gegenübe s ehenden Neu alisie ungsneigung da als eine angemes-
sene Reak ion gegenübe e ände en gesellscha lichen Ve häl nissen
angesehen we den. Zu Ve i izie ung de Hypo hese, bei diesem
Gegensa z handele es sich wei gehend um ein Gene a ionsp oblem,
eich das bishe e a bei e e Ma e ial nich aus. Siche nachzuweisen
is hingegen de hohe An eil beam e e e Ingenieu e an de G uppe
Unzu iedene , das sind in diesem Falle jene, die de In eg a ions-
pe spek i e indi e en ode ablehnend gegenübe s ehen. Die F age,
ob die Ingenieu e als Be u ss and die ihnen gebüh ende gesellscha -
liche Ane kennung genießen, e neinen 30,6
°/o
de Beam en, jedoch
nu 24,7
°/o
alle Be ag en34. Diese Ta sache leg die Ve mu ung nahe,
daß de beam e e Ingenieu om be u lichen S a us he häu ige zu-
e s als Beam e be ach e und en sp echend behandel wi d, wäh-
end e selbs wie schon in de Ve gangenhei eine Posi ion ans eb ,
die sich on de des Beam en, ode besse on den mi diese Sozial-
g uppe e bundenen A i üden, bewuß abheb .
Selbs e s ändlich sind die bishe au ge üh en Zahlenangaben cum
g ano aalis zu be ach en. Zwa konn en imme hin und 10
°/o
alle
deu schen Ingenieu e be ag we den, doch da die Ta sache nich
auße ach gelassen we den, daß es sich hie bei ausschließlich um
VDI-Mi gliede handel . Ungeach e dessen is die E hebung im Hin-
blick au die Ausbildung und die Al e ss uk u de Gesam hei de
Ingenieu e ep äsen a i . Zu bedaue n hingegen is es, daß hinsich -
lich de Fach ich ungen kein ep äsen a i e Que schni e aß we -
den konn e. Denn o z alle in diese F a/ge gebo enen Vo sich
glauben wi einen Zusammenhang nich leugnen izu können zwischen
de Wahl eine bes imm en Fach ich ung und de En scheidung ü
einen en sp echenden Punk au de Skala mögliche Gesellscha s-
bilde .
34 VDI-In o ma ion N . 5. a.a.O. S. 23 .
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Gesellscha sbild und soziales Selbs e s ändnis des Ingenieu s 683
Mi dem s uk u ellen Wandel unse e Gesellscha is be ei s die
Haup u sache ü den T end zu In eg a ionslösung genann . Ein wei-
e e G und on alle dings sekundä e Bedeu ung dü e in de E -
üllung on zwei wesen lichen Fo de ungen de deu schen Ingenieu e
zu suchen sein. Von jehe bilde en die Beziehungen zwischen Tech-
nische Hochschule und Uni e si ä sowie die F age des Ti elschu zes
Ke npunk e des Unbehagen«. Das P oblem des Ti elschu zes konn e
je z du ch eine gese zliche Regelung wei gehend geklä we den. Da
ge ade diese F age zu de Zei , in de die on uns e wähn e Un e -
suchung du chge üh wo den is (1956/57), einen ak uellen Kon lik -
s o da s ell e, glauben wi nich ehlzugehen in de Ve mu ung, daß
sich du ch die Klä ung diese F age die Tendenz zu In eg a ion
nu e es igen wi d. In de Ta muß e in unse e i el eudigen
Wel beispielsweise ein Ingenieu , de sechs Semes e an eine HTL
s udie ha e, eine Gesellscha ese ie gegenübe s ehen, die es
jedem Elek ike gesellen e laub e, sich Ingenieu zu nennen. Ve -
deu lichen läß sich diese unhal ba e Zus and am bes en dadu ch,
daß man sich einmal de Vo s ellung hingib , in Zukun dü e sich
jede Leh e als P o esso i ulie en lassen. Die ungeklä e F age des
Ti elschu zes ug mi zu S a us<unsiche hei de Ingenieu e bei. Abe
die Fähigkei , den eigenen S ando zu bes immen, is nun einmal
eine de Vo ausse ungen da ü , sich übe seine S ellung gegenübe
de Gesellscha kla zuwe den.
Das gegensei ige Ve häl nis de Hochschulen wa sei G ündung
de Bundes epublik ela i p oblemlos; es wu de jedoch noch e -
besse du ch die Neug ündungen on Uni e si ä en, die den inge-
nieu wissenscha lichen Fäche n den gleichen Rang zuges ehen, und
inde eine wei e e En p oblema isie ung in dem zunehmenden Ein-
bau geis es- und sozialwissenscha liche Disziplinen in den Leh - und
Fo schu agsbe ieb de Technischen Hochschulen.
In diesem Zusammenhang wollen wi uns noch eine In e p e a ion
de sozialen Selbs we p oblema ik des Ingenieu s zuwenden, die mi
de uns igen nich ganz übe eins imm . Von einigen Soziologen wie
z. B. Wigand Siebel wi d eben alls eine in die Ve gangenhei zu ück-
eichende Disk epanz zwischen dem sozialen Selbs bewuß sein de
Ingenieu e und ih e Bewe ung du ch die gesellscha liche Umwel
(ode doch zumindes ih e Vo s ellung übe ih e Bewe ung du ch
die gesellscha liche Umwel ) es ges ell , wobei nun alle dings eine
gewisse Neigung dazu bes eh , diese Disk epanz in e s e Linie au
die Abweh s ellung de „Kul u be u e", das heiß also insbesonde e
de Geis eswissenscha le , gegen den Ingenieu zu ückzu üh en. So
heiß es e wa in Siebels Au sa z „Soziale Funk ion und soziale S el-
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684 Helmu Klages und Ge d Ho lede
lung des Ingenieu s"35, daß die Ingenieu e sich insbesonde e in
Deu schland lange in eine „Ve eidigungsposi ion" gegenübe den
Kul u be u en be unden hä en, die die echnische Tä igkei au einen
un e geo dne en Pla z e weisen soll en und die den Technike n zum
Beispiel auch keinen Pla z in de Uni e si ä ein äumen möch en, so
daß es zu o ganisa o ischen T ennung zwischen Uni e si ä und Tech-
nische Hochschule zwangsläu ig kommen muß e.
Ganz zwei ellos haben solche Hinweise eine his o ische Rich ig-
kei sbasis, nu wollen wi sie in ih e Bedeu ung nich übe schä zen.
Es is ich ig, daß es zum Beispiel im Umk eis de Humbold schen
Uni e si ä sg ündung eine deu liche Rese e gegenübe den p axis-
o ien ie en Wissenscha en und Tediniken gegeben ha , es is ich ig,
daß wäh end des ganzen 19. Jah hunde s eine gewisse Tendenz zu
eine o nehm sein wollenden bildungsbü ge lichen Zu ückhal ung
nich nu e wa gegenübe de Technik, sonde n auch gegenübe de
Wi scha swissenscha und Be iebsleh e bes and, und es is zwei el-
los eben alls ich ig, daß manches on dem, was auch noch an de
heu igen an i echnischen Kul u k i ik o so unsinnig anmu e , au
das Kon o eben diese sich on eale Technikkenn nis abschneiden-
den Zu ückhal ung geh . All das, was wi hinsich lich de Selbs we -
und Selbs e o ungsp oblema ik des Ingenieu s kennengele n haben,
au das Kon o dieses We kon lik s zu sch eiben und somi p ak isch
au einen Minde we igkei skomplex des Ingenieu s gegenübe den
Geis eswissenscha en und de Uni e si ä zu ück üh en zu wollen,
schein jedoch kaum hal ba und e eich ganz gewiß nu einen Teil
de Fak en, um de en Deu ung es geh .
Zusammen assend dü en wi eine nachd ückliche Wandlung im
gesellscha lichen Selbs e s ändnis des Ingenieu s es s ellen. Von
einem s a ischen Lei bild, dem die Übe zeugung zug unde lag, die
schöp e ischen K ä e des Ingenieu s blieben schließlich unausge-
schöp im Scha en eine o allem au das Ma e ielle «ge ich e en
We bewe bsgesellscha , üh e de Weg zu einem S ando , de sich
an den Gegebenhei en unse e dynamischen Gesellscha so dnung,
de en quasi-s ändische Tendenzen nich zu leugnen sind, selbs o ien-
ie . In dem on uns skizzie en Un e nehme modell e g i en die
Ingenieu e Pa ei ü die eine Sei e de Gesellscha , in dem als Neu-
alisie ungsphase gekennzeichne en Zei aum s anden sie p ak isch
absei s on dem gesellscha lichen K ä espiel, um sich ihm dann als
„Technok a en" übe zuo dnen. E s mals das In eg a ionsmodell gib
den Ingenieu en Gelegenhei , sich mi de gesellscha lichen Gesam -
35 Wigand Siebel: Soziale Funk ion und soziale S ellung des Ingenieu s. Jah -
buch ü Sozialwissenscha . Bd. 13 (1962). H. 1. S. 61 .
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