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New Work: Aufbruch in die Zukunft! Generationsübergreifend & chancengerecht die Zukunft der Arbeit gestalten

Abstract

Dieses Booksprint beleuchtet zwei relevante Leerstellen im Kontext Neuer Arbeit bzw. New Work: Neben der Darstellung eines erweiterten Verständnisses von Arbeit wird die Zukunft der Arbeit aus der Perspektive von verschiedenen Generationen betrachtet. Es versammelt nicht nur wissenschaftliche Texte zur generationenübergreifenden und chancengerechten Gestaltung Neuer Arbeit, sondern stellt ganz bewusst Best-Practice-Beispiele aus der (Erwerbs-)Arbeitspraxis neben wissenschaftlichen Re-flexionen.

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New Work: Aufbruch in die Zukunft! Generationsübergreifend & chancengerecht die Zukunft der Arbeit gestalten

Publisher: HafenCity Universität Hamburg
DOI: 10.34712/142.34
Source: https://repos.hcu-hamburg.de/bitstream/hcu/759/3/2022-09-22_Cornils-Riemers_Booksprint_final.pdf
New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Gene a ionsübe g ei end & chancenge ech die
Zukun de A bei ges al en
DORIS CORNILS & INGA REIMERS (HG.)
Inhal
Ein üh ung
Zukun de A bei gene a ionsübe g ei end
und chancenge ech ges al en.
Eine Ein üh ung
DORIS CORNILS & INGA REIMERS
1. Pe spek i en au A bei
El e nscha als A bei . Zu No wendigkei
eines e wei e en Ve s ändnisses on A bei
WIBKE DERBOVEN
Bündnis So gea bei ai eilen. E we bs- und
So gea bei zusammendenken!
BETTINA RAINER
Eh enam . A bei ande s denken
ELKE SCHILLING
2. (E we bs-)A bei skul u en ges al en
Cul u e Change & New Wo k
ROMY KRANICH-STEIN
Die A bei de Zukun b auch gu e F agen
CHRISTINE BAUHOFER
Zu ück in die Zukun . E we bsa bei
daue ha dynamisch ges al en
INGO JUNKER
Viel al in S a -ups. Ein Boos e in jede
Hinsich
RAFAEL JANCEN
3. A bei so e im Wandel
Landa bei e *innen. Pe spek i en ü
gene a ionsübe g ei ende Zusammena bei
in ländlichen Co-Wo king-Spaces
INGA REIMERS
Ande e A bei so e, ande e Vä e ?
Wie die on de Pandemie e ö ne en
Möglichkei s äume nachhal ig
genu z we den können
HANS-GEORG NELLES
Aus dem Bü o, übe Homeo ice
zu hyb idem A bei en. Wo inden wi uns in
Zukun wiede ?
HEIKE DAHLMANN
4. (Digi ale) Kompe enzen und Teilhabe
GIRLS Hacke School
Ein gene a ionsübe g ei ende Ansa z ü
P og ammie begeis e ung
JULIA FREUDENBERG
Fün Thesen zu digi alen Teilhabe on F auen
LORE FUNK & BRITTA FREUDENBERG
Gemeinsam in die be u liche
Zukun au b echen. Das digi ale Tool
„Landka e de Be u s indung“
NINA FELTZ
Wo king, In en ing, Pe o ming.
Be u so ien ie ung
CONSTANZE SCHMIDT
Zukun on A bei gene a ionsübe g ei end
und chancenge ech ges al en. Eine Ein üh ung
DORIS CORNILS & INGA REIMERS
(Neue) A bei ?
De Beg i New Wo k1 s eh an zen ale S elle dieses Booksp in -P ojek s2 und muss deshalb auch an
zen ale S elle e klä und kon ex ualisie we den. Was in den 1980e Jah en on F i hjo Be gmann
angesich s on Massenen lassungen in de Au omobilindus ie als „New Wo k“ en wickel wu de,
deck sich in einigen Teilen nich meh mi dem, was heu e, insbesonde e in sozialen Ne zwe ken,
un e dem Hash ag #NewWo k e handel wi d. De O ganisa ionspsychologe Ral Geo gi un e schei-
de deshalb den ini ialen New Wo k-Beg i , de au gesam gesellscha liche Ve ände ungen abziel e,
on de sogenann en New Wo k-Bewegung (NWB), die das Konzep o allem au Un e nehmens-
ebene im Hinblick au Flexibilisie ung on A bei szei en und -o en e wende ( gl. Geo gi 2021: 436).
Lau Geo gi wi d New Wo k in de NWB ielmeh inszenie ode eils ins umen alisie , weil das Ein-
gehen on Un e nehmen au indi iduelle Bedü nisse und Wünsche on Mi a bei enden häu ig als
Mi el zu Gewinnmaximie ung eingese z wi d ( gl. ebd.: 437).
Aus diesem G und beziehen wi uns in diesem Booksp in -P ojek ausd ücklich au F i hjo Be gmanns
Konzep ion Neue A bei , indem wi da on ausgehen, dass A bei eine selbs bes imm e, sinns i ende
Tä igkei sein soll e, die den Fähigkei en, Wünschen, Idealen und We en jede und jedes Einzelnen
en sp ich ode mi Be gmann ag : „Was is die A bei , die wi wi klich, wi klich wollen?“ (Be gmann
2020: 121 ).
Das Besonde e an unse em Booksp in is die Ve wendung des A bei sbeg i s im Kon ex des New
Wo k-Ansa zes. En gegen de wei e b ei e en Gleichse zung on A bei mi E we bsa bei d. h., wenn
on A bei gesp ochen wi d, is dami au oma isch E we bsa bei gemein . A bei mein in unse e
Au assung on New Wo k die E wei e ung um alle gesellscha lich no wendigen A bei en. Dazu zählen
neben de E we bsa bei , E ziehungs-, So ge- und P legea bei en sowie jegliche Fo men on A bei ü
1 De Beg i New Wo k wi d als Neue A bei ins Deu sche übe se z und im Folgenden synonym e wende .
2 Booksp in s sind an sogenann e Sp in s z.B. in de So wa een wicklung angelehn e kollek i e A bei s- und
Sch eibp ozesse, in denen in wenigen Tagen gemeinsam eine Publika ion zu einem o ab es geleg en Thema
e wi klich wi d. Mode ie ende und Sch eibende e en dabei gemeinsam En scheidungen übe Fo m und
Inhal e de meis online e ö en lich en Tex e ( gl. Schön e al. 2016). Obwohl die Tex e diese Publika ion in
einem länge en Zei aum en s anden sind, bleiben wi hie bei dem Beg i des Booksp in s, um die insbeson-
de e in de An angsphase zug unde geleg e kollek i e Ges al ung des Gesam we ks ins den Vo de g und zu
s ellen.
4 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Gemeinscha und Gesellscha , die allgemein als eh enam liche A bei bezeichne we den. Gesam -
gesellscha liche A bei , die du ch die eminis ische F auen o schung in den 1970e /1980e Jah en be-
ei s behandel wu de, e ass demnach alle on Menschen e b ach en unbezahl en und en lohn en
Tä igkei en. Diese Au assung on A bei haben wi im Kon ex on New Wo k im Rahmen dieses
Booksp in s disku ie und den New Wo k-Ansa z dadu ch e wei e . Wollen wi die Zukun de A bei
neu ges al en, müssen wi s e s alle A bei s o men, ob bezahl ode unbezahl e Tä igkei en, be ück-
sich igen, ü die Menschen ih e Zei au wenden. Auch die wich igen Zukun s hemen in de E we bs-
a bei ssphä e, wie z. B. Di e si y, Chancengleichhei , Gende - und Al e sge ech igkei können nu be-
an wo e we den, wenn wi unse Leben, unse e A bei seinsä ze und Bedü nisse ganzhei lich in den
Blick nehmen.
Bei de Diskussion, wie Neue A bei ges al e we den kann, wi d häu ig die sogenann e Wo k-Li e-
Balance angesp ochen. Da in d ück sich ech eingängig das e kü z e Ve s ändnis on A bei als E -
we bsa bei aus. E we bsa bei und de es liche Teil des Lebens sollen in Einklang bzw. Balance ge-
b ach we den. Dass in diesem es lichen Teil des Lebens eben alls gesellscha lich ele an e, jedoch
unbezahl e A bei s a inde , ge ä dabei aus dem Blick. Die Dysbalance s ell unse es E ach ens hin-
gegen ehe ein Symp om da als das P oblem selbs . Dieses lieg , ohne hie ins De ail gehen zu können,
in globalisie en, o allem au Wachs um ausge ich e en Wi scha s- und somi auch E we bsa bei s-
sys emen, die insbesonde e du ch die ak uellen, mul iplen K isen imme meh ins Wanken ge a en.
Diese g oßen Zusammenhänge spiegeln sich in den All agswel en wide und we den un e „En g en-
zung on A bei und Leben“ wissenscha lich be ei s sei länge e Zei un e such ( gl. Jü gens & Voß
2007; gl. He lyn e al. 2009).
Weil g undlegende F agen de Zukun on A bei unse es E ach ens o en sind, wollen wi mi diesem
Booksp in zwei ele an e Lee s ellen im Kon ex on New Wo k be üllen. Neben dem e wei e en
Ve s ändnis on A bei gehö dazu ü uns, dass A bei und ih e zukün ige En wicklung aus de Pe -
spek i e on e schiedenen Gene a ionen be ach e we den soll e. Dami meinen wi , dass die Aus-
einande se zung mi wich igen Themen übe die Zukun on gesam gesellscha liche A bei on allen
Gene a ionen ge üh we den muss und nich , wie bislang, on eine al e smäßig beg enz en G uppe
e we bs ä ige Pe sonen. Zum einen gil es die jünge e Gene a ion de Jugendlichen in Zukun s agen
übe A bei einzubeziehen, denn schlussendlich geh es um ih e Zukun . Zum ande en soll e die Pe -
spek i e de Gene a ion Ü60, die sich am Ende de E we bs-, So ge- und P legea bei sphase be inden
ode be ei s mi diese abgeschlossen haben, gehö we den. Sie sind es, die übe we olle Lebense -
ah ungen e ügen, on denen wi le nen können. Unse C edo lau e deshalb: Äl e e und jünge e
Gene a ionen sowie jene, die dazwischen liegen, können und soll en oneinande le nen und gemein-
sam die Zukun de A bei ges al en! Vo eben diesem Hin e g und en s and dieses Booksp in als
Folgep ojek eines New Wo k-Ba camps.
Wie alles begann: New Wo k-Ba camp
Alle Bei agenden zu diese Publika ion e binde das In e esse an de chancenge ech en und gene a-
ionsübe g ei enden Ges al ung de Zukun on A bei . Im Rahmen des Ba camps haben wi g undle-
gende F agen und Themen und um das Thema New Wo k gene a ionsübe g ei end disku ie und
neue E kenn nisse gewonnen. Dazu zählen zum Beispiel de e wei e e A bei sbeg i , F agen on Füh-
ung und Quali izie ung sowie gesellscha liche Teilhabe und Rassismus, Bes P ac ice in de Umse -
zung on neuen A bei smodellen in Un e nehmen, die selbs bes imm e Be u s indung on Jugendli-
Co nils & Reime s: Zukun on A bei gene a ionsübe g ei end und chancenge ech ges al en | 5
chen und ieles meh . De g oße Themenque schni und de ange eg e Aus ausch zwischen Men-
schen un e schiedlichen Al e s und Geschlech s e c. zeig e deu lich, dass es aus de New Wo k-Pe -
spek i e nich aus eich , Ve ände ungen nu au de Mik oebene anzus eben, sonde n dass es um
s uk u elle Ve ände ungen gehen muss.
All die ange üh en Themen und F agen soll en unse es E ach ens nich nu in akademischen Kon ex-
en disku ie we den, sonde n müssen gesam gesellscha lich in Ini ia i en, Bündnissen, Ve einen
und nich zule z in de Poli ik o angeb ach und umgese z we den. Aus diesem G und e sammel
diese Publika ion nich nu wissenscha liche Tex e zu gene a ionenübe g ei enden und chancenge-
ech en Ges al ung Neue A bei , sonde n s ell ganz bewuss Bes -P ac ice-Beispiele aus de (E -
we bs-)A bei sp axis neben die wissenscha lichen Re lexionen. Dami möch en wi Diskussionen an-
egen und F agen und um das Thema New Wo k und die Zukun de A bei au we en.
Die Au o *innen und He ausgebe innen haben sich in einem länge en P ozess in ensi mi den e -
schiedenen F ages ellungen und Blickwinkeln beschä ig . Aus dem Plan, unse e Inhal e in einem
Booksp in binnen kü zes e Zei zu e ö en lichen, wu de le z lich ein Sch eib- und Aus auschma a-
hon. Es is allein de in insischen Mo i a ion alle Be eilig en zu e danken, dass da aus dieses kom-
pak e Booksp in he o gegangen is .
Wie es wei e ging: Die Bei äge in diesem Booksp in
Ein G oß eil de Bei äge e lek ie die Zukun de A bei o dem Hin e g und de Co ona-Pandemie.
Diese wi k e wäh end de En s ehung des Booksp in s gesellscha lich wie ein B ennglas ü bes e-
hende und zukün ige soziale He aus o de ungen. Auch und ge ade Themen, wie die Chancengleich-
hei on Männe n und F auen, die sei Jah zehn en au de Agenda s ehen, e hiel en du ch die Co ona-
Pandemie bzw. dem poli ischen Umgang mi de Si ua ion meh Sich ba kei . Im All ag wu den kon-
k e e F agen ges ell , wie z. B.: Was passie , wenn die Ki as und Schulen übe länge e Zei geschlossen
we den? Es zeig e sich, dass die Be euung und das Homeschooling de Kinde sowie die Hausa bei
meh hei lich on den F auen übe nommen wu den. Dass die Haus- und So gea bei ungleich zwischen
F auen und Männe n, Mü e n und Vä e n e eil is , is nich neu. Zumindes ü all jene nich , die
sich im Inne -Ci cle zu Gleichs ellung, Chancengleichhei , Gende o schung e c. be inden. Die inne a-
miliä en A bei s e häl nisse wu den zu Zei en de Lockdowns in de Co ona-Pandemie nun „nu “ sich -
ba .
Da aus e gaben und e geben sich olgende gesellscha liche Agenden: 1. F auen sind au s uk u elle
Un e s ü zungs- und Be euungsangebo e angewiesen, sons können sie nich ode nu in einem be-
sch änk en Um ang be u s ä ig sein. 2. F auen mi Kinde n wa en in de Co ona-Pandemie am Belas-
ungslimi . Die ungleiche A bei s e eilung b ach e/b ing geschlech e übe g ei end gesundhei liche
und psychologische Einsch änkungen und Belas ungen mi sich. 3. Eine Ka ie e anzus eben, abe
auch eine Be u s ä igkei ohne Ka ie eambi ionen auszuüben, bedeu e ü F auen mi Kinde n einen
hohen Wo kload bezahl e und unbezahl e A bei (auch ohne Pandemiebedingungen).
Wi agen: Kann sich eine Gesellscha das leis en? Will sich das eine Gesellscha leis en? Wollen wi
so leben, a bei en und zusammenleben? Wa um soll en F auen mi Kinde n diesen P eis zahlen? Wel-
chen Ein luss ha die ungleiche Ve eilung on Haus- und So gea bei au die En wicklung on Kinde n?
Was bedeu e es ü die Va e scha ? Schlussendlich: Welchen (nich nu mone ä en) Ein luss ha es
au Un e nehmen, Hochschulen und ande e Ins i u ionen?

6 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Gleiches gil ü die ehlende Al e sdi e si ä in unse e Gesellscha . Haben Sie, liebe Lesende, auße -
halb Ih e Familie, egelmäßig Kon ak mi äl e en Menschen? Welchen S ellenwe haben „die Al en“
in unse e Gesellscha ? Welche Rollen und Posi ionen nehmen sie in den Medien, im Be u sleben ode
in ö en lichen Räumen ein und welche we den ihnen zugesch ieben? Wie können sie, insbesonde e
mi Blick au zunehmend digi al ges al e e Zugänge, an Mobili ä , Ve wal ung und Kul u eilhaben?
Wie e b ingen äl e e Menschen ih Leben, wenn sie alleins ehend sind und allein leben?
Einsamkei is hie ein zen ales S ichwo . Auch diese wu de in de Co ona-Pandemie ü iele Gesell-
scha sg uppen zu e ah ba en He aus o de ung. Die Indi idualisie ungsp ozesse haben un e ande-
em dazu bei agen, dass e schiedene Gene a ionen nich meh zusammenleben, sonde n äumlich
sepa ie ode eils auch wei oneinande en e n . Diese En wicklung dü en wi mi Blick au das
Phänomen de zunehmenden Einsamkei on Menschen un e schiedlichen Al e s eben alls k i isch
hin e agen.
In diesem Booksp in we den nich nu iele Pe spek i en au A bei mi dem Schwe punk Gene a i-
onen und geschlech liche Chancengleichhei beleuch e , sonde n auch iele F agen ges ell . F agen
danach, wie wi in di e sen Kons ella ionen zunehmend au Augenhöhe mi einande gelangen und
oneinande le nen. Wenn wi in Ve ände ung gehen wollen, b auchen wi neue Pe spek i en und die
bekommen wi , wenn wi F agen s ellen.
1. De Eins ieg in die Bei äge des Booksp in s e olg mi dem Kapi el Pe spek i en au A bei , die sich
e ö nen, wenn aus de Sich on Gene a ionen und Chancengleichhei de Geschlech e A bei gegen-
wä ig und hinsich lich de zukün igen En wicklungen e lek ie wi d. In ih em Bei ag El e nscha
als A bei . Zu No wendigkei eines e wei e en Ve s ändnisses on A bei plädie Wibke De bo en
ü einen e wei e en A bei sbeg i , de auch El e nscha einschließ . Diese Pe spek i e is hoch in-
no a i , so auch die Di e enzie ung zwischen „Au wand-A bei “, „Flow-A bei “ und „Nich -A bei “. In
E we bs- und So gea bei zusammendenken! s ell Be ina Raine das 2020 ins Leben ge u ene „Bünd-
nis So gea bei ai eilen“ o . Das Engagemen des bundeswei en Bündnisses zum Abbau on Ge-
schlech e s e eo ypen und zu Realisie ung eine geschlech e ge ech en Ve eilung on E we bs- und
So gea bei is ielschich ig und mi poli ischen Fo de ungen e bunden. Diese we den on dem Bünd-
nis ak i bei de Poli ik einge o de und im Bei ag o ges ell . Elke Schilling om Ve ein Silbe ne z
s ell in ih em Bei ag Eh enam . A bei ande s denken eind ucks oll o , wie aus eine Ini ia i e ein
„Social En ep eneu -Un e nehmen“ wi d. Eh enam , so e deu lich die Au o in, is nich nu gesell-
scha lich ele an e A bei , sonde n kann auch Inno a ionen ü äl e e Menschen und Beschä igung
ü Schwe behinde e e olg eich mi einande e binden.
2. Dass A bei und Kul u s e s in einem unmi elba en Zusammenhang s ehen und ein Wandel on
A bei auch den Wandel on A bei skul u en implizie , e deu lichen die Bei äge des Kapi els (E -
we bs-)A bei skul u en ges al en. Mi Cul u e Change & New Wo k mach die Au o in Romy K anich-
S ein anhand des on O o Scha me en wickel en Modells ‚Theo y U‘ deu lich, wie ein Kul u wandel
in de E we bsa bei swel gelingen kann. „Wie le nen wi , wenn Ve ände ungen be o s ehen?“ s ell
eine zen ale F age in ih em Bei ag da . Ch is ine Bauho e zeig mi Die A bei de Zukun b auch
gu e F agen, dass es o mals die gu en und ‚ ich igen‘ F agen sind, die uns neue Pe spek i en e ö nen.
Co nils & Reime s: Zukun on A bei gene a ionsübe g ei end und chancenge ech ges al en | 7
Sie mach sich ü media i e Kompe enzen s a k und e deu lich , dass eine inne e Hal ung de Medi-
a ion e möglich , mul iple Pe spek i en einzunehmen. Dadu ch we den Ve s ändigungsp ozesse und
gu e Zusammena bei in di e sen Teams und G uppen posi i ge ö de . Ingo Junke a gumen ie in
Zu ück in die Zukun . E we bsa bei daue ha dynamisch ges al en aus eine Un e nehmenspe spek-
i e, wa um die Al e sdi e si ä de Mi a bei enden im Kon ex digi ale T ans o ma ionsp ozesse im
Fokus de Zukun de A bei s ehen soll e. De Au o sp ich sich ü ein gene a ionsübe g ei endes
Le nmodell in Un e nehmen aus und e deu lich den Nu zen sowie die He aus o de ungen. Ra ael
Jancens Bei ag Viel al in S a -up-Teams. Ein Boos e in jede Hinsich zeichne nach, dass die S a -
up-Szene in Deu schland nich nu jung, sonde n auch männlich gep äg is . Aus üh lich leg e da ,
welche Un e nehmens- und Wi scha se ek e mi Di e si ä e bunden sind, und welche Auswi kun-
gen ehlende Viel al ü die Inno a ions ähigkei on S a -ups ha .
3. Mi den Kul u en e ände n sich auch die äumlichen Bedingungen des A bei ens bzw. en s ehen
da aus e ände e An o de ungen an die O e des A bei ens. Dies gil umso meh sei de Co ona-
Pandemie. Zukun s agen und -szena ien, die sich im Hinblick au eine e ände e digi ale A bei swel
und ih e O e e geben. Das Kapi el A bei so e im Wandel wi d du ch den Bei ag on Inga Reime s
Landa bei e *innen - Pe spek i en ü Zusammena bei in ländlichen Co-Wo king-Spaces e ö ne . Co-
Wo king-Space is hie bei nich gleich Co-Wo king-Space: De u bane T end, de sich zunehmend im
ländlichen Raum ausb ei e , un e scheide sich in En s ehung, Angebo en und o allen Dingen bzgl.
de Zusammense zung de Nu ze *innen-Communi y. Es sind nich die S ad a bei e *innen, sonde n
die Landa bei e *innen, die eine g öße e Di e si ä , auch hinsich lich des Al e s, au weisen. Die Au o-
in b ing uns diese neuen mode nen A bei so e nähe und zeig au , dass Co-Wo king-Spaces au
dem Land nich nu O e zum A bei en, sonde n auch wich ige Kon ak - und Lebenso e sein können,
die iel Po enzial als sog. D i e Räume auch ü gene a ionsübe g ei ende Begegnungen au weisen.
Hans-Geo g Nelles zeig in seinem Bei ag Ande e A bei so e ande e Vä e ? au „[w]ie die du ch die
Pandemie e ö ne en Möglichkei s äume nachhal ig genu z we den können“, um ak i e Va e scha
zu leben. Anhand ak uelle S udien beleg de Au o , dass es im Ve lau de pandemiebeding en Lock-
downs zu einem zei lich messba en Ans ieg de Be eiligung on Vä e n in Haus- und So gea bei kam.
Aus de Co ona-Pandemie kann ü die Zukun gele n we den, wenn es um ak i e( e) Va e scha und
eine chancenge ech e e Ve eilung unbezahl e A bei geh , so die Ke nbo scha . E we bsa bei so e
sind im Wandel. Das e deu lich auch Heike Regina Dahlmann anschaulich mi dem Bei ag Aus dem
Bü o übe Homeo ice zum hyb iden A bei en. Wo inden wi uns in Zukun wiede ?. Wäh end o de
Co ona-Pandemie-Ä a de Bü oa bei spla z auch on Pendle *innen ag äglich au gesuch wu de, ha
e seine ausschließliche Selbs e s ändlichkei als O zu Ausübung de E we bsa bei e lo en. E -
we bsa bei so e soll en, so die Au o in, nach den Bedü nissen, Ansp üchen und Wünschen on Men-
schen un e schiedliche Gene a ionen en wickel we den. In ih en Übe legungen üh sie zahl eiche
A gumen e ü eine Zukun hyb iden A bei ens au .
4. Die Zukun on A bei wi d maßgeblich (abe nich nu ) du ch digi ale Technologien und dami e -
bundene gesellscha liche En wicklungen gep äg , die un e dem g oßen Beg i Digi alisie ung sum-
mie we den. Blicken wi au die (Wei e -)Bildungslandscha in Deu schland, können wi es s ellen,
8 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
dass hie aus chancenge ech e und gene a ionsübe g ei ende Pe spek i e noch g oße Handlungsbe-
da e bes ehen. In dem inalen Kapi el (Digi ale) Kompe enzen und Teilhabe we den Einblicke in be-
s ehende sowie neue inno a i e Konzep e und P ojek e zu diesem Themenkomplex gegeben. Zu Be-
ginn s ell Julia F eudenbe g Die GIRLS Hacke School. Ein gene a ionsübe g ei ende Ansa z ü P o-
g ammie begeis e e o . Das bundeswei bekann e, inno a i e Angebo de GIRLS Hacke School is
ein Bes P ac ice-Beispiel ü die posi i en E ek e gene a ionalen Le nens und zeig gleichsam au , wie
Mädchen einen niede schwelligen Zugang zu IT inden können. Mi Fün Thesen zu digi alen Teilhabe
on F auen e deu lichen Lo e Funk und B i a F eudenbe g om Kompe enzzen um Technik-Di e -
si y-Chancengleichhei e. V., wa um de Teilhabe on F auen an de ak uell asan o sch ei enden
Digi alisie ung eine zen ale Bedeu ung ü die Realisie ung on Chancengleichhei zukomm . F auen
sind bislang zu wenig an de Ges al ung de digi alen T ans o ma ion be eilig . Mi ün au S udiene -
gebnissen basie enden Thesen machen die Au o innen deu lich, wa um Chancengleichhei on F auen
eine G und o ausse zung ü e olg eiche Digi alisie ungsp ozesse is . Da au olg de Bei ag on
Nina Fel z mi de Besch eibung eines inno a i en Ins umen s ü die be u liche O ien ie ung. In Ge-
meinsam in die be u liche Zukun au b echen s ell die Au o in das digi ale Tool „Landka e de Be-
u s indung“ o . Mi hil e de Landka e kann de eigene be u liche Weg in eine sich s e ig wandeln-
den und komplexe we denden A bei s- und Lebenswel be ach e und (selbs -)bewuss ges al e
we den. Die Ke nbo scha lau e : „Die Zukun de A bei en s eh hie mi mi , mi uns. Wi können
sie ges al en, ich kann sie ges al en.“ Den Aspek des Handlungsspiel aums in de Be u s indung g ei
Cons anze Schmid in ih em Bei ag Wo king, In en ing, Pe o ming: Be u so ien ie ung mi Blick au
Jugendliche au . In diesem gib sie Einblicke in ih e küns le ische Fo schung mi Kinde n im Schulp ak-
ikum. Mi hil e on Handlungsanweisungen, sogenann en „Ins uc ions“, en decken Schüle *innen ab-
sei s on gängigen Vo s ellungen des Kompe enze we bs, wie sie selbs e mäch ig im Feld de E -
we bsa bei handeln und wi ken sowie ih e Be u s indung ak i mi ges al en können.
Mi diesem Booksp in wollen wi einen Bei ag dazu leis en, eine e wei e e Sich au A bei einzu-
nehmen und Neue A bei im Sinne des New Wo k-Ansa zes au bauend au de u sp ünglichen Idee
Be gmanns zu ges al en. Das Booksp in s ell ein Gemeinscha swe k da . Unse e p oduk i e Zusam-
mena bei und unse Aus ausch au Augenhöhe, de s e s we schä zend und on ‚open mind‘ und
‚open hea ‘ gep äg wa , s immen uns op imis isch, die Zukun de A bei gene a ionsübe g ei end
und chancenge ech ges al en zu können. Im Sinne F i hjo Be gmanns: Mosaiks ein ü Mosaiks ein
( gl. Be gmann 2020: 424).
Li e a u - und Quellenangaben
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He lyn, G.; Müske, J.; Schönbe ge , K.; Su e , O. (Hg.) (2009): A bei und Nich -A bei . En g enzungen
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Co nils & Reime s: Zukun on A bei gene a ionsübe g ei end und chancenge ech ges al en | 9
Schön, S.; Ebne , M.; Ho ndasch, S; Ro he, H. (2016): Booksp in s im Hochschulkon ex . D ei e olg ei-
che Beispiele ü das gemeinsame Sch eiben in ku zen Zei äumen. In: Wach le , J.; Ebne , M.; G öb-
linge , O.; Kopp, M.; B a engeye , E.; S einbache , H-P.; F eisleben-Teu sche , C.; Kappe , C. (Hg.): Di-
gi ale Medien. Zusammena bei in de Bildung. Medien in de Wissenscha 71. Waxmann Ve lag:
Müns e , S. 15-45. Abge u en am 13.09.2022.
Zu den He ausgebe innen
Do is Co nils is Expe in ü Mik opoli ik, Mach , Au s ieg, Ka ie e, Füh ung, Chancengleichhei &
Di e si y in O ganisa ionen. Die Diplom-Sozialökonomin o sch e on 2009 bis 2013 zu Mik opoli ik
und Au s iegskompe enz an de Uni e si ä Hambu g (UHH). Sie en wickel e das Mik opoli ische Kom-
pe enzmodell (MKM) und das Mik opoli ik-Coaching mi . Sei 2015 konzipie sie au Basis de wissen-
scha lichen E gebnisse, All agse ah ungen on Teilnehmenden und eigenen E kenn nissen Coaching-
und Be a ungsansä ze ü die be u liche P axis. Sei 2011 publizie sie als Allein- ode Mi au o in e-
gelmäßig in un e schiedlichen Fachbüche n und -zei sch i en, sch eib ak uell an einem Sachbuch und
bilde sich im Online-Ma ke ing, Social-Media- und Change-Managemen wei e .
Als Business-, Online- und p e deges ü z e Coach, Speake in, T aine in und Be a e in sowie ausgebil-
de e Anwende in de Posi i en Psychologie un e s ü z sie Füh ungsk ä e und Mi a bei e *innen aus
e schiedenen O ganisa ionen bei de Wei e en wicklung ih e Ka ie e und beim Au s ieg in
Füh ungsposi ionen. Mi ih em P og amm „F ied oll mach oll!“ beglei e sie ih e Klien *innen bei de
Re lexion zu Mach und e mi el Knowhow zu digi ale T ans o ma ion, Chancengleichhei , Mik o-
poli ik als Füh ungsins umen , New Wo k, Zukun on A bei u. a. Themen. Gemeinsam mi ih e
ehemaligen Kollegin wu de Do is Co nils 2016 ü die e olg eiche Umse zung on Chancengleichhei
und das inno a i e Konzep des Ka ie e-Kompe enzzen ums „P o Exzellenzia“, das die Au o in jah e-
lang lei e e, mi dem „Che sache-Awa d“ ausgezeichne .
[email p o ec ed]
h ps://do isco nils.de
Twi e : @do is_co nils
Ins ag am: do isco nils
LinkedIn: do isco nils
D . Inga Reime s is Wissenscha liche Mi a bei e in im S udienp og amm Kul u de Me opole an de
Ha enCi y Uni e si ä Hambu g. Sie is E hnog aphin und o sch u.a. zum Thema Nah ung/Mahlzei en,
zu digi alen P ak iken im All ag und e hnog aphische Me hodologie. In ih em ak uellen Fo schungs-
p ojek beschä ig sie sich mi Ideen und P ak iken des gu en Lebens und A bei ens im ländlichen
Raum. Sie wa P o Exzellenzia S ipendia in und Assoziie e im küns le isch-wissenscha lichen G adu-
ie enkolleg „Ve sammlung und Teilhabe. U bane Ö en lichkei en und Pe o ma i e Küns e“.
[email p o ec ed]
h p:// ak sinn.o g
Twi e : @ eime s_inga
Linkedin: Inga Reime s
Bündnis So gea bei ai eilen:
E we bs- und So gea bei zusammendenken!
BETTINA RAINER
Das Bündnis So gea bei ai eilen
Das zi ilgesellscha liche Bündnis So gea bei
ai eilen ha sich im Somme 2020 geg ünde .
Anliegen des Bündnisses is es, die geschlech-
e ge ech e Ve eilung on E we bs- und So -
gea bei im Lebens e lau alle Menschen zu
ö de n und da au hinzuwi ken, dass sich die
So gelücke bzw. de Gende Ca e Gap, d.h. de
un e schiedliche Zei au wand ü die Ve ich-
ung unbezahl e So ge- und Hausa bei du ch
F auen und Männe , schließ . Die ge ech e Ve -
eilung unbezahl e So gea bei zwischen den
Geschlech e n is die Vo ausse zung, F auen
ein exis enzsiche ndes Einkommen und bes-
se e be u liche Chancen zu e möglichen. Fü
1 Bundesa bei sgemeinscha kommunale F auen-
bü os und Gleichs ellungss ellen, Bundes o um
Männe , Business and P o essional Women (BPW)
Ge many, Deu sche Alzheime Gesellscha , dbb
Bundes auen e e ung, Deu sche F auen a ,
Männe e ö nen sich meh Spiel äume, sich
s ä ke in So ge- und Hausa bei einzub ingen.
Das Bündnis ha sich zusammengeschlossen,
um den Blick au die gesellscha liche O ganisa-
ion on A bei zu wei en und E we bs- und
So gea bei zusammenzudenken. Es e s eh
sich als Ne zwe k, das den Aus ausch und den
gegensei igen T ans e on Wissen p leg , ge-
meinsame Ak ionen ini iie , den gesellscha li-
chen We de unbezahl en So ge- und Hausa -
bei ö en lich sich ba mach und au de en
olkswi scha liche Bedeu ung hinweis .
Gemeinsam sensibilisie en die de zei d eizehn
Mi gliede 1 Poli ik, Wi scha , Wissenscha
und Gesellscha übe die No wendigkei eine
Deu sche Gewe kscha sbund, Deu sche Haus-
wi scha s a , F auenwe k de No dki che, Ve -
band alleine ziehende Mü e und Vä e , Sozial-
diens ka holische F auen Gesam e ein, WIR!
S i ung p legende Angehö ige , Zukun s o um
Familie.
»So gea bei is die G undlage unse es Zusammenlebens. Deshalb is beim Blick
au die gesellscha liche O ganisa ion on A bei die So ge- und Hausa bei in
die Be ach ungen mi einzubeziehen, nich zule z , weil sie zwischen F auen
und Männe n ungleich e eil is .«
“
#so gea bei #equalca e #gleichs ellung

Raine : Bündnis So gea bei ai eilen | 17
ge ech en Ve eilung on So gea bei zwischen
den Geschlech e n. Das Bündnis beglei e und
o cie den gesellscha lichen und poli ischen
Disku s, e deu lich die Auswi kungen des
Gende Ca e Gap und o mulie Fo de ungen
zu Schließung de So gelücke an die Poli ik.
Um die A bei des Bündnisses zu un e s ü zen,
wu de im Janua 2021 eine ak uell in T äge -
scha des Deu schen F auen a s be indliche
Koo dinie ungss elle einge ich e . Die Koo di-
nie ungss elle wi d de zei du ch das Bundes-
minis e ium ü Familie, Senio en, F auen und
Jugend (BMFSFJ) inanziell ge ö de .
Ziele und Fo de ungen des Bündnisses
Bündnisziel is es, dass Geschlech e s e eo ype
abgebau und Rahmenbedingungen gescha -
en we den, die allen Menschen die gleichen
Ve wi klichungschancen und die Ve einba kei
on E we bs- und So gea bei übe den gesam-
en Lebens e lau hinweg e möglichen, ohne
da ü Nach eile ü die eigene Exis enzsiche-
ung ode daue nde physische und/ode psy-
chische Übe o de ung, Gesundhei sbeein-
äch igungen und Übe las ung in Kau neh-
men zu müssen.
Die geschlech e ge ech e Ve eilung on E -
we bs- und So gea bei is eine zen ale S ell-
sch aube zu Besei igung de Ungleichhei zwi-
schen den Geschlech e n. Gleichs ellung be-
da eine poli ischen Gesam s a egie, die
So ge ü ande e Menschen als No mal all in ei-
nem E wachsenenleben bewe e und behan-
del . Die Poli ik is ge o de , Bedingungen zu
scha en, die es F auen ebenso wie Männe n
e möglichen, ih en Lebensun e hal und den
ih e Kinde zu e wi scha en und zugleich ih-
en So ge e p lich ungen ande en Menschen
gegenübe nachkommen zu können.
Im Vo eld de Bundes agswahl 2021 ha das
Bündnis sechs konk e e Maßnahmen ü meh
Geschlech e ge ech igkei o mulie ( gl. dazu
Bündnis So gea bei 2021): Dami es F auen
und Männe n möglich is , sich um nahes e-
hende p legebedü ige Pe sonen zu kümme n,
ohne die eigene Exis enzsiche ung au s Spiel zu
se zen, o de das Bündnis die Ein üh ung ei-
ne En gel e sa zleis ung ü P legephasen, mi
dem Ziel, dass auch P legea bei s ä ke zwi-
schen den Geschlech e n um e eil wi d. Aus
Sich des Bündnisses is eine sozial ge ech e
Ausges al ung wich ig, dami Menschen mi
kleinen Einkommen wegen de Übe nahme
on P lege nich in A mu u schen.
Um Vä e bzw. zwei e El e n eile so üh wie
möglich ak i in die Be euung und E ziehung
des Kindes einzubeziehen, o de das Bündnis
die Ein üh ung eine zehn ägigen, oll bezahl-
en F eis ellung und um die Gebu als eigen-
s ändige Leis ung. Dami soll die pa ne scha -
liche A bei s eilung on An ang an un e s ü z
we den.
Um nach de Gebu eines Kindes auch mi el-
is ig eine geschlech e ge ech e Übe nahme
on So ge e an wo ung zu ö de n, o de
das Bündnis, die Anzahl de El e ngeldmona e,
die nich au den ande en El e n eil übe agen
we den können, au mindes ens ie Mona e je
El e n eil zu e höhen. Dami wi d eine s ä ke e
amiliä e Ve an wo ungsübe nahme bei Vä-
e n bzw. zwei en El e n eilen un e s ü z .
Ak uell se z das S eue ech in Ehen imme
noch s a ke An eize ü das sogenann e E näh-
e modell bzw. das Zu e diene modell aus
(meis männlichem) Haup e diene und „Zu-
e diene in“. Um die exis enzsiche nde E -
we bs ä igkei on Ehe auen zu ö de n, o -
de das Bündnis die Abscha ung de Lohn-
s eue klasse V und die Ein üh ung de Indi idu-
albes eue ung mi übe agba em G und ei-
be ag.
Um Familien mi kleinen Kinde n, Alleine zie-
hende ode Menschen mi Un e s ü zungs-
und P legebeda zu en las en, o de das
Bündnis s aa liche Zuschüsse ü haushal s-
nahe Diens leis ungen wie z.B. Reinigungs- o-
de Be euungsleis ungen. Vo geschlagen wi d
18 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
ein Gu scheinsys em, das a i gebundene sozi-
al e siche ungsp lich ige Beschä igungs e -
häl nisse un e s ü z . Siche ges ell we den
muss, dass quali izie e haushal snahe Diens -
leis ungen auch ü Familien mi nied igen Ein-
kommen e schwinglich sind.
Schließlich se z sich das Bündnis da ü ein,
dass Phasen eduzie e E we bs ä igkei zu
Übe nahme on So ge e an wo ung übe den
Lebens e lau hinweg ü alle Geschlech e mi
einem inanziellen Ausgleich und gesiche en
Rückkeh op ionen möglich und zu No mali ä
we den. Eine sozial ge ech e Ausges al ung is
dem Bündnis hie eben alls wich ig. Neben de
Poli ik sind hie auch die Sozialpa ne *innen
ge o de . Vo allem A bei gebe *innen sind
au ge o de , A bei sp ozesse un e Be ück-
sich igung amiliale An o de ungen ih e Be-
schä ig en zu ges al en.
Fo de ungen des Bündnisses: gesellscha liche
Ein luss ak o en und En wicklungen
Das Bündnis agie au de G undlage eines e -
wei e en A bei sbeg i s ( gl. Bündnis So ge-
a bei 2022: 1), wie e auch in de →Ein üh ung
und im →Bei ag on Wibke De bo en be-
sch ieben wi d.
So gea bei um ass nach de De ini ion de
Sach e s ändigenkommission ü den Zwei en
Gleichs ellungsbe ich de Bundes egie ung
säm liche „Tä igkei en de P lege, Zuwendung,
Ve so gung ü sich und ande e“ (BMFSFJ 2018:
92). Indi iduen, Gesellscha und Ökonomie
sind au diese lebensno wendigen Tä igkei en
angewiesen. Zudem beinhal e So gea bei
auch die Planung, das O ganisie en und S eu-
e n, also die Gesam e an wo ung ü alle
no wendigen P ozesse de All ags- und Famili-
eno ganisa ion, den sogenann en Men al Load.
Dami is die kogni i e Belas ung du ch die
übe wiegend unsich ba e Zus ändigkei ü das
Managemen des Familienall ags und ü die
E üllung de Bedü nisse alle Be eilig en ge-
mein , die zu Daue s ess und Übe las ung üh-
en kann ( gl. AOK 2021).
T o z ih e exis enziellen Wich igkei is unbe-
zahl e So gea bei gesellscha lich wei gehend
unsich ba , sie gil als selbs e s ändlich zu
Ve ügung s ehende Ressou ce, au die gesell-
scha lich aglos zu ückgeg i en wu de und
wi d.
In Deu schland bes eh nach wie o eine un-
gleiche Ve eilung zwischen F auen und Män-
ne n hinsich lich bezahl e E we bsa bei und
unbezahl e So gea bei . Die E we bs ä igen-
quo e on F auen ha sich in den le z en Jah -
zehn en deu lich e höh : So wa en 2018 76
P ozen de F auen im Al e zwischen 20 und
64 Jah en e we bs ä ig, bei den Männe n lag
de en sp echende An eil bei 84 P ozen ( gl.
Des a is 2020). Mi 47 P ozen a bei e e 2018
alle dings as die Häl e de e we bs ä igen
F auen in Teilzei , bei den Männe n wa en es
knapp 9 P ozen ( gl. ebd.).
T o z E we bs ä igkei bleiben F auen in de
Haup e an wo ung ü die unbezahl e So ge-
und Hausa bei : F auen b ingen äglich mi
4:13 S unden du chschni lich 52 P ozen meh
Zei ü unbezahl e So gea bei au als Männe
mi 2:46 S unden ( gl. BMFSJ 2021a: 13), in
Paa haushal en mi Kinde n be äg de Gen-
de Ca e Gap soga 83 P ozen ( gl. ebd.: 16).
Nach wie o nu z die übe wiegende Meh hei
de Vä e das El e ngeld nich , auch wenn sich
de An eil in den e gangenen Jah en kon inu-
ie lich e höh ha . Zudem haben 2020 meh als
70 P ozen de Vä e lediglich mi de Mindes -
bezugsdaue on zwei Mona en El e ngeld ge-
plan ( gl. Des a is 2021). Zwei D i el de
Haup p legepe sonen in de Angehö igen-
p lege sind F auen ( gl. BARMER P lege epo
2018).
Gesellscha lich zeigen sich die Konsequenzen
de ungleichen Ve eilung bezahl e und unbe-
zahl e A bei zwischen den Geschlech e n in
de ungleichen Ve eilung on Einkommen und
Raine : Bündnis So gea bei ai eilen | 19
Ve mögen, on be u lichen Posi ionen sowie
on poli ische und ökonomische Mach . Die
gesellscha liche Ane kennung und We schä -
zung de So ge- und Hausa bei s eh in keinem
Ve häl nis zu de en gesellscha liche und öko-
nomische Bedeu ung ( gl. Bündnis So gea -
bei 2022: 3 ).
Zudem is eine s uk u elle Übe o de ung und
E schöp ung bei den So geleis enden, übe wie-
gend F auen, zu kons a ie en ( gl. Schu zbach
2021), da die So ge ü ande e zum indi iduell
kaum bewäl igba en „Spaga “ ge ä . Die P ob-
leme bei de O ganisa ion on E we bs- und
So gea bei sind alle dings keine „P i a angele-
genhei “. Es gil , s uk u elle Rahmenbedin-
gungen zu scha en, die es Menschen unabhän-
gig on ih em Geschlech e möglichen, ohne
Übe o de ung sowohl E we bs- als auch So -
gea bei zu leis en.
Rele an e gesellscha liche En wicklungen wie
zum Beispiel die Co ona-Pandemie bleiben
nich ohne Auswi kungen au die Ve eilung
on E we bs- und So gea bei zwischen den
Geschlech e n.
Die andaue nde Co ona-Pandemie belas e o
allem Menschen mi So ge e an wo ung ü
Kinde ode P legebedü ige. Eine ak uelle E -
hebung de Hans-Böckle -S i ung ( gl. Hans-
Böckle -S i ung 2022) zeig , dass sich Mü e
besonde s s a k belas e ühlen: Sie agen die
Haup las de K ise und haben wäh end de
Pandemie häu ige als die Vä e und sei den
Win e mona en 2021/2022 wiede mi s ei-
gende Tendenz ih e E we bsa bei szei ü die
Be euung de Kinde eduzie . Auch Nadine
O komm in ih e ak uellen S udie zu dem
Schluss, dass „meh hei lich F auen die Haup -
e an wo ung ü die Bewäl igung de Meh -
achhe aus o de ungen agen“ (O 2022: 9).
Ungleichhei en zwischen den Geschlech e n
d ohen sich sei de Co ona-K ise zu e es i-
gen und zu e g öße n.
F auen haben be ei s o de Co ona-Pande-
mie die Haup e an wo ung ü Kinde e zie-
hung, die Ve so gung und P lege on Angehö i-
gen, die Hausa bei und das „Familienmanage-
men “ ge agen. Aus Sich des Bündnisses ha
die Co ona-Pandemie Übe las ung, gesund-
hei liche P obleme und die Ge äh dung be u -
liche Exis enzen o allem bei F auen e -
s ä k . Zudem d ohen de Rückgang pa ne -
scha liche Eins ellungen und Rücksch i e im
Rollen e s ändnis de Geschlech e . Die Poli ik
muss ak i gegens eue n, um den d ohenden
länge is igen nega i en Auswi kungen de
Co ona-K ise au die Gleichs ellung zu begeg-
nen ( gl. Allmendinge 2022).
Das mobile A bei en, das im Zuge de Co ona-
Pandemie nochmals einen Au schwung ge-
nommen ha , bi g Po enziale ü eine besse e
Ve einba kei on E we bs- und So gea bei ,
abe auch die Ge ah de En g enzung und
Übe las ung sowie de Ve es igung ungleich
e eil e Zus ändigkei en ü unbezahl e So -
gea bei . Wie de D i e Gleichs ellungsbe ich
de Bundes egie ung kons a ie , wei en
F auen im Homeo ice ih e unbezahl e So ge-
a bei s ä ke aus als Männe ( gl. BMFSFJ
2021c: 29; W ohlich 2022). Die Kommission
sp ich sich ü einen Rech sansp uch au mo-
biles A bei en bei en sp echende Flankie ung
aus ( gl. BMFSFJ 2021c: 30). So soll z.B. auch
das Rech au Nich e eichba kei gese zlich
e anke ( gl. ebd.: 179) und explizi es ge-
leg we den, dass sich die gel enden A bei s-
schu zbes immungen auch au mobiles A bei-
en beziehen ( gl. ebd.: 180).
Das Bündnis bedaue , dass das im Zuge de
Pandemie b ei disku ie e „Rech au Home-
o ice“ im Koali ions e ag de egie enden
Ampel-Pa eien au einen E ö e ungsansp uch
übe mobiles A bei en und Homeo ice ü Be-
schä ig e in geeigne en Tä igkei en eduzie
is ( gl. SPD; Bündnis 90/Die G ünen; FDP 2021:
69). Bei de Ausa bei ung de Regelungen muss
be ücksich ig we den, dass Homeo ice und
20 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
mobiles A bei en ak uell zu eine noch s ä ke-
en Übe nahme unbezahl e So gea bei du ch
F auen und dami zu E höhung ih e Belas ung
üh en. Dass die A bei im Homeo ice a bei s-
schu z ech lich nich no mie we den soll, is
dahe umso un e s ändliche ( gl. Bündnis So -
gea bei 2022b: 3).
Die im Neun en Familienbe ich „El e n sein in
Deu schland“ kons a ie e „In ensi ie ung on
El e nscha “, mi de s eigende Ansp üche
und An o de ungen an El e n insbesonde e
hinsich lich de Bildung und Fö de ung ih e
Kinde besch ieben we den, ad essie als
neues E ziehungslei bild o allem Mü e ( gl.
BMFSFJ 2021b: 219). Aus Sich des Bündnisses
bes eh auch hie die Ge ah , dass da übe eine
e s ä k e T adi ionalisie ung de Geschlech-
e ollen e olg .
U sachen de ungleichen Ve eilung on E -
we bs- und So gea bei zwischen den Ge-
schlech e n („So gelücke“)
Lau eine ak uellen Um age bes eh ein deu -
liche Wunsch (we dende ) El e n nach eine
gleichbe ech ig en Au eilung on E we bs-
und So gea bei (→Nelles. Ande e A bei so e
– ande e Vä e ?). 43 P ozen de El e n mi äl-
es em Kind un e zehn Jah en p ä e ie en eine
pa ne scha liche Au eilung on E we bs-
und Familiena bei zwischen El e n ( gl. Ins i-
u ü Demoskopie Allensbach 2021: 5).
Wie die E we bs- und So gea bei zwischen
F auen und Männe n au ge eil wi d, is nich
nu eine F age indi iduelle P ä e enzen, son-
de n wesen lich on s uk u ellen Rahmenbe-
dingungen und gesellscha lichen No men be-
ein luss . Regelungen wie das Ehega enspli -
ing, kos en eie Mi e siche ung in de K an-
ken e siche ung, Minijobs e c. agen in Ve -
bindung mi eine imme noch unzu eichend
ausgebau en In as uk u ü Kinde be eu-
ung und P lege zu eine ungleichen Ve eilung
bei.
Au g und diese hinde lichen bzw. ungenügen-
den Rahmenbedingungen geling es nu weni-
gen Paa en, den Wunsch nach eine ai en Ve -
eilung on E we bs- und So gea bei auch a -
sächlich umzuse zen. Mi de Gebu des e s-
en Kindes inde iel ach eine deu liche T adi-
ionalisie ung de Au gaben eilung s a , die
sich übe den Lebens e lau meis nich meh
ände . Lau eine Allensbach-Um age aus
dem Jah 2015 wünschen sich 28 P ozen de
Mü e und Vä e , dass beide El e n eile in Teil-
zei be u s ä ig sind, lediglich ie P ozen de
Familien ealisie en dieses Modell alle dings
nach de e s en El e nzei ( gl. Ins i u ü De-
moskopie Allensbach 2015: 50/51).
Die und um die Familieng ündung ge o enen
Weichens ellungen e weisen sich als p ägend
ü den wei e en Lebens e lau on F auen und
Männe n. Vo de Gebu des e s en Kindes
sind meh als 70 P ozen de Paa e in Vollzei
e we bs ä ig. Nach de Gebu und anschlie-
ßende El e nzei beim e s en Kind sind es nu
noch 15 P ozen ( gl. ebd.: 5). Mi 55 P ozen
wechsel die Meh hei in ein Modell mi Voll-
zei des Va e s und Teilzei de Mu e in un e -
schiedlichem S undenum ang, wobei sich diese
En scheidung iel ach daue ha e es ig . Bei
Ein i eines P lege alls übe nehmen dann
übe wiegend F auen die unbezahl en P lege ä-
igkei en, da sie zumeis übe das ge inge e
Einkommen e ügen und o mals be ei s in
Teilzei e we bs ä ig sind.
Auswi kungen de So gelücke
Die So gelücke ha o allem ü F auen und
Mü e nega i e Folgen: Eine adi ionelle A -
bei s eilung geh zulas en des (Lebens-)E -
we bseinkommens on F auen und ha inanzi-
elle Abhängigkei zu Folge. O mals können sie
on dem e ziel en Teilzei -E we bseinkommen
ih e eigene Exis enz nich siche n, mi allen
Konsequenzen ü die soziale Absiche ung bei-
spielsweise bei A bei slosigkei , bei T ennung
Raine : Bündnis So gea bei ai eilen | 21
bzw. Scheidung ode im Al e . Je meh unbe-
zahl e So gea bei F auen übe nehmen, des o
wenige Zei bleib ihnen, ein exis enzsiche n-
des eigenes Einkommen zu e wi scha en. Wie
eine ak uelle DIW-S udie au zeig , üh en so-
wohl die paa in e ne pa ne scha liche Um-
e eilung on So gea bei als auch de en Re-
duk ion du ch die ex e ne Übe nahme du ch
D i e zu eine höhe en E we bsbe eiligung
on F auen, und zwa s ä ke als sie diejenige
on Männe n e inge ( gl. Mülle & Sam le-
ben 2022).
Männe okussie en sich o mals au die Rolle
als Familiene näh e und wei en die au gewen-
de e Zei ü E we bsa bei mi Ein i de Va-
e scha noch aus ( gl. BMFSFJ 2017: 7), ü
So ge- und Hausa bei bleib wenig Raum und
Zei . Männe , die meh amiliä e So ge- und
Hausa bei übe nehmen und deswegen ih e E -
we bsa bei szei eduzie en ode be u liche
Auszei en nehmen, s oßen au g und on Ge-
schlech e s e eo ypen, A bei gebe in e essen
und inanziellen E wägungen au Wide s ände
und haben ähnlich wie F auen gg . be u liche
Nach eile hinsich lich ih e Ka ie een wick-
lung zu be ü ch en.
F auen müssen bei So ge- und Hausa bei en -
las e und Männe hinsich lich de Übe nahme
unbezahl e So gea bei ak i ie und un e -
s ü z we den. Es wi d Zei , dass in de Poli ik
E we bs- und So gea bei ü F auen und Män-
ne konsequen zusammengedach we den.
Li e a u - und Quellenangaben:
Allmendinge , Ju a (2022): Au dem Rücken
de F auen. Gas bei ag in ZEIT-online om 1.
Mä z 2022. Abge u en am 10.03.2022.
AOK Gesundhei smagazin (2021): Was is
Men al Load und wa um sind meis F auen be-
o en? Abge u en am 08.04.2022.
BARMER P lege epo (2018): P legende An-
gehö ige. Wie Sie le nen au sich selbs zu ach-
en, wenn Sie Ih e Angehö igen p legen. Abge-
u en am 18.02.2022.
BMFSFJ (2017): Pa ne scha liche A bei s-
zei en aus Kinde - und El e nsich . Abge u en
am 08.04.2022.
BMFSFJ (2018): Zwei e Gleichs ellungsbe-
ich de Bundes egie ung. Abge u en am
18.02.2022.
BMFSFJ (2021a): Kinde , Haushal , P lege – we
kümme sich? Abge u en am 18.02.2022.
BMFSFJ (2021b): Neun e Familienbe ich
El e n sein in Deu schland. Abge u en am
18.02.2022.
BMFSFJ (2021c): D i e Gleichs ellungsbe-
ich "Digi alisie ung geschlech e ge ech ge-
s al en". Abge u en am 18.02.2022.
Bündnis So gea bei ai eilen (2021): Fo -
de ungen des Bündnisses So gea bei ai ei-
len zu Bundes agswahl 2021. Abge u en am
18.02.2022.
Bündnis So gea bei ai eilen (2022a): S a u
des Bündnisses „So gea bei ai eilen“. Abge-
u en am 09.09.2022.
Bündnis So gea bei ai eilen (2022b): Be-
we ung des Koali ions e ags zwischen SPD,
Bündnis 90/Die G ünen und FDP du ch das
Bündnis So gea bei ai eilen. Abge u en am
01.03.2022.
Des a is (2020): D ei on ie F auen in
Deu schland sind e we bs ä ig – d i höchs e
We in de EU. P essemi eilung N . N 010 om
6. Mä z 2020. Abge u en am 08.04.2022.
Des a is (2021): Zwei Mona e El e ngeld:
D ei on ie Vä e n plan en 2020 mi de Min-
des daue . Zahl de Woche N . 19 om 11. Mai
2021. Abge u en am 18.02.2022.
Hans-Böckle -S i ung (2022): Neue Welle
de E we bspe sonenbe agung. P essemi ei-
lung om 16.02.2022. Abge u en am
18.02.2022.

22 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Ins i u ü Demoskopie Allensbach (2015):
Weichens ellungen ü die Au gaben eilung in
Familie und Be u . Abge u en am 18.02.2022.
Ins i u ü Demoskopie Allensbach (2021):
El e nzei , El e ngeld und Pa ne scha lich-
kei . Eine ep äsen a i e Onlinebe agung on
El e n mi äl es em Kind un e 10 Jah en. Abge-
u en am 10.03.2022.
Mülle , K.-U.; Sam leben, C. (2022): Reduk-
ion und pa ne scha liche Au eilung unbe-
zahl e So gea bei e höhen E we bsbe eili-
gung on F auen. In: DIW Wochenbe ich
9/2022, S. 139-147. Abge u en am 10.03.2022.
O , N. (2022): „Diese Pe spek i losigkei “.
Familien im Lockdown, explo a i e S udie im
Au ag des LandesF auenRa Schleswig-Hol-
s ein e. V. und des Ins i u ü In e disziplinä e
Gende o schung und Di e si y de Fachhoch-
schule Kiel. Abge u en am 21.02.2022.
Schu zbach, F. (2021): Die E schöp ung de
F auen. Wide die weibliche Ve ügba kei .
D oeme Ve lag.
SPD; Bündnis 90/Die G ünen; FDP (2021):
Meh Fo sch i wagen. Bündnis ü F eihei ,
Ge ech igkei und Nachhal igkei . Koali ions-
e ag 2021 – 2025 zwischen de Sozialdemo-
k a ischen Pa ei Deu schlands (SPD), BÜNDNIS
90 / DIE GRÜNEN und den F eien Demok a en
(FDP. Abge u en am 08.04.2022.
W ohlich, K. (2022): F auen nu zen die ge-
spa e Zei ü Haus- und So gea bei . Spiegel
Online om 8. Mä z 2022. Abge u en am
10.03.2022.
Zu Au o in
D . Be ina Raine is Lei e in de Koo dinie-
ungss elle des Bündnisses So gea bei ai ei-
len. Sie häl in diese Funk ion die Fäden zu-
sammen und e an wo e die inhal liche und
o ganisa o ische P ozesss eue ung de Bünd-
nisa bei .
kon ak @so gea bei - ai - eilen.de
www.so gea bei - ai - eilen.de
Ins ag am: @buendnis_so gea bei
Twi e : @so gea bei
Eh enam .
A bei ande s denken
ELKE SCHILLING
Mal abgesehen on En lohnung – wie nahe
komm eh enam liches Engagemen „A bei “?
Ein Eh enam is im u sp ünglichen Sinn ein En-
gagemen in ö en lichen Funk ionen, legi i-
mie du ch eine Wahl zum Beispiel als Ve eins-
o s and, Ra smi glied ode Schö *in.
„De Beg i is in de Umgangssp ache nich kla
on bü ge scha lichem Engagemen ode F ei-
willigen ä igkei abgeg enz . Im Allgemeinen
wi d da un e al uis isches Handeln e s anden,
bei dem eine Einzelpe son ode eine G uppe ei-
willig und unen gel lich A bei leis e . Eh enam -
liches Engagemen hil sowohl den Nu znieße n
als auch den Hel e n“ (Wikipedia 2022)
Eh enam is also keine Einbahns aße. Au die-
ses wesen liche Cha ak e is ikum des Eh en-
am s wi d in diesem Bei ag eingegangen: Die
eiwillige und unen gel liche A bei , die so-
wohl den Menschen, die eine A bei leis en, als
auch den Pe sonen dien , denen diese A bei
zugu ekomm . F ag man eh enam lich A bei-
ende nach ih e Mo i a ion, allen Wo e wie
„Sinnha igkei “, „Gu es un“, „e was zu ückge-
ben“. Es geh also o ensich lich zunächs um
ideelle Ziele, die sich aus e kann en De izi en o-
de eben nich o handenen, abe no wendig
e scheinenden Leis ungen he lei en, die au
ma e ielle G undlage wede s aa liche sei s
noch on p i a en Un e nehmen be ei ges ell
we den.
Im Folgenden wi d die O ganisa ion Silbe ne z
e.V. o ges ell . Sie is ein Beispiel da ü , wie
du ch eh enam liches Engagemen , das an sol-
chen De izi en anknüp , eine sei s eine P ob-
lemlösung en wickel und ande e sei s e -
deu lich , wie aus Eh enam bezahl e A bei
wi d. Aus eine Eh enam lichen, die sich ü die
Deckung eines e kann en gesellscha lichen
De izi s engagie , wi d eine A bei gebe in, die
A bei splä ze gene ie mi sinns i enden Au -
»Lieg de Un e schied zwischen Social En e p ise und p o i o ien-
ie em Un e nehmen in Wi kung und Nachhal igkei , in de Ach sam-
kei ü die Wi kung eines P oduk es au Menschen und Umwel ?«
“
#einsamkei #ein achmal eden #al e
24 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
gaben ü Menschen, die ansons en nu ge-
inge E we bschancen au dem A bei sma k
haben – Schwe behinde e und Langzei a -
bei slose. Le z lich ein doppel es soziales Anlie-
gen.
Die Idee zum Silbe ne z
Das Silbe ne z en s and du ch die Suche nach
Lösungen d eie P obleme, die au gesell-
scha lichen De izi en de Zielg uppe on Men-
schen in de d i en Lebensphase, im soge-
nann en „Ruhes and“, be uhen. Zum e s en
Anliegen on Silbe ne z zähl die En s igma i-
sie ung on Al e . F ag man Menschen da-
nach, so wollen as alle ein hohes Al e e ei-
chen, abe niemand möch e al sein. Eine sei s
is Al e n ein no male Teil des menschlichen
Lebenszyklus. Ande e sei s is „Al -Sein“ in de
ö en lichen Wah nehmung mi eine Vielzahl
nega i bese z e Beg i lichkei en und E wa -
ungen e bunden („Mul imo bidi ä “, „P lege-
no s and“, „Demenz“, „Al e seinsamkei “
usw.). Diese S e eo ype üh en un e ande em
dazu, dass Menschen sich au diesen Lebens-
phasenübe gang meis nich o be ei en. Sie
kennen deshalb die Leis ungen nich , die on
de Gesellscha ü Menschen jensei s des E -
we bslebens be ei ges ell we den, dami sie
in den Ve ände ungen und He aus o de ungen
dieses Lebensabschni es Un e s ü zung in-
den, wenn sie diese b auchen soll en. Folglich
kennen sie auch nich das spezielle Vokabula ,
mi dem solche Leis ungen bezeichne we den.
Selbs das ihnen Bekann e wi d nega i konno-
ie und demen sp echend abgelehn . Ein ge-
läu iges Beispiel da ü is ein Mensch wei übe
70, de sich weige , eine Senio enbegegnungs-
s ä e au zusuchen, „weil do nu al e Leu e
sind, die nu übe K ankhei en eden.“
Das zwei e gesellscha liche P oblem, dessen
sich Silbe ne z annimm , is die In o ma ionsa -
mu im Al e . Ca. 30 P ozen de Äl e en wissen
nich , welche Angebo e du ch gesellscha liche
Ins i u ionen speziell ü sie be ei ges ell we -
den ( gl. Bo 2014: 54). Eine U sache da ü
lieg in den Kommunika ionsmedien de mo-
de nen Gesellscha . Lau dem Ach en Al e s-
be ich de Bundes egie ung on 2020 sind
e wa 15 P ozen de 60-75-Jäh igen und e wa
50 P ozen de 75-85-Jäh igen ohne In e ne -
zugang ( gl. BMFSFJ 2020). Fü Menschen jen-
sei s de 85 sind hie zu keine aliden Da en e -
ügba . G ob geschä z sind also ci ca sieben
Millionen Äl e e ohne Zugang zu digi ale In o -
ma ion/Kon ak au nahme ( gl. S a is isches
Bundesam 2020).
Das d i e P oblem, au das Silbe ne z eingeh ,
is Einsamkei im Al e . Zwa is inzwischen aus
di e sen Ve ö en lichungen bekann , dass Ein-
samkei ein gesellscha liches Phänomen is ,
das alle Al e sg uppen mi a alen Folgen be-
e en kann. Äl e e haben jedoch au g und de
Besonde hei en ih es Lebensall ags ge inge e
Möglichkei en, e lo ene soziale Kon ak e ei-
genak i du ch neue zu e se zen.
Die Ini ia i e, die alle d ei P obleme nied-
igschwellig angeh , wu de in England als Sil-
e line Helpline en wickel und un e dem Na-
men Silbe ne z on de O ganisa ion Silbe ne z
e.V. au Deu schland übe agen. Es handel
sich dabei um einen gemeinnü zigen einge a-
genen Ve ein, de Wege aus de Einsamkei mi
d ei e schiedenen und au einande au bauen-
den Angebo en wie Ho line, Silbe ne z-F eund-
scha en und Silbe in o an Äl e e he an äg
und ihnen Op ionen ü Kon ak , Aus ausch
und Un e s ü zung e ö ne .
Allem o an is es das Silbe ele on, eine jeden
Tag e eichba e Ho line ü äl e e e einsam e,
isolie e Menschen. Do heiß die Leis ung
„ein ach mal eden“, um emp undene Einsam-
kei zumindes ü die Daue eines Gesp äches
au zulösen.
In diesen Gesp ächen kann die Silbe ne z-
F eundscha emp ohlen und on den An u en-
den gewünsch we den. Dieses Angebo ha
Schilling: Eh enam | 25
die Ve mi lung eines eh enam lich a bei en-
den Menschen zu Folge, die ode de dann ein-
mal p o Woche an einem es e einba en Te -
min ü ein pe sönliches Tele ongesp äch zu
Ve ügung s eh . Das gib Empa hie, sozialen
Kon ak , E mu igung und kann Ve auen au -
bauen. In diesen Gesp ächen können An egun-
gen ü wei e e Sch i e aus de Einsamkei ge-
geben we den.
Die Silbe in o als d i e Leis ung s ell In o ma-
ionen zu Angebo en o O be ei , die am Te-
le on e mi el we den können, wenn Beda
da ü im Gesp äch sich ba ode geäuße wi d
( gl. Silbe ne z 2022).
Silbe ne z se z ausschließlich au anonyme
Kommunika ion pe Tele on. Dami genüg es
de Fo de ung nach nied igschwelligem Zugang
ü die ielen Äl e en, die nich in e ne a in o-
de ga digi ale Analphabe en sind. Mi de ge-
se z en s ik en Anonymi ä gewäh es den
An u e *innen maximalen Schu z o möglich-
e weise gu gemein en, abe mi un e une -
wünsch en Hil eangebo en, die auch die
manchmal mühsam bewah e Balance zwi-
schen Au onomie und Un e s ü zungsbedü -
igkei ge äh den könn en. Silbe ne z e mi -
el Ru numme n zu unen gel lichen, au su-
chenden Hil e- und Un e s ü zungsangebo en,
die om ö en lichen Diens und on de Wohl-
ah sp lege sowie on Ini ia i en o O be-
ei ges ell we den.
Ges a e is Silbe ne z 2014 in Be lin als ein
eh enam liches Vo haben. Ende 2017 wu den
au g und eine Fö de ung du ch die Be line
LOTTO-S i ung die e s en ie A bei splä ze (in
Teilzei ) gescha en, wei e hin beglei e du ch
in ensi e konzep ionelle und o ganisa o ische
eh enam liche A bei einige wenige Mi glie-
de des kleinen T äge e eins. Zu diese Zei
wu de Al e seinsamkei , wenn übe haup , als
saisonales Phänomen ö en lich wah genom-
men. Zu Weihnach en 2017 ging ein We be i-
deo eine Supe ma k ke e in wenigen Tagen
i al, in dem ein al e Mann seinen Tod o -
schü z e, um seine Nachkommen wenigs ens
anlässlich seine o geblichen Bee digung ein-
mal pe sönlich beg üßen zu können. So gal die
A bei on Ve ein und Beschä ig en ü einen
Zei aum on meh e en Jah en o allem zwei
Zielen: Dem Au bau on Silbe ne z und de ö -
en lichen Legi imie ung de No wendigkei ei-
nes solchen Angebo es. Insbesonde e Le z e-
es, die ö en liche Ane kennung und Sensibili-
sie ung ü die Beda e de Zielg uppe, ha iel
Zei in Ansp uch genommen. Vo dem Hin e -
g und ehlende Fo schungse gebnisse zum
Thema Einsamkei im Allgemeinen und im Zu-
sammenhang mi Äl e en bes and g oße
Handlungsbeda . Als Da eng undlage gib es
zwa sei übe 20 Jah en den Deu schen Al e s-
su ey (DEAS), de die Da enbasis ü den sei
1993 in jede Legisla u pe iode zu e s ellenden
Al enbe ich lie e ( gl. Deu sches Zen um ü
Al e s agen 2020). Da in wi d sei dem die
zwei e Lebenshäl e in de Al e sspanne zwi-
schen 40 und 85 Jah en de inie . Die g oße
G uppe de und ün Millionen Menschen im
Al e on 85+ (30 Al e sjah gänge) wi d da in
nich be ücksich ig . De en Lebensums ände
und -bedü nisse wu den übe einen langen
Zei aum nu punk uell und au spezielle F age-
s ellungen hin un e such . Folglich gab es zu
Einsamkei und de en Folgen ü diese g oße
G uppe de seh al en Menschen keine aussa-
gek ä igen Zahlen.
Die wei e e En wicklung
Ab He bs 2018 s and die Silbe ele on-Ho line
mi ün Anges ell en ( inanzie übe die Ein-
gliede ungs ö de ung du ch die Agen u ü A -
bei ) in Be lin ü zwöl S unden äglich zu Ve -
ügung und wu de on de Zielg uppe 60+ gu
angenommen. Bis zum e s en Co ona-Lock-
down im Mä z 2020 wuchs die Anzahl de es-
en Mi a bei e *innen am Silbe ele on au 18
– sowie die un e liegende O ganisa ionss uk-
32 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Besonde s lau und deu lich e scha en sich
diese S immen des Wide s ands Gehö , wenn
es sich um g a ie ende Ve ände ungen han-
del . Beispielha seien an diese
S elle d ei inne e S immen genann :
1.) Inne e S imme de Beu eilung: Diese blo-
ckie uns au de a ionalen Ebene. Sie läss
keine neuen In o ma ionen, Zahlen und Da en
zu und kling unge äh so: „Das haben wi im-
me schon so gemach . Es geh ga nich an-
de s. Das kann ich mi noch nich einmal o -
s ellen.“
2.) Inne e S imme des Zynismus: Diese blo-
ckie uns au de Ge ühlsebene und kling un-
ge äh so: „Oh, je z nich auch noch übe Ge-
ühle eden. Da on nehme ich so o Abs and.“
3.) Inne e S imme de Angs : Diese möch e uns
da on abhal en, al e Ve hal ensweisen ode
Mus e loszulassen und blockie uns bei de
Willensbildung und kling unge äh so:
„Eigen lich möch e ich, ABER…“.
De P ozess des Le nens in de Ve ände ung
ges al e sich am bes en, wenn wi en spann
sind. Denn wenn wi in de Angs sind, lös
diese S ess in uns aus, sodass das Le nen on
Neuem nich gelingen kann. Um jedoch au -
kommende Wide s ände aushal en zu können,
b auch es einen Momen de Ruhe, z.B. in
Fo m on S ille. Deshalb b auch es in diese
Phase die Fähigkei de En schleunigung, des
Sich-Zei -Nehmens, wenn möglich, mi wenig
Ablenkungen.
Mi Blick au die Theo y U handel es sich hie -
bei um den Wendepunk und die ie s e S elle
in dem U, au de Reise in die Ve ände ung. An
diesem Punk en scheide sich, ob wi den Mu
en wickeln, das Al e loszulassen, um das Neue
en s ehen zu lassen. Das Neue zu e g ei en, is
e gleichba mi T apezküns le *innen im Zi -
kus, welche au den ich igen Momen wa en,
um die „al e“ Schaukel loszulassen und die
„neue“ zu e g ei en.
Wenn de P ozess des Loslassens geling , wi d
in diesem Momen de Samen ü die en s e-
hende Zukun gese z . Wi e binden unse e
Ideen mi wei e en Mi s ei e *innen, planen
e s e P o o ypen zu Umse zung des Neuen,
e lek ie en die gemeinsamen Ideen und kön-
nen es s ellen, dass wi Teil eine ganzen Be-
wegung sind.
Ging es au de linken Sei e des U‘s, in de Ab-
wä sbewegung, noch um die gemeinsame
Wah nehmung, geh es nunmeh au de ech-
en Sei e, in de Au wä sbewegung, um die
Umse zung de Ideen.
Wich ig ü die Kul u e ände ung de Zukun
is es, dass de Mensch im Mi elpunk s eh . In
de e ände en A bei swel on mo gen soll e
de Mensch nich als Objek be ach e we -
den. Übe Objek e wi d bes imm , es we den
ihnen Vo gaben und S uk u en o gegeben,
die sie umzuse zen haben. Nu ein Mensch,
dem als Subjek begegne wi d, ha die Mög-
lichkei , aus sich he aus die Kul u im eigenen
Sys em und die A bei swel de Zukun ak i
mi zuges al en.
Final gil es lau de Theo y U
zwei Pe spek i en zu be ücksich igen:
1. Menschen können sich so e hal en, wie sie
es be ei s in de Ve gangenhei ge an haben:
Sie können abwa en, sie können igno ie en,
ih e Ängs e g öße we den lassen und somi e-
he emdbes imm sein, ode
2. sie können sich ö nen, beobach en, hinhö-
en, ausp obie en, Mi ge ühl en wickeln, sich
wei e e Mi s ei e *innen suchen, ih en ach -
samen Mu ak i ie en, selbs bes imm agie en
und bewuss am Ve ände ungsp ozess in Be-
zug au neue A bei s o men be eilig sein.

K anich-S ein: Cul u e Change & New Wo k | 33
Dies e o de gemeinsames Handeln du ch ge-
meinsame Bewuss machung. Dabei gil es los-
zulassen, was nich wesen lich is . Da in lieg
de Samen ü einen Au b uch in die Zukun .
Um au die eingangs zi ie e Aussage on Ma ia
Mon esso i abschließend Bezug zu nehmen,
wende ich mich an Sie mi dem Au u , liebe Le-
se *innen: Wenn Sie de Übe zeugung sind,
dass Sie selbs ein Teil on Ve ände ung de A -
bei swel sein wollen, dann machen sie dies
möglich und nu zen Sie die Chancen, die in de
Theo y U en hal en sind!
Ihnen, liebe Lese scha , gil mein auße o -
den liche Dank ü das au me ksame Lesen
und Ausp obie en de besch iebenen Fähigkei-
en.
Li e a u - und Quellenangaben
Scha me , O. (2018): The essen ials o he-
o y U. Co e p inciples and applica ions. Be e -
Koehle Publishe s Inco po a ed: Oakland.
Zu Au o in
Romy K anich-S ein lei e sei 2010 K anich
P ozessbe a ung und a bei e als sys emische
O ganisa ionsbe a e in, Business-Coach & Do-
zen in deu schlandwei in Konze nen, Non-
P o i -Un e nehmen und S i ungen. Sie leh
an e schiedenen Uni e si ä en mi dem Fokus
au Füh ung, Kommunika ion und Ve ände-
ungsp ozesse. Sie e ablie e 2017 ih e eigene
Ausbildungs eihe, welche du ch die Uni e si ä
Hambu g ze i izie is , zum/zu sys emischen
lösungso ien ie en P ozessbe a e *in. Eben-
alls is sie Keyno espeake in zu den Themen:
We e und Ve ände ungen. Sie is übe zeug
da on, dass man das Unmögliche e suchen
soll e, um das Mögliche zu e eichen.
[email p o ec ed]
www.k anichp ozess.de
Die A bei de Zukun b auch gu e F agen
CHRISTINE BAUHOFER
Um es gleich o wegzunehmen: Selbs e -
s ändlich b auchen alle komplexen He aus o -
de ungen, die sich ü Un e nehmen e wa aus
digi ale T ans o ma ion und wachsendem In-
no a ionsd uck e geben, le z lich o allem
gu e An wo en. Die F age is nu : We kann
die (allein) geben? Ode , angesich s de Kom-
plexi ä all diese He aus o de ungen, ande s
ge ag : Wie können gu e An wo en au die
F age nach de Zukun de A bei en wickel
we den?
Zunächs einmal b auch es den Aus ausch on
E kenn nissen und E ah ungen und die e geb-
niso ene Zusammena bei on Expe innen
und Expe en mi un e schiedlichen Kompe-
enzen und Pe spek i en. Au dem „New Wo k
Ba camp: Gene a ionsübe g ei end die Zu-
kun de A bei ges al en!“ (→Co nils & Rei-
me s. Ein üh ung) im No embe 2020 a en
sich solche Menschen, um sich aus den Pe -
spek i en e schiedene Gene a ionen auszu-
auschen, F agen au zuwe en und neu zu dis-
ku ie en. Bei de Mode a ion einige Sessions
wu de mi dabei e neu deu lich, welch we-
sen liche Rolle nich nu passende Aus ausch-
o ma e, sonde n o allem das indi iduelle In-
e esse an gegensei igem Ve s ehen und le z -
lich die Fähigkei zu Ve s ändigung spielen. In
diesem Bei ag a gumen ie e ich dahe o
dem Hin e g und meine eigenen A bei se ah-
ungen und wissenscha liche E kenn nisse,
wa um media i e Kompe enzen und eine me-
dia i e Hal ung die A bei de Zukun un e -
s ü zen können – und we be ü eine geziel e
Fö de ung media i e Kompe enzen.
Eino dnung
Un e schiedliches Lebensal e is nu ein As-
pek on Di e si ä , de in O ganisa ionen e -
s ä k Beach ung inde bzw. inden soll e.
Du ch die Zusammena bei in globalen Bezü-
gen sind „selbs in egional ode na ional au -
ges ell en Un e nehmen heu e Belegscha en
die Regel, in denen un e schiedliche Quali ika-
ionen, Al e ss uk u en, un e schiedliche kul-
u elle und e hische We o s ellungen e c. ne-
beneinande und mi einande wi ken“ (BMBF
2016: 22). In de om Bundesminis e ium ü
A bei und Soziales (BMAS) ge ö de en S udie
„New Wo k“ (2019) besch eib das F aunho e -
»Fü die iel äl ige und wechselnde Zusammena bei b auch New
Wo k Menschen, die gu e F agen s ellen können - und Menschen, die
sich ü die An wo en in e essie en. «
“
#zusammena bei #schlüsselkompe enz # e s ändigungsp ozesse
Bauho e : Die A bei de Zukun b auch gu e F agen | 35
Ins i u ü A bei swi scha und O ganisa ion
IAO auch, welche wei e en Aspek e on Viel al
in zukün igen A bei s o men eine Rolle spie-
len. Dabei geh es o enba o allem um A -
bei s o men „jensei s de O ganig amme und
Silos“ und „jensei s de Hie a chie“ (Ho mann
e al. 2019: 5). Bei de Zusammense zung on
Teams en scheiden nich s uk u elle Zugehö-
igkei en übe die Mi wi kung in P ojek en,
sonde n In e essen und Fähigkei en. Dami
wi d deu lich, wie neue A bei s o men an Be-
deu ung gewinnen. Zusammena bei inde zu-
nehmend in wechselnden Teams und p ojek -
basie s a , und auch En scheidungen we den
zunehmend in selbs o ganisie en bzw. pa izi-
pa i en P ozessen ge o en. Ziel eine solchen
unk ions- und hie a chieübe g ei enden A -
bei sweise is s e s, die un e schiedlichen Pe -
spek i en und Kompe enzen de be e enden
Funk ionen ü die We schöp ung zu nu zen.
Was abe bedeu e es ü die Zusammena bei
in O ganisa ionen, wenn „Ve ne zung, Kollabo-
a ion und Agili ä […] zu den neuen Schlüssel-
p inzipien de sich wandelnden A bei swel “
(ebd.: 23) we den? Welche An o de ungen
s ell das an Fach- und Füh ungsk ä e, jensei s
eine p o essionellen Nu zung i uelle A -
bei sumgebungen und mode ne Kommunika-
ionsmedien? Wann eigen lich geling es A -
bei sg uppen und Teams, ih Po enzial zu he-
ben und zu gu en gemeinsamen E gebnissen zu
kommen, o dem Hin e g und e wa un e -
schiedliche akademische ode p o essionelle
Pe spek i en, Denks uk u en, Rollen und He -
angehensweisen?
Diese Bei ag möch e O ganisa ionen einla-
den, diese F agen in den Blick zu nehmen und
Kompe enzen wicklung dahingehend geziel zu
ö de n.
Viel al und Zusammena bei – (m)ein E ah-
ungsbe ich
Auch lange o de Diskussion um New Wo k
konn e ich e ah en, welche He aus o de un-
gen sich s ellen, wenn man den es en Boden
des eigenen Kompe enzbe eichs e läss . Als
junge Wissenscha le in in einem in e na iona-
len Fo schungsins i u habe ich zum e s en Mal
mi E s aunen e leb , wie schwie ig das Bemü-
hen um eine gemeinsame „Sp ache“ sein kann.
In dem Fall ging es schlich um un e schiedliche
Modelle, die Chemike innen und Physike zu
Besch eibung de chemischen Bindung e -
wenden und somi um die Ve s ändigung zwi-
schen ( e mein lich) nahe e wand en Wissen-
scha en ( gl. dazu auch Ho mann 1987). In
de Zusammena bei wu de mi kla , wie seh
ande e p o essionelle Pe spek i en die eigene
Expe ise en scheidend be eiche n und am
Ende neue E kenn nisse he o b ingen kön-
nen. In ui i kla wu de mi auch, dass O en-
hei und ech es In e esse an ande en
Denks uk u en und Fo mulie ungen wich ige
Vo ausse zungen ü Ve s ändigung sind.
Inzwischen habe ich in wei e en B anchen und
Be u en gea bei e , häu ig an Schni s ellen o-
de in P ojek en, und habe imme neue achli-
che und ollenspezi ische Pe spek i en ken-
nen- und sehen gele n . O sp echen P ozess-
be eilig e „un e schiedliche Sp achen“ und a -
bei en nach un e schiedliche Handlungslogik,
auch ohne sich dessen konk e bewuss zu sein.
In meinem ak uellen A bei s eld, dem Techno-
logie- und Wissens ans e , e s ehen wi es als
unse e wich igs e Au gabe, Kollabo a ion o ga-
nisa ionsübe g ei end zu ini iie en und zu koo -
dinie en. An diesem Beispiel des Technologie-
und Wissens ans e s, de an de Schni s elle
on Hochschule mi Wi scha und Gesell-
scha agie , lassen sich die He aus o de un-
gen gu zeigen. Denn ande s als de Beg i na-
heleg , können Technologie und Wissen nich
in linea e Fo m „übe geben“ we den, iel-
meh handel es sich um Aus auschp ozesse
36 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
au Augenhöhe, die du ch passende Diens leis-
ungen un e s ü z we den. En scheidend ü
den E olg is es dahe , die In e essen und die
Rahmenbedingungen alle Pa ne *innen zu
e s ehen, sich ba zu machen und Ve s ändi-
gung da übe zu e zielen, wie diese be ücksich-
ig we den können. So sind z. B. un e schiedli-
che E wa ungen an die E gebnisse on Fo -
schungskoope a ionen bei Hochschulangehö i-
gen und Indus iepa ne *innen ehe die Regel
als die Ausnahme: Fü Hochschulangehö ige
sind bspw. die Gene ie ung on Wissen und
Publika ionsmöglichkei en wich ig, ü Indus -
iepa ne *innen s eh dagegen ehe die Siche-
ung geis igen Eigen ums in Fo m on Schu z-
ech en im Vo de g und des In e esses. Um
übe diese und ähnliche F agen T anspa enz zu
scha en und den In e essen beide Sei en in
de Kollabo a ion ge ech we den zu können,
is die e mi elnde Rolle des T ans e mana-
ge s bzw. de T ans e manage in inzwischen
iel ach s uk u ell e ablie .
Aus dem Feld de wissenscha lichen Wei e bil-
dung kann ich Ähnliches be ich en. Ih e/meine
Au gabe is es, hochschulische Bildungsange-
bo e ü Be u se ah ene zu en wickeln und
diesen kos enp lich ig anzubie en. Als G enz-
s elle des Sys ems Uni e si ä ( gl. Wilkesmann
2010: 32 .) muss sie „Umwel in o ma ion sich-
en und sieben und sie in eine Sp ache b ingen,
die im Sys em e s anden und akzep ie wi d“
(Luhmann 1999: 224). Gleichzei ig muss sie die
Logik des Ma k es be olgen und die Rahmenbe-
dingungen de hochschulin e nen Lei ungs-
und G emiens uk u en be ücksich igen, um
e olg eich zu sein. Fü die P ozesse de En -
wicklung wei e bildende S udienangebo e e -
geben sich da aus seh un e schiedliche An-
sa zpunk e in den einzelnen Hochschulen. Aus-
gehend on eigenen E ah ungen haben wi
diese kü zlich in eine hochschulübe g ei en-
den kollegialen Zusammena bei un e such .
Im E gebnis schlagen wi ein Modell o , das
sich konk e an den Pe spek i en alle be eilig-
en inne - und auße uni e si ä en Ak eu *in-
nen o ien ie und den gesam en P ozess als
Aushandlungsp ozess besch eib ( gl. Glaß e
al. 2021). Dami können alle be ech ig en In e-
essen e s anden, sys ema isch eingebunden
und angemessen be ücksich ig we den mi
dem Ziel, ein gu es E gebnis zu e eichen. Ähn-
lich wie im Technologie ans e komm eine
zen alen Koo dina ion, die dies leis en und
Kollabo a ion un e s ü zen kann, dabei eine
wich ige und mode ie ende Rolle zu.
Kollabo a ion p o essionell un e s ü zen
Wenn neue Fo men de Kollabo a ion also an
Bedeu ung gewinnen, um den Meh we un-
e schiedliche Pe spek i en zu e schließen,
wi d eine p o essionelle O ganisa ion des Aus-
ausches de Be eilig en auch hie ein Schlüssel
ü den E olg sein. Diese Aus ausch muss da-
ü so gen, dass alle be eilig en Rollen, ih e
Pe spek i en und In e essen e s anden und
k ea i genu z we den und dass Ve s ändi-
gung übe Ziele, Vo gehensweisen ode Ve hal-
en geling . Da aus e geben sich en sp e-
chende An o de ungen an die Pe sonen, die
diese Aus auschp ozesse ges al en. Lea ning
by doing, wie dies unk ionie en kann, is das
eine. Das ande e sind en sp echende Kompe-
enzen und gu es Handwe kszeug. In meine
Be a ungsp axis wu de mi kla , dass Mode a-
o *innen, Business Coaches und Media o *in-
nen übe passende Hal ung und Me hoden e -
ügen „soll en“, die genau solche Ve s ändi-
gungs- und En wicklungsp ozesse seh e ek i
un e s ü zen können.
Eine F age de (media i en) Hal ung
Demen sp echend wä e die Rolle p o essionel-
le „Kollabo a ionsmanage *innen“ aus meine
Sich wenige eine Managemen olle, ielmeh
läge ih Fokus au de Ges al ung des Aus-
auschp ozesses. Da ü is o allem eine Hal-
ung wich ig, die de Pe spek i e Ande e o en
Bauho e : Die A bei de Zukun b auch gu e F agen | 37
und neugie ig begegne , mi de Be ei scha
und dem Wunsch, In e essen zu e s ehen und
eigene Pe spek i en zu e wei e n. Da ü gil :
Sich Zei zu nehmen, um zu agen; mi dem
Wissen, da übe noch nich Bescheid zu wis-
sen. Und dies aus eine media i en Hal ung zu
un, d.h. in de espek ollen Annahme, dass
jede Mensch zu jedem Zei punk eine aus sei-
ne Si ua ion „plausible In en ion“ (He el, on
2013: 205) e olg , wie Ani a on He el das
nenn ( gl. ebd.: 205 .), bzw. dass e /sie o
dem Hin e g und de sog. lokalen Ra ionali ä-
en seine Funk ion und Rolle handel . Übe das
Ve s ehen de einzelnen Sich en au die Reali-
ä wi d ein angemessene Umgang mi einem
komplexen Anliegen möglich.
Ich emp ehle zu O enhei noch e was Fo -
sche innengeis . Mi – o mals übe zeugend
o mulie en – Auskün en soll e man sich nich
zu schnell zu iedengeben, e wa um e mein -
lich Zei zu spa en. Da unse Gehi n ü neue In-
o ma ionen Ve bindungen zu be ei s Bekann-
em such , bes ä ig es unse e Vo annahmen
ge n. So en s eh schnell die Illusion on Ve -
s ändnis ode ga Ein e s ändnis. Wenn abe
unk ionsübe g ei end gea bei e we den soll,
geh es ja um komplexe Themen, ü die sich
eine In es i ion in wei e e F agen lohn .
Gu e F agen
Als Mode a o in und Media o in habe ich die
Kuns , gu e F agen zu s ellen, schä zen gele n .
Gu e F agen s ellen eigene bishe ige Annah-
men klug in F age und nehmen die Sich de Be-
ag en in den Blick. Genau mi dem mäch igen
We kzeug de F agen läss sich o en und neu-
gie ig e kunden und e s ehen, wo um es a -
sächlich gehen kann. Vo allem sog. o ene F a-
gen, die iel Raum ü An wo en lassen, hel-
en, wich ige Zusammenhänge, Hin e g ünde
und Rahmenbedingungen au zudecken. F agen
ö nen den Blick ü indi iduelle Sich weisen
und In e essen. Sie machen bishe ige Annah-
men sich ba und scha en dadu ch die Mög-
lichkei , diese im Aus auschp ozess du ch neue
E kenn nisse anzupassen. Le z lich wi d so ein
gemeinsames Ve s ändnis des Vo habens und
ein gemeinsame Rahmen da ü möglich. Au
diese G undlage wi d am Ende auch ein E geb-
nis wah scheinliche , das ü alle nich nu ak-
zep abel, sonde n im Ideal all auch on Vo eil
is und den gewünsch en Meh we scha
( gl. dazu das Ha a d-Konzep bei Fishe e al.
2018). Als Vo be ei ung eigne sich eine Re le-
xion da übe , was ü die ande e(n) Pe son(en)
aus ih e Rolle und P o ession wich ig sein
könn e. Was soll e ich wissen, um die Pe spek-
i e des Gegenübe s e s ehen zu können?
Zusä zlich sind o ene F agen ein mäch iges
We kzeug, um gänzlich neue Pe spek i en und
Ideen zu e schließen. Indem man e was in ei-
nem ungewohn en Rahmen be ach e , ö de
man K ea i i ä , wie z. B. du ch die olgende
F age: „In welchem ande en Kon ex haben
Menschen schon einmal ein ähnliches P oblem
gelös ?“. Im Ideal all en decken die Be ag en
selbs dabei noch e was Neues. Kund*innen in
En wicklungsp ozessen p o i ie en bspw. o
on F agen, die sie sich so noch nie ges ell ha-
ben. „Was genau soll in Ih em Un e neh-
men/Team/… ande s we den?“ „Wo ü is das
wich ig?“ „Was, glauben Sie, denken die Mi a -
bei enden da übe ?“ e c. Sie p o i ie en da on,
ande e B illen au zuse zen und ungewohn e
Pe spek i en einzunehmen. Aus (den da aus)
neuen Pe spek i en e geben sich neue E -
kenn nisse, neue Bewe ungen und neue
Handlungsmöglichkei en.
Fazi
Mi den sog. 21s Cen u y Skills wu den Vo -
schläge ü die wich igs en Kompe enzen ü
eine zukün ige A bei swel abgelei e und o -
mulie ( gl. Schnabel 2017). Es übe asch
nich , dass Kollabo a ion und Kommunika ion
da in eine wesen liche Rolle spielen. Media i e

38 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Hal ung und Kompe enzen können Schlüssel-
kompe enzen ü die zukün ige A bei swel
sein. Fü die iel äl ige und wechselnde Zusam-
mena bei b auch New Wo k Menschen, die
gu e F agen s ellen können. Und Menschen,
die sich ü die An wo en in e essie en.
Li e a u - und Quellenangaben
BMBF (Hg.) (2016): Zukun de A bei - In-
no a ionen ü die A bei on mo gen. Abge u-
en am 01.08.2021.
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München.
Glaß, E.; Bauho e , C.; G öge , G.; Mai, A.;
Klages, B. (2021): Sonde weg ode Königsweg:
Ein ak eu s- und p ozesso ien ie es Modell ü
die En wicklung wei e bildende S udiengänge.
In: ZHWB Zei sch i Hochschule und Wei e bil-
dung, 2021/2, S. 26-34. Abge u en am
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lik lösung: Füh en mi Media ionskompe enz.
Campus Ve lag: F ank u a. M.
Ho mann, R. (1987): Die Begegnung on
Chemie und Physik im Fes kö pe . In: Angew.
Chemie, 99. Jg., He 9, S. 871-906.
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F aunho e IAO. S u ga . Abge u en am
01.08.2021.
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o male O ganisa ionen. 5. Au lage. Duncke
& Humblo Ve lag: Be lin.
Schnabel, D. (2017): Kompe enzen ü die
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Cen u y Skills and beyond. Abge u en am
01.08.2021.
Wilkesmann, U. (2010): Die ie Dilemma a
de wissenscha lichen Wei e bildung. In: ZSE
Zei sch i ü Soziologie de E ziehung und So-
zialisa ion, 30. Jg., He 1, S. 28-42.
Zu Au o in
D . Ch is ine Bauho e a bei e eibe u lich als
O ganisa ionsbe a e in, Business Coach und
Kon lik be a e in. Ih e Schwe punk e liegen
au Un e s ü zung on Kommunika ion und
Füh ung und de Be a ung und Beglei ung on
En wicklungsp ozessen bei Einzelpe sonen und
in Un e nehmen.
Gleichzei ig is sie als Re e en in ü Wissen-
scha liche Wei e bildung bei Tu ech Inno a-
ion GmbH beschä ig und lei e ak uell die in-
e na ionale Zusammena bei de Pa ne uni-
e si ä en im Be eich de Wissenscha lichen
Wei e bildung im on de Eu opäischen Kom-
mission ge ö de en P ojek „ECIU Uni e si y“.
Sie glaub an gu e F agen und die k ea i e
We schöp ung du ch e wei e e Pe spek i en.
kon ak @ch is ine-bauho e .de
www.ch is ine-bauho e .de
Twi e : @CBauho e 2
Xing: Ch is ine_Bauho e
Zu ück in die Zukun .
E we bsa bei daue ha dynamisch ges al en
INGO JUNKER
Un e nehmen sehen sich imme s ä ke , häu i-
ge und schnelle s ändig wechselnden P ozes-
sen, Ve ände ungen und Schwe punk hemen
ausgese z , die bei de zukun so ien ie en
Füh ung und pe spek i ischen Ges al ung ei-
nes Un e nehmens zu be ücksich igen sind und
diese maßgeblich beein lussen. Als wesen liche
Mega ends haben sich die Themen Mi a bei-
ende (bzw. ein ganz neue und in ensi e Fo-
kus au de en Bedü nisse, Quali ika ionen und
Ve ügba kei ) sowie Digi alisie ung und Klima
he ausk is allisie , die ganze B anchen o
neue und immense He aus o de ungen s ellen.
Das g undsä zliche Thema Klima bilde sich
schwe punk mäßig in den Un e nehmensp o-
duk en ode - ä igkei en ab. Es beein luss , ein
en sp echendes Selbs e s ändnis und eine
den zei gemäßen Themen au geschlossene Un-
e nehmenskul u o ausgese z , abe auch die
Schwe punk e Mi a bei ende und Digi alisie-
ung einschließlich digi ale T ans o ma ion.
Diese beiden Themen, Mi a bei ende und Digi-
alisie ung wiede um, sind de maßgebliche
Fokus, un e dem die gene a ionsübe g ei-
ende Zukun de A bei als solche ges al e
we den muss (→F eudenbe g. GIRLS Hacke
School).
Teams, Füh ungsk ä e, Un e nehmen und
ganze B anchen sind in diesem Kon ex einem
hochdynamischen Spannungs eld un e schied-
lichs e An o de ungen ausgese z . Un e neh-
mensziele und No wendigkei en an Wi scha -
lichkei un e Be ücksich igung zukün ige
Ma k aus ich ung sind zu beach en. Ebenso gil
es, adie e und iden i ä ss i ende Un e neh-
menskul u , mode ne Füh ungsins umen e
und wachsende An o de ungen an und on
Mi a bei enden mi einande zu e einen.
Um im jeweiligen Ma k eines Un e nehmens
wi scha lich lang is ig und nachhal ig e olg-
eich zu sein, e höhen sich s e ig die E o de -
nisse an die Digi alisie ung de un e nehmens-
eigenen P ozesse und spezi ischen P oduk e.
De sich da aus e gebende daue ha e T ans-
o ma ionsp ozess is in Einklang zu b ingen
mi den zum Teil seh un e schiedlichen Be-
dü nissen alle Mi a bei enden. So is mi dem
»Die Themen Mi a bei ende und Digi alisie ung sind de maßgebliche
Fokus, un e dem die gene a ionsübe g ei ende Zukun de A bei
ges al e we den muss.«
“
#digi alisie ung # ans o ma ionsp ozess # oneinande le nen
40 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
häu igen Wunsch nach Bes ändigkei angemes-
sen umzugehen, da diese meis mi einem un-
e schiedlich ausgep äg en Beha ungs e mö-
gen e bunden is , welches T ans o ma ions-
p ozesse e heblich e schwe en kann. Gleich-
zei ig is dem Wunsch nach zei gemäßen und
imme ak uellen A bei sme hoden und mode -
nen P ozessen zu en sp echen.
Diese bislang wenig be ücksich ig e Pe spek-
i e de ans ehenden um assenden T ans o -
ma ionsau gaben is o wiegend eine gene a i-
onale. Un e nehmen müssen ü junge Mi a -
bei ende du ch mode ne Tools, P ozessop i-
mie ungen und Füh ungsins umen e in e es-
san sein, abe auch den Bedü nissen und
Wünschen on E ah enen und Äl e en ge ech
we den. De Fokus au die Mi a bei enden und
ih e Po enziale, Bedü nisse, Lebenswünsche
e c. wi d du ch den Einbezug de gene a iona-
len Pe spek i e wei e und s ell gleichsam Un-
e nehmen o neue He aus o de ungen.
In diesem Kon ex ha auch die in de Ve gan-
genhei sei ens de Un e nehmen ehe lus los
abweh end und wenig zielge ich e ge üh e
Diskussion um A bei s(zei )modelle, insbeson-
de e hinsich lich des A bei ens im Homeo ice,
du ch die Zei des Lockdowns in de Co ona-
Pandemie eine ungeahn e Dynamik e hal en.
Viele A gumen e gegen Homeo ice wu den
ak isch on heu e au mo gen wide leg . Digi-
alisie ung wa keine Op ion meh , sonde n
No wendigkei und digi ale B üche in P ozess-
ke en wu den o ensich lich. Es ha sich abe
auch gezeig , dass iele P oblems ellungen die
Ve an wo lichen öllig un o be ei e ge o -
en haben.
So wu de die ein echnische Umse zung on
Homeo ice un e schiedlich gu , abe meis zü-
gig gemeis e . Au die nich echnischen Rah-
menbedingungen a das o jedoch nich zu.
Viele Un e nehmen und Ih e Füh ungsk ä e
wa en, ebenso wie die di ek Be o enen, o -
mals öllig übe o de mi den neuen Si ua io-
nen. Schnell s ell e sich he aus, dass Home-
o ice Fluch und Segen gleiche maßen wa , ins-
besonde e ü die El e n ode El e n eile on
Kinde n, bei denen Schule und Kinde be eu-
ung aus ielen (→Dahlmann. Aus dem Bü o,
übe Homeo ice zu hyb idem A bei en). Ge-
ade mi diesem Thema wu den die Mü e und
Vä e häu ig allein gelassen und e hiel en keine
ode wenig Un e s ü zung. Wei e e Themen-
elde wie die O ganisa ion de E we bsa bei
im Un e nehmenswo k low, Wi ksamkei skon-
ollen, Ve auensa bei szei und sinn olle
Ziel o gaben wa en häu ig nich gelös .
Au e liche diese nu zum Teil neuen F ages el-
lungen gib es nach wie o wenig zu ieden-
s ellende An wo en. Dazu zählen zum Beispiel
olgende: Wie wi d K ea i i ä und E ah ungs-
aus ausch digi al e möglich ? Wie geling es,
die soziale Ve einsamung im Homeo ice zu
e meiden? Wie s a e man Mi a bei ende an-
gemessen aus? Abe auch: Wie können A bei -
gebe *innen ih e Mi a bei enden o eine
Meh achbelas ung im Homeo ice wi ksam
schü zen? Ein eines Zu ück nach de Pandemie
zu einem A bei en wie da o kann nich die
An wo sein, insbesonde e da k ea i e A -
bei smodelle wie z. B. A bei s eilung mi
Homeo ice-An eilen und P äsenz agen ode
Block-Anwesenhei mi le weile hinlänglich be-
wiesen haben, dass sie mindes ens echnisch
und in alle Regel auch inhal lich unk ionie en.
Ein wei e e wich ige Aspek bei de Ges al-
ung de Zukun de E we bsa bei bes eh da-
in, dass Digi alisie ung und digi ale T ans o -
ma ion diesbezüglich eine imme wesen li-
che e Rolle spielen we den und sich s e ig dy-
namisch wei e en wickeln. Ve s ändnis und Fä-
higkei en bezüglich digi ale Themen sind übli-
che weise umso ausgep äg e , je jünge die
Mi a bei enden sind. De Logik olgend sind die
maßgeblich ges al enden Füh ungsk ä e en-
denziell ehe äl e und häu ig wenige IT-a in
wie auch die äl e en abe meis e ah enen
Junke : Zu ück in die Zukun | 41
Mi a bei enden als solche. Auch diesen Wide -
sp uch gil es angemessen au zulösen.
Geeigne schein dahe die in ielen Un e neh-
men noch iel zu wenig genu z e Möglichkei ,
einen Le n- und E ah ungsaus ausch gene a i-
onsübe g ei end zu o ganisie en und da aus
ein neues Modell ü die Zukun de E we bs-
a bei zu en wickeln. Junge Mi a bei ende e -
mi eln ih e Fähigkei en z.B. im IT-Be eich den
Äl e en und p o i ie en im Gegenzug on de en
E ah ungen (→Bauho e . Die A bei de Zu-
kun b auch gu e F agen; →Jancen. Viel al in
S a -ups). Dieses Modell des gegensei igen
Le nens übe alle Al e sg uppen hinweg ö -
de da übe hinaus in hohem Maße die We -
schä zung alle . Auch is ein solches Modell
eine wei e e Möglichkei , mi de dem imme
d ängende we denden P oblem des Fachk ä -
emangels und des demog a ischen Wandels
begegne we den kann. Un e s ü z und be-
glei e we den soll e ein solches Modell du ch
gu o ganisie e und achlich beglei e e Wei e -
bildungs- und Coaching-Angebo e.
Die Au gaben ü Un e nehmen o dem Hin-
e g und diese Mischung an He aus o de un-
gen sind eno m. Es bes eh die No wendigkei ,
sich daue ha und wiede holend mi diesen
Themen auseinande zuse zen, um allen An o -
de ungen ü die gene a ionenübe g ei ende
Ges al ung de E we bsa bei ge ech zu we -
den. Diese Au gabe is keine einmalig abzua -
bei ende No wendigkei , sonde n daue ha ,
e ände lich und imme in Bewegung (→K a-
nich-S ein. Cul u e Change & New Wo k). Die
Ve an wo ung, den seh un e schiedlichen
Bedü nissen alle Mi a bei e ge ech zu we -
den, is g oß. Eine kluge und angemessene Mi-
schung aus ö de nde und o de nde Dyna-
mik und e lässlichem Ruhepol die o d ingli-
che He aus o de ung.
Die An wo en au die nach olgenden F agen
und Au gabens ellungen, die sich o dem ge-
schilde en Hin e g und zwingend e geben,
können nie eindeu ig sein. Sie we den sich wei-
e hin dynamisch e ände n, da sich die Rand-
und Rahmenbedingungen pe manen e än-
de n, sodass die An wo en eben alls un e -
schiedlich und e ände lich sein we den.
Wich ig is , dass die F agen ges ell we den und
gene a ionenübe g ei end in einem posi i en
Disku s um E gebnisse und Komp omisse ge-
ungen wi d.
Mögliche Chancen und An egungen aus den
Zei en des Lockdowns wäh end de Co ona-
Pandemie soll en in diesem Zusammenhang e-
lek ie , ausgewe e , ü die Zukun genu z
und eben alls angemessen be ücksich ig we -
den:
• Wie kann Leh - und Le naus ausch o en
und pa ne scha lich gene a ionenübe -
g ei end dynamisch siche ges ell we den,
(z. B. „Tausch“ de Be u se ah ungen on
äl e en Mi a bei enden mi de digi alen
Kompe enz on Jünge en)? Wie kann aus
gene a ionenübe g ei endem oneinan-
de Le nen ein neues Zukun smodell en -
s ehen?
• Wie kann dem Bedü nis nach Sozialkon-
ak en nachgekommen we den? Wie wi d
no wendige Aus ausch und K ea i i ä si-
che ges ell ?
• Welche A bei smodelle sind zukün ig e -
o de lich und möglich: P äsenzp lich im
Bü o, Homeo ice ode Hyb idmodelle?
• Welches Konzep pass zu den jeweiligen
Un e nehmen (A , B anche, P oduk , Kul-
u , Pe sonals uk u e c.) und wie geling
es, die no wendigen Ve ände ungen in Un-
e nehmen ü alle posi i wah genom-
men umzuse zen und niemanden zu e -
lie en?
• Muss sich mögliche weise ein Un e neh-
men und seine Un e nehmenskul u iel
deu liche e ände n, auch in Bezug au
die wachsende Di e si ä de Gene a io-
nen?
48 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
GRÜNDUNGSPOTENTIALE
Ziel de Hochschule [ ü Angewand e Wissen-
scha Hambu g, d. Ve .] is es, ih e Hochschul-
kul u und S uk u en wicklung iel äl ig, in e na-
ional, geschlech e ge ech , amilien eundlich,
inklusi und disk iminie ungs ei zu ges al en.
Viel al als Que schni s hema mi ih en un e -
schiedlichen Face en soll ak i in säm liche
Handlungs elde und En scheidungsp ozesse ein-
bezogen we den.
Diesen Reali ä en und Ziele agen wi im G ün-
dungsse ice de HAW Hambu g mi unse em
P ojek WISU – Wissen scha ( ) Un e nehmen –
Rechnung, indem wi insbesonde e die G ün-
dungspozen iale unse e weiblichen Hochschul-
angehö igen e schließen. In de seh männlich
gep äg en S a -up-Wel bie en wi Fo ma e an,
die F auen gleichwe ig ansp echen, wi zeigen
e s ä k weibliche Role Models, um den S udie-
enden iel äl ige O ien ie ungsmöglichkei en zu
bie en und Modelle zu zeigen, die einen ande en
Weg als wachs ums- und exi -o ien ie e Tech-
G ündungen o mals au zeigen.
F iede ike Eickho
P ojek lei ung „Ga e Opening in e sek ional“,
Teilp ojek „Lamassu“ ü weibliches* Wissen-
scha spe sonal/Kommissa ische s ell e e-
ende Lei ung S abss elle Gleichs ellung, Hoch-
schule ü Angewand e Wissenscha en Ham-
bu g.
DIVERSE PERSPEKTIVEN
In unse en Men o ingp og ammen de S abs-
s elle Gleichs ellung an de HAW Hambu g ach-
en wi da au , dass es in Pee -G uppen eine gu e
Mischung aus Gemeinsamkei en und Un e schie-
den gib . Das gil ü das Al e genauso wie ü ge-
schlech liche Zugehö igkei , Disk iminie ungse -
ah ung ode den S udiengang bzw. die en sp e-
chende Fachkul u . So können die Teilnehmen-
den eine e auensbasie e Gesp ächskul u
au bauen und e wei e n gleichzei ig ih e Pe -
spek i e, die seh we oll ü ih en wei e en be-
u lichen und p i a en Lebensweg is . Nich zu-
le z is Di e si ä meine E ah ung nach ein en -
scheidende Teil on e olg eichen Ne zwe ken!
Li e a u - und Quellenangaben
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So galla, M. (2015): G uppendynamik. De
DIE Wissensbaus ein ü die P axis. Abge u en
am 02.04.2022.
Zum Au o
Ra ael Jancen is Mi a bei e des G ündungs-
Se ices im Zen um ü Ka ie eplanung de
Hochschule ü Angewand e Wissenscha en
Hambu g (HAW Hambu g). Zu seinen Au gaben
gehö die Koo dina ion des Ve bundp ojek es
"S a up Po " an de Hochschule sowie die Im-
plemen ie ung gende - bzw. di e si ä ssensib-
le Aspek e in de P ojek kommunika ion. Mi

Jancen: Viel al in S a -up-Teams | 49
den dazugehö igen Maßnahmen sollen meh po-
enzielle G ündungsin e essie e e eich und
Ausg enzungen abgebau we den.
„S a up Po “ is ein Ve bundp ojek on ak u-
ell sieben Hochschulen zu S ä kung wissensba-
sie e G ündungen in de Me opol egion
Hambu g.
a ael.jancen@haw-hambu g.de
h ps://www.haw-hambu g.de/s udium/g u-
endungsse ice/p ojek e/s a up-po /
LinkedIn: Ra ael Jancen
XING: Ra ael Jancen
3. A bei so e im Wandel
“
Landa bei e *innen.
Pe spek i en ü Zusammena bei
in ländlichen Co-Wo king-Spaces
INGA REIMERS
WeXelwi ken Reu lingen, Impuls aum Felde,
Tokun Hus Bücken, Wi bauen Zukun Nie-
kli z. Die Namen de au gezähl en ländlichen
Co-Wo king-Spaces sind P og amm und ma-
chen di ek eines deu lich: Die Zukun de E -
we bsa bei im ländlichen Raum wi d (auch) in
Co-Wo king-Spaces disku ie , e p ob und
en schieden. Die Fokussie ung au das Neue,
Zukün ige läss e kennen, dass hie al e S uk-
u en und Vo s ellungen (nich nu ) on E -
we bsa bei au geb ochen we den sollen.
Diese O e sind ü die Menschen, die sie be-
ei s nu zen, eine logische Konsequenz mi le -
weile nich meh ganz neue E we bsa bei s-
o men, die u.a. o sunabhängig, empo ä und
in Ne zwe ks uk u en unk ionie en. Dabei
spiel auch das Zusammendenken on un e -
schiedlichen Fo men on A bei in ielen Co-
Wo king-Spaces eine wich ige Rolle, wie die in
diesem Bei ag o ges ell en Beispiele zeigen
we den: Lohna bei wi d hie häu ig mi eh en-
am lichen Tä igkei en, sozialem/poli ischem
Engagemen o O ode F eizei ak i i ä en
zusammengedach und p ak izie , was die
G enzen zwischen diesen Fo ma en e -
schwimmen läss .
Co-Wo king is he answe , bu wha was he
ques ion?
Doch was is Co-Wo king? Welche ak uellen
F agen und P obleme g ei es au ? Und was
mach Co-Wo king im ländlichen Raum aus?
Ich möch e im Folgenden au diese F agen ein-
gehen und das Phänomen des Co-Wo kings im
ländlichen Raum nähe o s ellen. Dabei we de
ich am Ende des Bei ags auch noch einmal den
Aspek de Al e ss uk u de Co-Wo king-Ak-
eu innen und -Ak eu e au g ei en. Denn das
Bild, das om ländlichen Co-Wo king, o zugs-
weise im u banen Raum, gezeichne wi d, zeig
»Dies e ö ne eine Sich weise au Co-Wo king-Spaces als „D i e
Räume“, in denen sich Un e schiedlichkei (z.B. on A bei smodellen)
nich au lös , sonde n ein zen ales Me kmal da s ell und da au ziel ,
das He e ogene als Quali ä zu beg ei en und zu hema isie en.«
“
# u alcowo king #newwo k #di e si y
52 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
meis ens Menschen zwischen 20 und 45 Jah-
en, die nach Modellen suchen, um beispiels-
weise die Familieng ündung mi eine g oßzü-
gigen und g ünen Umgebung mi lexiblen E -
we bsa bei s o men zu e binden. Dabei wi d
häu ig auch die F age de Kinde be euung mi -
disku ie und in Teilen auch beda sge ech
mi geplan . Diesen Aspek g ei e ich an spä e-
e S elle noch einmal au , an de es um die Ak-
eu innen und Ak eu e im ländlichen Co-Wo k-
ing geh . Da an an- und abschließend möch e
ich e schiedene Pe spek i en e ö nen, inwie-
e n ländliche Co-Wo king-Spaces auch ü Pe -
sonen auße halb de genann en Al e sg uppe
a ak i sind und welche di e sen Konzep io-
nen on A bei sie e möglichen. Diese we den
hie bewuss als Pe spek i en benann , da sich
die diesem Bei ag zug unde liegende Fo -
schung om „gu en Leben und A bei en“1 am
Beispiel ländliche Co-Wo king-Spaces ak uell
in de E hebungsphase be inde .
Was is Co-Wo king?
Die S udie „Co-Wo king im ländlichen Raum.
Menschen, Modelle, T ends“ (2020) de Be -
elsmann-S i ung de inie Co-Wo king-Spaces
als O e, an denen Menschen zusammenkom-
men, um ih e E we bsa bei nachzugehen.
Dass sie dies alle dings nich unbeding mi ei-
nande un, e deu lich die in de S udie ge-
wähl e Bezeichnung „alleine zusammen a bei-
en“ (Be elsmann S i ung 2020).2
Wäh end Co-Wo king-Spaces im u banen
Raum, in dem auch die e s en P ojek e en s an-
den, o allem eine Reak ion au ehlenden, be-
1 De Te minus des „gu en Lebens“ und in diesem
Falle auch A bei ens mach deu lich, dass es weni-
ge um messba e Indika o en wie Wi scha sk a ,
In as uk u ausbau ode sozialökonomische Indi-
ka o en geh , sonde n ielmeh um Imagina ionen,
Disku se und Kon lik elde dessen, wie un e -
schiedliche Pe sonen sich ein Leben in ländlichen
Räumen o s ellen und diese als „gu “ bewe en.
Was wi d also on wem in welchem Kon ex als gu
zahlba en Wohn- wie auch A bei s aum auße -
halb be ieblich o ganisie e A bei wa en,
sind die Mo i a ionen und Hin e g ünde on
Co-Wo ke innen und Co-Wo ke n in ländlichen
Räumen he e ogene . Nich nu selbs s ändige
K ea i e, Digi ala bei ende ode Coaches nu -
zen diese A bei so e, sonde n auch zuneh-
mend anges ell Beschä ig e, die Al e na i en
ü das Pendeln zwischen A bei - und Lebens-
o ode ü das Homeo ice suchen (→Dahl-
mann. Aus dem Bü o, übe Homeo ice zu hyb-
idem A bei en). Da übe hinaus s ellen Co-
Wo king-Spaces im ländlichen Raum wich ige
Anke punk e des Aus auschs und des Ne zwe -
kens da , da die ele an en Nu ze *innen s ä -
ke übe die Fläche e eil sind. Ein besonde-
es Augenme k lieg hie bei au dem E mögli-
chen on beiläu igen ode zu älligen Begegnun-
gen, die neben de Bea bei ung eigene P o-
jek e en s ehen. Teil eine Communi y zu sein
s ell ü einen G oß eil de Cowo ke *innen ei-
nen Haup bewegg und ü diese A des Zu-
sammena bei ens da , gil abe ü die ländli-
che Fo m umso meh , da hie o allem Pla z-
g ünde nich so schwe wiegen wie im u banen
Raum.
Räumliche Aspek e
Neben klassischem Co-Wo king-Angebo en mi
lexiblen und es en A bei s lächen und Ange-
bo en wie Mee ing äumen und Teeküchen ha-
ben sich im ländlichen Raum u.a. sog. Pend-
le *innenhä en gebilde , die sich insbesonde e
an belieb en Pendels ecken ansiedeln und da-
bei kü ze e Wege zum A bei so e möglichen.
In e essan is dabei, dass sich die Be eibe
und ich ig bewe e und im All ag geleb ? In An-
lehnung an die DFG-Fo schungsg uppe „U bane
E hiken“ können diese Ve handlungen un e dem
Beg i „Ru ale E hiken“ besch ieben we den ( gl.
Ege & Mose 2018).
2 Die in diesem Tex ge o enen Aussagen übe Co-
Wo king im ländlichen Raum basie en wei es ge-
hend au de on de Be elsmann S i ung ini iie -
en S udie 2020.
Reime s: Landa bei e *innen | 53
diese Pendle *innenhä en sich nich nu an
Einzelpe sonen, sonde n auch an A bei ge-
be *innen ich en und dabei indi iduelle Ange-
bo e ü ganze Un e nehmen en wickeln.
Gleichzei ig en s ehen ländliche Co-Wo king-
Spaces aus kleine en, p i a en Ini ia i en. Die
Ini iie enden scha en sich hie bei häu ig selbs
A bei so e und wollen diese mi Gleichgesinn-
en eilen und sie als Gemeinscha so e in die
bes ehende Umgebung in eg ie en. Die diesem
Tex zug unde liegende S udie besch eib diese
En wicklung auch mi dem Beg i de „Neuen
Do mi e“, die zusä zliche Angebo e wie
Do läden, Senio en e s ode Pos s ellen in-
eg ie en und dabei au zen ale Beda e on
Do bewohne *innen eingehen ( gl. Be els-
mann-S i ung 2020: 54; 69). Häu ig wachsen
diese Angebo e langsame als die Pendle *in-
nenhä en und en wickeln ih Angebo im lau-
enden P ozess, o ien ie an den jeweiligen
Bedü nissen de Nu ze *innen.
Ak eu *innen
Co-Wo king-Spaces g ei en somi die Nach-
age an modula ges al ba en, lexiblen A -
bei so en au und haben dabei eine Vo ei-
e *innen olle, weshalb Cowo ke *innen au
dem Land häu ig als Pionie *innen bezeichne
we den, was sich sowohl au äumliche Inno a-
ionen bezieh als auch au neue Ideen on
Füh ung. Ge ade dann, wenn Mi a bei ende
nich meh (nu ) in den Räumen ih e A bei ge-
be a bei en, müssen Vo s ellungen und Kon-
zep e on Mi a bei e *innen üh ung ange-
pass und e p ob we den, die auch au Dis anz
unk ionie en. Hie bei wi d das pe sönliche Zu-
sammenkommen de Mi a bei enden an ei-
nem O meis ehe zum besonde en E en als
zum all äglichen A bei sablau .
Dabei sind lau de Be elsmann-S i ung
(2020) die Zielg uppe und die In eg a ionsk a
ländlichen Co-Wo kings b ei e als in u banen
Räumen: Die Co-Wo king-Communi y s ell
sich hie sowohl mi Blick au das Al e , die Be-
schä igungs e häl nisse und die ausgeüb en
Be u e di e se da .
De g öß e Teil de „Neuen Landa bei e *in-
nen“ in Co-Wo king-Spaces a bei e in K ea i -
be u en ode kann als Wissensa bei e *in be-
sch ieben we den. Da übe hinaus inden sich
in den Spaces beispielsweise selbs s ändige
Coaches, Leh e *innen und Handwe ke *innen
ode auch Anges ell e, iele on ihnen ( o -
mals) Pendle *innen ( gl. Be elsmann-S i -
ung 2020: 15).
Da übe hinaus gehö e e wa die Häl e de
Cowo ke *innen diese S udie de Al e s-
g uppe on 25 bis 39 Jah en an – was ein e -
wa ba es E gebnis da s ell . Alle dings e ei-
len sich die es lichen 50 P ozen au die Al e s-
g uppen zwischen 40 und 49 sowie 50 bis 64.
Das bedeu e , dass in de un e such en G uppe
imme hin ein Vie el de Cowo ke *innen übe
50 Jah e al wa . Dadu ch, dass de A bei so
Co-Wo king-Space ein ela i junges Phäno-
men da s ell , kann da on ausgegangen we -
den, dass ge ade diese Pe sonen mi eine e-
la i langen E we bsbiog a ie auch schon in an-
de en Fo men wie Homeo ice ode o O im
Un e nehmen gea bei e ha und de A bei s-
pla z im Co-Wo king-Space bewuss ausge-
wähl wu de. Welche Po enziale sich hie ü
Neuo ien ie ungen und Di e si ä in de E -
we bsa bei bie en, wi d eine F age meine zu-
kün igen Fo schung sein.
Beispiel 1: Übe g ei ende Ne zwe ke zwischen
Jung und Al : Die Walds a G oßwudicke
Die Cowo ke *innen in diesem P ojek en sp e-
chen wei es gehend de besch iebenen Ke n-
zielg uppe on Co-Wo king-Spaces und geben
als G ünde ü die Nu zung de „Walds a “ o
allem das A bei en im G ünen, die gu e Ve -
keh s- und In e ne anbindung sowie die Ge-
meinscha o O an. Mi Blick au gene a i-
onsübe g ei endes (Zusammen-)A bei en is

54 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
hie wenige die Zusammense zung de Cowo -
ke *innen in e essan , sonde n ielmeh die
Rolle, die das P ojek im b andenbu gischen
Do G oßwudicke spiel bzw. spielen soll. In ei-
ne Do um age de P ojek be eilig en
wünsch en sich 77 P ozen de be ag en Do -
bewohne *innen meh Ak i i ä im O und
meh als die Häl e o mulie e dabei den
Wunsch an die Walds a „Jung und al zusam-
menzub ingen“ ode eine „Heima s ube“ ü
Handa bei ode de A bei an eine Do ch o-
nik zu in eg ie en ( gl. Die Walds a 2000).
Dadu ch wi d de Ansp uch iele Co-Wo king-
P ojek e be on , nich nu die Bedingungen
und Regeln on E we bsa bei neu zu o gani-
sie en, sonde n auch E we bsa bei und Le-
ben/F eizei in einem e wei e en Konzep zu-
sammenzudenken. In diesem Ve s ändnis sind
Co-Wo king-Spaces nich nu A bei so e. Viel-
meh wi d ih e Bedeu ung als Kon ak - und Le-
benso be on , die nich nu au die o O A -
bei enden ziel , was Po enziale ü gene a io-
nenübe g ei ende, di e se Ges al ung ländli-
chen Lebens und A bei ens au mach . Alle -
dings müssen diese Po enziale auch sensibel
und wohlübe leg genu z we den, denn das
Co-Wo king-Konzep e klä sich ge ade äl e-
en Do bewohne *innen (wie auch po enziel-
len Nu ze *innen) nich on selbs , wie die Ve -
käu e in de Fleische ei im Gesp äch mi eine
ARD-Mo genmagazin-Repo e in e ä : „Co-
Wo king? De Name, de is g uselig. Die Äl e-
en wissen dami ga nich s anzu angen. Abe
sons inden wi das ganz gu . So komm Leben
nach G oßwudicke“ (Pe e sdo , on 2021).
Beispiel 2: E ah ungsaus ausch und Ausp obie-
en: Hyb ide G ünde *innen
Zu den Pluspunk en de Co-Wo king-Spaces
zählen die Un e s ü zung ü G ünde innen
und G ünde insbesonde e auch ü Menschen,
die sich ge ade zu einem spä e en Zei punk ih-
e E we bsbiog a ie noch einmal umo ien ie-
en und/ode selbs s ändig machen wollen.
Hie bie en Co-Wo king-Spaces ein ela i si-
che es Um eld, da die In as uk u inbeg i en
is und nich mi hohem eigenen Risiko au ge-
bau we den muss. Da übe hinaus, und das is
ein wei aus wich ige e G und ü iele: Junge
Cowo ke *innen p o i ie en om Aus ausch
mi e ah ene en Pe sonen und ande she um
inden äl e e Gene a ionen in den Co-Wo king-
Spaces o das Gegen eil de A bei ss uk u en
wiede , on denen sie sich selbs abwenden
wollen und we den dadu ch im Einschlagen
neue Wege bes ä k .
Dies pass zu einem „Wo king-S yle“, den die
Mache *innen de Be elsmann S udie, beson-
de s häu ig in den ländlichen Co-Wo king-
Spaces ange o en haben: den de „hyb iden
G ünde *innen“ (Be elsmann-S i ung 2020:
27). Diese e wi klichen neben ih e „ adi io-
nellen E we bsa bei “ eigene pa allele Ge-
schä sideen und inden in Co-Wo king-Spaces
eine passende In as uk u und ein passendes
Mindse , diese zu es en, umzuse zen und wei-
e zuen wickeln.
Ausblicke: Co-Wo king-Spaces als D i e Räume
und P ak iken
Diese ku zen Einblicke in die ak uelle Si ua ion
ländlichen Co-Wo kings zeigen, dass sich an
ielen O en Kons ella ionen junge , mobile
Menschen e geben, die nich on be ieblichen
Regeln zu A bei szei en, - o men und -o en
abhängig sein wollen, sonde n die Ges al ung
diese A bei sumgebungen selbs in die Hand
nehmen und p ägen. Dies gil sowohl ü die
Nu ze *innen als auch ü die Ini ia o *innen
de Co-Wo king-P ojek e. Doch nich nu jün-
ge e Gene a ionen p o i ie en in diesen Bei-
spielen on dem spezi ischen Angebo ländli-
che Co-Wo king-Spaces, sonde n auch Pe so-
nen, die be ei s ande e, e mein lich klassi-
sche e E we bsbiog a ien eingeschlagen haben
(s. Hyb ide G ünde *innen). Und ge ade in die-
sem Scha en on Möglichkei s äumen, die
p ozessual ausp obie und ges al e we den,
Reime s: Landa bei e *innen | 55
lieg auch das Po enzial ü die gene a ions-
übe g ei ende Ges al ung on A bei im (länd-
lichen) Co-Wo king. Wie eingangs e wähn , a -
bei en Cowo ke *innen wenige mi einande
als nebeneinande und de inie en ih Ve häl -
nis somi kaum übe Hie a chien ode Konku -
enz – was ge ade in de Zusammena bei un-
e schiedliche Gene a ionen häu ig de Fall is .
Dennoch ode ge ade deshalb sind diese Ak-
eu *innen an Ve ne zung in e essie und e -
handeln dabei die We e und P ak iken neuen
A bei ens.
Dies e ö ne eine Sich weise au Co-Wo king-
Spaces als „D i e Räume“3, in denen sich Un-
e schiedlichkei (z.B. on A bei smodellen)
nich au lös , sonde n ein zen ales Me kmal
da s ell und da au ziel , das He e ogene als
Quali ä zu beg ei en und zu hema isie en. Die
Kul u wissenscha le in Do is Bachmann-Me-
dick besch eib D i e Räume als „T ans o ma-
ionsmedien“ soziale In e ak ion, in denen „ei-
gene und emde T adi ionen nich au einan-
de p allen […], sonde n [...] ielmeh zu Dispo-
si ion“ ges ell und e lüssig we den ( gl.
Bachmann Medick 1998: 23 .). Co-Wo king-
Spaces g undlegend als solche D i en Räume
im T ans o ma ionsp ozess on A bei in allen
denkba en Fo men zu e s ehen, wü de hie
bedeu en, dass sie Di e si ä in Bezug au Ka e-
go ien wie Al e , Lebensmodelle und die Ge-
s al ung on Gemeinscha in besonde em
Maße e möglichen. Gleichzei ig is Di e si ä
abe auch Vo ausse zung ü diese Idee on
(ländlichem) Co-Wo king, denn ohne die Un-
e schiedlichkei de Ak eu *innen wü den
eben auch die e schiedenen Pe spek i en au
eine Ges al ung zukün ige Fo ma e on A -
bei ehlen.
3 Aus de pos kolonialen Theo ie nach Homi Bhaba
(1994) kommend, se z das Konzep des „D i en
Raums“ insbesonde e in de Ve handlung on Kul-
Li e a u - und Quellenangaben
Bachmann-Medick, D. (1998): D i e Raum.
Annähe ungen an ein Medium kul u elle
Übe se zung und Ka ie ung. In: B ege ; C.; Dö-
ing, T. (Hg.): Figu en de /des D i en. E kun-
dungen kul u elle Zwischen äume. Rodopi:
Ams e dam, S. 19–36.
Be elsmann S i ung (Hg.) (2020): Co-Wo -
king im ländlichen Raum; Menschen, Modelle,
T ends. Abge u en am 19.08.2022.
Die Walds a (2020): Auswe ung de Do -
um age. Abge u en am 28.07.2021.
Ege, M.; Mose , J. (2018): U bane E hiken:
Deba en und Kon lik e um das gu e und ich-
ige Leben in S äd en. P ojek o s ellung. In:
Ös e eichische Zei sch i ü Volkskunde
LXXI/120, 3/4, S. 75-87.
Pe e sdo , on G. (2021): MOMA-Repo -
e : Wenn es S äd e au ’s Land zieh . ARD-
Mo genmagazin om 15.04.2021. Abge u en
am 28.07.2021.
Zu Au o in
D . Inga Reime s is Wissenscha liche Mi a -
bei e in im S udienp og amm Kul u de Me -
opole an de Ha enCi y Uni e si ä Hambu g.
Sie is E hnog aphin und o sch u.a. zum
Thema Nah ung/Mahlzei en, zu digi alen P ak-
iken im All ag und e hnog aphische Me ho-
dologie. In ih em ak uellen Fo schungsp ojek
beschä ig sie sich mi Ideen und P ak iken des
gu en Lebens und A bei ens im ländlichen
Raum. Sie wa P o Exzellenzia S ipendia in und
Assoziie e im küns le isch-wissenscha lichen
G aduie enkolleg „Ve sammlung und Teil-
habe. U bane Ö en lichkei en und Pe o ma-
i e Küns e“.
u (en) und Iden i ä (en) an und s ell dabei Hie a -
chisie ungen und dicho ome Vo s ellungen e wa
on Wes und Os ode dem Eigenen und F emden
in age.
56 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
[email p o ec ed]
h p:www. ak sinn.o g
Twi e : @ eime s_inga
Linkedin: Inga Reime s
Ande e A bei so e – ande e Vä e ?
Wie die on de Pandemie e ö ne en
Möglichkei s äume nachhal ig genu z we den können
HANS-GEORG NELLES
Die Auswi kungen de Co ona-Pandemie au
die amiliä e A bei s eilung und das Engage-
men on Vä e n in Familien we den un e -
schiedlich beu eil . Eine sei s wi d eine Re a-
di ionalisie ung zulas en de Mü e beklag ,
ande e sei s he o gehoben, dass sich pa ne -
scha liche A bei s eilungen in de K ise be-
wäh haben. Es is angemessen, on „pa ado-
xen Gleichzei igkei en“ (Peuke e al. 2022) zu
sp echen.
In diesem Bei ag wi d es o allem da um ge-
hen, die Möglichkei s äume zu besich igen, die
E ziehungsbe ech ig en in den e gangenen
Jah en e ö ne wu den, sowie die E ah ungen
und Lea nings im Wo k-Li e-S uggle zu wü di-
gen und Konsequenzen und Ve ände ungen
bei Rahmenbedingungen und Hal ungen au zu-
zeigen, die diese nachhal ig wi ksam we den
lassen. Dies o allem o dem Hin e g und de
Wünsche on Vä e n und Mü e n nach eine
pa ne scha lichen A bei s eilung on E -
we bs- und Familiena bei ( gl. BMFSFJ 2018:
13).
Bei meinen Aus üh ungen gehe ich on olgen-
den Thesen aus, die auch als O ien ie ungs ah-
men zu Eino dnung de un e schiedlichen,
eils wide sp üchlichen (Fo schungs-)E geb-
nisse dienen.
• Die Möglichkei , die zei liche Lage de E -
we bsa bei szei selbs zu bes immen, e -
möglich Vä e n, (meh ) Zei mi de Fami-
lie zu e b ingen und ak i (e ) am Leben
de Kinde eilzunehmen. Vä e b auchen
zudem abe auch Gelegenhei en, sich mi
ih en Kinde n gemeinsam mi ande en Vä-
e n zu e leben und auszu auschen.
• Die eie Wahl des E we bsa bei so es e -
ö ne nich nu neue Räume und Möglich-
kei en, sie e scha Vä e n auch zusä zli-
che Zei kon ingen e. Dami sie diese ü
»Ein Teil diese Chancen ü Vä e bes eh da in, auch in Zukun A -
bei so e und -zei en eie wählen zu können. Aus den pandemiebe-
ding en No lösungen kann das, was auch aus de Sich de Un e neh-
men gu gelau en is , in zukün ige A bei ss uk u en in eg ie we -
den.«
“
# ae e # a e scha is meh
64 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
und wenig es geleg . F agen de Familieng ün-
dung und de In eg a ion diese Übe legungen
in den wei e en Kon ex we den disku ie . Da-
bei sind die Sinnsuche und das Finden de pe -
sönlichen Wünsche in de Lebens- ebenso wie
A bei sges al ung wich ige Themen diese Ge-
ne a ion. De Be u is nu ein Teil des Ganzen.
Die Einbe ung de indi iduellen Tä igkei in
das pe sönliche Lebensum eld und die gesell-
scha lichen Rahmenbedingungen sollen mög-
lichs bedü nisge ech und gleichzei ig nach-
hal ig im Sinne de Zukun saussich en de jün-
ge en Menschen e olgen. Be u liche Ve ände-
ungen sind häu ig und die Mobili ä is hoch.
Die Be ei scha , Neues auszup obie en, geh
dami einhe , o zdem bes ehen ge ade in die-
se Gene a ion schon seh kla e Vo s ellungen
on ansp echenden A bei sumgebungen und
lebenswe en Umwel en.
Das klassische Bü o
Nach den langen und un o be ei e en Home-
o ice-Phasen du ch die Co ona-Pandemie
wünschen sich inzwischen iele, sowohl A bei -
nehmende als auch A bei gebende, zumindes
eilweise das klassische Bü o zu ück. Was also
sind die g oßen Vo eile des klassischen Bü os?
Au de Sei e de A bei gebenden spiel hie
besonde s das Ge ühl de unmi elba en Kon-
olle de A bei nehmenden und ih e A bei
eine Rolle. Fü die A bei nehmenden sind ehe
de pe sönliche soziale Kon ak und de Aus-
ausch wich ige Punk e.
Unbes i en kann das klassische Bü o sowohl
eine o gegebene S uk u de A bei , des A -
bei s ages, des A bei sablau s als auch den
Rahmen zu einem kommunika i en Um eld
bie en.
Nach eilig sind dagegen beispielsweise ein o
länge e A bei sweg, wenig Möglichkei en zu
indi iduelle Anpassung an eigene Bedü nisse
und die E izienzminde ung du ch häu ige S ö-
ungen im A bei sall ag.
Besonde s die besch iebene äl e e Gene a ion
schä z die kla en Rahmenbedingungen, auch
im Hinblick au Füh ungsau gaben, und ühl
sich in den gewohn en Abläu en wohl. Schon
die mi le e Gene a ion is abe oh, wenn, ge-
ade im Hinblick au die amiliä en Ve p lich-
ungen, die ela i s a en Abläu e des klassi-
schen Bü os gelocke we den. Die jünge e Ge-
ne a ion hin e ag g undsä zlich zunächs
auch das klassische Bü o im Hinblick au seine
Vo - und Nach eile ü ih e zukün ige A bei s-
ges al ung.
Homeo ice
A bei im Homeo ice bedeu e unmi elba
meh F eihei en, abe auch meh Ve p lich un-
gen. Ge ade le z e e we den häu ig un e -
schä z , sind abe essenziell, um die F eihei en
und Vo eile des Homeo ice auch wi klich ea-
lisie en zu können.
Flexibili ä in de A bei sges al ung e o de
meh Absp achen beispielsweise mi dem
Team, abe ebenso mi dem amiliä en Um eld.
Die pe sönliche S uk u de A bei im Home-
o ice muss indi iduell on jede Pe son ü sich
selbs e s en wickel we den. Die Ausbildung
eine unk ionie enden S uk u im Homeo ice
is ü alle Gene a ionen gleiche maßen eine
He aus o de ung. Ve schiedene Kompe enzen
spielen eine Rolle, sowohl beispielsweise das
Vo handensein aus eichende digi ale Fähig-
kei en als auch das g undsä zliche Ve mögen
e olg eiche Selbs o ganisa ion und die Be-
ei scha zu Neuem. In diese Hinsich is de
E olg im Homeo ice wenige om Al e als on
indi iduellen Pe sönlichkei sme kmalen ab-
hängig. Ob diese He aus o de ung ge ne ange-
nommen wi d, is zusä zlich eine F age de Mo-
i a ion. Diese is e s ändliche weise in den
jeweiligen Gene a ionen un e schiedlich, denn
hie is in de Regel die pe sönliche Lebenssi u-
a ion bes immend.
Zwei Fak o en spielen dabei eine g oße Rolle.
Zum einen sind Gewohnhei en und lang is ig

Dahlmann: Aus dem Bü o übe Homeo ice zum mobilen A bei en | 65
eingespiel e Abläu e bedeu end, wenn die
neuen Vo - und Nach eile abgewogen we den.
Dies bes imm häu ige die Eins ellung und das
Ve hal en de äl e en Gene a ion. Zum ande-
en sind abe ge ade die Möglichkei en eine
besse en Ve einba kei on A bei und Familie
sowie F eizei ein s a ke An ieb ü eine Ve -
ände ung de pe sönlichen A bei sges al ung.
Alle Gene a ionen können hie on p o i ie en,
besonde s abe die mi le e mi de s ä ks en
Be onung au de Familienzei . Die jünge e Ge-
ne a ion be ach e die Si ua ion on diesen
Fak o en noch ela i unbeein luss und ha
den Vo eil de Ungebundenhei und de noch
s a ken Lus am Ausp obie en, schau abe na-
ü lich auch schon au ih e wei e en Zukun s-
o s ellungen.
Mobiles A bei en
Das Mobile A bei en wi d hie au de Basis de
A bei s o m Homeo ice als eine E wei e ung
und S eige ung de bü ounabhängigen A bei ,
bei de öllig o sungebunden die A bei sleis-
ung e b ach wi d, de inie . Es gib alle Abs u-
ungen on gelegen liche Remo e-Tä igkei
zum Beispiel bei geschä liche Reise ä igkei
bis hin zu Wel enbummle n, die dank de heu-
igen digi alen Möglichkei en on s ändig
wechselnden O en aus a bei en. Diese Fo m
des A bei ens wi d gene a ionsunabhängig o
allem on Menschen e b ach , die einen en -
sp echenden Lebenss il be o zugen und die
übe wiegend selbs s ändig a bei en. Sie b au-
chen dazu meis auch ein besonde s hohes
Maß an Selbs o ganisa ion ü die e olg eiche
Bewäl igung de spezi ischen He aus o de un-
gen.
Hyb ides A bei en
Meine These is , dass de Königsweg in den A -
bei swel en de Zukun (im hie be ach e en
Diens leis ungsbe eich) ü einen G oß eil de
Menschen wah scheinlich das hyb ide A bei-
en sein wi d. Viele, A bei nehmende wie A -
bei gebende, haben inzwischen E ah ungen in
den ak uell häu igs en beiden Kons ella ionen
gemach . Sie haben im klassischen, o sgebun-
denen Bü o gea bei e und, o cie du ch die
Co ona-Pandemie, auch Homeo ice kennen-
gele n . Sie haben die jeweiligen Vo - und
Nach eile e leb und sind je z in de Lage, ganz
neue Wege zu denken. Hyb ides A bei en, also
die Ve schmelzung on mobilen und s a ionä-
en Tä igkei en zu einem noch besse en Ge-
sam e gebnis, kann und muss nun au iel äl-
ige Weise ges al e we den. Da an soll en sich
alle Gene a ionen be eiligen, um ih e jeweili-
gen Bedü nisse und P ä e enzen gewinnb in-
gend zu a ikulie en.
Ein e s e Punk is dabei die allgemeine Flexi-
bilisie ung de A bei szei und des A bei so -
es. Demgegenübe s eh ein e höh e Au -
wand an kommunika i en No wendigkei en. Es
müssen meh Absp achen zu inhal lichen und
o ganisa o ischen A bei san o de ungen ge-
o en we den, dami o allem Zusammena -
bei und punk genaue Leis ungse b ingung ei-
bungslos unk ionie en. Auße dem is eine Ve -
auenskul u als G undlage unabdingba . In
diesem Be eich sind auch noch iele F agen o -
en, besonde s solche, die die Bewe ung eine
A bei sleis ung im lexiblen Um eld be e en.
Ein gene a ionsübe g ei ende Dialog wä e ü
diesen P ozess und ü k ea i e Lösungen seh
wünschenswe . Ge ade diese sensible Be-
eich de Bewe ung kann on eine bewuss en
Kombina ion on E ah ungen und neuen
Ideen alle Al e sg uppen p o i ie en.
Unmi elba e bunden mi de zei lichen und
ö lichen Flexibilisie ung on A bei is die sozi-
ale Komponen e de selben. Die soziale In e ak-
ion wi d du ch Flexibilisie ung konk e e än-
de und e lie ih e bishe ige wei gehende
Kons anz. Das egelmäßige E leben on Ge-
meinscha und die ägliche In e ak ion mi an-
de en Menschen is ebenso wie die Möglich-
66 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
kei zum Rückzug ein g undsä zliches mensch-
liches Bedü nis. Dieses In e ak ionsbedü nis
is abe nich nu indi iduell e schieden, son-
de n auch on den wei e en Lebensums änden
abhängig. An diese S elle wi ken sich auch die
Si ua ionen de e schiedenen Gene a ionen
au die E wa ungen an die A bei sumgebung
aus.
Deshalb is es ü alle Gene a ionen wich ig, in
hyb iden A bei swel en neue, passende soziale
Kommunika ions- und Kon ak möglichkei en
und in e ak i e Pe spek i en zu en wickeln, so-
wohl im digi alen als auch im pe sönlichen Be-
eich.
G undsä zlich sind soziale Komponen en im E -
we bsa bei sbe eich nich au einen bes imm-
en Rahmen wie ein klassisches Bü o angewie-
sen. Es gil deshalb zum Beispiel die jeweiligen
Vo eile eine Kombina ion on Homeo ice,
ge eil en Sch eib ischen und ausgewiesenen
Begegnungs äumen inne halb eines Fi men-
s ando s ode auch auße halb, beispielsweise
in Co-Wo king-Spaces zu nu zen (→Reime s.
Landa bei e *innen).
Wei e gedach kommen an diese S elle Übe -
legungen hinzu, gene a ionenunabhängig,
abe indi iduell passend ü jede A bei sau -
gabe die op imale A bei sumgebung zu k eie-
en. Fü Au gaben mi hoch konzen a i en An-
eilen is ehe ein uhige Homeo ice-Pla z o-
de ein op isch und akus isch abgeg enz e Ein-
zela bei spla z in eine Bü oumgebung sinn-
oll.
Teamau gaben zum Beispiel beinhal en dage-
gen meis An eile, die sich besonde s gu in un-
mi elba e In e ak ion und im Gesp äch lösen
lassen. Dies kann bei äumliche Nähe alle Be-
eilig en seh gu in einem g öße en Raum mi
de en sp echenden Vo -O -Auss a ung an
in e ak i em Bü oma e ial passie en. Genauso
kann abe inzwischen zu Übe windung g öße-
e En e nungen dieselbe A bei sau gabe mi -
hil e on um ang eichen Online-Tools e olg-
eich ausge üh we den ode als d i e Mög-
lichkei soga beides kombinie we den. In je-
dem Fall müssen an den jeweiligen A bei so -
en en sp echende Vo ausse zungen ü eine
eibungslose Zusammena bei alle Teilneh-
menden einge ich e we den. Je nach An o de-
ungen und Al e na i en wi d die ein ode an-
de e Va ian e be o zug we den.
Du ch hyb ides A bei en un e Nu zung de di-
gi alen En wicklungen kann so auch ein g oße
Zuwachs an Viel al und Di e si ä e eich we -
den, da die Möglichkei en zu Koope a ion und
Zusammena bei auch in e na ional deu lich
e wei e we den. De ü ein P ojek o.ä. in-
age kommende Pe sonenk eis wi d du ch die
Va ia ion on digi alen und pe sönlichen Be-
gegnungen und du ch die leich e e Übe win-
dung on Zei - und O sg enzen e wei e und
au allen Sei en en s eh meh Flexibili ä . Da-
on p o i ie en nich nu un e schiedliche Ge-
ne a ionen, sonde n auch iele wei e e di e se
Kons ella ionen.
Ein wei e e seh wich ige Punk ü die e olg-
eiche Ges al ung hyb ide A bei swel en is
die Einbeziehung on a chi ek onischen Ge-
sich spunk en. Neue A bei s o men bedingen
auch neue A bei sumgebungen. Ein Begeg-
nungso beispielsweise möch e eine ande e
Raumges al ung als ein Sch eib ischbü o. Ge-
eil e Sch eib ische wiede um bewi ken e än-
de e Gebäudenu zungen. Die innena chi ek-
onische Aus üh ung de Raumges al ung e -
o de deshalb die Anpassung de allgemein
äumlichen, abe auch de op ischen und akus-
ischen Aus üh ung des A bei sum elds an die
neuen Si ua ionen. Dies gil sowohl ü Fi men-
s ando e als auch ü A bei sumgebungen im
ö en lichen, gemeinscha lichen und p i a en
Be eich.
Da aus en s ehen na ü lich auch Ve ände un-
gen de Gesam a chi ek u on Gebäuden und
so wiede um neue s äd ebauliche Gesich s-
punk e. Schon heu e gib es Beispiele, wo Woh-
nen und A bei en in Innens ad lagen baulich
Dahlmann: Aus dem Bü o übe Homeo ice zum mobilen A bei en | 67
eng e knüp we den ode wo du ch die Nu -
zung on Co-Wo king Spaces nich nu eine
wei e e Va ian e de A bei s o m Homeo ice
en s anden is , sonde n auch öllig neue As-
pek e de Zusammena bei geleb we den.
Und nich zule z : Ve ände e Pendle s öme
bewi ken ande e E o de nisse im S aßenbau,
im ÖPNV und de ö en lichen Raumnu zung,
also de gesam en In as uk u .
Diese neuen A bei s- und Lebenswel en be e -
en an diesen Punk en alle Gene a ionen
gleiche maßen. Jedoch ob und welche Un e -
schiede in den Zukun swünschen an A chi ek-
u und Landscha sges al ung du ch die ak u-
ellen Gene a ionen gemach we den, is ein
noch kaum disku ie es Thema.
Ich kann mi abe o s ellen und wünschen,
dass du ch eine gene a ionsübe g ei ende Dis-
kussion und nach olgende bewuss e Ges al-
ung de zukün igen A bei s- und Lebenswel-
en de gene a ionsspezi ische Bias, de in den
on mi e olg en beispielha en Ein eilungen
besonde s poin ie skizzie wo den is , ein
S ück wei ausgeglichen we den kann.
Alle Gene a ionen sind au ge u en, sich an in
jede Hinsich nachhal igen Konzep en zu be-
eiligen und A bei p oak i zu ges al en, denn
die Ve ände ung de A bei swel wi d auch
eine ie g ei ende Ve ände ung unse e Le-
bens(um)wel bewi ken. Sie soll e so sein, wie
wi es wi klich wollen.
Zu Au o in
D . Heike Regina Dahlmann a bei e als Be a e-
in, Coach und Speake und is Expe in ü die
Planung und Umse zung on inno a i en und
nachhal igen Ve ände ungsp ozessen. Home-
o ice und hyb ides A bei en sind dabei ih e
ganz g oßen und ak uellen Themen, um ü
möglichs iele diese a ak i en A bei s o -
men zu eine übe zeugenden E ah ung zu ma-
chen. Als Buchau o in de Reihe „A bei swel-
en de Zukun “ ha sie in 2021 „Homeo ice –
101 P axis ipps“ he ausgegeben und in 2022
olg ein Band zum hyb iden A bei en (Lesep o-
ben un e : www.im ei.com/Homeo ice-buch).
U sp ünglich is Heike R. Dahlmann p omo-
ie e Humanmedizine in. Sie wa als Ä z in
und Psycho he apeu in klinisch und wissen-
scha lich ä ig und lei e e auße dem als Ge-
schä s üh e in einen g oßen Sozialdiens leis-
e . Sie g ünde e die IMTEI S a egie- und Ma-
nagemen be a ung, mi de sie Un e nehmen
und Füh ungsk ä e au de G undlage ih es
Slogans Psychologisch.S a egisch.Zukun so i-
en ie . be a end un e s ü z . Sie is auch Leh -
beau ag e an de Dualen Hochschule Baden-
Wü embe g.
[email p o ec ed]
www.im ei.de
Twi e : @HeikeDahlmann
Ins ag am: @heikedahlmann
LinkedIn: Heike Dahlmann
Facebook: Heike Dahlmann
4. (Digi ale) Komp
4. (Digi ale) Kompe enzen und Teilhabe
“
Die GIRLS Hacke School.
Ein gene a ionsübe g ei ende Ansa z
ü P og ammie begeis e ung
JULIA FREUDENBERG
Die Hacke School wu de 2014 geg ünde , um
Kinde und Jugendliche ü das P og ammie en
zu begeis e n. Die Vision is , dass jedes Kind
einmal p og ammie haben soll e, egal ü
welchen Be u es sich einmal en scheide . Sei
G ündung de Hacke School wu den be ei s
gu 10.000 junge Menschen e eich – da on
alle dings noch nich einmal ein Vie el Mäd-
chen. Die He aus o de ung, Mädchen und
junge F auen ü IT zu begeis e n, is nich neu,
wi d abe e s sei ge aume Zei ak i ange-
gangen – nich zule z du ch die E kenn nis,
dass sei ens de Wi scha ein g oße Beda
an Fachk ä en insgesam , abe insbesonde e
an F auen in de IT, bes eh (→Junke . Zu ück
in die Zukun ).
Um dem Fachk ä emangel allgemein, abe
auch den e kann en Vo eilen gemisch e
Teams (S ichwo Di e si y) (→Jancen. Viel al
in S a -ups) Rechnung zu agen, inde de
Gedanke MINT ü Mädchen eine b ei e Un e -
s ü zung. Neben eine geziel en Fö de ung on
Mädchen in MINT bie e die GIRLS Hacke
School abe noch einen ande en g oßen Vo eil
– das gemeinscha liche gene a ionsübe g ei-
ende En decken neue Wel en als Le ne ah-
ung. Was ha es dami au sich und welchen
Bei ag leis e die GIRLS Hacke School zu
Chancengleichhei in Deu schland?
Konzep und Ziele de GIRLS Hacke School
Die G undidee de Hacke School wa und is
on Beginn an, B ücken zu bauen. Insbeson-
de e zwischen dem eh enam lichen Engage-
men on Un e nehmen und IT-Begeis e en
au de einen und jungen Menschen, die d in-
gend nach digi alen Kompe enzen suchen, au
de ande en Sei e. Du ch die agende E kenn -
nis, dass sich das B ückenbauen zu eine Jah -
hunde kompe enz en wickel , wu de die
»In de GIRLS Hacke School e schieben sich sozial gele n e Modelle,
dass bis zu einem bes imm en Al e as imme die Äl e en übe hö-
he e Kompe enzen e ügen.«
“
#gi lswhocode #empowe ingwomen #go o i

70 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
g undlegende Idee wei e gesponnen: nich nu
zwischen P o is und Laien, sonde n auch zwi-
schen Jung und Al , zwischen „schon digi al-a -
in“ und „noch digi al zu ückhal end“. Dies is
auch im Konzep de Gi ls Hacke School die
Ke nidee. Die GIRLS Hacke School un e schei-
de sich on eine „no malen" Hacke School in
zwei Be eichen. Zielg uppe sind ausschließlich
weibliche Teilnehmende, die e s P og ammie-
e ah ungen in geschü z em Raum machen
wollen. Zum ande en ö nen wi diese Ku se
auch ü F auen, um gene a ionsübe g ei end
das En decken neue Wel en zu e möglichen.
Dazu gehen wi (auch) übe F auenne zwe ke
und e mun e n de en Mi gliede zu Teilnahme
un e dem Slogan: „B ing you daugh e !“ So-
mi nehmen an de GIRLS Hacke School nich
ausschließlich Mädchen zwischen 11-18 Jah en
eil, sonde n auch iele E wachsene – o die ei-
genen Mü e de Mädchen, eilweise auch
Tan en, G oßmü e ode ande e äl e e weibli-
che Ve auenspe sonen.
Wie bei de egulä en Hacke School wollen wi
die Wel , in de wi leben, e s ändlich ma-
chen. Wi wollen In e esse ü ein Zukun s-
hema wecken und e mun e n, mi zumachen
s a nu zuzusehen. Wi wollen das Selbs be-
wuss sein de Mädchen und ih e Mü e s ä -
ken und Kompe enzen sich ba machen, die
(noch) e bo gen sind. Wi wollen den Mu
zum k ea i en Denken ö de n und soziale Fä-
higkei en s ä ken. Und das alles soll ganz iel
Spaß machen. G undsä zlich is unse Ziel, dass
die Mädchen sich nach eine e s en posi i en
E ah ung mi dem P og ammie en auch in e-
gulä en, also gemisch en Hacke Schools ein-
b ingen, um do gemeinsam mi ande en
Mädchen und Jungen wei e in die Wel de IT
einzus eigen. Wi wollen mi de GIRLS Hacke
School Mädchen und Mü e e mun e n, sich
gemeinsam und gegensei ig ü die Wel de IT
zu begeis e n. Ge n hal en wi es mi den Wo -
en on Robe Heininge , Koo dina o des
Somme p og ammes de In o ma ik-Fakul ä
de Technischen Uni e si ä München (TUM):
„Es is nich unse Ziel, aus jedem Mädchen
eine In o ma ike in zu machen. Abe beson-
de s den Mädchen, die begab , abe unsiche
sind, wollen wi die Möglichkei bie en, ih e
S ä ken wei e zuen wickeln" (Jannasch 2017).
Abe welche Rolle spiel de Ansa z des gene a-
ionsübe g ei enden Le nens dabei?
Gene a ionsübe g ei ende Ansa z als Sonde -
o m des lebenslangen Le nens
Auch wenn u sp ünglich ehe als neue Zugang
zu Mädchen konzipie , e leben wi in de
GIRLS Hacke School spannende Na a i e, wel-
che einen wei e en wich igen Aspek in den Fo-
kus ücken: Was mach es mi den Teilnehme-
innen, gemeinsam mi Mu e , Toch e , Oma,
Tan e ode ein ach eine ande en Pe son aus
einem ganz ande en Lebensabschni gleichbe-
ech ig zu p og ammie en und sich dami zu-
meis in ganz neue (digi ale) Wel en einzua -
bei en?
In de GIRLS Hacke School e schieben sich
du ch diesen Ansa z sozial gele n e Modelle,
dass bis zu einem bes imm en Al e as imme
die Äl e en übe höhe e Kompe enzen e ü-
gen. Es zeigen sich auße dem ganz neue Aus-
handlungsp ozesse in de Kommunika ion au
Augenhöhe, wenn eine „p i a e Hie a chie“,
wie die zwischen Kinde n und ih en äl e en
Ve wand en, du ch Fokus au Kompe enzen
zu k ea i en Lösung noch wenig e au e
He aus o de ungen e schieb . Insbesonde e
is in diesem Kon ex wah zunehmen, wie die
eilweise mu ige en e s en Sch i e sei ens de
jünge en Teilnehmenden die äl e en dazu e -
mun e n, sich ein ach eben alls zu auen, um
dann im zwei en Sch i zu e leben, dass die ei-
genen, sich mi un e au de Me aebene bezie-
henden E ah ungskompe enzen auch im un-
gewohn en Um eld hil eich sein können und
zu einem gemeinsamen, besse en E gebnis bei-
agen.
F eudenbe g: Die GIRLS Hacke School | 71
Im gemeinsamen P og ammie aum, jensei s
de no malen und all äglichen In e ak ionen,
bie e sich den Teilnehme innen eine ande e,
we schä zende Fo m des (Neu-) Kennenle -
nens und des e leb en Ve s ändnisses, dass das
lebenslange Le nen keine hohle Ph ase sein
da und muss. Und hie sind nich nu die Äl e-
en ode die Jünge en in de P lich , es is eine
Gemeinscha sau gabe, die zeig , dass gemein-
sames Le nen insbesonde e im Digi alisie-
ungszei al e geleb e P axis sein muss.
Al e sunabhängiges Le nen als Blaupause auch
ü be u liche Wei e bildung und Chancen-
gleichhei ?
Im Zuge de Ve kü zung on Inno a ionszyklen
und dis up i en En wicklungen on Blaupau-
sen zu sp echen, is na ü lich p o oka i .
Nich sdes o o z können wi aus unse en E -
ah ungen bei und mi de GIRLS Hacke School
eine nachd ückliche Emp ehlung da ü aus-
sp echen, Wei e bildungen sowohl zu Ke n he-
men de Digi alisie ung als auch zu e mein -
lich schon „ewig gül igen G undsä zen und Fe -
igkei en“ au b ei e be iebliche Basis zu e -
mi eln. Neben Fak en und Inhal en we den
dabei auch empa hische Fähigkei en e mi el
und e le n , welche insbesonde e ü den Zu-
sammenhal on Teams auch mi hohe Al e s-
di e si ä einen unsagba en Meh we bie en.
Die Le n ich ung is keine Einbahns aße, wi
sehen, dass de gegensei ige Aus ausch zu
wi klichen Meh we en üh .
De geleb e Zugang zu lebenslangem Le nen
e möglich es insbesonde e auch Menschen,
die be ei s länge am Be u sleben eilnehmen,
sich imme wiede neue Chancen zu e a bei-
en.
Li e a u - und Quellenangaben
Jannasch, S. (2017) Min -Fäche , Be u s-
wunsch In o ma ike in? Na kla ! Süddeu sche
Zei ung om 13. Augus 2017. Abge u en am
01.07.2022.
Zu Au o in
Nach langjäh ige E ah ung in de Wi scha
übe nahm D . Julia F eudenbe g 2017 die Lei-
ung de Hacke School. Vision de gemeinnü -
zigen O ganisa ion is es, die Jugend ü das
P og ammie en zu begeis e n. Als Mi glied im
“Bei a Junge Digi ale Wi scha ” be ä sie das
Wi scha sminis e ium, is selbs eh enam -
lich ak i und glückliche Mu e zweie Kinde .
Die übe zeug e Ne zwe ke in a bei e an eng-
maschigen Koope a ionen de Hacke School
mi Un e nehmen sowie eh enam lichen und
haup am lichen Ini ia i en im IT-Be eich. Sie
plädie und begeis e ü den Ansa z, die digi-
ale Bildung als gesam gesellscha liche Au -
gabe zu beg ei en, die es gemeinsam zu lösen
gil . Ziel de Hacke School is es, mi e schie-
denen Fo ma en – auch di ek in den Schulen -
wi klich alle Kinde und Jugendlichen zu e ei-
chen und ihnen die G undlagen de digi alen
Bildung sowie spiele ischen Zugang zu bun en
IT-Wel zu geben: E s e Sch i e in eine P o-
g ammie sp ache, e s e e lebba e E gebnisse
und das mi iel Spaß. Jugendliche können
ohne No en- und E olgsd uck e ah en, wie
k ea i , spannend und lus ig es sein kann, zu
coden. Einen besonde en Fokus leg D . Julia
F eudenbe g au die Themen Chancengleich-
hei und Di e si ä . Mi besonde en Angebo en
speziell ü Mädchen und sozio-ökonomisch
benach eilig e Jugendliche äg die Hacke
School dazu bei.
julia. eudenbe g@hacke -school.de
www.hacke school.de
Twi e : @JuliF eudenbe g
LinkedIn: Julia F eudenbe g
Fün Thesen zu digi alen Teilhabe on F auen
LORE FUNK UND BRITTA FREUDENBERG
De Gende Gap – die Klu ode Lücke zwi-
schen den Geschlech e n, wenn es um die
Chancengleichhei on F auen und Männe n
geh – kann den E gebnissen einige S udien
zu olge auch au den Be eich de Digi alisie-
ung ausgewei e we den und inde im Beg i
Digi al Gende Gap seinen Ausd uck.
Da kaum ein gesellscha liche Be eich nich
du ch die o sch ei ende Digi alisie ung beein-
luss ode ga e olu ionie wi d, komm de
digi alen Teilhabe on F auen aus unse e Sich
eine zen ale Bedeu ung ü eine gleichbe ech-
ig e gesellscha spoli ische Teilhabe zu. Im
Folgenden o mulie en wi au de Basis eige-
ne und emde S udiene gebnisse sowie iel-
äl ige E ah ungen aus e schiedenen P ojek-
en und Wo kshops ün ich ungsweisende
Thesen – ohne Ansp uch au Volls ändigkei .
These 1: Es b auch einen (gesellscha spoli i-
schen) Fokus au den Digi al Gende Gap – übe
alle Gene a ionen hinweg.
De Digi al Gende Gap bezeichne deu liche
Un e schiede zwischen F auen und Männe n
bei de Nu zung on und Eins ellung zu digi a-
len Technologien: Ganz gleich, ob es de Zu-
gang zu digi alen Technologien is , die O en-
hei ihnen gegenübe , digi ale Kompe enzen o-
de das Nu zungs e hal en, F auen e eichen
du chweg ge inge e We e als Männe ( gl. Ini-
ia i e D21 e. V.; Kompe enzzen um Technik-
Di e si y-Chancengleichhei e. V. 2020). Diese
Be und un e s eich die No wendigkei eine
um assenden gesellscha spoli ischen Fokus-
sie ung des Themas. De D i e Gleichs ellungs-
be ich de Bundes egie ung o de in diesem
Sinne, dass de digi ale Wandel on F auen und
Männe n gleiche maßen ges al e we den soll
( gl. BMFSFJ 2021: 13 .).
Um die F age danach zu bean wo en, wie
F auen am wi ksams en Digi alisie ung mi ge-
s al en können, un e such die 2022 au Ini ia-
i e on #She ans o msIT ins Leben ge u ene
und om Kompe enzzen um Technik-Di e -
si y-Chancengleichhei e. V. umgese z e Me a-
s udie #F auWi k Digi al. Ziel is es, En schei-
de *innen in Poli ik, Wi scha , Wissenscha
und Digi algesellscha e idenzbasie e und
»Ve ände ungen au de indi iduellen, o ganisa o ischen und gesell-
scha lichen Ebene müssen eingelei e we den, dami Pa i ä selbs -
e s ändlich wi d.«
“
#digi algende gap #digi ale eilhabe #chancengleichhei
Funk & F eudenbe g: Fün Thesen zu digi alen Teilhabe on F auen | 73
um assende Emp ehlungen ü die Gewinnung
und Bindung on F auen auszus a en – on
de ühkindlichen Bildung bis zum Hal ema -
ke ing quali izie e weibliche Fachk ä e.
Eine pauschale Besch eibung on F auen als
das „digi al schwache“ Geschlech wü de je-
doch zu ku z g ei en. Vielmeh b auch es eine
di e enzie e Pe spek i e au die spezi ischen
Lebenssi ua ionen on F auen, wenn es um die
Konzep ion on zielge ich e en Maßnahmen
ü einen Zugewinn an digi ale Teilhabe geh
( gl. Ini ia i e D21 e. V. 2021a). Eine in e sek i-
onale Pe spek i e, das heiß , das Geschlech in
Kombina ion mi ande en sozialen Ka ego ien
wie z. B. Al e , E we bssi ua ion, Fü so ge e -
an wo ung e c. zu be ach en, is ein iel e -
sp echende Ansa z ü die Analyse konk e en
Handlungsbeda s.
Das Al e is ü die Rezep ion de Digi alisie-
ung ein zen ales Me kmal ( gl. Ini ia i e D21
e. V. 2021b) (→Schilling. Eh enam ). In den äl-
e en Gene a ionen sind die Un e schiede nach
Geschlech am s ä ks en ausgep äg und be-
e en die Digi alisie ung des All ags (Kommu-
nika ion, Onlineshopping und -banking). Insge-
sam is die äl e e Gene a ion on F auen am
meis en ge äh de , bei de digi alen Teilhabe
den Anschluss zu e lie en.
These 2: Die digi ale Bildung in de Schule muss
sys ema isch ausgebau und geschlech e ge-
ech ges al e we den.
In de jünge en Gene a ion lassen sich o al-
lem in de Einschä zung de eigenen Kompe-
enzen Un e schiede beobach en: Junge
F auen o dnen ih e digi alen Kompe enzen
nied ige ein, auch wenn sie das gleiche Leis-
ungsni eau e eichen wie junge Männe ( gl.
Eickelmann e al. 2019: 271 .). Da das Fähig-
kei sselbs konzep e bunden is mi Le nmo i-
a ion sowie Fach- und Be u so ien ie ung,
eich es nich aus, die Ve mi lung digi ale
Kompe enzen in de Schule auszu ollen. Es is
mindes ens genauso wich ig, nega i wi kende
geschlech sspezi ische Sozialisa ionse ek e
(„Mädchen sind ein ach nich so gu wie Jungen
in Ma hema ik/Technik/P og ammie ung…“)
übe eine gende sensible Didak ik zu ko igie-
en und das In e esse on Mädchen an ge-
schlech lich gegenläu ig konno ie en Tä igkei-
en, wie zum Beispiel dem P og ammie en, zu
wecken (→F eudenbe g. GIRLS Hacke School).
In eine sys ema ischen Ve zahnung mi dem
Schulun e ich können auße schulische Le n-
o e mi p ak ische Be u so ien ie ung wich-
ige posi i e E ah ungs äume ö nen und zu
posi i e en Selbs einschä zungen üh en.
These 3: Wi b auchen Aus- und Wei e bil-
dungsangebo e ü die „neue A bei “, die die
Viel al de Lebenswel en in unse e Gesell-
scha be ücksich igen.
Die neue digi alisie e (E we bs-)A bei swel
e o de übe die echnische Anpassung an di-
gi ale Technologien und Anwendungen deu -
lich hinausgehende chancen- und geschlech-
e ge ech e Quali izie ung. Eine g undsä zliche
An o de ung is : Den Lebens- und A bei szu-
sammenhang (E we bsum ang, Ca e-Au ga-
ben, Be u se ah ungen, u. .m.) on Pe sonen
aus iel äl igen G uppen de Gesellscha kon-
sequen in den Blick zu nehmen. Denn da aus
esul ie en Bedü nisse und Beda e, was Vo -
bildung, Regelsys eme, Kommunika ion und
Quali ika ion angeh . Au de allgemeinen
Ebene de a bei sbezogenen, nich nu digi a-
len Kompe enz e mi lung sp echen unse e
S udiene gebnisse da ü , dass es no wendig is ,
de Indi idualisie ung und Ve all äglichung des
Le nens in O ganisa ionen sys ema isch Raum
zu geben. Dieses soll e in einem s uk u ie en
Rahmen e olgen, de Le np ozesse ö de
und un e s ü z , ohne die Beschä ig en aus-
schließlich ih e Eigenini ia i e zu übe lassen.
Chancenge ech igkei en s eh in Fo bildun-
gen nich nu du ch ein en sp echendes inhal -
liches Angebo . Quali izie ung kann im digi a-
80 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
aus. Es schein , als klinge allein de Beg i Ne z-
we ken ü einige wie ein Impe a i , wie ein Ti-
cke , das bei einem Schlagbaum au dem Weg
kon ollie wi d. S ess en s eh – habe ich
Ne zwe ke? Wie k iege ich welche? Wa um ha-
ben alle welche, nu ich nich ? Hie bes ä k
und e mäch ig die G uppe jede Einzelne, in-
dem eine eigene De ini ion on Ne zwe ken
en s eh . Das Finden subjek i e Synonyme
(K eise, Ve bindungen u. .m.) und das Gewah -
we den de eigenen Reiseg uppe als ein Ne z-
we k e söhn und b ing Siche hei bei den
Teilnehme *innen. Und spä es ens mi dem
gegensei igen Vo s ellen de eigenen Ne z-
we ke en s eh ein un e s ü zendes und ü-
ckens ä kendes Ge ühl. Beispielha e Skizzen
aus dem Ca ee Cen e -Team sind hie hil -
eich.
Abbildung: G a ik Reco ding L. S e inge UHH/UK 2019
Am Ende dieses e s en Reiseabschni s gib es
in Kleing uppen ein Feedback zu den Kompe-
enzp o ilen (den Bäumen). Spiele isch lie e
2 A bei is hie im gesam gesellscha lichen Sinne
gemein , die auch E we bsa bei um ass . Es geh
um einen e wei e en A bei sbeg i , de e schie-
dene Lebensbe eiche einbezieh und auch dem
die Kleing uppe Ideen zu F age: Nach wel-
chem zukün igen (be u lichen) Weg sieh das
denn aus? Die gegensei ige Be a ung und Un-
e s ü zung, die Ideen und das „Rumspinnen“
in einem geschü z en Raum wi d zu Inspi a-
ion, zum Empowe men pu .
2. Wo will ich hin? Selbs bewuss e be u liche
O ien ie ung in Zei en on T ans o ma ionen
und New Wo k
Wo will ich hin? Fü diejenigen, die den Weg
ge ne beim Gehen en s ehen lassen möch en
(siehe Zi a oben), könn e diese F age ein A -
on sein. Is sie abe zu diesem Zei punk im
Beglei wo kshop nich , denn längs is ein Weg
en s anden. Du ch das Un e wegssein is diese
F age nich unbeding du ch ein konk e es Ziel
zu bean wo en. Vielmeh wi d sie e gänz
du ch F agen wie z. B. Wie will ich agie en? Mi
wem möch e ich sein? Was b auche ich, dami
es mi gu geh in dem was ich ue?
Ein nächs e wich ige Hal epunk is die Be-
schä igung mi den eigenen Wünschen und
P ämissen bzgl. de zukün igen be u lichen o-
de eh enam lichen Tä igkei en: Wie soll meine
A bei 2 ü mich sein? Hie geh es um die Be-
s immung on eigenen K i e ien ü A bei –
mi g oße Wi kungsmach , denn die Teilneh-
me innen auschen sich dazu aus, inden Ge-
meinsamkei en und Un e schiede und il e n
ü sich unabdingba e K i e ien he aus ü die
Suche und Ausges al ung de eigenen (zukün -
igen) (E we bs-)A bei . Wie ein subjek i e
Kompass wi k dieses beim Wei e gehen au
de Landka e. De Weg und auch das e waige
Ziel ich en sich o an nach diesen subjek i en
K i e ien aus und nich umgekeh . Das is
spannend zu beobach en. Themen wie Ve ein-
ba kei , Chancengleichhei , Lohnge ech igkei ,
Wunsch iele Teilnehme innen nach Nachhal ig-
kei Rechnung äg (siehe z.B. Ba h e al. 2019).
(→Co nils & Reime s. Ein üh ung)

Fel z: Gemeinsam in die be u liche Zukun au b echen | 81
lexible Homeo ice-Möglichkei en, Ve an -
wo ung agen, Sinn sehen und iele Themen
meh , konk e isie en sich, we den g ei ba und
können einge o de we den. Es bleiben abe
auch spü ba e Unsiche hei en, die schon beim
Thema Ne zwe ken au auch en (siehe oben).
Die Dominanz ex e ne Bilde und Beg i lich-
kei en, die Mach on Disku sen, die an u end
wi ken („Alles ans o mie sich ge ade und
Du, was machs Du? Wie wi s Du Dich neu aus-
ich en?“), e u sach ein Hin e agen diese
eigenen K i e ien. Sind sie zukun skompa i-
bel? Hie zeig sich die No wendigkei , B ücken
zu bauen zu Beg i lichkei en und sie ü sich
und den eigenen Weg zu e obe n.3
3. Was b auche ich je z noch? Vo allem das
Ge ühl, selbs die Zukun de A bei zu sein
In diesem Abschni de Reise geh es im On-
line-Tool um die Konk e isie ung de nächs en
Sch i e und de en bes imm e Zei punk e. Im
Beglei -Wo kshop geh es längs iel meh um
das en s andene eigene Ne zwe k, die neuen
Ideen, das Ge ühl, die eigenen Kompe enzen
und E ah ungen deu liche zu spü en. Die ei-
gene Landka e und de eigene Kompass sind
bei ielen en s anden.
Nach ie Wochen gemeinsame Reise mi de
Landka e zu Be u s indung ende zwa de
Beglei -Wo kshop, nich abe die Reise de Ein-
zelnen. Einige beschä igen sich mi neuen be-
u lichen Felde n und Zielen ganz konk e und
planen ganz bewuss die Sch i e dahin. Ande e
gehen in ih en (S udien-)All ag zu ück, um den
be u lichen Weg noch en s ehen zu lassen und
planen die Teilnahme an wei e en Angebo en
des Ca ee Cen e s ode ande e O ganisa io-
nen, um die begonnene Re lexion de eigenen
be u lichen Wünsche und Bedü nisse o zu-
se zen. De gemeinsame Au b uch hin e läss
bei allen . a. einen Gedanken: Die Zukun de
3 Zum Beispiel indem ku ze ausgewähl e Tex e zum
Thema New Wo k dazu angebo en we den, um
A bei en s eh hie mi mi , mi uns. Wi kön-
nen sie ges al en, ich kann sie ges al en.
Fü mich als beglei ende Pe son, die zu diesem
Zei punk Abschied nimm on de Reise-
g uppe, sind dies noch mal spannende Mo-
men e. Das digi ale Fo ma en beh ieles,
gleichzei ig is es Teil dieses E mäch igungsp o-
zesses, denn es en s eh du ch angemessene
Me hoden ein G uppenge ühl und eine Rücke -
obe ung de du ch die Pandemiezei en o-
übe gehend ausgese z en Möglichkei en, die
eigenen Wege zu okussie en.
Fazi : Heu e is nich alle Tage
Die i uelle Landka e bie e noch iele Wege
in Ve gangenhei , Gegenwa und Zukun und
dadu ch, dass sie i uell is , bleib sie in s e i-
ge Ve ände ung.
Die i uellen G uppen eisen haben sich zu
wei e en Möglichkei en en wickel , sich so-
wohl alleine als auch zusammen mi den eige-
nen Vo s ellungen zu beschä igen und Be a-
ung und Un e s ü zung mi in de Reiseg uppe
zu e ah en. Ideen zu Zukun können aus ganz
eigene Pe spek i e Wi klichkei we den. Es
zeig sich, dass es ein Bedü nis gib , Online-
Tools gemeinsam zu e lek ie en, ge ade weil
die Thema ik be u liche Zukun so un e -
schiedliche Posi ionie ungen und Momen e
au u : S ehenbleiben, Ve weilen, Abwa en,
au die eigenen Füße schauen… Lee s ellen
aushal en.
Me hodisch e weis sich u. a. eben diese A bei
mi Me aphe n (Lebensweg, Rausgehen, Land-
ka e) als un e s ü zend. Wege sind imme
auch biog a ische Ma ke ( gl. Fel z 2006).
Selbs all ägliche Wege können den Umgang
mi unse en Zielen, Beziehungen, Kö pe n e c.
wide spiegeln. Das is spannend.
den Teilnehme innen Anknüp ungspunk e zu ge-
ben und ihnen den Umgang mi un e schiedlichen
Ansä zen zu e möglichen.
82 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
Hie geh es zum Online-Tool „Landka e zu
Be u s indung“:
h ps://www.uni-hambu g.de/ca ee -cen-
e /in opool/be u liche-o ien ie ung/land-
ka e-de -be u s indung.h ml
Li e a u - und Quellenangaben
Ba h, T.; Jochum, G.; Li ig, B. (2019):
Mach analy ische Pe spek i en au (nich -)
nachhal ige A bei . In: WSI Mi eilungen (Hans-
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weiß. In: Wi anden einen P ad. Neue Gedich e
on Ch is ian Mo gens e n. Ve lag R. Pipe &
Co: München, S. 40-41.
Zu Au o in
D . Nina Fel z p omo ie e 2006 in de Spo -
und Bewegungssoziologie zum Zusammenhang
on Geschlech und ö en lichen Bewegungs-
äumen. Sie is sei 2007 Re e en in im Ca ee
Cen e de Uni e si ä Hambu g mi dem
Schwe punk Sys emische Be a ung und Wo k-
shops ü p o essionelle En wicklungsp ozesse
und übe achliche Kompe enzen wicklung ü
deu sche und in e na ionale Absol en *innen,
P omo ie ende und S udie ende alle Fakul ä-
en. F eibe u lich a bei e sie zudem sei ielen
Jah en als T aine in .a. ü P omo ionsin e es-
sie e, P omo ie ende und Pos docs und is
sei 2006 als Ve auensdozen in und in ande-
en Eh enäm e n ü die Hein ich-Böll-S i ung
ak i .
nina. el z@uni-hambu g.de
h p://www.uni-hambu g.de/ca ee cen e
h p://ca ee cen e .blogs.uni-hambu g.de/
Twi e : @ca ee cen e uhh
Facebook: @ca ee cen e unihambu g
Ins ag am: @ca ee cen e uhh
Wo king, In en ing, Pe o ming. Be u so ien ie ung
CONSTANZE SCHMIDT
Liam1, ein 16-jäh ige Junge, s eh in de Ein-
gangshalle eines g oßen Logis ik-Un e neh-
mens in de Ha enCi y in Hambu g. E spiel
Block lö e. Es is Mi agszei , die Anges ell en
s ömen aus den Fah s ühlen, um essen zu ge-
hen. Einige d ehen sich zu Liam um.
No male weise spiel Liam Block lö e au klei-
nen Konze en mi seine Familie ode allein,
um sich zu en spannen. E ha die Flö e imme
bei sich. Im Momen mach e sein e -
p lich endes Be u sp ak ikum und ha sich
übe leg , dass sich ielleich auch einige de
Anges ell en übe sein Block lö enspiel euen
wü den. Ku z danach sag e : „Es wa na ü lich
peinlich. Abe es ha auch Spaß gemach .“
Mi seinem Flö enspiel e schieb Liam hie
eine P ak ik aus einem (p i a en) musikali-
schen Be eich in den A bei skon ex , in dem sie
in einem Mik o ahmen e was auslös . Dieses
Ge ühl on Agency, on Handlungs ähigkei ,
1 Die Namen alle Jugendliche wu den ü diesen
Tex geände .
2 Das G aduie enkolleg Pe o ming Ci izenship
wi d ge agen on de Ha enCi y Uni e si ä , de
haben Jugendliche no male weise wäh end ih-
es e p lich enden Be iebsp ak ikums in Jah -
gang (Jg.) neun ehe sel en. Übliche weise geh
es dabei o allem da um, he auszu inden, ob
sie als P ak ikan *in zu einem bes imm en Be-
u und den gegebenen S uk u en am A bei s-
pla z passen – ode nich . Gemeinsam mi Liam
und ande en Jugendlichen eines neun en Jg.
sowie eines el en Jg. habe ich deshalb in zwei
P ojek en zu eine neuen Fo m on Be u so i-
en ie ung mi pe o ma i e küns le ische
P axis ge o sch . In meine Doppelquali ika ion
als Küns le in und Leh e in konn e ich im Rah-
men des küns le isch-wissenscha lichen G a-
duie enkollegs Pe o ming Ci izenship2 zwei
Hochschule ü Angewand e Wissenscha en Ham-
bu g, dem FUNDUSTHEATER / Fo schungs hea e ,
K3 – Zen um ü Cho eog a ie au Kampnagel.
»Ich bin da.
Und dadu ch passie e was.«
“
#agency #pe o ma i ekuns #be u so ien ie ung
84 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
au einande olgende Fo schungsp ojek e3
du ch üh en.
Fo schungslei end ü das e s e P ojek wa en
die F agen:
Wie kann Be u so ien ie ung mi eine Pädago-
gik de Agency e bunden we den? Kann dies
du ch die Ein üh ung eine küns le ischen
Fo m on Agency geschehen?
Wie können Jugendliche als Ges al ende ih e
eigenen Be u so ien ie ung angesp ochen
we den? Welche Ve ah en können ihnen ü
die E ah ung on Agency zu Ve ügung ge-
s ell we den?4
Um diese F agen zu bean wo en, we de ich
zunächs au Theo ien zu Be u so ien ie ung,
A bei , Ci izenship, Agency sowie die Me hode
de Küns le ischen Fo schung eingehen und
dann unse en spezi ischen Fo schungsau bau
eine Be u so ien ie ung besch eiben, die on
küns le ischen P ak iken und Handlungen ge-
p äg wa . Fü die Auswe ung ziehe ich kon-
k e e Beispiele de e wende en küns le i-
schen Ve ah en und E gebnisse de Jugendli-
chen he an, die ich hinsich lich de F age be-
ach e, inwiewei sich in ihnen E ah ungen
on Agency zeigen.
Wo king Ci izen. De Wunsch nach Agency in
de ak uellen Be u so ien ie ung
Als Leh e in an einem Hambu ge Gymnasium
habe ich beobach e , dass iele Jugendliche
übe o de sind, wenn es um die Wahl ih es
wei e en Ausbildungswegs geh .5 Sie e en
3 Konzep , Fo schung und Küns le ische Lei ung de
P ojek e: Cons anze Schmid ; Küns le ische Mi a -
bei : Te esa Rosenk an z; Pädagogische Beglei ung
– P ojek 1: Ul ike Mack, P ojek 2: Hin ich Kindle .
4 Die küns le ischen Ve ah en, insbesonde e die
Ins uc ion A , habe ich inzwischen ü e schie-
dene soziale Felde und gene a ionsübe g ei end
wei e en wickel : Fü küns le ische Fo schungsp o-
jek e zu Be u so ien ie ung und Be u sges al ung
mi Jugendlichen de gymnasialen Obe s u e, mi
S udie enden de Thea e pädagogik sowie mi Leh-
e *innen, die ih A bei sum eld neu ges al en und
als Mul iplika o *innen ungie en wollen. Auch im
ku z is ige undu chdach e En scheidungen,
die zu spä e en S udien- bzw. Ausbildungsab-
b üchen üh en. Fü Schüle *innen e geben
sich im Kon ex ih e Be u so ien ie ung ol-
gende He aus o de ungen:
Zum einen we den sie du ch ih e Bemühungen
um gu e No en im Sinne eines E üllen-Wollens
äuße e und be ei s e inne lich e Ansp üche
nich au ih e be u liche Si ua ion o be ei e .
Nach Paul Colla d gib es meh als die Häl e
de zukün ig gesellscha lich no wendigen Be-
u e e mu lich noch nich . Die Jugendlichen
we den deshalb in de Zukun o allem on
eine Fähigkei p o i ie en – Be u e ü sich
selbs zu e inden ( gl. Colla d, nach G undsa z-
papie 2013: 2).6
Zum ande en we den iele Schüle *innen nich
da au o be ei e , eine k i ische Hal ung zu
unse e E we bsa bei sgesellscha zu en wi-
ckeln und sie bei ih e Be u so ien ie ung zu
be ücksich igen. Ul Sch ade be on die Be-
deu ung des Nachhal igkei sgedankens, den e
mi de Idee eines Wo king Ci izen e binde ;
das Thema spiele in de wissenscha lichen Be-
schä igung mi schulische Be u so ien ie ung
und in ih e p ak ischen Umse zung bis je z
as keine Rolle ( gl. 2013: 11 .).
Be u so ien ie ung soll e demnach aus meine
Sich die En wicklung eine di e enzie en
Wah nehmung de eigenen Bedü nisse, Wün-
sche, Fähigkei en und eine äs he ischen In el-
ligenz ( gl. G undsa zpapie 2013: 2) beinhal-
en sowie die Be ei scha , die Pe spek i e zu
Rahmen des New Wo k Ba camps (→Co nils & Rei-
me s. Ein üh ung) o mulie en die Teilnehmenden
meine Session beispielsweise in eine gene a ions-
übe g ei enden One - on - One – Pe o mance ge-
gensei ig Handlungsanweisungen ü ih e indi idu-
ellen A bei ssi ua ionen.
5 Meine Beobach ungen we den u.a. du ch Ka ja
D iesel-Lange und Tim B üggemann (2018: 7 .) be-
leg .
6 Im u sp ünglichen Tex I do. Von de Handlungs-
anweisung zu Agency wi d an diese S elle mi An-
d eas Reckwi z au Disku se um Ne zwe ken und
Sich-Ve kau en e wiesen.
Schmid : Wo king, In en ing, Pe o ming | 85
wechseln und empa hisch wie nachhal ig zu
denken und zu handeln. Die Auseinande se -
zung mi gesellscha lichen und die En wick-
lung on pe sönlichen We o s ellungen be-
zieh sich au einen um assenden A bei sbe-
g i , de neben E we bsa bei auch nich en -
lohn e Tä igkei en wie Haus-, Eigen-, Bü ge in-
nen*a bei beinhal e ( gl. Bu z 2008: 52) so-
wie Ca ewo k und Eh enam . Im allgemeinen
Ve s ändnis um ass ein Be u (e le n e) Tä ig-
kei en, mi denen eine Pe son egelmäßig ih
Geld e dien (Duden edak ion, o.D.); die be-
u lichen Tä igkei en können aus meine Sich
auch unbezahl ausgeüb we den, z.B. in Fo m
eines Eh enam es.7
Die Ideen und Fo de ungen im Rahmen bishe-
ige schulische Be u so ien ie ung lassen sich
en sp echend de zwei Bedeu ungen des Be-
g i s „O ien ie ung“ s uk u ie en: als pe sön-
liche S ando bes immung ode als Aus ich-
ung/Eins ellung au einen Be u hin ( gl. Bu z
2009: 49 .). Die Fo m de O ien ie ung au ei-
nen Be u hin implizie angesich s unse e sich
wandelnden E we bsa bei swel insbesonde e
die Fähigkei en zu Flexibili ä und Anpassung.
Wäh end Ka in Schobe (2001: 29 .) diese Fä-
higkei en ü unbeding no wendig häl , sp ich
sich Ma isa Kau hold (2009: 223 .) im Rahmen
de E wachsenenbildung da ü aus, zwa eine
inne e Flexibili ä zu en wickeln, sich abe le-
diglich pe sönlich als sinn oll emp undene
neue be u liche Kompe enzen anzueignen und
sich nich dem D uck s ändige Anpassung an
Ve ände ungen des E we bsa bei sma k es zu
un e we en. Beide Posi ionen heben die no -
wendige Eigens ändigkei jedes* Einzelnen
he o . Im Rahmen eine subjek o ien ie en,
7 De o angehende Abschni wu de im Ve gleich
zum u sp ünglichen Tex I do. Von de Handlungs-
anweisung zu Agency. inhal lich übe a bei e . In
de ak uellen Ve sion des Tex es spezi izie e ich
demen sp echend kon ex abhängig den A bei sbe-
g i .
8 Die De ini ion on Agency, bzw. on küns le i-
sche Agency aus dem u sp ünglichen Tex I do.
als P ozess e s andenen Be u so ien ie ung
könn en Be Bu z und S en Deeken (2014) zu-
olge Jugendliche ein be u liches Selbs konzep
en wickeln ( gl. ebd: 100) und indi iduelle Im-
pulse e hal en, die sie „zu eigens ändigen Aus-
einande se zung mi de eigenen Pe son und
zu Ges al ung ih e Bildungs-, Be u s- und Le-
bensplanung“ (ebd.: 109) mo i ie en. En -
wickle ich ih en Gedanken wei e , so kann es
da um gehen, dass ein junge Mensch zunächs
in kleinem Rahmen sein P ak ikum, dadu ch
seinen P ak ikumspla z und spä e nich nu
seine Be u sbiog a ie, sonde n seine eigenen
Be u e ges al en und soga e inden kann.
Aus den da ges ell en Zusammenhängen lei-
e e ich meinen Fo schungsau ag ab, Be u s-
o ien ie ung mi eine küns le ischen Fo m on
Agency zu e binden sowie im Kon ex on Be-
u so ien ie ung die Idee eines Wo king Ci izen
handlungso ien ie zu disku ie en und zu e -
p oben. Fü die Du ch üh ung dieses P ojek s
e gab sich dami ü mich die Me hode de pe -
o ma i en küns le ischen Fo schung.
Agency8
Agency beg ei e ich in de all äglichen Wi klich-
kei de Be u so ien ie ung als eine ela ionale
Be ähigung, du ch die Subjek e bewuss und ei-
gensinnig, d.h. indi iduell sinnha , selbs be-
s imm , k ea i und wide s ändig, hegemoniale
S uk u en in ih Leben in eg ie en, indem sie
on ihnen abweichen, sie umdeu en, sich in sie
einsch eiben und dami Möglichkei en ü de-
en Resigni izie ung scha en. Ku z: Agency be-
deu e die Be ähigung zu Selbs e mäch igung,
zum Handeln und Wi ken.9 Sie is au s Engs e
Von de Handlungsanweisung zu Agency wu de
wäh end des Fo schungsp ozesses wei e en wi-
ckel und is hie in de übe a bei e en Fo m ange-
üh .
9 Dieses Konzep eine all äglichen Fo m on
Agency im Kon ex on Be u so ien ie ung en -
wickle ich in meine Disse a ion mi dem A bei s i-
el I do. Von de Handlungsanweisung zu Agency.

86 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
mi de Kons i u ion neue Wi klichkei en e -
knüp .
Küns le ische Fo schung
Küns le ische Fo schung en sp ing Sibylle Pe-
e s (2013) olgend einem demok a ischen Ve -
s ändnis on Fo schung: Sie ö ne gesellscha -
liche F agen, wie die nach eine neuen Fo m
on Be u so ien ie ung, ü diejenigen, die sie
be e en, in diesem Fall ü die Jugendlichen.
Ausgehend on ih en Fo schungs agen agie
die küns le ische Fo schung im D eieck on Ge-
sellscha , Kuns und Wissenscha ( gl. ebd.:
8 .); als pe o ma i e , d.h. selbs e e enziel-
le und wi klichkei skons i uie ende P ozess
kann sie bes ehende No men bes ä igen, on
ihnen abweichen ode sie soga ans o mie en
( gl. Fische -Lich e 2004: 32; 34). Ih en Gewinn
ü die Be u so ien ie ung sehe ich da in, dass
explizi p ojek bezogen und indi iduell mi
küns le ischen P ak iken, Handlungen und Da -
s ellungs o men ge o sch und p äsen ie
wi d. Indem diese Ve ah en ganzhei lich-sinn-
liche E ah ungen und Re lexionen e mögli-
chen, können sie Mi o schende au iel äl ige
Weisen ansp echen, ih e un e schiedlichen
subjek i en Pe spek i en au schließen und sie
zu Mi ges al ung on E we bsa bei und le z -
lich on A bei s- und Lebenswel insgesam
einladen. In den küns le ischen und dami ei-
genwilligen Fo schungse gebnissen de Fo -
schenden b ingen sie neues Wissen, wie hie
das Wissen zu Be u so ien ie ung und E we bs-
a bei swel , pe o ma i e s he o . Du ch
ih e Eing i e in bes ehende soziale Wi klichkei-
en un e scheiden sich die handlungso ien ie -
en expe imen ellen Ve ah en auch on bishe-
igen quali a i -he meneu isch angeleg en Fo -
schungszugängen in konsequenz e minde en
Agency und pe o ma i e küns le ische Fo schung
in de Be u so ien ie ung ( o hcoming). Wesen li-
che Re e enzen bilden meine E ah ungen als Leh-
e in, E gebnisse aus meine küns le isch-p ak i-
schen Fo schung mi den Jugendlichen und die
Räumen z.B. übe bildne ische ode szenische
Selbs po ä s ( gl. LKJ, o.J.: 32; 45).
In de Auswe ung des P ojek s beziehe ich
mich o allem au die küns le ischen E geb-
nisse, die ich als Einzel älle un e p ojek be-
ding en K i e ien auswähle. Sp achliche Re le-
xionen und das Ve hal en de Mi o schenden
we den e gänzend hinzugezogen.
Da ich als küns le isch Fo schende im Fo -
schungsp ozess wie in de Auswe ung dieses
P ojek s übe die Posi ion de eilnehmenden
Beobach ung hinaus p äsen bin, gal und gil
es im besonde en Bewuss sein meine un e -
schiedlichen P ägungen und Rollen und den
en sp echenden He aus o de ungen zu agie-
en:
• als Leh e in, die sich als eine Pe son de
le nenden G uppe beg ei , abe de en Be-
eiligung übliche weise mi dem hie a chi-
schen Sys em de Bewe ung e bunden
is ;
• als Küns le in mi küns le ischem Quali-
ä sansp uch und P äsen a ionsd uck, die
die Jugendlichen im Sinne ih e eigenen
küns le ischen Konzep e und Umse zun-
gen beglei e und be ä , ohne ihnen den
eigenen S il ‚übe zus ülpen’;
• als küns le isch-wissenscha lich Fo -
schende, die ih e Mi o schenden be-
o sch , zugleich on ihnen be o sch wi d,
abe allein die E gebnisse ü eine sch i li-
che Ve ö en lichung auswähl und e lek-
ie .
A bei pe o men – in Auseinande se zung mi
de Idee eines Wo king Ci izen
Ein Blick au die ak uelle, sich wandelnde A -
bei swel zeig , dass sich E we bsa bei heu e
Theo ien on Thomas Alkemeye & Nikolas Busch-
mann, Judi h Bu le , Michel de Ce eau, Engin Isin
und Ebe ha d Rai helhube .
Schmid : Wo king, In en ing, Pe o ming | 87
nich meh ausschließlich anhand spezi ische
P ak iken ode Bezahlung de inie en läss ( gl.
Vi no 2005: 42). Dami s ell sich die F age, was
alles noch zu ih gehö en kann? Längs ha A -
bei Me kmale poli ischen Handelns übe nom-
men und e ö ne die Chance, sie als „Wo king
Ci izen“ (Sch ade 2013: 14) zu ges al en ode
zu pe o men.
John McKenzie (2004) e a bei e im Wesen li-
chen d ei Pa adigmen des Phänomens ‚Pe o -
mance’, die sich jeweils an spezi ischen We en
o ien ie en: Die echnische Pe o mance ziel
au E izienz, die o ganisa o ische okussie E -
ek i i ä und die kul u elle s eb soziale Wi k-
samkei an. Aus seinen E gebnissen lei e e
eine Gesellscha des 21. Jah hunde s ab, die
om Indi iduum o de , e izien , e ek i und
sozial wi ksam zu sein ( gl. ebd.: 226 .). In ei-
nem enge en Sinn bezeichne de Beg i ‚Pe -
o mance’ in den Kuns - und Thea e wissen-
scha en eine epheme e Kuns o m, die au
Handlungen basie , als bewuss e Inszenie ung
o ande en au ge üh wi d und bei Pe o -
me *innen wie Teilnehmenden ans o ma i e
E ah ungen auslösen kann ( gl. Uma hum
2005: 231 .). Fü die Schni s elle on Kuns ,
E we bsa bei und Be u so ien ie ung beg ei e
ich ‚Pe o men’ als ges al e en, wi klichkei s-
kons i uie enden P ozess zwischen No ma i i-
ä und T ans o ma ion, de au kon ex abhän-
gige Leis ung ziel ( gl. McKenzie 2013: 143 .)
und eine (Selbs -)Inszenie ung o ande en im-
plizie . Auch wenn die G enzen ließend sind,
e binden sich ans o ma i e E ah ungen aus
meine Sich am ehes en mi küns le ischen
Pe o mances, wäh end sich no ma i e P o-
zesse z.B. im Be eich de Kompe enzo ien ie-
ung on Schule inden.10
Bei de Neuges al ung on Be u so ien ie ung
be ücksich ig e ich Ul Sch ade s (2013) Fo de-
10 U e Pinke komm in Hinblick au die un e -
schiedlichen Fo men on Pe o mance zu ähnli-
chen Einschä zungen ( gl. Pinke , 2015: 8 ).
ung, den Nachhal igkei sgedanken zu in eg ie-
en ( gl. ebd.: 11 .). Um den Jugendlichen des
zwei en P ojek s in Jg. 11 einen handlungso i-
en ie en und zugleich spiele ischen Zug i au
das Thema zu bie en, en nahm ich den Beg i
des* Wo king Ci izen aus Ul Sch ade s Nach-
hal igkei skonzep und lud die Mi o schenden
ein, in pe o ma i en szenischen Übungen und
Gesp ächen eigene Bedeu ungen und Kon-
zep e zu diesem Beg i zu en wickeln. De Be-
g i Wo king Ci izen bilde e wenige inhal li-
che Vo gabe, sonde n ielmeh Anlass und Ge-
gens and de Auseinande se zung. E ungie e
als Lee s elle, die jede* indi iduell ü sich ül-
len konn e, gep äg du ch die jeweils eigenen
(auße )schulischen und p ojek in e nen E ah-
ungen mi al e na i en Konzep en zu ak uel-
len E we bsa bei swel . Au die Weise wandel-
en wi den u sp ünglich u opischen Beg i
des* Wo king Ci izen zu einem A bei sbeg i ,
d.h. einem Beg i , mi dem gea bei e , de e -
a bei e und angeeigne wi d.
Fü mich selbs habe ich den Beg i mi Blick
au Pos wachs umskonzep e ( gl. Konzep we k
Neue Ökonomie 2013) und Joseph Beuys` Vo -
s ellung eine Sozialen Plas ik (1985) o mu-
lie : Eine*n Wo king Ci izen e s ehe ich als
eine Pe son, die g undsä zlich sozial, ökolo-
gisch und ökonomisch ge ech agie und da in
ü sich ih en Be u e inde und in ih em Sinne
ges al e .
Von de küns le ischen Handlungsanweisung zu
Agency
P ojek 1: P ak ikumsbe ich I
Die o schungslei enden F agen nach den p ak-
ischen Ve ah en eine neuen Fo m on Be-
u so ien ie ung e o de en ein Fo schungs-
se ing, in dem diese Ve ah en gemeinsam mi
den mi o schenden Jugendlichen e p ob und
beobach e we den konn en. Im Janua 2016
88 | New Wo k: Au b uch in die Zukun !
absol ie en die Teilnehmenden aus dem The-
a e ku s (9. Jg.) de Eu opaschule Gymnasium
Hamm in un e schiedlichen Be ieben das übli-
che e p lich ende d eiwöchige Be iebsp ak i-
kum. In diesem Rahmen üh en sie auße dem
unse ‚P ak ikum mi küns le ische P axis’
du ch, in dem küns le ische Handlungsanwei-
sungen als pe o ma i e Fo schungs-Tools un-
gie en: Un e de F age „Wie möch e ich a -
bei en?“ ziel en die Anweisungen da au , das
jeweilige Um eld de E we bsa bei zu es en
und das P ak ikum zu ges al en. Ausgehend
on den Au gaben en wickel en die Jugendli-
chen an ih en P ak ikumso en kleine In e en-
ionen in Ges al on Sounds, Bilde n, Handlun-
gen, Bewegungen – und dokumen ie en die
Reak ionen ih e Kolleg*innen.
Die besonde e Fo m de Ins uc ion A (Kuns
de Handlungsanweisungen) en s and, weil es
den Jugendlichen gene ell Spaß mach e, Au ga-
ben zu lösen. Auße dem wa en sie meinem Ein-
d uck nach an ih e Schule, „Hambu gs
s engs e( ) Schule“ (Gall 2012: 1 .), du ch
anspa en e Regeln und de en besonde s kon-
sequen e Umse zung an kla e Vo gaben ge-
wöhn .
Ins uc ion A – E laubnis und Handlungsspiel-
aum
Die Ins uc ion A s ell das he kömmliche
Konzep on Au o *in und Rezipien *in adikal
in F age: Die küns le ische A bei , die Ins uc-
ion/Handlungsanweisung, ollende sich e s
in de Pe o mance de ezipie enden Pe son;
ih e Mi wi kung und küns le ische En schei-
dungs indung we den un e zich ba . Als
“ ascilia o ” e möglich de /die Au o *in nich
nu besonde e E ah ungen, sonde n e ö ne
einen neuen Handlungsspiel aum, den de /die
Rezipien *in ü sich ges al en kann ( gl. Um-
a hum 2004). Die Anweisung wi d zu E laubnis
ü eine bes imm e Handlung. “The ules o his
game a e simply o ollow he ules, which a e
less like ules and mo e like pe missions” (Pa -
e son 2016: 1). Du ch den Handlungsspiel-
aum kann es gelingen, sich empo ä on be-
s ehenden Vo gaben und S uk u en zu be-
eien und einen eigenen Umgang mi ihnen zu
en wickeln. “To commi o a ask can se you
ee“ (Pe e s 2016: 6). Auch mi ih e En schei-
dung, den Handlungsspiel aum nich anzuneh-
men, e i die ezipie ende Pe son eine Hal-
ung. Die Aneignung eine Ins uc ion kann zu
eigen e an wo lichem Handeln üh en, zu E -
ah ung on Agency.
Küns le ische Handlungsanweisungen wäh end
des P ak ikums
Nach eine gemeinsamen zweimona igen Vo -
be ei ungsphase o mulie e ich ü die Ju-
gendlichen in ih en Fo schungshe en un e -
schiedliche küns le ische Handlungsanweisun-
gen und die Schüle *innen en schieden selbs ,
welche Au gaben sie wäh end ih es P ak ikums
du ch üh en konn en. Die olgende Anweisung
e möglich e in besonde em Maße eine E ah-
ung on Agency; zwei ih e Umse zungen be-
ach e ich hie nähe , weil in ihnen beispiel-
ha subjek i e Hal ungen, pe sönliche Fähig-
kei en und eigenwillige Ideen de Jugendlichen
zu E we bsa bei swel sich ba we den.
Anweisung: „E inde einen neuen Be u , den du
ge n ausüben wü des und den dein A bei spla z
b auch . Übe den neuen Be u am A bei spla z
aus.“
Diese Anweisung eigne en sich einige Jugendli-
che wie Liam in olgende Fo m an: „Füh e am
P ak ikumspla z eine Tä igkei aus, die di
selbs Spaß mach und übe die sich ande e
Menschen auch euen könn en.“
Ein Mädchen namens Malou absol ie e ein in
ih e Da s ellung zunächs langweiliges P ak i-
kum in eine Zahna z p axis. Sie ha e do as
nich s zu un und muss e o allem mo gens
o ih em P ak ikum B ö chen ü alle kau en.
Zu diese Zei kamen iele Menschen mi
Schmid : Wo king, In en ing, Pe o ming | 89
Fluch e ah ung in die P axis. Malou sp ich
seh gu Englisch. Au g und de Handlungsan-
weisung en wickel e sie schon nach einigen Ta-
gen ü sich den neuen Be u de „Dolme sche-
in ü Zahna z p axen“. Sie ha e ü sich eine
Tä igkei ge unden, mi de sie au eine Weise
Ein luss au die A bei sabläu e in de P axis
nehmen konn e, die ih sinn oll e schien. Diese
Tä igkei hä e sie wah scheinlich auch ohne
die Handlungsanweisung ausge üh . Die Au -
gaben bewi k en jedoch, dass Malou ih en
Handlungsspiel aum bewuss e leb e und ih e
Tä igkei we schä z e. Danach be olg e sie
keine wei e en Handlungsanweisungen meh
aus dem Fo schungshe . Sie un e b ach eigen-
e an wo lich den Zusammenhang on eine
an sie ges ell en Au gabe und de en E üllung.
Eine Pe o mance zu de Handlungsanweisung
in ih e oben da ges ell en angeeigne en Fo m
wu de on dem an angs besch iebenen Jungen
Liam du chge üh , de in de Eingangshalle des
Logis ikun e nehmens Block lö e spiel e.
Nach Abschluss des P ak ikums e lek ie en
wi gemeinsam szenisch die E gebnisse de Ju-
gendlichen und en wickel en sie ü eine ö -
en liche, küns le ische Abschlussp äsen a ion
im Fo schungs hea e wei e . Ti el de P äsen-
a ion: P ak ikumsbe ich .
E gebnisse aus P ojek 1 – Möglichkei s äume
ü Agency
Bei einem Schulp ak ikum übe lage n sich ü
zwei bis d ei Wochen die Regelsys eme de In-
s i u ion Schule und des E we bsa bei spla zes
und we den ins abil. In diese Si ua ion konn en
unse e küns le ischen Handlungsanweisungen
du ch ih en o de nden Cha ak e hineinwi -
ken – ge a n als Fo schungs-Schulau gabe.
Als Küns le in ha e ich die Möglichkei , du ch
die küns le ischen Handlungsanweisungen
„eine Lizenz zum Ande smachen“ zu geben.
Mi den Anweisungen e ö ne e ich kleine neue
Handlungsspiel äume ü die jungen P ak i-
kan *innen, mi denen sie die Regeln des Um-
elds umgehen konn en. Dies e möglich e
ihnen, sich den neolibe alen Logiken und E -
wa ungen nach Anpassungs ähigkei , Ve -
we ba kei und Leis ungso ien ie ung zu en -
ziehen, die sich in de Ökonomie wie in allge-
meinen Bildungskon ex en inden ( gl. Deck,
2014: 48 .; gl. McKenzie 2004: 226 .). Eine Pä-
dagogik de Anweisungen wu de du ch küns -
le ische Handlungsanweisungen in ih Gegen-
eil gewende . De D uck, de jedem pe o ma-
i en Impe a i implizi is , kann sich im spiele-
ischen Ansa z de küns le ischen Vo gaben in
einen bewuss e leb en Handlungsspiel aum
und dami länge is ig mögliche weise in ei-
nen e lek ie en Umgang mi Anweisungen
und D uck an sich wandeln. Denn das küns le-
ische Ve ah en be ö de eine P axis de
Selbs so ge, indem es du ch die ge o de en
P ak iken indi iduell an eg , „ e schiedene
Fo men de Beziehung zu sich selbs […] kö -
pe lich handelnd zu e p oben“ (Hillige 2018:
87).
Agency wu de in Liams und Malous indi iduel-
len, sinnha en, k ea i en Aneignungen o ge-
gebene S uk u en sich ba . „To commi o a
ask can se you ee“ (Pe e s 2016: 6) bedeu-
e e die E mäch igung, eigene P ak iken an den
E we bsa bei spla z einzub ingen und die A -
bei sumgebung empo ä ü sich und ande e
zu ges al en. Die Ins uc ions e o de en eine
Auseinande se zung mi de eigenen Pe son
und den bes ehenden S uk u en – das Übe -
se zen und das Flö espielen gehö en ü die
jungen Menschen zu ih em E we bsa bei s-
pla z dazu, um au menschliche Bedü nisse zu
eagie en. Dami schu en sie empo ä al e na-
i e E we bsa bei s-Wi klichkei en und es e-
en mi ih en Wi klichkei en die Wi klichkei en
an den P ak ikumsplä zen. Die Jugendlichen