Dissinge , A hu
A icle
Zu Gewe kscha spoli ik de Gegenwa
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Dissinge , A hu (1957) : Zu Gewe kscha spoli ik de Gegenwa , Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 77, Iss. 1, pp. 57-68,
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57] 57
Zu Gewe kscha spoli ik de Gegenwa
Beme kungen zu Adol Webe s Buch
„De Kamp zwischen Kapi al und A bei "
Von
A hu Dissinge - Ra ensbu g
Wie das bekann e und hochgeschä z e We k on Adol Webe 1
mi seinen Ausgaben in de Weima e Republik das sozialpoli ische
Sch i um jene Epoche k ön e, so ag die Neuau lage aus de
gegenwä igen Nachk iegsli e a u he o . Die Ve kü zung de his o-
ischen Abschni e und das Ausscheiden einige Kapi el de le z en
Au lage, so z. B. de Besch ieb des Bandes zwischen Gewe kscha en
und poli ischen Pa eien, mögen bedaue we den, die S o s a ung
dü e abe inso e n ganz und ga ge ech e ig sein, als dadu ch
Pla z ü die Du chleuch ung on S ando und Wi ken de soge-
nann en Sozialpa ne im e lossenen Jah zehn ei wu de und das
Buch nich zu einem Wälze anwuchs. Schließlich soll ja de Inhal
dieses Kompendiums nich bloß on de Wissenscha und den Exe-
ku i o ganen de zus ändigen Ve bände zu Kenn nis genommen
we den, sonde n als Bei ag zu E hal ung des A bei s iedens ebenso
on säm lichen Be u sschich en de Wi scha . Speziell an de
„F on " de a bei enden Wel , also do , wo die ideologischen und
ma e iellen Meinungs e schiedenhei en le z lich au einande p allen,
wi d man auch s a ü Reminiszenzen meh au geschlossen ü das
nach 1945 in Masse ange allene Ma e ial sein, zumal es de Al meis e
on An ang bis Schluß mi seine sp ichwö lichen Gabe da bie e ,
au die schon de E olg de o he igen Au lagen des We kes zu ück-
geh , nämlich mi de Gabe de absolu en Objek i i ä bei de ge-
danklichen Ve a bei ung de gesam en Vo gänge eine sei s und de
kla und elegan geschli enen Fo mulie ung ande e sei s.
De Ab iß de En wicklung des „Kamp es66 in de Pe iode o 1933
da hie wohl übe gangen we den, nachdem diese in ühe en
Jah en ielmals und e schöp end gewü dig wo den is . Auch können
1 Webe , Adol : De Kamp zwischen Kapi al und A bei .
Gewe kscha en und A bei gebe e bände in Deu schland. 6., neubea bei e e Au -
lage. Tübingen 1954. Ve lag J. C. B. Moh (Paul Siebeck). XVI, 378 S.
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58 A hu Dissinge [58
aus dem geschilde en Ve lau de Rela ion zwischen A bei gebe
und A bei nehme nach dem Zusammenb uch lediglich die Re o men
besp ochen we den, die s uk u ell ode ech lich on zen ale T ag-
wei e sind. Als de gewe kscha liche Zusammenschluß wiede ge-
s a e wu de, geschah e in Ges al de „Einhei s-Gewe kscha 66
(S. 84 .); die Au spal ung in Gewe kscha en kon essionelle und
poli ische Rich ung wa , so glaub e man, ein ü allemal eine de
Geschich e angehö ende S uk u phase. Doch Webe e ach e e es
imme noch — wah scheinlich eingedenk des gewe kscha lichen
D ucks au die o iziellen Be a ungen übe das Mi bes immungs ech
(S. 346) und das Be iebs e assungsgese z (S. 178 und 361) sowie des
Wahlau u es des DGB im Jah e 1953 — ü oppo un, den Gewe k-
scha en unbeding e Be olgung poli ische Neu ali ä ans He z zu
legen (S. 86 .), und wie ech e mi dem beschwö enden Wink ha e,
beleh e inzwischen die nach dem geha nisch en Vo s oß on V. Aga z
au dem 3. Kong eß des DGB gegen die bes ehende S aa s- und Wi -
scha so dnung o cie e G ündung de „Ch is lichen Gewe kscha s-
bewegung Deu schlands66. Wu den auch diesem Sonde bund bislang
nu ge inge Chancen o ausgesag ( gl. hie zu S. 90 .), um so meh
als das Expe imen wede in de b ei en Ö en lichkei noch on ehe-
maligen ch is lichen Gewe kscha e n gu geheißen wo den is ( gl.
Gewe kscha seinhei , Die Gegenwa , 10. Jah g., 1955, S. 713 .), eine
Wendung zu Meh ung de Aussich en wä e nun imme hin o -
s ellba , nachdem sich de 4. Gewe kscha skong eß, obgleich ch is -
liche Delegie e un e Be u ung au die Übe pa eilichkei schä s ens
opponie en, gegen die Wiede bewa nung und Weh p lich ausge-
sp ochen ha und mi de En schließung abe mals au poli isches Feld
o gep esch is . Wohl wu de das Ansuchen de ch is lichen G uppe
um s ä ke en Ein luß im Vo s and des DGB e üll und kon essio-
nelle wie auch poli ische Tole anz gelob ; wenn jedoch de je zige
Bundes o si zende W. Rich e sogleich au sein Rech und seine
P lich zu S ellungnahme zu g undsä zlichen poli ischen F agen
poch e2 und wenn man auße dem an die e künde en planwi scha -
lichen Ziele einschließlich Ve s aa lichungswünsche denk und ins-
besonde e da an, daß o dem de poli ische S eik zum Schu z o
eine Ge äh dung de Demok a ie ( gl. hie zu S. 177 .) sowie zu
Ve eidigung de „Rech e und Exis enz de Gewe kscha en66 — d. h.
ü spezi ische gewe kscha liche Zwecke, un e de en Deckman el sich
eilich jede zei wohl mi Leich igkei auch sons ige poli ische Aspi a-
ionen b ei machen könn en — ge o de wo den is ( gl. E. No den,
2 Vgl. hie zu F. J. Fu wängle : Die Gewe kscha en, ih e Geschich e und
in e na ionale Auswi kung. Hambu g 1956. S. 97 .
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59] Zu Gewe ksdia spoli ik de Gegenwa 59
S ei lich e om „Me alle-Kong eß, De Volkswi , 10. Jah g., N . 38
om 22. Sep embe 1956; J. H. Kaise , De poli ische S eik, Be lin
1955), so schein alles in allem de Beschluß des Obe landesge ich es
Celle om 6. Feb ua 1956, de DGB sei poli isch nich neu al, un-
die und die Au assung de „Deu schen Zei ung" (Ellbogen-Poli ik
des DGB, N . 80 om 6. Ok obe 1956) nich i eal zu sein, de zu olge
sich die Gewe kscha en des DGB, wiewohl In e esseno ganisa ionen,
meh und meh au das Gebie de Poli ik wagen und da in du ch die
Ane kennung ih e Tä igkei sei ens Regie ung und Pa lamen ge-
adezu bes ä k wo den sind.
Mi de Ve einhei lichung de A bei nehme e e ung als dem
äuße en Rahmen wu de indessen auch das inne e Ge üge de Gewe k-
scha en on G und au umges ell . Wäh end in den o maligen Rich-
ungsgewe kscha en an änglich de Be u allgemein das einzig be-
s immende Bindeglied de O ganisa ion wa und spä e lediglich inne -
halb de eien Gewe kscha en in olge de s e ig wachsenden Zahl
an- und ungele n e A bei e an S elle des Be u es zunehmend die
Indus ie zu Dominan e des gewe kscha lichen Au baues gewähl
wo den is , ohne daß man sich eilich jemals au ein gemeinsames
O ganisa ionsp inzip einigen konn e, we den sei Wiede e s ehung de
Gewe kscha en die Mi gliede ausnahmslos — nu die Anges ell en
hiel en am Be u sgedanken als K is allisa ionspunk es (S. 93; gl.
die om Anges ell en-Ve band Wü embe g-Baden h sgb. B oschü e
„Das P oblem de gewe kscha lichen O ganisa ions o m de Ange-
s ell en", 2. Au l., S u ga 1949) — en sp echend de Gliede ung
de Indus ie e aß . Gewiß is dami on o nhe ein auch im inne -
o ganisa o ischen Raum die eins ige Zweigleisigkei besei ig wo den,
die de gewe kscha lichen A bei manche G enzs ei igkei zu lösen
au gab; weil abe au dem le z en Gewe kscha skong eß ge ade mi
Blick au die Deu sche Anges ell engewe kscha die Zugehö igkei
zu eine Indus ie als die wi kungs olls e O ganisa ionsbasis gekenn-
zeichne wu de, s ell sich doch die F age, ob das Indus iep inzip
den gele n en A bei nehme in de Ta ge ühlsmäßig in ensi e in das
Gewe kscha sleben einzuspannen e mag als de Be u und dessen
E hos. Webe inde sich mi de nunmeh gegebenen S uk u ab,
und zwa aus „ ielen" G ünden, on denen alle dings bloß die Ab-
nahme de „Abg enzungsschwie igkei en" und de Vo eil ange üh
we den, daß es de A bei gebe in de Regel nu noch mi eine
Gewe kscha zu un ha . Dennoch un e läß e nich , wie mi Be-
iedigung e me k sei, die Indus iegewe kscha en zu so glichen
P lege des schon on sich aus zu solida ische Ha monie quali izie en
Be u sgedankens zu e mahnen (S. 87 .; gl. hie zu meine Sch i
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60 A hu Dissinge [60
„Das eigewe kscha liche O ganisa ionsp oblem'6, Jena 1929). Au
welch schwache S elle im Gewe kscha sgebäude dieses He o keh en
gesiche e E kenn nisse de Psychologie eali e au me ksam machen
will, is auch unschwe aus de aglos nich zu ällig angeschlossenen
Begu ach ung abzulesen, die „äuße e und inne e S ä ke de Gewe k-
scha en" we de „leich übe schä z " (S. 88 und 349). De e häl nis-
mäßig nied ige An eil de Mi gliede des DGB an de Gesam zahl de
wes deu schen A bei nehme und dessen sei 1952 anhal ende Riidk-
läu igkei bzw. die nahezu öllige S agna ion de absolu en Mi gliede -
zi e e mi eln wohl dem Fe ns ehenden kein allzu eind ucks olles
Bild, besagen jedoch nich s übe die wi kliche Schlagk a . Selbs
Hochkonjunk u und Hebung des Lebenss anda ds ode Spo und
ande e Abhal ungen können höchs ens eilweise zu Au hellung de
ziemlich un e ände en Lauhei gegenübe den Gewe kscha en he an-
gezogen we den (Zu Poli ik de Vollbeschä igung und Exis enz de
Gewe kscha en gl. meine Besp echung de im Bund-Ve lag, Köln,
e schienenen Sch i „Vollbeschä igung" in diesem Jah buch, 71. Jah -
gang, 1951, S. 760), das K ebsübel is ielmeh die nich e s neue -
dings beklag e la en e „Gewe kscha smüdigkei ". Und ü die E -
scheinung, die sich einmal in dem ech ka gen Bei i Nich o gani-
sie e äuße und zum ande en in mangelnde Be ei scha zahl-
eiche Mi gliede zu Fes igung de inne en Geschlossenhei , zeichne
o allen Dingen de Ums and e an wo lich, daß „bei de Massie-
ung de Einhei s e bände ü ganze Indus ien", um mi dem Sa z
on W. Zimme mann in seine Abhandlung „Die A bei e age heu e"
(in diesem Jah buch, 74. Jah g., 1954, S. 19) o zu ah en, „die be u -
lichen Di e enzie ungen de A bei e g uppen imme wenige espek-
ie we den" können. Eine S eige ung des An eizes zu Mi a bei
in den Gewe kscha en häng in olgedessen im wesen lichen on de
Fö de ung be u liche In e essen ab, also is nach wie o mi Webe
abzuwa en, ob die on manchen Gewe kscha en einge ich e en Be-
u sg uppen „einen genügenden Ausgleich" ü das abgeschwo ene
Be u sp inzip zu bie en ims ande sind (S. 88).
Dem gewe kscha lichen Bes and und Solida i ä sgeis ha es
e ne ebensowenig Au ieb eingeb ach , daß bes imm e Einzel-
hei en des A bei s e häl nisses du ch den Gese zgebe meh ode
minde abschließend ge egel und insowei a i lichen Abkommen
en zogen wu den. Denn du ch jede de a ige Vo sch i e kleine
sich en sp echend de Be ä igungs adius de Gewe kscha en und
demgemäß de en p ak ische Nü zlichkei ü alle A bei nehme ,
gleichgül ig, ob sie o ganisie sind ode nich . De e ungene Fo -
sch i is mi hin un e dem Aspek ein ausgesp ochene Py hussieg
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61] Zu Gewe kscha spoli ik de Gegenwa 61
und nö ig deshalb aus G ünden de gewe kscha lichen Selbs e hal-
ung übe ku z ode lang zu Anmeldung wei e gehende Fo de-
ungen. Einen schlagenden Beweis ü die Behaup ung lie e die In-
s i u ion des E holungsu laubs. Daß de Au o dieses P oblem meh
nebenbei be üh und übe dies nu eine nich meh ganz zei gemäße
Sach- und Rech slage wiede gib (S. 300), muß eigen lich deswegen
übe aschen, weil de Ansp uch au U laub, dessen Rech squellen
bis 1945 — abgesehen on dem 1938 gese zlich es geleg en U laub
ü Jugendliche — nach dem Reichsa bei sge ich ausschließlich Ta i -
e äge, Be iebs e einba ungen und Einzela bei s e äge wa en,
ab 1946 au Be eiben de wiede in Ak ion ge e enen Pa eien und
Gewe kscha en in die meis en Lände e assungen, sei es p og am-
ma isch, sei es als gel endes Rech , eingebau wo den is , um dann
on de Meh hei de Lände in besonde en U laubsgese zen eine
du chweg um assende e O dnung zu e ah en, die, wenn auch un e -
einande ma e iell e schieden, in jedem Falle eine Reihe on De ail-
agen ü e agliche Abmachungen o en läß . Übe eins immend
sch eib alle dings das „Rech au U laub" eine Mindes daue on
12 A bei s agen o — und die Bes immung ha sich alsbald auch
in den Ta i e ägen usw. de jenigen zwei Lände eingebü ge , die
übe kein solches Gese z e ügen —, wäh end die Höhe des U laubs-
en gel es, so seh zwa die Be echnungsme hoden an sich a iie en,
bei de heu igen Vollbeschä igung im g oßen und ganzen au das E -
gebnis des Gleichs ellungsg undsa zes hinausläu , wonach de U -
laube ü die E holungs age das En gel e häl , das e bei Wei e -
a bei e dien hä e ( gl. A. Dissinge , Die U laubs age in de
p i a en Wi scha de Wes zonen sei 1945, Rech de A bei , 2. Jah -
gang, 1949, S. 169 .; de s., Die Fe ien als Sozial- und Rech sp oblem
in de Wi scha , Wi scha und Rech , 3. Jah g., 1951, S. 117 .).
Schon in dem 1955 e ö en lich en Ak ionsp og amm haben nun die
Gewe kscha en eine He au se zung des U laubsen gel es „en wede
du ch Ta i e ag ode du ch Gese z64 e lang , ein Begeh en, das au
dem Do munde Kong eß de IG Me all und ku z da au als eines
de Nahziele au dem 4. Kong eß des DGB wiede hol wo den is .
Die be iebliche U laubsbeihil e wiede um soll o enba , was sich
in dem Zusammenhang zwischendu ch zu e wähnen e lohnen dü e,
den Boden o be ei en ü eine Einbeziehung übe haup säm liche
eiwilligen Sozialleis ungen de Un e nehme in das a i liche Ve -
agsne z. Ve gessen sind sonach die jah elangen An eindungen, die
du ch die Gewe kscha en diesen sozialen Au wendungen mi de Ve -
däch igung be ei e wu den, sie seien nich s ande es als ein Mi el
de A bei gebe , um die Be iebsangehö igen de gewe kscha lichen
O ganisa ion zu en emden. (Nich aus i gendwelchem Egoismus, iel-
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62 A hu Dissinge [62
meh einzig aus Ve an wo ungsbewuß sein gegenübe de Gesam -
hei ha hingegen neulich de junge Un e nehme F. Haussmann in
„De Wohl ah ss aa im Be ieb", F ank u e Allgemeine Zei ung
N . 252 om 27. Ok obe 1956, mi gu en A gumen en eine Lanze
ü Abbau des be ieblichen Sozialwe kes geb ochen3.)
Kaum wa das sogenann e B eme Abkommen übe die A bei s-
zei e kü zung in de Me allindus ie un e Dach und Fach, s ell e
jeden alls die IG Me all Schleswig-Hols eins in den Ve handlungen
übe den Man el a i e ag das Ansinnen, die Daue des U laubs zu
e länge n und ein zusä zliches En gel je U laubs ag zu zahlen. Daß
die Fo de ung, zu de noch die au Fo zahlung des Lohnes im
K ankhei s alle komm , ausge echne im schleswig-hols einischen
Ta i be eich bis zu äuße s en Konsequenz du chge och en we den
soll, haben ielleich mi elba die Beschlüsse des Bundesa bei s-
ge ich s bewi k , in denen einige U laubsgese ze, da un e das on
Schleswig-Hols ein, ü e assungswid ig e klä wu den. Zum min-
des en ha es indessen den Anschein, als ob man un e Ausnu zung
de Konjunk u ein Exempel s a uie en wolle, das, wenn es geling ,
de gesam en wes deu schen Me allindus ie sowie ande en Wi -
scha szweigen als nachahmenswe es Vo bild und da übe hinaus in
de in absehba e Zei be o s ehenden Deba e um ein Bundes-
u laubsgese z als Ausgangsminimum zu dienen e mag.
De S eik de Me alla bei e wieg eilich inso e n g undsä zlich
noch iel schwe e , als e s mals sei 1945 eine Man el a i e ags e -
handlung du ch U abs immung und S eik abgeb ochen wu de und die
Gewe kscha on dem Ane bie en, sich einem Schlich ungs e ah en
zu un e we en, keinen Geb auch gemach ha . Ein so igo oses Ve -
hal en wide sp ich nämlich en schieden nich allein de Ve einba ung
des Gesam e bandes de Me allindus iellen und de IG Me all, die,
wie in dem Gesam übe blick aus dem Jah esbe ich 1955 de Bundes-
e einigung de A bei gebe e bände (S. 10) he o gehoben wi d,
„dami ih en u sp ünglichen Wide s and gegen den Abschluß solche
F iedensabkommen au gegeben ha " — die beiden A bei gebe e -
bände de schleswig-hols einischen Me allindus ie haben auch gegen
die Gewe kscha Klage wegen Ve le zung de a i lichen F iedens-
p lich mi de Mo i ie ung einge eich , de S eik e s oße gegen die
1955 ausgehandel e Schlich ungso dnung und sei deshalb ech s-
wid ig —, sonde n is obend ein keineswegs in Einklang zu b ingen
mi de besonde s au dem kaum ech abgewickel en Kong eß de
IG Me all lau gewo denen Ve dammung de Zwangsschlich ung.
Da um ag es sich unwillkü lich, ob Geschehnisse wie das in Schles-
3 Vgl. hie zu P. Jos ock: Wachsende Volkswohls and, e ände e Ein-
kommens e häl nisse, soziale Umschich ung. Ro enbu g 1956. S. 17.
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63] Zu Gewe kscha spoli ik de Gegenwa 63
wig-Hols ein, das einzulenken o läu ig ebensowenig dem Kiele
Land ag gelang4, die Bundes egie ung nich doch eines Tages aus Rück-
sich au gesam wi scha liche No wendigkei en zu einem Eing ei en
in die Au onomie de Ta i pa ne bewegen könn en. (Sch i e in de
Absich bö en imme hin zu ö de s den Gewe kscha en keinen übe -
zeugenden Vo wand zu P o es en, nachdem umgekeh sie selbs den
obigen E ö nungen zu olge sich Einmischung in wi scha liche und
gesellscha liche P obleme, die allein in die Kompe enz de poli ischen
Ins anzen allen, o behal en — gl. hie zu W. Zimme mann, a.a.O.,
S. 17 . — und sich auch je nach den Ums änden bislang nich gescheu
haben, den S aa zu Hil e zu u en.) An wo au diese F age ha
Webe als de une müdliche Pionie iedliche Zusammena bei be-
ei s im o aus e eil , indem e die Möglichkei on A bei skon lik en
bejah , die „die ö en liche Mach im In e esse de Gesam hei " ein-
ach zwangsweise beilegen muß, wobei e alle dings das Einsch ei en
des S aa es „au Anwendung des E scheinungs- und Ve handlungs-
zwanges de Pa eien46 besch änk wissen will (S. 312 und 319; gl.
hie zu A. Dissinge , Die Schlich ung on kollek i en A bei ss ei ig-
kei en in de Schweiz, De A bei gebe N . 18/19 om 15. Sep embe /
1. Ok obe 1950). Einen a sächlichen Einb uch in die Selbs e an -
wo ung und Ta i eihei bedeu e demgegenübe de Vo schlag on
H.-A. Asbach (De S aa kann nich nu Zuschaue sein, De Volks-
wi , 10. Jah g., N . 11 om 17. Mä z 1956), neben dem Einlassungs-
zwang insowei die „Ve bindliche klä ung on Schiedssp üchen" ein-
zu üh en, als „lebenswich ige In e essen de Allgemeinhei ode die
Besei igung eines sozialen No s andes" eine asche Beendigung de
Pa eidi e enzen e heischen. So iel Zus immung mu maßlich min-
des ens gegenwä ig de schleswig-hols einische A bei sminis e da
und do auch inden mag, so seh möch e man au de ande en
Sei e e s ech wünschen, daß Webe s bes echende Beg ündung seine
4 Gleichwohl ließ de schleswig-hols einische Minis e p äsiden U. on Hassel
nich locke im Ve such, zwischen den beiden Pa eien zu e mi eln; selbs als
sein ö en lich un e b ei e e Komp omiß o schlag, de zwa den gewe kscha lichen
Wünschen in punc o Wei e zahlung des Lohnes bei E k ankung — weil diese
F age demnächs im Bundes ag sowieso en scheidungs ei we de — und U laubs-
länge en gegenkam, das U laubsen gel abe lediglich du ch Bemessung nach dem
e ek i en Du chschni s e diens in den le z en 13 A bei swochen o U laubs-
an i und nich du ch eine a i lich geno m e Beihil e e besse n woll e, on
de Gewe kscha zu ückgewiesen wo den is , wu den die Makle diens e nich ein-
ges ell . Un e Hassels Vo si z e s anden sich schließlich auch die Ta i pa ne
zu An u ung de Schlich ungss elle, und de on diese S elle Ende 1956 un e
A. Nikisch ohne Zus immung de A bei nehme e e e ge äll e Sp uch olg e in
den G undzügen dem Hasseischen Konzep . Doch wenige deshalb, als ielmeh
in Ansehung de e mu e en wah en Hin e g ünde de Auseinande se zung konn e
es wohl kaum sonde lich in E s aunen se zen, daß die G oße Ta i kommission de
IG Me all die au ges ell en Einigungsbedingungen abgelehn und den s eikenden
A bei nehme n ü die U abs immung zum Fo üh en des Auss andes ge a en ha .
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64 A hu Dissinge [64
Absage an den Zwangsschiedssp uch nachgelesen wü de (S. 312 .).
De äl e en Gene a ion soll en ohnehin die E ah ungen mi dem
Einmann-Schiedssp uch (S. 317) geläu ig sein, abe ebenso die mi de
o bei Lohn egelungen üblich gewesenen Halbie ungsp axis de
Schlich e ( gl. meine Besp echung on P elle s Buch „Sozialpoli ik
in de Weima e Republik", Wi scha und Rech , 2. Jah g., 1950,
S. 238). Will man dahe eine In e en ion des S aa es e ns ha o -
beugen, so dü e es sich bei de augenblicklichen Fluk ua ion on
Lohn und P eis meh denn je emp ehlen, den gemeinsam on de
Bundes e einigung de A bei gebe e bände und dem DGB zwecks
Ve ollkommnung des a i lichen Schlich ungswesens e a bei e en Ge-
danken de Scha ung eines zen alen „Fes s ellungsausschusses46
(S. 319 .), zu dem sich auch die A bei gebe sei e imme o bekann e,
endlich wah zu machen. Den Gewe kscha en soll e soga an de
Schlich ung on A bei ss ei igkei en au dem Wege noch wei ehe
gelegen sein. Im Fes s ellungs e ah en wä e es siche lich wohl kaum
o gekommen, daß die au G und des Mi bes immungsgese zes in den
Vo s and de Mon angesellscha en en sand en A bei sdi ek o en ( gl.
S. 346 .) aus ih em g ündlichen O ien ie sein übe die Si ua ion de
Be iebe olge ich ig das wäh end de Lohnbewegung im Ruh gebie
im He bs 1955 om Un e nehme e band gemach e Angebo be ü -
wo e en, die Gewe kscha o zdem au dem du ch S eikand ohung
un e s ichenen Ablehnungsbescheid e ha e.
In olge diese eno mes Au sehen e egenden Uns immigkei zwi-
schen Gewe kscha und ih en Exponen en is in de Ö en lichkei
au jeden Fall und, om gewe kscha lichen Gesich swinkel aus kann
man sagen, zu allem Übe luß de Sinn de Mi bes immung in ein
a ales Zwielich ge a en ( gl. hie zu Poli ik de S ä ke en, Die
Gegenwa , 11. Jah g., 1956, S. 693), und da das Dilemma, in das eben
die Funk ion des A bei sdi ek o s, zugleich A bei gebe und A bei -
nehme e e e zu sein, on Beginn de Mi bes immung an einge-
be e is , ga nich behoben we den kann — es sei denn, die je z
bes ell en A bei sdi ek o en und die Gewe kscha s e e e in den
Au sich s ä en wü den in den kommenden Wahlen du ch adikale e
Pe sonen e se z , denen s a Wi scha lichkei de Un e nehmen
„Linien eue" gegenübe de Gewe kscha un e ückba es Dogma is
( gl. hie zu Neue Lohnkamp ak ik an de Ruh , F ank u e All-
gemeine Zei ung N . 279 om 1. Dezembe 1955) —, muß in Zukun
mi ähnlichen Zwischen ällen ge echne we den. Die Gewe kscha en
sind sich auch dessen bewuß , sons wä e au dem zi ie en Me all-
a bei e -Kong eß bezüglich de Doppeleigenscha des A bei sdi ek-
o s, ungeach e des in Bälde möglichen Abschwei ens in pe sonelle
Ve ände ungen, nich ei und ank zum Ausd uck geb ach wo den,
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.77.1.57 | Gene a ed on 2023-04-04 11:25:11