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Totalverweigerer: Viel Lärm um Nichts?

Author: Bella, Natalie,Röhrer, Stefan,Wolff, Joachim
Publisher: Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Year: 2025
DOI: 10.48720/IAB.FB.2520
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/330582/1/1938547705.pdf
Bella, Na alie; Röh e , S e an; Wol , Joachim
Resea ch Repo
To al e weige e : Viel Lä m um Nich s?
IAB-Fo schungsbe ich , No. 20/2025
P o ided in Coope a ion wi h:
Ins i u e o Employmen Resea ch (IAB)
Sugges ed Ci a ion: Bella, Na alie; Röh e , S e an; Wol , Joachim (2025) : To al e weige e : Viel Lä m
um Nich s?, IAB-Fo schungsbe ich , No. 20/2025, Ins i u ü A bei sma k - und Be u s o schung
(IAB), Nü nbe g,
h ps://doi.o g/10.48720/IAB.FB.2520
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/330582
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IAB-FORSCHUNGSBERICHT
Ak uelle E gebnisse aus de P ojek a bei des Ins i u s ü A bei sma k - und Be u s o schung
20|2025 To al e weige e : Viel Lä m um Nich s?
Na alie Bella, S e an Röh e , Joachim Wol
ISSN 2195-2655
To al e weige e : Viel Lä m um Nich s?
Na alie Bella (IAB)
S e an Röh e (IAB)
Joachim Wol (IAB)
In de Reihe IAB-Fo schungsbe ich e we den empi ische Analysen und P ojek be ich e g öße en
Um angs, iel ach mi s a k da en- und me hodenbezogenen Inhal en, publizie .
The IAB Resea ch Repo s (IAB-Fo schungsbe ich e) se ies publishes la ge -scale empi ical
analyses and p ojec epo s, o en wi h hea ily da a- and me hod- ela ed con en .
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In alle Kü ze
• De ‚To al e weige e ‘ p äg sei Ende 2023 den Disku s übe e we bs ähige
Leis ungsbe ech ig e in de G undsiche ung beziehungsweise im Bü ge geld. In de Figu des
To al e weige e s wi d das Bild des ‚Ha ze s‘ o gesch ieben.
• De gesellscha liche Disku s um die G undsiche ung wandel e sich on eine an änglichen
Be onung de Lebensleis ung und des Respek s im Gese zgebungsp ozess des Bü ge gelds
hin zu eine k i ischen Sich au die Höhe de Bü ge geldleis ungen, ein unzu eichendes
Fo de n und eine Wah nehmung de e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en als G uppe, die
es zu ak i ie en gil .
• Meh e en Hinweisen zu olge is die Anzahl on e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en ge ing,
die meh ach zumu ba e A bei ohne gu en G und ausschlagen und deswegen nach §31a
Abs. 7 SGB II als sogenann e ‚To al e weige e ‘ du ch eine zwei Mona e andaue nde
S eichung des Regelbeda s sank ionie we den.
• In den Ve mi lungsgesp ächen de beobach e en Jobcen e n konn e eben alls kein Hinweis
au eine To al e weige ung nach §31a Abs. 7 SGB II beobach e we den. Die be ag en
Ve mi lungs achk ä e e klä en dies beispielsweise mi den hohen bü ok a ischen Hü den.
• Dennoch eku ie en die Fachk ä e in den Jobcen e n in ih e äglichen A bei imme wiede
au das Bild des ‚Ve weige e s‘. E bilde gleichsam einen Bezugspunk , anhand dessen das
Ve hal en on e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en du ch die Ve mi lungs achk ä e
e läu e , p oblema isie ode gelob wi d.
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Inhal
In alle Kü ze ............................................................................................................................ 3
Inhal ........................................................................................................................................ 4
Zusammen assung ................................................................................................................... 5
Summa y .................................................................................................................................. 6
Danksagung .............................................................................................................................. 7
1 Einlei ung ........................................................................................................................... 8
2 Da en und Me hoden ........................................................................................................ 10
2.1 Wissenssoziologische Analyse des G undsiche ungsdisku s ........................................... 10
2.2 Die Sozial igu des To al e weige e im Be a ungsall ag ................................................ 11
2.3 Hinweise au die Anzahl de ‚To al e weige e ‘ ............................................................... 12
3 E gebnisse ........................................................................................................................ 14
3.1 Das Bü ge geld im G undsiche ungsdisku s ..................................................................... 14
3.2 De ‚To al e weige e ‘ im Ve mi lungsall ag ................................................................... 22
4. Fazi .................................................................................................................................... 31
Li e a u ................................................................................................................................. 33
Imp essum ............................................................................................................................. 36

Zusammen assung
Die o liegende S udie ag nach He kun , Bedeu ung und Auswi kung de Bezeichnung
‚To al e weige e ‘, die u sp ünglich on Bundesa bei sminis e Hube us Heil ü
G undsiche ungsbeziehende, die meh ach die Au nahme eine E we bsa bei e weige n,
e wende wu de. Ende Mä z 2024 wu de dann eine neue Leis ungsminde ung ü de a ige
Ve s öße einge üh – in Fo m eines Weg alls des Regelbeda s ü zwei Mona e nach §31a Abs. 7
SGB II. Um diese F age nachzugehen, wi d ein Blick au Hinweise aus adminis a i en Da en
gewäh , de die ö en liche Deba e um das iel bemüh e Bild des To al e weige e s in ande em
Lich e scheinen läss . Denn die Hinweise sp echen ü eine ex em ge inge Anzahl on
Leis ungsminde ungen nach §31a Abs. 7 SGB II. Dies wi die F age nach de a sächlichen
Rele anz sogenann e To al e weige e au . Als Fundamen ü die Bean wo ung diese F age
wi d in die Pe spek i e de wissenssoziologischen Disku sanalyse einge üh . In diesem Rahmen
legen wi da , inwie e n diese Fo schungspe spek i e geeigne is ü die Analyse de (Re-)
Kons uk ion des To al e weige e s. De hie ü zusammenge agene Disku sko pus gewäh
Einblick in die En wicklung des G undsiche ungsdisku ses de le z en Jah e und o enba so die
besonde e Rele anz des ‚To al e weige e s‘ als hochg adig poli isie es Konzep . De
To al e weige e is dabei nich wie im §31a Abs. 7 SGB II eng als eine Pe son abgeg enz , die
wiede hol A bei e weige . In einem zwei en Sch i wi d die ‚Sozial igu ‘ des
To al e weige e s im Be a ungsall ag de Ve mi lungs achk ä e empi isch un e such . Da ü
wi d de Blick au die Ve mi lungs achk ä e als S ee -Le el-Bu eauc a s (Lipsky 1980)
ge ich e ; ih Ve wal ungshandeln und ih Be a ungsall ag we den im Rahmen eine
eilnehmenden Beobach ung e o sch . Die so en s andenen Beobach ungsp o okolle und
T ansk ip e de Be a ungsgesp äche und (e hnog a ische ) Gesp äche mi den Fachk ä en
we den einanaly isch im Sinne eine wissenssoziologischen He meneu ik ausgewe e .
Schließlich we den beide S änge de empi ischen Da en im Sinne eine „doppel en Empi ie“
(Bosančić e al. 2022) au einande bezogen, um den Bezügen aus dem Disku s und de en
Rep oduk ion in de Be a ungsp axis nachzuspü en.
Au diesem Fundamen we den die E gebnisse de S udie o ges ell . Hie wi d zunächs das
Bü ge geld im G undsiche ungsdisku s einge üh , de sich dami on eine Skandalisie ung ‚de
A men‘ übe die Figu des ‚Ha ze s‘ zu o de g ündigen Au we ung de Lebensleis ung on
e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en und zu ück zu P oblema isie ung de zu ak i ie enden
Sozial igu und Wiede en deckung des ‚Ha ze s‘ als ‚To al e weige e s‘ d eh . Da ü wi d die
Geschich e des Bü ge gelds e zähl und da geleg , wie sich un e schiedliche (pa eipoli ischen)
S immen an de disku si en Kons uk ion des To al e weige e s be eilig en. E kenn lich wi d
dies bspw., wenn o mals be on e, g undlegende We e des Respek es und de Ane kennung de
Lebensleis ung, die mi de Ve abschiedung des Bü ge geldes einge o de wu den, du ch
Äuße ungen übe sich en ziehende, ‚ aule‘ e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e in de ‚sozialen
Hängema e‘ negie we den.
Die Geschich e de Rele anz on ‚To al e weige e n‘ wi d schließlich in einem zwei en
empi ischen Kapi el abschließend behandel . Hie wi d kla ges ell , dass de To al e weige e in
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seine gese zlichen De ini ion nach §31a Abs. 7 SGB II in den Jobcen e n keinen g öße en Raum
einnimm . S a dessen wi d da geleg , wie die Sozial igu des e weige nden e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en bis zu Maximalausp ägung des To al e weige e s als ‚Schablone‘ ü
Leis ungsbe ech ig e, die on Ve mi lungs achk ä en als unkoope a i , eigensinnig ode
abweichend beu eil we den, eine hohe Rele anz ü den Be a ungsall ag au weis . Denn diese
Sozial igu wi d zu Rech e igung e waigen Sank ionshandelns und Legi ima ion de
Au ech e hal ung on Sank ionsmöglichkei en he angezogen. Dies e klä den Wide sp uch
zwischen de Abwesenhei des To al e weige e s nach §31a Abs. 7 SGB II in den un e such en
Jobcen e n in seine u sp ünglichen gese zlichen De ini ion und de P äsenz de Sozial igu des
To al e weige e s als Gegenpol zu Vo s ellung mi wi kende e we bs ähige
Leis ungsbe ech ig e im Disku s und beg ünde , wa um sich diese Kons uk ion auch in das
(abg enzende) Handeln de e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en einsch eib .
Summa y
The s udy examines o igin and meaning o he e m ‘To al e weige e ’ (en i ely non-complian
bene i ecipien ); he e m was used o ecipien s o basic income suppo who epea edly
e use o ake up a job. This e m was in oduced by he Fede al Minis e o Labou Hube us
Heil. I was ollowed by he in oduc ion o A icle 31a Pa ag aph 7 Social Code a he end o
Ma ch 2024, which, o cases o epea ed e usals o job o e s, implied a loss o he basic cash
bene i o wo mon hs. Ou s udy akes a look a indica ions om adminis a i e da a, which
imply ha basic income suppo ecipien s who epea edly e use jobs as de ined by A icle 31a
Pa ag aph 7 Social Code II a e a ely obse ed.
Agains his backg ound, we discuss he ele ance o he ‘To al e weige e ’ bo h in he media
and he wo k o job cen es. As a basis o answe ing ou ini ial ques ion we ely on (c i ical)
discou se analysis and explain how i can be applied in o de o ( e-)cons uc he
`To al e weige e ’. The discou se ha was assembled shows how he discou se on he basic
income suppo de eloped o e he las ew yea s and e eals he pa icula ele ance o he
`To al e weige e ’ as a concep used by policy-make s.
A second way o s udy he ele ance o he `To al e weige e ’ in he counselling ou ines o job
cen e s a is hen in oduced by ocusing on S ee -Le el-Bu eauc a s (Lipsky 1980), whose
adminis a i e p ac ices and daily counselling ou ines a e s udied by Pa icipan Obse a ion o
counselling mee ings ha included job cen e s a and hei clien s who ecei e basic income
suppo . The p o ocols o he obse ed mee ings and he ansc ip s o e hnog aphic
con e sa ions and counselling a e analysed acco ding o he he meneu ics o a sociology o
knowledge. Bo h empi ical app oaches a e ela ed o each o he in he sense o a “double
empi ical” app oach (Bosančić e al. 2022), in o de o disco e ela ionships be ween he
discou se and i s ep oduc ion in he daily counselling ou ines.
The esul s o he s udy a e p esen ed nex . We i s in oduce he discou se on basic income
suppo , which de eloped om pa ly scandalizing “poo people” ia ep esen a ion in e ms o
he `Ha ze ’-cha ac e , owa ds a iew o basic income suppo ecipien s whose li e ime
achie emen s we e ecognized (‘ci izen’s bene i ’) back o eco e ing again he `Ha ze ’ h ough
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he new label `To al e weige e ’. To s udy his, we discuss he de elopmen o he ci izen’s
bene i and how di e en oices (o poli icians) engaged in cons uc ing he `To al e weige e ’.
This becomes o example isible, when basic alues o espec and he app ecia ion o li e ime
achie emen s as impo an aspec s ela ed o he in oduc ion o he ci izen’s bene i lose hei
ele ance in he public discou se ha u ns o gene alising s a emen s on “lazy” bene i
ecipien s.
The s o y abou he ele ance o he `To al eweige e ‘ is hen comple ed by a second empi ical
analysis. I shows ha he `To al e weige e ‘ as de ined by A icle 31a Pa ag aph 7 Social Code II
is absen in he s udied job cen es. Howe e , he analysis shows ha he concep o bene i
ecipien s who do no comply wi h bene i ules can be qui e ele an o he dialogue be ween
casewo ke s and wel a e bene i ecipien s du ing hei mee ings. S a emen s o casewo ke s in
such mee ings imply ha a less na owly de ined cha ac e o he `To al e weige e ’ is p esen
in and ele an o hei wo k as a kind o empla e o basic income suppo ecipien s ha case
wo ke s ega d as non-coope a i e, ha d-headed o di e gen . The `To al e weige e ’ is ele an
o jus i y he applica ion o bene i sanc ions and o legi imize he exis ence o bene i sanc ions.
This explains he con adic ion ha he `To al e weige e ’ as de ined by he Social Code II is
absen in he daily wo k o he job cen es while a less na owly de ined `To al e weige e ’ is
p esen in hei daily counselling discou se as a con as o he no ion o wel a e bene i
ecipien s who comply wi h he bene i ules.
Danksagung
Wi danken Wol gang B aun, Philipp Ramos Loba o und Co dula Zabel ü hil eiche Hinweise zu
eine ühe en Ve sion dieses A ikels.
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1 Einlei ung
Sank ionen in de G undsiche ung sind sei lange Zei ein kon o e s disku ie es Thema. Das is
wenig übe aschend, da sich in diese Deba e beispielsweise bes imm e Ve s ändnisse des
S aa -Bü ge *innen-Ve häl nisses ode auch un e schiedliche Ideen on Ge ech igkei abbilden
und es sich um Leis ungsminde ungen ü Pe sonen handel , de en Exis enzminimum
gewäh leis e we den muss. En sp echend sind Sank ionen auch im Kon ex de Gese zgebung
und -ein üh ung des Bü ge geldes ein wiede keh endes Thema de Diskussion um die
Ausges al ung de G undsiche ung.
Sank ionen we den sei de Ein üh ung des Bü ge geldes Leis ungsminde ungen genann . Diese
sind im Gese z in den §§31, 31a, 31b und 32 des SGB II ge egel , wobei nach Melde e säumnissen
und P lich e le zungen di e enzie wi d. Melde e säumnisse und eine e s e P lich e le zung
üh en zu eine Leis ungsminde ungen on 10 P ozen des maßgebenden Regelbeda s ü die
Daue eines Mona s. Insgesam kann höchs ens eine Leis ungsminde ung on 30 P ozen übe
d ei Mona e e eich we den, wenn wiede hol P lich e le zungen geahnde we den. Da übe
hinaus sind du ch den §31a Abs. 7 SGB II sei eine Re o m Pe sonen, die im poli ischen Disku s
als To al e weige e bezeichne we den, s ä ke sank ionie ba . Es handel sich dabei um
Leis ungsminde ungen, die g ei en sollen, wenn wiede hol A bei sangebo e nich angenommen
we den. Dies wu de zum Jah esende 2023 angekündig , und Ende Mä z 2024 a die Regelung in
K a .
Spä es ens sei de Thema isie ung de Sozial igu des To al e weige e s1 e ände e sich auch
die Deba en üh ung um das Bü ge geldgese z nachhal ig. Die Figu des To al e weige e s
wu de on Hube us Heil Ende 2023 p oblema isie end disku ie und wu de in de Folge
quan i a i wie no ma i imme wei e skandalisie . De gesellscha liche Disku s um die
G undsiche ung sowie die Rolle des Kons uk s des ‚To al e weige e s‘ wi d im Folgenden
anhand de medialen Da s ellung schlaglich a ig nachgezeichne , um da zus ellen, wie sich die
an ängliche Thema isie ung on Lebensleis ung und Respek im Kon ex des
Gese zgebungsp ozesses des Bü ge geldes in eine E neue ung on Skandalisie ung und
Miss auen gegenübe e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en d eh e. Dem gegenübe geben wi
Einblicke in uns o liegenden Da en zu diesen Leis ungsminde ungen, die Hinweise geben, dass
nu wenige Menschen bislang a sächlich un e Bezug au den §31a Abs. 7 SGB II als
To al e weige e sank ionie wu den. Vo dem Hin e g und de kon o e sen Diskussionen um
die Figu des To al e weige e s und o z seine wei es gehenden Abwesenhei in uns
o liegenden adminis a i en Da en, beobach en wi , wie sich Ve mi lungs achk ä e in ih em
A bei sall ag imme wiede au diese Kons uk ion beziehen und sie dami als ele an e Bezugs-
bzw. E klä ungsg undlage abweichenden Ve hal ens e wenden. Dies geschieh auch ü Fälle,
die nich zu seh eng abgeg enz en Pe soneng uppe nach §31 a Abs. 7 SGB II gehö en. Dies
zeichnen wi anhand on Da en aus eilnehmenden Beobach ungen on Ve mi lungsgesp ächen
1 Wi nu zen ü die Bezeichnung die männliche Ve wendung, wie sie uns im All ag begegne . Dies e schein uns sinn oll, da
eine sei s die Ve lau s o m unpassend wä e, weil es die Kons uk ion an eine P axis anbinde , doch ‚To al e weige nde‘ gib es
in keinem ele an en Ausmaß. Ande e sei s e weis die männliche Fo mulie ung au die Vo s ellung eine No mali ä des
männlichen Allein e diene s („B eadwinne model“) ode auch au den S e eo yp, dass sich männlich gelesene Pe sonen ehe
nich an Regeln hal en. Dies wollen wi mi de Fo mulie ung sich ba hal en.
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Disku ses ( gl. bspw. Ke le/Kessel/Knech 2025; Knech 2018; Dö le /F i zsche 2015) wu den on
Sei en de spä e en Regie ungspa eien de sog. Ampel egie ung (2021-2024) ab 2018 Wünsche
nach eine ‚Übe windung‘ on Ha z IV lau e . Im No embe 2019 be and dann das
Bundes e assungsge ich , dass die damaligen Sank ions egelungen eilweise nich
e assungskon o m wa en. Schließlich wu de das Thema eine G undsiche ungs e o m Teil des
Wahlkamp es de Bundes agswahl im Jah 2021. Diesen s ell e die spä e e Regie ungspa ei SPD
un e das Schlagwo „Respek “ und e wies in ih en diesbezüglichen Posi ionen au die be ei s
e b ach e „Lebensleis ung“ on e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en sowie da au , dass es
einen Rech sansp uch au soziale Absiche ung gib und Bü ge *innen dem S aa „nich als
Bi s elle *innen gegenübe [ e en]“ (BTW-P og amm SPD 2021, S. 33).
Die Union aus CDU und CSU sugge ie e dagegen be ei s 2021 in ih em Wahlp og amm, dass ein
„bedingungsloses G undeinkommen“ einge üh we den solle, welches es abe mi ihnen „nich
geben“ we de (BTW-P og amm Union 2021, S. 61). Doch auch in ih em P og amm inde sich
2021 das Bild de be ei s e b ach en ‚Lebensleis ung‘, welche nich gewü dig we de, wenn
en sp echende Pe sonen bspw. nach de „Bean agung on G undsiche ungsleis ungen“ den
Wohno wechseln müss en (ebd.).
Nach de Wahl nahmen die Pa eien SPD, Bündnis 90/Die G ünen und FDP
Koali ions e handlungen au , welche An ang Dezembe 2021 mi dem Koali ions e ag „Meh
Fo sch i wagen“ einen Abschluss anden. Da in wu de die Absich de Ein üh ung eines
Bü ge gelds bekunde , welches „die Wü de des und de Einzelnen ach en, zu gesellscha lichen
Teilhabe be ähigen sowie digi al und unkomplizie zugänglich sein“ (Koali ions e ag 2021, S.
59) soll e. Neben einigen do angekündig en Ände ungen gegenübe de o he igen
Ausges al ung des A bei slosengeld II e wiesen die damaligen Koali ionspa eien insbesonde e
au „Augenhöhe“ als ( e mein lich) neue Umgangs o m in den Jobcen e n, die zukün ig eine
„Ve auensbeziehung“ (ebd.) e möglichen solle. Au die Rele anz diese neuen Zusammena bei
e wies auch die Idee de „Ve auenszei “, die eben alls be ei s im Koali ions e ag benann
wu de – inhal lich abe wenig konk e isie wu de, was wiede um Ans oß mediale
Auseinande se zung wa ( gl. bspw. Süddeu sche Zei ung om 07.01.2022).
T o z de im Koali ions e ag o mulie en Bekundung, an „Mi wi kungsp lich en“ es hal en zu
wollen (Koali ions e ag 2021, S. 60), was sich als Au ech e hal ung on
Sank ionsmöglichkei en lesen läss , wu de ebenso be ei s im Koali ions e ag ein
Sank ionsmo a o ium angekündig , welches in de Folge on Juli 2022 bis zu
Bü ge geldein üh ung An ang 2023 gal .
Eben alls ab Somme 2022 meh en sich dann Be ich e, nach denen die Regie ungspa eien
„uneins beim Bü ge geld“ seien (bspw. Süddeu sche Zei ung, 20.07.2022). Diese Uneinigkei
wu de im selben A ikel mi Ve weis au den Um ang eine Regelsa ze höhung beg ünde . Die
Diskussion um eine E höhung de Regelsä ze s and im zei lichen Zusammenhang mi eine
ges eige en In la ion als Folge höhe e Ene giekos en du ch den ussischen Ang i sk ieg au die
Uk aine. Wäh end hie insbesonde e Bündnis 90/Die G ünen mi Plänen eine E höhung de
Regelsä ze on 100 Eu o zi ie wu den, ielen die Pläne de „deu liche[n] E höhung“ (Zei online,
15.07.2022) de SPD, wie sie on Hube us Heil e künde wu den, on 40-50 Eu o ( gl. bspw.
Süddeu sche Zei ung, 20.07.2022) dagegen wei ge inge aus. Die FDP sp ach sich de weil
gänzlich gegen eine E höhung de Regelsä ze aus. Im Zuge dessen wu den nu wenige Tage

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spä e wei e e FDP-Poli ike zi ie , die beispielsweise bekunde en, dass „Solida i ä […] imme
auch die Gegenleis ung einbeziehen“ müsse (Zei online, 22.07.2022). Vo dem Hin e g und
de a ige Ve weise au „Solida i ä “ wu den Sank ionen dann e neu „als Ul ima Ra io“ als
„angemessen und nö ig“ besch ieben (ebd.).
Dieses Bild wi d auch on Sei en de opposi ionellen Union im Rahmen ih e Ablehnung de
Bü ge geld e o m bemüh . Dies zeig sich exempla isch an den on F ied ich Me z da ges ell en
So gen hinsich lich de Exis enz on „An eizen“ im Bü ge geld (Zei online, 22.07.2022) und de
Be onung on de en No wendigkei , o z de jüngs he ausges ell en Rele anz de be ei s
e b ach en Lebensleis ungen, e wa im oben zi ie en P og amm zu Bundes agswahl de Union.
Diese So gen de Union wu den in de Be ich e s a ung dann on A bei gebenden e e enden
bes ä ig . So wi d exempla isch ein P äsiden eines Handwe k e bands zi ie , de seine So ge,
dass das Bü ge geld „An eize“ e höhe, „nich zu a bei en“ (Zei online, 12.06.2022), Ausd uck
e lieh.
Die sich hie abzeichnende Idee, dass sich „A bei “ au g und zu hohe Regelsä ze de
G undsiche ung „nich meh lohnen wü de“, wu de in de Diskussion um das sogenann e
Lohnabs andsgebo ele an . Diese P oblema isie ung üh e in de Folge imme wiede dazu,
dass poli isie e Beispiel echnungen skandalisie end ö en lich e handel sowie e ände e
A bei slosenzahlen als Ausd uck „sich en ziehende A bei ende “ in e p e ie wu den. (FAZ,
07.11.2022). Dies d ück sich in diesem A ikel exempla isch wie olg aus:
Es geh da um, ob sich das A bei en kün ig ü Beschä ig e de un e en
Ve diens g uppen noch lohn , wenn die Leis ungen ü Bü ge geldbeziehe deu lich
s eigen und sie zugleich wenige Sank ionen ü ch en müssen, alls sie sich gegenübe
dem Jobcen e unkoope a i e hal en und die Au nahme on A bei ode
Fö de maßnahmen e weige n. (FAZ, 07.11.2022)
De zi ie e Abschni zeig , dass als e mein lich be o ene G uppe Menschen in un e en
Ve diens g uppen au ge u en we den. Diese s ünden o de ein inanziell be ach e en
En scheidung, ob sich die Fo üh ung ih e A bei noch lohne. Selbs e s ändlich wü de mi
ge inge en Bü ge geldleis ungen (auch au g und on Sank ionen) de Lohnabs and zu
Nied iglohnjobs e höh we den. Es gib abe auch ande e Wege den Lohnabs and zum
Bü ge geld zu e höhen, wie eine Mindes lohns eige ung ode höhe e Ta i löhne ü
Nied iglohna bei nehme innen und -a bei nehme . Zudem soll e in de Diskussion nich
e gessen we den, dass es bei E we bsa bei nich allein um inanzielle Aspek e geh , sonde n
auch um wich ige Funk ionen de A bei wie soziale Kon ak e ode Ane kennung du ch
Kolleginnen und Kollegen, die mi de Au nahme eine E we bsa bei e bunden sind.
Die Ve knüp ung „deu lich“ s eigende Leis ungen mi de Idee „zugleich wenige Sank ionen
ü ch en zu müssen“ wu de dann als doppel e Zuspi zung, die das gleiche Ge ühl e zeug ,
einge üh : Nich nu müssen die e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en e mein lich ‚wenige ‘
un, sie bekommen auch noch ‚meh ‘. Ausd uck de skandalisie enden Zusch eibungen is dann
e wa, dass die hie hema isie e Regelsa ze höhung, als ‚Geschenk‘ an e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en und nich als no wendige Konsequenz eine s eigenden In la ion gesehen
wu de. En sp echend wi d die hohe In la ion in dem hie exempla isch zi ie en A ikel auch nich
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e wähn . Dabei ziel de skandalisie ende Gleichsch i nich nu au diejenigen
p oblema isie en e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en ab, die sich nun wenige ü ch en
müssen, sonde n e mahn auch die angesp ochenen „un e en Ve diens g uppen“, nich selbs
Teil de hie abgewe e en G uppe zu we den. Ebenso s eck in diese Pe spek i ie ung au
e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e de allgemeine Ve dach , sich de A bei willen lich
en ziehen zu wollen. Ande s schein die Übe lei ung om eingangs p oblema isie en
Lohnabs andsgebo zum Ve hal en de e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en nich
a ionalisie ba .
Das Ve hal en de e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en s and in de Folge o allem un e
Bezug au Vo s ellungen on Ge ech igkei ode Mo al wiede un e Beobach ung. Dies wi d
beispielsweise anhand eines BILD-A ikels augenscheinlich. Da in wu de da ges ell , wie
„unge ech “ das „absu de Bü ge geld“ sei (BILD, 04.11.2022). Im Zuge dessen wu den dann
Beispiel echnungen disku ie , die e anschaulichen soll en, wann Paa e mi Kinde n wie iel
Geld zu Ve ügung hä en. Hie wi d im BILD-Ja gon dann Abg enzung be ieben: „de A bei e
is de Dumme“, häl BILD als E gebnis des Bü ge geldgese zes es . Um diese Übe zeugung
he zus ellen, wi d auch meh ode wenige deu lich gegenübe Mig an *innen polemisie , e wa
wenn es heiß , dass Bü ge geld wü de „An eize zu Einwande ung in unse e Sozialsys eme“
scha en. Dieses Bild inde sich abe auch an ande e S elle im hie zi ie en A ikel wiede ,
beispielsweise wenn die Anzahl de Kinde eines Paa es mi Mig a ionshin e g und im Kon ex
de Sozialleis ungen disku ie wi d: „Je meh Kinde ein Paa ha , des o g öße is die Di e enz
zwischen Einkommen und Bü ge geld“ (ebd.).
Bei agesschau.de las sich die An wo au die F age, „was s eck d in“ im Bü ge geldgese z
ausgewogene : Eine sei s sei de „zähe poli ische S ei ums Bü ge geld […] beigeleg “
( agesschau.de, 24.11.2022). Ande e sei s wu de im selben Absa z bekunde , dass die SPD den
Sys emwechsel mi dem Bü ge geld e eich sieh , wäh end sich die Union lob , einen
„Sys emwechsel e hinde zu haben“. (ebd.) Bei de Beu eilung diese F age e wies die SPD
dann au die Abscha ung des sogenann en Ve mi lungs o angs. Die Union sah e wa du ch die
„Ve auenszei “ das „P inzip des ‚Fö de ns und Fo de ns‘ un e g aben“ (ebd.) und beg ünde e
ih e Posi ion, den Sys emwechsel e hinde zu haben dami , dass sich diese Idee nich im Gese z
wiede and. Beide Posi ionen deu en da au hin, dass es um das dahin e liegende Bild de
e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en – auch in Abg enzung zu e mein lichen G uppe de
Nich -Leis ungsbe ech ig en – geh . Wäh end die SPD da au e wies, dass Menschen einen Job,
de ihnen ge äll , au nehmen wollen und sich hie ü scheinba ge ne wei e bilden möch en,
okussie e die Union au die No wendigkei , dies on e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en zu
o de n. Legi imie we den dann beide Übe zeugungen mi Ve weisen au ‚Ge ech igkei ‘.
Dabei e weis die SPD au diejenigen, die das G undsiche ungssys em du ch e b ach e
Lebensleis ungen in de Ve gangenhei ge agen haben und da au , dass es dahe ge ech sei,
dass diese Menschen au den Sozials aa zählen können. Die Union e wies au diejenigen, die
de zei die Kos en agen und s ell e ein gewisses Ve hal en de e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en als Vo ausse zung es . Ge ech muss es aus diese Pe spek i e
insbesonde e ü diejenigen sein, die de zei nich au den Sozials aa angewiesen sind, sonde n
als ‚S eue zahlende‘ au eine ganz ande e A als schü zenswe da ges ell wu den. Hie is auch
in e essan , dass un e de Kons uk ion de ‚S eue zahlenden‘ in de Regel die Lohn- und
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Einkommenss eue gemein is , denn Meh we s eue bspw. zahlen selbs e s ändlich auch
Leis ungsbe ech ig e. Die Pe spek i e au Ve eilungsge ech igkei häng hie also mi un e an
de Vo s ellung des Sozials aa s und ob diese als Ve siche ung ü Bedü ige ode o nehmlich
als Kos en ak o , mi Blick au diejenigen, die (de zei ) nich da au angewiesen sind, gedach is .
Ebenso geh es bei de Ve handlung on Ge ech igkei um die F age, wem Schu z du ch den
Sozials aa zus eh . Auch hie scheinen sich in den da ges ell en Posi ionen Un e schiede
abzuzeichnen. Wäh end au de einen Sei e die Legi imi ä de Exis enzsiche ung du ch den
Sozials aa qua eine Zugehö igkei zugesp ochen wi d, wi d dies au de ande en Sei e übe
indi iduelle Eigenscha en ode Zusch eibungen e handel .
Als das Bü ge geld dann zum 01.01.2023 einge üh wi d, exis ie en be ei s wiede s enge e
Sank ionsmöglichkei en als noch wäh end des Sank ionsmo a o iums; sie sind alle dings
deu lich wenige s eng als noch o dem Sank ionsmo a o ium. Eigen liches Thema sind zu
Ein üh ung dann abe die e ände en Regelsä ze. So hieß es in de SZ om (03.01.2023), dass de
Regelsa z imme noch nich hoch genug sei, da „a me Menschen […] im e gangenen Jah
d as isch an Kau k a e lo en“ hä en. Dies wi d im A ikel mi de hohen In la ion, ge ieben
on den ges iegenen Ene giekos en au g und des ussischen Ang i sk ieges, beg ünde . Eine
Be echnung de Diakonie, die zu dem Schluss kam, dass Bü ge geld „nich ü gesunde
E näh ung“ eich , bekomm zu selben Zei du ch einen Be ich in de Zei wei e e
Au me ksamkei (21.01.2023) und be on dami eben alls den Regelsa z als ele an es Thema
beim Blick au die G undsiche ung.
Zum Juli 2023 e olg im Selbs bild de Kanzle pa ei dann „de eigen liche Pa adigmenwechsel“
(SPD, 30.06.2023). Gemein is dami die Ein üh ung des Koope a ionsplans, welche nun „die
Basis ü eine e auens olle Zusammena bei “ (ebd.) sei. Ende Augus 2023 olg die
Ankündigung eine E höhung de Regelsä ze ab An ang 2024. Diese E höhung wu de in de Zei
online dami beg ünde , dass die In la ion abge ede we den solle (Zei online, 29.08.2023). In
de BILD (Augus 2023) wi d dies als „DIE g oße Unge ech igkei in Deu schland“ beu eil , denn
dami s eige das Bü ge geld schnelle als de Mindes lohn, wo aus an selbe S elle abgelei e
wu de: „Dami lohn sich ha e A bei in Deu schland imme wenige “ (ebd.)
Auch hie zeig sich wiede die Posi ion, dass eine G undsiche ung o allem ü diejenigen, die
sie nich e hal en, ge ech sein müsse. Vo diesem Hin e g und sind auch die Fo de ungen einige
Poli ike *innen de Union nach „meh S a en ü A bei sunwillige“ zu e s ehen. Sie we den
dami in de FAZ wie olg zi ie : „Wenn e we bs ähige Bü ge geld-Beziehe wiede hol
angebo ene A bei ode Quali izie ung ablehnen, b auch es spü ba e als heu e inanzielle
Konsequenzen“ (FAZ, 30.08.2023). Die hie be ei s o geb ach e Idee, es gäbe eine nennenswe e
Anzahl an e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en, die ‚imme wiede ‘ de a ige Angebo e
„ablehnen“ wü den, wi d in de Zukun noch wei e zugespi z und skandalisie . Doch be ei s
zu diese Zei wu den en sp echende Äuße ungen imme wiede o geb ach . Spä es ens im
Sep embe äuße n sich dann auch Teile de FDP, die als Regie ungspa ei das Gese z
mi ge agen ha , en sp echend und ep oduzie en dami de a ige Vo behal e: "De jenige, de
a bei e , muss imme spü ba meh haben als diejenigen, die nich a bei en" sag beispielsweise
Finanzminis e Ch is ian Lindne de Neuen Osnab ücke Zei ung (Zei online, 02.09.2023).Diese
Gegenübe s ellung on (wenigen) Menschen in E we bsa bei („de jenige“) und ( ielen)
e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en („diejenigen“) begegnen einem dann imme wiede in de
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Deba e. Exempla isch wi d hie die „ ie köp ige Familie“, welche angeblich denselben Be ag
e hal en wü de, egal ob sie eine Beda sgemeinscha nach dem Bü ge geld da s elle, ode eine
„Du chschni s e diene -Familie“ ( agesschau.de, 01.09.2023) sei, disku ie . Alle dings seien
diese Gegenübe s ellungen alsch, wie de A ikel in Abg enzung zu „Spahns zwei elha e Zahlen“
schließ . Eben alls e wunde , dass aus dem hie häu ig als Beleg he angezogenen Be ich des
I W zu A bei sau nahmen „in Anbe ach des Fachk ä emangels“ ein „d ingende
Handlungsbeda “ abgelei e wi d. Doch ge ade au Fachk a s ellen können sich iele
e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e im Bü ge geld ohne zusä zliche Quali izie ung nich mi
E olgsaussich en bewe ben.
Hie äll wei e hin au , dass bei de P oblema isie ung dieses e mein lich ge ingen
Lohnabs ands nich auch ande e U sachen ü einen ge ingen Lohnabs and ange üh we den,
wie angesich s de ges iegenen Ene giekos en nich hin eichend hohe Löhne- und Gehäl e bzw.
ein zu ge inge Mindes lohn. S a dessen müsse die „s auchelnde Wi scha “, wie in einem
Kommen a de FAZ zu lesen is , die „schon zu schwe an hohen S eue n, Abgaben und
Ene giekos en, zu denen die SPD beige agen“ (FAZ, 14.09.2023) habe, ielmeh geschü z
we den. Doch de „Sozialminis e “, den die Regie ung „liebe mal b emsen“ solle, a bei e
„schli zoh ig“ und „ge äuschlos“, wie im selben A ikel pos ulie wu de, am „Bü ge geldsegen“
(ebd.). De a igen Posi ionen nach, schein das ‚Lohnabs andsgebo ‘ also nu ‚ on un en‘
kon ollie ba zu sein.
Neben diesen Skandalisie ungen e olg im selben He bs eine zunehmende P oblema isie ung
des Sozials aa s als Kos en ak o . Vo dem Hin e g und eines angespann en S aa shaushal es
wi d die G undsiche ung meh und meh als Einspa ungspo en ial e handel . So e wa im FAZ
A ikel „Ausgabendynamik muss geb ems we den“ (FAZ, 10.11.2023). Die BILD sp ich am selben
Tag om „Kos en-Knall“ und da on, dass die „S ü ze-Kos en explodie en!“ (BILD; 10.11.2023). Im
Rahmen diese Be ich e s a ung we den die de zei igen Kos en mi denen des Vo jah s
e glichen und es ges ell , dass die Kos en – wohl au g und de Regelsa ze höhung und den
zugezogenen Ge lüch e en aus de Uk aine – ges iegen sind. Dennoch we den die ges iegenen
Kos en in de Be ich e s a ung imme wiede mi „ alsche[n] An eize[n]“, einem „zu iel
Hängema e, zu wenig Fo de n und Fö de n“ e klä . Dies ep oduzie ein Bild, als wä en die
Meh kos en e meidba , wenn die e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en nu einen g öße en
Wunsch nach E we bsa bei hä en. Solche Meh kos en könn en au e schiedene A und Weise
en s ehen, wenn de Leis ungsbezug a ak i e gewo den is . Es könn e zu meh Ein i en in
den Bezug on G undsiche ungsleis ungen kommen und G undsiche ungsleis ungsbeziehende
könn en langsame den Leis ungsbezug e lassen. Alle dings kann auch da on ausgegangen
we den, dass de Wunsch nach E we bsa bei nich allein on solchen An eizen abhäng , sonde n
auch da on, dass die Ausübung eine E we bsa bei auch wei e e Funk ionen ha , wie einen
Bei ag zu sozialen In eg a ion ode einen Bei ag dazu, sein Leben besse selbs bes immen zu
können. Das könn e solchen En wicklungen en gegenwi ken. Zudem lau e die Folge ung on
Fi zenbe ge (2024) im Rahmen seine Analyse zu den Regelsa ze höhungen: „Ob und inwiewei
die Regelsa ze höhungen 2023 und 2024 in Ve bindung mi de s a ken In la ion und dem Ans ieg
des Mindes lohns den An eiz, eine E we bs ä igkei au zunehmen, insgesam eduzie haben,
läss sich wissenscha lich noch nich beu eilen.“ E e weis da au , dass die in seine S udie
genann en Fak o en einen möglichen nega i en An eize ek deu lich abschwächen dü en.
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In diesen iels immigen Cho we den dann e neu Ve e ende de A bei gebenden e bände
e nehmba . So komm ein Geschä s üh e eines de a igen Ve bands exempla isch in de FAZ
(09.11.2023) zu Wo . Diese glaub eben alls, dass „das Bü ge geld die Pe sonalno e schä en
könn e“. Dies sei dami zu beg ünden, dass das Bü ge geld „Fehlan eize, die Langzei a bei slose
da on abhal en könn en, ein S ellenangebo anzunehmen“ (FAZ, 09.11.20023) se ze. Diese
Einschä zung wi d im A ikel dann on eine „S udie“ des „Bundesinnungs e bands de
Gebäude einige “ beleg , nach de es au g und des Bü ge gelds „ eihenweise zu Kündigungen“
kommen wü de. Zwa olg de Hinweis im FAZ-A ikel, dass es keine Belege da ü gäbe, dennoch
we den P ozen we e diese nich wei e zi ie en „S udie“ im A ikel genann . Schließlich zi ie
de A ikel auch „Ve mu ungen“ aus eine ande en B anche, in de eben alls das Ge ühl eine
„Ve schä ung de Pe sonalno “ au g und des Bü ge geldes o he sche, auch wenn dazu keine
„konk e en Fälle“ (ebd.) in dem A ikel genann we den können. Nich sdes o o z scheinen
de a ige Ge ühle, dass einem e was genommen wi d, weil jemand ande es e was bekomm ,
be ei s die Diskussion um die G undsiche ung zu lei en. Dies kann als eine Dimension de
Ge ech igkei im Bü ge gelddisku s e s anden we den, die on den hie zu Wo kommenden als
eine P oblema isie ung de Leis ungsbe ei scha ge üh wi d. Es gib abe selbs e s ändlich
ande e Dimensionen, die abzuwägen sind, wie die Absiche ung des sozio-kul u ellen
Exis enzminimums.
Vo dem Hin e g und eine de a igen Leis ungsdeba e ‚nach un en‘ wa schnell eine
gesellscha liche G uppe ausgemach , au die dieses Ge ühl wei e p ojizie we den konn e:
Ge lüch e e. So wi d Bundesa bei sminis e Heil in einem A ikel om 13.11.2023 (Sueddeu sche)
wie olg zi ie : „Ge lüch e e, die einen Deu schku s absol ie haben, nun in ensi e in A bei
e mi eln zu wollen, auch mi D uck.“ Dami ließ sich Heil au die A gumen a ion seine
K i ike *innen ein: E wies e mein liche G uppen aus, die scheinba ande s behandel we den
müssen und ep oduzie e die Idee, dass „D uck“ hil eich bei de A bei sau nahme sei.
Tags da au wi d de A bei sminis e mi de Fo de ung zi ie , man solle nich „bescheue “ sein.
( agesschau.de, 14.11.2023). E wi d hie o nehmlich zi ie , um au seine Wa nung zu e weisen,
nich die eigene Ans ellung zuguns en des Bü ge geldbezugs au zugeben, womi e die nich
beleg en Meinungen de sich jüngs äuße nden A bei gebenden e e enden au g ei und diese
als a sächliche Möglichkei bes ä ig . Im gleichen A ikel wi d noch eine Fo de ung eines
Ve e enden des Koali ionspa ne s FDP zi ie , die „Millia den-Einspa ungen“ beim Bü ge geld
ausgemach haben wollen, indem nich nu uk ainische, sonde n alle Ge lüch e en „schnelle in
den A bei sma k in eg ie [ ]“ we den sollen. Wie das geplan sei ode was es da ü b auch ,
diesen Menschen das zu e möglichen – auch ohne ande e e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en
zei gleich nich wenige zu un e s ü zen und dadu ch langsame in A bei zu in eg ie en – wi d
alle dings nich e wähn .
Die P oblema isie ung de „gewal ige[n] Summe“ die „S ü ze-Emp änge beansp uchen“ se z
sich dann o (BILD, 11.12.2023). Neben de skandalisie enden Be ich e s a ung mi Blick au
die Kos en des Sozials aa s äll hie besonde s die Da s ellung de e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en au , die in de „g oße[n] Bü ge geld-Tabelle“ (ebd.) ausschließlich qua
zugesp ochene Na ionali ä un e schieden we den.
Ende Dezembe 2023 wi d Hube us Heil dann in de BILD-Zei ung un e de Übe sch i „F age
de Ge ech igkei “ wie olg zi ie :

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Die „übe wäl igende Meh hei “ de Leis ungsbeziehe a bei e kons uk i mi . „We
abe nich mi zieh und sich allen Angebo en e weige , muss mi hä e en
Konsequenzen echnen. Die Sank ionsmöglichkei en gegen To al e weige e we den
wi dahe e schä en“. (BILD; 29.12.2023)
Wie die da ges ell e Be ich e s a ung eben alls o enba e, we den die Ände ungen hinsich lich
de Sank ionsmöglichkei en in de Be ich e s a ung auch mi Spa zwängen de Regie ung
beg ünde . So heiß es im zi ie en A ikel, dass die „To al-Sank ion ü aule A bei slose […] den
Haushal um 250 Millionen Eu o p o Jah en las e .“ Dami wi d alle dings gleiche maßen die
Deu ung bes ä ig , als sei die Re o m ühe e Sank ionen hin zu wenige hohen ode auch
kü ze en Leis ungsminde ungen zunächs o nehmlich ein Resul a olle S aa skassen gewesen
und nich als sozialpoli ische Se zung zu e s ehen: „die Ampel [will] mi de S a e spa en“
(ebd.). Die on Hube us Heil in dem Zusammenhang au geg i ene Kons uk ion des
„To al e weige e s“ wu de nich nu im Rahmen de skandalisie enden und eiße ischen
Be ich e s a ung de BILD-Zei ung übe nommen. Im Spiegel wi d eben alls on den Plänen
be ich e . In wenige skandalisie enden Wo en wi d on eine „zei weise[n] S eichung des
Bü ge gelds bei To al e weige ung“ gesp ochen, on de sich „de Bund eine d eis ellige
Millionensumme“ e sp eche, die im Ve lau des A ikels au 170 Millionen (jäh lich) bezi e
wi d. So wu de die Aus u ung des To al e weige e s du ch Hube us Heil zum disku si en
E eignis. Dies gelang auch, da die dem ‚To al e weige e ‘ zugesch iebene Ve weige ungshal ung
au eine g oße Zahl de Leis ungsemp angenden übe agen wu de. Exempla isch kann hie au
das ARD-Somme in e iew on La s Klingbeil e wiesen we den, in dem e wie olg zi ie wi d:
Das, was die Menschen i in ih em Ge ech igkei semp inden, is , wenn da au
einmal 16.000 sind, die sich jegliche Mi a bei mi dem S aa e weige n. Die also
Solida i ä des S aa es ausnu zen, sich zu ücklehnen und sagen, ich muss nich s
machen. Und denen muss man seh kla sagen, es gib kein Rech au Faulhei .
( agesschau, 12.08.2024)
Die hie e handel e Zahl de 16.000 s amme lau dem A ikel on „de A bei sagen u “ und
bezeichne dabei „A bei s e weige e “ dennoch we den diese mi de Zusch eibung des
‚To al e weige e ‘ bedach , wenn ihnen La s Klingbeil a es ie , sich „jegliche Mi a bei mi
dem S aa “ zu e weige n. In e essan e weise schein sich diese Zahl im Disku s zu hal en: In
eine Kolumne de Zei om 4. Juli 2025, welche eigen lich nich meh in den Zei aum des hie
beobach e en Disku sko pus äll , we den ü das Jah 2023 au „ und 16.000 To al e weige e ,
de en Ve weige ungshal ung geahnde we den muss“ e wiesen. Wäh end die e mein liche
Anzahl also übe nommen wi d, seien die Bezeichne en be ei s ein Jah spä e alle sam
‚To al e weige e ‘.
So p äg e die Figu des To al e weige e s den Disku s indem sie als An i-Subjek ausgedeu e
wi d. Sie is eine nich legi im einnehmba e Posi ion, on de sich ande e e we bs ähige
Leis ungsbe ech ig e abg enzen müssen: Sie sind im Sinne des oucaul schen Disku s e s ändnis
und de sich da in posi ionie enden Subjek e zu einem „Ges ändnis“ (Foucaul 1983, S. 76)
angehal en, nich so zu sein. Wie mi diese mach ollen Zuo dnung in den Jobcen e n in de
Folge umgegangen wi d, e anschaulichen wi im olgenden Abschni .
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3.2 De ‚To al e weige e ‘ im Ve mi lungsall ag
Den ‚To al e weige e ‘ im Sinne des §31a Abs. 7 SGB II im Be a ungsall ag de
Ve mi lungs achk ä e (pe sönlich) anzu e en, s ell sich als He aus o de ung da : Ob konk e
im Ve mi lungsgesp äch ode abs ak e im Ve wal ungshandeln de In eg a ions achk ä e, de
‚To al e weige e ‘ e schein schwe g ei ba . Es is ielmeh die Abwesenhei einzelne
Leis ungsbe ech ig e , die die Ve mi lungs achk ä e in ih em A bei sall ag e leben:
[M]an sieh 's hal ag äglich, das is eigen lich jeden Tag Thema. [I: Mhm] Wenn ich
je z du ch meine Wiede o lagen geh, hab ich (.) eigen lich as jeden Tag eine
Wiede o lage on jemandem, wo ich weiß, de mach GAR nich s hie . (JC_12_6_e3,
Pos. 40)
Die Ve wal ung pe sis en e Abwesenhei en p äg den Wo en de Fachk a zu olge ih
All agsgeschä . Wäh end in keinem de be o sch en Jobcen e eine To al e weige ung im Sinne
des §31a Abs. 7 SGB II beobach e ode on den Ve mi lungs achk ä en geschilde wu de, läss
sich doch die Anwesenhei de Sozial igu eines Ve weige e s bis hin zu de Maximalausp ägung
des To al e weige e s nachzeichnen. So wi d die Idee des To al e weige e s im Be a ungsall ag
zum (implizi en) Bezugspunk , bspw. wenn sich e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e om
disku si en Bild des ‚ aulen A bei slosen‘ abg enzen. E kenn lich wi d dies besonde s, wenn
G uppen on e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en kons uie we den, die zwischen ‚gu en‘
und ‚schlech en‘, e mein lich e weige nden und koope ie enden „Kunden“ un e scheiden. An
diesen no ma i en Zusch eibungen be eiligen sich die Ve e e *innen de Jobcen e ebenso wie
die e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en selbs , denn in de A bei s e mi lung wi d
du chgehend mi und am disku si en Bild eines mangelnden Mi wi kens und auch de
To al e weige ung gea bei e . De ‚To al e weige e ‘ is dabei keine kla um issene Schablone
ode ga eine eindeu ige Pe son. S a dessen inde ‚e ‘ sich in eine Bandb ei e on
Ve hal ensweisen ode Zusch eibungen des ‚Abweichens‘, die in de übe zeichne en (Sozial-)
Figu des To al e weige e s ih e Maximalausp ägung e eichen.
Diese Ka ego isie ung läss sich im Be a ungsgesp äch ebenso wie im e wal enden Habi us de
In eg a ions achk ä e nachzeichnen. Eine posi i e Ka ego isie ung als ‚gu e Kundin‘, die
koope ie und am E olg ih e A bei sma k in eg a ion ak i mi a bei e , zeig sich im
Ve mi lungsgesp äch bspw. dann, wenn die Ve mi lungs achk a die nachgewiesene
Eigenbemühung ane kennend lob :
Ve mi lungs achk a : Ich mein, machen Sie, Sie sind (.) engagie , ich me ke das ( o
allem [lach ]) hie an), [
deu e au Lis e be ei s e sende e Bewe bungen
]
[Beglei pe son: (lach )] hab ich so noch (nich ) [lachend] gesehen, [Beglei pe son:
(lach )] [Leis ungsemp änge in: ja] das is schon (.) besonde s. (Lach ) Besonde s
engagie . Gu .“ (JC_12_6_b2, Pos. 199)
Die o geleg e Lis e einge eich e Bewe bungen ha hie die Ka ego isie ung eine ‚besonde s
engagie en‘ Leis ungsbe ech ig en zu Folge. In de besonde en He o hebung de Löblichkei
de einge eich en Eigenbemühungen wi d das Handeln de e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en als Abweichung ma kie ; eine Abweichung, die ande e e we bs ähige
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Leis ungsbe ech ig e als wenige engagie ka ego isie und das „seh engagie e“ Ve hal en als
e was Besonde es he auss ell . In de A und Weise, wie de a iges engagie es Ve hal en
kons uie wi d, kling s ill die Sozial igu des Ve weige e s bis zu seine Maximalausp ägung als
To al e weige e mi , ohne angesp ochen ode soga di ek gemein zu we den: Denn das di use
Wissen da um sch eib sich in die Wah nehmung de Leis ungsbe ech ig en ein und in o mie
sie, selbs wenn kein Hinweis au abweichendes Ve hal en ode den To al e weige e o zuliegen
schein . Die Sozial igu dien schließlich auch dazu, sich Ve hal en im Be a ungsall ag zu
e klä en. Deu lich wi d, dass auch im Dialog mi e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en im
Ve mi lungsall ag gewisse Zusch eibungen das Handeln anlei en – on de e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en, die ih e Eigenbemühungen nachweis , scheinba um den Maßgaben und
An o de ungen eine ‚gu en‘ Leis ungsbe ech ig en zu en sp echen, bis hin zu
Ve mi lungs achk a , die diese Mühen lobend ane kenn . Zen al ü die Einschä zung de
Fachk a is hie das ‚besonde e Engagemen ‘ de Leis ungsemp änge in, d.h. ih e ini ia i e
Bemühung, die die Ve mi lungs achk a im Gesp äch ane kennend e wähn . In de
He o hebung diese Eigenleis ung wi d – kon as ie end zum Bild des Abweichenden, das in
seine ‚Maximalausp ägung‘ den To al e weige e da s ell – au als legi im wah genommene
Handlungsop ionen e wiesen: und dami auch au Leis ungsemp änge *innen, die sich selbs
wide s ebend en ziehen und ih e eigene Mi wi kung so e weige n. Au diese Weise wi d das
Bild, dass es Leis ungsbe ech ig e gib , die sich willen lich ‚ o al e weige n‘, ep oduzie . De
To al e weige e als Sozial igu kann demnach als Schablone e s anden we den, anhand de e
besonde s abweichendes, wide s ebendes, sich en ziehendes, abe auch besonde s
koope a i es, engagie es Ve hal en hema isie und e klä wi d. Dabei gib es Momen e ode
Fälle, die on de Ve mi lungs achk a eine To al e weige ung zugeo dne we den, obwohl
diese nich in ih e De ini ion nach §31a Abs. 7 SGB II o lieg . So könn e bspw. au eine gese zlich
beg ündba e Sank ionie ung e zich e we den. Das gil unabhängig da on, ob es sich um eine
To al e weige ung handel ode nich , da de bü ok a ische Au wand o dem Hin e g und de
E ek i i ä eine solchen Sank ion als un e häl nismäßig eingeschä z wi d und das i
insbesonde e Fälle nach §31a Abs. 7 SGB II. Wie eine Fachk a äuße :
„dann [ inde ich] ü mich hal den Au wand da ü ziemlich blöd, (.) also das ganze
Ve ah en, wie das/ wie man das dann machen muss, [I: ja] ähm, (.) ja, ich ind, es
lohn sich hal nich (JC_12_6_e1, Pos. 15).
Die Fachk a kon as ie hie die ( on ihm eingeschä z e) Wi kung eine Sank ion mi dem
A bei sau wand, die eine solchen Leis ungsminde ung o angeh und komm zum Schluss, es
lohne sich nich . Dieses Spannungs e häl nis zwischen e wa e e Wi kung und nö igem
A bei sau wand kann als Hinweis au die Disk epanz zwischen de Zusch eibung o ale
Ve weige ung – Pe sonen, die „ga nix un“ – und de ac o umgese z en Leis ungsminde ungen
gelesen we den. Ebenso gib es jedoch eine Bandb ei e on Ve hal ensweisen, die on de
Fachk a als abweichend eingeschä z we den. Diese bewegen sich je nach Ausp ägung en lang
des Kon inuums du chaus au die Maximalausp ägung des To al e weige e s zu, müssen sie
alle dings nich e eichen.
Die Leis ungsbe ech ig e be inden sich im Zugzwang, sich bezüglich solche Annahmen zu
e hal en. Denn Leis ungsbe ech ig e, die on den Ve mi lungs achk ä en als koope ie end
wah genommen we den, sind nich ode zumindes wenige aku mi de D ohkulisse eine
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Leis ungsminde ung kon on ie . Es is dahe ü die e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en
no wendig, das adäqua e Maß an (Pe o manz on) Engagemen ü das Da ü hal en de
jeweiligen Ve mi lungs achk a da zus ellen und zu e hal en. Das pe ek e Maß is dabei
eine sei s du ch s e e Eigenbemühung in de A bei an einem ü die Ve mi lungs achk a als
e eichba de inie en Ziel gekennzeichne , die sich im Be eich de Eigen e an wo ung de
e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en abspiel . Ande e sei s gil es, diese Mühen auch in de
Kommunika ion mi de Ve mi lungs achk a e end wide zuspiegeln und diese einen
Einblick in das eigene ak i ie e Scha en zu geben. Wenn das Engagemen on
Leis ungsbe ech ig en in übe mäßig iele Kon ak au nahmen ih e sei s (Tele onan u e ode
Mails) umschläg , kann dies du ch die Ve mi lungs achk a alle dings nega i e me k we den
– wenngleich wei e hin in Abg enzung zu besonde s mangelnde Mi wi kung und dami de
Sozial igu des To al e weige e s. Gene ell gil es, die E wa ungen de jeweiligen
Ve mi lungs achk a bes möglich zu e üllen ( gl. hie zu auch Senghaas e al. 2024); diese
können sich jedoch im Zuge de Rele anzzusch eibungen an ‚den To al e weige e ‘ du chaus
ände n.
Handeln die e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en gemäß den E wa ungen ih e jeweiligen
Ve mi lungs achk ä e, we den sie – besonde s o de Hin e g und olie unzu eichende
Mi wi kung– als ‚koope a i ‘ ode ‚willig‘ lesba . Mi diese dekla ie enden Zusch eibung sink
auch die Wah scheinlichkei de Umse zung eine Sank ion. In de Ve mi lungsbeziehung zeig
sich dies bspw., wenn Melde e säumnisse bei koope ie enden Leis ungsbe ech ig en
ausgesp ochen we den, jedoch in de Anhö ung e idie we den, wenn ein „gu e G und“
ange üh und e läu e wi d:
Ve mi lungs achk a : Also ein gu e G und is , ich habe diese Einladung nich
bekommen, ein gu e G und is , ich wa k ank, [In e iewe in: mhm] kann man auch
gu nachweisen, (lach ) [In e iewe in: ja] ein gu e G und is , ich ha e ein
Vo s ellungsgesp äch, [In e iewe in: mhm] (.) ähm […] ja k anke Kinde ode
i gendwelche Kindno älle inde ich, sind ein gu e G und (JC_10_1_e1, Pos. 11).
Doch auch Beg ündungen wie diese schließen an eine be ei s exis ie ende Sozialbeziehung
zwischen Ve mi lungs achk a und leis ungsbe ech ig e Pe son an. Die Ve mi lungs achk a
en scheide schließlich au G undlage ih e Einschä zung übe ih e e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en und beweg sich demnach im Rahmen ih es E messensspiel aums, wenn
eine Anhö ung s a inde und es zu en scheiden gil , ob eine Sank ion umgese z wi d.
To al e weige e , wie sie in §31a Abs. 7 SGBII de inie we den, beein lussen den Be a ungsall ag
de Ve mi lungs achk ä e haup sächlich in de Ve wal ung ih e Abwesenhei . Schließlich is es
auch de Umgang mi Leis ungsminde ungen wie dem Melde e säumnis, de Au schluss gib
übe das Konzep on Ve weige e n bis zu Maximalausp ägung des To al e weige e s. So wu de
im Fall de ‚besonde s engagie en‘ Leis ungsbe ech ig en eine Anhö ung zu einem
Melde e säumnis e schick , da die e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e einen Te min e pass
ha e, ohne sich ü diesen abzumelden. Di ek zu Beginn des Gesp ächs e weis die
Ve mi lungs achk a da au , dass sie Pos e hal en habe. So o weiß die Leis ungsbe ech ig e,
dass es sich um die pos alische An wo au die Anhö ung handeln müsse und nimm Bezug,
weshalb sie nich zei ge ech übe ih e Abwesenhei Bescheid gegeben habe: „Ich woll e nu
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4. Fazi
In de o liegenden S udie wu de ‚de To al e weige e ‘ nach §31a Abs. 7 SGB II in Abg enzung
zu Sozial igu des To al e weige e s analysie . Die Analyse de „doppel en Empi ie“, die einen
zen alen Aspek diese S udie da s ell , gib dabei einen Einblick, wie de Figu des
To al e weige e s im Be a ungsall ag de Ve mi lungs achk ä e Bedeu ung zugesp ochen wi d.
So muss kla da au e wiesen we den, dass ‚de To al e weige e ‘ in seine gese zlichen
De ini ion (und In en ion) in den Jobcen e n im Rahmen de Beobach ungen nich ange o en
wu de. Diese Abwesenhei kann dami beg ünde we den, dass §31a Abs. 7 SGB II iele
Vo ausse zungen o sieh , sodass Sank ionse eignisse in diesem Sinne seh sel en au e en
(siehe auch Schiele e al. 2025). Die o liegende S udie konn e dies, zusä zlich zu den
Beobach ungen in Jobcen e n, auch du ch Hinweise aus adminis a i en Da en nach ollziehen.
Wenngleich de To al e weige e als Sank ions a bes and nach §31a Abs. 7 SGB II demnach seh
sel en o komm , is doch das Bild mangelnden Mi wi kens on e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en bis zu Maximalausp ägung des To al e weige e s eine bes ändige
Beglei ung, die den Disku s ebenso wie die beobach e e P axis on Ve mi lungs achk ä en in
den Jobcen e n p äg . Dami wi d ‚de To al e weige e ‘ zum Schein iesen: aus de Fe ne –
e mi el übe Zei ungsa ikel ode in abwe enden U eilen übe bes imm e G uppen on
e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en – wi k es, als wä e e ielzählig und dahe eine Ge ah ü
die Finanzie ba kei de G undsiche ung.
Sind e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e auch nu einzelne Me kmale de Sozial igu
zusch eibba , wi d dies in de subjek i en Einschä zung de Ve mi lungs achk a in einigen
Fällen be ei s als Annähe ung an eine A To al e weige ung gewe e . Sich de Sozial igu des
To al e weige e s in einigen Me kmalen (wie bspw. de ‚a es ie en Koope a ions e weige ung‘)
anzunähe n, üh be ei s zu Assozia ion mi de Gesam igu . Dami bleib die Figu des
To al e weige e s ein s e e Bezugspunk im Jobcen e . Dabei is de To al e weige e , den wi
im Jobcen e als sinn- wie auch abg enzungss i endes Kons uk e en, nich de
To al e weige e , on dem Hube us Heil im Dezembe 2023 im Vo eld de Ein üh ung des §31a
Abs. 7 SGB II gesp ochen ha , de ü Pe sonen gedach is , die wiede hol die Au nahme on
A bei e weige n. Die leis ungsbe ech ig e Pe son im Jobcen e , die als Ve weige e und im
Ex em als To al e weige e e zähl wi d, is ein ieldisku ie es Poli ikum, da es als Legi ima ion
bes imm e P ak iken im A bei sall ag de Ve mi lungs achk ä e dien . Im Jobcen e kann de
To al e weige e sinnbildlich ü Abweichungen on „gu en“ bzw. „koope ie enden“
e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en e s anden we den; ein Bild, das e wende wi d, um
‚legi imen Ve dach ‘ im Umgang mi Leis ungsbe ech ig en zu a ikulie en und
Leis ungsminde ungen zu beg ünden. E kann auch als Beg ündung he angezogen we den, dass
Ve mi lungs achk ä e sich um bes imm e e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e wenige
kümme n als um ande e, die Un e s ü zung b auchen und annehmen.
Es wä e eine nüch e ne Diskussion, wie ein Sozials aa sein soll e – unabhängig on poli isie en
Sch eckgespens e n – no wendig, um ein anwendba es Gese z zu o mulie en, das eine sei s
a sächlich eine Exis enzsiche ung da s ell und ande e sei s die e we bs ähigen
Leis ungsbe ech ig en Pe sonen abhol , wo sie es b auchen, denn de en Hemmnisse sind

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ielschich ig und gehen wei übe die Zusch eibung eines ‚Mo i a ionsp oblems‘ hinaus. Mi Blick
au die im Zuge des Bü ge gelddisku ses he o geb ach e Kons uk ion des To al e weige e s
und de anschließenden Skandalisie ung on e we bs ähigen Leis ungsbe ech ig en in Teilen de
P esse bzw. den Aussagen einzelne Poli ike *innen bleib alle dings es zuhal en, dass es sich
um iel Lä m um Nich s handel , wenn man den Blick au Hinweise ich e , dass seh wenige
e we bs ähige Leis ungsbe ech ig e wegen des §31a Abs. 7 SGB II sank ionie wu den. Die in
diesem Be ich angesp ochene Deba e is auch nich g undsä zlich neu. Dazu haben
Oschmiansky/Schmid/Kull (2003) einige E idenz übe d ei Jah zehn e A bei sma k poli ik
zusammenge agen. Sie olge n: „Imme wenn Regie ungen ein bis zwei Jah e o de Wahl
s ehen und die Konjunk u lahm , wi d die Ala mglocke „Faulhei s e dach !" geläu e , auch
wenn es keine objek i en Anhal spunk e da ü gib , dass die A bei slosen aule gewo den sind.“
(Oschmiansky/Schmid/Kull 2003: 3).
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Ve ö en lichungsda um
25. Sep embe 2025
He ausgebe
Ins i u ü A bei sma k - und Be u s o schung
de Bundesagen u ü A bei
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90478 Nü nbe g
Nu zungs ech e
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