G uschka, And eas
Was wä e gewesen, wenn ... und was wu de o zdem? Anme kungen zum
Au sa z on He wig Blanke z aus dem Jah e 1972 ün zig Jah e spä e
Pädagogische Ko espondenz 35 (2022) 66, S. 3-7
Quellenangabe/ Re e ence:
G uschka, And eas: Was wä e gewesen, wenn ... und was wu de o zdem? Anme kungen zum Au sa z
on He wig Blanke z aus dem Jah e 1972 ün zig Jah e spä e - In: Pädagogische Ko espondenz 35
(2022) 66, S. 3-7 - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-332139 - DOI: 10.25656/01:33213;
10.3224/paek. 35i2.01
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-332139
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In o ma ionszen um (IZ) Bildung
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Pädagogische Ko espondenz, He 65 | 2022, S. 3 – 7
NACHGELESEN
And eas G uschka
Was wä e gewesen, wenn … und was wu de
o zdem?
Anme kungen zum Au sa z on He wig
Blanke z aus dem Jah e 1972 ün zig Jah e
spä e
Das g oße Re o mp ojek am Ende de 1960e ziel e au ein in eg ie es S u en-
schulsys em. Es s a e e mi de Ein ich ung eine Gesam schule. Abe es blieb
zunächs unbes imm , was de Gesam schule als Schule de Sekunda s u e I in
de Sekunda s u e II olgen soll e. Manche be ach e en die In eg a ion un en
be ei s als K önung, dem dann eine gymnasiale Obe s u e oben olgen konn e;
ande e spü en da in einen Wide sp uch: Müss e nich eine in eg ie en Sekun-
da s u e I eine Obe s u e olgen, die eben alls in eg a i ausgeleg is : eine also,
die die bishe gegeneinande ge ich e en Bildungswege de „höhe en Bildung“
mi den be u lichen e binde ?
No d hein-Wes alens Kul usminis e F i z Hol ho sah das wohl so und
se z e als Folge des „NRW P og ammes 1975“ eine Planungskommission ein,
die ein Modell ü eine in eg ie e Obe s u e en wickeln soll e. E bes ell e
He wig Blanke z zu de en Vo si zenden, und die Kommission (an de en Zu-
sammense zung de hie wiede e ö en lich e Tex e inne ) leg e be ei s Ende
1971 ein solches, den u sp ünglichen Au ag soga e wei e ndes Konzep im
ollen Konsens eine Kommission o , die aus maßgeblichen Ve e e n de zu
in eg ie enden Schul o men bes and.
Noch be o das danach be ühm gewo dene „He 17: Kollegs u e
NW“ Planungsg undlage des Minis e iums publizie wu de, e ö en lich e
Blanke z einen Au sa z, de die G undzüge des Modells besch ieb und dabei
sowohl au e wa ba e Gegen eden eagie e, als auch die g undlegenden Mo-
i e und Beg ündungen lie e e. Blanke z schien es eilig zu haben.
De Ti el wa – ü den Au o ungewöhnlich – eiße isch. Empha isch wi d
eine P ognose ausgesp ochen: Komm es zu Umse zung de In eg a ion on
allgemeine und be u liche Bildung in eine neuen Schule, so bedeu e das
das Ende de bishe igen S uk u ge enn e Bildungswege und auch das de
Ins i u ionen, die diese gewäh leis en! Blanke z wa übe zeug da on, dass
ü dieses P ojek die Ausgangsbedingungen o lagen: zum einen im Mo i
de demok a ischen Bildungs e o m, die eine Disk iminie ung de be u lichen
Bildung und eine P i ilegie ung de „höhe en“ delegi imie ha e; zum ande-
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en in de En wicklung de echnisch wissenscha lichen Zi ilisa ion, die Qua-
li ika ionen he o b ing , mi denen die be u liche Bildung anschluss ähig an
wissenscha sp opädeu ische Ansp üche de Obe s u e wi d, wie umgekeh sie
es nich meh e möglich , mi einem es en exklusi en Kanon sogenann e „hö-
he e “ Bildungsinhal e eine ni eaumäßige Abg enzung zu be u lichen Bildung
o zunehmen. Re o men in beiden Be eichen de Obe s u e beleg en das be ei s,
so o allem die neue Fäche ein üh ende Re o m de gymnasialen Obe s u e.
Nachdem de Nach olge Hol ho s, Jü gen Gi gensohn, sich on de Rich-
igkei und K a diese Vo s ellung übe zeug ha e, begann e mi Blanke z
und ande en eine ulminan e We bekampagne in seinem Land. Tausende on
Leh e n und Schullei e n wu den übe das P ojek mi Semina en in o mie .
Es bilde en sich e s e P ojek egionen, eine wissenscha liche Beglei ung wie
auch ande e Un e s ü zungsg emien wu den einge ich e . Man begann zügig
mi de Ausges al ung de Emp ehlung.
Blanke z’ Ansage zeig e eine übe aschend g oße posi i e Wi kung. 1973
ag e e wa de Philologen e band in de Bu g Gemen, und e lud Blanke z
und die Minis e ialbeam en ein zu e läu e n, wie das Ende de gymnasialen
Obe s u e ges al e we den soll e. Man nahm das do zunächs als Möglichkei
seh e ns . Die Ve bände de be u lichen Bildung beg üß en das P ojek nich
zule z , weil sie in ihm die Möglichkei eine S a use höhung e kann en.
Abe es daue e nich lange, bis sich sowohl in e ne P obleme de Um-
se zung au ü m en, als auch poli ische Gegenwind au kam. Jene esul ie en
da aus, dass es sowohl schulo ganisa o isch als auch cu icula ga nich so
ein ach wa , genau zu bes immen, wie eine solche in eg ie e Schule au ge-
bau und didak isch ande s umgese z we den könne. Die Denk o men de zu
in eg ie enden Pa ne wa en zunächs zu e schieden, so dass sie In eg a ion
als das Neue und die beiden Selbs e s ändnisse E se zende nu langsam en -
wickeln konn en. Von außen kam Wide s and au , weil man um das Gleich-
gewich on Ma k nach age nach e ikal bes imm e Quali ika ion und sub-
jek i e Bildungsaspi a ion ü ch e e. Wü de mi de In eg a ion nich de ü
„niede e“ Be u e zu gewinnende Nachwuchs in die „höhe en“ Ab eilungen
abwande n? Müsse nich die Gleichwe igkei on be u lichen mi „höhe en“
Bildungsinhal en zu einem Ni eau e lus de Bildung „oben“ und eine Übe -
o de ung „un en“ üh en? Ein um seine Schul o m ü ch ende Funk ionä de
Philologen äuße e üh: „Wenn alle Häup linge we den wollen, will keine
meh Indiane sein‘. Und auch de Al philologe F anz Jose S auß üh e bald,
als es nach einigen Jah en des gedulde en Ve suchs um die Ane kennung de
Abschlüsse de Kollegschule in de KMK gehen soll e, die polemische Oppo-
si ion mi dem Slogan an, die Kollegschule leh e „S uwwelpe e s a Goe hes
Faus “. Die Ve e e de Wi scha s e bände, zunächs seh wohlwollend dem
P ojek gegenübe einges ell , schlossen sich diesen Be ü ch ungen an und
wa n en o de mi de Re o m au kommenden „Facha bei e k ise“.
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Diese Gegenwind üh e dazu, dass auch das beau agende Kul usminis-
e ium seinen Mu zu Re o m imme meh e lo . Es olg e ein jah zehn e-
lange Schul e such, de dann e s Mi e de 1990e mi de Ein üh ung on
„Be u skollegs“ beende wu de. Mi d ei Ausnahmen sind dami die so umge-
au en be u lichen Schulen gemein . Die gymnasiale Obe s u e blieb unange-
as e . In den Be u skollegs NRWs wi d so manches on dem, was einmal ge-
plan und an e schiedenen O en e p ob wo den is , ealisie . Abe zugleich
kann auch on einem Ende de Be u sschulen keine Rede sein.
Wa Blanke z‘ Emphase also Wunschdenken? Mach e e sich Illusionen
übe die Schwe k a de Ins i u ionen de bü ge lichen Gesellscha , in de Bil-
dung als „Be ech igungswesen“ imme P i ilegie ung ode Disk iminie ung
bedeu e ?
Mi Blick au den e que en Me i ok a ismus unse e Gesellscha kann
man das so sehen und dami le z lich jede au Chancengleichhei zielende Po-
li ik in diese Gesellscha als illusionä und un ealis isch ab un. In ande e
Hinsich abe lohn die Übe legung, was wä e gewesen, wenn das Momen um
1972 besse genu z wo den wä e. Und schließlich kann man agen, welche
En wicklungen aus de Ta sache olg en, dass es nich genu z wo den is . Nu
wenige Hinweise seien dazu gegeben. Es lohn e sich, diesen F agen auch sys-
ema isch nachzugehen.
Die In eg a ion on allgemeine und be u liche Bildung üh e le z endlich
nich zum Ende de beiden ge enn en Bildungswege. Was abe geschah den-
noch? Die mi eine e olg eichen In eg a ion be ü ch e e Bildungsexpansion
in Fo m insgesam höhe e Abschlüsse und Übe gangsquo en ins Gymnasium
und dann an dieHochschule ealisie e sich dennoch. Das geschah in i onische
Weise mi genau dem Sys em, das die Expansion e hinde n soll e: Das Gym-
nasium wu de in diese Zei „zu Haup schule de Na ion“ mi de Aussich , un-
beg enz „Häup linge“ zu p oduzie en. We e s einmal du ch diese Schul o m
sozialisie wu de und dami einen Ansp uch au eine höhe e Posi ion beg ün-
de ha e, de konn e den aus p agma ischen G ünden dann doch o gewähl en
Eins ieg in eine nachholende Be u sausbildung wie ein Schei e n ode einen
Abs ieg wah nehmen.
Die un e Nachwuchsso gen s öhnenden Ve bände on Handwe k und
Indus ie sahen diese Abwande ung ih e Klien el und ge ie en da übe so in
Panik, dass sie Ve sp echungen Ende de 1980e mach en und eilweise auch
poli isch du chse z en, nach denen Absol en en de dualen Ausbildung eine
S udienbe ech igung e hal en wü den, gleichsam als Bonus und ohne eine en -
sp echende inhal liche Quali izie ung im Sinne de Wissenscha sp opädeu ik
be u liche Inhal e.
In de heu igen Zei e leben wi eine We bekampagne nach de ande en,
die den We de be u lichen Ausbildung beschwö , ohne dass die da ü o-
auszuse zenden Sozialisa ionse ah ungen im Vo eld, also de Schule, gesi-
che sind. Das konn e und kann nich unk ionie en, wie de anhal ende T end
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zum Gymnasialbesuch beweis . In de in eg ie en Sekunda s u e II hä en die
Schüle e leben können, dass ih Le nen sowohl e wei e e Be u sbe ähigung
als auch S udie ähigkei e b ing .
Auch ohne cu icula e In eg a ion wa es den be u lichen Schulen möglich,
im eigenen Hause die Allgemeine Hochschul ei e zu e mi eln, mi einem be-
u sbezogenen Fach. Danach gab es in e n keinen Beda meh an In eg a ion,
zumal die Schüle de no malen dualen Ausbildung iel ach als schon on die-
se übe o de da ges ell wu den.
Das S a usde izi , das iele Be u e gesellscha lich auszeichne , wu de
zwa wei e bea bei e , abe eben nich du ch eine in eg ie e Ausbildung, mi
de die angehende E ziehe in ode K ankenp lege in auch die Möglichkei ei-
nes wei e üh enden S udiums e hiel , sonde n in de Fo m de ein o de nden
Akademisie ung de Be u sausbildung. E s indem sie zu einem Hochschulab-
schluss üh , läss sich die Gleichwe igkei de Be u e he bei üh en, so die
imme wei e ausg ei ende Bewegung.
Man kann da in den Schlüssel eine An wo e kennen, dass also e s im
bzw. du ch den akademischen Abschluss die Gleichwe igkei de Be u e e -
eich we den kann. Abe da in lieg zugleich eine Übe höhung, die nu schwe
mi dem u sp ünglichen P og amm eine „Bildung im Medium eines Be u s“
e mi el we den kann. Die Ta sache, dass jene E ziehe in nun in eine Vo le-
sung ode einem Semina si z , wo ih e P axis in geküns el e Weise e wissen-
scha lich wi d, wi d nich dazu üh en, dass sie eine besse e E ziehe in wi d.
Nich einmal die Ho nung au einen en sp echend signi ikan en Au s ieg im
Sinne des Lohnni eaus dü e dami siche ges ell we den.
In i onische Weise e olg schließlich – zunehmend e olg eich – die In-
eg a ion als Neue indung eines ‚dualen S udiums’. Wäh end de Be ieb sich
au diese Weise seinen quali izie en Nachwuchs ü eine gewisse Zei siche ,
siche das S udium den Au s ieg und das Wissen. Die p ak ische A bei dage-
gen le n man „on he job“.
All diese En wicklungen sind so olle Wide sp üche, dass es sich lohn ,
da übe nachzudenken, was wä e, wenn … Blanke z ging es mi seinen Übe -
legungen zu eine In eg a ion on allgemeine und be u liche Bildung sowohl
um die Übe windung de Sys emwide sp üche als auch um die Einlösung eines
un eilba en, in de Obe s u e jedoch sich no wendig inhal lich, nich unbeding
ni eaumäßig ausdi e enzie enden Bildungsansp uchs. Das Bildungspo en ial
de be u lichen Tä igkei soll e nich nu de Emanzipa ion des Indi iduums
zugu ekommen, sonde n ebenso de humanen Ges al ung de Gesellscha als
ganze . De Sys emwide sp uch leb in as allen Repa a u be ieben des heu-
igen Schulsys ems o : Es is de de S a usdi e enz zwischen „höhe e “ ge-
genübe be u liche Bildung und de zwischen de Akademisie ung de einen
Be u e und de s a usmäßigen Zu ücklassung de ande en Be u e.
Hä e die Bildungspoli ik das Momen um An ang de 1970e genu z , so
hä en alle Jugendlichen beim Übe gang on Schule zu Be u ode S udium
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beide Op ionen e wo ben: eine ih en gesiche en Lebensun e hal e ö nende
be u liche Be ähigung und dami die E ah ung ih e du ch die Ansp üche des
Be u s e mi el en „Selbs wi ksamkei “ und eine Op ion au diese au bau-
end, S udien au zunehmen. So e n ihnen dabei ‚Bildung im Medium des Be-
u es’ e mi el wu de, wä en sie ungleich egali ä e und emanzipa i e sozi-
alisie wo den, als dies heu e in den wei e hin ge enn en Schulen de Fall is .
Und noch dieses: Das Konzep de In eg a ion ziel e au Bildung als Kom-
pe enz und Kompe enz als Bildung. Die heu ige Kompe enz o de ung se z au
eine ins umen ell eduzie e Be ähigung zum Mi machen. Blanke z dagegen
sp ach sowohl on de Be ähigung zu K i ik an diese halbie en Ra ionali ä
(„de Technik als Ins umen en gesellscha liche He scha “) als auch da on,
den Schüle n die Möglichkei de K i ik an den In en ionen einzu äumen, mi
denen sie in de Schule kon on ie we den müssen.
Zeig unse gegenwä iges Schulsys em, dass ein en sp echende Ansp uch
übe hol und zugleich une eichba is ode abe , dass e auch nach 50 Jah en ei-
ne ande s e lau enden En wicklung dennoch nich au gegeben we den da ?
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