Magazin 27
Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 75
Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in
Spanien. Eine Ko pus-S udie
Film wi h SDHoH in Spain: a Co pus S udy
Sil ia Ma ínez Ma ínez
Uni e sidad de G anada
[email p o ec ed]
O cid: h ps://o cid.o g/0000-0003-0388-4035
Recibido: 03/12/2020
Acep ado: 15/02/2021
DOI: h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05
E
in üh ung
De echnologische Fo sch i mach o nich s hal . In jedem Haushal inden sich
P oduk e aus de audio isuellen Mul imedia-B anche. De le z e Jah esbe ich des Sec o
de Con enidos Digi ales en España (ONTSI 2019: 51) e weis da au , dass de Kino- und
Videobe eich seine Filmp oduk ion in den le z en zehn Jah en um 50 % s eige n konn e,
wobei besonde s die P oduk ion on Filmse ien ü In e ne po ale signi ikan zunahm.
De Konsum on audio isuellen Un e hal ungsmedien ha sich zu eine de wich igs en
und häu igs en F eizei ak i i ä en de ak uellen Gesellscha en wickel , o allem un e
den jünge en Nu ze n. Ge ade dadu ch nimm seine soziale Bedeu ung zu, was sich auch
da in zeig , dass imme meh audio isuelle P oduk e au den Ma k kommen, welche die
Bedü nisse on Menschen mi eine isuellen ode audi i en Behinde ung be ücksich igen.
Dies besag gleichzei ig, dass unse e Gesellscha de UN-Behinde en ech skon en ion on 2006 langsam, abe
siche Ta en olgen läss , indem alle Fe nsehp og amme, Thea e au üh ungen und jede A on kul u ellen
Ve ans al ungen ü Menschen mi eine Behinde ung ba ie e ei sein müssen.
Es lassen sich nun d ei audio isuelle Modali ä en de Ba ie e eihei un e scheiden: die Audiodesk ip ion
ü Pe sonen mi eine isuellen Behinde ung sowie die Gebä densp ache und Un e i el ü Pe sonen mi eine
audi i en Behinde ung (Díaz-Cin as 2007: 14-15).Von diesen d ei in e essie uns in diesem A ikel o allem
de Einsa z on Un e i eln, denn diese gehö en zu in e semio ischen Übe se zung, wenn es da um geh , mi els
eine mul imodalen Übe se zung sch i lich zu kodie en, was z. B. in einem Film akus isch wah nehmba is .
Wenn sich je z nun allgemein ein Bewuss sein da ü es s ellen läss , dass die Medienp oduk e ba ie e ei
sein soll en, so muss man leide auch e kennen, dass sich die So ge um die P oduk quali ä hinsich lich de
Ba ie e eihei nich in ane kann en Mindes an o de ungen ode S anda ds zeig . Noch is man au de Suche nach
Analysemodellen, die dabei hel en könn en, diese sozialen, kul u ellen und echnologischen He aus o de ungen
zu meis e n. In den le z en Jah en wu den imme wiede S udien du chge üh , die analysie en, wie die Dialoge
und die Ge äuschkulissen eines Films z. B. in den Un e i eln ü audi i Behinde e wiede gegeben und ges al e
we den. Meis handel es sich dabei um Falls udien ohne ein ep äsen a i es Ko pus (Kalan zi 2008) ode die
Analyse eines e ike ie en Ko pus einige Se ienepisoden im s eaming (Allés Dopico 2018; Ma ínez-Ma ínez
Linus Jung
Uni e sidad de G anada
[email p o ec ed]
O cid: h ps://o cid.o g/0000-0001-9356-8575
Magazin 27
Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05
76
2020). Zwa gib es schon einige Ko pus-S udien zu unse em Thema (Ma ínez-Ma ínez 2015; Pessoa de
Nascimien o 2017; Jiménez-Hu ado & Ma ínez-Ma ínez 2018), abe dennoch lieg noch ein wei e Weg o
uns, wenn wi unse en S udien eine solide wissenscha liche G undlage geben wollen.
Wi e olgen nun in diesem A ikel meh e e Ziele. Zum einen analysie en wi ein Ko pus on 30 Filmen
mi Un e i eln ü Pe sonen mi eine audi i en Behinde ung und agen danach, wie die d ei wich igs en
Elemen e des Sound acks, nämlich Musik, Dialoge und Ge äusche, in den Un e i eln wiede gegeben wu den.
Uns e schein es als besonde s wich ig und au schluss eich, wenn man Un e i el nach homogenen S anda ds
ü Pe sonen mi audi i e Behinde ung e s ellen möch e, dass die He kun de Ge äusche klassi izie wi d.
Dami läss sich e kennen, ob o zugsweise die Ge äuschquelle ein ach genann ode ob das Ge äusch an sich
de inie wi d. In einem zwei en Sch i un e suchen wi , welche Übe se zungss a egien und – echniken bei
den Ge äuschen au G und ih e o he gehenden Klassi izie ung e wende wu den. Unse d i es Ziel bes eh
da in, aus den zwei o he genann en Analysen Schluss olge ungen aus diesem Übe se zungsp ozess zu ziehen,
um eine homogene und s anda disie e Quali ä sbesch eibung on Un e i eln ü Pe sonen mi eine audi i en
Behinde ung e s ellen zu können.
Be o wi die beiden genann en Analysesch i e und de en Resul a e o s ellen, assen wi ku z die
En wicklung und Geschich e de Un e i elung ü Hö behinde e in Spanien zusammen, e klä en, wie unse
Filmko pus zusammenges ell wu de und wie unse E ike ie ungssys em unk ionie .
Zusammen assung:
Diese A ikel un e such , wie Filme in Spanien ü
Hö geschädig e un e i el we den. Bei einem Ko pus
on 30 Filmen be uh unse e Un e suchungsme hode
au einem Sys em seman ische E ike ie ung, das zwei
un e schiedliche Aspek e he auszua bei en e such
(Ma ínez-Ma ínez 2015). Vo allem geh es um die F age,
welche akus ischen Elemen e in de in e semio ischen
Übe se zungsp axis als Wö e wiede gegeben we den
und welche Übe se zungs echniken dabei zum Einsa z
kommen. Dabei äll au , dass die akus ischen Elemen e
nich nu un e schiedlich in e semio isch übe se z
we den, sonde n es auch keine di ek e Ve bindung
zwischen akus ischem Elemen und angewand e
Übe se zungs echnik gib . Beide Phänomene dü en au
einem ehlenden Konsens be uhen. O ensich lich wä e eine
o ene Deba e zwischen T ansla ionswissenscha le n
und p o essionellen Übe se ze n e o de lich, die
epis emologische, heo e ische und me hodologische
F ages ellungen disku ie , um le z endlich den
komplexen Übe se zungsp ozess zwischen
zwei semio isch di e enzie en, mi eigenen
g amma ikalischen und unk ionalen S uk u en
e sehenen Kommunika ionsmedien genaue zu e assen
und besch eiben zu können.
Schlagwö e :
Ko pus, E ike ie ung, akus ische
Elemen e, Übe se zungs echniken, Un e i elung ü
Hö geschädig e.
Abs ac :
This a icle examines how ilms a e sub i led o hea ing
impai ed people in Spain. Wi h a co pus o 30 ilms,
ou esea ch me hod is based on a sys em o seman ic
agging ha aims o highligh wo di e en aspec s
(Ma ínez-Ma ínez 2015): he acous ic elemen s ha
a e ep oduced as wo ds in his in e semio ic ansla ion
p ac ice and he ansla ion echniques ha a e used.
I is no iceable ha he acous ic elemen s a e no only
ansla ed di e en ly in e semio ically, bu ha he e is
also no di ec connec ion be ween he acous ic elemen
and he applied ansla ion echnique. Bo h phenomena
a e p obably based on a lack o consensus. Ob iously,
an open deba e be ween ansla ion schola s and
p o essional ansla o s would be necessa y, whe e
epis emological, heo e ical and me hodological issues
could be discussed in o de o p ecisely desc ibe and
unde s and he complex ansla ion p ocess be ween
wo semio ically di e en ia ed communica ion media,
each wi h i s own g amma ical and unc ional s uc u es.
Keywo ds:
Co pus, agging, acous ic elemen s,
ansla ion echniques, SDHoH.
Magazin 27
Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 77
Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
2. Die Si ua ion de Un e i elung ü Gehö lose und Hö geschädig e in Spanien
Audio isuelle Tex e ü Gehö lose ode ü Hö geschädig e zugänglich zu machen, ha schon eine lange
T adi ion (B a o 2011: 38; Ca mona 2014: 8). Die e s en Ve suche eichen in die 70e Jah e zu ück, als in
den USA die sogenann en Closed Cap ions (CC) zum Einsa z kamen (Iza d 2001: 169). Dennoch se z e sich
dieses Sys em e s im Lau e de 90e Jah e in den e schiedenen Anwendungsbe eichen du ch. So wu den
in Spanien die e s en Un e i el ü Gehö lose und Hö geschädig e (UGH) e s 1990 p oduzie . Nach Díaz-
Cin as (2008: 162) en s and die UGH ü das Fe nsehen im Jah 1979 in G oßb i annien, als die BBC einen
Dokumen a ilm übe aube Kinde mi dem Ti el Quie ly in Swi ze land sende e, wobei die Technologie
Cee ax e wende wu de. Sei he we den P og amme egelmäßig mi Un e i eln ausges ahl .
Im Un e schied zu Lände n wie G oßb i annien und den USA, wo die UGH schon in den 70e Jah en
zu Anwendung kam, is die Geschich e de UGH in Spanien jünge en Da ums. Pe ei a (2005: 164) weis
da au hin, dass die e s en UGH im Jah 1990 im ka alonischen Fe nsehen Tele isió de Ca alunya (TV3)
gezeig wu den und dabei jedoch nu P og amme zei e se z übe se z wu den (Díaz-Cin as 2005: 17).
Ein paa Mona e spä e begann das spanische Fe nsehen Tele isión Española (TVE) ü ganz Spanien mi
Un e i eln zu senden und in wenigen Jah en s eige e sich de An eil on P og amms unden mi UGH. Im
Lau e de 90e Jah e olg en auch die es lichen spanischen Fe nsehsende (Pe ei a & Lo enzo 2006: 651).
So begann Telecinco 1997 mi de UGH und bau e on Jah zu Jah das Angebo an Sendungen mi UGH zu
e schiedenen Uh zei en und übe un e schiedlichs e Themen aus. Das andalusische Fe nsehen Canal Su
olg e ein Jah spä e , das baskische Fe nsehen Euskal Tele is a 1999; An ena 3 und Ca oon Ne wo k im Jah
2000, Tele Mad id und Canal Nou im Jah 2002 und Disney Chanel 2003 (Pe ei a & Lo enzo 2006: 651; O e o
e al., 2007: 34; Díaz-Cin as 2008: 161).
Neben Tele ex inden heu zu age Gehö lose und Hö geschädig e Zugang zu Filmp oduk en du ch spezielle
Videoausgaben und einem b ei en DVD-Angebo , das sei den 90e Jah en s ändig gewachsen is sowohl mi
Un e i el ü No malhö e als auch mi UGH (Díaz-Cin as 2008: 161-162; Sanz 2009: 55), wie z. B. in de
sei 15 Jah en bes ehenden Video eca sub i ulada pa a pe sonas so das (Video hek mi UGH), die au eine
Ini ia i e de Gehö loseno ganisa ion FIAPAS (Con ede ación de Familias de Pe sonas So das) zu ückgeh .
Das CESyA (Cen o Español del Sub i ulado y la Audiodesc ipción / Spanisches Zen um ü Un e i elung
und Audiodesk ip ion) ich e e eine Web-Anwendung ein, die spezielles Ma e ial ü Gehö lose und Blinde
anbo . Auch wenn dabei das Ziel anges eb wi d, 100 % de Filme mi Un e i eln zu e sehen, komm es
jedoch leide o zu einem bedaue ndswe en Quali ä s e lus .
Zwei ellos s ell die Ve ö en lichung de spanischen No m UNE 153010 (2003), die im Jah 2012 e besse
und neu he ausgegeben wu de, einen Wendepunk in de S anda disie ung de UGH da . De en Beach ung
e schein meh als no wendig, da es bis heu e anscheinend wede eine O ganisa ion noch eine allgemeine
Rich linie gib , die sich ü Mindes s anda ds in de Quali ä bei de UGH aussp echen. Einige Un e nehmen
e wenden ih e eigenen in e nen Vo sch i en, die manchmal übe haup nich s mi de besag en UNE-
No m zu un haben und die nich konsequen angewende we den, wobei es dann dazu kommen kann, dass
eine Lesegeschwindigkei o ausgese z wi d, die man unmöglich einhal en kann und die da übe hinaus
Rech sch eib ehle und zusammenhanglose Un e i el au weisen (Peña 2009: 67-68; Ruíz e al., 2013: 71).
Alle dings ha die besag e No m dazu beige agen, z.B. Fa ben sys ema isch zu Iden i izie ung on
Film igu en zu benu zen ode die Übe se zung on Ge äusche ek en au einem bes imm en Pla z des
Bildschi ms zu pla zie en. Mi diesen S a egien lassen sich auch gewisse Aspek e de Besch eibung on
akus ischen Elemen e eines Films e einhei lichen und so z.B. die kogni i e Ans engung on Gehö behinde en
beim Lesen de Un e i el genaue e assen. Dennoch s ehen zu diesem Thema noch wei e e S udien im S ile
on Cuélla Láza o (2018: 61) aus, um beu eilen zu können, ob die ausgewähl en Pa ame e de besag en
No m den ges ell en Ansp üchen genügen.
Magazin 27
78 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05
3. De Übe se zungsp ozess de UGH ode wie übe se z man den Ton?
All das zu o Gesag e mach deu lich, dass es bei eine wissenscha lich ie e gehenden Un e suchung da au
ankomm zu zeigen, wo um es eigen lich geh , wenn un e schiedliche Ton- und Klangphänomene ü Pe sonen
übe se z we den sollen, die nich hö en können ode dabei Schwie igkei en haben. De Ausgangspunk da ü
is die kla e Fes legung des S udienobjek es, um dann seine epis emologischen Cha ak e is iken un e suchen
zu können. In diesem Zusammenhang sehen wi den Ausgangs ex (AT) als einen mul idimensionalen und
mul isemio ischen Mak o ex an, de auch die besag en audio isuellen Tex e um ass .
Pede sen (2011: 12) de inie die Un e i el ode Closed Cap ions (CC) als eine Modali ä , die d ei
Übe se zungs ypen in Anlehnung an Jakobson (1959: 234) mi einschließ : die in alinguis ische, die eine
mündliche sp achliche Äuße ung in eine sch i liche de selben Sp ache ansk ibie ; die in e linguis ische, die
diese Übe agung in eine ande e Sp ache als de im Film gehö en o nimm , und die in e semio ische, die
Tone ek e e sch i lich , wie z. B. “es klop an de Tü ”, um zu gewäh leis en, dass ein Film on Gehö losen
und Hö geschädig en e s anden we den kann. T o z de Un e schiede, die es zwischen den Un e i eln
ü No malhö ende und ü Gehö lose und Hö geschädig e gib , ha man his o isch gesehen meh die
Gemeinsamkei en be on als eben die Un e schiede. Na ü lich i es zu, dass beide in einem audio isuellen
Medium e wende we den, wobei sie die gesp ochene Sp ache in einen gesch iebenen Tex umwandeln
und gleichzei ig denselben Einsch änkungen un e wo en sind; dennoch is es nich zu leugnen, dass sich
Un e schiede au zeigen lassen, die gewich ige sind, als man o glauben möch e.
Von einem epis emologischen S andpunk aus sind dahe die allgemeine Un e i elung wie auch die UGH
gemäß ih e o ausgese z en Wissensbe eiche zu de inie en. In diesem Sinn schein es na ü lich, dass diese
Modali ä en zue s mal in de Übe se zungswissenscha angesiedel wu den und dann do als un e s ü zende
Kommunika ionswe kzeuge ode au be ei e e Kommunika ionsmodali ä en de inie wu den (Go lieb 2000:
15). Abe ge ade heu e, da nun diese besonde en Übe se zungsa en mi En schiedenhei in die S udienpläne
und Fo schungslinien au genommen wu den und auße gewöhnlich p oduk i sind, is es an de Zei einige
K i e ien au zus ellen, die es e lauben, beide Modali ä en, die allgemeine Un e i elung und die UGH, in einen
bes imm en Be eich de Übe se zungswissenscha zu in eg ie en und on do aus dami zu beginnen, den
jeweiligen Übe se zungsp ozess mi seinen cha ak e is ischen Eigen ümlichkei en genaue zu un e suchen und
sie jeweils beg i lich als eine besonde e Übe se zungsak i i ä zu besch eiben.
Abe schauen wi uns e s mal die epis emologische F age e was genaue an, indem wi au Holmes (1988:
69) zu ückg ei en, de die Übe se zungswissenscha als eine eigens ändige Disziplin e s eh . E un e scheide
je nach Kommunika ionsmedium zwischen in alinguis ischen, in e linguis ischen und in e semio ischen
Übe se zungen. Das üh uns zu de e s en Un e scheidung zwischen Un e i elung und UGH, denn Un e i el
sind im Allgemeinen das Resul a eine meis in e linguis ischen Übe se zung, können abe auch das E gebnis
eine in alinguis ischen Übe se zung sein, abe nich eine in e semio ischen. Ande s sieh es bei de UGH
aus. Diese is gene ell in alinguis isch, jedoch o allem in e semio isch und as nie in e linguis isch. Das
bedeu e , dass diese Ka ego ien uns e lauben, beide Übe se zungsa en ge ade im Hinblick au die heo e ische
Eino dnung in die Übe se zungswissenscha oneinande zu un e scheiden.
Bezüglich de angewand en Übe se zungswissenscha in e essie en wi uns besonde s ü die desk ip i en
Ansä ze, die o allem den Übe se zungsp ozess okussie en, weil wi dabei e kennen können, welche
Übe se zungss a egien in Anwendung kamen, was uns wiede um e laub zu sehen, wo die Un e schiede
und Gemeinsamkei en zwischen den Vo gehensweisen bei de Un e i elung und de UGH liegen. Beide
Übe se zungsweisen wenden die allgemeinen Übe se zungss a egien in un e schliedlichen G aden und Fo men
an, wobei im jeweiligen Übe se zungsp ozess die Kenn isse und Analysen des AT seh oneinande abweichen
können.
Abschließend läss sich au G und de desk ip i en Ansä ze in de Übe se zungswissenscha sagen, dass die
Funk ion, die de übe se z e Tex in de Zielsp ache und –kul u übe nehmen soll, on undamen ale Bedeu ung
is ( gl. Sie e 2010: 281 .). Ge ade diese Gesich spunk mach einen wich igen Un e schied zwischen diesen
zwei Modali ä en aus. Obwohl beide die Funk ion haben, Wissen zugänglich zu machen, handel es sich bei de
Magazin 27
Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 79
Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
Un e i elung um Nu ze , die eine bes imm e F emdsp ache nich behe schen, wäh end es bei de UGH da um
geh , einen Zugang zu einem Wissen ü eine bes imm e Pe soneng uppe zu e möglichen, die sich dadu ch
cha ak e isie en läss , dass sie eine Hö behinde ung ha . Diese Ums and kann zu Folge haben, dass diese
G uppe in kul u ellen Angelegenhei en aus de kul u ell dominie enden Gemeinscha ausgeg enz wi d, da ih
Zugang zu kul u ellen E ah ungen z.B. in Filmen nich so um assend is . Das Ziel, diese soziale und kul u elle
Ausg enzung zu e meiden, is ein Ums and, de ge ade die UGH im Gegensa z zu Un e i elung g undlegend
kennzeichne .
4. E s ellung eines Filmko pus
De Ton s ell ü die UGH die g undlegende Komponen e des AT da . Konk e bedeu e das, es handel
sich um die Tonspu ode den Sound ack eines Filmp oduk s, wobei das Augenme k besonde s au dessen
Cha ak e is iken und Funk ionen ge ich e is . Diese Tonspu läss sich in ih e einzelnen S uk u elemen e
un e eilen und man kann dabei z. B. zwischen den im Film da gebo enen Dialogen und den sogenann en
Sounde ek en und Hin e g undge äuschen, abe auch de Filmmusik un e scheiden (Beck 2004). Es komm
also da au an, den Film als einen Gesam ex zu e s ehen, de sich in einzelne Teile agmen ie en läss , die wi
als E ike einhei en au assen können und die meh ode wenige die un e schiedlichen Kommunika ionsweisen
e lek ie en, die insgesam das audi i e Bedeu ungssys em des Film ex es ausmachen (Chion 1993, 1998, 2004;
Sonnenschein 2001; Ma ínez-Ma ínez 2015; Chica 2016). Le z endlich geh es da um, die gewonnenen
Da en de Tonspu me hodologisch so da zus ellen, dass sie un e einande e gleichba sind. Dies e laub
es dann, mul imodale Va iablen und Äqui alen e he auszua bei en, die uns die F age bean wo en können,
welche akus ischen Elemen e du ch welche sp achlichen S uk u en in e semio isch übe se z wu den.
Unse e Au gabe bes eh demnach da in, eine Me hode zu e a bei en, die den Übe se zungsp ozess e klä ,
wie das akus isch Hö ba e eines Films du ch gesch iebene Sp ache ü Hö geschädig e sich ba und
e s ehba gemach we den kann (Tsaouisi 2015: 247). In de Sp ache de Übe se zungswissenscha können
wi sagen, de AT is das mul imodale Filmp oduk mi seinem gesam en e balen und non- e balen ode
audi i -semio ischen Kommunika ionssy em; bei dem Ziel ex handel es sich dann um die UGH, wobei uns
besonde s die angewand en Übe se zungss a egien und - echniken in e essie en (Ma ínez-Ma ínez 2015:
248).
Rele anz, Rep esen a i i ä und Homogeni ä s ehen bei de Ma e ialauswahl ü jede A on Ko pus
im Vo de g und und sind heu zu age eine Selbs e s ändlichkei bei empi ischen Un e suchungen ge ade in
den Geis eswissenscha en, besonde s in de Linguis ik, wo es kaum noch zulässig is , Fo schungse gebnisse
ohne ein sie un e s ü zendes Ko pus o zus ellen (Valen ini 2006; Heiss & So i i 2008). Ge ade bei Filmen,
so glaub en wi , soll e die Ma e ialauswahl eigen lich kein P oblem sein. Da unse Vo haben jedoch Tex e
un e such , die mul imodal und aus linguis ische Sich seh un e schiedlichen Tex ypen angehö en, e wies
sich ge ade dies als besonde s schwie ig, da es bekann e weise seh iele Filmgen es gib , jedoch nich seh
iele Filme mi UGH, die gewissen Quali ä sansp üchen genügen (s. u.) bzw. die on Un e nehmen e s ell
wu den, die explizi den Rich linien de No m UNE 153010 (2003 und 2012) olgen.
Unse e e s e Au gabe bes and olglich da in, eine nahezu lückenlose Lis e de Filme au dem spanischen
Ma k zu e a bei en, die du ch eine UGH zugänglich sind. Dabei is da au hinzuweisen, dass alle diese Filme
nach de Ve ö en lichung de No m UNE 153010 ü Gehö geschädig e un e i el wu den. De e s e Film
wa Labe in o de pasiones (Almodó a 1982), de im Jah 2004 un e i el wu de, und de le z e Los aman es
pasaje os (Almodó a 2013). Bei unse e Un e suchung haben wi eine diach one Be ach ungsweise des
Kopus nich be ücksich ig , was siche lich ü zukün ige S udien on In e esse sein dü e.
Das E gebnis diese Lis e wa seh e nüch e nd, denn es gib wide E wa en ech wenige Filme mi UGH.
Dahe um ass unse Gesam ko pus 30 Filme aus den un e schiedlichs en Filmga ungen und S il ich ungen.
Es bleib nu noch da au hinzuweisen, dass alle diese audio isuellen Fimp oduk e mi Un e i eln ü
Hö behinde e au dem Ma k angebo en we den.
Magazin 27
80 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05
5. Un e suchungsme hode
Nach de E s ellung des Ko pus gingen wi dazu übe , die einzelnen Audiospu en zu ex ahie en. Dabei
we den die Audio- und Videoda en au einen digi alen T äge gesonde kopie , wozu das P og amm Cam asia
S udio benu z wu de, da es e laub , in ein ache Weise ein Video zu e s ellen und un e schiedlich zu o ma ie en.
Nach de Einspeisung de Videos in die Da enbank wu den die einzelnen Tex e de Un e i el ex ahie .
An angs e wende en wi dazu das spezielle P og amm SubRip, jedoch e ügen nich alle DVDs übe das ü
eine au oma ische Ex ak ion no wendige VOB-Dokumen , so dass wi meis ens die Filme selbs ansk ibie en
muss en.
Nun ging es abe auch da um, sich da übe im Kla en zu sein, wie wi dieses Ma e ial bea bei en soll en, d.
h., wie man dieses Ko pus e ike ie en könn e und ob sich diese Vo gang mechanisie en ließe. Hie zu wu den
un e schiedliche Compu e p og amme ausp obie , die ein nü zliches We kzeug zu sein schienen. Le z lich
en schieden wi uns ü MAXQDA, eine So wa e, die eine quali a i e Analyse e laub , da sie seh lexibel
und benu ze eundlich is , denn sie e üg übe e schiedene Möglichkei en Da en un e schiedliche Tex e
sys ema isch zu analysie en, zu e gleichen, zu bewe en und zu in e p e ie en.
Nach E s ellung eines ep äsen a i en Ko pus mi bes imm en Quali ä sansp üchen und de Wahl eines
Compu e p og amms, das e laub , Zei zu spa en und in übe sich liche Weise E gebnisse da zus ellen, muss e
ein E ike ie ungssys em e a bei e we den, das gleichzei ig olgende g undsä zliche F agen bean wo en soll e:
Welche semio ischen Elemen e des AT wu den mi welchen in e semio ischen Übe se zungs echniken wie
übe se z ? In diesem Zusammenhang in e essie e uns o allem, wie die akus ischen Elemen e des mul imodalen
AT du ch seman ische E ike ie ungen wiede gegeben wu den.
Demnach komm es o allem da au an, im O iginal ilm die un e schiedlichen akus ischen e balen wie
auch non- e balen Elemen e, die de Übe se ze ü die mul imodale Bedeu ung des Films als ele an eins u e,
zu bes immen, zu analysie en und zu klassi izie en und sie dann au die e wende en Techniken de in a- und
in e linguis ischen und / ode in e semio ischen Übe se zung hin bei de Un e i elung zu un e suchen.
Wie wi be ei s wissen, se z sich das E ike ie ungsys em de UGH aus zwei Subsys emen zusammen, welche
die Vo gehensweise bei de Übe se zung des Tons in Wö e des Ziel ex es besch eiben (Ma ínez-Ma ínez 2015:
117). Fü die e s e Ebene muss en die semio ischen Elemen e des AT bes imm , isolie und analysie we den.
In einem zwei en Sch i wu den dann die semio ischen Da s ellungsmi el des AT in den d ei on Bo dwell &
Thompson (2010) un e schiedenen Mak os uk u en (Dialoge, Musik und Ge äusch- und Hin e g unde ek e)
au ih e Kommunika ions unk ionen hin un e such , wobei es sich als seh schwie ig he auss ell e zu en scheiden,
welche Da s ellungsmi el die kommunika i gesehen ele an es en sind und wa um.
Als nächs es we den dann in einem zwei en Sch i die Übe se zungs echniken un e such .
5.1. Die E ike ie ung de Tonspu
Alles, was in einem Film zu hö en is , läss sich du ch ein akus isches E ike ie ungssys em in eine
On ologie da s ellen, die sich au Films udien (Flückige 2001: 199 .; Chion 2008: 40; Bo dwell & Thompson
2010: 307) und linguis ische Filmun e suchungen (Poya os 1994 I: 28-29, II: 143) s ü z . De Ton, allgemein
auch Audiospu ode Sound ack genann , spiel demnach in jedem Film eine he aus agende Rolle, weil du ch
ihn beim Zuschaue bes imm e Reak ionen he o ge u en we den können (Cuad ado 2013: 29). Zahl eiche
Un e suchungen aus de Wah nehmungspsychologie und Akusma ik haben gezeig , dass de Ton ein Mi el zu
Manipula ion on A ek en und Bedeu ungen is und den Zuschaue unmi elba beein luss . Da de Ton sich
au eine Tonquelle zu ück e olgen läss und dahe übe eine äumliche Dimension e üg , üb de Hö p ozess
eine nich zu un e schä zende Wi kung da au aus, wie wi den Ton e s ehen bzw. in e p e ie en, d. h., ob wi
z. B. F eude ode Angs emp inden (Bo dwell & Thompson 2010: 307). In olgedessen kann man den Film on in
Bezug au seinen Inhal nach zwei Gesich spunk en in unse em E ike ie ungssy em klassi izie en: einmal on
de Filmna a ologie aus nach de na a i en Ebene und on eine meh physischen On ologie aus nach de
physischen Ebene.
Au de na a i en Ebene wi d im Allgemeinen zwischen eine diege ischen und ex adiege ischen
Magazin 27
Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 81
Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
Ton e wendung un e schieden. Un e diege ischem Ton e s eh man einen Film on, de on Gegens änden
und Pe sonen de e zähl en Filmwel e zeug wi d und somi unmi elba zu Filmhandlung gehö , d. h., die
Pe sonen im Film hö en diesen Ton. Die S immen on Pe sonen ode die Töne, die i gendwelche Gegens ände
de Filmhandlung e zeugen, z. B. ein o bei ah endes Au o, zählen zu den diege ischen Tönen. Im Gegenzug
e s eh man un e nich – ode ex adiege ischen Tönen solche, die nich zu e zähl en Filmwel gehö en bzw.
nich on diese e zeug we den. Chion (2008: 22) de inie den ex adiege ischen Ton als einen Ton, dessen
U sp ungso au de Leinwand nich zu sehen is ode in de Filmhandlung nich implizi auszumachen is . Als
nich -diege isch können auch Kommen a e des E zähle s, zusä zliche Ge äusche ek e zu D ama isie ung de
Handlung ode auch die Hin e g undmusik in einem Film e s anden we den.
Au de sogenann en physischen Ebene un e such man den Ton als akus isches Phänomen ohne Rücksich
au den P oduk ionsp ozess eines mul imodalen Film ex es. Wiede um lassen sich bei de Analyse de UGH
zwei Ka ego ien un e scheiden: de na ü lich p oduzie e und de küns lich p oduzie e Ton.
Schaubild 1. Die physische Ebene de Tonspu
5.1.1. De na ü liche Ton
Un e na ü lichen Tönen sind S immen und Ge äusche zu e s ehen, die on na ü lich o kommenden
Phänomenen e zeug we den, z. B. on Lebewesen ode Na u e scheinungen wie Donne ode Regen. Die
menschlichen Ge äusche können dann noch wei e di e enzie we den und man un e scheide dann zwischen
Kö pe ge äuschen, Sp ache, un e schiedliche Sp ach e wendung bzw. Dialek en und Pa asp ache.
Schaubild 2. Un e eilung menschliche Ge äusche.
Die e s e Un e eilung in Kö pe ge äusche um ass alle Ge äusche, die du ch den menschlichen Kö pe
e zeug we den wie z. B. Applaus ode menschliche Sch i e au e schiedenen Un e g undma e ialien
(Poya os 1994 II: 185 .). Sp ache bezieh sich z. B. au die o kommenden Dialoge, die E zählung und / ode
Magazin 27
82 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05
den Lied ex und die un e schiedliche Sp ach e wendung bzw. Dialek ka ego isie den Sp achgeb auch nach
Dialek , F emdsp ache ode Akzen . Bei de Subka ego ie Pa asp ache handel es sich nach Poya os (1994 I: 28
.) um eine kommunika i e nich - e bal- okale Ak i i ä , die sich au sp achbeglei ende, an Lau e gebundene
E scheinungen bezieh . Dami lassen sich dann z. B. Tonhöhe, Lau s ä ke, Redepausen e c. besch eiben, die
cha ak e is isch ü die Sp ach e wendung sein können.
Bei de E ike ie ung de menschlichen S imme müssen wi olglich ih e Me kmale in Augenschein nehmen
und die S imme nach Klang, In ensi ä ode Lau s ä ke, Sp echgeschwindigkei , In ona ion und Rhy hmus
besch eiben. Hie we den dann auch ande e Fak o en wich ig, die einen bes imm en Ein luss au die menschliche
S imme haben, wie z. B. Geschlech und Al e ode physiologische, psychologische, soziokul u elle und be u liche
Fak o en (Poya os 1994 I: 28 .). Saldaña Rosique (2002: 22) weis da au hin, dass all diese Eigenscha en de
S imme gesellscha lich als posi i ode nega i au ge ass we den können. So kann z. B. ein Flüs e n als Zeichen
on In imi ä in e p e ie we den, was jedoch un e gewissen Ums änden als läs ig und unhö lich emp unden
wi d. Indi ek können diese Fak o en auch dazu dienen, S immungen wie z. B. T au igkei ode Zuneigung
auszud ücken, indem wi dabei langsame sp echen, als wenn wi Ä ge ode F eude zeigen.
Wäh end die bishe genann en Fak o en sich konk e au die Kennzeichnung de menschlichen S imme
beziehen, gib es jedoch noch ande e Me kmale, die ein ach nu non e bale Lau e sind, die abe auch eine
kommunika i e Funk ion haben können: die Sp achäuße ung beglei ende Lau e. Da un e sind non e bale
Mi eilungen zu e s ehen, wie z. B. Seu zen, Räuspe n, Ein- und Ausa men, Schna chen, Schlucken, mi de
Zunge schnalzen e c., die jeweils einen Kommen a zu e was Gesag em ode einem Geschehen da s ellen können.
5.1.2. De küns liche Ton
In di ek em Gegensa z zum na ü lichen Ton de inie en Bo dwell & Thompson (2010: 120) den küns lichen
Ton als ein akus isches Phänomen, das on einem Gegens and, den de Mensch he ges ell ha , e zeug wi d.
Da un e sind dann die Ge äusche z. B. eines o bei ah enden Au os, eines Tele ons, eines Radios, eines
Musikins umen s e c. zu e s ehen, wobei die F age zwei angig is , ob man im Film sehen kann, wo dieses
Ge äusch he komm , z. B. wenn Glocken läu en. Dies bedeu e , dass de küns liche Ton bei de Un e i elung
du ch die Gegens ände (z. B. Mo o , Waschmaschine ode S aßenbahn), die ihn e u sachen, e anschaulich
und so ein besse es Ve s ändnis de Filmhandlung gewäh leis e wi d.
Eine besonde e und dahe eigens ändige Ka ego ie nimm in de Rub ik küns liche Ton die Un e g uppe
Musik ein. Von An ang an wa en Musik und Liede un ennba e Beglei e de audio isuellen P oduk e, da sie
e lauben eine S immung zu e zeugen, die F eude, Hei e kei , Leid ode auch T au igkei wide spiegeln. Dies
bedeu e dahe auch, es läss sich eine unk ionale Ve bindung zwischen Bild und Musik he s ellen. Chion (2008:
82) weis da au hin, dass es zwei A en on Filmmusik gib . Zum einen gib es Musik, die das Bild un e mal
und nich s mi de Filmhandlung zu un ha . Diese Musika wi d als O -Musik ode nich -diege ische Musik
bezeichne . Is im Gegensa z dazu die Musik Teil de Filmwi klichkei , d. h., die Figu en im Film können die
Musik hö en, so sp ich man on On-Musik ode diege ische Musik.
5.2. Die E ike ie ung de Übe se zungs echniken
Die Klassi izie ung de Übe se zungs echniken bei de UGH s ü z sich au S udiene gebnisse, die o allem
on Ma í Fe iol (2013: 73-123), Díaz-Cin as & Remael (2007: 68-101), Ne es (2005: 240) und Ma ínez-Ma ínez
(2015: 137-144) e b ach wu den. Unse Ziel is es dabei, die e wende en Techniken bei de Übe se zung de in de
Phase 1 au ge undenen Elemen e zu iden i izie en und klassi izie en, indem d ei Un e gliede ungen o genommen
we den, die den un e schiedlichen Vo gehensweisen bei de Un e i elung en sp echen: die in e linguis ische, die
in e semio ische und die in alinguis ische Übe se zung (Jakobson 1959; Pede sen 2011: 12).
Obwohl die in e linguis ische Übe se zung bei de UGH nich so o o komm , wu de sie dennoch in unse
E ike ie ungssys em au genommen, um ih e Bedeu ung in de S a is ik zu e mi eln.
Bei de UGH bezieh sich die in e semio ische Übe se zung ausschließlich au die Übe se zung on
nich sp achlichen Tönen des O iginal ex es in Un e i eln. Die Übe se zung on Tönen in Wö e is
als die eigen liche Übe se zung bei de UGH anzusehen, denn sie mach den audio isuellen Film ex ü
Magazin 27
Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 83
Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
Hö geschädig e zugänglich.
In de Ka ego ie de in e semio ischen Übe se zung lassen sich sieben Übe se zungs echniken es s ellen,
die sich wiede um in d ei G uppen un e eilen lassen:
(a) Auslassung und T ansk ip ion
Ma í Fe iol (2013: 120) de inie Auslassung als die Übe se zungs echnik, bei de ein audi i es Elemen
des AT im Ziel ex nich o komm , weil es ü die wei e e Filmhandlung ohne g öβe e Bedeu ung is . Bei de
T ansk ip ion handel es sich um bes imm e A en on In e jek ionen und lau male ischen Äuße ungen, die
sich ein ach ansk ibie en lassen, wie sie z. B. in Comics (g , b e c.) o kommen.
(b) Ka ego isie ung, A ibu isie ung und E klä ung
Bei de Du chsich unse es Filmko pus mi UGH konn en wi es s ellen, dass die Übe se zungss a egien
bei de Tonspu gewissen Regeln olgen, die Ve bindungen und Rückschlüsse au unse e Klassi izie ung
zulassen. Unse Klassi izie ungssys em se z o aus, dass das menschliche Wissen au de Fähigkei be uh ,
Gegens ände und E eignisse kogni i zu e assen und zu ka ego isie en, indem wi unse e E ah ungswel
– Dinge, Handlungen und / ode P ozesse – konzep ualisie en, diese Konzep e du ch sp achliche Zeichen
da s ellen und somi klassi izie en, was uns gleichzei ig e laub , mi einande zu kommunizie en (Ma ínez-
Ma ínez 2015: 236). Diese kogni i en Abläu e lassen sich auch bei den Übe se zungsp ozessen es s ellen,
in unse em Fall bei de in e semio ischen Übe se zung des Sound acks in gesch iebene Sp ache, indem
wi Gegens ände und E eignisse klassi izie en und somi Wissen zusammen assend da s ellen. Im G unde
genommen is die Ka ego isie ung die wich igs e in e semio ische Übe se zungs echnik de Un e i elung,
denn sie bes eh da in, ein Ge äusch ode einen Ton eine Beg i ska ego ie (z. B. Tie ge äusche) zuzuo dnen,
den Ve u sache (Vogel, Löwe e c.) und / ode die Handlung, die es / e besch eib (b üll , sch ei , wein e c.)
zu benennen, das Resul a de Handlung (Lachen, Weinen, Musik) anzuzeigen ode zu e klä en, wodu ch das
Ge äusch e u sach wi d (Tü , Kla ie , Au o e c.).
Die A ibu isie ung is die nähe e Besch eibung eines Tons und se z eine zu o ige Ka ego isie ung o aus,
die explizi (melodische Musik) ode implizi ([sp ich ] ne ös / i onisch / öhlich) sein kann. Dahingegen
handel es sich bei de E klä ung um eine genaue e Angabe übe die En s ehung, Daue ode das Ende eines
Tons (Musik beginn , wei e hin Musik, Musik ende ); dies bedeu e , in eine E klä ung wi d ein Ton im
Zusammenhang mi ande en Ge äuschen und Tönen he o gehoben und nähe e läu e .
(c) Symbole / Icons und Typog aphie
Symbolen / Icons s ehen ü Zeichen, die in de sch i lichen Kommunika ion ü Ge ühle, Emo ionen
und S immungen s ehen können und sich dahe seh ü die en sp echenden Tonübe se zungen eignen. Bei
de Typog aphie lassen sich un e schiedliche A en wie G oß- und Kleinsch eibung, Fa be, Gedankens ich,
Lokalisie ung e c. un e scheiden, die dazu dienen, No mabweichungen zu kennzeichnen.
Als le z e Modali ä in de UGH bleib nun noch die in alinguis ische Übe se zung, die in d ei A en
zu un e eilen is : wö liche Übe se zung (z. B. on Dialek in die S anda dsp ache), lexikalische und / ode
syn ak ische Ve ein achung und Reduk ion (Kondensa ion und Elimina ion). Die beiden le z en Techniken
kommen o allem bei de UGH deshalb o , weil sich so inne halb des o gegebenen Zei - und Raumschemas
die Un e i el besse anpassen lassen und bei de UGH im Allgemeinen die E ah ung gemach wu de, dass
die Un e i el in ein ach gehal ene Sp ache den Hö geschädig en ehe e lauben, das Filmgeschehen besse zu
e s ehen.
Du ch die Au eilung des Filmdisku ses in solche kleine e Analyseeinhei en (im O iginal ex o kommende
Ge äusch- und Ton ypen) und de Besch eibung de einzelnen Übe se zungs echniken, die dabei zu
Anwendung kommen, wi d ein Sys em on E ike ie ungen e s ell , das Au schluss da übe gib , welche
Aspek e diese A on in e semio ische Übe se zung Schwie igkei en bei de UGH be ei en können.
Magazin 27
90 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05
Filmog a ie
Amo (Hanecke, 2012)
Balada is e de ompe a (de la Iglesia, 2010)
Bien enidos al no e (Boon, 2006)
Bon Appé i (Pinillos, 2010)
Ce ezos en lo (Dö ie, 2008)
Combus ión (Calpa so o, 2013)
Con a la pa ed (Akin, 2004)
Cua o minu os (K aus, 2006)
Dos días en Pa ís (Delpy, 2007)
El á bol (Be ucelli, 2010)
El cue po (Paulo, 2012)
G upo 7 (Rod íguez, 2012)
Habi ación en Roma (Medem, 2010)
La piel que habi o (Almodó a , 2011)
Las a en u as de Tadeo Jones (Ga o, 2012)
Las nie es del Kilimanja o (Guédiguian, 2011)
Lope (Wadding on, 2010)
Los ab azos o os (Almodó a , 2009)
Los aman es pasaje os (Almodó a , 2013)
Ma aden o (Amenába , 2004)
Ma ía y yo (Fe nández, 2010)
No con oles (Calleja, 2010)
No hab á paz pa a los mal ados (U bizu, 2011)
Pan y osas (Loach, 2000)
Sa aband (Be gman, 2003)
Scoop (Allen, 2006)
Tengo ganas de i (González, 2012)
The good hea (Ká i, 2009)