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Comics in Bildungskontexten. Entwicklungen, Diskurse, Praxis

Abstract

Bad Heilbrunn : Verlag Julius Klinkhardt 2026, 148 S. - (Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuch- und Bildungsmedienforschung) Pädagogische Teildisziplin: Historische Bildungsforschung; Medienpädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

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Comics in Bildungskontexten. Entwicklungen, Diskurse, Praxis

Publisher: Bad Heilbrunn : Verlag Julius Klinkhardt
Year: 2026
DOI: 10.25656/01:34501
Source: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/34501/pdf/Kesper-Biermann_Strunk_2026_Comics_in_Bildungskontexten.pdf
Kespe -Bie mann, Syl ia [H sg.]; S unk, Anna [H sg.]
Comics in Bildungskon ex en. En wicklungen, Disku se, P axis
Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2026, 148 S. - (Bei äge zu his o ischen und sys ema ischen
Schulbuch- und Bildungsmedien o schung)
Quellenangabe/ Re e ence:
Kespe -Bie mann, Syl ia [H sg.]; S unk, Anna [H sg.]: Comics in Bildungskon ex en. En wicklungen,
Disku se, P axis. Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2026, 148 S. - (Bei äge zu his o ischen und
sys ema ischen Schulbuch- und Bildungsmedien o schung) - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-345010 -
DOI: 10.25656/01:34501; 10.35468/6208
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-345010
h ps://doi.o g/10.25656/01:34501
in Koope a ion mi / in coope a ion wi h:
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DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion
In o ma ionszen um (IZ) Bildung
E-Mail: [email p o ec ed]
In e ne : www.pedocs.de
Bei äge zu his o ischen und sys ema ischen
Schulbuch- und Bildungsmedien o schung
o schung
o schung
Comics in Bildungskon ex en
En wicklungen, Disku se, P axis
Syl ia Kespe -Bie mann
Anna S unk (H sg.)
978-3-7815-2746-1
9783781 527461
De Band gib neue Einblicke in die his o ische und ak uelle Rolle
on Comics in Bildungskon ex en, insbesonde e in die ielschich i-
gen Ansä ze, die in Fo schung, (Hochschul-)Leh e und küns le ische
P axis e olg we den. Besonde e Au me ksamkei gil den En wick-
lungen on de Vo geschich e bis zum 21. Jah hunde , den dami e -
bundenen (pädagogischen) Disku sen sowie e schiedenen Ebenen de
P axis einschließlich des E s ellens eigene Comics und de en Einsa z
in un e schiedlichen Bildungsse ings. Die Bei äge beleuch en das Bil-
dungsmedium Comic aus un e schiedlichen achlichen Pe spek i en und
können somi als Au ak ü eine bildungshis o ische und e ziehungs-
wissenscha liche Auseinande se zung dienen, die übe die konk e e
( ach-)didak ische Anwendung des Mediums hinausgeh und Impulse
ü wei e üh ende Fo schungen lie e .
Die He ausgebe innen
P o . D . Syl ia Kespe -Bie mann is P o esso in
ü His o ische Bildungs o schung an de Uni e -
si ä Hambu g.
Anna S unk is wissenscha liche Mi a bei e in
im A bei sbe eich Allgemeine E ziehungswissen-
scha und His o ische Bildungs o schung an de
Uni e si ä Hambu g.
Kespe -Bie mann / S unk (H sg.) Comics in Bildungskon ex en
Kespe -Bie mann / S unk
Comics in Bildungskon ex en
Bei äge zu his o ischen und sys ema ischen
Schulbuch- und Bildungsmedien o schung
he ausgegeben on
Pé e Bagoly-Simó, Ca s en Heinze, Ki a Mahamud Angulo,
E a Ma hes, Syl ia Schü ze, Jan Van Wiele und We ne Wia e
Syl ia Kespe -Bie mann
Anna S unk
(H sg.)
Comics in Bildungskon ex en
En wicklungen, Disku se, P axis
Ve lag Julius Klinkha d
Bad Heilb unn • 2026

Imp essum
Diese Ti el wu de in das P og amm des Ve lages mi els eines Pee -Re iew-Ve ah ens au genommen.
Fü wei e e In o ma ionen siehe www.klinkha d .de.
Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ional bibliog a ie;
de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne ab u ba übe h p://dnb.d-nb.de.
2026. Ve lag Julius Klinkha d .
Julius Klinkha d GmbH & Co. KG, Ramsaue Weg 5, 83670 Bad Heilb unn, e ieb@klinkha d .de.
Sa z: Johannes Ede , Bad Tölz.
Co e abbildung: © Phanupong, Adobe S ock (gene ie mi KI).
D uck und Bindung: F ied ich Pus e , Regensbu g.
P in ed in Ge many 2026. Ged uck au chlo ei gebleich em al e ungsbes ändigem Papie .
Das We k einschließlich alle seine Teile is u hebe ech lich geschü z . Die Publika ion is (mi
Ausnahme alle Fo os, G a iken und Abbildungen) e ö en lich un e de C ea i e Commons-
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ISBN 978-3-7815-6208-0 digi al doi.o g/10.35468/6208
ISBN 978-3-7815-2746-1 p in
Ge ö de du ch die Deu sche Fo schungsgemeinscha (DFG)
- P ojek numme 466830384
5
Inhal s e zeichnis
Syl ia Kespe -Bie mann und Anna S unk
Comics in Bildungskon ex en:
En wicklungen, Disku se, P axis. Zu Ein üh ung ....................................7
Ing id Lohmann
Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien ................................14
Anna S unk
„Kul u pessimis en“ gegen „Micky Maus-Fo sch i sgläubige“?
De Wandel de Deba e um Comics als Bildungsmedien in de
Zei sch i Jugendsch i en-Wa e in den 1970e Jah en ............................33
Syl ia Kespe -Bie mann
Au klä ung mi „pädagogischem Touch“.
F ied ich Ka l Waech e s An i-S uwwelpe e .....................................46
Tilman G ammes
Ma ion un e wegs. Ein en wicklungspoli ische Leh comic im
Gesellscha sleh eun e ich (1979) zwischen di ek em Ansa z
und Re lexion isuelle Kommunika ion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Heike Elisabe h Jüngs
Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale .....................................80
E a Ma hes und Ann-Ka h in Mehwald
Comics in didak ischen Kon ex en – no wendige Un e scheidungen ................97
Y onne Al-Taie und Susanne Schwe ege
Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen.
Comics in de an isemi ismus- und assismusk i ischen
sowie di e si ä ssensiblen Hochschulleh e .......................................111
Jens Na e
Übe die Ges al ung on His o iencomics
anhand des Beispiels „De Kop de Hanse“ ......................................132
Au o *innen e zeichnis .......................................................147
7
Syl ia Kespe -Bie mann und Anna S unk
Comics in Bildungskon ex en:
En wicklungen, Disku se, P axis. Zu Ein üh ung
Dass Comics in de Schule, im Un e ich und in de pädagogischen A bei e wende we -
den, is im deu schsp achigen Raum inzwischen keine Neuhei meh . Die in den le z en
zehn Jah en e schienene Fachli e a u lie e heo e ische und me hodische G undlagen,
die es b auch , um Comics in Bildungskon ex en e ek i einzuse zen ( gl. u. a. Amme e
& Oppolze , 2022b; Engelns e al., 2020; Syma & Weine , 2013). Von de Nu zung e -
sp ich man sich e schiedens e Vo züge, on de Fö de ung isuelle Kompe enz ( gl.
Eisenmann, 2022) übe die Ausbildung ach ele an e Kompe enzen (Oppolze , 2022, S.
97) und die Un e s ü zung beim F emdsp achene we b (Co i & Neuho e , 2022, S. 99)
bis hin zu Ve wendung als Hil e zum Ve s ändnis gesellscha liche Disku se im Geo-
g aphieun e ich (Reumon & Budke, 2022, S. 179). Das Medium gil als schüle *innen-
und all agsnah sowie mo i a ions ö de nd (Engelns e . al., 2020, S. 10). Ku zum: Comics
scheinen sich in jedem pädagogischen Se ing gewinnb ingend einse zen zu lassen.
De o liegende Sammelband möch e neue Einblicke in die his o ische und ak uelle Rolle
on Comics in Bildungskon ex en, insbesonde e in die ielschich igen Ansä ze, die in
Fo schung, (Hochschul-)Leh e und küns le ische P axis e olg we den, bie en. Dabei
kann e als Au ak ü eine bildungshis o ische und e ziehungswissenscha liche Ausein-
ande se zung dienen, die übe die konk e e ( ach-)didak ische Anwendung des Mediums
hinausgeh und Impulse ü wei e üh ende Fo schungen lie e . Die Bei äge nehmen
dahe eine Viel al achliche Pe spek i en ein, die un e schiedliche Aspek e des Themas
beleuch en und e schiedene Zugänge e ö nen. Im Mi elpunk s ehen Si ua ion und
En wicklung in (Wes -)Deu schland.
Obwohl das Adjek i „comic“ sich u sp ünglich au den komischen Cha ak e de Comics
konzen ie e, is das Medium diese Zusch eibung schon längs en wachsen. Um alle
Spiela en des Comics zu e assen, de inie Sco McCloud (1994, S. 17) Comics als „zu
äumlichen Sequenzen angeo dne e, bildliche ode ande e Zeichen, die In o ma ionen e -
mi eln und/ode eine äs he ische Wi kung beim Be ach e e zeugen”. Diese Bes immung
geh au den on Will Eisne gep äg en Beg i de „sequen ial a “ (1990) zu ück: Was
als sequen ielle Bild olge ges al e is , kann po en iell ein Comic sein. Dami komm ein
b ei es Spek um un e schiedliche Bild-Tex -Kombina ionen in den Blick. Gleichzei ig is
es ge ade in bildungshis o ische Be ach ungsweise zen al zu be ücksich igen, was die
jeweiligen Zei genossen un e „Comics“ e s anden. Allgemein lassen sich einige Ges al-
ungsme kmale des Comics de inie en, die ü das Medium s ilp ägend sind. Dazu zähl
zum einen das sogenann e Panel, das Einzelbild inne halb de sequenziellen Bild olge.
In den meis en Fällen wi d ein Comic zu einem Comic, indem meh e e Panels au eine
ode meh e en Sei en mi einande e knüp bzw. nebeneinande ge eih we den (Abel
& Klein, 2016, S. 78 .). Diese Ano dnung e gib die sogenann e Sei ena chi ek u , die
zusammen mi den Panels und Sequenzen anhand e schiedene Analyseka ego ien
doi.o g/10.35468/6208-einl
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Ing id Lohmann
Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
Abs ac
The a icle is in ended as an educa ional-his o ical commen a y on comics as educa-
ional media. On he basis o ea ly mode n conside a ions on wha speaks in a o o
he combina ion o ex and image, up o he la e sus ainably des uc i e e dic agains
i , i explo es by way o example wha educa ional heo y classics once con ibu ed o
he ise and all o a concep ha aimed o acili a e he p ocess o app op ia ion in
sel -lea ning as well as in school lessons by means o depic ion. Al hough his unde-
se edly elega es he classics o he s a us o p ehis o y, i also p o es ha hey can be
used o a deepe insigh in o he ques ion o app op ia ion – and hus o a opic ha
is as ele an o educa ional heo y oday as e e .
Schlagwö e : Bild-Tex -Kombina ionen, Anschauung, Schulbüche , Sp achun e ich ,
pädagogische Klassike
1 „Bei ockene Lek ü e sind Bilde und Zeichnungen zu
Ve anschaulichung und zum besse en Ve s ändnis hil eich.“
Diese Sa z s amm aus den Mi eilungen des Ve eins ehemalige Schüle des Johanneums,
eines humanis ischen Gymnasiums in Hambu g. 1987 wu den do im La einun e ich
de Qua a, de d i en Jah gangss u e, in „eine augenscheinlich au Zuwachs ange-
leg en Reihe“ Comics einge üh (La einische Comics, 1987) – ausge echne in jenem
Fach, das jah hunde elang als Bollwe k höhe e Bildung de e pön en Bilde lu s and-
zuhal en ha e (zu eine ühen Ausnahme gleich). Dass „Bilde und Zeichnungen zu
Ve anschaulichung und zum Ve s ändnis hil eich“ (ebd.) sein können, is zwa nich
ge ade eine elabo ie e De ini ion on Comics, en sp ich abe den E ah ungen iele : In
einem mi le weile sei Jah zehn en in Umlau be indlichen Comic wi d in einp ägsamen
Szenen e zähl , wie A chimedes seine zei , im d i en Jah hunde . Ch ., das P oblem
de Bes immung des spezi ischen Gewich s on Kö pe n lös e. De König ha e dem
Ma hema ike und Physike be ohlen zu klä en, ob die in Au ag gegebene K one wi k-
lich aus pu em Gold bes and ode mi Zugabe minde we igen Silbe s ge e ig wo den
wa . Angeblich hing soga A chimedes’ Leben da on ab, ob e dem König eine übe zeu-
gende Auskun wü de geben können. De Legende nach and e die Lösung bei einem
Bad in de Wanne und lie anschließend lau Heu eka, „ich habe es ge unden!“ u end
du ch die S ad ( gl. A chimedes & he case o he missing gold, 2017; A chimedisches
P inzip, 2024; Heu eka, 2024).
De Bei ag geh de ühneuzei lichen Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
au den G und, ausgehend on Comenius’ Plädoye ü eine Ve knüp ung on Tex und
doi.o g/10.35468/6208-01

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Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
Bild im 17. bis zu Nie hamme s Ve dik im ühen 19. Jah hunde . Un e such wi d, wie
Klassike de Pädagogik eins zu Au s ieg und Fall eines Konzep s bei ugen, das Le nen
und Aneignung du ch ex e gänzende bildliche Da s ellungen e leich e n soll e. Die in
diesem Bei ag exempla isch skizzie en Posi ionen e weisen, dass ühe e Bes ebungen
zu Ve anschaulichung eine g undlegende Legi imi ä besaßen, die le z lich auch Comics
als Bildungsmedien nich abzusp echen is .
2 1658 Comenius’ O bis pic us: No izen zu Wi kungsgeschich e
Um die Zei de heu e wohl bekann es en ühneuzei lichen Tex -Bild-Kombina ionen,
Johann Amos Comenius’ (1592-1670) We k O bis sensualium pic us, gab es schon den
Bänkelsang, die unged uck e „Zei ung des kleinen Mannes“. Bänkelsänge wa en umhe -
ziehende Schaus elle , die im Do und in de S ad , au Jah mä k en und Ki chweihen
au eine Holzbank, dem Bänkel s ehend, Neuigkei en und Schaue geschich en o u-
gen. Mi einem S ab au wachs uchene Bild a eln weisend, gaben sie ih e „mono on-
melancholischen, s e s mi mo alische Nu zanwendung poin ie en Liede ode P osa-
geschich en“ zum Bes en, „alles in e ns ha e Absich und keineswegs zu Belus igung“
(Wilpe , 2001).
Comenius’ O bis pic us soll e nach den Ve hee ungen des D eißigjäh igen K ieges
zu Wiede he s ellung eine Wel in O dnung bei agen. Die e s e la einisch-deu sche
Ausgabe on 1658 en hiel Doppelsei en mi Da s ellungen de Dinge de Wel , links mi
ih e Abbildung in Holzschni und ech s mi ih e Benennung in den beiden Sp achen (s.
Abb. 1): de Kosmos mi Himmel und E de, die Elemen e, P lanzen, Tie e und Menschen,
Handwe ke, Küns e und Wissenscha en, allego isch da ges ell e Tugenden und Las e ,
Spiele, Poli ik, K iege, Religionen und S a en. „Du ch die Zweisp achigkei de Tex e
wa es ‚bei e was Au me ksamkei ‘ möglich, ‚au angenehme Weise auch La ein [zu]
le nen‘“, mu maß Ziehensack (2008). De O bis pic us wa Kinde buch, La ein ibel und
Enzyklopädie zugleich und soga als Elemen a leh buch ü meh e e Landessp achen
e b ei e . Von 1833 da ie zum Beispiel eine Ausgabe au Deu sch, Tschechisch, Polnisch
und F anzösisch ( gl. Comenius, 1833). In seine G oßen Didak ik s ell e Comenius als
„goldene Regel ü alle Leh enden“ au :
„Alles soll wo imme möglich den Sinnen o ge üh we den, was sich ba dem Gesich , was
hö ba dem Gehö , was iechba dem Ge uch, was schmeckba dem Geschmack, was ühlba
dem Tas sinn. Und wenn e was du ch e schiedene Sinne au genommen we den kann, soll es
den e schiedenen zugleich o gese z we den. Und weil die Sinne die eus en Sach e wal e
des Gedäch nisses sind, so wi d diese Ve anschaulichung de Dinge bewi ken, daß jede das,
was e weiß, auch behäl .“ (1657, S. 136 .)
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Ing id Lohmann
Abb. 1: Comenius, O bis sensualium pic us, 1658, S. 4: Alphabe um i um e ocale (Anlau abelle).
Wenn man sich den Einsa z solchen Ma e ials du ch begeis e nde Leh k ä e denk , is
unschwe o s ellba , dass die Besp echung im Un e ich , wenn die Klasse die Ge äusche
nachahm e und das Gezeig e gedankenexpe imen ell in seine äuße e Umgebung
doi.o g/10.35468/6208-01
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Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
e se z e, in den Köp en de Kinde Bildsequenzen1 en s ehen ließ. Au diese Weise,
mi Wiede holungsübungen und e gänzenden E klä ungen, konn e Angeschau es zu
Angeeigne em we den.2
Ve anschaulichung au jede mi sinnliche E ah ung mögliche Weise: Diese Maxime
wu de in den Jah hunde en, die olg en, zwa imme wiede einmal behe zig , o abe
bes i en ode igno ie . Rund 140 Jah e nach dem O bis pic us, de inzwischen in el
Sp achen und unzähligen Au lagen o lag, lob e Johann Go ied He de (1744-1803) in
seinen B ie en zu Be ö de ung de Humani ä Comenius’ We k als wei e hin unübe o en
und ie dessen G undsä ze in E inne ung:
„Kinde müß en mi Wo en zugleich Sachen le nen; nich das Gedäch niß allein, sonde n auch
de Ve s and und Wille, die Neigungen und Si en de Menschen müß en on Kindhei au ge-
besse we den; und hiezu sei Kla hei , O dnung de Beg i e, He zlichkei des Umganges o
Allem nö hig“ (Comenius, zi ie in He de , 1795, S. 37 .).
Diese pädagogischen G undsä ze seien de maßen einleuch end, dass sie im „ganzen
No d-Eu opa“ beach e wo den seien und jede sie sogleich e s ehe.
Die Emanzipa ionsbes ebungen des s äd ischen Bü ge ums ( gl. Gall, 1994, S. 29 .)
die au kommende K ise de La einschulen und nich zule z He de s Lob bes ä k en
Theologen und Schulmänne da in, mi Be u ung au Comenius Schule und Un e ich neu
zu konzipie en – wa en doch „Mu e sp ache und Realkenn nisse“ zule z ganz e gessen
wo den. 1776 hieß es in eine Sch i Uebe die neue n Schul- und E ziehungsans al en
(S. 15 .), zu denen Basedows ku z zu o e ö ne es Philan h opin in Dessau zähl e:
„Dem Mangel de Realkenn nisse woll e Comenius abhel en; ode wenn e auch mi seinen
eigen lichen Vo schlägen nich du chd ingen konn e, so ha sich doch sein O bis pic us, als ein
nü zliches Buch, Kinde n du ch Hül e de Bilde Kenn nisse beyzub ingen, bis je z e hal en, ob
gleich eine besse e O dnung, besse [es] La ein, und besse e Abbildungen zu wünschen wä en.“
Kein Ge inge e als Immanuel Kan (1724-1804), au den eine maßgebliche philo-
sophische Beg i sbes immung on Anschauung zu ückgeh , hob „das Dessauische
Educa ionsins i u “ als eine Mus e schule he o , die bei hin eichende Un e s ü zung
„ on au geklä en Männe n“ dazu p ädes inie sei, die ü das Heil des menschlichen
Geschlech s übe ällige „schnelle Re olu ion“ des Bildungswesens he beizu üh en (Kan ,
1776/77, S. 449 .).
1 Das Ve s ändnis on Comics als sequen ielle Kuns geh (ebenso wie de Beg i de G aphic No el) au
den US-ame ikanischen Comiczeichne William Eisne (1917-2005) zu ück. Eisne gil als ein Pionie de
Comic-Kuns und bezeichne sich selbs als „sequen ial a is “. Vgl. auch Au inge , 2024.
2 Zu de e zähl heo e isch in e essan en F age, wie „die im Bild wah genommenen Gegens ände und Figu en
in wei e üh ende Sinnzusammenhänge eingeo dne we den können“, gl. Mülle , 2017, hie S. 5.
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Ing id Lohmann
3 1774 Basedows Elemen a we k:
E kenn nis o a mi Mo albeleh ung
De Theologe und Philan h opis Johann Be nha d Basedow (1724-1790) knüp e mi sei-
nem d eibändigen Elemen a we k. Ein Vo a h de bes en E kenn nisse zum Le nen, Leh en,
Wiede holen und Nachdenken (1774) wohl als e s e in de deu schen Spä au klä ung
wiede an Comenius’ G undgedanken an. E zog gegen Buchgeleh samkei , mechani-
sches Auswendigle nen und die Lebens emdhei des Leh s o s de La einschulen zu
Felde und se z e dagegen das Spiele ische, Anschauliche und die Selbs ä igkei beim
Le nen. Den sachbezogenen Tex da s ellungen und sekkan en mo alischen Beleh ungen
wa en 96 Kup e a eln des populä en G a ike s und Kup e s eche s Daniel Chodowiecki
(1726-1801) beigegeben. De en Rep oduk ion wa übe aus kos spielig, sodass ü den
Schulun e ich „einzelne Ta eln ‚ins G oße gemal ‘“ wu den (Basedow, 1909).
Abb. 2: J. B. Basedows Elemen a we k mi den Kup e a eln Chodowieckis, 1774/1785, Tab. II: Ueble Gewohn-
hei en einige Kinde bey Tisch. Wohl hä igkei zweye gegen einen a men Mann.
Von den s a ischen Abbildungen im O bis pic us un e schieden sich die o lebha en
szenischen Da s ellungen in Basedows Elemen a we k e heblich; sie dü en nich nu
ü He anwachsende anziehend und die Phan asie an egend gewesen sein. Folg e man
Basedows Anweisungen zum Geb auch, so wa en die e s en Ta eln in o gegebenen
Dialogen zu besp echen, die an Leh büche des Ka echismus e inne n, wie sie in de
eligiösen Un e weisung zum Einsa z kamen. Sie nahmen die bis heu e obwal enden e -
ziehe ischen Bemühungen o weg, den Mediengeb auch de Kinde einzudämmen und
doi.o g/10.35468/6208-01
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Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
zu kon ollie en ( gl. G unde , 2006): Dem Basedowschen Zögling wa nich e laub , die
Kup e auße halb des Un e ich s anzuschauen – es sei denn zu Belohnung und nu ü
ku ze Zei und nu wenige Ta eln au einmal. Wenn meh e e Kinde zusammenkamen,
wa es als Eh e und zugleich als Übung gedach , wenn ein Kind, „so o den lich und oll-
s ändig, als es kann, die gezeichne en Gegens ände“ den ande en e klä en du e: die
jünge en Kinde du ch Nennen de Bezeichnung, die äl e en du ch Sache klä ungen,
die äl es en du ch al e sgemäße E zählungen und wiede um mo alische Beleh ungen
(Basedow, 1909). Basedow schweb e ein disziplinie ende und mo alisie ende e ziehe-
ische Geb auch o , de manche He anwachsende dazu e lei e haben dü e, sich in
Heimlichkei en und Ungeho sam zu üben; anziehend wa en die Ta eln allemal.
Es is eine F age de Wissensau assung, ob man Le n- und Aneignungsp ozesse
du ch bildlich-da s ellende Anschauung zu e leich e n und anzu eiche n such , um die
Sp ach ähigkei de He anwachsenden zu en wickeln, um die es le z lich geh , ode ob
man dies ablehn . Diese F age wu de im spä en 18. Jah hunde in den Deba en übe
E ziehung, Bildung und Un e ich on den Philan h opis en e neu au geg i en. Fü sie
wa öllig kla , dass die Übung des Anschauens mi Hil e de Einbildungsk a
„du ch E zählung des Geschehenen [...] angebahn und o ge üh “ und die dabei e lang e
Kenn nis de sp achlichen Zeichen „du ch Modelle, Bilde , Landka en, du ch Nachweisung in
de Na u so iel möglich in eine anschauende [Kenn nis] e wandel we den“ könne (Auszug
aus de Sch i , 1808, S. 40).
Gegen ockene Buchgeleh samkei wu de begeis e au das ein Jah zu o e schienene
Buch Uebe E ziehung ü E ziehe des Leh e s Jose Ma ia Saile e wiesen – und die un-
e hö e Ansich zi ie , ge ade ü die Gegenwa könne „de Un e ich ohne Un e ich
nich genug emp ohlen we den. – Eine ku ze F age, eine noch kü ze e An wo sind die
bes en Büche ü die Kinde s uben“, ganz wie in den e lichen Bemühungen eines „ as
e gessenen“ Comenius, Basedow und Pes alozzi (ebd.). Da wa die Hoch-Zei de Phil-
an h opis en schon as wiede o übe .
Noch mi en da in kommen ie e de Schulmann und au klä e ische Publizis F ied ich
Gedike (1754-1803) das Geschehen au dem Buchma k mi den Wo en, kein einziges
Feld de Li e a u we de in Deu schland „so ei ig gedüng und bea bei e “ wie die Sch i -
s elle ei ü Kinde und Schulen, und
„keine einzige li e a ische Manu ak u is so seh im Gange, als die Büche mache ei ü die
Jugend [...]. Jede Leipzige Somme - und Win e messe spül wie die Flu des Mee es eine zahl-
lose Menge Büche de A ans U e [...] alljäh lich besonde s un e dem ü die lieben El e n
und Basen anlokkenden Neben i el ‚Weihnach sgeschenk ü die lieben Kinde ‘ “ (Gedike,
1787, S. 3 .).
Diese mokan en Fes s ellung zum T o z s ieg die Zahl de Ve ö en lichungen in
Wissenscha und Geb auchsli e a u , die in un e schiedlichs en Zusammenhängen on
Aneignung handel en, um 1800 asan an ( gl. DTA, 2024), und das hing nich zule z mi
de wachsenden Popula i ä on Pes alozzi zusammen.
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Ing id Lohmann
4 1801 Pes alozzis Ge ud: nich äsonie en!
Die Ansich en des Schweize Pädagogen und Schul e o me s Pes alozzi (1746-1827) bil-
de en inso e n eine Schni s elle zwischen den gegensä zlichen Wissensau assungen,
als sie die im Philan h opismus e kenn nis heo e isch e nachlässig e Rolle de Sp ache
wiede ins Visie nahmen. Pes alozzi schilde , wie e zu de Einsich gelang e, dass man
mi jünge en Kinde n „ga nich äsonni en“ dü e, sonde n sich bei de En wicklung
ih es Geis es da au konzen ie en müsse, das Spek um ih e Anschauungen s e ig zu e
-
wei e n. Dabei müsse das den Kinde n zum Bewuss sein Geb ach e aus Na u und Kuns
ihnen siche eingep äg und mi Beg i sbildung e bunden we den. E habe allmählich
eine es e Übe zeugung en wickel
„1. Von dem Bedü nis de Anschauungsbüche ü die e s e Kindhei ; 2. Von de No hwendigkei ,
eine es en und bes imm en E klä ungsweise diese Büche ; 3. Von dem Bedü niß, eine au
diese Büche und ih e E klä ungsweise geg ünde en Füh ung zu Namen und Wo kenn nissen,
die den Kinde n geläu ig gemach we den müssen, selbs ehe noch de Zei punk des
Buchs abi ens mi ihm [dem Kind] ein i .“ (Pes alozzi, 1801, S. 47 .)
Im Mi elpunk s eh hie die Au assung, dass Beg i sbildung zunächs unabhängig
on de Kenn nis de Buchs aben (ode Zahlzeichen) beginnen kann und soll ( gl.
Demme ling, 2023, S. 273 ., 289). Pes alozzi e lek ie e die Di e enz zwischen Beg i und
Gegens and, Zeichen und Bezeichne em genau. E e kann e das Dialek ische, die g und-
legende Zi kula i ä in de En wicklung on Sp ach- und Sachkenn nis als heo e isches
Ke np oblem de Aneignung. Von den Philan h opis en un e schied ihn le z en Endes
die g öße e Bewuss hei übe die Bedeu ung des Beg i s e s ehens ü die En wicklung
de U eilsk a de Le nenden. Seine Un e ich sweise zeichne sich dadu ch aus, sch ieb
e , dass sie on Sp ache „als Mi el, das Kind on dunkeln Anschauungen zu deu li-
chen Beg i en zu e heben, einen g öße n Geb auch mach , als bishe geschehen is “
(Pes alozzi, 1801, S. 214). Pes alozzi p ange e die „Ve p uschungsküns e“ de „Wo - und
Klappe schulen“ an, die „nich s ge han haben, das niede e Volk eden zu leh en, sonde n
dann noch das sp achlose Volk isoli e, abs ak e Wö e auswendig le nen ließen“ (ebd.,
S. 216) – eine Au assung, die ih e Ve bindung mi eine sozial e o me ischen Gesinnung,
die die Republik als S aa s o m anziel e, deu lich e kennen ließ ( gl. Rang, 1967).
5 1802 Schü zens La einisch-deu sches Leh buch:
Nö ig is ein e besse e Comenius
Das Ve häl nis on Sp ach- und Sachun e ich ieb angesich s de K ise de La einschulen
auch den P o esso ü Li e a u und Be edsamkei und namha en Kan -Kommen a o
Ch is ian Go ied Schü z (1747-1832) um, als e einem Ve lag den Vo schlag mach e, ein
La einisch-deu sches Leh buch ü den la einischen An angsun e ich auszua bei en, „das
ein e besse e Comenius heißen könn e“ (Schü z, 1802, S. III). De Ti elzusa z lau e e
„Zu schnelle n, siche e n und angenehme n E le nung de Elemen e de la einischen
Sp ache. Ein Ve such das Gu e in de Me hode des weiland allbelieb en Comenius ohne
seine Fehle zu behal en.“ Schü z a gumen ie e, es sei ein gu e Gedanke des Comenius
gewesen, zu Beginn des La einun e ich s nich gleich klassische Au o en zu lesen: Noch
imme änden sich Leh e , die „mi dem Co nelius Nepos an angen“ (ebd., S. IV). Ein
zwei e gu e Vo schlag sei es gewesen, den Sachun e ich mi dem Sp achun e ich
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Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
zu e binden, nu dass Comenius in seinen Büche n zu häu ig „bloße Nomencla u , als
Sachkenn niß lie e “, zu iel ockens en „Wo k am, bey dem doch kein Kind e was
denken konn e“ (ebd.). Nich zule z sei es ein gu e Ein all gewesen, die „Sachkenn niß
du ch Bilde zu e deu lichen, und die Anschaulichkei de Beg i e zu be ö de n [...]; abe
die elenden Holzschni e beym O bis pic us wa en wi klich höchs un ollkommene Bilde
dazu“ (ebd., S. V .). De Sachkenn nis du ch Bilde au zuhel en: Fü das besag e Bollwe k
de humanis ischen Bildung, neben dem al g iechischen o allem de la einische Sp ach-
un e ich , wa diese Au assung, noch dazu aus de Fede eines namha en Kenne s de
an iken Klassike wie Schü z eine wa , ge adezu g unds ü zend.
Dazu pass e, dass Schü z mi Be uch zusammena bei e e, dessen „ o e liches
Bilde buch“ ( gl. un en) e un e den neue en Kinde büche n he o hob. Diese seien in-
zwischen seh iel besse gewo den, alle Schulen soll en da übe e ügen, denn ü die
meis en Le nenden seien sie iel zu kos spielig. Einen Neueinsa z hiel Schü z ü e o de -
lich, weil de O bis pic us in den La einschulen ungewoll „das unselige Vocabelle nen“
mi sich geb ach habe und es eben nich aus eiche, „ach ausend la einische Wö e in
ein Buch zusammen zu p op en, wenn man nich da ü so g e, daß diese Wö e imme
wiede in ande n Ve bindungen, und Flexionen wiede o kämen“ (ebd., S. VII .). Im
Hin e g und wi k e hie nich nu die angesp ochene Legi imi ä sk ise de La einschulen,
denen es nu unzu eichend gelang, die neugewonnene au klä e ische Wissens ülle in den
Un e ich au zunehmen, sonde n auch eine sich in olge de F anzösischen Re olu ion
anbahnende Neuo dnung de Gesellscha übe haup . Die anges eb en neuen S uk u en
wiede um e o de en die E ich ung on Bildungsans al en, die säm liche Schich en und
Klassen de Be ölke ung ad essie en und demen sp echend umges al e we den muss-
en. Da au zielende Re o men wu den on den he schenden K ä en de spä absolu is-
ischen S ändegesellscha a gwöhnisch beobach e .
6 1810 Schleie mache s deu sche Un e ich : das
salomonische Konzep
Pes alozzis wie auch Schü zens Übe legungen dü en wesen lich dazu beige agen haben,
dass de Theologe, Philosoph und E ziehungs heo e ike F ied ich Schleie mache (1768-
1834) eine om s ik en Neuhumanismus abweichende Leh meinung zum Ve häl nis on
o male und ma e iale Bildung
3
e a . Schleie mache k i isie e, dass mi Rücksich au
die spä e an höhe e Ans al en Abgehenden be ei s in Volksschulen eine de klassischen
Sp achen als Un e ich sgegens and au genommen we den soll e – obwohl man zugebe,
dass sie als „Ma e ial ü diejenigen, die in niede e Gewe be ein e en“, e schwinden.
Man behaup e zwa , es sei dadu ch eine Ve s andesbildung e eich , die ü das ganze
Leben o wi ke, könne abe nich beweisen, dass de „ o male Zweck nich ande s e -
eich we den könn e, als du ch Beschä igung mi einem solchen Ma e ial, was spä e aus
dem Zusammenhang des Lebens he aus i .“ Bleibe als einzige logische Folge ung, „den
o malen Zweck an einem Ma e ial zu e eichen, welches als solches im Leben imme o -
wi ken“ und in Anwendung bleiben könn e (Schleie mache , 1826, S. 246). Beide, o male
und ma e iale Bildung, e ein e Schleie mache s Konzep ü einen deu schen (Sp ach-)
3 De en sp echenden Wissensau assung zu olge ha o male Bildung, ku z gesag , ih en We in de Bildung
de inne en, de Geis esk ä e pe se, wäh end ma e iale Bildung ih en We im Nu zen ü äuße e, e wa
be u liche Zwecke ha , wie zum Beispiel Al g iechisch und La ein ü Theologen.
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Ing id Lohmann
Un e ich on 1810, das ü die En s ehung dieses Faches maßgeblich wu de. Demnach
ep äsen ie e de deu sche Un e ich einen S o , de sowohl ü diejenigen, die spä e
s udie en, als auch ü die, die spä e gewe bliche Be u e ausüb en, nich aus dem Le-
benszusammenhang he aus allen wü de – ein Ma e ial, bei dem nich in Kau ode soga
in Ansp uch genommen wu de, dass sich o de p ak ischen Anwendba kei „ehe ne
Maue n“ au a en (wie einige Neuhumanis en ausd ücklich o de en). Zudem ließ sich im
deu schen Un e ich alles au nehmen, „was man sons kuns los und un e s ändig genug“
als Ve s andesübungen und Technologie ge ieben habe – eine Anspielung au die om
Philan h opismus inspi ie e Sachkunde de Küns e und Handwe ke (Schleie mache ,
1810; gl. Lohmann, 2014, S. 163, 189, 197 ., 201 .).
Schü z und Schleie mache und iele ande e, die an de Wende zum 19. Jah hunde übe
die Ve besse ung des Un e ich swesens nachdach en, hä en bebilde e Leh büche als
Bildungsmedien wohl o gezogen, denn dami ließen sich im Schulun e ich sowohl den
Lebenswel en nahe als auch en e n e Gegens ände und Sach e hal e behandeln – was
umso no wendige wu de, je meh die Schulen zu Ans al en eines Massenun e ich s
wu den. G enzen zog hie jedoch, was echnisch möglich und bezahlba (und dami
auch konzep ionell o angig) wa . Schü z selbs wies ausd ücklich da au hin, dass ein
La einbuch ü den An angsun e ich , wie es ihm o schweb e, keine Kup e s iche en -
hal en könne, weil es ü die meis en une schwinglich wä e. T o zdem woll e e seinem
Buch „einige Kup e “ bei ügen, um exempla isch zu zeigen, wie sie im La einun e ich
„am bes en geb auch we den können“ (Schü z, 1802, S. X).
7 1811 Be nha dis Lesebuch: die bes e machba e Lösung
Fü die he e ogene Schüle scha de un e en und mi le en Schuls u en and sich eine
übe zeugende und zugleich e allgemeine ba e Lösung des P oblems de Ve knüp ung
on Sp ach- und Sachun e ich , o male und ma e iale Bildung. 1811, in den Leh -
planbe a ungen de Be line wissenscha lichen Depu a ion, dem Think Tank de Sek ion
ü Kul us und ö en lichen Un e ich im Minis e ium des Inne n, die zei weilig Wilhelm
on Humbold (1767-1835) lei e e, leg e de ü F agen de pädagogischen Ges al ung
des kün igen Schulwesens zus ändige Augus Fe dinand Be nha di (1769-1820) einen
En wu ü ein deu sches Lesebuch o . Zusammen mi dem Konzep ü einen deu -
schen Un e ich , das Schleie mache im selben Kon ex o geleg ha e, e sp ach diese
En wu den Ausweg aus dem Dilemma, dass sich manche spä au klä e ische Vo s ellung,
wie Un e ich anschaulich we den könn e, als nich hin eichend p ak ikabel e wies.
Die Au klä ung ha e speziell au dem Gebie de Na u kenn nis eine S o ülle he o -
geb ach , die den Rahmen dessen, was in den allgemeinen Un e ich au genommen
we den konn e, wei übe s ieg und selbs in Auswahl nich ü alle Schüle g uppen glei-
che maßen sinn oll sein wü de. In diese Si ua ion a das deu sche Lesebuch das E be
de comenianischen Vo s ellung an, allen alles zu e mi eln. Be nha dis E läu e ung zu
den Inhal en des on ihm en wo enen Lesebuchs leg nahe, dass sie im Un e ich mi
Anschauungsma e ial aus de Schulbiblio hek (Bilde büche , Wand a eln, Modelle) zu
kombinie en wa en:
„Das Kind z. B. kann im e s en Teile eine lebha e Besch eibung des Ae na seh gu au assen;
sie s ehe abe zwischen eine d olligen ode üh enden Anekdo e aus dem Siebenjäh igen
K iege und de Besch eibung de Klappe schlange. De zwei e Teil en hal e eine Besch eibung
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Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
des E dbebens on Lissabon, es schilde e die Fu ch ba kei dieses Phänomens und deu e
den Zusammenhang mi den Vulkanen mi ein paa Wo en an. Im d i en Teile kann eine
ku ze Übe sich de Be gke en olgen, ganz allgemein, ohne ängs liche Volls ändigkei , da-
zwischen wie spielend eine Besch eibung on dem E s eigen de höchs en Be ge in de Wel ,
den Ge ah en und Schwie igkei en, den Lawinen und de sel samen Ges al de Mondbe ge.
So müssen abe alle Abschni e des Ganzen gebilde sein, wenn de höhe e Zweck des Buches
e eich we den soll“ (Be nha di, 1811, zi . n. Lohmann 2014, S. 211 .).
Die gänzlich unsys ema ische Ano dnung ech e ig e Be nha di (wie Be uch) mi
dem A gumen , das Lesebuch mache „mi dem Reize einige Einzelhei en“ bekann
und mo i ie e die Le nenden so ü die spä e e Aneignung de Wissenscha als Ganze .
Be nha di ha e dabei wenige ein Lesebuch ü s Selbs le nen im Sinn, sonde n nahm
(eben alls wie Be uch) den Leh e da ü in Ansp uch, die Lesebuchs o e in den „deu -
schen S unden“ sinnha zusammenzu ügen. Weil „de Hang zum Wunde ba en“ und
„die Sehnsuch nach Geschich en“ bei Kinde n so ausgep äg seien, seien abno me und
au allende Dinge als Lesebuchinhal e am bes en geeigne . Auch hie in s imm e e mi
Be uch übe ein. Übe haup lies sich die Besch eibung wie eine Auswahl on Tex en zu
Be uchs Bilde buch:
„Den Inhal des Buches mögen also die Wunde de Wasse wel , des Insek en eiches,
Besch eibung on Si en, S äd en, Be gen, Flüssen emde Wel eile und des uns igen,
Kleidung, Lebensa de Wilden, Besch eibungen on Kome en und Himmelse scheinungen,
Ve mu ungen übe den Zusammenhang des Wel alls, Anekdo en, Repliken, Lebensbesch ei-
bungen, Räube geschich en, Gedich e, Mä chen, Schi b üche, Lebens e ungen und de gl. aus-
machen“ (ebd., S. 212).
Auße sa z- und d uck echnisch ansp uchslose als Bilde büche und dahe b ei ein-
se zba zu sein, wü de das Be nha dische Lesebuch eine E wei e ung des Wo scha zes,
Behe schung des Sa zbaus und Klä ung de Beg i e bewi ken, mi hin U eilsk a und die
Fähigkei zum sp achlichen Aus ausch e besse n, auch übe die G enzen des All äglichen
hinaus. In diese Hinsich wu de die Pädagogik de Spä au klä ung im G unde also oll-
um änglich adap ie . De en scheidende Un e schied lag da in, alle S o e in deu schen
(Sp ach-) Un e ich zu in eg ie en, mi hin beg i lich zu e allgemeine n. Aus diesem
Konzep ging im 19. und 20. Jah hunde nach und nach das Fach Deu sch he o , und
die „Buchga ung des ‚o bis pic us‘“ (Bilde buch ü Kinde , 2022) wu de allmählich in
den Hin e g und ged äng .
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Ve olg man Nie hamme s Aus üh ungen wei e , so wi d deu lich, dass seine
A gumen a ion keineswegs leich on de Hand zu weisen is . Auch de Einwand, dass das
Gebie des Al e ums die Lebenswel en und spä e en E we bs ä igkei en de alle meis en
Schulkinde e ehl e, wä e le z lich nich übe zeugend, denn dahin e lag die Idee, dass
de „E ziehungsun e ich “ einen eigenen Zweck habe gegenübe den beiden äuße en
Ansp üchen, den Menschen „ ü die E de“ und „ ü den Himmel“ zu bilden (ebd., S. 91 .).
Die Zei des Le nens in eine ö en lichen Schulans al sei die einzige Pe iode im Leben
eines Menschen, in de e Zei habe, ü die Bildung seines Geis es und seine Ve nun
zu so gen, sch ieb Nie hamme . Sie e e in den Hin e g und, sobald „die So ge ü sei-
ne bü ge liche Exis enz anheb “. Nu wenn man annähme, dass das ganze Leben des
Menschen eine Ab olge on Bildung wä e und die kün ige Be u sbes immung auch ü
die wei e e Ausbildung de Humani ä noch Zei und Gelegenhei bö e, nu „dann wä e
es möglich und ä hlich, schon den E ziehungsun e ich zu Einle nung on Kenn nissen
ü den kün igen Be u zu e wenden“ (ebd., S. 95).
Wi sind hie om Thema Comics als Bildungsmedien scheinba wei en e n . E kennba
sind in Nie hamme s Aus üh ung jedoch G undelemen e eine pädagogisch bildungs-
heo e ischen A gumen a ion sui gene is, die übe aus ein luss eich wa . Sie ha Gel ung
bis heu e, in de Gegenwa abe auch mi Ein eden on außen zu kämp en wie sel-
en zu o . De Wide s and gegen Comics, de bis in die 1960e Jah e hinein o wal-
e e, ha e seine ideengeschich lichen Wu zeln in de ebenso meinungss a ken wie
übe zeugend o mulie en Posi ion Nie hamme s. Die ie g ei enden gesellscha lichen
Umb üche seines Zei al e s s ell en ihn o die F age, wie sich die Eigens ändigkei des
Pädagogischen gegen die Ansp üche und An o de ungen D i e wah en ließ. Da ü
konn e die Beschä igung mi dem Al e um als geeigne e scheinen, denn sie wa ge-
nügend wei en e n on de Wi klichkei de meis en Lebenswel en. Ob Nie hamme
sich de sozial eli ä en Wi kung de on ihm a o isie en Un e ich sau assung bewuss
wa , kann an diese S elle o enbleiben. Doch hä en ihm Comics mi Ges al en aus de
An ike nich du chaus ins Konzep gepass ?
10 Zusammen assende Thesen
De o e Faden des Bei ags bes and da in zu zeigen, dass und wie Comics als
Bildungsmedien in de neuzei lichen Pädagogik und besonde s du ch die Au klä ung
gewisse maßen o be ei e wu den. Die Geschich e des Themas wa nich nu eine
„Geschich e de Bewah pädagogik“, ü die allein de „didak isie e Umgang mi Bilde n
[...] E ziehenden, Leh k ä en und Medienk i ike n sinn oll und geeigne “ e schien
(G unde 2006, S. 71). Vielmeh wi k en da in dicho ome Wissensau assungen, die ge-
genläu ige Vo s ellungen da on heg en, was im P ozess de Aneignung o sich geh und
wie Aneignung am wi ksams en zu bewe ks elligen is .
Bild-Tex -Kombina ionen bie en eine mögliche Lösung ü das P oblem de Anschauung:
eine Ve anschaulichung on Gegens änden ode Sach e hal en, die eine sinnliche und
beg i liche Aneignung du ch die Le nenden e zeug , aus de das Ve mögen zu selbs -
ä igem Wei e a bei en he o geh . Meine These is : Bei en sp echendem S and de
Technik und kos engüns igen D uck e ah en hä en womöglich schon Comenius und
die Philan h opis en Comics eingese z . Manche on Basedows bzw. Chodowieckis sze-
nischen Da s ellungen ode Be uchs Bilde olge zum Vulkanausb uch, beispielsweise,
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Zu Vo geschich e on Comics als Bildungsmedien
weisen soga das Me kmal de Sequen iali ä au , das pe de ini ionem mi Comics e -
bunden wi d. De en nachhal ig wi ksame Ablehnung als Bildungsmedien is in de deu -
schen neuzei lichen Pädagogik, so die These wei e , au die Nie hamme sche Va ian e
des Neuhumanismus (und gewisse eli ä e Eins ellungen) zu ückzu üh en. Aus de
Kon o e se de Wissensau assungen um 1800 ging eins weilen das deu sche Lesebuch
als Siege he o , denn es bo im Un e schied zum eu en Bilde buch eine bezahlba e und
dahe ü die Massenun e weisung gene alisie ba e Lösung. Inzwischen gib es wei e e
Lösungs o schläge. Im Ke n d eh es sich abe nach wie o um die F age, was genau
geschieh , wenn man sich le nend e was aneigne : wie also das Zusammenspiel on
Sp ach- und Sach e s ehen, das wi Anschauung ode Beg i sbildung nennen, eigen lich
zus ande komm .
Li e a u
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E-Mail: [email p o ec ed]
doi.o g/10.35468/6208-01
33
Anna S unk
„Kul u pessimis en“ gegen „Micky Maus-
Fo sch i sgläubige“? De Wandel de Deba e
um Comics als Bildungsmedien in de Zei sch i
Jugendsch i en-Wa e in den 1970e Jah en
Abs ac
This a icle explo es he e ol ing discou se on comics as educa ional media wi hin he
Ge man jou nal Jugendsch i en-Wa e du ing he 1970s. A e hei eme gence in he
Fede al Republic o Ge many in he 1950s, comics we e pe cei ed wi h skep icism, seen
as de imen al o you h li e acy and mo al in eg i y. Du ing he ollowing “an i-com-
ics-campaign” he Jugendsch i en-Wa e became one o he mos impo an o ums o
oices c i icizing comics. Howe e , as educa ional e o ms eme ged, a new gene a ion
o educa o s and c i ics ad oca ed o a b oade unde s anding o li e a u e, ecognizing
he po en ial o comics o engage s uden s. The a icle examines key deba es and shi s
in pe spec i e in he jou nal, highligh ing he ension be ween conse a i e cul u al
pessimism and p og essi e iews on comics as ools o democ a izing access o cul u e.
Th ough a close analysis o a icles om his pe iod, i illus a es he ans o ma ion in
educa ional a i udes owa ds comics, culmina ing in hei g adual accep ance as iable
eaching ma e ials.
Schlagwö e : Bildungs e o men, Jugendsch i en-Wa e, An i-Comic-
Kampagne, Medienwandel
1 Einlei ung
Dass neue Medien, die als Zielg uppe explizi Kinde und Jugendliche ad essie en, on
El e n und Pädagog*innen häu ig mindes ens mi Skepsis wah genommen we den, is
du ch die Jah zehn e hinweg beobach ba . Das 20. Jah hunde da dabei im Be eich
de Kinde - und Jugendmedien als eines de g oßen Neue ungen und Umb üche ge
-
sehen we den. Neben den Illus ie en, de We bung und dem Fe nsehen gehö e
dazu o allem ein Medium: de Comic. Nachdem e in ande en Lände n schon lan-
ge E olge ge eie ha e, kam e in de Nachk iegszei auch in de Bundes epublik
Deu schland (BRD) an. Mi eine mona lich millionen achen Au lage ( gl. Rogga z &
Thielke, 1971, S. 17) wu de e Teil eines jeden Kinde - und Jugendzimme s und zog so
schnell die Au me ksamkei beso g e El e n, Leh k ä e und Pädagog*innen au sich.
Ausge agen wu den diese Deba en zu wich igen Teilen in pädagogischen Fachzei -
sch i en. Dazu zähl e im Be eich de Kinde - und Jugendli e a u k i ik als eines de
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Anna S unk
wich igs en Publika ionso gane die Jugendsch i en-Wa e. Sie bo sowohl P o esso *innen
und Dozie enden als auch Leh k ä en ein Fo um, um ih e Meinung zum Ausd uck zu
b ingen. In den 1950e Jah en spiel e sie deshalb eine wich ige Rolle bei de sogenann en
„An i-Comic-Kampagne“. Als sich in den 1970e Jah en jedoch sowohl die Eins ellung
zu Comics als auch im Rahmen de Bildungs e o men die Vo s ellungen zu Au gabe
de Schule und des Li e a u - und Kuns un e ich es insgesam zu wandeln begannen,
kamen auch in de Jugendsch i en-Wa e e meh ande e S immen zu Wo . Inwie e n
sich die Deba e in diesen Jah en e ände e und welche Au o *innen sich dabei mi
welchen A gumen en ü ode gegen Comics als Un e ich smedium einse z en, soll im
olgenden Bei ag un e such we den. Dazu wi d zunächs die En s ehungsgeschich e de
Jugendsch i en-Wa e und ih e Rolle wäh end de „An i-Comic-Kampagne“ beleuch e .
Im Anschluss we den anhand de A ikel de 1970e Jah e die e schiedenen Posi ionen
zu Comics analysie und kon ex ualisie .
2 Die Jugendsch i en-Wa e bis 1945
Die Vo s ellung, dass gewisse Jugendli e a u „Schmu z und Schund“ sei und deshalb
bekämp we den müsse, wa kein No um de Zei nach dem Zwei en Wel k ieg. Be ei s
Ende des 19. Jah hunde s o mie e sich die sogenann e Jugendsch i enbewegung mi
dem Ziel, G oschenhe e zu bekämp en, indem die Jugend an „gu e Li e a u “ he ange-
üh we den soll e. Themen wie e bo ene Liebe, Sex, Ve b echen und Aben eue und
die Geb auchsweise de He e s anden den Mo al o s ellungen und den Vo s ellungen
om Kuns genuss de Zei genoss*innen en gegen ( gl. Jos ing, 2004, S. 91; gl. auch
Maase, 2012). Gep äg wa die Eins ellung on eine „ ese ie en bis ablehnenden
Hal ung zum sogenann en Jugendsch i um“ (Weinkau , 2018, S. 39), also de Li e a u ,
die explizi ü Kinde und Jugendliche e ass und publizie wo den wa . Auch die
Ta sache, dass Kinde und Jugendliche sich p ak isch und symbolisch mi de Lek ü e
diese Büche on den Kon ollen des e wachsenendominie en All ags eimachen konn-
en, so g e ü eine meh hei lich nega i e Wah nehmung du ch die K i ike *innen. In
de Folge bilde en sich in den 1880e Jah en an e schiedenen O en des Deu schen
Reiches Kommissionen zu P ü ung on Kinde - und Jugendli e a u , de en Fokus es zu-
nächs wa , Volksschüle *innen an „gu e Li e a u “ he anzu üh en. Um die A bei diese
Ausschüsse zu bündeln und ihnen ein Fo um ü den Gedankenaus ausch zu geben,
wu de 1893 die Jugendsch i en-Wa e ins Leben ge u en. Die Zei sch i dien e als übe -
egionales O gan on zunächs zwöl Ausschüssen sowie als Mi el de Außenda s el-
lung und Ein lussnahme ( gl. Jos ing, 2004, S. 91–93). Die Jugendsch i en-Wa e soll e
ü alle nu zb ingend sein, „welche die Jugend mi eine we ollen Jugendsch i e -
euen und be eiche n wollen“ (Sch i lei ung, 1893, S. 2). 1894 schlossen sich die inzwi-
schen 15 Ausschüsse zum Dach e band Ve einigung deu sche P ü ungs-Ausschüsse de
Jugendsch i en zusammen ( gl. Kol haus, 1994, S. 141). In den Ausschüssen anden sich
on Beginn an e schiedene S ömungen mi jeweils eigenen Zielen, zunächs o de -
en die Mi gliede jedoch noch keine gese zliche Regelung on Jugendli e a u , sonde n
woll en o allem au „gu e“ Al e na i en hinweisen ( gl. Jos ing, 2004, S. 94). Um eine
Ve besse ung des Lek ü eangebo s zu e wi ken, woll e man o allem au Au o *innen,
Ve lege *innen, Buchhändle *innen und Leh k ä e einwi ken ( gl. Weinkau , 2018, S.
37), weshalb die Jugendsch i en-Wa e als Beilage zu Leh e zei ungen he ausgegeben
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De Wandel de Deba e um Comics als Bildungsmedien
wu de. Die Jugendsch i enk i ik wu de demen sp echend auch als pädagogische P axis
gesehen, bei de möglichs iele Ak eu *innen im Handlungssys em gewonnen we den
soll en ( gl. ebd., S. 38). Dies üh e dazu, dass sich im Ve lau des 19. Jah hunde s pa-
allel zu Jugendli e a u p oduk ion ein „Geschä de Jugendli e a u k i ik“ (ebd., S. 39)
en wickel e. Die Jugendsch i en-Wa e spiel e in diesem Feld eine wich ige Rolle bei de
Theo iebildung zu F agen de Jugendlek ü e und bei de En wicklung eines k i ischen
Fachjou nalismus ( gl. ebd.).
Die Vo gehensweise de Ausschüsse ände e sich e s im Lau e des E s en Wel k ieges,
als das Thema Kinde - und Jugendli e a u zunehmend als k iegs ele an wah genom-
men wu de und man „de Ve b ei ung on Volksgi en mi Gewal “ (B unckho s , 1916,
S. 1) en gegen e en woll e. Als Vo ei e gal ielen in de Jugendsch i enbewegung
ein E lass des s ell e e enden Gene alkommandos des 11. A meeko ps in Kassel on
1916, de „jeglichen Ve ieb eine Anzahl Schundse ien“ (ebd., S. 1 .) e bo . Ähnliche
E lasse wu den im selben Jah in Baye n und Müns e on s ell e e enden Gene al-
kommandos e lassen ( gl. ebd.). Nach Ende des E s en Wel k ieges ziel e ein G oß eil
de Bemühungen de Jugendsch i enbewegung in de Weima e Republik da au ab,
au die Poli ik einzuwi ken, um ein Gese z nach dem Vo bild diese K iegs-E lasse e -
abschieden zu lassen ( gl. Jos ing, 2004, S. 94 .). Die zunehmend ehe „kul u ep essi e
Jugendschu zbewegung“ (ebd., S. 96) e eich e mi dem Schund- und Schmu z-Gese z
1926 zwa ih Ziel, ielen Ve e e *innen wa dessen Fo mulie ung jedoch zu age.
Insgesam ha e die Bewegung in den 1920e Jah en nich meh iel mi ih en e o mpä-
dagogischen U sp üngen zu un, s a dessen anden sich imme meh Ve ech e *innen
eines nega i en Schundkamp es, die die „Ausme zung une wünsch e Li e a u “ und eine
s aa liche Ve bo spoli ik o de en ( gl. Weinkau , 2018, S. 42). Zum Ende de Weima e
Republik en zwei e sich die Bewegung zunehmend, wobei einige Ve e e *innen zu
Wegbe ei e *innen de NS-Li e a u pädagogik we den soll en, die die Volksdich ung
als Allheilmi el gegen die „un e geis ige Li e a u “ (F onemann, 1927, S. 147) sahen. Im
Na ionalsozialismus wu de die Jugendsch i enbewegung schließlich „gleichgeschal e “
und die Jugendsch i en-Wa e bekam einen neuen Sch i lei e ( gl. Weinkau , 2018, S.
43). Un e na ionalsozialis ische Au sich e lo die Zei sch i ih e Funk ion als Diskus-
sions o um und e schien o e s nu noch bis 1944 ( gl. ebd., S. 44).
3. Die Rolle de Jugendsch i en-Wa e bei de
„An i-Comic-Kampagne“
In de Nachk iegszei wu den die Jugendsch i enausschüsse neu geg ünde und auch
die Jugendsch i en-Wa e wiede ins Leben ge u en. Die Neug ündung ging on einem
Pe sonenk eis aus, de dem na ionalsozialis ischen Regime k i isch gegenübe ges an-
den ha e und sich nich ü eine Mi a bei in de „gleichgeschal e en“ Jugendsch i en-
Wa e ha e e einnahmen lassen ( gl. Weinkau , 2018, S. 44). Die Neuges al ung e lie
o zdem zu Beginn e was holp ig, da zunächs imme noch NS-Anhänge *innen und
Rech s adikale in de Zei sch i zu Wo kamen und es in de li e a u pädagogischen
Diskussion kaum eine Auseinande se zung mi de deu schen Ve gangenhei gab ( gl.
ebd., S. 45). Die Ausschüsse wiede um s ell en sei 1954 einen Ve e e in de Bundes-
p ü s elle ü jugendge äh dende Sch i en und en wickel en sich schnell wiede zu eine
wich igen Ins anz in F agen de Kinde - und Jugendli e a u . Sch i üh e wa sei de
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Anna S unk
Neug ündung 1949 de Leh e und Sch i s elle F i z Spech und die Zei sch i e schien
zunächs zweimal im Mona als ach sei ige Ausgabe ( gl. S enzel, 2018, S. 69–71).
Die Ausschüsse sahen sich schnell mi neuen He aus o de ungen kon on ie , denn die
Nachk iegszei b ach e eine Ö nung des Li e a u ma k es mi sich, die auch im Be eich
de Kinde - und Jugendli e a u ü Neue ungen so g e. Die Comiche e s achen dabei
un e den neuen Medien besonde s he o , da sie mi eine mona lich millionen achen
Au lage1 den All ag on Kinde n und Jugendlichen in bedeu endem Maße p äg en. In de
BRD wa de Ma k zunächs dominie on den sogenann en unnies wie zum Beispiel
Micky Maus ode Donald Duck und Aben eue -Comics wie Lucky Luke ode Bessy ( gl.
Dolle-Weinkau , 1990, S. 84–91). Comics wa en ü Kinde und Jugendliche inanziell e -
schwinglich und anden sich in den „Auslagen alle bundesdeu sche Kioske“ (ebd., S. 89)
wiede . Diese plö zliche Popula i ä eines Mediums, das den meis en E wachsenen häu ig
ollkommen emd wa , ie auch bei ielen Leh k ä en und Pädagog*innen eine ehe-
men e Ablehnungshal ung he o . Das E gebnis wa eine neue Schmu z- und Schund-
Deba e, in de neben Ang i en au Illus ie e, Sexualli e a u und gewal e he lichende
Li e a u insbesonde e die An i-Comic-Kampagne eine maßgebliche Rolle spiel e. Mi
Ti eln wie „Opium de Kinde s ube“ (De Spiegel, 1951), „Espe an o ü Analphabe en“
(F ank u e Allgemeine Zei ung, 1955, S. 9) ode „Phan om hin e dem Ma e p ahl“
(F ank u e Allgemeine Zei ung, 1957, S. 10) wu de e such , au die e mein lich on
den Bilde geschich en ausgehenden Ge ah en hinzuweisen. Comics wu de o gewo en,
sie seien süch ig machende Bilde d ogen, die nich nu die Lese ähigkei on Kinde n
und Jugendlichen abbauen, sonde n im schlimms en Fall zu Analphabe ismus üh en
wü den ( gl. Jäschke, 1988, S. 348). Im Kon ex des allgemeinen E olgszuges des Bildes
un e ande em du ch das Fe nsehen beschwo man au lange Sich den Tod des Buches
he au . Auch um die psychischen Folgen mach e man sich So gen, so üh e die Lek ü e
on Comics zu inne e Ve a mung und im schlimms en Fall zu e höh e Gewal be ei -
scha und eine A ini ä zu K iminali ä bei Kinde n und Jugendlichen. Viele diese
A gumen e wu den aus de Deba e in den USA, insbesonde e F ede ic We hams
Seduc ion o he Innocen , au die BRD übe agen ( gl. ebd, S. 347). Dazu gehö e auch
de Vo wu , Comics wü den zu ühzei ige Sexualisie ung2 üh en. Diese Vo wü e ba-
sie en au einem Kuns - und Li e a u e s ändnis, bei dem de Fokus au dem Wo
und dem „äs he ischen“ Bild lag, wobei die De ini ionen da on o seh age blieben.
Kla wa nu : Comics seien Schund, keine Kuns . Es gal : „Eine de wich igs en Kul u -
leis ungen des ielbe u enen ch is lichen Abendlandes, die Sch i sp ache, in de sich die
kul u elle Iden i ä eines Volkes de ‚Dich e und Denke ‘ ausd ück e, schien ge äh de “
(Jäschke, 1988, S. 349).
Mi diese Masse an Ge ah en und Vo wü en kon on ie blieb es nich lange bei eine
publizis ischen ode Fachdeba e, Comics soll en auch ak i handelnd bekämp we -
den. Dazu wu den zum Beispiel Um auschak ionen ins Leben ge u en, bei denen Kinde
Comiche e mi b ingen und gegen „gu e Li e a u “ auschen konn en ( gl. Jäschke, 1988,
S. 320 & 328). Als Ziel diese Ak ionen wu de benann : „Den Buben und Mädchen (so-
wie den El e n!) soll e (…) übe haup e s einmal de Un e schied zwischen gu en und
schlech en Sch i en deu lich gemach , sie soll en da au hingewiesen we den, was es
1 Ende de 1960e Jah e wu den in de BRD mona lich und 12 Millionen Comiche e e kau ( gl. Rogga z
& Thielke, 1971, S. 17).
2 Bei We ham is das Thema im Kapi el „I wan o be a Sex Maniac“ zu inden.
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De Wandel de Deba e um Comics als Bildungsmedien
ü gu e Sch i en gib .“ (Wande e , 1956, S. 27). Eine ex eme Aus o mung anden diese
Ve ans al ungen in Fo ma en, bei denen die abgegebenen Comiche e anschließend di-
ek o O e b ann wu den ( gl. Jäschke, 1988, S. 330). Rech liche Konsequenzen and
die Deba e schließlich in dem Gese z übe die Ve b ei ung jugendge äh dende Sch i en
on 1953, das in seine Aus o mulie ung jedoch so age blieb, dass es nich die e ho e
Schlagk a ha e ( gl. Jäschke, 1988, S. 322). Obwohl einige Comic-Reihen indizie wu -
den, bewi k e das Gese z o allem eine s ä ke e Selbs kon olle de Ve lage ( gl. ebd., S.
325). 1954 wu de die Bundesp ü s elle ü jugendge äh dende Sch i en geg ünde , aus
de en A bei dann auch die Jugendsch i en-Wa e be ich e e ( gl. z. B. He , 1955).
Als zen ale Ins anz ü die Bewe ung on Kinde - und Jugendli e a u in Fachk eisen g i
die Jugendsch i en-Wa e das Comic-Thema nich nu au , sonde n wu de „ein Jah zehn
lang (…) Sp ach oh pauschale Sank ionie ung“ (M. Dah endo , 1971, S. 19) on
Comics. Dass die Au o *innen de Zei sch i sich gegen Comics und Massenmedien im
Allgemeinen posi ionie en, schein in Anbe ach de T adi ion des Mediums kaum übe -
aschend. Insgesam 27 A ikel beschä ig en sich im Zei aum 1949-1959 mi dem Thema
Comics. De ablehnende Umgang mi dem als ausländisch angesehenen Medium zeig e
sich un e ande em in de zei weisen Weige ung, Comics mi „C“ zu sch eiben, s a dessen
wu de die eingedeu sch e Ve sion „Komiks“ e wende ( gl. z. B. And es, 1955). Als ju-
gendge äh dend sah man nich nu Sex-Comics und C ime-Comics an, sonde n be ü ch-
e e auch „die scheinba ha mlosen S ips“3 könn en zu „Ve dummung“ (J.C.D., 1956) üh-
en. Zudem wu de die F age besp ochen, wie die Schule au Comics eagie en solle und
welche Möglichkei en sie habe, „mi diese ze s ö enden Flu e ig zu we den“ (Köhle ,
1954, S. 35). Es wu de beklag , dass die Schule ih e Au gabe e nachlässige, wenn sie die
Comics igno ie e und es d ingend übe g ei ende Un e suchungen und Handlungsan-
lei ungen de Kul usminis e ien b auche ( gl. ebd., S. 35 .). In de Zwischenzei wu den
Leh k ä en Handlungsemp ehlungen an die Hand gegeben, zu denen un e ande em
zähl e, Kinde n, die Comics kau en, die „Schulmi el eihei “ zu nehmen und gg . Schul-
gelde lasse nich zu gewäh en ( gl. ebd., S. 36).
1960 e ö en lich e de ös e eichische Leh e Richa d Bambe ge einen Tex zum Thema
„Schmu z – Schund – Ki sch. Cha ak e is ik, Wi kung und Bekämp ung“. Bei ihm inde sich
de in de NS-Li e a u pädagogik e wende e Beg i de „un e geis igen Lek ü e“ ( gl.
F onemann, 1927) wiede , zu de Comics ü ihn zähl en (Bambe ge , 1960, S. 3)4. Dieses
„un e geis ige Sch i um“ hiel e ü noch schädliche als das e gangene Gene a ionen,
denn es sei in höhe e Au lagenzahl und an meh Dis ibu ionso en e häl lich. In de
T adi ion de NS-Li e a u pädagogik be ü ch e e e eine ungüns ige Auswi kung de
Comics au die Volksbildung, denn nu du ch die „Übe windung geis ige No s ände“
sei de „E hal unse e Kul u “ (ebd., S. 5) möglich. Wie wich ig diese E ziehungsau -
ag ü ihn wa , esümie e e am Ende seines Tex es: „Die Menschhei be inde sich im
We lau zwischen E ziehung und Un e gang“5 (ebd., S. 5). Diese Angs ieb de Au o
S e an And es in seinem A ikel „Die Komiks“ on 1955 wei e au die Spi ze, indem e
Be ü ch ungen äuße e,
3 Gemein wa en unnies und Aben eue -Comics.
4 Zum Ein luss na ionalsozialis ische Li e a u pädagogik au die Schmu z- und Schunddeba e de 1950e
Jah e siehe S einlein, 2008, S. 313.
5 Bambe ge zi ie hie den englischen Sch i s elle H. G. Wells.
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„daß in wenige als 100 Jah en de le z e Nege , Tunguse und Pola eskimo6 seine analphabe-
ische Unschuld e lie und – Komiks lies , wäh end in den zi ilisie en Lände n on ausend
nich eine meh wi klich lesen kann“ (And es, 1955, S. 17).
Die „Ve ech e und Nu znieße “ de Comics, die seine Meinung nach o allem inanziell
on den Comics p o i ie en, nann e e „Missiona e eines in e na ionalen In an ilismus“,
die im Namen de demok a ischen F eihei ih „We k de psychischen Ve s ümmelung“
(ebd., S. 17 .) o üh en. Ähnlich d ama isch wie Bambe ge schloss e : „Wenn nich S aa
und Gesellscha den E ns diese Bed ohung e kennen und en sp echend handeln (…),
dann is unse e Jugend in einigen Jah zehn en jenem höhe en Analphabe ismus übe -
lie e , de als Geis esk ankhei de Massen sich imme meh ausb ei e .“ (ebd.).
4 T ans o ma ionszei : Die Jugendsch i en-Wa e in den 1970e -
Jah en und neue Pe spek i en au Comics im Un e ich
Bis wei in die 1950e Jah e hinein blieb die Eins ellung Comics gegenübe du chge-
hend nega i , wobei das Thema im olgenden Jah zehn an B isanz e lo und o e s
wenige A ikel dazu in de Jugendsch i en-Wa e publizie wu den. Die Schmu z- und
Schunddeba e and in diese Zei ih o läu iges Ende. Eine eindeu ige Ände ung de
Eins ellung gegenübe den Massenmedien läss sich hingegen e s ab den ühen 1970e
Jah en e kennen, als eine neue Gene a ion on Pädagog*innen und Li e a u k i ike *in-
nen begann, in den Ausschüssen und in de Jugendsch i en-Wa e mi zua bei en. Im Zuge
de an iau o i ä en Wende, zu de eine Mode nisie ung de Kindhei s- und Jugendli e a u ,
ih es Kindhei s- und Gesellscha sbildes sowie ih es pädagogischen Selbs e s ändnisses
gehö e ( gl. S einlein, 2008, S. 339 .), ingen sie an, bes ehende S uk u en zu hin e agen
und ein demok a ische es Ve s ändnis on Kinde - und Jugendli e a u zu o de n.
Diese Ve ände ungen im Be eich de Li e a u pädagogik ielen in eine Zei de allgemei-
nen Re o ms immung im Bildungswesen de Bundes epublik. Auslöse wa en un e an-
de em Geo g Pich , de in den 1960e Jah en eine „Bildungska as ophe“ ü Deu schland
kons a ie e, und Ral Dah endo mi seine S ei sch i „Bildung is Bü ge ech “ (1965),
die die Bedeu ung de Chancengleichhei he o hob und diesbezügliche De izi e des
deu schen Schulsys ems anp ange e. Als zen ales Ziel de Re o mbewegung gal eine
Ve ände ung des Schulwesens hin zu eine demok a ischen, pa izipa i en Schule, die die
Schüle *innen als indi iduelle Subjek e mi eigenen, al e sen sp echenden In e essen be-
handeln soll e. Vo allem die Gymnasien soll en zudem ü Kinde aus Nich akademike -
Familien und ü Mädchen besse zugänglich gemach we den. Au gewühl du ch die
E eignisse und um die 1968e Jah e und den Wunsch, geeigne e Fachk ä e ü den
wi scha lichen Au s ieg auszubilden, e schien eine Re o m de ohnehin nach dem K ieg
ehe p o iso isch einge ich e en Leh pläne und Rahmen ich linien unumgänglich. Diese
Re o m bedeu e e Ve ände ungen de Un e ich s- und Schuls uk u en, abe auch de
Un e ich sme hoden und de e wende en Bildungsmedien ( gl. Füh , 1998, S. 16–20;
Oelke s, 1998, S. 225). Ange eg du ch die Aussich au Ve ände ung e such en iele
6 Die hie e wende en Beg i e gel en heu e als disk iminie end und e al e , da sie assis ische und kolo-
niale Konno a ionen agen. T o z ih e p oblema ischen Na u wi d hie ein Zi a wiede gegeben, um die
his o ische Ve wendung diese Beg i e zu dokumen ie en.
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De Wandel de Deba e um Comics als Bildungsmedien
Pädagog*innen ih e Vo s ellungen on gu em Un e ich und ih e eigenen Un e ich s-
e ah ungen zu publizie en.
In de Jugendsch i en-Wa e läss sich diese T an o ma ions- und Re o mzei besonde s
gu e olgen, da die Zei sch i in diese Zei als wich iges Fo um ü Diskussionen und
S ellungnahmen dien e, in dem des Ö e en Ve e e *innen eines konse a i e en
Li e a u - und Kuns e s ändnisses au die Vo s ellungen de Re o me *innen s ießen.
Au o *innen wa en dabei nich nu P o esso *innen und Fo schende, sonde n auch
Leh k ä e melde en sich imme wiede zu Wo . Die Wunsch o s ellung, dass man
Kinde n und Jugendlichen nu „gu e Li e a u “ an die Hand geben müsse, dami sie on
Comics abließen, ha e sich in de P axis nich e üll . Comics wu den wei e hin ge ne
gelesen und de Ma k ha e sich asan wei e en wickel – neue Gen es, neue Reihen
und auch Comics ü E wachsene wa en nun zu e we ben. Man konn e zudem nich
meh igno ie en, dass Comic-Reihen wie Goscinnys und Ude zos As é ix nich nu on
E wachsenen und Akademike *innen gelesen wu den, sonde n in F ank eich auch be-
ei s im F anzösischun e ich Ve wendung anden ( gl. Fuchs, 1977, S. 128). Ein e s es
Umdenken in Bezug au Comics läss sich in de Jugendsch i en-Wa e e s ab 1970 e -
kennen. Die Au o *innen de en sp echenden A ikel o mulie en ih e Übe legungen
zunächs o sich ig, ielleich au g und de konse a i en T adi ion de Zei sch i . So
lassen sich Ti el wie „Comics in de Schule?“ (Hell & Köhle , 1970), „Comics – imme
noch S ei objek ?“ (M. Dah endo , 1971), „In o ma ion ode Ins uk ion“ (Flacke, 1971)
inden. Wi klich losge e en wu de die neue Deba e um den Umgang mi Comics im
Un e ich jedoch on Mal e Dah endo s A ikel „Comic und Buch – eine Al e na i e“ on
1970. Dah endo , de 1973 Sch i lei e de Jugendsch i en-Wa e wu de, se z e sich ü
einen e wei e en Li e a u beg i ein und e ablie e sich als eine de wich igs en Fo sche
au dem Gebie de Kinde - und Jugendli e a u in de BRD. E wa in seinem A ikel
die F age au , ob Comics nich als Massenmedien das Po en ial hä en, als Ins umen
ü eine Demok a isie ung on Kul u genu z we den zu können. Du ch die Bildmedien
könn en neue Schich en Anschluss an Kul u gewinnen, es könne ga de Ve such un e -
nommen we den, li e a ische Kul u zum Allgemeinbesi z alle Menschen zu machen
( gl. M. Dah endo , 1970). Das Po en ial de Comics sah e in dem Zusammenspiel on
Wo und Bild, das die Chance e höhe, zwischen Wo - und Bildkul u zu e mi eln
und de dami einhe gehenden Möglichkei , In o ma ionen schnell wei e zugeben. E e -
kann e zudem an, dass das Lese e gnügen dabei eine g oße Rolle spiele. In seinem Fazi
esümie e e , dass selbs e s ändlich sowohl Büche als auch Comics ih en Pla z in de
Schule haben müss en, le z e e wie ande e neue Medien abe auch neue Au gaben ü
die Lesee ziehung in de Schule bedeu e en. Gegen die Gegne *innen de Comics eil e
e ha sch aus: die „p o essionellen Kul u pessimis en“ wü den „an allen gesellscha lichen
Ve ände ungen meh die Ve lus e als das mi ihnen he au kommende Neue“ (ebd., S. 29)
wah nehmen. De A ikel, de nich einmal eine Sei e um ass e, schlug hohe Wellen bei de
Lese *innenscha de Zei sch i . Schon eine Ausgabe spä e ühl en sich Adol Köhle 7
und Leonha d Hell be u en, eine S ellungnahme zu e assen. Köhle such e in seinem
A ikel zunächs nach G ünden ü das plö zliche In e esse an Comics als Un e ich s-
medium. E a gwöhn e, „[d]a de Vo schlag aus dem ehemals als konse a i bekann en
‚Vo o Hambu g‘ komm , könn e man au einen Sche z schließen, mi dem de Lese an
7 Im A ikel wi d e älschliche weise „Köhle “ gesch ieben, es handel sich abe um die gleiche Pe son, die
den A ikel on 1954 e ass e.
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Syl ia Kespe -Bie mann
Au klä ung mi „pädagogischem Touch“.
F ied ich Ka l Waech e s An i-S uwwelpe e
Abs ac
Since he la e 1960s, comics ha e been disco e ed in Wes Ge many as a medium o
in o mal educa ion o child en and adul s. In his An i-S uwwelpe e om 1970, F ied ich
Ka l Waech e deal wi h adi ional educa ional p ac ices and de eloped an al e na i e,
libe a ian model. The i s pa o he a icle in oduces he a is and he his o ical
con ex . The second pa analyzes how Waech e add essed he ela ionship be ween
eedom and educa ion on he ex ual and especially he pic o ial le el. Finally, he
An i-S uwwelpe e will be placed in he con ex o he de elopmen o comics o he
1970s and 1980s, which pu sued educa ional and enligh ening pu poses.
Schlagwö e : an iau o i ä e E ziehung, 68e -Bewegung, Kinde - und Jugendli e a u ,
in o melle Bildung
1 Einlei ung
Sei den spä en 1960e Jah en hiel en Comics in de Bundes epublik Einzug in den
Schulun e ich und dami in die o male Bildung1. Gleichzei ig wu den sie als „Medium
in o melle Bildung und in o mellen Le nens“ (Dö ne , 2009, S. 04-3) ü Kinde wie ü
E wachsene en deck . Das Spek um de Themen, die in Comics de 1970e und 1980e
Jah e behandel wu den, wa auße o den lich b ei und um ass e auch die E ziehung
inne halb und auße halb de Familie als eines de zen alen gesellscha lichen Anliegen
in Wes deu schland. F ied ich Ka l Waech e leis e e mi seinem 1970 e s mals e ö en -
lich en An i-S uwwelpe e einen iel beach e en Bei ag zu diese Deba e. Da in se z e
e sich in Tex und Bild p o okan mi adi ionellen E ziehungsp ak iken und -zielen –
un e ande em seine eigenen Kindhei – auseinande , ü die de O iginal-S uwwelpe e
on Hein ich Ho mann (De S uwwelpe e , [1845] 2002) symbolisch s and. Waech e
habe bis in die 1960e Jah e hinein sein Leben dami e b ach , „un e dem au o i ä en
Schulsys em seine Jugend und dem spießigen T übsinn de ün zige Jah e zu leiden“,
s ell e sein Biog aph Oli e Schmi (2001, S. 87) es . Im An i-S uwwelpe e mach e de
Küns le deu lich, was an de en S elle e en soll e: „Da um sei nich omm und b a //
wie ein angep lock es Scha , // sonde n wie die klugen Kinde // oh und ei. Das is ge-
sünde “, hieß es do p og amma isch in de Vo ede (Waech e , 1982, S. 6). In de „Ikone
de an iau o i ä en E ziehung“ (Saue , 2009, S. 71) wa en pädagogische und poli ische
Übe zeugungen und Konzep e eng mi einande e woben; dem Ve häl nis on F eihei
1 Vgl. die Bei äge on Tilman G ammes und Anna S unk in diesem Band.
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Au klä ung mi „pädagogischem Touch“
und E ziehung kam eine zen ale Rolle zu. Vo diesem Hin e g und geh de Bei ag
d ei F agen nach. Zunächs we den F ied ich Ka l Waech e sowie die zei his o ischen
Kon ex e de 68e -Bewegung und de an iau o i ä en E ziehung ku z o ges ell (2). De
olgende Teil analysie , wie Waech e im An i-S uwwelpe e au de Tex - und insbeson-
de e de Bildebene das Ve häl nis on F eihei und E ziehung hema isie e (3). Schließlich
soll das We k „mi pädagogischem Touch“ (Ho n, 1999, S. 48) in die En wicklung on
Bild-Tex -Kombina ionen de 1970e und 1980e Jah e, die bildende und au klä ende
Zwecke e olg en, eingeo dne we den (4).
2 F ied ich Ka l Waech e , ‚1968‘ und die an iau o i ä e E ziehung
F ied ich Ka l Waech e (1937-2005) wa zunächs als We beg a ike und sei de
G ündung 1962 ü die Sa i ezei sch i pa don ä ig. 1966 kündig e e do und a bei-
e e sei dem als eie Küns le und Au o . Un e ande em zeichne e e ü e schiede-
ne Zei ungen und Zei sch i en, e wa als Mi beg ünde ü das Sa i emagazin Ti anic
on 1979 bis 1992 ( gl. Schmi , 2001, S. 81-102). Seine gezeichne en Geschich en und
Thea e s ücke ich e en sich in den 1970e Jah en explizi an Kinde ; ab den spä en 1980e
Jah en lassen sich seine We ke nich meh eindeu ig einem bes imm en Ad essa *innen-
k eis zuo dnen. Als e s es Kinde buch b ach e Waech e 1970 den An i-S uwwelpe e
he aus. Diese wu de ein g oße E olg; das Buch wi d bis heu e in zahl eichen Ausgaben
nachged uck . Den olgenden Aus üh ungen lieg die Neuausgabe des Diogenes Ve lag
aus dem Jah 1982 zug unde (Waech e , 1982). Fü den anhal enden Publikumse olg
des An i-S uwwelpe e we den un e ande em die Zeichnungen des „Genies“ Waech e
(Schmi , 2001, S. 81) e an wo lich gemach .
F. K. Waech e wa ein maßgebliches Mi glied de Küns le g uppe „Neue F ank u e
Schule“, die in den ühen 1960e Jah en und um die Sa i ezei sch i pa don en s and.
Ih gehö en auße dem Robe Ge nha d , F. W. Be ns ein, Hans T axle und Chlodwig
Po h an ( gl. Schmi , 2001). Die G uppe bau e au den Ideen de F ank u e Schule um
Max Ho kheime und Theodo Ado no au und bedien e sich humo olle Mi el, um de
Gesellscha einen Spiegel o zuhal en. Die Dich e , Zeichne und Sa i ike e olg en das
Ziel, Gesellscha sk i ik on einem linken S andpunk aus zu be eiben. Sie e s anden sich
als poli ische Küns le , die un e ande em au klä e isch wi ken woll en und die eng mi
den Ideen on ‚1968‘ e bunden wa en ( gl. Schmi , 2001, S. 17-36). Das zeig sich auch
am An i-S uwwelpe e , de in de ak uellen Ve lagswe bung als „Nos algiewe k de 68e -
Gene a ion“ bezeichne wi d2. Waech e und die „Neue F ank u e Schule“ p äg en die
Bildsp ache de 68e -Bewegung und des al e na i en Milieus de 1970e und 1980e Jah e
in Wes deu schland maßgeblich mi und F ank u am Main wa in diese Hinsich ein
wich iges Zen um in de Bundes epublik. Hie leb en und a bei e en wei e e Küns le *in-
nen, un e ande em die dem links-al e na i en Spek um zuzu echnenden Comiczeichne
Volke Reiche (*1944) und Al ed on Meysenbug (1940-2020). Sie e ö en lich en iele
ih e We ke in de Rhein-Main-Region eils im Selbs e lag, eils in g öße en ode klei-
ne en Spezial e lagen wie dem Insel- und Fische -Ve lag, bei Zwei ausendeins, Bä meie
& Nikel, K üge , im Hein ich-Heine-Ve lag ode , wie im Fall des An i-S uwwelpe e , bei
Melze in Da ms ad .
2 Diogenes Ve lag, h ps://www.diogenes.ch/lese / i el/ -k-waech e /de -an i-s uwwelpe e -9783257011425.h ml.
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Syl ia Kespe -Bie mann
Die enge Ve sch änkung on Poli ik und Pädagogik wa , wie die bildungshis o ische
Fo schung un e ande em um Maike Baade wiede hol he ausges ell ha , ü das wes -
deu sche ‚1968‘ im in e na ionalen Ve gleich besonde s cha ak e is isch und se z e sich im
linksal e na i en Milieu de Bundes epublik in den 1970e Jah en o ( gl. Baade e al.,
2021). In F ank u am Main, dem Lebens- und A bei so on F. K. Waech e , zeig e sich
das exempla isch da an, dass es sich um eines de bundesdeu schen Zen en sowohl de
S udie enden- als auch de Kinde ladenbewegung handel e. Im An i-S uwwelpe e wi d
beispielsweise im Bild au den im E scheinungsjah 1970 neu geg ünde en „Kinde laden
Lee bachs aße 95“ hingewiesen ( gl. Waech e , 1982, S. 23). E gehö e zu den e s en
d ei Ein ich ungen eine A bei sg uppe des Sozialis ischen Deu schen S uden enbunds
(SDS), die sich 1969 als Ve ein mi dem Namen „Gesellscha ü Jugenda bei und
Bildungsplanung“ – in e n: „Zen al a de F ank u e Kinde läden“- o ganisie e und
die Kinde agesein ich ungen be ieb ( gl. S ecke , 2008). Die Kinde läden soll en
die E ziehungsziele de ‚68e ‘ in die P axis umse zen und somi übe eine e ände e
Pädagogik zu Scha ung eine ande en Gesellscha bei agen. Ih P og amm läss sich,
auch wenn es in einzelnen Ausp ägungen Un e schiede gab, mi dem Obe beg i de
an iau o i ä en E ziehung zusammen assen ( gl. Sch oed e , 2020).
Die Rezep ion de K i ischen Theo ie de F ank u e Schule und de en S udien zum
au o i ä en Cha ak e spiel e in diesem Zusammenhang gemäß olgendem A gumen-
a ionsgang eine wich ige Rolle: Wenn de Faschismus in de au o i ä en Pe sönlichkei
wu zel e und diese au die E ziehung zu ückging, muss e die E ziehung un e ande em
im Hinblick au die Fö de ung on K i ik ähigkei e ände we den ( gl. Baade , 2008;
Sch oed e , 2020, S. 130 .). Ein au sehene egende Fe nsehbei ag on 1969 wähl e da ü
„E ziehung zum Ungeho sam“ als E ike ( gl. Jansa, 2020). Den „he kömmlichen Ge-
ho samkei s o s ellungen und klassischen O dnungsp inzipien wu de En scheidungs-
eihei , Unabhängigkei und Tole anz en gegengese z “, ass e S en Reicha d (2014,
S. 721) die P og amma ik de an iau o i ä en E ziehung zusammen und uh o : „An
die S elle on Reglemen ie ung, Kon olle und S a e a en als neue Zaube wo e die
Selbs egulie ung und Selbs e wal ung kindliche Bedü nisse. Die eie En al ung de
‚ganzen Pe sönlichkei ‘ s and an obe s e S elle“. De eien E ziehung ohne Zwang und
de E ziehung zu F eihei kamen also he aus agende Bedeu ung zu ( gl. P euße , 2018,
S. 141) – auch in de um 1970 en s ehenden sogenann en an iau o i ä en Kinde li e a u ,
zu welche de An i-S uwwelpe e ge echne wi d ( gl. Remisch, 2008).
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Au klä ung mi „pädagogischem Touch“
3 F eihei und E ziehung im An i-S uwwelpe e
„Die E ziehung on 1968 ha den Akzen au die kindliche F eihei geleg und den on
E wachsenen ausgehenden Zwang k i isch e lek ie “, s ell e Maike Baade (2008) es .
Waech e a genau das, im Sinne de „Neuen F ank u e Schule“ au humo olle A
und Weise, indem e mi seinem Buch in Tex und Bild eine neue, an iau o i ä e de al-
en, au o i ä en E ziehung gegenübe s ell e. De öhliche und eche An i-S uwwelpe e
e schien be ei s au dem Buchumschlag als Gegenen wu zum unglücklich und e -
schäm wi kenden S uwwelpe e on Hein ich Ho mann (1809-1894), eine „ agische[n]
Figu “ (Saue , 2009, S. 68). Das O iginal gil , was seine Wi kung und wel wei e Rezep ion
angeh , als „das ein luss eichs e We k de Kinde li e a u des 19. Jah hunde s“ (Saue ,
2015; gl. Daszkiewicz, 2013, S. 87). Sei dem e s en E scheinen 1845 en s anden bis
in die Gegenwa unzählige Bea bei ungen, so genann e S uwwelpe iaden, sowie
S uwwelpe e -Pa odien ( gl. Saue , 2015; Wald, 2012). Waech e eih e sich 1970 somi
zum einen in eine schon lange bes ehende T adi ion de Auseinande se zung mi dem
S uwwelpe e ein und konn e zum ande en an die „mä chenha e[n], du chaus komi-
sche[n] und phan as ische[n], zum Teil soga su eale[n] Elemen e“ des O iginals (Saue ,
2015) anknüp en, die e wa beim abmage nden Suppenkaspa ode dem Schneide mi de
übe dimensionalen Sche e zu inden wa en. Du ch diese „ka ika u is ische Ve emdung“
bzw. „humo is ische Übe eibung“ au de Bildebene we de, so die Ge manis in Anna
Daszkiewicz (2013, S. 111), den ex lichen Aussagen ein Teil ih e Schä e genommen. Die
Bilde seien das „ agende Elemen de S uwwelpe e -S uk u […], wenige de Tex “ (ebd.,
S. 89). In de endgül igen Fassung on 1847 en hiel de S uwwelpe e zehn Geschich en
un e schiedliche Länge, die as ausnahmslos die bösen Folgen kindlichen Ungeho sams
ode on Unach samkei hema isie en und de Ga ung de „Wa ngeschich en“ (Saue ,
2015) zugeo dne we den. Zumindes in de Rezep ion des 20. Jah hunde s3 d ück e das
We k die Hie a chie de Gene a ionen aus und e wende e, auch im Bild zu sehen ( gl.
Abb. 1; Waech e , 1982, S. 22), den e hobenen pädagogischen Zeige inge .
3 Ho n (1999, S. 49) bezeichne es als „ e ehl , den Libe alen Ho mann de au o i ä en Pädagogik zuzu-
echnen“, da sein S uwwelpe e in de Geschich e om wilden Jäge auch „Aspek e an i-au o i ä e Hal ung“
au weise. Vgl. auch Saue 2009, S. 80 .
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Abb. 1: Die Geschich e on den Daumenlu sche n. Waech e , 1982, S. 18
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Au klä ung mi „pädagogischem Touch“
Die Mu e in Abbildung 1 e mahn ih en Sohn Kon ad im obe en Bild, wäh end ih e
Abwesenhei „hübsch o den lich und omm“ zu sein und o allem nich am Daumen
zu lu schen. Die Anweisung schein o dem Hin e g und eines unhin e ag en
No mensys ems zu e olgen und o enba eine au o i ä e Hal ung, die auch die an-
de en El e n bzw. E wachsenen im An i-S uwwelpe e kennzeichne . Das Kind bzw. die
Kinde sollen die on den E wachsenen au ges ell en Regeln wide sp uchslos akzep ie en
und be olgen, was Kon ad du ch seine Hal ung mi gesenk em Kop und geschlossenen
Augen (scheinba ) u . Wie in diesem Fall spielen die Geschich en iel ach im heimi-
schen, amiliä en Um eld und konzen ie en sich au ein einzelnes (männliches) Kind ( gl.
Daszkiewicz, 2013, S. 91-93; Saue , 2015).
Waech e lehn e sich in de Ges al ung des An i-S uwwelpe e inso e n eng an seine
Vo lage an, als e die Ein eilung in einzelne, insgesam sieben, Bilde geschich en in
Ve s o m beibehiel sowie Schema a, Mo i e und Figu en des O iginal-S uwwelpe e
au g i ( gl. P euße , 2018, S. 146 .). So gib es die Geschich e on „Paulinchen und den
Moh enbuben“, den Suppenkaspa , die Geschich e on den Daumenlu sche n, om
F iede ich und om liegenden Robe . Keine di ek e Vo lage im O iginal haben die
Geschich en om b a en O dnungsmann sowie den „P o zekinde n“
4
. Häu ig wu den
die einlei enden Ve se de jeweiligen Geschich e aus dem S uwwelpe e wö lich übe -
nommen, zum Beispiel: „‘Kon ad‘, sp ach die F au Mama, // Ich geh aus und du bleibs
da“ (Waech e , 1982, S. 18; gl. Abb. 1). Die jeweilige Ab olge de E eignisse und ih
Ausgang un e scheiden sich dann jedoch undamen al on de äl e en Fassung. So läss
ein lächelnde , öhliche Kon ad unmi elba nach de Beleh ung, zu sehen im un e en
Bild ( gl. Abb. 1), zehn Kinde , seine ganze „F eundesscha “, in die Wohnung ein. Dami
wide se z e sich bewuss den E wa ungen seine Mu e , was sich un e ande em da an
zeig , dass e seine F eund*innen nich du ch die Vo de ü , sonde n übe iesenha e
„Hin e eppen“ üh . Auch die Geschich e om liegenden Robe e läu ande s als
im O iginal und b ing die Ve knüp ung on Pädagogik und Poli ik besonde s deu lich
zum Ausd uck. Im S uwwelpe e on Hein ich Ho mann häl sich Robe nich an die
Anweisung, bei Regen und S u m zuhause zu bleiben, und wi d om Wind o ge agen.
Auch Waech e s Robe lieg mi einem Schi m, doch u e das eiwillig und e kann
die Flug ou e selbs bes immen. Sein Va e wi e eine Geschä sidee: „Und so ah n sie
um die Wel // und de Robe lieg ü Geld // und das Geld wi d imme meh // und
den Va e eu das seh “ (Waech e , 1982, S. 28). Doch Robe ha an de kapi alis ischen
Ve ma k ung seine Flugküns e keinen Spaß und mach sich eines Tages eigens ändig
au den Rückweg nach Hause zu seinen F eunden. Seinen Va e übe zeug e schließlich,
dass einzig das gemeinsame nich -komme zielle Fliegen beide wi klich „ oh“ machen
kann (Waech e , 1982, S. 30).
In diese wie in den wei e en Geschich en wi d also nich nu K i ik an übe kommenen E -
ziehungs o s ellungen und -p ak iken geüb , sonde n auch die an iau o i ä e Al e na i e
p äsen ie . Wie Robe und Kon ad sind die ande en Kinde igu en im An i-S uwwelpe e
selbs bewuss und du chse zungs ähig ( gl. Daskiewicz, 2013, S. 100). Sie kennen ih e
Wünsche und Bedü nisse, können diese kla a ikulie en und leben sie aus wie die
„Daumenlu sche “: „Spä e sind’s die Ziga e en // sind’s die F euden in den Be en //
doch die kleinen Mädchen, Knaben // wollen sich am Daumen laben“ (Waech e , 1982, S.
4 Ho n, 1999, S. 49 ., sieh in de Geschich e om wilden Jäge die Vo lage ü die Geschich e om b a-
en O dnungsmann.
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19). Die Kinde hin e agen k i isch das Ve hal en und die No men de E wachsenen wie
die de kapi alis ischen Gesellscha insgesam , ü die – wie ü Robe s Va e – o allem
de P o i zähl , und sie e auen ih em eigenen U eil. Sie e obe n k ea i F ei äume und
F eihei en, sind ungeho sam und dami am Ende e olg eich. Die Hie a chie zwischen
E wachsenen und Kinde n wi d au de Bildebene mi hil e übe iebene G ößenun e -
schiede da ges ell ( gl. Abb. 1) – doch wi ken die E wachsenen du ch den ka ika u ha -
en Zeichens il mi g oßen Nasen nu sel en bed ohlich; o we den sie on den ein alls ei-
chen Kinde n – wie e wa de Schneide in de Geschich e on den Daumenlu sche n – mi
ih en e al e en, unsinnigen Ansich en und E ziehungsme hoden läche lich gemach ( gl.
Daskiewicz, 2013, S. 103). Dadu ch soll e, so de Kinde - und Jugendmedien o sche Ho s
Künnemann (1973, S. 423 .) in einem zei genössischen Bei ag, den Kinde n „Selbs s än-
digkei , K i ik ähigkei , Mu und Willen zum Ak ionismus […] gegenübe den angebo e-
nen Bilde n“, auch denen adi ionelle Bilde büche wie des S uwwelpe e , im Rahmen
eine emanzipa o ischen E ziehung e möglich we den. Jegliche Rep ession und Gewal
we den abgelehn , e wa die des Va e s om F iede ich, de nu deshalb zum „a gen
Wü e ich“ (Waech e , 1982, S. 21) wu de, weil sein Va e ihn imme wiede mi eine
Pei sche schlug. Im Tex inden sich wei e e Anklänge an die En s ehungszei und die
El e ngene a ion de ‚68e ‘. So sch ei de Va e den Suppenkaspa mi o em Kop an:
„Als ich im K iege wa // gab’s Rübensuppe as ein Jah . // Du wi s die Suppe essen //
ich we d mich sons e gessen.“ (Waech e , 1982, S. 15).
Ande s als in diese Geschich e und im O iginal sind die Kinde des An i-S uwwelpe e
übe wiegend nich e einzel , sonde n handeln solida isch in Kinde g uppen bzw.
-kollek i en, e wa wenn sie den F iede ich aus dem dunklen Kelle be eien, in den
ihn sein Va e eingespe ha , um ihm „Manie en“ beizub ingen, und ihn in einem
Kinde laden in Siche hei b ingen ( gl. Waech e , 1982, S. 22 .). „Eine Neuo ganisa ion de
Kinde e ziehung geh hie also gewisse maßen on den Kinde n selbs aus“, kons a ie
Ul ike P euße (2019, S. 148). Das zeig eben alls die Geschich e on den „P o zekinde n“.
Eine Kinde g uppe häl sich in einem Pa k au und is zunächs dami beschä ig , sich ge-
gensei ig o zuhal en, was die ande en nich können bzw. haben, bis G e chen alle da au
au me ksam mach , dass sie sich so unsinnig e hal en „wie e wachsne Leu e // die imme
p o zen, daß sie heu e // den Ga en noch gep leg e haben // als Nachba s“. S a dessen
schläg sie o , „wi soll en doch zusammenhal en // und uns nich zanken wie die Al en“
(Waech e ,1982, S. 26). Die Episode o de die Kinde also zu Selbs o ganisa ion in de
G uppe, ohne E wachsene, sowie dazu au , sich on gesellscha lichen Kon en ionen und
Zwängen unabhängig zu machen. Diese zen ale an iau o i ä e Ziel ich ung wi d gleich
zu Beginn des An i-S uwwelpe e seh eind ücklich au de Bildebene da ges ell . „Wenn
die Kinde a ig sind“, so die aus dem O iginal übe nommene e s e Zeile, dann sind sie
unglücklich – und zwa ü ih ganzes Leben, „70 Jah e und noch länge “, weil sie sich
on „Polen e, Nachba s au, Go es Th on und Kohlenklau“ einschüch e n und ausbeu en
lassen (Waech e , 1982, S. 5 .). Abbildung 2 zeig wie ein unglückliches, weinendes und
e einzel es Kind on den genann en übe dimensionalen Au o i ä en, eilweise mi e -
hobenem Zeige inge , egel ech e d ück wi d.
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Au klä ung mi „pädagogischem Touch“
Abb. 2: Vo ede. Waech e , 1982, S. 5.
Nö ig is also das Au begeh en gegen diese Au o i ä en, das o z de zunächs ungleich
scheinenden K ä e e häl nisse möglich e schein , wo au die öhliche Kinde g uppe am
un e en Bild and – nich on unge äh mi eine o en Fahne – hindeu e ( gl. Abb. 2).
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Syl ia Kespe -Bie mann
Abb. 3: Vo ede. Waech e , 1982, S. 6
Au de olgenden Sei e, die e s nach dem Umblä e n zu sehen is , zeig Abbildung 3,
dass es dem nun öhlich lächelnden Kind a sächlich geling , sich on den adi ionellen
Au o i ä en zu be eien. Diese eagie en au den S u z mi en se z en Gesich e n, sind
abe le z lich nich in de Lage, e was dagegen zu un e nehmen und ihn zu e hinde n.
Allein de Mu des Kindes und das Wissen um seine Handlungsmöglichkei en, so läss
sich das Bild in e p e ie en, genüg , um das bes ehende Sys em ins Wanken zu b ingen.
Dem Polizis en au de linken Sei e äll als Symbol seine O dnungsmach de Schlags ock
aus de Hand. Die nach olgenden Geschich en e läu e n dann wei e , au welchen Wegen
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Au klä ung mi „pädagogischem Touch“
und mi welchen Mi eln kindliche Wide s and gelingen kann. Gleich die e s e ka ikie
mi dem „b a en O dnungsmann“ einen Polizis en, de eine unsinnige, nich hin e ag-
e Vo sch i du chse zen will. Au dem Rasen bzw. im Pa k eine S ad is nämlich nu
Sonnenbaden e laub , Fußball spielen abe e bo en ( gl. Abb. 4). Diese Ano dnung kann
s ell e e end ü eine ganze Kindhei un e au o i ä en Bedingungen gelesen we den,
wie Thomas Sch oed e (2010, S. 123) es s ell : „Au wachsen im Nachk iegsdeu schland,
das bedeu e e ü Kinde : ‚Be e en des Rasens e bo en‘“. Im An i-S uwwelpe e is de
Polizis o ensich lich zu ieden dami , einen Anlass ü die lau s a ke Zu ech weisung de
iedlich und öhlich kickenden Kinde zu haben.
Abb. 4: Die Geschich e om b a en O dnungsmann. Waech e , 1982, S. 8
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Tilman G ammes
als Ve sozialwissenscha lichung de Lebenswel ; (4) das T äge medium zwischen illus ie-
endem Beleg und sub e si e Quelle.
Comics als sequen ielle Tex -Bild-Medien we den in den achdidak ischen Bibliog aphien
zu poli ischen Bildung e wa ab 1968 nachgewiesen (Ku z & G ae , 1981). Au no ma i-
e Ebene nennen die bildungspoli isch ums i enen Rahmen ich linien Gesellscha sleh e
(1973) ü das Bundesland Hessen – O de Un e ich sau zeichnung is F ank u am
Main – an d ei S ellen explizi Comics als geeigne e Un e ich smedien. S ichwo e sind
Comics in Ve bindung mi „G oschenhe en und We bema e ialien“ (ebd., S. 89); sie we -
den au ollenkon o mes und nich ollenkon o mes Ve hal en (ebd., S. 74) sowie „Pe soni-
ika ionen gesellscha liche No men und Wunschbilde “ (ebd., S. 146) un e such .
En wicklungspoli ik, das Thema de Gesellscha sleh es unde, is didak ikgeschich -
lich exempla isch, inso e n sich die emanzipa o ische Pädagogik nach 1968 als globale
Gegenkul u e s and (Weißhaa , 1976; T eml, 1996). In e gesellscha liche Kon lik e sind
in den Rahmen ich linien Gesellscha sleh e dahe eines on ie zen alen Le n elde n
be ei s in de Sekunda s u e I. Thema is die „Be eiung de D i en Wel “ aus kolonia-
len Abhängigkei en, und es wi d un e ich sp ak isch ge ag , was es bedeu e , wenn
„Schüle mi B asilien ausschließlich ‚Fußball‘ e binden und nich auch ‚soziales Elend‘“
(De Hessische Kul usminis e 1973, S. 347).
Eines de ielen didak ischen Re o m o haben in diesem Zusammenhang
1
s a e am
La einame ika-Ins i u de F eien Uni e si ä Be lin. Do en wickel und e p ob ab 1974
eine in e disziplinä e A bei sg uppe eine Un e ich seinhei zum Thema T ansamazonica
(Höge le, 1974). Diese in eg ie einen Leh comic Wa um Manuel om Regen in die T au e
kam. Die „Bilde geschich e“ ag aus de Sich de Be o enen, wem de a ige bei uns
häu ig zu echnischen G oß a en hochgelob e Vo haben in de D i en Wel eigen lich
nü zen. Aus diesem e s en Ve such geh eine „G uppe junge Leu e“ he o , „die die
handwe kliche Ma e ie behe sch e“, so dass die Comics „inhal lich und on de da -
s elle ischen Sei e oll be iedigen“ (Höge le e .al., 1977, S. 3). In Zusammena bei mi
de Hochschule de Küns e Be lin en s eh de en wicklungspoli ische Leh comic Ma ion
un e wegs mi den beiden Folgen Die Re o m inde nich s a (epd e al., 1976) und
O dnung und Fo sch i (epd/Höge le e al., 1977).
De Leh comic is im DIN A4 Fo ma und schwa z-weiß gezeichne . De Zeichens il wi d
als „besonde e Macha , die die ame ikanische T adi ion du chb ich “ (epd En wicklungs-
poli ik, 1983, S. 92), eingeo dne .
Au aggebe und He ausgebe is de in F ank u am Main ansässige E angelische
P essediens (epd) im Gemeinscha swe k de E angelischen Publizis ik. P esse ech lich
e an wo lich zeichne K. F ied ich Schade ü die Redak ion En wicklungspoli ik/D i e
Wel . De Comic e schein zunächs in de hauseigenen D i e Wel In o ma ion (epd,
1976 und 19772). Bei diese B oschü e handel es sich um Fal blä e im Fo ma DIN A5,
die „au 4-8 Sei en g ündlich und k i isch zu einzelnen, wich igen en wicklungspoli i-
schen Aspek en, E eignissen und Kon o e sen un e ich en … s ändig – auch in g öße en
1 Höge le e al. (1976, S. 7) be ich en, dass be ei s 1970 eine G uppe in de Ab eilung Ve gleichende E zie-
hungswissenscha des Fachbe eichs E ziehungswissenscha de Uni e si ä Hambu g ein P ojek mi einem
Comic zum Thema En wicklungslände am Beispiel de Tü kei in sieb en Klassen an Volks- und Realschulen
du chge üh ha . Es könn e sich dabei um Cu iculumen wicklung im Kon ex des Planspiels S ei in An alya
handeln (S e ens, 1971); diese Spu ließ sich bislang nich e i izie en.
2 Die Neu assung 1983 be i nu He 1 und nimm eine ma ginale Ums ellung de Bild olge o .
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Ein en wicklungspoli ische Leh comic im Gesellscha sleh eun e ich (1979)
Mengen – e ügba und seh p eiswe … Raba e ü Semina - und Klassensä ze bzw.
g öße e Mengen. Fo de n Sie das Gesam e zeichnis an!“ (We beanzeige ebd.) Die
„A bei sblä e “ konn en beim epd im Klassensa z bes ell we den (Einzelausgabe 1,50
DM, ab 50 Exempla en 0,50 DM).
Das Bundesminis e ium ü wi scha liche Zusammena bei (BMZ)¸ das übe die
Ab eilung Ö en lichkei sa bei be ei s damals einen ö en lichen Bildungsau ag wah -
nimm und das epd-P ojek ko inanzie , e möglich einen Wiede abd uck, de beide
Folgen des Leh comics in einem He de Reihe Schule und D i e Wel e ein (Höge le e
al., 1977), je z ange eiche um zwei ku ze E ah ungsbe ich e aus eine Schule.3 Ma ion
un e wegs gil „als wohl e olg eichs e ‚Renne ‘ nich g a is e eil e Comics übe D i e
Wel in de Bundes epublik“ (epd En wicklungspoli ik, 1983, S. 92).
Das Imp essum nenn ü „Tex und Ges al ung“ Ebe ha d Höge le, Hans-Jü gen on
Maydell und Angelika Schneide .4 Höge le s udie , nach Ausbildungen als Sch i se ze
und Fo og a , G a ik an de Hochschule de Küns e in Wes -Be lin, die Fäche
Kuns e ziehung, We ken und Geog a ie ü ein Leh am und absol ie anschließend
das Re e enda ia . Rückblickend e inne e sich, schon als Kind habe die Begegnung
mi a ikanischen Missionsp edige n in de Do ki che seine Heima s ad den Wunsch
geweck , spä e einmal „die g oße wei e Wel “ zu en decken. Diesen Kindhei s aum ea-
lisie de „Wel enbummle “ mi langen Reisen in den Semes e e ien, bald auch be u lich
im Au ag des La einame ika-Ins i u s de F eien Uni e si ä Be lin, um Bildungscomics
in Zusammena bei mi de indigenen Be ölke ung zu ges al en:
„G a ike mi dem hema ischen Schwe punk ‚D i e Wel ‘ wa en eine Ra i ä , Höge le wu de
binnen kü zes e Zei zum Expe en. D ei Mona e lang du chque e e das ‚pla e Land‘ im
a ikanischen Sambia und schul e G a ike des do igen Landwi scha s- und Gesundhei smi-
nis e iums. ‚Wi woll en u. a. die Be ölke ung beim Bau on B unnen un e s ü zen. Das wa nu
isuell möglich, mi sch i lichen Ins uk ionen hä en wi den hohen An eil on Analphabe en
nich e eich .‘ Höge le saß s undenlang mi den Baue n o ih en Hü en, skizzie e, wie sie ih e
Familien und ih Do sehen … ‚E s mals s anden die Indios selbs im Mi elpunk , wu de ih e
Geschich e nich aus de Sich de Weißen e zähl ‘.“ (Po ai des Mona s, 2016)5
Ein Tagungsband gib olgende Inhal sangabe: De zwei eilige Comics ip
Ma ion un e wegs
„[…] e zähl om Schicksal eine b asilianischen Landa bei e amilie aus de Sich eine jun-
gen Deu schen. De un e schiedlichen In as uk u des Landes en sp echend behandel de
1. Teil P obleme de Menschen im no dös lichen Ag a gebie , wäh end de 2. Teil sich mi den
Ve häl nissen im indus ialisie en Südos en B asiliens be ass . Die junge Deu sche Ma ion soll
dabei als zen ale Iden i ika ions-Figu die Bezüge de scheinba landesspezi ischen P obleme
3 E alua ion eines Un e ich s e suchs in e schiedenen Klassens u en (6,7,13) eines Jungengymnasiums
in den Fäche n E dkunde und ka holische Religion mi dem Comic epd D i e-Wel -In o ma ion „Ma ion
un e wegs: Eine Re o m inde nich s a “ übe die Si ua ion in einem Land de D i en Wel (B asilien),
S. 21-32. Mi diese 50. Ausgabe wi d das E scheinen on Schule und D i e Wel alle dings einges ell . Vgl.
hema isch auch Ma quaß & Ma quaß-Wimme 1977.
4 Angelika Schneide - on Maydell (*1952) a bei e on 1980-1994 auch an de Ges al ung on Comics,
T ick ilmen und Leh medien zu küns le ischen sowie gesellscha s- und en wicklungspoli ischen
Themen u. a. ü das Bundesminis e ium ü Zusammena bei , das Bundesp esseam ode den epd.
Hans Jü gen on Maydell (1932-2010) wa ein en wicklungspoli isch engagie e Ag a o s wissenscha le .
5 De Ca lsen Ve lag p oduzie ab 1977 en wicklungspoli ische Comics aus Sich de indigenen Be ölke ung.
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Tilman G ammes
zu einem übe geo dne en Zusammenhang e deu lichen, de die Posi ion des Schüle s mi ein-
bezieh . Du ch Umse zung on z. T. au hen ischem Bildma e ial wi d die Glaubwü digkei des
Inhal s un e s ichen.“ (Na ionale Kommission ü das In e na ionale Jah des Kindes, 1980, S. 79)
2 Me hodische Zugang: Ein Comic im poli ischen Klassenzimme
Mi Bezug au Comics im Un e ich wi d in de Jugendsch i enwa e das Fehlen au-
hen ische P o okolle monie (Flacke 1971, S. 23). Wenige Jah e spä e is imme hin
ein Wo p o okoll im Fach Deu sch eine 6. Klasse an eine Volksschule übe lie e , das
sich hema isch in einem gesellscha skundlichen Kon ex beweg (Kempkes, 1977). En -
wicklungspoli ische Un e ich s e suche dokumen ie mi olls ändigen Wo p o okollen
e s mals Kulke (1972).
Medienhis o isch is es dahe ein Glücks all, dass wenigs ens eine audio- isuel-
le Au zeichnung eine Gesellscha sleh es unde aus dem Jah 1979 e hal en is , ein
Unika . Fü ein P osemina Ein üh ung in die Didak ik de Sozialwissenscha en suchen
im Win e semes e 1978/79 die F ank u e Didak ike P o esso Volke Ni zschke und
ein wissenscha liche Mi a bei e , de Gesam schulleh e F ank Nonnenmache , nach
einem hochschuldidak isch wi ksame en Eins ieg. Das Didak iksemina soll nich , wie
im langen Somme de Theo ie (Felsch, 2015) meis üblich, mi eine Übe sich übe
„Ansä ze“ und Modelle de Poli ikdidak ik beginnen ( gl. exempla isch Gagel, 1979).
Eine beginnende „All agswende“ de e ziehungswissenscha lichen Fo schung ich e
den Blick e s ä k au die Quali ä de neuen emanzipa o isch-k i ischen Le nkul u en.
Zu diesem Zweck e sammel sich eine 9. Klasse eine Realschule in de Un e ich s-
mi schau des Didak ischen Zen ums (DZ) de Uni e si ä F ank u . Solche Labo e
wa en an ielen leh e *innenausbildenden Hochschulen sei Mi e de 1960e Jah e
einge ich e wo den. Die 23 Schüle *innen, die sich namen lich nich alle zuo dnen las-
sen, si zen an ie G uppen ischen, welche mi Tischmik ophonen ausges a e sind. Die
Leh e in, F au E., gehö zu jungen Leh e *innengene a ion, die mi ie bis ün Jah en
Un e ich sp axis be ei s als e ah en gil und on ih en Schüle *innen ane kann wi d.
Hin e de Einwegglasscheibe si zen Dozen en und S udie ende. De Un e ich (Daue :
60:00) wi d au gezeichne und in de poli ikdidak ischen Hochschulleh e übe meh e e
Semes e eingese z .
Es handel sich bei diesem Unika wah scheinlich um das am in ensi s en ausgedeu e e
Wo p o okoll eine au gezeichne en Gesellscha sleh es unde und ih e Kon ex bedin-
gungen. Aus dem Team des F ank u e A bei sbe eichs in e p e ie en Joachim Lißmann
(1982, 1987) aus o schungsme hodische Pe spek i e, de Sozialpsychologe und Psy-
choanaly ike Hans-Die e König (2002) aus ie enhe meneu ische Pe spek i e, sowie
de Allgemeinpädagoge Be nha d Ko ing (1989) aus de Pe spek i e de P o essions-
o schung mi els Sequenzanalyse de objek i en He meneu ik. G ammes (1998) s ell
die Re e enzs unde in den Kon ex eine achdidak ischen Wissens heo ie. Insgesam
we den meh e e hunde Sei en T ansk ip ionen, 30 S unden Tonbandmi schni e sowie
60 Minu en Videoau zeichnung ange e ig .
De olgende Bei ag g ei das Ma e ial und die In e p e a ionsansä ze im Abs and on
meh e en Jah zehn en e neu au , indem de Beobach ungsschwe punk au die bislang
eigena ige weise e nachlässig e Rolle des Un e ich smediums und die äs he ische
Dimension eine Gesellscha sleh es unde geleg und mi ( ach-)didak ische Li e a u
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Ein en wicklungspoli ische Leh comic im Gesellscha sleh eun e ich (1979)
de 1970e Dekade zu isuelle Kommunika ion kon ex ualisie wi d (Ha wig, 1974;
Claußen, 1975).
3 „… es geh imme on oben nach un en
ode on ech s nach links …“ (Schüle ) –
isuelle Kommunika ion im sequen iellen Medium
Am 7. Mai 1979, es is ein Mi woch, s eh im Un e ich smi schau aum Gesellscha sleh e
au dem S undenplan. Es is ü die F ank u e Realschüle *innen sei e wa einem halben
Jah ein neues Fach. Die sch i liche Un e ich splanung on F au E. nenn als Thema de
als Ein üh ung konzipie en S unde: En wicklungslände - En wicklungspoli ik. Ein üh ung
in die P oblema ik de Un e en wicklung B asiliens anhand des Comics „Ma ion un e wegs“.
Die Lek ü e des Comics wa o be ei ende Hausau gabe, nich alle Schüle *innen we -
den diese gemach haben ode sich gu an den Inhal e inne n können. Nich zule z in
eine nich -all äglichen Au zeichnungssi ua ion is es p agma isch klug, zu Beginn eine
S unde eine Phase einzuplanen, die auch säumigen Schüle *innen einen hema ischen
Eins ieg e möglich und so eine b ei e mündliche Be eiligung siche . Eine „Ve lau s-
besch eibung“ nimm uns epo agea ig hinein in den glei enden, wohl auch e was
un uhigen Au ak des Un e ich s. Leh e in: „Schau Euch dabei nochmal die Handlung
an, - daß ih euch e inne .“
„Die Au zeichnung begann dami , daß die Schüle das He lesen und dabei jedes Bild de
Bilde geschich e nume ie en. Die Leh e in o de die Schüle zwischendu ch au , sich die
Handlung anzusehen. Dabei geh sie on eine Tischg uppe zu ande en und schau sich die
A bei de Schüle an. Die Schüle s ei en sich übe die ich ige Nume ie ung. Zwischendu ch
geh die Leh e in zum Pul und äg e was in ih en Leh e kalende ein. Sie zeig Anzeichen on
Ungeduld, weil die Schüle ech lange ü die Nume ie ung b auchen.“ (Ko ing, 1989, S. 217)
Das Wo p o okoll e mi el einen genaue en Eind uck da on, welches Phänomen das
S ei en und die Un uhe auslös :
[0:00]Wo p o okoll
L (an Tisch 1 ge ich e ): Ja! Mach das mal!
S (im Hin e g und) Eins, zwei, d ei …
L (an alle): Nu so zwei, d ei Minu en.
Sw: Hie äng s an.
L: Abe que , wie beim Comic: eins, zwei, d ei, ie .
Ha kan: Eine Eins, zwei - s imm schon, s imm schon.
Sw: … eins … d ei Bilde , ie , ün , sechs.
Heike: F au E., wie iele Bilde sollen wi übe haup machen?
L: Bis Sei e ün . So genau komm es ja nich d au an.
S: … Es geh imme on oben nach un en ode on ech s nach links
Sw: Das is zehn, das is el , el , zwöl , d eizehn.
Elke: Mann, Roman!
Roman: Also Elke, benimm dich mal! …
L: Ach so! Hm - das is links un en, ja.
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L an alle: Bis Sei e ün un en. Schau Euch dabei nochmal die Handlung an, - daß ih euch e inne .
( uhiges A bei en in den G uppen)
L: Ach, Tho a sch! - Laß das je z doch mal! Komm, mach hie wei e .
So, seid ih sowei ?
S: Nein, noch nich .
S: Nein.
(länge es Du cheinande eden)
L (an G uppen isch) Nu so den Sinn in e wa im Übe blick k iegen … Das is o genug sowieso
nich das ih das e such . Na, gib ’s Schwie igkei en?
Sm: Ja, das is hie ge enn .
Sm: Is ein Bild.
Sw: Ein Bild is das hie und guck…
L: Nun eg euch doch nich au wegen de Teilung. Nume ie mal schnell du ch, daß
ih e ig we de .
We is denn schon e ig?
S: Ich.“
In de Ve lau sbesch eibung wi d diese Eins iegsphase die Funk ion zugesch ieben, „daß
bei de spä e en A bei die Bezugnahme au bes imm e S ellen des He es du ch die
Numme n e leich e und beschleunig we den soll.“ (Ko ing, 1989, S. 217 .) Die Leh e in
handele sich mi ih e Numme ie ungsidee jedoch „Zei p obleme ein, weil die Schüle
länge benö igen, als e wa e [...]“ (ebd.) Es übe lage n sich die inhal liche Rezep ion
des Leh comic mi eine o malen Tä igkei de Numme ie ung. Die F ank u e Fo -
schungsg uppe bewe e dieses Vo gehen so, dass die Schüle *innen zwa die Handlung
kennenle n en, es abe schwie ig sei, sich zugleich au das Numme ie en und au die
Handlung de Bilde geschich e zu konzen ie en. Gleichzei ig un e schä ze die Leh e in
ih e Le ng uppe mi de Au gabe de Numme ie ung, und da in liege po en iell eine
K änkung de Schüle *innen, die mögliche weise zu den Ve zöge ungs ak iken6
mo i ie habe.
In ih e Bewe ung s immen die Fo sche mi einem P o agonis en de S unde, dem
Schüle Ricki, übe ein. Diese k i isie im nach äglichen In e iew dieses du chgängige
Insis ie en de Leh e in au de Benennung on S ilelemen en des Comics, wodu ch eine
kon o e se Diskussion zu Sache nich zus ande gekommen sei. Bei de didak ischen
„Nu zung“ des Leh comic e e also ein E ek ein, de in de Comic-Didak ik sons nu den
G oschenhe en zugesch ieben wi d, indem „[…] zugleich mi de Abwe ung des Comic
eine Abwe ung ih e Konsumen en e bunden wi d“ (Baumgä ne , 1974, S. 22).
Handel es sich um eine pädagogische Tak losigkei – ode un e schä z die Leh e in
mi de Au gabe de Numme ie ung wenige ih e Le ng uppe, als ielmeh den äs he-
ischen Ansp uch des Leh comic Ma ion un e wegs? Um diese F age zu p ü en, habe
ich in einem hochschuldidak ischen Expe imen diese S undene ö nung simulie . Das
Reenac men und Mic o eaching im Jah 2024 zeig so o , dass nich nu die F ank u e
Realschüle *innen, sonde n auch heu ige Leh am ss udie ende e hebliche P obleme
mi de ko ek en Aus üh ung de Numme ie ungsau gabe bekommen! Diese Be und
ela i ie en se z e Spon anu eile übe elemen a e p o essionelle Kuns ehle , wie sie
6 Zu Schüle *innen ak iken gl. Abschni 5 und 6.
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Ein en wicklungspoli ische Leh comic im Gesellscha sleh eun e ich (1979)
sich beim E s gesp äch übe Un e ich sau zeichnungen egelha eins ellen ( gl. Ko ing,
1989, König, 2002). Aus eine ilmischen Gesam dokumen a ion de deu schen Un e -
ich swi klichkei in den 1970e Jah en wi d be ich e : „Die Leh e , die uns ü die seh
kos spieligen Film-Au zeichnungen emp ohlen wu den, ode die wi selbs ‚en deck en’,
gehö en du chweg zu den ‚gu ’ ode ‚seh gu ’ beu eil en. Au de Filmleinwand dem
U eil ih e Kollegen ausgese z , e wandel en sie sich s e s in öllig un ähige Kollegen“
(Louis, 1981, S. 352; gl. G ammes, 1994).
Auch wenn ein Leh comic mi dem Da s ellungs e ah en de didak ischen Reduk ion
ope ie , bleib Ma ion un e wegs ein äs he isch ansp uchs olles Medium, dessen implizi e
Lese *in un e schiedliche Lesep ade o enhäl ( gl. Riha, 1974). Von Sei en de Schüle *in-
nen kommen dahe un e schiedlichs e Nach agen au . Schon die Lese ich ungen, die
implizie en wie auch die ealisie en, bleiben bei Ma ion un e wegs ieldeu ig – on links
nach ech s, on oben nach un en, i gendwie que ode hin und he . De Zeichens il des
Leh comic se z o male Panels uk u und inhal liche Handlung in einen ansp uchs ollen
Ve weisungszusammenhang, de die F ames dynamisch au sp eng (s. Abb. 1).7
Abb. 1: Panels (epd/Ma ion un e wegs, 1977, S. 6)
7 Be ei s in de P ojek a bei mi de indigenen Be ölke ung mach e Höge le en sp echende E ah ungen,
indem e s undenlang mi den Baue n o ih en Hü en si z und skizzie , wie sie ih e Familien und ih
Do sehen: „We nich lesen kann, olg auch bei de Be ach ung on Zeichnungen keine o gegeben
Reihen olge. Gemeinsam en wickel en wi Visualisie ungen wie im Mi elal e : Das wich igs e im Zen um,
undhe um kleine e Abbildungen.“ (Po ai des Mona s, 2016)
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Tilman G ammes
Du ch diesen implizi en Lesenden wi d eine iden i ika o ische Rezep ion ge ö de und zu-
gleich du ch ein Zeigen des Zeigens en sp echend de D ama u gie des epischen Thea e s
au geb ochen (P ange, 1983, S. 186). Es e gib sich ein komplexes Zusammenspiel on
Bild, Sp echblasen und Tex in Boxen; on Zeigen und Besch eiben (K a , 1978, be-
sonde s S. 28 . zu Au gliede ung des Panels, Raumzeichen und Ve weiske en; gl.
Hanga ne e al., 2013).
Die Vo gehensweise de F ank u e Leh e in is keineswegs ungewöhnlich: „Zahl eiche
Un e suchungen - auch im pädagogischen Raum - nahmen eine nach Bild- und Tex eil
ge enn e Behandlung o .“ (Wienhö e , 1979, S. I). Auch im Ta elbild de S unde wi d die
Dynamik des sequen iellen Mediums Comic zunächs analy isch in die Wah nehmung
de Elemen e, Bilde und Sp echblasen/Tex e au ge enn , be o diese wiede syn he isch
au einande bezogen we den:
Ta elbild (im O iginal handsch i lich)
Wa um is B asilien ein En wicklungsland?
Was e ah en wi übe das eiche B asilien du ch
a) Bilde
b) Sp echblasen und Tex e
Was e ah en wi übe das a me B asilien (Fa elas) du ch
a) Bilde
b) Sp echblasen und Tex e
Das Comic-Handbuch dagegen o de eine „Sehen und Lesen zusammen üh ende
Rezep ionsweise“ (Fuchs & Rei be ge , 1978, S. 228). Die Comic o schung e mu e , dass
diese kogni i e P ozess jungen Lese *innen in ui i leich alle, denn die „eigena ige
Faszina ion, die on diesem Medium ausgeh , schein in eine inhä en en Dynamik zu lie-
gen, die sich du ch die iel äl igen isuell- e balen In e e enzen kons i uie .“ (Wienhö e ,
1979, S. I) Eine en sp echende „li e a ische Poe ik des Lesens“ mi dem Konzep de
„Lesehandlungen“ als äs he ischen P ak iken is ü Sachcomics noch ein Desida a
( gl. Scholz, 2024).
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69
Ein en wicklungspoli ische Leh comic im Gesellscha sleh eun e ich (1979)
4 „de di ek e Ansa z … um In o ma ionen
aus dem He chen he auszubekommen …“ –
Leh comics als In o ma ions äge
D i e Wel In o ma ion (epd)
ku zge aß ü Un e ich , Diskussion und Ak ion
A bei sblä e de epd-Redak ion En wicklungspoli ik/D i e Wel 12-13/77
Abb. 2: epd/D i e Wel In o ma ion 1977, S. 1 (Aus iß im O iginal Ti el a big o ange un e leg , das Logo epd
weiß au hellblauem G und)
In de olgenden Un e ich sphase wechsel die Leh e in au eine me akogni i e Ebene
und hema isie die Le nkul u und A bei sweise:
[15:00] Wo p o okoll
L: No male weise e wa e ih , dass de Leh e euch sag – hie – was ih nun un soll dami , gell?
S: Das e wa en wi .
L: Aha! So seid ih s gewohn . (Pause) (Ge aune; Sw lach ) Je z hie de Au ag an euch, mal
selbs übe legen, wie kann ich das anhand dieses Comics he ausbekommen …
L: Also je z mal de di ek e Ansa z, wie ih he angeh , um In o ma ionen aus dem He chen he -
auszubekommen. Ich will euch mal ein bischen hel en, ja. Es handel on zwei Schich en …
Es is didak isch nich unbeding naheliegend, dass man sich om Einsa z eines Comics
ausge echne die Op imie ung de In o ma ionsau nahme e ho – eine spannende
Bilde geschich e könn e om Wesen lichen ehe ablenken. Die sch i liche Un e ich s-
o be ei ung de Leh e in nenn zum „di ek e(n) Ansa z“ als Le nziel, die Schüle *in-
nen „sollen du ch E a bei en des In o ma ionsgehal es (im Comic) Un e schiede de
sozialen S uk u en B asiliens besch eiben und Rückschlüsse au eine bes imm e Fo m
de En wicklung bzw. Un e en wicklung ziehen können.“ (Ko ing, 1989, S. 236) Diesen
S ellenwe on In o ma ionen e deu lich eine ku ze Sequenz, die das ü Gesellscha s-
leh e kons i u i e Ak uali ä sp inzip ad essie :
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70
Tilman G ammes
[11:00] Wo p o okoll
L: Ich gebe euch mal einen kleinen Ans oß. Ähm, - wenn die Nach ich en e olg ha , in Manila,
au den Philippinen, beginn ne Kon e enz. We ha denn was da übe gehö ode die
Augen, Oh en o engehal en - hm? …
Nach einigen Ve mu ungen weiß Joachim, dass au de Wel handelskon e enz im Mai
1979 in Manila die Bundes epublik Deu schland eines de Lände is , das am wenigs en
Un e s ü zung bei de Hil e ü die „D i e Wel “ zahl .
Aus heu ige Sich wi d meis un e schä z , welchen S ellenwe Nach ich en, posi i es
Fak enwissen und „Ta sachen“ auch in de k i isch-emanzipa o ischen Didak ik de 1970e
Jah e einnehmen. In o ma ionskompe enz s eh in de b ei ezipie en e ah ungso ien-
ie en Didak ik de poli ischen Bildung on Rol Schmiede e an e s e S elle on ins-
gesam el Zielen des poli ischen Un e ich s:
„De Schüle soll be ähig we den, In o ma ionen übe poli ische und gesellscha liche Sach e hal e
au zunehmen, zu sammeln und k i isch zu e a bei en. E soll mi In o ma ions äge n bekann
gemach we den und soll diese k i isch einschä zen können.“ (Schmiede e , 1977, S. 95)
Die A bei sg uppe am La einame ika-Ins i u o mulie ih P og amm ähnlich:
„Ge ade weil unse e Wel du ch die mode nen Nach ich en echniken klein und übe schau-
ba gewo den is , bleib es imme wiede e wunde lich, wie iel ehle ha e In o ma ionen
wi übe bes imm e Regionen unse e E de e hal en. La einame ika is ein Beispiel da ü .
Al e, on de Wi klichkei längs übe hol e Ta sachen we den o allem als Leh ma e ialien
in den Schulbüche n imme wiede als neues e S and de E kenn nis angebo en.“ (Höge le,
1974, Innen i el)
Die en wicklungspoli ische Didak ik de 1970e Dekade dokumen ie imme wiede sol-
che ehle ha en Bildungsmedien (Foh beck e al., 1971; Ko des, 1972).
Aus e s en explo a i en E p obungen an einem Jungengymnasium in Ande nach wi d
be ich e , dass de Comic au die Schüle „ungeheue au hen isch“ gewi k habe, „keine
zog die Fak en in Zwei el, wie das bei sons igen D ucke zeugnissen häu ig geschah“
(Höge le e al.,1977, S. 24), Die an ängliche Skepsis einige Schüle *innen, es könne sich
um eine om Bundesminis e ium ü wi scha liche Zusammena bei in Au ag gegebe-
ne egie ungso iziöse „P opagandasch i “ (ebd., S. 25) handeln, wi d abgeleg . Auch die
Ges al e des Comics sp echen om „In o ma ions äge “, wobei „[…] das Medium mi den
ihm zu Gebo e s ehenden Ausd ucksmöglichkei en T äge de un e schiedlichs en Inhal e
sein kann“ (Höge le e al., 1976, S. 7). De E angelische P essediens se z au einen mo-
i a ionalen Mi nahmee ek au g und des posi i en Images des Massenmediums:
„Millionen junge Lese e ie en sich egelmäßig in die Bilde olgen mi den cha ak e is ischen
Sp echblasen, die man Comics nenn […] Diese Ta sache üh e zu Übe legungen übe einen
möglichen Einsa z des Comics als un e ich sun e s ü zenden In o ma ions äge in de Schule.“
(epd, 1976, S. 10)
Dem eigenak i en „Finden“ de kogni i „ ich igen“ In o ma ion, die hie eine k i ische
„Gegenin o ma ion“ (Meuele & Schade, 1977, S. 332) sein soll, wi d quasi au oma isch
eine au klä ende Wi kung zugesp ochen:
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Ein en wicklungspoli ische Leh comic im Gesellscha sleh eun e ich (1979)
„Die pädagogische Wi kungsweise on Comics is ech ein ach: aus In e esse an de span-
nenden ode lus igen Handlung lies de Lese den gesam en Comic und nimm dabei alle
beleh enden In o ma ionen unwillkü lich mi au , ohne dass diese zum Ve s ändnis i gendeine
Kommen ie ung bedü en. De Comic wi k ü sich.“ (ebd.)
Au de In o ma ionsebene bemüh sich de Leh comic, au de Höhe de pos -kolonialen
Wissenspe spek i e de Zei , eine ypisie ende, dualis ische Schwa z-Weiß-Zeichnung zu
di e enzie en, indem Kul u (en) als hyb id und im Plu al da ges ell , Binnendi e enzie-
ungen inne halb soziale Kollek i e zumindes angedeu e we den. So lau e die An wo
au die en se z e F age on Ma ion „Hie (in den a elas) kann man doch nich leben!“
Te esa: „Doch, man kann, wenn man muß!“ Zum Abschied eie n die Bewohne *innen
de Fa ela ein he zliches Fes , das sich posi i on de ge ühlskal en Pa y-Wel in de
Villa des eichen Onkels abheb . Ode ep oduzie e diese Sozial oman ik nu ein wei-
e es S e eo yp?
5 „… Ka eeland!“–
de Leh comic als gezeichne e
Ve sozialwissenscha lichung de Lebenswel
Im wei e en Ve lau des Un e ich sgesp ächs e lie sich dessen S uk u ; die Schüle *in-
nen e kennen nich , wo au das imme kleinsch i ige we dende F age-An wo -Ri ual
hinauslau en soll. In de all äglichen didak ischen Epis emologie de Leh e in benö ig
man zum Abbau des Rohs o es Wissen (Fak en, Ta sachen) alle dings die ich igen
F agen an das Medium, wo au die Au o de ung zu Selbs o ganisa ion hinweis – „hie
de Au ag an euch, mal selbs übe legen…“ [15:00]. Schüle *innen ak iken (Heinze 1980)
in eine solchen Si ua ion können e suchen, e mu e e E wa ungen de Leh e in, ih
„Schlagwo bedü nis“ (Ko ing, 1989, S. 220), zu bedienen. Dabei geling dem Schüle
Ricki ein i onische Zwischen u :
[12:30] Wo p o okoll
L: Gu , – je z haben wi hie B asilien und welche F agen können wi je z o mulie en? …
Ja, als welches Land wü de ih B asilien bezeichnen au g und diese In o ma ion, die
ih je z so hab ?
Ricki: Ka eeland! <Geläch e in de Klasse>
L: Na, (…) Un e schied, diese k asse Un e schied den du genann has , Ricki.
Ricki: Ähm! - Ich weiß nich , wie man’s ausd ücken kann.
L: Es gib Indus iena ionen und? -
Ricki: En wicklungslände
L: Aha! Und wie is das mi B asilien? Ja!
Joachim: Ich wü d sagen, man kann es nich di ek als Indu-, Indus-, au ga keinen Fall als
g oßes Indus ieland bezeichnen, - jedoch auch wiede um nich als, - äh, - als o a-
les En wicklungsland, - denn schließlich, - einen kleinen Expo ha ja B asilien, zum
Beispiel je z Ka ee
L: Hmh? - Ja, -abe o zdem wi d-
Joachim: <pa allel>: und einige Rohs o e
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Tilman G ammes
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En enhausen, den Mik okosmos on Ca l Ba ks, in de deu schen Übe se zung
on E ika Fuchs
E-Mail: ilman[email p o ec ed]
doi.o g/10.35468/6208-04
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Heike Elisabe h Jüngs
Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale
Abs ac
The comic A ms – om he beginning o he wo ld o i s possible end by Wol gang
Wimme and Tschap [Gab iel Neme h], published in Wes e n Ge many in 1984, deals
wi h he dange s o nuclea weapons and he Peace Mo emen ’s igh agains i . As a
young woman and he son a el h ough he ages, hey encoun e amous poli icians
and philosophe s as well as he e e nal soldie in a ious guises, wi ness iolen wa s
and, back in he 1980s, decide o igh o peace. The book has a s ic ly le is a i ude
and is a combina ion o comics na a i e, poli ical ca ica u e and gen le p essu e o ge
in ol ed in poli ical ac ion. I is a ypical example o a non- ic ion book o child en wi h
a poli ical agenda om 1980s Ge many.
Schlagwö e : Sachcomic, Kinde - und Jugendli e a u , F iedensbewegung,
Al e na i es Milieu
1 Einlei ung
In den ühen 1980e n e schien in de Reihe o uchs im Rowohl Ve lag die Se ie Que -
Comics. Diese Bezeichnung is zum einen wö lich zu e s ehen: Die Comics haben
Que o ma und we den on un en nach oben au geklapp . Zum ande en wollen sie zu
einem Denken que zum S anda d an egen. Die Themen de Comics sind Skla en (1983),
Moneymake (1984) und Rüs ung. Vom An ang de Wel zu ih em möglichen Ende (1984).
Alle Bände üh en anhand des Themas du ch die Zei en und o de n die Lese dazu au ,
sich mi diesen Themen auseinande zuse zen.
Ande s als die ande en beiden Que -Comics ha Rüs ung eine Rahmenhandlung mi zwei
P o agonis *innen aus dem Jah 1984, die eine Zei eise un e nehmen. So e gib sich ein
s ändige , geschich lich gebundene Blick aus de En s ehungszei des Comics au die
his o ischen E eignisse. Die Da s ellung de P o agonis *innen und ih e Handlungen
bzw. ih e Re lexion de Geschich e wi wiede um ein in e essan es Lich au die 1980e
Jah e. Dazu komm eine nie in F age ges ell e poli ische Aus ich ung.
Im nach olgenden Bei ag we den die Que -Comics in das Ve lagsp og amm (2) wie in
die damalige E scheinung de poli ischen Sachcomics (3) eingeo dne . Au die Vo s ellung
de Au o en und de Zielg uppen (4) olg eine Analyse de S uk u sowie de da ge-
s ell en Figu en mi de dami zusammenhängenden didak ischen Aus ich ung (5).
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Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale
2 Das Imp in o uchs und die S ellung de Que -Comics
o uchs spiel e in den 1970e n und 1980e n eine wich ige Rolle in de Kinde buchszene
(dazu aus üh lich No ick-Rühl, 2014). Die Büche ha en eine poli isch linke Aus ich ung
und wa en o „ ech“ ode p og essi . Heu e noch bekann e Ti el sind Wi p ei en au den
Gu kenkönig on Ch is ine Nös linge (1972 als Lizenzausgabe) ode die au obiog a-
phisch ges al e en Pube ä se zählungen Ich bin zwöl (Thomas, 1975) und Ich bin d eizehn
(Ho nschuh, 1974), eine aus de Sich eines Jungen, eine aus de Sich eines Mädchens.
Eine ähnliche Auswahl an Themen aus den Be eichen Poli ik und E wachsenwe den ü
Jugendliche bo damals Ra ensbu ge Jeans ( gl. No ick-Rühl, 2014, S. 232; zu o un e
dem Label „Fo Teens Only!“); auch Bel z & Gelbe g e weige e sich leich e Un e -
hal ungsli e a u ü Kinde nich . o uchs s eh also nich öllig allein in de damaligen
Ve lagslandscha , sonde n is ypisch ü eine Tendenz, die sich o allem on belieb em
Lese u e wie den Schneide -Büche n mi ih en konse a i en Inhal en abg enz e. o -
uchs gehö zu eine neuen Rich ung on Kinde buch e lagen:
„Die aus de S uden enbewegung he o gegangene, sogenann e linke ode an iau o i ä-
e Kinde - und Jugendli e a u is ein wei e es Beispiel ü Wechselwi kungen zwischen de
Buchb anche und gesellscha lichen Umb uchp ozessen. Ve lage de 1960e und 1970e Jah e
ha en einen nich zu un e schä zenden An eil an de E ablie ung eine neua igen, poli isch
mo i ie en Kinde - und Jugendli e a u .“ (No ick-Rühl, 2014, S. 3).
o uchs ha e imme auch Comics im Angebo , nich nu didak ische, sonde n auch un e -
hal same wie Dö ings Knubbel-die-Ka z on Tou (1981) ( gl. No ick-Rühl, 2014, S.219).
Einen didak ischen Ansp uch haben die Bilde geschich en1 on Ma ie Ma cks Die paa
P ennige (1979), Imme ich! (1976) und We ha dich, du schöne Wald (1983). Hie geh
es haup sächlich um Umwel hemen wie Ene giespa en und Na u schu z, abe auch um
die Rolle on Kinde n in de Familie ( gl. No ick-Rühl, 2014, S. 170). Abgesehen on den
Comics on Ma ie Ma cks und Chlodwig Po h blieben die o uchs-Comics e olglos ( gl.
No ick-Rühl, 2014, S. 170 und S. 218 .).
Was hema ische Zusammenhänge inne halb des Ve lags angeh , sei auch da au hin-
gewiesen, dass die e s e deu sche Au lage on Keiji Nakazawas Ba uß du ch Hi oshima
1982 eben alls bei o o o e schien, alle dings im Imp in o o oak uell. Auch hie inden
wi die Ve bindung des Comic-Fo ma s mi dem Thema A omwa en. Die Ge ah en de
a oma en Bewa nung, die in Rüs ung die Haup olle spielen, is auch ein wesen liches
Thema in De A om-S aa on Robe Jungk, on dem 1977 eine Ausgabe bei o o o
Sachbuch e schien. Die Que -Comics passen somi nich nu pe ek in das Kinde buch-
p og amm, sonde n in die Gesam aus ich ung des Ve lags. In de E olgsgeschich e on
o uchs spielen sie alle dings keine Rolle, sonde n wa en im Gegen eil so e olglos, dass
zwei wei e e geplan e Bände nie ealisie wu den ( gl. No ick-Rühl, 2014, S. 237).
1 Die Eins u ung, ob es sich um Comics handel ode um Bilde geschich en mi Comic-Elemen en, is s i ig. Man
kann die Tex e, die ei au de Sei e s ehen, als Inse s wie in Comics lesen. Die Bilde en hal en Sp echblasen.
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Heike Elisabe h Jüngs
3 Poli ische Sachcomics in den 1980e n
Die Vo liebe des al e na i en Milieus de 1970e und 1980e Jah e ü Sachcomics ü
E wachsene s ell Kespe -Bie mann aus üh lich in ih em Bei ag „Bilde geschich en ge-
gen den K ieg – Comics und F iedensbewegung in den 1970e und 1980e Jah en“ da
(2017). Sie analysie do den „Comic als Kommunika ionsmedium und Ausd ucks o m
de al e na i en, insbesonde e de An i-A omwa en-Szene de 1970e und 1980e Jah e“
(ebd., S. 307; gl. auch Jüngs , 2015, S. 307). Ein besonde s wich ige Ein luss au die
Nu zung on Comics ü diesen Zweck dü e hie Leona d Ri as All-A omic Comics ge-
wesen sein (1976), on dem allein d ei deu sche Fassungen exis ie en, eine 1978 on
Laien ü die Bü ge ini ia i e Lübeck übe se z ( gl. Jüngs 2015). De Un e schied zu
den Que -Comics bes eh da in, dass le z e e sich, e kennba an de Reihenzuo dnung,
p imä an Kinde ich en. Die on Kespe -Bie mann analysie en Comics wa en ü die
e wachsenen Mi gliede de eigenen Blase gedach . Die Comics wa en o nu schlich e
Fo okopien, die nich im Buchhandel e ieben wu den. In e essan e weise e wähn
auch Gi ho n in Die heimlichen E ziehe einen e mu lich ü E wachsene gedach en, on
ihm als „Agi a ions-Comic“2 bezeichne en Band „En scheidung im Wes end“ als Beispiel
ü das, was man in Comics da s ellen kann, sozusagen ü einen sinn ollen Einsa z des
Comic-Fo ma s (1980 [1974], S. 158), und zwa im Anschluss an eine äuße s k i ische
Analyse on Supe man- und Mickymaus-Comics. Es übe asch wenig, dass Die heimlichen
E ziehe bei o o o e schien.
Auch Dolle-Weinkau weis da au hin, dass Comics pa allel zu Ausbildung eine p o-
g essi en Gesellscha ab Ende de 1960e Jah e als „Medium de poli ischen Bildung“ ge-
eigne schienen (1990, S. 305). Heu e nu zen iele O ganisa ionen, wie die Bundeszen ale
und die Landeszen alen ü poli ische Bildung, die EU und die UNO, Comics als
Bildungsmedium ( gl. Jüngs , 2010 und 2020). Das Comic-Fo ma is an sich nich p o-
g essi ; es gib auch Sachcomics mi konse a i en ode ex em ech en Inhal en (zu
einem A D-Comic gegen Umwel schu z gl. Giesa, 2019, S. 78 ., allgemein zu Comics mi
ech en Inhal en gl. Beckmann e . al.).
Die zei liche Gebundenhei an die spä en 1970e , ühen 1980e Jah e in de Bundes epublik
Deu schland is auch bei den Que -Comics eindeu ig. Die F iedensdemons a ionen,
o allem die im Bonne Ho ga en am 10. Juni 1982, wa en wich ige gesellscha liche
E eignisse und haben inzwischen my hischen S a us. De NATO-Doppelbeschluss on
1979 wa ums i en und spiel e in de jou nalis ischen Be ich e s a ung eine g oße Rolle.
Die Fokussie ung de F iedensbewegung au A omwa en wa deu lich ( gl. Kespe -
Bie mann, 2017, S. 308).
In e essan e weise sind die 1980e Jah e Gegens and eines ak uellen Nos algie ends, was
sich o allem in Romanen und au obiog aphischen Tex en niede schläg . Die F iedens-
bewegung is ü diese Tex e ebenso wich ig wie ü die Que -Comics. So is in G oebne s
populä wissenscha lich-au obiog aphischem Ge ühlskino das Thema F iedensbewegung
mi de au onomen Szene e bunden ( gl. G oebne , 2024, passim), abe auch Be ina
Tie jen zi ie in ih e publikumso ien ie en Au obiog aphie iedensbeweg e Gedanken
aus ih en Tagebüche n ( gl. Tie jen, 2022, passim). Diese omnip äsen en, nos algischen
und meis ehe unwissenscha lichen Blicke au E eignisse wie F iedensdemons a ionen
können auch den heu igen Blick au die Que -Comics nos algisch e ä ben. G oebne
2 Fü diese Comics exis ie auch de Beg i „poli ical campaign comics“ (Jüngs , 2010, S. 61 .)
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Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale
o mulie die Eins ellungen iele in de damaligen Zei i onisch: „Am Ausgang de
1970e wa en iele übe zeug , dass eine globale Ka as ophe als A omk ieg, ökologische
Kollaps, ödliche Seuche ode alles zusammen unmi elba be o s ehe.“ (G oebne , 2024,
S. 31) Ein wei e es Zi a aus G oebne könn e ebenso gu als Sp echblase im Que -Comic
s ehen: „Als au eine Diskussions e ans al ung 1982 in eine hessischen Kleins ad übe
Nach üs ung ein F eund (damals zwanzig, wie ich) au s and und den Expe en au dem
Podium zu ie : ‚Wi haben ein ach Schiss, o den Rake en und de Umwel e schmu -
zung, e s eh ih das nich ?‘, kla sch e de ganze Saal begeis e Bei all.“ (G oebne , 2024,
S. 32) Eben alls bei G oebne inde sich de Hinweis: „Die wes deu sche Al e na i bewe-
gung de 1980e Jah e e s and sich selbs als au geklä und au klä end in einem seh
empa hischen Sinn. Sie nahm ü sich in Ansp uch, inmi en eine selbs ze s ö e ischen,
gewal ä igen und ausschließlich au P o i ausge ich e en Indus iegesellscha ü mo a-
lische In eg i ä , Menschlichkei und Wah hei zu s ehen.“ (G oebne , 2024, S. 120). Diese
Eins ellung zeig sich auch wei e un en in de Analyse des Comics.
Auch wissenscha lich- euille onis ische Tex e aus de E scheinungszei de Que -
Comics un e s ü zen diese Zei gebundenhei . So inde man Themen de Comics
auch in Habe mas‘ Tex sammlung S ichwo e zu ‚Geis igen Si ua ion de Zei ‘ on 1979.
Insbesonde e de Au sa z on Pe e Glo z, „S aa und al e na i e Bewegungen“ (ebd., S.
474-488), weis in e essan e hema ische Pa allelen au .
Man kann es hal en, dass die Que -Comics ge adezu symp oma isch ü das Denken
und die Kommunika ion de damaligen Al e na i en sind.3 Es geh um den E we b on
poli ischem Wissen und da an anschließende Handlungen in de damaligen Gegenwa ,
nich um einen Tex ü die Ewigkei 4. Dabei is sich das Au o en eam öllig siche , au
welche Sei e man s ehen soll e, und be on das du chgehend.
4 Au o en eam und Zielg uppen
Als Au o en de Que -Comics we den au dem Umschlag Wol gang Wimme und Tschap
(i.e. Gab iel Neme h) genann . Wol gang Wimme , Jah gang 1937, wa Leh e an eine
Haup schule in F eibu g und is auch heu e als Au o ä ig, meis mi philosophischen
Sch i en im Book-on-Demand-Be eich.5 Gab iel Neme h, Jah gang 1957, is Comicau o
und Kommunika ionsdesigne .6 E is o allem ü Kinde comics und Sachcomics wie
„Willi Wu m“ aus de Apo heken-Kinde zei sch i Medizini bekann . Die Que -Comics
allen mi ih e seh kla en poli ischen Bo scha und dem auen S il aus seine sons igen
Tä igkei he aus. Sein Pseudonym „Tschap“ wi d in den Comics selbs nich au gelös .
Ein Team aus einem in didak ischen F agen e ah enen Leh e und einem p o essio-
nellen Comiczeichne und -au o soll e pe ek ü die Au gabe sein, Sachcomics zu
scha en. De a sächliche A bei sablau e mi el ein ande es Bild: Ein wesen liche
Ein luss au die Comics ging on Gisela K ahl aus, die damals gemeinsam mi Rena e
3 Zugespi z o mulie : „Sie e inne n an bä ige Sozialkundeleh e mi La zhosen und ‚A omk a -Nein dan-
ke!‘-Ans ecke n ode an P o es e gegen Ma sch lugkö pe , au denen aus den Liede he en mi dem o en
Lu ballon gesungen wu de.“ (Jüngs , 2005, S. 1)
4 Das sieh man auch an den wei e un en analysie en Da s ellungen on Poli ike n aus de damaligen Zei .
5 In o ma ionen übe Wol gang Wimme sind äuße s schwe zu inden; hie wu den zusä zlich zu den Angaben
in den Büche n nich -wissenscha liche Quellen genu z : h ps://www.amazon.de/%C3%9Cbe -den-Lebensweg-
Wol gang-Wimme /dp/3732230619, h ps://www. halia.de/shop/home/a ikelde ails/A1072019054
6 h ps://www.neme hs udio.de bie e einen gu en Übe blick übe Neme hs Tä igkei .
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Heike Elisabe h Jüngs
Bold Reihenhe ausgebe in wa : „[…] mi Wimme und de Lek o in habe ich die gan-
ze Geschich e zue s skizzie . Diese Skizzen haben wi dann an einem ode meh e en
Wochenenden in F eibu g zu d i Sei e ü Sei e du chgea bei e […] Und dann kamen
noch Ideen on de Lek o in dazu. O ganz spon an bei unse en Si zungen in F eibu g
ode in Reinbek im Ve lag. Meis in Zusammenhang mi dem comic-mäßigen Ablau .
Wol gang Wimme ha e nu wenig Ahnung on Comics, und ha sie wohl auch nich
gemoch , deshalb wa en seine Sk ip e dann gesch ieben wie ü Thea e s ücke. Es wa
dann mein Job, das zu e schlei en. Und dann kam eben noch Gisela K ahl mi ih en
Einschüben und Anme kungskäs chen und wie o mulie man pädagogisch sinn oll.
Bei ‚Skla en‘ haben Gisela und ich uns noch genau an Wimme s Sk ip gehal en. Bei
‘Rüs ung‘ ha e ich (auch mi Wimme s Zus immung) schon eie e Hand im Umgang mi
dem Sk ip , und bei ‚Moneymake ‘ konn e ich den Tex (im P inzip) öllig in ließende
Geschich (chen) e wandeln.“ (Neme h in Jüngs , 2005, S.4).Was die Zielg uppen an-
geh , so kann man sagen, dass Kinde - und Jugendli e a u as imme doppelad essie
is . El e n, Leh e *innen und Biblio heka *innen sind die Media o *innen, die die Büche
an die Kinde wei e eichen. Uwe Wand ey, de e s e o uchs-Reihenhe ausgebe , ha e
die Zielg uppe ü den Ve kau kla im Blick: „Von de Konzep ion ausgehend a gumen-
ie e Wand ey […] on An ang an, dass diejenigen El e n, die sich mi den Ideen de
S uden enbewegung iden i izie en konn en, auch die Käu e on o uchs ausmachen
wü den“ (No ick-Rühl, 2014, S. 163). Neme h wies noch 2005 s olz da au hin, dass
es Leh e *innen gebe, die noch imme die Que -Comics im Un e ich e wende en
(Neme h in Jüngs , 2005, S. 8).
5 S uk u und Thema ik
Alle d ei Que -Comics üh en du ch die Geschich e und s ellen da , wie sie sich wiede -
hol und wie die einen on den E eignissen p o i ie en und die ande en s e s e lie en.
Das gil ü Moneymake mi den wiede und wiede be ogenen A men ebenso wie ü
Skla en. Auch in dem hie nähe un e such en Comic Rüs ung – Vom An ang de Wel bis
zu ih em möglichen Ende gib es eine Zei eise. De Un e schied zu den ande en Que -
Comics lieg da in, dass es hie Iden i ika ions igu en aus de eigenen Zei gib , nämlich
„Nina und ih en Sohn Tom“, die diese Zei eise un e nehmen. Wo man in Skla en den
ewigen Skla en inde und in Moneymake Ausbeu e und Ausgebeu e e übe hunde e
on Jah en au einande e en, begegnen Nina und Tom in Rüs ung imme wiede dem
ewigen Solda en, de sie abe nie wiede e kenn , sich nich an seine E ah ungen aus de
Geschich e e inne und nich dazule n .
Inhal und S uk u sind eng au einande bezogen. Die Da s ellung de un e schiedlichen
K iege a iie nu in De ails. Imme e lie en die A men und die Reichen gewinnen.
De ewige Solda zieh jedes Mal engagie in den Kamp und komm en wede schwe
e le z zu ück ode s i b . Diese s ändigen Wiede holungen sind Teil de Bo scha : De
Teu elsk eis muss du chb ochen we den. Die F iedensdemons a ionen zu Beginn und
am Ende des Buches sind als ein Sch i in diese Rich ung zu e s ehen.
Zei eisen ode auch an as ische Reisen sind im Sachcomic ein belieb es na a i es
Ins umen ( gl. Jüngs , 2010, S. 308) und kommen in de Kinde sachli e a u gene ell
häu ig o ( gl. on Me eld , 2019, S. 21). Ein mode ne es Beispiel sind die „Ma z &
Mikke“-Comics on Pe e M ozek und wechselnden Tex e n, die on 1999 bis 2006 in
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Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale
de Zei sch i Geolino e schienen.7 Zei eisen lassen sich du ch die Tex -Bild-Ve bindung
anschaulich und emo ional ansp echend da s ellen; die Reisenden sind mi en im
Geschehen, was die Illusion e zeugen soll, dass sie die his o ischen E eignisse di ek und
un e älsch und nich medial e mi el wah nehmen. Gleichzei ig haben sie on diesen
E eignissen schon gehö und können sie eino dnen, ande s als diejenigen, die a sächlich
in de besuch en Zei leben.
Im De ail üh diese Zei eise Nina und Tom du ch die Geschich e des eu opäisch-wes li-
chen Kul u k eises
8
, wobei sie s e s k iege ische Auseinande se zungen e leben. Zunächs
wohnen sie jedoch mi dem Wissenscha le Laplace de En s ehung de E de bei, so dass
die Zei eise insgesam ie Millia den Jah e übe spann . Das hohe Al e de E de s eh
im Kon as zu de Geschwindigkei ih e Ze s ö ung sei Ankun des Menschen.
Die Geschich e de Menschen beginn mi einem Kamp zwischen Neande ale n. Es
olgen de T ojanische K ieg, die Be gp edig , die „Ri e zei “, de D eißigjäh ige K ieg,
eine „Denkpause“ (1795-1815), die mi dem Un e gang des Napoleonischen Hee es en-
de , de E s e Wel k ieg, das D i e Reich mi dem Zwei en Wel k ieg, „Leben mi de
A ombombe“ (Hi oshima, Kuba-K ise), Demons a ionen 1982 und 1983 (u. a. Mu langen)
und die Rückkeh in das Jah 1984. Die Kapi el we den jeweils mi einem ku zen Ve s im
S il eines poli ischen Liedes eingelei e .
5.1 Die Iden i ika ions igu en und das Un e hema „Alleine ziehende“
Die Iden i ika ions igu en ü die Lese *innen und gleichzei ig Sp ach oh ü die Bo scha
sind Nina und ih Sohn Tom. Nina is schä zungsweise Mi e/Ende d eißig, Tom zwischen
zehn und zwöl Jah en al . Ih e Nachnamen e ah en wi nich . Tom sp ich seine Mu e
nie di ek an, so dass nich kla is , ob e den Vo namen als An ede ü sie benu zen ode
„Mama“, „Mu e “ e c. sagen wü de. Gekleide sind beide in Hosen ( e mu lich Jeans,
auch wenn sie au de Umschlag o de sei e o sind) – eine „Uni o m“, die sich bis heu e
häl , nich nu in Ninas Milieu.
Ein Va e i nie au ; Nina is alleine ziehend und be on das im Lau des Comics imme
wiede . Wi e ah en nich , wie diese Ein-El e n-Familie/Mu e -Familie en s anden is .
Als Möglichkei en gel en „T ennung, Scheidung ode (…) die Gebu eines Kindes bei
eine bewuss allein lebenden F au.“ (Na e-He z, 1989, in Rol /Zimme mann, 2001, S.
19)9 Die Reak ionen de Umwel au eine F au, die mi Kind abe ohne Mann du chs
Leben geh , sind wäh end de Zei eise du chgehend eindlich. Im T ojanischen K ieg wi d
sie als Amazone iden i izie , wobei die Beme kung eines K iege s, sie age schließlich
Männe kleidung, nich pass : De K iege äg eine Uni o m, die ande en Anwesenden
Togen; Jeans haben sie logische weise nie gesehen. Auch im D eißigjäh igen K ieg wi d
Nina nach ih em Mann ge ag und s eh so o o de Inquisi ion, weil sie nu eine Hexe
sein kann, die das Kind mi dem Teu el gezeug ha .
In jede Zei gab es jedoch F auen mi Kind, abe ohne Mann: Wi wen, ungewoll schwan-
ge gewo dene. Ninas Rolle als Alleine ziehende wi d du ch die Kon on a ionen be on .
Es handel sich um ein Neben hema, das den Au o en o ensich lich wich ig wa .10 Mi
7 Eine Analyse des Comics, in dem Ma z und Mikke Van Gogh besuchen, inde sich in Jüngs , 2010, S. 312-314.
8 Dabei spiel nu die Be gp edig nich in Eu opa.
9 In e essan e weise wi d die Möglichkei eine Ve wi wung, die zu o bei den Familiende ini ionen ange üh
wu de, hie nich meh e wähn . Die Lebens o m e schein als, zumindes beg enz , eiwillig gewähl .
10 Kespe -Bie mann (2018) besch eib gene ell die Ve ände ung in de Da s ellung on Beziehungen im Comic;
die Da s ellung on Nina als Alleine ziehende kann auch in diesem Kon ex gelesen we den.
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Heike Elisabe h Jüngs
de eigen lichen Handlung ha es nich s zu un ( ü die Inquisi ion hä e man auch ande e
G ünde e inden können). Das Thema gehö jedoch in den Be eich Emanzipa ion, de
p og essi en Gesellscha s eilen damals wie heu e wich ig wa . Mi de alleine ziehenden
Nina wi d ein Familienbild o ges ell , das noch wenige Jah e o E scheinen des Comics
seh k i isch gesehen wu de und An ang de 1980e Jah e auch noch nich selbs e s änd-
lich wa . Ein-El e n-Familien gal en als schlech ü die Kinde .11 Die Be onung des Themas
wi k heu e aus de Zei ge allen. Mi de Zunahme diese Lebens o m gewöhn e sich die
Gesellscha da an. Wich ig is abe , dass Nina als Mu e und diejenige da ges ell wi d,
die komplexe poli ische Themen mi ih em Kind besp ich und es dabei e ns nimm ;
Va e -Sohn-Gesp äche zum „E ns des Lebens“ we den e mieden.
Gleichzei ig geben die beiden Figu en de Geschich e einen Rahmen. Nina und Tom
machen du ch das gesam e Buch hinweg alle E ah ungen gemeinsam. Nina is o die
Ad essa in ü Toms F agen, kann sie keineswegs alle bean wo en und gib das auch zu.
Auch sie muss sich in emden Si ua ionen zu ech inden und s ell selbs F agen, z. B. an
die his o ischen Figu en. Sie is gebilde , abe nich allwissend ode dem Kind in jede
Hinsich übe legen, und da das sein, ohne dass sie ih e Au o i ä als Mensch e lie . Tom
e wa e o ensich lich nich , dass seine F agen imme gleich bean wo e we den, und
geh den Weg zu den An wo en mi . Ihm wi d die Kompe enz zuge au , selbs Schlüsse
zu ziehen, wobei diese o als F agen an Nina o mulie we den.
Die An wo en und die Schluss olge ungen, die Nina und Tom aus ih en E ah ungen
ziehen, sind nich geziel o en ü eine In e p e a ion du ch die Lese *innen. Sie spiegeln
die Le ninhal e wide : Die Geschich e wiede hol sich und man muss den Teu elsk eis
du chb echen, sons wi d de nächs e Sch i ein A omk ieg sein. Fü die e wachsenen
Lese *innen is Nina die E wachsene, in de sie sich wiede e kennen ode die sie als Ideal
ansehen. Tom is die Iden i ika ions igu ü die Zielg uppe de Kinde .
De Hund Hek o ha dagegen eine kommen ie ende, manchmal wi zig-en las ende
Rolle, übe den Gesich sausd uck, die Kö pe hal ung, Handlungen und Denkblasen (nu
die Lese *innen können seine Gedanken sehen). Wa um de Hund Hek o heiß , e äh
man im T ojanischen K ieg: Achilles will Nina und Tom e skla en, Hek o beiß ihn in
die Fe se. Als Nina und Tom 1983 die „Kill oy-Kase ne“ de US-A my besuchen, pinkel
Hek o das Plaka „Alle eden om F ieden, wi siche n ihn“ an. Typische Denkblasen sind
sein Kommen a zu Da win („Schließlich s amm de Mensch om A en ab, hihihi!“),
sein En zücken angesich s de ielen Knochen eines B on osau us ode „Die spinnen, die
F anzosen!“ zu Napoleon.12
5.2 Bildliche Da s ellung
Die Zeichnungen sind kla e S ichzeichnungen, was un e ande em den D uck o gaben
geschulde is . Das Papie de o o o-Taschenbüche wa au und nich einweiß.
G au öne ode ga Fa ben konn en nich wiede gegeben we den. Das i au iele
Comics zu, wie auch au die be ei s e wähn en o okopie en Poli comics, und wi k
nich be emdlich.
11 Man kann jedoch da on ausgehen, dass „[n]ega i e Auswi kungen ü Kinde […] in den Vo u eilen de
Umwel liegen.“ (Rol /Zimme mann, 2001, S. 34)
12 Le z e es is na ü lich eine Anspielung au Obelix‘ S anda daussp uch: „Die spinnen, die Röme !“ Die Zielg uppen
we den als Comic ans angesp ochen. Hek o selbs sieh aus wie S uppi aus „Tim und S uppi“, de die
Handlung eben alls mi Sp echblasen kommen ie . Fü diesen Hinweis danke ich Syl ia Kespe -Bie mann.
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Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale
Die Umschlagbilde sind dagegen bun . Au dem Ti el on Rüs ung ma schie en Rake en
mi s a en, i en Augen und scha en Zähnen übe einen Weg o einem kleinen Do mi
Ki ch u m. Nina und Tom gehen di ek o ihnen. Nina ha den A m schü zend um Tom
geleg und kommen ie : „Eins is siche , die machen hie die Gegend unsiche .“13 Hund
Hek o klä die Rake en an. Beleb e Gegens ände kommen sons in den Comics nich
o ; das Ti elbild se z den Ton ü den Kamp gegen die bed ohlichen A omwa en.
In den Bilde n we den Nina und Tom als einande liebe oll zugewand da ges ell . Nina
leg Tom as imme die Hand au die Schul e und d eh sich zu ihm. Gleichzei ig dien
sie de Blicklenkung, denn sie weis o mi de eien Hand au wich ige Menschen
und Gegens ände. Nina wi d abe auch lässig mi den Händen in den Hosen aschen
da ges ell . Auch Ges en de Ve zwei lung kommen o ; ein Schwanken zwischen dem
Ve such, das Kind zu s ä ken und es zu beschü zen und dem Ge ühl de Mach losigkei
angesich s de Wel lage.
Typisch da ü is das Bild „1984: Nina und ih Sohn Tom sam Hund Hek o inden die
Lage b enzlig“. Es s eh ganz am An ang des Comics und wi d als d i le z es Bild mi
Ve ände ungen wiede hol . De Demons a ionszug is au beiden Bilde n gleich, nu die
Au sch i en au den Plaka en sind e ände . Nach dem e s en E scheinen des Bildes olg
die Zei eise. Nina und Tom bewegen sich on de Demons a ion weg, nach links aus
dem Bild. Im gesam en Comic bedeu e die Bewegung nach links, gegen die Lese ich ung,
Ve gangenhei ode Exil.
Abb. 1: Die F iedensdemons a ion als Eins ieg in die Zei eise
13 Die Rech sch eibung wu de in den Zi a en angepass . Im Comic selbs we den nu G oßbuchs aben e wende .
De Comic is du chgehend nich paginie , so dass au diese Angabe hin e den Zi a en e zich e wu de.
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Heike Elisabe h Jüngs
6 Fazi
Zei eisen, Begegnungen mi be ühm en Menschen, die Teilnahme an geschich lichen
E eignissen (ode zumindes die Beobach ung) du ch Iden i ika ions igu en sind ü
Sachcomics ypisch, weil man sie gu in Szenen, Bild und Dialog da s ellen kann und
man mi den Zei eisenden Figu en ha , denen die Ve gangenhei so emd is wie den
Lese *innen ( gl. Jüngs , 2010, S. 81-82). Die Auswahl de his o ischen E eignisse in den
Que -Comics is wohl o allem ih em ela i hohen Bekann hei sg ad geschulde ; die
In o ma ionen dazu sind alle dings o so mage , dass man diese E eignisse auch du ch
ande e hä e e se zen können. Ob die Zielg uppe Kinde damals schon meh als ge-
schich liches Halbwissen mi b ach e, is schwe zu sagen.22 Bei eine Zei eise, wie hie
da ges ell , müssen die In o ma ionen no wendige weise gekü z we den. Wenn man
zu wenige In o ma ionen ha , ha man abe keinen Ang i spunk , um die Geschehnisse
abzuwägen und da aus zu le nen. Ein di e enzie es U eil übe K iege, z. B. auch übe
die F age, ob man sich nich weh en da , is auch nich das Ziel des Comics. Es geh
da um, all diese K iege als Sch i e au dem Weg zu a oma en Au üs ung zu sehen, die
po enziell die Menschhei e nich en kann.
En sp echend gib es o de Zei eise den Hinweis, es könne bald ein K ieg ausb echen,
de die Menschhei e nich e . Die F age, ob man dami die Kinde als mündig ansieh
und an de Diskussion be eilig , ode ob man Ängs e schü , s ell e sich dem Au o en eam
o ensich lich nich .
Nina und Tom e en au as jede Sei e au . Sie s ellen ein ü das Kinde sachbuch ypi-
sches S uk u elemen mi Iden i ika ionspo enzial da , keine in e essan en Cha ak e e.
Wi wissen as nich s übe sie; nu die Ein-El e n-Familie wi d imme wiede hema isie .
Doch auch diese is Teil des poli ischen Handelns und alles, was nich mi dem poli ischen
Handeln de Figu en zu un ha , is i ele an . Die mono one S uk u de Kapi el bis zu
dem übe das D i e Reich be on zwa , dass die Menschen aus de Geschich e nich s
gele n haben, is abe o he sehba und langweilig. Nina und Tom können aus de
heu igen Pe spek i e zu ückblicken und haben dahe mi ih en Vo aussagen ech . Die
Konsequenz, die sie ü die Gegenwa ziehen, soll on den Lese *innen mi ollzogen
we den, ih e E kenn nisse sollen die de Lese *innen we den. Die Didak isie ung e olg
nu übe dieses Schema. Die Lese *innen könn en zwa die F agen, die Nina und Tom
sich s ellen, auch selbs bean wo en; es kommen jedoch imme Modellan wo en, die
die Sich de Au o en wide spiegeln.
De Umgang mi den damals ak i en Poli ike n is ge adezu e äch lich. Sie haben alle nu
niede e Mo i e; man kann ihnen nich auen. Manche Poli ike , die in den ühen 1980e n
in Deu schland und Eu opa wich ig und ein luss eich wa en, we den übe haup nich ge-
zeig . Die SPD ehl as imme . Pa lamen a ische Abläu e hä en au g und de Komplexi ä
nich in den Comic gepass , abe ein Hinweis da au , dass sich auch Poli ike engagie en
und Ände ungen he bei üh en können, hä e das Schwa z-Weiß-Bild di e enzie . Es
gib auch keinen Hinweis da au , dass die da ges ell en Poli ike gewähl wu den.
Im gesam en Comic inde man Anspielungen, die dazu dienen, e wachsenen Lese *innen
eine kleine F eude zu machen. Es sind sozusagen Zeichen ü die e wachsenen Lese *in-
nen, dass man in die gleiche G uppe gehö und die gleichen Codes nu z .
22 In Rheinland-P alz begann Ende de 1970e , An ang de 1980e de Geschich sun e ich e s in de 7. Klasse.
Zwöl jäh ige Lese wä en also noch nich übe den T ojanischen K ieg hinausgekommen.
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Die Que -Comics: Die 1980e und ih e Ideale
Ein ai es Fazi is schwie ig. Ein Engagemen ü den F ieden is sinn oll, K iege sind
g ausam und e scheinen im Rückblick as imme übe lüssig. Die Schwa z-Weiß-
Da s ellung wi d dem Thema abe nich ge ech . Lösungen e scheinen banal ein ach
und somi auch nai .
De Comic is ein Kind seine Zei und seine sozialen Blase und ü uns heu e o allem
au g und diese Ta sache in e essan . Nich nu ein Blick au die Da s ellung on Menschen
und Si ua ionen aus dem damaligen Blickwinkel lohn sich. Die heu ige 1980e -Nos algie
schein in de unk i isch-posi i en Da s ellung de F iedensbewegung schon o wegge-
nommen. Fas le n man heu e meh aus dem Comic als im E scheinungsjah – nu nich
das, was die Au o en den Lese *innen beib ingen woll en.
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Heike Elisabe h Jüngs
Li e a u
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Comic. o o o uchs.
Wimme , W. & Tschap [G. Neme h] (1984). Moneymake . Que -Comic. o o o uchs.
Au o in
Jüngs , Heike Elisabe h, P o . D .
habili ie e sich 2006 an de Uni e si ä Leipzig zum Thema Sachcomics. Sie is
P o esso in ü Fach- und Medienübe se zen an de Technischen Hochschule
Wü zbu g-Schwein u , Rezensen in bei de Fachzei sch i 1001 Buch und o sch zu
Comics, audio isuelle Übe se zung, Kinde sachbüche n und Games.
E-Mail: heike.juengs @ hws.de
doi.o g/10.35468/6208-05
97
E a Ma hes und Ann-Ka h in Mehwald
Comics in didak ischen Kon ex en – no wendige
Un e scheidungen
Abs ac
Based on gene al didac ic and educa ional media heo y, his a icle deals wi h neces-
sa y dis inc ions: cen ally be ween comics and educa ional comics; associa ed wi h
his, wi h a ious didac ic me hods and deg ees o educa ional comics, which we ex-
plain using h ee examples. We also ouch on cu en app oaches o comics didac-
ics based on compe encies – and p oduc ion-o ien a ed eaching concep s. A he
end o he a icle, we e lec on he possibili ies and challenges o didac icising he
medium o comics.
Schlagwö e : Comicdidak ik, eduka i e Comics, poli ische Bildung, kompe enzo ien-
ie e Un e ich
1 Einlei ung
Die didak ische Wah nehmung on Comics e leb e in den le z en 70 Jah en einen
immensen Wandel: on de Ablehnung als „Schmu z- und Schundli e a u “ zu di-
dak ischen Ve einnahmung, neu al o mulie : zu An egung und Un e s ü zung on
Le np ozessen.
Pa allel zu de immensen Auswei ung des Comic-Ma k es in de Bundes epublik
Deu schland sei An ang de 1950e Jah e en s and ein Kamp gegen die Lek ü e on
Comics o allem auch auße halb de Schule, da diese bis Ende de 1960e Jah e wei es -
gehend konsensuell als Schullek ü e öllig e pön wa en. Eine pädagogische Deba e
wu de du ch den enommie en Kinde - und Jugendli e a u o sche Mal e Dah endo
ausgelös , de 1971 in de Zei sch i „Jugendsch i en-Wa e“ eine Ve ö en lichung mi
dem Ti el „Vo übe legungen zu eine Didak ik de Comic S ips“ o leg e, die iele ab-
lehnende Repliken e uh . Au ällig is die in diese Zei dominie ende ideologiek i ische
Pe spek i e, die auch de Bei ag Dah endo s wide spiegel ( gl. Dolle-Weinkau , 1990,
. a. S. 96 . u. S. 235 .; G ünewald, 2000, S. 77 .; Kespe -Bie mann, 2022, . a. S. 49 .).
Eine wich ige, in Bei ägen zu Comics im Un e ich nich imme kla ollzogene bzw.
bewuss gemach e Di e enzie ung nahm Wol gang Kempke in seinem Bei ag in de
„Jugendsch i en-Wa e“, eben alls aus dem Jah 1971, o . E un e schied ganz deu -
lich zwischen „Comics“ und „educa ional“ ode „pädagogischen Comics“ (1971, S.
17) und e läu e e den U sp ung le z e e in de E ziehung ame ikanische Solda en
im Zwei en Wel k ieg mi einem Spannungs e häl nis zwischen Au klä ung und
Manipula ion (ebd.).
doi.o g/10.35468/6208-06
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E a Ma hes und Ann-Ka h in Mehwald
In diesem Bei ag geh es o diesem Hin e g und zum einen da um, den Einsa z on
Comics als Massenmedien zu Le nzwecken on de E s ellung genuine eduka i e
Comics nachd ücklich zu un e scheiden. Le z e e sollen zudem au ih e un e schiedlichen
Didak isie ungsg ade und -weisen hin un e such we den. Be ach e we den d ei Comics,
die wi bewuss ausgewähl haben, um die Bandb ei e e schiedene Didak isie ungs-
weisen exempla isch da zus ellen. Gleichzei ig lieg de Fokus au eduka i en Comics
aus de poli ischen Bildung: Alphabe des Ankommens (2017), ein P ojek des Deu schen
Comic e eins, hema isie Fluch e ah ungen, Ma ion un e wegs des E angelischen
P essediens es (Höge le e al., 1976/77) be ass sich mi A mu in B asilien, und de d ei-
eilige Bildungscomic Andi des no d hein-wes älischen Ve assungsschu zes (Andi 1-3,
Innenminis e ium NRW, 2010‒2017) s eh ü schulische Ex emismusp ä en ion.
2 No wendige beg i liche Klä ungen
Zu Beginn soll eine ku ze de ini o ische Annähe ung an Comics s ehen, die ü den
Bei ag lei end is .
De Beg i Comic is aus dem Englischen en lehn , womi ka ika u is ische Bildgeschich en
im England des 18. Jah hunde s bezeichne wu den. Allgemein bedeu e das englische
Adjek i comic „komisch“, „lus ig“, „d ollig“. Bei einem Comic handel es sich also – zumin-
des on de Wo bedeu ung, abe auch seinem U sp ung he – um ein Un e hal ungs-
medium. Dieses zeichne sich du ch seinen e zählenden Cha ak e , die Gleichzei igkei
on gezeichne em Bild und Tex , Bild eihungen, Tex e in Sp echblasen und deu liche,
manchmal de ige (Umgangs-)Sp ache aus. Alle dings is a) da au hinzuweisen, dass es
keine einhei liche De ini ion on Comics gib und b) inzwischen längs auch e ns e S o e
in Comic o m da gebo en we den ( gl. Schüwe , 2005, S. 3 .).
In Leh -/Le nkon ex en sind, wie be ei s angesp ochen, zwei Fo men des Comiceinsa zes
kla zu un e scheiden: a) Die Einbe ung on Comics in einen didak ischen Rahmen; b)
die Konzep ion on Comics als genuine Bildungsmedien ode – ande s o mulie – die
T ans o ma ion on Comics in Bildungsmedien.
Diese Un e scheidung lieg in diesem Bei ag olgendes Ve s ändnis on
Bildungsmedien zug unde:
Ein Bildungsmedium (Leh -/Le nmedium) is ein Medium, das e was (einen objek i ie -
ba en Inhal i.w. Sinne) du ch den*die Au o *in als inhä en e Leh k a didak isch au be-
ei e zeig , das die po en iellen Ad essa *innen le nen, beg ei en, e s ehen, üben ode
auch anwenden sollen ( gl. P ange, 2011; Sünkel, 2002).
Ein on seine G unds uk u bzw. In en ion he nich didak isie es Medium kann on ei-
ne leh enden Pe son im Sinne eines Bildungsmediums e wende we den, wenn on ih
didak ische Funk ionen an es he ange agen we den bzw. es ü didak ische Funk ionen
in Ansp uch genommen wi d, die einem Bildungsmedium inhä en sein, abe auch da -
übe hinausgehen können.
Diese Aussagen lassen sich au Comics übe agen:
Es gib Comics ode besse : comica ige Medien, die speziell zum Zwecke des Le nens
gedach und gemach sind; hie ü inden sich in de Li e a u ech un e schied-
liche Bezeichnungen: Häu ig i man au den Beg i „Bildungscomics“ ( gl. e wa
Hand eichung Andi 1, G umke e al., 2011, S. 3), abe auch die Beg i e „eduka i e Comics“
(z. B. Anglmaye -Geelhaa , 2022, S. 126), „didak ische Comics“ (Anglmaye -Geelhaa ,
doi.o g/10.35468/6208-06
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Comics in didak ischen Kon ex en – no wendige Un e scheidungen
2022, S. 127), „Le ncomics“ (Gunde mann, 2017, S. 48) ode „Leh comics“ (Höge le e
al., 1976) sind geb äuchlich. Diese Comics we den o on Bildungsmedien e lagen ode
ande en Bildungsins i u ionen, abe auch Wissenscha le *innen und Leh k ä en selbs
ges al e ode zumindes ini iie .
Daneben inden nich explizi zu Le nzwecken konzipie e Comics in den Un e ich
Eingang, um on den Leh k ä en e l. un e implizi e Bezugnahme au achdidak i-
sche Diskussionen/Vo schläge es gese z e didak ische und/ode medienpädagogische
Zwecke zu e üllen.
Vo diesem Hin e g und sind auch zwei zen ale Fo men des Comiceinsa zes im Un e ich
zu un e scheiden:
a) Eduka i e Comics weisen bei ih e Ve wendung im Un e ich eine doppel e
Didak isie ung au : die ihnen inhä en e und den jeweiligen didak isie enden Zug i de
Leh pe son. Diese doppel e Didak isie ung kann gleichsinnig ode kon ä e lau en, also
die inhä en e Zielse zung und Me hodik e s ä ken ode diese en gegenwi ken ( gl.
Sünkel, 2002, S. 162 .). Vo allem ü Le z e es is abe Vo ausse zung, dass die Leh pe son
o O die dem Comic innewohnende bzw. beigegebene Didak isie ung du chschau und
k i isch e lek ie . So kann dann gg . nich zule z auch gemeinsam mi den Schüle *in-
nen ein k i ische , me ape spek i ische Blick au die spezi ische Didak ik des eduka i en
Comics ge ich e we den ( gl. S ein, 2003; Anglmaye -Geelhaa , 2022, S. 136).
b) Au hen ische, nich didak isie e Comics we den mi Hil e eine „Comic-Didak ik“
(G ünewald, 1982; gl. auch Oppolze , 2022, S. 81) ü Un e ich szwecke b auchba ge-
mach ; es e olg also ein ( ach-)didak isie ende Umgang mi diesen Medien.
Eine wei e e Ve wendungs o m is zumindes noch zu e wähnen: Die Benu zung on
Comics als nich didak isie e Medien im Un e ich als Au locke ungselemen e in ge-
nuinen Bildungsmedien, wie e wa die P äsen a ion on Ausschni en on „As e ix“ in
la einische Sp ache in dem Modul „Hei e es und Hin e g ündiges“ in de Leh buch eihe
„Medias in es“ ode e schiedene Comic igu en im Leh we k „Deu sch ak i “ ü
E wachsene ( gl. Kespe -Bie mann & S unk, 2024).
Im Zen um dieses Bei ags s ehen „eduka i e Comics“. Diese un e scheiden sich in G aden
und Weisen ih e didak ischen Ges al . Um diese Un e schiede e kennen zu können, is es
nö ig, zen ale Spezi ika eduka i e Comics zu benennen ( gl. e wa Anglmaye -Geelhaa ,
2022, S. 126 .; Höge le e al., 1976, S. 7 .; Näpel, 2016, S. 34):
Im Zen um s eh hie bei die au Aneignung zielende Ve mi lung on Wissen und/ode
Eins ellungen/O ien ie ungen, z. B. du ch die Be ei s ellung on Hin e g undin o ma io-
nen, e läu e nden Ein üh ungen, Beg i sklä ungen/Glossa en, Zei a eln, geog aphischen
Hil es ellungen, Li e a u e weisen inne halb des Comics. Als wei e e didak ische Mi el
dienen e schiedene Fo men de Elemen a isie ung on Sach e hal en und ad essa *in-
nenbezogene Iden i ika ionsmöglichkei en. Manchmal inden sich auch Au gabens el-
lungen ( gl. hie zu Hellmich, 2017, 2019). Zu eduka i en Comics exis ie en zudem o
(Leh k ä e-)Hand eichungen und/ode A bei sblä e ; abe auch Ans öße ü eigen-
s ändige Re lexion.
doi.o g/10.35468/6208-06

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E a Ma hes und Ann-Ka h in Mehwald
3 Eduka i e Comics mi un e schiedlichen G aden und A en
ih e Didak isie ung
3.1 Alphabe des Ankommens
Das Alphabe des Ankommens (2017), ein P ojek des Deu schen Comic e eins, wu de zwa
nich di ek als Bildungscomic konzipie , bie e in zwöl e schiedenen Comic epo agen
jedoch au klä ende Pe spek i en au Mig a ion, die ü Le nkon ex e on de Bundeszen ale
ü poli ische Bildung (bpb) au be ei e wu den. Jou nalis *innen und Illus a o *innen
en wickel en An ang 2017 in einem on de bpb ge ö de en Wo kshop Comics, die
die di e sen E ah ungen Ge lüch e e bei Neuan ängen in Deu schland behandeln
( gl. Mounajed & Semel, 2018a). An das P ojek schließ die bpb eine Hand eichung ü
Pädagog*innen (ebd.) sowie zwöl A bei sblä e ü die Sekunda s u e und E wachse-
nenbildung (Mounajed & Semel, 2018b) an. Nich nu au g und de Einbe ung in die
poli ische Bildung is die Comic eihe in e essan ü diesen Bei ag, sonde n auch wegen
de Comic epo age in ih e Bedeu ung als eine in Deu schland wenig ane kann en
jou nalis ischen Tex ga ung. Zudem is die E wähnung de Comicse ie mi ih en Un e -
ich sma e ialien au de Websi e de Gewe kscha E ziehung und Wissenscha ü die
Eino dnung als Bildungsmedium zu be onen (GEW, 2018).
T o zdem s ell das Alphabe des Ankommens un e den eduka i en Comics einen Sonde all
da , denn die Au o *innen ich en sich nich dezidie an Le nende und demen sp echend
is den Comics keine o ensich liche Didak ik eingesch ieben. In de Hand eichung wi d
be on , dass aus dem beg enz en Rahmen des Wo kshops E gebnisse he o gegangen
seien, die eils oh wi ken könn en, was „jedoch nich de en Bo scha ode Subs anz“
minde e (Mounajed & Semel, 2018a). Fü den Einsa z im Un e ich e geben sich da-
aus He aus o de ungen, au die Mounajed und Semel (2018a) au me ksam machen:
„Mi un e a bei en sie plaka i ode mi Vo u eilen bzw. Halbwah hei en und se zen
no wendiges Hin e g undwissen o aus“. Ge ade das kann abe als S ä ke des Comics
ü Bildungskon ex e gesehen we den, da im En wicklungsp ozess eine Comic epo age
eine Auseinande se zung mi de eigenen Wah nehmung de Repo e *in geschieh , die
dann in Bild und Tex übe agen wi d. Aus didak ische Sich läss sich diese subjek-
i e Fak o als Einladung an Le nende e s ehen, die Annähe ung an ein Thema du ch
die B ille de Jou nalis *in zu sehen. Beispielsweise wi d die Repo e in Na halie F ank
selbs in dem Comic „Es geschah in Lich enbe g“ da ges ell und ih e Begegnung mi
einem in e kul u ell a bei enden Musikleh e nach ollziehba gemach (F ank & Allon,
2017). Le nenden wi d übe die Comic epo age nahba e , was die Jou nalis *innen
bei ih e Feld eche che ü das Alphabe des Ankommens e ah en haben, ohne dass
eine Posi ionie ung zu den da ges ell en Fällen o gegeben wi d. Dami sind nich nu
die E zählungen Ausschni e mi o enen Enden, sonde n auch die Meinungsbildung
bleib eiges ell . Diese O enhei kann als didak isches Ins umen dienen: Pe sönliche
E lebnisse Le nende können in Auseinande se zung mi Mig a ionse ah ungen aus
den Comics, e gänz um Zei geschich e, in de Fo mie ung eine eigenen Posi ionie ung
münden. Diese nich -di ek i e Didak ik, im Sinne eine „Au o de ung zu Selbs ä igkei “
(Benne , 2001, S. 80), e möglich Le nenden die En wicklung eine Sich weise, die on de
de Comicau o *innen und Leh enden abweichen da .
Die Repo e *innen und Illus a o *innen aus zehn e schiedenen Lände n zeigen schwie-
ige Themen, wie Disk iminie ung du ch Mig a ions- und Wohnpoli ik, Übe o de ung
doi.o g/10.35468/6208-06
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Comics in didak ischen Kon ex en – no wendige Un e scheidungen
mi de deu schen Bü ok a ie, Kon on a ion mi dem F emdsein, Pe spek i losigkei
und T auma isie ungen Ge lüch e e , abe auch Ho nungs olles, wie das Gemein-
scha sge ühl im Fußball e ein FC Lampedusa, Un e s ü zung on F eiwilligen sowie
das e bindende Po enzial on Essen, Musik und Kuns ( gl. alphabe desankommens.
de, 2017). Nich nu die Inhal e un e scheiden sich, auch die Zeichens ile, de Um ang
sowie e ns ha e und humo oll ge ä b e Repo agen a iie en. Exempla isch behandeln
Ch is ina Heuschen und Magdalena Kaszuba in „Das passende Puzzles ück“ den P ozess
de Selbs -Be ähigung eines aus Mali ge lüch e en Jugendlichen im Tanz hea e p ojek
HAJUSOM Hambu g ( gl. Heuschen & Kaszuba, 2017). Au ach Sei en üh en die Bilde
om Ve ans al ungso , einem Bunke , zum P obe aum, übe die anzende G uppe zum
Ensemblemi glied Abou, hin zu den Lei e innen Do o hea Reinicke und Ania Faas, die
die Bedeu ung on HAJUSOM ü junge Ge lüch e e e läu e n, wei e in die Si ua ion on
Abous He kun sland Mali und die Ein luss ak o en Fluch , Mig a ion sowie Thea e anz
au Abous En wicklung, schließlich zu seine Vision Maschinenbau zu s udie en (ebd.).
Neben Elemen en de O al His o y, au Basis Abous ge eil e E ah ungen, wi d das
Thema Fluch du ch eine in die Comichandlung einge üg e Quelle des Bundesam s ü
Mig a ion und Flüch linge zu Asylan ägen (ebd., S. 2), einen Einschub de Au o in zu
Fluch u sachen (ebd, S. 5) und Bedingungen in Mali (ebd., S. 7) sowie abschließend einen
angehäng en Online-A ikel „ he s uggle o mali“ des Gua dian au be ei e (ebd., S. 9).
Le z e es wi d mi de Websi e on HAJUSOM un e dem Punk „We meh wissen will…“
au ge üh . Diese Lis e s ell die le z e Sei e eines jeden Alphabe des Ankommens-Comics
da . Das sch i weise He an üh en an die pe sönliche Geschich e eines Ge lüch e en, die
sodann mi wei e üh enden In o ma ionen zu Hin e g ünden un e ü e wi d, kann als
Bildungsangebo gesehen we den. Diese Ve weise s ellen eine Einladung an Le nende
da , sich übe den Comic hinaus selbs s ändig mi Quellen auseinande zuse zen.
Da übe hinaus sp ich aus dem Comic eine au klä e ische Absich , die Disk iminie ung
hema isie . K i ische Aussagen de P ojek e an wo lichen zu wi scha lich e zweck-
e Fö de poli ik (ebd., S. 5 .) sowie zu In eg a ion, die als „Einbahns aße“ bezeichne wi d,
junge Ge lüch e e mi einem „Puzzles ück“ alleinlassend (ebd., S. 6), sind i elgebend und
e hal en mi de P oblema isie ung on Bildungsungleichhei be o ene Ge lüch e e
(ebd., S. 8) zusä zliche Gewich ung. Äs he isch un e maue wi d diese am Ende des
Comics pla zie e Aspek mi eine sich schließenden Tü .
In diesem Zusammenhang sind die on de bpb ges ell en A bei sblä e he anzuzie-
hen, die jeden Au ag zu den zwöl Comic epo agen mi Mo i en des P ojek s und
Besonde hei en des Gen es sowie Angaben zu Au o *innen einlei en. Dami is didak isch
ein Rahmen gese z , in dem an Le nende eine medienanaly ische Vo gehensweise he an-
ge agen wi d. Die olgenden A bei sau äge we den jeweils mi Kommen a en de bpb
ü Leh pe sonen e gänz ( gl. Mounajed & Semel, 2018a). Exempla isch lau e die Au gabe
3 „Übe p ü en Sie ausgehend on M1 die Rele anz solche P ojek e wie HAJUSOM ü
die In eg a ion on Ge lüch e en“ (Mounajed & Semel, 2018b). Die zugehö ige Anlage
M1 en häl einen Tex ausschni übe e olg eiche In eg a ion, de Le nenden die wich ige
Rolle zi ilgesellscha liche Ak eu *innen au zeig . Die Hand eichung e weis zudem
au soziale Ne ze als Au angmöglichkei bei He aus o de ungen du ch Mig a ion ( gl.
Mounajed & Semel, 2018a). Insgesam sind die A bei sau äge mi bis zu ie Au gaben
übe sich lich gehal en und sollen „kogni i e wie k ea i e Zugänge“ (ebd.) e möglichen.
Zusammen assend zeichne sich de G ad bzw. die A und Weise de Didak isie ung
dadu ch aus, übe zum Nachdenken an egende Comics komplexe Themenzugänge zu
doi.o g/10.35468/6208-06
102
E a Ma hes und Ann-Ka h in Mehwald
e ö nen und übe im Anhang ausgewähl e wei e üh ende In o ma ionen die Inhal e zu
e ie en. Da übe hinaus inden sich meis nu aus einem Sa z bes ehende A bei sau äge,
die um eine knappe Hand eichung e gänz we den.
3.2 Ma ion un e wegs
De zwei eilige Comic Ma ion un e wegs des E angelischen P essediens es, e schienen
1976/77 (Höge le e al.), is mi seine In en ion, Schüle *innen übe die Ausbeu ung
on En wicklungslände n au zuklä en, im Kon ex de F iedensbewegung um 1970/80
zu sehen ( gl. Jüngs , 2010, S. 75)1. Das wi d in eine speziellen Didak isie ung im Comic
sich ba , die sich insbesonde e inhal lich zeig . Nach eine ün wöchigen Reise du ch den
ländlichen No dos en B asiliens lieg die Münchne in Ma ion Ziegle zu ih em Onkel
Ge aldo, de Lei e eines deu schen Konze ns mi Si z in São Paulo is ( gl. Höge le e
al., 1977, S. 1). Wäh end Ma ion die luxu iöse Sei e de S ad genieß , kon on ie sie
Te esa, die ih au ih e Reise be ei s begegne is , mi dem Elend de A bei e *innen und
zeig ih die Fa elas. Zunächs assungslos übe die ih bishe nich bewuss en Zus ände
in den Slums, A bei slosigkei , Alkoholabhängigkei , P os i u ion und Gangk iminali ä ,
will Ma ion Te esa aus ih e Si ua ion hel en, die Te esa jedoch ausweglos e schein .
Schließlich geling es Ma ion übe ih en Onkel Ge aldo einen A bei spla z ü Te esas
Mann zu bescha en, was die Familie ku z is ig en las e (ebd.).
G ammes (1998) lei e aus de Handlung einen „No d-Süd-Dialog“ (S. 308) ab, bei dem
Ma ions eiche Onkel ü den No den s eh , die Bewohne *innen de Fa elas ü den
Süden und Ma ion als Heldin und Rep äsen an in ü die Lesenden, die den No den ü
die Ve elendung de A men im Süden e an wo lich mach . Diese Pole we den zusä z-
lich in de bildlichen Da s ellung de Reichen mi weißen und de A men mi schwa -
zen Gesich e n un e mal ( gl. ebd. S. 312). Am Ende des Comics e zähl Ma ion ih en
F eund*innen in de Heima on ih e Reise, die „am liebs en […] so o e was un e -
nehmen“ (Höge le e al., 1977, S. 8) wü den. Da aus sp ich eine poli ische Bo scha ,
die in Lesenden ein Engagemen gegen die da ges ell e Unge ech igkei wecken will.
G ammes (1998) me k in diesem Zusammenhang die „ echnok a ische(…) Fo m de
68e -Pädagogik“ an: „das ich ige emanzipa o ische Bewuß sein könne pe A bei sbogen
in die Subjek e ‚hineinge agen‘ we den“ (S. 314).
Mi Jüngs (2010) ließe sich Ma ion un e wegs als „(p)oli ical campaign“ (S. 75)-Comic
bezeichnen. Auch wenn im Comic eine Wel sich p äsen ie wi d, die in Ve bindung
zu F iedensbewegung s ehend du chaus sympa hisch wi ken könne, soll en p opagan-
dis ische Elemen e benann we den ( gl. ebd.): Du ch eine Pe soni izie ung de poli i-
schen Deu ung in Kombina ion mi Bilde n we de Lesenden e schwe , in Dis anz zum
Inhal zu e en ( gl. ebd., S. 76). In dem o liegenden Comic komme „s a egische Wis-
sens e wendung“ (G ammes, 1998, S. 324) zum T agen, da die En wickle *innen on
Ma ion un e wegs die Dependenz heo ie (ebd.) in Cha ak e en da s ellen, die mensch-
lich und nahba wi ken: Ma ion will Te esa und ih e Familie hel en, de en A bei we-
gen Mode nisie ungsp ozessen weg a ionalisie wu de ( gl. Höge le e al., 1977, S. 4).
Demgegenübe s eh de eiche Onkel Ge aldo, de in kapi alis ischem In e esse ü die
Maschinen a gumen ie und A bei slose abwe e ( gl. ebd. S. 6). In seine Pe son, „ e -
ze zu inhumanen Ka ika u des Un e nehme s“ (G ammes, 1998, S. 315), ließe sich die
Mode nisie ungs heo ie e kennen. Gleichzei ig e kö pe e die Igno anz des globalen
1 Vgl. dazu auch den Bei ag on Tilman G ammes in diesem Band.
doi.o g/10.35468/6208-06
103
Comics in didak ischen Kon ex en – no wendige Un e scheidungen
No dens gegenübe de A mu , ü die, im Sinne de Dependenz heo ie, Indus ielände
e an wo lich sind: „Diese P obleme we den nich heu e, nich hie und nich on uns
gelös “ (Höge le e al., 1977, S. 6). Bei Lesenden des Comics könn e du ch die Übe se zung
diese heo e ischen Konzep e in menschliche Cha ak e e de Eind uck en s ehen, es
gäbe mi Ma ion eine mo alisch einwand eie Sei e, die in einem „p ak isch-poli ischen
Handlungsappell“ (G ammes, 1998, S. 314) münde , und den Gegenpol des Onkels dazu.
Zugespi z o mulie : We die Bo scha des Comics ich ig au nimm , engagie sich
ü En wicklungslände und die a men Menschen ode s eh au de gegne ischen Sei e
ü Indus ie und Maschinen ein. Diesen An eil poli ische Comics bezeichne Jüngs
(2010) als „s ongly beha iou - egula ing“ (S. 76), wobei nich ausgeschlossen sei, dass
ein solche Comic leh eiche In o ma ionen en hal en könne. Dami zusammenhängend
sp ich Jüngs (2010) on „popula ising in o ma ion“ (ebd.). Die Ve b ei ung on Wissen
sei demnach imme ein „ac o empowe men “ (ebd., S. 75), auch wenn dieses einge-
ä b on p opagandis ischen Elemen en sei. E neu sei au die spezielle Didak ik e wie-
sen, die in Bezug zum Ve ö en lichungszei aum on Ma ion un e wegs 1976/77 s eh :
In o ma ionen zu En wicklungslände n an Schüle *innen wei e zugeben, wenn auch mo-
alisch einge ä b , läss sich in diese his o ischen Phase als Re o m damalige Leh pläne
deu en. Solche Inhal e seien o he „aus den Cu icula ausgeblende “ (G ammes, 1998,
S. 312) wo den.
Dass bei de Ve mi lung on Ve elendung in En wicklungslände n ausge echne ein edu-
ka i e Comic als Fo ma gewähl wi d, wi k aus didak ische Sich sinn oll. Ausgehend
on de Übe legung, dass Schüle *innen in den 70e /80e Jah en e s mals im Un e ich
mi diesem Thema in Be üh ung kamen, gal es ein Medium zu wählen, das eine B ücke
zu Lebenswel de jungen Menschen bau . Allein du ch die äumliche T ennung e -
scheinen die P obleme des globalen Südens ü junge Menschen in Deu schland all-
ags emd. Jüngs (2010) be on die Bedeu ung on Lebensnähe ü die Popula isie ung
wissenscha lichen Wissens (S. 81). Wo diese nich bes eh , können eduka i e Comics
All äglichkei kons uie en. In dem Cha ak e Ma ion inde sich ein solche Ve such:
Bis sie in ih em B asilienu laub das e s e Mal mi de A mu in den Fa elas kon on ie
wu de, ha sie sich in ih em All ag nich mi dem Thema be assen müssen. Didak isch be-
ach e is Ma ion die B ücke zu Schüle *innen, denen das Leben in einem A mu s ie el
unbekann is . G ammes (1998) bezeichne diese Me hode als „küns lich inszenie e […]
All äglichkei “ (S. 314).
In e s e Linie is die Didak ik bei Ma ion un e wegs in die Handlung eingebe e . Ve einzel
we den in de Fußzeile Wö e e klä , geog aphische Hinweise gegeben ode knappe
In o ma ionen eingeschoben, die das Fo ma des eduka i en Comics un e s eichen,
jedoch nich allein ausschlaggebend da ü sind. Am Ende des Comics e weisen die
Au o *innen au zugehö ige A bei sma e ialien („N . 11-12/79: D i e Wel am Beispiel
B asilien: Hinweise au pädagogische Ma e ialien“) (Höge le e al., 1977, S. 8).
3.3 Andi
Ein ma kan e G ad de Didak isie ung be inde sich in den d ei Andi-He en des no d-
hein-wes älischen Ve assungsschu zes (Andi 1-3, Innenminis e ium NRW, 2010‒2017).
Die „Bildungscomics“, die Rech sex emismus, Islamismus und Linksex emismus an
Schulen behandeln, wollen übe in o ma i e Panels, angehäng e Glossa e und zwei
Hand eichungen ü den Poli ikun e ich Ex emismusp ä en ion leis en ( gl. G umke
doi.o g/10.35468/6208-06
110
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e ich sma e ialien-zu-a -spieg-a-5e7de05e04b94200129d5356/
Au o innen
Ma hes, E a, P o . D .
Leh s uhlinhabe in ü Pädagogik an de Uni e si ä Augsbu g. Schwe punk e:
Geschich e on E ziehung und Bildung, Disziplingeschich e, E ziehungs- und
Bildungs heo ien, Bildungsmedien o schung und Allgemeine Didak ik.
E-Mail: e a.ma he[email p o ec ed]g.de
Mehwald, Ann-Ka h in
wissenscha liche Hil sk a am Leh s uhl ü Pädagogik.
Schwe punk e: Poli ik und Bildung, Comics, Inklusion, Re o mpädagogik
E-Mail: ann-ka h in.mehw[email p o ec ed]
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111
Y onne Al-Taie und Susanne Schwe ege
Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen.
Comics in de an isemi ismus- und
assismusk i ischen sowie di e si ä ssensiblen
Hochschulleh e
Abs ac
The a icle discusses an in e disciplina y semina based on he comic-p ojec “How
a e you? Illus a o s agains an isemi ism, ha ed and acism”, which was co- augh in
he depa men s o A His o y and Mode n Ge man Li e a u e a Kiel Uni e si y in
all 2024/25. The semina augh co e e minology and s a egies o comic analysis ac-
companied by p ac ical elemen s, such as a wo-day comic-d awing wo kshop lead by
local based p o essional illus a o s and he cu a ion o a s udio exhibi ion. The cou se
aims o educa e s uden s bo h in he in e p e a ion o comics as mul imedia a as
well as in didac ics and ans e s a egies enabling hem o os e hei skills in aking
esponsibili y in a di e se and open socie y.
Schlagwö e : Comicdidak ik, Hochschulleh e, Disk iminie ung, Mul imediali ä
1 Das Comic-P ojek „Wie geh es di ? Zeichne *innen gegen
An isemi ismus, Hass und Rassismus“ als G undlage des Semina s
Als am 7. Ok obe 2023 de Übe all de Hamas au Is ael mi übe ausend Todesop e n
und übe 240 e schlepp en Geiseln und de in dessen Folge ausb echende Gaza-K ieg
die Wel e schü e e und sich Mi gliede be o ene G uppen in Deu schland – Juden
und Jüdinnen, abe auch Muslim*innen und Menschen mi paläs inensischen ode a abi-
schen Wu zeln – du ch an isemi ische und assis ische Vo älle zunehmend e unsiche
und bed oh ühl en, en schied eine G uppe on Comic-Zeichne *innen um den E lange
Comic-Salon, ein Zeichen gegen An isemi ismus, Hass und Rassismus zu se zen.1 Sie woll-
en Raum geben ü die A ikula ion pe sönliche E ah ungen und Ängs e und dabei in
einem Mi ühlen und Ve s ehen Zusammenhal leben, nich Spal ung. Geschehen soll e
dies im Medium des Comics:
1 Die Ini ia o *innen des P ojek s sind die Zeichne *innen Hannah B inkmann, Na halie F ank, Michael Jo dan,
Mo i z S e e , Bi gi Weyhe und Ba ba a Yelin. Zahl eiche wei e e Küns le *innen haben mi gewi k . Fachlich
und o ganisa o isch beglei e wu de die Ini ia i e du ch D . Vé onique Sina (Goe he-Uni e si ä F ank u ),
das Team des In e na ionalen Comic-Salons E langen sowie die P esses elle de S ad E langen. Siehe: h ps://
wiegeh esdi -comics.de
doi.o g/10.35468/6208-07
112
Y onne Al-Taie und Susanne Schwe ege
„Ge ade die Zeichnung und de Comic können unse e E ah ung nach indi iduelle Geschich en
e zählen, au klä en und Nähe scha en, ohne Menschen und ih e pe sönlichen Schicksale dabei
auszus ellen. Am 2. Janua 2024 haben wi deshalb das P ojek „Wie geh es di ?“ ges a e .
Im Dialog mi on An isemi ismus und on ande en Disk iminie ungs o men Be o enen, ode
Pe sonen, die sich mi menschen eindlichen Ideologien auseinande se zen, e zählen wi ku ze
Geschich en, die wöchen lich online publizie we den.
Die Komplexi ä de ak uellen Lage so g iel ach ü Ve unsiche ung und Pola isie ung. Uns is
es seh wich ig, o handene G äben nich wei e zu e ie en. Vielmeh möch en wi mi diesem
P ojek sensibilisie en, Ve s ändnis wecken und selbs dabei le nen.“ (Zeichne *innen gegen
An isemi ismus, Hass und Rassismus, o. D.)
Dami die Be o enen nich selbs und nich alleine die Au gabe des ‚Sp echens‘ übe -
nehmen müssen, wu den Tandems aus be o enen Pe sonen und Zeichne *innen ge-
bilde . Ausgehend on eine E zählung, einem Gesp äch ode einem Tex en wickel en
die Comicküns le *innen die zwischen neun und sechzehn Panel um assenden quad a i-
schen Comics, die alle un e de F age „Wie geh es di ?“ s ehen. Dieses o male Konzep
geh mi de En scheidung einhe , die Comics übe den Social Media Kanal Ins ag am
zu p äsen ie en, au dessen Layou die Comics abges imm sind. Neben de p ojek -
eigenen Homepage is Ins ag am de en scheidende Kommunika ionsweg des P ojek s.
Hie wu de unge äh wöchen lich ein Comic als Ca ousel Pos e ö en lich , in denen
die Panels als einzelne slides be ach e we den können. Neben diese se iellen Fo m de
Ve ö en lichung and im Juni 2024 auch eine Auss ellung de Comics au dem E lange
Comic-Salon s a . Flankie wu de das P ojek übe dies du ch eine Buchpublika ion, die
mi dem Abschluss de einjäh igen P ojek lau zei Ende 2024 angekündig wu de und
sei Mä z 2025 e häl lich is (B inkmann e al., 2025).
Diese Ini ia i e des E lange Comic-Salons haben wi zum Anlass genommen, im
Win e semes e 2024/25 an de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel ein Semina un-
e dem Ti el „Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen“ du chzu üh en, das das
E lange Comic-P ojek in den Mi elpunk s ell und die Pe spek i e um wei e e i ulen e
gesellscha spoli ische F agen unse e Zei e wei e , mi den Themen BPoC, Quee ness
sowie Biodi e si ä . De Ku s is in e disziplinä ausge ich e und als join en u e zwischen
dem Ins i u ü Neue e Deu sche Li e a u und Medien sowie dem Kuns his o ischen
Ins i u angeleg . Die Semina plä ze wu den pa i ä isch an S udie ende aus de Neue en
Deu schen Li e a u wissenscha (Mas e o Educa ion und Mas e o A s) sowie de
Kuns geschich e und de Kuns pädagogik (Bachelo o A s und Mas e o A s aus beiden
S udiengängen) e geben. Au diese Weise sollen die in e disziplinä en Kompe enzen,
die de Ku s schul , auch im Dialog de mul idisziplinä en Le ng uppe ges ä k we den
und die In e disziplina i ä mi hin nich nu du ch den Gegens and he ges ell we den,
sonde n in eg ale Bes and eil des Le nse ings sein.
Die Rele anz on Comics als Bildungsmedium kann be ei s au eine länge e T adi ion
zu ückblicken, de en An änge in Deu schland in die Phase de spä en 1960e bis zu den
ühen 1980e Jah en eichen und die einen neuen Schub in den Fachdidak iken sei
den ühen 2000e Jah en e äh ( gl. Kespe -Bie mann, 2022; Amme e & Oppholze ,
2022). Ge ade in den Jah en sei ca. 2020, dem Jah , in dem de Band de be ei s 2016
abgehal enen 11. Jah es agung de Gesellscha ü Comic o schung zum Thema „Comics
in de Schule“ e schienen is (Engelns e al., 2020), is eine Vielzahl on achdidak ischen
Publika ionen zum Einsa z on Comics in un e schiedlichen Disziplinen e ö en lich
wo den. Da un e inden sich Monog aphien und Sammelbände, die einzelnen Fäche n
doi.o g/10.35468/6208-07
113
Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen
gewidme sind, wie dem linguis ischen und li e a u wissenscha lichen F anzösischun e -
ich (Pus ka 2022), Deu sch als Zwei - und F emdsp ache (A end e al., 2022), dem
Geschich sun e ich (Amme e , 2024) ode dem Religionsun e ich (Pohl-O o, 2022).
Unse Ku s si uie sich im Kon ex de Deu schleh e *innen- und Kuns pädagog*in-
nenausbildung und schenk dahe den mul imedialen äs he ischen und e zählenden
Ve ah en besonde e Au me ksamkei , is abe ü einen mul idisziplinä en Un e ich
anschluss ähig.
Mi dem Ku s möch en wi d ei zen ale Kompe enz elde e mi eln und dami e bunde-
ne Leh -/Le nziele ad essie en: (1) Die Analyse-, Besch eibungs- und In e p e a ionskom-
pe enz des mul imedialen Mediums Comic einschließlich de Fach e minologie kennen-
le nen und einüben, (2) zi ilgesellscha lich hoch ele an e F agen on Disk iminie ung
aus eine indi iduellen Pe spek i e behandeln und Möglichkei en des disk iminie ungs-
eien Sp echens übe So gen und Ängs e übe das Medium des Comics e schließen und
(3) in einem p ak ischen Teil in einem zwei ägigen Zeichenwo kshop un e Anlei ung de
Illus a o *innen und Zeichne *innen Bi gi Weyhe – selbs am E lange P ojek be eilig –
und Noëlle K öge das Medium Comic p oduk ionsäs he isch in eigenen Comiczeichnun-
gen auslo en sowie in eine da au au bauenden Auss ellung F agen de Ve mi lung und
des T ans e s disku ie en und de en Umse zung un e Anlei ung e p oben. Dami olgen
wi den on Engelns und P euße he ausgea bei e en Aspek en de A bei mi Comics im
schulischen Deu schun e ich (die ü den Kuns un e ich in gleiche Weise in Ansp uch
genommen we den können), zu denen sie Medienkompe enz, li e a ische Ve ah en in-
klusi e na a ologische Aspek e und isual li e acy zählen (2023, 145). Neben de Analyse
schlagen Engelns und P euße im Be eich T ans e o , die Le nenden selbs Comics e -
s ellen zu lassen (ebd. 146 .). Im Semina kon ex konn en die S udie enden mi hin Analy-
se ähigkei en e we ben und Fo men des T ans e s kennenle nen und selbs ausp obie en,
die in angepass e Fo m sowohl ü die P ima s u e als auch ü die Sekunda s u e I und
II Anwendung inden können.
2 Un e ich skonzep ion und Kompe enz e mi lung
Wi haben die F age „Wie geh es di ?“ – die Ausgangs age alle Comics des E lange
Comic-P ojek s – an den An ang unse es Semina s ges ell . Dami woll en wi eine
e s e Annähe ung an die dialogische, zugewand e Hal ung gegenübe den einzelnen
Mi menschen und ih en ganz indi iduellen So gen und E ah ungen, die die „Wie geh es
di ?“-Comics auszeichne , e a bei en. Dabei wähl en wi eine Un e ich s o m, die es mög-
lichs nied igschwellig, ohne o he ige achwissenscha liche Vo kenn nisse e laub , uns
und die einande noch unbekann e Semina g uppe ins Gesp äch zu b ingen. Dazu s ell en
wi die Au gabe, zu e lek ie en, was diese F age implizie . Die S udie enden soll en zu-
nächs in Pa ne *innena bei de en un e schiedliche Dimensionen un e einande disku-
ie en. In einem zwei en Sch i sammel en und disku ie en wi die E gebnisse im Plenum.
So konn en die S udie enden Übe legungen zunächs in de Kleing uppe ausp obie en
und sammeln, ehe sie diese o dem gesam en Ku s o s ellen soll en. Die An wo en
ielen äuße s iel äl ig aus und beinhal e en neben dem b ei en Spek um on si ua-
ionsbeding un e schiedlichen Sp echhal ungen on loskelha bis e ns gemein auch
Übe legungen zu in e kul u elle Di e enz ode Aspek e on Mach und Hie a chie.
doi.o g/10.35468/6208-07
114
Y onne Al-Taie und Susanne Schwe ege
In einem zwei en Sch i e olg e die Annähe ung an das Medium Comic mi eine p o-
duk ionsäs he ischen Übung. Dazu e hiel jede* Semina eilnehme *in d ei Pos -I s,
wobei aus e schiedenen o handenen Fa ben ei gewähl we den konn e. Die Au -
gabens ellung lau e e, au den Pos -I s in eine d ei eiligen Bildse ie eine kleine Comic-
Na a ion zum Thema „Wie geh es di ?“ zu zeichnen. Anschließend wu den ausgewähl e
Zeichnungen am Whi eboa d gesammel und on den S udie enden ku z e läu e . Bei
diese Übung le n en die S udie enden be ei s e s e Fachbeg i e wie Panel, Gu e und
Closu e kennen. Ebenso wu den basale Möglichkei en de Da s ellung eines Handlungs-
e lau s und mi hin de Da s ellung eines zei lichen Ablau s disku ie .
Die au die Ein üh ung olgende e s e Un e ich seinhei , die zwei Semina si zungen um-
ass e, wa de E a bei ung de Analysek i e ien und de Fach e minologie als G undlage
de Comicanalyse gewidme . Dabei mach en sich die S udie enden mi den un e schied-
lichen g aphischen Da s ellungs e ah en e au und e lek ie en ausgehend on eine
Rekapi ula ion na a ologische Analyseka ego ien, wie diese Beg i e und Ka ego ien au
die mul imediale E zähl o m des Comics angewand we den können. Den Teilnehmenden
aus de Li e a u wissenscha wa en diese Ka ego ien be ei s aus dem Umgang mi li e a-
ischen E zähl ex en e au , wohingegen die küns le ischen Techniken zum Vo wissen
de S udie enden aus den Fäche Kuns und Kuns geschich e gehö en. Neu ü alle
G uppen wa en die g undlegenden Fachbeg i e zu Besch eibung de Comicsei e und
ih e Elemen e, die anhand on A bei sblä e n, die die S udie enden zunächs sowei wie
ihnen möglich selbs aus üllen soll en, e a bei e wu den. In einem zwei en Sch i wu de
die na a ologische Fach e minologie wiede hol bzw. ü die Teilnehme *innen aus den
Kuns wissenscha en e läu e . Zu jedem Beg i skomplex (E zählins anz, Fokalisie ung,
F equenz, O dnung) wu de die F age disku ie , wie dieses E zähl e ah en im Comic
umgese z we den könn e. Dies wu de an einzelnen Panels ode ku zen Panelsequenzen
disku ie und eingeüb , die aus un e schiedlichen Comics des „Wie geh es di ?“-P ojek s
en nommen wu den. Au diese Weise nähe e sich de Ku s indi ek be ei s den im
Zen um des Semina s s ehenden Comics an.
In de olgenden Semina si zung wu den au bauend au den be ei s e wo benen G und-
kenn nissen insbesonde e bildäs he ische Da s ellungs e ah en au de Comic-(dop-
pel-)Sei e be ach e , um ein Ve s ändnis da ü zu schä en, wie isuell-g aphische und
mul imodale Ve ah en zu In o ma ions e gabe ineinande g ei en und sich de ges al
die In o ma ionen aus de ex lich und bildlich e mi el en Handlung e gänzen und
un e s ü zen. Im Anschluss da an wu den anhand on ausgewähl en Beispielen aus be-
kann en Comics die Ges al ungsmöglichkei en diese Da s ellungs e ah en exempla isch
au gezeig und in de Diskussion die Analyse e minologie eingeüb .
Die zwei e Un e ich seinhei s ell e das E lange P ojek in den Mi elpunk und beinhal-
e e auch ein Gesp äch de S udie enden mi D . Vé onique Sina als eine de Ini ia o *in-
nen. Die „Wie geh es di ? Zeichne *innen gegen An isemi ismus, Hass und Rassismus“-
Comics olgen alle dem gleichen Au bau aus neun bis sechzehn im Quad a angeo dne en
Panels. Dabei gab es du chaus die F eihei , meh e e Panels zu eine g öße en Einhei
zu e binden ode das Feld als ein ganzsei iges Splash-Panel zu ges al en. Das g oße
Spek um an gewähl en Fo men, Da s ellungs e ah en und S ilen, die die Comics on
un e schiedlichen Comicküns le *innen auszeichnen, e möglich e es, inne halb ku ze
Zei die S udie enden an die Viel äl igkei des Mediums und seine Ausd ucksmöglich-
kei en he anzu üh en.
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115
Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen
Ein üh end s ell e eine S udie endeng uppe das P ojek in einem Re e a ih en
Kommili on*innen o und bean wo e e de en F agen. Im Re e a wu den be ei s aus-
gewähl e Comics des P ojek s gezeig und ku z e läu e , so dass die anschließende A bei
im Plenum unmi elba da an anschließen konn e, um gemeinsam die Beobach ungen
zu e ie en und zu e gänzen. Die ku zen Handlungs- und E zählsequenzen de Comics
sowie die konzen ie en Ges al ungskonzep e e laub en es dabei, die Comics wäh end
des Un e ich s gemeinsam zu e schließen und ih e mul imodale E zählweise in close
eadings eingehend zu analysie en. Eine zwei e Semina si zung se z e die gemeinsame
Analysea bei an Beispielen aus dem E lange P ojek o , wobei sowohl jüdische als
auch muslimische Pe spek i en in den Blick genommen wu den. In diese Si zung be-
ach e en wi auch den Comic „Vé o“, on dem Zeichne Thomas on Kumman und de
Medienwissenscha le in Vé onique Sina. Da in übe üh on Kumman sein Gesp äch
mi Vé onique Sina in eine ik i e Spazie gangsi ua ion, bei de Sina eind ücklich übe
das E leben ih e jüdischen G oßel e n wäh end de NS-Zei e lek ie und ih e eigenen
So gen angesich s de ak uellen Si ua ion ausd ück . Diese na a i e S a egie e möglich
es, die pe sönliche Familiengeschich e mi gegenwä igen E ah ungen zu e knüp en
und scha einen in imen Raum ü die Auseinande se zung mi ansgene a ionalen
T auma a. Die za en, e digen Aqua ell öne und die sub ilen Kons uk ionslinien, die die
einzelnen Panels ho izon al sowie e ikal isuell mi einande e binden – ein comicspe-
zi isches Mi el, das hie gekonn eingese z wi d –, un e s eichen die emo ionale Tie e
de E zählung (s. Abb. 1).
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116
Y onne Al-Taie und Susanne Schwe ege
Abb. 1: Thomas on Kumman und Vé onique Sina: Ve o (2024)
Mi diese Comicanalyse be ei e en wi zugleich das Gesp äch de Semina g uppe mi
F au Sina o . Im Anschluss wa en die S udie enden au ge o de , in Einzela bei F agen
zu sammeln, die sie an F au Sina ich en möch en. Die F agen wu den im Plenum besp o-
chen und soll en zum Gesp äch in de da au olgenden Si zung mi geb ach we den. Im
Dialog mi F au Sina wu den die Hin e g ünde zu Idee des P ojek s, Übe legungen zu
Umse zung und die A bei in den Tandems e läu e , ebenso wu den F agen in Bezug au
Ak i ismus und Wissenscha und die Posi ionie ung des P ojek s in Zei en eine pola i-
sie en Deba e disku ie . Vé onique Sina be ich e e auch on eigenen Auss ellungsp o-
jek en zum Comic, so dass hie be ei s An egungen ü unse e eigene Comic-Auss ellung
ein lossen und eine enge Ve knüp ung de Un e ich s eile gewäh leis e wu de.
Die Un e ich seinhei schloss mi eine Si zung ab, zu de jede* Teilnehme *in o -
be ei end einen Comic aus dem P ojek aussuchen, diesen im Semina ku z o s ellen
und die Auswahl beg ünden soll e. Jede Vo s ellung wu de du ch eine ku ze Diskussion
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mi wei e üh enden Beobach ungen aus dem Plenum beglei e . Au diese Weise wu de
noch einmal die B ei e de Annähe ungsweisen an den Umgang mi E ah ung on
Disk iminie ung und Ve olgung im Comic e schlossen und die S udie enden ha en die
Möglichkei , pe sönliche Akzen e zu se zen und übe ih en indi iduellen Zugang zu den
Comics mi ih en Kommili on*innen ins Gesp äch zu kommen.
Eine d i e Un e ich seinhei e wei e e das Themenspek um de behandel en Comics,
indem F agen on In e sek ionali ä , Gende und BPoC sowie de Biodi e si ä und des
A ens e bens an je einem Comic exempla isch be ach e wu den. Au G undlage des in-
zwischen e wo benen siche en Umgangs mi dem Medium wu den nun zwei ausgewähl-
e g öße e buch ö mige Comics gelesen: Bi gi Weyhes biog aphische Comic Rude Gi l
(2022) und Hanna Ha ms’ Milch ohne Honig (2022) als Sachcomic. Bi gi Weyhes A bei en
zeichnen sich du ch eine in ensi e Auseinande se zung mi (au o-)biog aphischen Iden-
i ä s agen und ansgene a ionalen Familiengeschich en sowie de en In ol ie hei in
his o ische E eignisse aus, die im Kon ex on Comics als E inne ungsli e a u disku ie
we den (Wol , 2023). Ha ms’ Comic wa Anlass, übe die Wissens- und Wissenscha s-
e mi lung am Beispiel de Rolle on Bienen im ökologischen Sys em zu sp echen, die
Folgen des Ve lus s on Biodi e si ä sowie de Ausbeu ung on Na u als ökonomische
Ressou ce zu ad essie en und gesellscha liche F agen übe die Beziehung zwischen
Mensch und Na u zu disku ie en.
Beide Tex e wu den du ch Re e a e einge üh , ehe die un e schiedlichen Themen und
Da s ellungs e ah en in de gemeinsamen Diskussion in den Blick genommen wu den.
Dabei wu den sowohl die mul imodalen Da s ellungs- und E zähl e ah en be ücksich ig
als auch die gesellscha spoli ischen Deba en, die die Comics hema isie en. Au diese
Weise le n en die S udie enden zugleich his o ische Hin e g ünde und ausgewähl e so-
zialwissenscha liche Fachbeg i e kennen.
3 Von de Theo ie zu P axis. De Comic-Wo kshop als k ea i e
Ve mi lungs o m
Au bauend au dem heo e ischen Wissen übe Comics und den e wo benen Analyse-
kompe enzen sowie de dadu ch e lang en Ve au hei mi den iel äl igen Da s ellungs-
und Ausd ucksmöglichkei en des Mediums and gegen Ende des Semina s ein zwei ä-
gige Zeichenwo kshop s a , in dem die beiden Hambu ge Comiczeichne *innen Bi gi
Weyhe und Noëlle K öge die S udie enden zu p ak ischen Zeichenübungen anlei e en
und aus ih e eigenen A bei be ich e en. De e s e Tag wu de on Bi gi Weyhe beglei-
e , die die S udie enden dabei un e s ü z e, eigene Comicp ojek e zu en wickeln. Die an
das E lange P ojek angelehn e F age lau e e dabei: „Wie geh es di , wenn du an die
Zukun denks ?“. De Um ang ü die zu ges al enden Comics wu de au neun Panels
es geleg , um einen Rahmen zu geben, de eine sei s e laub , eine kleine Geschich e
zu en wickeln, ande e sei s abe nich übe o de . Zum Eins ieg in den Wo kshop wu -
den un e Anlei ung on F au Weyhe zunächs einige Zeichenübungen du chge üh ,
um die Scheu o dem Zeichnen abzubauen. Dazu wu de ausschließlich mi Bleis i
au weißem Blankopapie gea bei e . Die Au gaben, die on den S udie enden in seh
schnelle Ab olge bea bei e wu den, lau e en: Zeichne ein Selbs po ä mi geschlosse-
nen Augen, eines mi de linken Hand, eines ohne den S i neu anzuse zen und zeichne
dich als ein Tie .
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Nach de Au wä mübung e hiel en die S udie enden ein Bla mi Au gabens ellungen
zu Bildmo i en, aus denen sie sechs auswählen und zeichnen soll en. Diese Zeichnungen
wu den au einem zu o zu 4x3 quad a ischen Panels ge al e en Papie bogen umgese z .
Die zwei e Au gabens ellung dien e dazu, eine kleine Tex sammlung anzulegen. Dazu
e hiel en die S udie enden wiede einen F agenka alog, e neu a en sie eine Auswahl
on sechs Au gaben. Alle S udie enden soll en übe dies ein soundwo d und ein schwa zes
Panel zeichnen.
Aus den Au gaben je 6 umse zen:
BILD: Ein blindes Selbs po ai zeichnen
BILD: An welchem O bis du ge ne?
BILD: Wenn du eine P lanze wä s , wie sähes du aus?
BILD: Zeichne einen Gegens and in diesem Raum, de di au ge allen is .
BILD: Ein Blick aus dem Fens e
BILD: E was, das dich an de Gegenwa s ö .
BILD: Wo au eus du Dich in de nahen Zukun ?
BILD: Eine Jah eszei .
BILD: Mi welchem Tie assoziie s du die Zukun ?
BILD: Zeichne eine We e lage die du mags .
BILD: Zeichne ein Ge ühl
Au gabens ellungen: Bi gi Weyhe
Aus den Au gaben je 6 umse zen:
TEXT: Ein Sa z ode ein Wo , das ih ge ade gehö ode gelesen hab und in e-
essan ande .
TEXT: Eine F age, die du deine *m Wohnungs-Nachba n*in s ellen möch es .
TEXT: Was ha di zule z Ho nung gemach ?
TEXT: Eine F age an das ge ade begonnene Jah , zu de du keine An wo weiß .
TEXT: Was indes du schwie ig?
TEXT: Sch eibe einen Sa z au , de beginn mi „Ich weiß nich , …“
TEXT: Wo ü bis du dankba ?
TEXT: Was indes du leich ?
TEXT: Welches Wo e bindes du mi de Zukun ?
TEXT: Wie geh es di , wenn du an die Zukun denks ?
TEXT: Sch eibe einen Sa z au , de beginn mi : Ich eue mich au ...
Fü Alle:
GERÄUSCH (Soundwo d) Zeichne ein Lau wo zu „Es e geh die Zei “
BILD: Ein schwa zes Panel.
Au gabens ellungen: Bi gi Weyhe
In eine G uppena bei sphase soll en die S udie enden sodann die Bild elde auseinande -
schneiden und in Pa ne a bei jeweils aus eine Auswahl on Tex - und Bild elde n einen
Comic aus neun Panels zusammense zen. Dabei muss en nich alle Tex - und Bild elde
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e wende we den und die Ab olge du e spiele isch und nich ‚logisch‘ sein. Au g und
des beg enz en Ma e ials und de o gegebenen Mo i e wu den die S udie enden an-
ge eg , mi Tex -Bild-Kombina ionen und -Folgen zu expe imen ie en. Die S udie enden
kamen bei diese Au gabe übe dies mi ih en Kommili on*innen ins Gesp äch und
en wickel en gemeinsam e s e Ideen zu eigenen Comics. Die so en s andenen e s en
Comic-En wü e wu den an einem Bo d gesammel und jede* Teilnehme *in s ell e
seinen*ih en Comic dem Plenum ku z o .
Im zwei en Teil des e s en Wo kshop ags soll en die S udie enden ausgehend on den
e s en Comic-En wü en ih en Comic wei e en wickeln. Dazu konn en nun auch neue
Bilde gezeichne sowie de Tex e gänz und indi idualisie we den. Nun du en auch
indi iduell Fa ben und un e schiedliche Zeichenma e ialien eingese z we den. Wäh end
diese A bei sphase un e s ü z e die Zeichne in Bi gi Weyhe die Teilnehmenden in aus-
üh lichen Einzelgesp ächen bei de Konk e isie ung de eigenen Comic-Idee.
Die in ensi e Vo be ei ung du ch die Beschä igung mi den „Wie geh es di “-Comics und
die ühzei ige In o ma ion übe den geplan en Comic-Wo kshop sowie die Auss ellung
schlugen sich in eils schon seh ausge ei en Konzep ionen ü die Comics niede . So
b ach en manche Teilnehme *innen be ei s eigene Ideen mi und wichen olls ändig on
dem zu o e a bei e en Ma e ial ab, ande en dien e es als G undlage zu En wicklung
eines eigenen Comics.
Am zwei en Wo kshop ag b ach e die Hambu ge Zeichne *in Noëlle K öge die
Pe spek i en au Quee ness und T ansgende im Comic ein. Sie se z e mi den S udie enden
in eine gemeinsamen A bei sphase kleine kollabo a i gezeichne e Figu en um, wobei
die Figu en in eine e s en Einhei du ch sukzessi e A bei sau äge en s anden und nach
und nach Kö pe eile und Accessoi es hinzuge üg wu den. Die Zeichenblä e wu den
dabei ü jeden Zeichensch i wei e ge eich , so dass am Ende gemeinsam gezeichne e
g o esk-komische bis niedliche Figu en en s anden. In einem zwei en Sch i soll en alle
Teilnehmenden Eigenscha en zu den e schiedenen Figu en au sch eiben. Im Anschluss
wu den die kollabo a i en s andenen Figu enzeichnungen hochgehal en und die eben-
so kollabo a i zusammenge agenen Eigenscha en dazu o gelesen. In einem le z en
Sch i wu den die Blä e mi den Eigenscha en neuen Figu en zugeo dne . Klischeeha e
Zusch eibungen on Eigenscha en zum äuße en E scheinungsbild wu den au diese
Weise k i isch e lek ie und zugleich un e lau en. Im Anschluss an diese A bei sphase
s ell e Noëlle K öge ih eigenes P ojek Meu e in eine g aphischen Lesung o und gab
Einblicke in ih e A bei sweise und die En s ehung ih e Comics. Dies e möglich e den
S udie enden, g undlegende A bei s echniken und konzep uelle En scheidungen bei de
En s ehung eines Comics zu e lek ie en.
Die Comics de S udie enden dokumen ie en eind ücklich, wie sie im Ve lau des Semina s
e wo benes Wissen übe Ges al ungs e ah en und de en Wi kungsdisposi ionen p o-
duk i anzuwenden e mögen. Zugleich spiegel sich in ih en Zeichnungen auch eine
in ensi e Auseinande se zung mi den Comics des E lange P ojek s wide . So wu den
einzelne Elemen e, Mo i e ode Da s ellungs e ah en, die wi im Ku s gemeinsam
be ach e und analysie ha en, p oduk i adap ie . In de Ges al ung ih e Comics
bewiesen die S udie enden K ea i i ä und g i en au ein b ei es Spek um an Fo m-
möglichkei en zu ück. So wu den Gu e au geb ochen und einzelne Mo i e übe die
Panelg enzen hinaus ausgedehn , das Le e ing wu de bedeu ungsgene ie end eingese z
ode es wu den Splashpanels gezeichne .
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Abb. 4: Auss ellungsansich ZUKUNFSTZEICHEN (2025)
Zusä zlich zeig e de g oße Raum zwei Comics aus dem E langene P ojek „Wie geh
es di ? Zeichne *innen gegen An isemi ismus, Hass und Rassismus“ – „And ea Ka imé“
on Bi gi Weyhe und „Vé onique Sina“ on Thomas on Kumman – sowie einen ein-
üh enden Tex de Dozen innen, um den Zusammenhang mi dem Semina zu e läu e n.
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Des Wei e en soll en hie auch die S udie enden selbs mi einem Tex bei ag zu Wo
kommen. Eine A bei sg uppe e ass e einen Tex , de den Ablau und das E gebnis des
Ku ses o s ell e.
Im kleinen Neben aum b ach en die S udie enden einen b ei en gelben Fa bbalken an
die Wand, wo au die kleinen Einzelzeichnungen aus dem Wo kshop mi Noëlle K öge
bewuss ei-dynamisch angeo dne und mi schwa zem Tape in eine Äs he ik, die den
spon anen und o enen ‚We ks a cha ak e ‘ au g ei , ixie wu den. Hie wa auch die
Mi machs a ion au gebau , an de Besuche *innen die Möglichkei ha en, die (gekü z-
en) Au gaben aus dem Wo kshop nachzu ollziehen und selbs umzuse zen ( gl. Ba y,
2019). An einem Tisch lagen Papie , Pos -I s und S i e be ei , mi de en Hil e eigene
Zeichnungen und Gedanken en s ehen konn en. Diese in e ak i e S a ion lud dazu ein,
sich ak i mi den ausges ell en Comics auseinande zuse zen und die zu o ges ell en
Au gaben, wie das Zeichnen on Selbs po ä s ode die Da s ellung on Zukun spe s-
pek i en, selbs auszup obie en.
Die Beg üßung de Gäs e bei de E ö nung de Auss ellung wa eben alls eine
Au gabe, die zwei S udie ende übe nahmen. Dies e möglich e es ihnen, ih e o gani-
sa o ischen und kommunika i en Fähigkei en zu e p oben und einen ak i en Bei ag
zu P äsen a ion de Auss ellung zu leis en. Du ch die Ve an wo ung ü die E ö nung
konn en die S udie enden nich nu ih e heo e ischen Kenn nisse in einem p ak ischen
Kon ex anwenden, sonde n auch ih e Rolle als zukün ige Kul u e mi le *innen in
un e schiedlichen Felde n s ä ken. Die Au gabe ö de e zudem das Bewuss sein ü die
Bedeu ung de ö en lichen Ansp ache und den Dialog zwischen Kuns , Publikum und
den eigenen We ken.
Zum Beglei p og amm de Auss ellung gehö e die Ku a o *innen- und Küns le *innen-
üh ung, bei de das Publikum die Möglichkei ha e, meh übe die En s ehung de We ke
und die dahin e s ehenden Ideen zu e ah en.
5 He aus o de ungen des in e disziplinä -p ojek o ien ie en
Leh o ma s: Zu k i ischen Re lexion des Comic-Semina s
Eine k i ische Re lexion des Semina konzep s zeig , dass die gelungene Ve bindung on
Theo ie und P axis in diesem P ojek einige He aus o de ungen mi sich b ing , sowohl
au achwissenscha liche wie auch inhal liche Ebene ( gl. B aßle , 2023).
Au de achwissenscha lich- heo e ischen Ebene wa das he e ogene Vo wissen de
S udie enden aus e schiedenen Fach ich ungen didak isch zu be ücksich igen. So a-
iie e das Vo wissen zum Medium Comic e heblich – on e s e Kenn nis bis hin zu
öllige Neuo ien ie ung, wobei niemand im Ku s sich zu o mi dem Medium Comic als
wissenscha lichem Analysegegens and beschä ig ha e. Diese (leich e) Wissensasym-
me ie e o de e ein lexibles didak isches Konzep , das un e schiedliche Eins iegspunk e
e möglich e und zugleich die achliche Tie e nich e nachlässig e. Des Wei e en wa en
S udie ende de Li e a u wissenscha mi na a ologischen Analyseka ego ien e au ,
die Teilnehmenden aus Kuns und Kuns geschich e b ach en Expe ise in bildäs he i-
schen Da s ellungs e ah en mi . Fü die Zusammen üh ung muss e aus eichend Zei
im Semina eingeplan we den. Auch die e schiedenen Fachsp achen bilde en ein
Hinde nis, da gleiche Beg i e in den Disziplinen eilweise un e schiedlich e wende
we den (z. B. de Bild-Beg i ). Als p oduk i e Lösungsansa z e wies sich hie die Bildung
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gemisch e A bei sg uppen, in denen S udie ende beide Fach ich ungen ih spezi isches
Wissen einb ingen und oneinande le nen konn en, das Einplanen on aus eichend
Zei ü e minologische Wiede holungen sowie bes ändige Reku se au o he so g äl ig
ausgewähl e Beispiele.
Au de p ak ischen Ebene zeig en sich an ängliche Vo behal e einige S udie ende ge-
genübe dem eigenen Zeichnen. Die So ge, nich ‚gu genug‘ zeichnen zu können, konn e
du ch die nied igschwelligen Eins iegsübungen und die we schä zende A mosphä e im
Wo kshop jedoch übe wunden we den. Ebenso wu de kla kommunizie , dass es sich
hie bei um keine P ü ungsleis ung handel und ielmeh de Fo sch i inne halb des
eigenen Comic-P ojek s un e s ü z und das Ausp obie en p oduk ionsäs he isch-didak i-
sche Ansä ze e möglich we den soll e. So wu de de Ku s sowohl küns le isch begab en
als auch wenige zeichne isch e sie en S udie enden ge ech .
Besonde e He aus o de ungen o enba en sich bei de Auss ellungskonzep ion. Keine
de eilnehmenden S udie enden e üg e übe Vo e ah ungen in diesem Be eich, was
zusä zliche Be euung e o de e. De e hebliche zei liche Meh au wand ü die Planung
und Umse zung de Auss ellung als nachgeo dne es E en kann nich au oma isch on
S udie enden e wa e we den, zumal diese neben den egulä en Semes e au gaben
zu bewäl igen wa . Hie emp iehl es sich, p o essionelle Un e s ü zung bei de Aus-
s ellungsges al ung hinzuzuziehen und eine geziel e Auswahl on Au gabenbe eichen
o zunehmen, in denen die S udie enden mi wi ken. Im Fall unse e Auss ellung wu den
e wa Auss ellungskonzep und Hängung on den Teilnehmenden geleis e , wobei sie on
Fachleu en aus de ku a o ischen P axis beglei e wu den. Diese E ah ung un e s eich ,
wie wich ig eine ealis ische Einschä zung des A bei sau wands und eine en sp echende
cu icula e Ve anke ung solche P ojek e sind.
Au inhal liche Ebene s and insbesonde e de Umgang mi den sensiblen Themen
An isemi ismus, Rassismus und Di e si ä im Fokus. Hie bei handel es sich um komplexe
gesellscha spoli ische F agen, die eils aus Unsiche hei übe die eigene Sp echposi ion,
eils aus So ge, unbeabsich ig disk iminie ende Äuße ungen zu ä igen, eben alls so g-
äl ig au be ei e in die S unden geb ach wu den. Eine besonde e Dynamik kann in
Si ua ionen en s ehen, in denen S udie ende ode Menschen aus ih em Um eld selbs on
diesen Themen be o en sind. Hie wa ein behu sames Mode ie en nö ig, um eine sei s
pe sönliche E ah ungen wü digend einzubeziehen, ande e sei s abe keine un eiwilli-
ge Exponie ung Einzelne zuzulassen ( gl. Cheema, 2021; Meye & Ca lson, 2014). De
dialogische Aus ausch mi D . Vé onique Sina und Noëlle K öge e wies sich als we oll,
da e den S udie enden au hen ische Einblicke in die En s ehung des P ojek s und den
Umgang mi eigene Be o enhei e möglich e.
Diese gelungene In eg a ion des Comics als Leh - und Le nmedium in einem uni e si ä-
en Semina üg sich in eine b ei e wissenscha liche En wicklung sei den 1990e Jah en
ein, die dem Bild nich nu als küns le isches A e ak , sonde n auch in seinen populä kul-
u ellen und massenmedialen Ausp ägungen Au me ksamkei schenk und in den le z en
Jah zehn en kon inuie lich an Dynamik gewonnen ha . Ve knüp is diese Wandel mi
dem zei gleich p oklamie en iconic u n (auch: pic o ial u n; gl. Mi chell, 1992; Boehm
2006, S. 13), de den Wandel hin zu eine bild- ans elle de ex zen ie en Kul u be-
zeichne und seinen Niede schlag in neuen disziplinä en Aus ich ungen inde , wie de
Bild heo ie, den Bildwissenscha en ( gl. z. B. Mi chell, 1994; Sachs-Hombach, 2005) ode
den Visual Cul u e S udies ( gl. z. B. Mi zoe , 1999, Rimmele & S iegle , 2019). De Comic
is ü die Zugangsweisen und F ages ellungen diese neuen ansdisziplinä en Ansä ze
p ädes inie und e ablie sich sch i weise als ele an e Gegens and wissenscha liche
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Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen
Analyse und als iel e sp echendes didak isches Ins umen auch in de Hochschulleh e.
In de kuns - und li e a u wissenscha lichen Hochschulleh e is de Comic dabei nich
nu ein Medium de Wissens e mi lung und des Leh ens/Le nens, sonde n in e s e
Linie Gegens and achwissenscha liche Auseinande se zung. Den k i ischen Umgang
mi diesem Medium einzuüben und seine Po en iale als Bildungsmedium ü Schule
und auße schulische Le no e zu e schließen, lieg in diesen Fäche n neben e wand-
en Fachbe eichen wie den Medienwissenscha en besonde s nahe. Mediale Tex -Bild-
Kombina ionen, auch jensei s des Comics, sind im digi alen Zei al e omnip äsen – in
Film, Fe nsehen, Nach ich enpo alen, Zei ungs- Zei sch i en- und Rund unkkanälen so-
wohl in den analogen Fo ma en als auch in den sie beglei enden digi alen Angebo en, in
We bung, Social Media ode Blogs. Das E we ben und Einüben on Medienkompe enz,
die zum sou e änen und k i ischen Umgang mi den medialen Tex -Bild-Flu en an-
häl , wi d dabei imme meh zu eine zen alen Komponen e de Leh k ä eausbildung.
Exempla isch läss sich diese Umgang mi kombinie en Tex -Bild-Medien im schulischen
Kon ex anhand on Comics einüben. Indem wi in unse em Semina Comics un e such
haben, die An isemi ismus- und Rassismuse ah ungen sowie Quee ness e handeln,
haben wi zugleich das gesellscha lich hoch ele an e Thema de In e sek ionali ä mi de
o mal-äs he ischen und inhal lich-k i ischen Medienanalyse e bunden ( gl. Beckmann
e . al., 2024).
Die p ak ischen E ah ungen aus unse em P ojek semina demons ie en eind ücklich,
dass Comics hie als p oduk i es We kzeug ungie en können: Die mul imodale S uk u
e möglich es S udie enden, heo e ische Konzep e und empi ische Be unde au e schie-
denen Abs ak ionsebenen zu du chd ingen. Ge ade in de Hochschulleh e, wo k i isches
Denken und wissenscha liche Re lexion im Zen um s ehen, e weis sich die Fähigkei
des Comics, Me a-Ebenen isuell zu ma kie en und gleichzei ig mul iple heo e ische
Pe spek i en nebeneinande zu s ellen, als besonde s we oll. Die No wendigkei , i-
suelle und ex liche In o ma ionen zu syn he isie en, ainie genau jene analy ischen
Kompe enzen, die ü akademisches A bei en essen iell sind. In de uni e si ä en Wis-
sense zeugung ungie de Comic als Expe imen ie eld ü neue Fo men wissenscha -
liche A gumen a ion, e wa wenn abs ak e Theo ien du ch isuelle Me aphe n g ei ba
we den ode wenn die zeichne ische Da s ellung selbs zum E kenn nismi el wi d. Fü
die Wissenscha skommunika ion bie e das Medium inno a i e Wege, Fo schungse geb-
nisse sowohl inne halb de akademischen Communi y als auch da übe hinaus zu e -
mi eln (Schwe ege , 2024). Die s uk u elle O enhei des Comics (z. B. die p oduk i en
Lee s ellen zwischen den Panels) ko espondie dabei mi dem uni e si ä en Ideal des
o schenden Le nens: S udie ende we den zu ak i en Mi ges al e *innen des E kenn -
nisp ozesses, indem sie Zusammenhänge eigens ändig kons uie en und dabei sowohl
achspezi ische als auch ansdisziplinä e Ve bindungen he s ellen müssen. Dies kann
e wei e we den du ch die eigene P oduk ion on Comics, so dass komplexe wissen-
scha liche Inhal e isuell s uk u ie , na a i e En scheidungen ge o en und dabei die
Balance zwischen Fachwissenscha lichkei und Publikumsansp ache ge unden we den
muss – eine Übung, die das Ve s ändnis de S udie enden sowohl ü die behandel en
Inhal e als auch ü die Mechanismen de Wissens e mi lung e ie .
Die insgesam seh posi i e Rückmeldung zu allen An eilen des Semina s du ch die S udie-
enden bes ä ig den We des gewähl en Konzep s o z de genann en He aus o de un-
gen und bek ä ig , dass in e disziplinä e, p axisnahe Leh o ma e mi gesellscha liche
Rele anz au g oßes In e esse s oßen und nachhal ige Le ne olge e möglichen.
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Y onne Al-Taie und Susanne Schwe ege
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S udies Yea book; Schwe punk : E inne ung – Au o ik ion – A chi (S. 133 – 163). S au enbu g Ve lag.
Bildnachweise:
Abb. 1 – Thomas on Kumman und Vé onique Sina: Ve o (2024)
Abb. 2 – Jana-Ca h in Çe inkaya: Rana, wie geh es di , wenn du an die Zukun denks ? (2025)
Abb. 3 – E ic Seemann: E inne n (2025)
Abb. 4 – Auss ellungsansich ZUKUNFTSZEICHEN (2025), Fo o: Dominik Bedna z
Alle Rech e liegen bei den Küns le *innen, so e n nich ande s angegeben
doi.o g/10.35468/6208-07
131
Mul imediales E zählen in eine Wel de K isen
Au o innen
Al-Taie, Y onne, PD D .
Akademische Rä in a. Z. am Ins i u ü Neue e Deu sche Li e a u und Medien de
Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel.
Fo schungsschwe punk e u. a. Bild heo ie und Visual Cul u e, Medienkul u wissenscha ,
deu sch-jüdische Li e a u sowie Gegenwa sli e a u .
E-Mail: yal [email protected]
Schwe ege , Susanne, D .
Wissenscha liche Mi a bei e in am Kuns his o ischen Ins i u de
Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel.
Fo schungsschwe punk e sind u. a. Tex -Bild Rela ionen, Äs he ik des Comics, Fo og a ie
und Kuns des 20. und 21. Jah hunde s.
E-Mail: schwe ege @kuns geschich e.uni-kiel.de
doi.o g/10.35468/6208-07

132
Jens Na e
Übe die Ges al ung on His o iencomics anhand
des Beispiels „De Kop de Hanse“
Abs ac
The ollowing a icle o e s a i s -hand insigh in o he c ea ion o his o ical comics
by a comic au ho , d awing om expe iences wi h he la es wo k ha explo es he
Hansea ic League. Emphasizing he ex ensi e esea ch and a is ic dedica ion equi ed
o accu a ely depic his o ical na a i es, he au ho discusses he balance be ween
s o y elling, s yle, and educa ional con en . Re lec ing on childhood ascina ion wi h
his o ical hemes in comics, in luenced by iconic se ies such as As e ix and Lucky Luke,
he au ho explains how hese ea ly in e es s shaped cu en endea o s. The me hodol-
ogies used, including on-si e isi s o his o ical loca ions and collabo a ion wi h expe s
o ensu e au hen ici y, a e de ailed. Addi ionally, he au ho discusses he isual and
na a i e elemen s o he comics, highligh ing choices in colo schemes and s ylis ic
app oaches ha con ibu e o con eying a i id ep esen a ion o he pas . Ul ima ely,
he goal is o engage eade s o all ages, b idging he gap be ween en e ainmen and
educa ion h ough compelling s o y elling ha makes his o y accessible and enjoyable.
Schlagwö e : Geschich scomic, Comice s ellung, Hanse, Ve mi lung
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Übe die Ges al ung on His o iencomics
1 Einlei ung
Abb. 1: Kop de Hanse
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Jens Na e
His o ische Inhal e sind in de Comicwel nich sel en. Auch ich habe o ku zem mi
„De Kop de Hanse“ ein solches Comicbuch e ö en lich . Hin e dem ü die Lese *in-
nenscha leich en Zugang ü geschich liche Themen s ecken o jah elange Reche che
und zeichne ische A bei . Neben de his o ischen Genauigkei , die sich ja nich nu au
E eignisse, sonde n auch au die bildne ische Da s ellung beziehen, müssen Küns le *in-
nen sich zusä zlich auch Gedanken um die S ilwahl und Fa bgebung machen.
Wie also komm jemand dazu, His o iencomics zu zeichnen? Welche inhal lichen
Schwe punk e soll ein solches Buch haben? Lieg de Fokus ehe au eine spannenden
S o y wie bei eine Aben eue geschich e? Ode sollen den Lesenden ak uelle E kenn nisse
aus de Fo schung e mi el we den?
Ich be ich e im Folgenden aus meine pe sönlichen Pe spek i e als Comiczeichne , den
schon üh im Leben his o ische S o e als gezeichne e Geschich e(n) gepack haben. Das
In e esse an de Kombina ion on His o ischem und Comics geh bis in meine Kindhei
zu ück. In meinem El e nhaus gab es zum einen We ke on Wilhelm Busch. Und dann
bekam ich diese bun en lus igen He e geschenk , zum Beispiel „Fix und Foxi“. Schon hie
läss sich de schmale G a in de Bewe ung on gezeichne en Bildsequenzen An ang de
1980e Jah e e kennen: Al bekann e Ka ika u is *innen und Zeichne *innen on Bilde ge-
schich en (wie e wa „Va e und Sohn“ on E.O. Plauen) wa en in bü ge lichen Haushal en
akzep ie . Die Kul u de Comiche e wu de ielleich nich meh e schmäh , abe siche
wohl als ehe minde we ige und i iale A on Kinde medien angesehen.
Meine pe sönliche Ini ialzündung wa siche lich die En deckung on anko-belgischen
Comicalben mi his o ischen Bezügen – allen o an As e ix und Lucky Luke. Begeis e
on gekonn en Zeichnungen und den ma kan en Cha ak e en wuchs in mi zei gleich
auch das In e esse, die Hin e g ünde und besch iebenen Zei en au ih en Wah hei sgehal
zu p ü en und somi die Ve knüp ung on Fik ion und Geschich e zu e kunden. Du ch
As e ix-He e wu de ich au die his o ischen Figu en Julius Cäsa und Kleopa a au me k-
sam – meine Neugie au die Geschich e des Römischen Reichs wa en ach wo den.
Auch bei Lucky Luke s ell e sich schnell die F age, was es denn nun wi klich mi Calami y
Jane, Billy he Kid und Co. au sich ha e. Leide sp eng en die P eise ü die Comicalben
damals schnell mein Taschengeldbudge . Abe spä es ens mi de E laubnis ü eigens än-
dige Fah en mi dem Fah ad in die nächs gelegene Büche ei konn e ich dieses P oblem
umgehen und and nun meine Lieblingscomics plus das Ma e ial zu Hin e g undana-
lyse am gleichen O o . Wenn ich es mi ech übe lege, ha sich an diese Faszina ion
und auch bei de A bei sweise an eigenen We ken ga nich so iel geände . Kla , das
In e ne hil nun dabei, schnelle die ich igen We ke und Ansp echpa ne *innen zu
inden, abe dennoch üh kein Weg an Fachli e a u o bei. Die meis en G aphic No els
leihe ich mi imme noch in den Hambu ge Büche hallen aus, um auch s ilis isch au
dem Lau enden zu bleiben.
Sei gu zehn Jah en lebe ich ausschließlich on meinem Scha en in den Be eichen
Ka ika u , Illus a ion und Comic. Als Schwe punk ha sich die In e essenlage sei
Kinde agen bes ä ig . Am liebs en ges al e ich Comics und Bilde büche mi his o i-
sche Thema ik, alle dings o e wei e um Regionalinhal e. Beme kba mach sich
dies in meinen Comicwe ken wie eine Adap ion on S o ms Schimmel ei e (Boyens
2014), einem Sammelband mi Comics ips übe das Schanzen ie el („Die Schanze“,
Boyens 2017), „Hammabu g“ (Elle & Rich e 2020) und ak uell „De Kop de Hanse“
(Edi ion 52, 2024).
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Übe die Ges al ung on His o iencomics
Abb. 2: Hammabu g
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Jens Na e
Abb. 3: Da s ellung des dänischen Königs Waldema IV. in „De Kop de Hanse“, S. 59
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Übe die Ges al ung on His o iencomics
Waldema is de dänische Th on olge , de om Exil aus mi Eh geiz in die Königsposi ion
gelangen will. Und da is Wi enbo g, de e s einen Pla z im Lübecke Ra und spä e das
Am des Bü ge meis e s ü sich beansp uch . Beide Männe sind gleich al und s eue n,
ohne sich zu diesem Zei punk e mu lich zu kennen, au einen Showdown zu, de in
de Schlach um Helsingbo g einen en scheidenden Wendepunk in „Kop de Hanse“
da s ell . Dahe e gab es Sinn, neben de a blich o -dominie en Haup handlung auch
noch einen e zähle ischen Nebens ang mi dem We degang des dänischen Königs ein-
zu ügen, in dem zu e höh en Deu lichkei au den Sei en de blaue Fa b aum dominie .
Wenn die beiden Kon ahen en dann au einande e en, gib es olge ich ig an diese
S elle eine Du chmischung de Fa b äume.
Ich habe schon einige Büche im Bilde buch-, Wimmelbuch- und Comicbe eich e ö -
en lich . Ich kann mich nich e inne n, mi jemals so iele Gedanken zum Fa bkonzep
gemach zu haben wie bei diesem Buch. Obwohl es au den e s en Blick a blich ielleich
ehe eduzie wi k . Bei de Umse zung lag die g öß e Schwie igkei da in, nich doch
de Ve suchung zu e liegen und wei e e Fa ben hinzuzu ügen.
7 Sei en-Layou und Panels
Einige E ah ung b ach e ich aus dem Vo gänge p ojek „Hammabu g“ bei de Ges al ung
de Sei ena chi ek u und de Bildsequenzen mi . In „Hammabu g“ ha e ich be ei s ein
Sys em en wickel , das mi den ypischen Panels, also den klassischen Comickäs chen,
b ich und mich ü ein ineinande ließendes Sei en-Layou en schieden. Bei diese A
on Ges al ung unk ionie e ich säm liche Bildgegens ände zu Panels um. In „Kop de
Hanse“ we den He ings ässe , Schi ssegel und Eingangspo ale on Kau mannshäuse n
zu wei e en eigenen Panels, in denen die Geschich e wei e e zähl wi d. Dieses Konzep
habe ich bei „Hammabu g“ ziemlich konsequen ausp obie , weil ich mi da on eine
noch lüssige e E zählweise e ho e. Im Hanse-Comic be eibe ich diese A on Sei en-
ges al ung e neu in ensi , alle dings mi meh Abwechslung. Wenn es mi sinn oll e -
schein , auchen du chaus auch wiede klassische Panels mi ypischen weißen T ennlinien
au . Meine Beg ündung ü diesen S ilwechsel: Ein g öß mögliches Maß an g a ische
Abwechslung häl eine sei s mich beim Zeichnen, abe spä e auch die Lesenden beim
Anschauen de Bilde bei Laune.
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Jens Na e
Abb. 4: Beispielsei e 70 aus „De Kop de Hanse“, au de ich Wellenbewegungen zu Ges al ung on Panels
e wende.
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Übe die Ges al ung on His o iencomics
8 Mode ne ode au hen ische Sp ache
Mein Eind uck is , dass sich in ielen Medien, die mi elal e liche A mosphä e ep äsen-
ie en, o eine e mein lich al e ümlich-au hen ische Sp ache eingeschlichen ha , die
abe wenig mi de Reali ä zu un ha . In meinen His o iencomics g ei e ich liebe gleich
wei gehend au heu ige Sp ache zu ück. Das e leich e den Lese luss und en e n die
mi elal e lichen Menschen auch nich on uns. So äll es leich , sich in die Lage de
P o agonis en*innen zu e se zen, zumal sich in den Hanses äd en ans elle eines ges elz-
en al modischen Deu sch das Niede deu sche sp achlich du chgese z ha e. Wenn mein
Hanse-Comic sp achlich hunde p ozen ig au hen isch sein soll e, hä e e also komple
au „Pla “ e scheinen müssen. Da ich liebe eine g öße e Lese *innenscha e eichen
will, habe ich au mode ne Ausd ucksweisen gese z und dabei ehe sp achliche Akzen e
eingebau . So inden wi on Zei zu Zei niede deu sche Aus u e wie „Ach, klei mi an‘n
Mo s!“, die ü die meis en Lese *innen nach ollziehba sein dü en. Zudem ach e ich
da au , dass die Ti el und An eden de Zei möglichs s immig angewand we den.
Das Ve wenden mode ne Sp ache mi au hen ischen Akzen en e möglich mi als Au o
einen siche en Umgang mi lüssigen Dialogen, so dass die Kommunika ion lebendig und
nach ollziehba sind. Vo bilde da ü and ich ehe in de Li e a u als im Comicbe eich.
Ich denke da an die We ke on Flo ian Illies (zum Beispiel „1913“) ode auch an Daniel
Kehlmanns „Ve messung de Wel “, in denen wi im his o ischen Kon ex eben alls mo-
de ne sp achliche Umgangs o men inden. O soga mi einem i onischen Un e on. Auch
diesen e suche ich in meine We ke zu anspo ie en, um dem Buch einen eigenen Klang
zu geben. Denn o z alle g oßen geschich lichen Handlungen und E eignisse pass zu
meinen Büche n imme diese Sa z on Thomas Be nha d: „Es is alles läche lich, wenn
man an den Tod denk .“
9 Vo gehensweise beim Zeichnen
Fehl noch ein ku ze Einblick, wie ich beim Zeichnen o gehe. „Hammabu g“, e schie-
nen2020, habe ich on de Vo zeichnung bis zu e igen Sei e inklusi e Handle e ing
noch komple analog e s ell . Inzwischen ha die digi ale A bei sweise auch bei mi zu
g oßen Teilen Einzug e hal en. Sei Ende de „Hammabu g“-Phase komm spä es ens bei
de Fa bgebung imme das G a ik-Table zum Einsa z. Die Technik is sei länge e Zei so
ausge ei , dass ich mi els des da ü o gesehenen S i es ohne Ve zöge ung di ek au
dem Bildschi m zeichnen und da übe hinaus au den komple en We kzeugkas en de
Malp og amme zug ei en kann. Es b auch e eine länge e Übungsphase, um den Umgang
mi dem Ge ä zu e le nen. So en s anden meh e e quie sch-bun e Wimmelbüche übe
Regionen in Schleswig-Hols ein, bis ich mich bei de digi alen Ges al ung siche genug
ühl e, um ein P ojek mi du chdach em Fa bkonzep wie „De Kop de Hanse“ zu be-
ginnen. Ganz au analoge A bei sweisen e zich e ich abe dennoch nich . Abgesehen
on e s en Skizzen und Raumau eilungsen wü en zeichne ich noch imme das komple e
Sei en-Layou meis in A3 ode A2 o , um es dann im Anschluss einzuscannen und digi al
wei e zu bea bei en. De G und da ü is eine g öße e Siche hei bei de Sei enübe sich .
Nu im analogen Be eich habe ich ein siche es Händchen und die ich ige Einschä zung,
wie iel Pla z ich ü die Elemen e benö ige, und ob die Zeichnung in de einen Ecke
mi den Zeichnungen in de ande en Ecke des Bla es noch s immig is . Das kann bei
ande en Zeichne *innen, die ielleich iel ühe mi digi ale A bei sweise in Be üh ung
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Jens Na e
gekommen sind, ganz ande s aussehen. Fü mich ha es sich als die ideale A bei sweise
he ausges ell , welche die zeichne ischen E ah ungen aus de Ve gangenhei mi denen
de Gegenwa sinn oll e binde .
10 Fazi : Fü wen soll das sein?
S ell sich zum Abschluss die F age nach de Zielg uppe. G undsä zlich soll die eigene
hema ische Begeis e ung zu einem Resul a üh en, das ü alle Lesenden geeigne is , die
sich ü His o isches in e essie en. „De Kop de Hanse“ is on mi also nich explizi als
eine Kinde - ode Jugendcomic gedach , wohl abe als ein al e sübe g ei endes We k,
das eben auch ü Kinde ode Jugendliche gu e s ändlich is . Na ü lich haben wi hie
eine S o y, die zwa gu ü die Hanse ausgeh , abe wenige gu ü die P o agonis en*in-
nen ende . Wi enbo g wi d hinge ich e , was mi ü ein Kinde buch hema isch ehe un-
geeigne schein . Seine F au s i b nach eine K ankhei und de be eunde e Wa endo p
äll im Kamp . Ich habe e such , solche Szenen bildne isch al e sge ech ü Kinde und
Jugendliche ab e wa 12 Jah en umzuse zen. Das wä e somi meine Al e semp ehlung
ü den „Kop de Hanse“. Diese Zielg uppe als Eins iegsal e zu wählen, komm na ü -
lich nich on unge äh . Es is das Al e , in dem die Hanse hema isch im Schulun e ich
o kommen kann.
Zusammen assend läss sich wohl sagen, dass die Ges al ung eines Geschich scomics ein
langwie iges und komplexes P ojek is , dass iel Du chhal e e mögen bei Küns le *in-
nen e o de . Mi is das nu möglich au g und de eigenen Begeis e ung ü his o ische
Inhal e. Ich bezwei le, dass ich bei ande en Thema iken ein ähnliches Ene gie e mögen
au b ingen könn e.
Li e a u
Na e , J. (2025). De Kop de Hanse. Edi ion 52.
Au o
Na e , Jens
is als Comic-Küns le in Hambu g ä ig und beschä ig sich inhal lich insbesonde e mi
his o ischen und egionalen Themen.
E-Mail: bilde na [email p o ec ed]
doi.o g/10.35468/6208-08
147
Au o *innen e zeichnis
Al-Taie, Y onne, PD D .
Akademische Rä in a. Z. am Ins i u ü Neue e Deu sche Li e a u und Medien de
Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel.
Fo schungsschwe punk e u. a. Bild heo ie und Visual Cul u e, Medienkul u wissenscha ,
deu sch-jüdische Li e a u sowie Gegenwa sli e a u .
E-Mail: yal [email protected]
G ammes, Tilman, P o . (i.R.) D . phil.
M.A. E ziehungswissenscha mi dem Schwe punk Didak ik de Sozialwissenscha en/
Poli ische Bildung.
Fo schungsschwe punk e: Theo ie de Fachdidak ik, in e p e a i e Un e ich s o schung,
Didak ikgeschich e. Li e a ische Sozialisa ion sei de Kindhei u.a. du ch
En enhausen, den Mik okosmos on Ca l Ba ks, in de deu schen Übe se zung
on E ika Fuchs
E-Mail: ilman[email p o ec ed]
Jüngs , Heike Elisabe h, P o . D .
habili ie e sich 2006 an de Uni e si ä Leipzig zum Thema Sachcomics. Sie is
P o esso in ü Fach- und Medienübe se zen an de Technischen Hochschule
Wü zbu g-Schwein u , Rezensen in bei de Fachzei sch i 1001 Buch und o sch zu
Comics, audio isuelle Übe se zung, Kinde sachbüche n und Games.
E-Mail: heike.juengs @ hws.de
Kespe -Bie mann, Syl ia, P o . D .
P o esso in ü His o ische Bildungs o schung an de Uni e si ä Hambu g.
Ak uelle A bei s- und Fo schungsschwe punk e: Comics als Bildungsmedien; (Pos -)
Kolonialismus, E ziehung und Bildung; Emo ionsgeschich e; Schulgeschich e;
T ansna ionale Bildungs äume.
E-Mail: sy[email p o ec ed]
Lohmann, Ing id, Uni .-P o . i. R. D ., P o esso in ü Ideen und Sozialgeschich e de
E ziehung an de Uni e si ä Hambu g.
Fo schungsschwe punk e: Beziehungen zwischen pädagogischem und ökonomischem
Disku s; jüdische Bildungsgeschich e; deu sch- ü kische Bildungsgeschich e.
Jüngs e Ve ö en lichungen: His o isches S ichwo : De En ep eneu , in Jah buch
ü Pädagogik 2024: Deglobalisie ung (2025); Als Sexuale ziehung „Sache de
Pädagogen“ wu de. Zum Disku s übe Onanie und si liche Ge äh dung im Deu schen
Reich um 1900, in Jah buch ü Pädagogik 2025: Sexuali ä und Bildung (2025).
ing idlohmann.de
E-Mail: [email p o ec ed]

Au o *innen e zeichnis
148
Ma hes, E a, P o . D .
Leh s uhlinhabe in ü Pädagogik an de Uni e si ä Augsbu g. Schwe punk e:
Geschich e on E ziehung und Bildung, Disziplingeschich e, E ziehungs- und
Bildungs heo ien, Bildungsmedien o schung und Allgemeine Didak ik.
E-Mail: e a.ma he[email p o ec ed]g.de
Mehwald, Ann-Ka h in
wissenscha liche Hil sk a am Leh s uhl ü Pädagogik.
Schwe punk e: Poli ik und Bildung, Comics, Inklusion, Re o mpädagogik
E-Mail: ann-ka h in.mehw[email p o ec ed]
Na e , Jens
is als Comic-Küns le in Hambu g ä ig und beschä ig sich inhal lich insbesonde e mi
his o ischen und egionalen Themen.
E-Mail: bilde na [email p o ec ed]
Schwe ege , Susanne, D .
Wissenscha liche Mi a bei e in am Kuns his o ischen Ins i u de
Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel.
Fo schungsschwe punk e sind u. a. Tex -Bild Rela ionen, Äs he ik des Comics, Fo og a ie
und Kuns des 20. und 21. Jah hunde s.
E-Mail: schwe ege @kuns geschich e.uni-kiel.de
S unk, Anna
Wissenscha liche Mi a bei e in in de His o ischen Bildungs o schung an
de Uni e si ä Hambu g im DFG-P ojek „Comics als Bildungsmedien in de
Bundes epublik Deu schland (1960e bis 1980e Jah e)“.
Ak uelle A bei s- und Fo schungsschwe punk e: Bildungsmedien o schung,
Comic o schung, Geschich e de Mädchen- und F auenbildung.
E-Mail: [email p o ec ed]
Bei äge zu his o ischen und sys ema ischen
Schulbuch- und Bildungsmedien o schung
o schung
o schung
Comics in Bildungskon ex en
En wicklungen, Disku se, P axis
Syl ia Kespe -Bie mann
Anna S unk (H sg.)
978-3-7815-2746-1
9783781 527461
De Band gib neue Einblicke in die his o ische und ak uelle Rolle
on Comics in Bildungskon ex en, insbesonde e in die ielschich i-
gen Ansä ze, die in Fo schung, (Hochschul-)Leh e und küns le ische
P axis e olg we den. Besonde e Au me ksamkei gil den En wick-
lungen on de Vo geschich e bis zum 21. Jah hunde , den dami e -
bundenen (pädagogischen) Disku sen sowie e schiedenen Ebenen de
P axis einschließlich des E s ellens eigene Comics und de en Einsa z
in un e schiedlichen Bildungsse ings. Die Bei äge beleuch en das Bil-
dungsmedium Comic aus un e schiedlichen achlichen Pe spek i en und
können somi als Au ak ü eine bildungshis o ische und e ziehungs-
wissenscha liche Auseinande se zung dienen, die übe die konk e e
( ach-)didak ische Anwendung des Mediums hinausgeh und Impulse
ü wei e üh ende Fo schungen lie e .
Die He ausgebe innen
P o . D . Syl ia Kespe -Bie mann is P o esso in
ü His o ische Bildungs o schung an de Uni e -
si ä Hambu g.
Anna S unk is wissenscha liche Mi a bei e in
im A bei sbe eich Allgemeine E ziehungswissen-
scha und His o ische Bildungs o schung an de
Uni e si ä Hambu g.
Kespe -Bie mann / S unk (H sg.) Comics in Bildungskon ex en