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Film mit Untertitel für Hörgeschädigte in Spanien. Eine Korpus-Studie

Martínez Martínez, Silvia; Jung, Linus

Abstract

Dieser Artikel untersucht, wie Filme in Spanien für Hörgeschädigte untertitelt werden. Bei einem Korpus von 30 Filmen beruht unsere Untersuchungsmethode auf einem System semantischer Etikettierung, das zwei unterschiedliche Aspekte herauszuarbeiten versucht (Martínez-Martínez 2015). Vor allem geht es um die Frage, welche akustischen Elemente in der intersemiotischen Übersetzungspraxis als Wörter wiedergegeben werden und welche Übersetzungstechniken dabei zum Einsatz kommen. Dabei fällt auf, dass die akustischen Elemente nicht nur unterschiedlich intersemiotisch übersetzt werden, sondern es auch keine direkte Verbindung zwischen akustischem Element und angewandter Übersetzungstechnik gibt. Beide Phänomene dürften auf einem fehlenden Konsens beruhen. Offensichtlich wäre eine offene Debatte zwischen Translationswissenschaftlern und professionellen Übersetzern erforderlich, die epistemologische, theoretische und methodologische Fragestellungen diskutiert, um letztendlich den komplexen Übersetzungsprozess zwischen zwei semiotisch differenzierten, mit eigenen grammatikalischen und funktionalen Strukturen versehenen Kommunikationsmedien genauer zu erfassen und beschreiben zu können.

Full text

Magazin 27 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 75 Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Film wi h SDHoH in Spain: a Co pus S udy Sil ia Ma ínez Ma ínez Uni e sidad de G anada [email p o ec ed] O cid: h ps://o cid.o g/0000-0003-0388-4035 Recibido: 03/12/2020 Acep ado: 15/02/2021 DOI: h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 E in üh ung De echnologische Fo sch i mach o nich s hal . In jedem Haushal inden sich P oduk e aus de audio isuellen Mul imedia-B anche. De le z e Jah esbe ich des Sec o de Con enidos Digi ales en España (ONTSI 2019: 51) e weis da au , dass de Kino- und Videobe eich seine Filmp oduk ion in den le z en zehn Jah en um 50 % s eige n konn e, wobei besonde s die P oduk ion on Filmse ien ü In e ne po ale signi ikan zunahm. De Konsum on audio isuellen Un e hal ungsmedien ha sich zu eine de wich igs en und häu igs en F eizei ak i i ä en de ak uellen Gesellscha en wickel , o allem un e den jünge en Nu ze n. Ge ade dadu ch nimm seine soziale Bedeu ung zu, was sich auch da in zeig , dass imme meh audio isuelle P oduk e au den Ma k kommen, welche die Bedü nisse on Menschen mi eine isuellen ode audi i en Behinde ung be ücksich igen. Dies besag gleichzei ig, dass unse e Gesellscha de UN-Behinde en ech skon en ion on 2006 langsam, abe siche Ta en olgen läss , indem alle Fe nsehp og amme, Thea e au üh ungen und jede A on kul u ellen Ve ans al ungen ü Menschen mi eine Behinde ung ba ie e ei sein müssen. Es lassen sich nun d ei audio isuelle Modali ä en de Ba ie e eihei un e scheiden: die Audiodesk ip ion ü Pe sonen mi eine isuellen Behinde ung sowie die Gebä densp ache und Un e i el ü Pe sonen mi eine audi i en Behinde ung (Díaz-Cin as 2007: 14-15).Von diesen d ei in e essie uns in diesem A ikel o allem de Einsa z on Un e i eln, denn diese gehö en zu in e semio ischen Übe se zung, wenn es da um geh , mi els eine mul imodalen Übe se zung sch i lich zu kodie en, was z. B. in einem Film akus isch wah nehmba is . Wenn sich je z nun allgemein ein Bewuss sein da ü es s ellen läss , dass die Medienp oduk e ba ie e ei sein soll en, so muss man leide auch e kennen, dass sich die So ge um die P oduk quali ä hinsich lich de Ba ie e eihei nich in ane kann en Mindes an o de ungen ode S anda ds zeig . Noch is man au de Suche nach Analysemodellen, die dabei hel en könn en, diese sozialen, kul u ellen und echnologischen He aus o de ungen zu meis e n. In den le z en Jah en wu den imme wiede S udien du chge üh , die analysie en, wie die Dialoge und die Ge äuschkulissen eines Films z. B. in den Un e i eln ü audi i Behinde e wiede gegeben und ges al e we den. Meis handel es sich dabei um Falls udien ohne ein ep äsen a i es Ko pus (Kalan zi 2008) ode die Analyse eines e ike ie en Ko pus einige Se ienepisoden im s eaming (Allés Dopico 2018; Ma ínez-Ma ínez Linus Jung Uni e sidad de G anada [email p o ec ed] O cid: h ps://o cid.o g/0000-0001-9356-8575 Magazin 27 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 76 2020). Zwa gib es schon einige Ko pus-S udien zu unse em Thema (Ma ínez-Ma ínez 2015; Pessoa de Nascimien o 2017; Jiménez-Hu ado & Ma ínez-Ma ínez 2018), abe dennoch lieg noch ein wei e Weg o uns, wenn wi unse en S udien eine solide wissenscha liche G undlage geben wollen. Wi e olgen nun in diesem A ikel meh e e Ziele. Zum einen analysie en wi ein Ko pus on 30 Filmen mi Un e i eln ü Pe sonen mi eine audi i en Behinde ung und agen danach, wie die d ei wich igs en Elemen e des Sound acks, nämlich Musik, Dialoge und Ge äusche, in den Un e i eln wiede gegeben wu den. Uns e schein es als besonde s wich ig und au schluss eich, wenn man Un e i el nach homogenen S anda ds ü Pe sonen mi audi i e Behinde ung e s ellen möch e, dass die He kun de Ge äusche klassi izie wi d. Dami läss sich e kennen, ob o zugsweise die Ge äuschquelle ein ach genann ode ob das Ge äusch an sich de inie wi d. In einem zwei en Sch i un e suchen wi , welche Übe se zungss a egien und – echniken bei den Ge äuschen au G und ih e o he gehenden Klassi izie ung e wende wu den. Unse d i es Ziel bes eh da in, aus den zwei o he genann en Analysen Schluss olge ungen aus diesem Übe se zungsp ozess zu ziehen, um eine homogene und s anda disie e Quali ä sbesch eibung on Un e i eln ü Pe sonen mi eine audi i en Behinde ung e s ellen zu können. Be o wi die beiden genann en Analysesch i e und de en Resul a e o s ellen, assen wi ku z die En wicklung und Geschich e de Un e i elung ü Hö behinde e in Spanien zusammen, e klä en, wie unse Filmko pus zusammenges ell wu de und wie unse E ike ie ungssys em unk ionie . Zusammen assung: Diese A ikel un e such , wie Filme in Spanien ü Hö geschädig e un e i el we den. Bei einem Ko pus on 30 Filmen be uh unse e Un e suchungsme hode au einem Sys em seman ische E ike ie ung, das zwei un e schiedliche Aspek e he auszua bei en e such (Ma ínez-Ma ínez 2015). Vo allem geh es um die F age, welche akus ischen Elemen e in de in e semio ischen Übe se zungsp axis als Wö e wiede gegeben we den und welche Übe se zungs echniken dabei zum Einsa z kommen. Dabei äll au , dass die akus ischen Elemen e nich nu un e schiedlich in e semio isch übe se z we den, sonde n es auch keine di ek e Ve bindung zwischen akus ischem Elemen und angewand e Übe se zungs echnik gib . Beide Phänomene dü en au einem ehlenden Konsens be uhen. O ensich lich wä e eine o ene Deba e zwischen T ansla ionswissenscha le n und p o essionellen Übe se ze n e o de lich, die epis emologische, heo e ische und me hodologische F ages ellungen disku ie , um le z endlich den komplexen Übe se zungsp ozess zwischen zwei semio isch di e enzie en, mi eigenen g amma ikalischen und unk ionalen S uk u en e sehenen Kommunika ionsmedien genaue zu e assen und besch eiben zu können. Schlagwö e : Ko pus, E ike ie ung, akus ische Elemen e, Übe se zungs echniken, Un e i elung ü Hö geschädig e. Abs ac : This a icle examines how ilms a e sub i led o hea ing impai ed people in Spain. Wi h a co pus o 30 ilms, ou esea ch me hod is based on a sys em o seman ic agging ha aims o highligh wo di e en aspec s (Ma ínez-Ma ínez 2015): he acous ic elemen s ha a e ep oduced as wo ds in his in e semio ic ansla ion p ac ice and he ansla ion echniques ha a e used. I is no iceable ha he acous ic elemen s a e no only ansla ed di e en ly in e semio ically, bu ha he e is also no di ec connec ion be ween he acous ic elemen and he applied ansla ion echnique. Bo h phenomena a e p obably based on a lack o consensus. Ob iously, an open deba e be ween ansla ion schola s and p o essional ansla o s would be necessa y, whe e epis emological, heo e ical and me hodological issues could be discussed in o de o p ecisely desc ibe and unde s and he complex ansla ion p ocess be ween wo semio ically di e en ia ed communica ion media, each wi h i s own g amma ical and unc ional s uc u es. Keywo ds: Co pus, agging, acous ic elemen s, ansla ion echniques, SDHoH. Magazin 27 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 77 Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos 2. Die Si ua ion de Un e i elung ü Gehö lose und Hö geschädig e in Spanien Audio isuelle Tex e ü Gehö lose ode ü Hö geschädig e zugänglich zu machen, ha schon eine lange T adi ion (B a o 2011: 38; Ca mona 2014: 8). Die e s en Ve suche eichen in die 70e Jah e zu ück, als in den USA die sogenann en Closed Cap ions (CC) zum Einsa z kamen (Iza d 2001: 169). Dennoch se z e sich dieses Sys em e s im Lau e de 90e Jah e in den e schiedenen Anwendungsbe eichen du ch. So wu den in Spanien die e s en Un e i el ü Gehö lose und Hö geschädig e (UGH) e s 1990 p oduzie . Nach Díaz- Cin as (2008: 162) en s and die UGH ü das Fe nsehen im Jah 1979 in G oßb i annien, als die BBC einen Dokumen a ilm übe aube Kinde mi dem Ti el Quie ly in Swi ze land sende e, wobei die Technologie Cee ax e wende wu de. Sei he we den P og amme egelmäßig mi Un e i eln ausges ahl . Im Un e schied zu Lände n wie G oßb i annien und den USA, wo die UGH schon in den 70e Jah en zu Anwendung kam, is die Geschich e de UGH in Spanien jünge en Da ums. Pe ei a (2005: 164) weis da au hin, dass die e s en UGH im Jah 1990 im ka alonischen Fe nsehen Tele isió de Ca alunya (TV3) gezeig wu den und dabei jedoch nu P og amme zei e se z übe se z wu den (Díaz-Cin as 2005: 17). Ein paa Mona e spä e begann das spanische Fe nsehen Tele isión Española (TVE) ü ganz Spanien mi Un e i eln zu senden und in wenigen Jah en s eige e sich de An eil on P og amms unden mi UGH. Im Lau e de 90e Jah e olg en auch die es lichen spanischen Fe nsehsende (Pe ei a & Lo enzo 2006: 651). So begann Telecinco 1997 mi de UGH und bau e on Jah zu Jah das Angebo an Sendungen mi UGH zu e schiedenen Uh zei en und übe un e schiedlichs e Themen aus. Das andalusische Fe nsehen Canal Su olg e ein Jah spä e , das baskische Fe nsehen Euskal Tele is a 1999; An ena 3 und Ca oon Ne wo k im Jah 2000, Tele Mad id und Canal Nou im Jah 2002 und Disney Chanel 2003 (Pe ei a & Lo enzo 2006: 651; O e o e al., 2007: 34; Díaz-Cin as 2008: 161). Neben Tele ex inden heu zu age Gehö lose und Hö geschädig e Zugang zu Filmp oduk en du ch spezielle Videoausgaben und einem b ei en DVD-Angebo , das sei den 90e Jah en s ändig gewachsen is sowohl mi Un e i el ü No malhö e als auch mi UGH (Díaz-Cin as 2008: 161-162; Sanz 2009: 55), wie z. B. in de sei 15 Jah en bes ehenden Video eca sub i ulada pa a pe sonas so das (Video hek mi UGH), die au eine Ini ia i e de Gehö loseno ganisa ion FIAPAS (Con ede ación de Familias de Pe sonas So das) zu ückgeh . Das CESyA (Cen o Español del Sub i ulado y la Audiodesc ipción / Spanisches Zen um ü Un e i elung und Audiodesk ip ion) ich e e eine Web-Anwendung ein, die spezielles Ma e ial ü Gehö lose und Blinde anbo . Auch wenn dabei das Ziel anges eb wi d, 100 % de Filme mi Un e i eln zu e sehen, komm es jedoch leide o zu einem bedaue ndswe en Quali ä s e lus . Zwei ellos s ell die Ve ö en lichung de spanischen No m UNE 153010 (2003), die im Jah 2012 e besse und neu he ausgegeben wu de, einen Wendepunk in de S anda disie ung de UGH da . De en Beach ung e schein meh als no wendig, da es bis heu e anscheinend wede eine O ganisa ion noch eine allgemeine Rich linie gib , die sich ü Mindes s anda ds in de Quali ä bei de UGH aussp echen. Einige Un e nehmen e wenden ih e eigenen in e nen Vo sch i en, die manchmal übe haup nich s mi de besag en UNE- No m zu un haben und die nich konsequen angewende we den, wobei es dann dazu kommen kann, dass eine Lesegeschwindigkei o ausgese z wi d, die man unmöglich einhal en kann und die da übe hinaus Rech sch eib ehle und zusammenhanglose Un e i el au weisen (Peña 2009: 67-68; Ruíz e al., 2013: 71). Alle dings ha die besag e No m dazu beige agen, z.B. Fa ben sys ema isch zu Iden i izie ung on Film igu en zu benu zen ode die Übe se zung on Ge äusche ek en au einem bes imm en Pla z des Bildschi ms zu pla zie en. Mi diesen S a egien lassen sich auch gewisse Aspek e de Besch eibung on akus ischen Elemen e eines Films e einhei lichen und so z.B. die kogni i e Ans engung on Gehö behinde en beim Lesen de Un e i el genaue e assen. Dennoch s ehen zu diesem Thema noch wei e e S udien im S ile on Cuélla Láza o (2018: 61) aus, um beu eilen zu können, ob die ausgewähl en Pa ame e de besag en No m den ges ell en Ansp üchen genügen. Magazin 27 78 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 3. De Übe se zungsp ozess de UGH ode wie übe se z man den Ton? All das zu o Gesag e mach deu lich, dass es bei eine wissenscha lich ie e gehenden Un e suchung da au ankomm zu zeigen, wo um es eigen lich geh , wenn un e schiedliche Ton- und Klangphänomene ü Pe sonen übe se z we den sollen, die nich hö en können ode dabei Schwie igkei en haben. De Ausgangspunk da ü is die kla e Fes legung des S udienobjek es, um dann seine epis emologischen Cha ak e is iken un e suchen zu können. In diesem Zusammenhang sehen wi den Ausgangs ex (AT) als einen mul idimensionalen und mul isemio ischen Mak o ex an, de auch die besag en audio isuellen Tex e um ass . Pede sen (2011: 12) de inie die Un e i el ode Closed Cap ions (CC) als eine Modali ä , die d ei Übe se zungs ypen in Anlehnung an Jakobson (1959: 234) mi einschließ : die in alinguis ische, die eine mündliche sp achliche Äuße ung in eine sch i liche de selben Sp ache ansk ibie ; die in e linguis ische, die diese Übe agung in eine ande e Sp ache als de im Film gehö en o nimm , und die in e semio ische, die Tone ek e e sch i lich , wie z. B. “es klop an de Tü ”, um zu gewäh leis en, dass ein Film on Gehö losen und Hö geschädig en e s anden we den kann. T o z de Un e schiede, die es zwischen den Un e i eln ü No malhö ende und ü Gehö lose und Hö geschädig e gib , ha man his o isch gesehen meh die Gemeinsamkei en be on als eben die Un e schiede. Na ü lich i es zu, dass beide in einem audio isuellen Medium e wende we den, wobei sie die gesp ochene Sp ache in einen gesch iebenen Tex umwandeln und gleichzei ig denselben Einsch änkungen un e wo en sind; dennoch is es nich zu leugnen, dass sich Un e schiede au zeigen lassen, die gewich ige sind, als man o glauben möch e. Von einem epis emologischen S andpunk aus sind dahe die allgemeine Un e i elung wie auch die UGH gemäß ih e o ausgese z en Wissensbe eiche zu de inie en. In diesem Sinn schein es na ü lich, dass diese Modali ä en zue s mal in de Übe se zungswissenscha angesiedel wu den und dann do als un e s ü zende Kommunika ionswe kzeuge ode au be ei e e Kommunika ionsmodali ä en de inie wu den (Go lieb 2000: 15). Abe ge ade heu e, da nun diese besonde en Übe se zungsa en mi En schiedenhei in die S udienpläne und Fo schungslinien au genommen wu den und auße gewöhnlich p oduk i sind, is es an de Zei einige K i e ien au zus ellen, die es e lauben, beide Modali ä en, die allgemeine Un e i elung und die UGH, in einen bes imm en Be eich de Übe se zungswissenscha zu in eg ie en und on do aus dami zu beginnen, den jeweiligen Übe se zungsp ozess mi seinen cha ak e is ischen Eigen ümlichkei en genaue zu un e suchen und sie jeweils beg i lich als eine besonde e Übe se zungsak i i ä zu besch eiben. Abe schauen wi uns e s mal die epis emologische F age e was genaue an, indem wi au Holmes (1988: 69) zu ückg ei en, de die Übe se zungswissenscha als eine eigens ändige Disziplin e s eh . E un e scheide je nach Kommunika ionsmedium zwischen in alinguis ischen, in e linguis ischen und in e semio ischen Übe se zungen. Das üh uns zu de e s en Un e scheidung zwischen Un e i elung und UGH, denn Un e i el sind im Allgemeinen das Resul a eine meis in e linguis ischen Übe se zung, können abe auch das E gebnis eine in alinguis ischen Übe se zung sein, abe nich eine in e semio ischen. Ande s sieh es bei de UGH aus. Diese is gene ell in alinguis isch, jedoch o allem in e semio isch und as nie in e linguis isch. Das bedeu e , dass diese Ka ego ien uns e lauben, beide Übe se zungsa en ge ade im Hinblick au die heo e ische Eino dnung in die Übe se zungswissenscha oneinande zu un e scheiden. Bezüglich de angewand en Übe se zungswissenscha in e essie en wi uns besonde s ü die desk ip i en Ansä ze, die o allem den Übe se zungsp ozess okussie en, weil wi dabei e kennen können, welche Übe se zungss a egien in Anwendung kamen, was uns wiede um e laub zu sehen, wo die Un e schiede und Gemeinsamkei en zwischen den Vo gehensweisen bei de Un e i elung und de UGH liegen. Beide Übe se zungsweisen wenden die allgemeinen Übe se zungss a egien in un e schliedlichen G aden und Fo men an, wobei im jeweiligen Übe se zungsp ozess die Kenn isse und Analysen des AT seh oneinande abweichen können. Abschließend läss sich au G und de desk ip i en Ansä ze in de Übe se zungswissenscha sagen, dass die Funk ion, die de übe se z e Tex in de Zielsp ache und –kul u übe nehmen soll, on undamen ale Bedeu ung is ( gl. Sie e 2010: 281 .). Ge ade diese Gesich spunk mach einen wich igen Un e schied zwischen diesen zwei Modali ä en aus. Obwohl beide die Funk ion haben, Wissen zugänglich zu machen, handel es sich bei de Magazin 27 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 79 Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos Un e i elung um Nu ze , die eine bes imm e F emdsp ache nich behe schen, wäh end es bei de UGH da um geh , einen Zugang zu einem Wissen ü eine bes imm e Pe soneng uppe zu e möglichen, die sich dadu ch cha ak e isie en läss , dass sie eine Hö behinde ung ha . Diese Ums and kann zu Folge haben, dass diese G uppe in kul u ellen Angelegenhei en aus de kul u ell dominie enden Gemeinscha ausgeg enz wi d, da ih Zugang zu kul u ellen E ah ungen z.B. in Filmen nich so um assend is . Das Ziel, diese soziale und kul u elle Ausg enzung zu e meiden, is ein Ums and, de ge ade die UGH im Gegensa z zu Un e i elung g undlegend kennzeichne . 4. E s ellung eines Filmko pus De Ton s ell ü die UGH die g undlegende Komponen e des AT da . Konk e bedeu e das, es handel sich um die Tonspu ode den Sound ack eines Filmp oduk s, wobei das Augenme k besonde s au dessen Cha ak e is iken und Funk ionen ge ich e is . Diese Tonspu läss sich in ih e einzelnen S uk u elemen e un e eilen und man kann dabei z. B. zwischen den im Film da gebo enen Dialogen und den sogenann en Sounde ek en und Hin e g undge äuschen, abe auch de Filmmusik un e scheiden (Beck 2004). Es komm also da au an, den Film als einen Gesam ex zu e s ehen, de sich in einzelne Teile agmen ie en läss , die wi als E ike einhei en au assen können und die meh ode wenige die un e schiedlichen Kommunika ionsweisen e lek ie en, die insgesam das audi i e Bedeu ungssys em des Film ex es ausmachen (Chion 1993, 1998, 2004; Sonnenschein 2001; Ma ínez-Ma ínez 2015; Chica 2016). Le z endlich geh es da um, die gewonnenen Da en de Tonspu me hodologisch so da zus ellen, dass sie un e einande e gleichba sind. Dies e laub es dann, mul imodale Va iablen und Äqui alen e he auszua bei en, die uns die F age bean wo en können, welche akus ischen Elemen e du ch welche sp achlichen S uk u en in e semio isch übe se z wu den. Unse e Au gabe bes eh demnach da in, eine Me hode zu e a bei en, die den Übe se zungsp ozess e klä , wie das akus isch Hö ba e eines Films du ch gesch iebene Sp ache ü Hö geschädig e sich ba und e s ehba gemach we den kann (Tsaouisi 2015: 247). In de Sp ache de Übe se zungswissenscha können wi sagen, de AT is das mul imodale Filmp oduk mi seinem gesam en e balen und non- e balen ode audi i -semio ischen Kommunika ionssy em; bei dem Ziel ex handel es sich dann um die UGH, wobei uns besonde s die angewand en Übe se zungss a egien und - echniken in e essie en (Ma ínez-Ma ínez 2015: 248). Rele anz, Rep esen a i i ä und Homogeni ä s ehen bei de Ma e ialauswahl ü jede A on Ko pus im Vo de g und und sind heu zu age eine Selbs e s ändlichkei bei empi ischen Un e suchungen ge ade in den Geis eswissenscha en, besonde s in de Linguis ik, wo es kaum noch zulässig is , Fo schungse gebnisse ohne ein sie un e s ü zendes Ko pus o zus ellen (Valen ini 2006; Heiss & So i i 2008). Ge ade bei Filmen, so glaub en wi , soll e die Ma e ialauswahl eigen lich kein P oblem sein. Da unse Vo haben jedoch Tex e un e such , die mul imodal und aus linguis ische Sich seh un e schiedlichen Tex ypen angehö en, e wies sich ge ade dies als besonde s schwie ig, da es bekann e weise seh iele Filmgen es gib , jedoch nich seh iele Filme mi UGH, die gewissen Quali ä sansp üchen genügen (s. u.) bzw. die on Un e nehmen e s ell wu den, die explizi den Rich linien de No m UNE 153010 (2003 und 2012) olgen. Unse e e s e Au gabe bes and olglich da in, eine nahezu lückenlose Lis e de Filme au dem spanischen Ma k zu e a bei en, die du ch eine UGH zugänglich sind. Dabei is da au hinzuweisen, dass alle diese Filme nach de Ve ö en lichung de No m UNE 153010 ü Gehö geschädig e un e i el wu den. De e s e Film wa Labe in o de pasiones (Almodó a 1982), de im Jah 2004 un e i el wu de, und de le z e Los aman es pasaje os (Almodó a 2013). Bei unse e Un e suchung haben wi eine diach one Be ach ungsweise des Kopus nich be ücksich ig , was siche lich ü zukün ige S udien on In e esse sein dü e. Das E gebnis diese Lis e wa seh e nüch e nd, denn es gib wide E wa en ech wenige Filme mi UGH. Dahe um ass unse Gesam ko pus 30 Filme aus den un e schiedlichs en Filmga ungen und S il ich ungen. Es bleib nu noch da au hinzuweisen, dass alle diese audio isuellen Fimp oduk e mi Un e i eln ü Hö behinde e au dem Ma k angebo en we den. Magazin 27 80 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 5. Un e suchungsme hode Nach de E s ellung des Ko pus gingen wi dazu übe , die einzelnen Audiospu en zu ex ahie en. Dabei we den die Audio- und Videoda en au einen digi alen T äge gesonde kopie , wozu das P og amm Cam asia S udio benu z wu de, da es e laub , in ein ache Weise ein Video zu e s ellen und un e schiedlich zu o ma ie en. Nach de Einspeisung de Videos in die Da enbank wu den die einzelnen Tex e de Un e i el ex ahie . An angs e wende en wi dazu das spezielle P og amm SubRip, jedoch e ügen nich alle DVDs übe das ü eine au oma ische Ex ak ion no wendige VOB-Dokumen , so dass wi meis ens die Filme selbs ansk ibie en muss en. Nun ging es abe auch da um, sich da übe im Kla en zu sein, wie wi dieses Ma e ial bea bei en soll en, d. h., wie man dieses Ko pus e ike ie en könn e und ob sich diese Vo gang mechanisie en ließe. Hie zu wu den un e schiedliche Compu e p og amme ausp obie , die ein nü zliches We kzeug zu sein schienen. Le z lich en schieden wi uns ü MAXQDA, eine So wa e, die eine quali a i e Analyse e laub , da sie seh lexibel und benu ze eundlich is , denn sie e üg übe e schiedene Möglichkei en Da en un e schiedliche Tex e sys ema isch zu analysie en, zu e gleichen, zu bewe en und zu in e p e ie en. Nach E s ellung eines ep äsen a i en Ko pus mi bes imm en Quali ä sansp üchen und de Wahl eines Compu e p og amms, das e laub , Zei zu spa en und in übe sich liche Weise E gebnisse da zus ellen, muss e ein E ike ie ungssys em e a bei e we den, das gleichzei ig olgende g undsä zliche F agen bean wo en soll e: Welche semio ischen Elemen e des AT wu den mi welchen in e semio ischen Übe se zungs echniken wie übe se z ? In diesem Zusammenhang in e essie e uns o allem, wie die akus ischen Elemen e des mul imodalen AT du ch seman ische E ike ie ungen wiede gegeben wu den. Demnach komm es o allem da au an, im O iginal ilm die un e schiedlichen akus ischen e balen wie auch non- e balen Elemen e, die de Übe se ze ü die mul imodale Bedeu ung des Films als ele an eins u e, zu bes immen, zu analysie en und zu klassi izie en und sie dann au die e wende en Techniken de in a- und in e linguis ischen und / ode in e semio ischen Übe se zung hin bei de Un e i elung zu un e suchen. Wie wi be ei s wissen, se z sich das E ike ie ungsys em de UGH aus zwei Subsys emen zusammen, welche die Vo gehensweise bei de Übe se zung des Tons in Wö e des Ziel ex es besch eiben (Ma ínez-Ma ínez 2015: 117). Fü die e s e Ebene muss en die semio ischen Elemen e des AT bes imm , isolie und analysie we den. In einem zwei en Sch i wu den dann die semio ischen Da s ellungsmi el des AT in den d ei on Bo dwell & Thompson (2010) un e schiedenen Mak os uk u en (Dialoge, Musik und Ge äusch- und Hin e g unde ek e) au ih e Kommunika ions unk ionen hin un e such , wobei es sich als seh schwie ig he auss ell e zu en scheiden, welche Da s ellungsmi el die kommunika i gesehen ele an es en sind und wa um. Als nächs es we den dann in einem zwei en Sch i die Übe se zungs echniken un e such . 5.1. Die E ike ie ung de Tonspu Alles, was in einem Film zu hö en is , läss sich du ch ein akus isches E ike ie ungssys em in eine On ologie da s ellen, die sich au Films udien (Flückige 2001: 199 .; Chion 2008: 40; Bo dwell & Thompson 2010: 307) und linguis ische Filmun e suchungen (Poya os 1994 I: 28-29, II: 143) s ü z . De Ton, allgemein auch Audiospu ode Sound ack genann , spiel demnach in jedem Film eine he aus agende Rolle, weil du ch ihn beim Zuschaue bes imm e Reak ionen he o ge u en we den können (Cuad ado 2013: 29). Zahl eiche Un e suchungen aus de Wah nehmungspsychologie und Akusma ik haben gezeig , dass de Ton ein Mi el zu Manipula ion on A ek en und Bedeu ungen is und den Zuschaue unmi elba beein luss . Da de Ton sich au eine Tonquelle zu ück e olgen läss und dahe übe eine äumliche Dimension e üg , üb de Hö p ozess eine nich zu un e schä zende Wi kung da au aus, wie wi den Ton e s ehen bzw. in e p e ie en, d. h., ob wi z. B. F eude ode Angs emp inden (Bo dwell & Thompson 2010: 307). In olgedessen kann man den Film on in Bezug au seinen Inhal nach zwei Gesich spunk en in unse em E ike ie ungssy em klassi izie en: einmal on de Filmna a ologie aus nach de na a i en Ebene und on eine meh physischen On ologie aus nach de physischen Ebene. Au de na a i en Ebene wi d im Allgemeinen zwischen eine diege ischen und ex adiege ischen Magazin 27 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 81 Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos Ton e wendung un e schieden. Un e diege ischem Ton e s eh man einen Film on, de on Gegens änden und Pe sonen de e zähl en Filmwel e zeug wi d und somi unmi elba zu Filmhandlung gehö , d. h., die Pe sonen im Film hö en diesen Ton. Die S immen on Pe sonen ode die Töne, die i gendwelche Gegens ände de Filmhandlung e zeugen, z. B. ein o bei ah endes Au o, zählen zu den diege ischen Tönen. Im Gegenzug e s eh man un e nich – ode ex adiege ischen Tönen solche, die nich zu e zähl en Filmwel gehö en bzw. nich on diese e zeug we den. Chion (2008: 22) de inie den ex adiege ischen Ton als einen Ton, dessen U sp ungso au de Leinwand nich zu sehen is ode in de Filmhandlung nich implizi auszumachen is . Als nich -diege isch können auch Kommen a e des E zähle s, zusä zliche Ge äusche ek e zu D ama isie ung de Handlung ode auch die Hin e g undmusik in einem Film e s anden we den. Au de sogenann en physischen Ebene un e such man den Ton als akus isches Phänomen ohne Rücksich au den P oduk ionsp ozess eines mul imodalen Film ex es. Wiede um lassen sich bei de Analyse de UGH zwei Ka ego ien un e scheiden: de na ü lich p oduzie e und de küns lich p oduzie e Ton. Schaubild 1. Die physische Ebene de Tonspu 5.1.1. De na ü liche Ton Un e na ü lichen Tönen sind S immen und Ge äusche zu e s ehen, die on na ü lich o kommenden Phänomenen e zeug we den, z. B. on Lebewesen ode Na u e scheinungen wie Donne ode Regen. Die menschlichen Ge äusche können dann noch wei e di e enzie we den und man un e scheide dann zwischen Kö pe ge äuschen, Sp ache, un e schiedliche Sp ach e wendung bzw. Dialek en und Pa asp ache. Schaubild 2. Un e eilung menschliche Ge äusche. Die e s e Un e eilung in Kö pe ge äusche um ass alle Ge äusche, die du ch den menschlichen Kö pe e zeug we den wie z. B. Applaus ode menschliche Sch i e au e schiedenen Un e g undma e ialien (Poya os 1994 II: 185 .). Sp ache bezieh sich z. B. au die o kommenden Dialoge, die E zählung und / ode Magazin 27 82 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 den Lied ex und die un e schiedliche Sp ach e wendung bzw. Dialek ka ego isie den Sp achgeb auch nach Dialek , F emdsp ache ode Akzen . Bei de Subka ego ie Pa asp ache handel es sich nach Poya os (1994 I: 28 .) um eine kommunika i e nich - e bal- okale Ak i i ä , die sich au sp achbeglei ende, an Lau e gebundene E scheinungen bezieh . Dami lassen sich dann z. B. Tonhöhe, Lau s ä ke, Redepausen e c. besch eiben, die cha ak e is isch ü die Sp ach e wendung sein können. Bei de E ike ie ung de menschlichen S imme müssen wi olglich ih e Me kmale in Augenschein nehmen und die S imme nach Klang, In ensi ä ode Lau s ä ke, Sp echgeschwindigkei , In ona ion und Rhy hmus besch eiben. Hie we den dann auch ande e Fak o en wich ig, die einen bes imm en Ein luss au die menschliche S imme haben, wie z. B. Geschlech und Al e ode physiologische, psychologische, soziokul u elle und be u liche Fak o en (Poya os 1994 I: 28 .). Saldaña Rosique (2002: 22) weis da au hin, dass all diese Eigenscha en de S imme gesellscha lich als posi i ode nega i au ge ass we den können. So kann z. B. ein Flüs e n als Zeichen on In imi ä in e p e ie we den, was jedoch un e gewissen Ums änden als läs ig und unhö lich emp unden wi d. Indi ek können diese Fak o en auch dazu dienen, S immungen wie z. B. T au igkei ode Zuneigung auszud ücken, indem wi dabei langsame sp echen, als wenn wi Ä ge ode F eude zeigen. Wäh end die bishe genann en Fak o en sich konk e au die Kennzeichnung de menschlichen S imme beziehen, gib es jedoch noch ande e Me kmale, die ein ach nu non e bale Lau e sind, die abe auch eine kommunika i e Funk ion haben können: die Sp achäuße ung beglei ende Lau e. Da un e sind non e bale Mi eilungen zu e s ehen, wie z. B. Seu zen, Räuspe n, Ein- und Ausa men, Schna chen, Schlucken, mi de Zunge schnalzen e c., die jeweils einen Kommen a zu e was Gesag em ode einem Geschehen da s ellen können. 5.1.2. De küns liche Ton In di ek em Gegensa z zum na ü lichen Ton de inie en Bo dwell & Thompson (2010: 120) den küns lichen Ton als ein akus isches Phänomen, das on einem Gegens and, den de Mensch he ges ell ha , e zeug wi d. Da un e sind dann die Ge äusche z. B. eines o bei ah enden Au os, eines Tele ons, eines Radios, eines Musikins umen s e c. zu e s ehen, wobei die F age zwei angig is , ob man im Film sehen kann, wo dieses Ge äusch he komm , z. B. wenn Glocken läu en. Dies bedeu e , dass de küns liche Ton bei de Un e i elung du ch die Gegens ände (z. B. Mo o , Waschmaschine ode S aßenbahn), die ihn e u sachen, e anschaulich und so ein besse es Ve s ändnis de Filmhandlung gewäh leis e wi d. Eine besonde e und dahe eigens ändige Ka ego ie nimm in de Rub ik küns liche Ton die Un e g uppe Musik ein. Von An ang an wa en Musik und Liede un ennba e Beglei e de audio isuellen P oduk e, da sie e lauben eine S immung zu e zeugen, die F eude, Hei e kei , Leid ode auch T au igkei wide spiegeln. Dies bedeu e dahe auch, es läss sich eine unk ionale Ve bindung zwischen Bild und Musik he s ellen. Chion (2008: 82) weis da au hin, dass es zwei A en on Filmmusik gib . Zum einen gib es Musik, die das Bild un e mal und nich s mi de Filmhandlung zu un ha . Diese Musika wi d als O -Musik ode nich -diege ische Musik bezeichne . Is im Gegensa z dazu die Musik Teil de Filmwi klichkei , d. h., die Figu en im Film können die Musik hö en, so sp ich man on On-Musik ode diege ische Musik. 5.2. Die E ike ie ung de Übe se zungs echniken Die Klassi izie ung de Übe se zungs echniken bei de UGH s ü z sich au S udiene gebnisse, die o allem on Ma í Fe iol (2013: 73-123), Díaz-Cin as & Remael (2007: 68-101), Ne es (2005: 240) und Ma ínez-Ma ínez (2015: 137-144) e b ach wu den. Unse Ziel is es dabei, die e wende en Techniken bei de Übe se zung de in de Phase 1 au ge undenen Elemen e zu iden i izie en und klassi izie en, indem d ei Un e gliede ungen o genommen we den, die den un e schiedlichen Vo gehensweisen bei de Un e i elung en sp echen: die in e linguis ische, die in e semio ische und die in alinguis ische Übe se zung (Jakobson 1959; Pede sen 2011: 12). Obwohl die in e linguis ische Übe se zung bei de UGH nich so o o komm , wu de sie dennoch in unse E ike ie ungssys em au genommen, um ih e Bedeu ung in de S a is ik zu e mi eln. Bei de UGH bezieh sich die in e semio ische Übe se zung ausschließlich au die Übe se zung on nich sp achlichen Tönen des O iginal ex es in Un e i eln. Die Übe se zung on Tönen in Wö e is als die eigen liche Übe se zung bei de UGH anzusehen, denn sie mach den audio isuellen Film ex ü Magazin 27 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 83 Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos Hö geschädig e zugänglich. In de Ka ego ie de in e semio ischen Übe se zung lassen sich sieben Übe se zungs echniken es s ellen, die sich wiede um in d ei G uppen un e eilen lassen: (a) Auslassung und T ansk ip ion Ma í Fe iol (2013: 120) de inie Auslassung als die Übe se zungs echnik, bei de ein audi i es Elemen des AT im Ziel ex nich o komm , weil es ü die wei e e Filmhandlung ohne g öβe e Bedeu ung is . Bei de T ansk ip ion handel es sich um bes imm e A en on In e jek ionen und lau male ischen Äuße ungen, die sich ein ach ansk ibie en lassen, wie sie z. B. in Comics (g , b e c.) o kommen. (b) Ka ego isie ung, A ibu isie ung und E klä ung Bei de Du chsich unse es Filmko pus mi UGH konn en wi es s ellen, dass die Übe se zungss a egien bei de Tonspu gewissen Regeln olgen, die Ve bindungen und Rückschlüsse au unse e Klassi izie ung zulassen. Unse Klassi izie ungssys em se z o aus, dass das menschliche Wissen au de Fähigkei be uh , Gegens ände und E eignisse kogni i zu e assen und zu ka ego isie en, indem wi unse e E ah ungswel – Dinge, Handlungen und / ode P ozesse – konzep ualisie en, diese Konzep e du ch sp achliche Zeichen da s ellen und somi klassi izie en, was uns gleichzei ig e laub , mi einande zu kommunizie en (Ma ínez- Ma ínez 2015: 236). Diese kogni i en Abläu e lassen sich auch bei den Übe se zungsp ozessen es s ellen, in unse em Fall bei de in e semio ischen Übe se zung des Sound acks in gesch iebene Sp ache, indem wi Gegens ände und E eignisse klassi izie en und somi Wissen zusammen assend da s ellen. Im G unde genommen is die Ka ego isie ung die wich igs e in e semio ische Übe se zungs echnik de Un e i elung, denn sie bes eh da in, ein Ge äusch ode einen Ton eine Beg i ska ego ie (z. B. Tie ge äusche) zuzuo dnen, den Ve u sache (Vogel, Löwe e c.) und / ode die Handlung, die es / e besch eib (b üll , sch ei , wein e c.) zu benennen, das Resul a de Handlung (Lachen, Weinen, Musik) anzuzeigen ode zu e klä en, wodu ch das Ge äusch e u sach wi d (Tü , Kla ie , Au o e c.). Die A ibu isie ung is die nähe e Besch eibung eines Tons und se z eine zu o ige Ka ego isie ung o aus, die explizi (melodische Musik) ode implizi ([sp ich ] ne ös / i onisch / öhlich) sein kann. Dahingegen handel es sich bei de E klä ung um eine genaue e Angabe übe die En s ehung, Daue ode das Ende eines Tons (Musik beginn , wei e hin Musik, Musik ende ); dies bedeu e , in eine E klä ung wi d ein Ton im Zusammenhang mi ande en Ge äuschen und Tönen he o gehoben und nähe e läu e . (c) Symbole / Icons und Typog aphie Symbolen / Icons s ehen ü Zeichen, die in de sch i lichen Kommunika ion ü Ge ühle, Emo ionen und S immungen s ehen können und sich dahe seh ü die en sp echenden Tonübe se zungen eignen. Bei de Typog aphie lassen sich un e schiedliche A en wie G oß- und Kleinsch eibung, Fa be, Gedankens ich, Lokalisie ung e c. un e scheiden, die dazu dienen, No mabweichungen zu kennzeichnen. Als le z e Modali ä in de UGH bleib nun noch die in alinguis ische Übe se zung, die in d ei A en zu un e eilen is : wö liche Übe se zung (z. B. on Dialek in die S anda dsp ache), lexikalische und / ode syn ak ische Ve ein achung und Reduk ion (Kondensa ion und Elimina ion). Die beiden le z en Techniken kommen o allem bei de UGH deshalb o , weil sich so inne halb des o gegebenen Zei - und Raumschemas die Un e i el besse anpassen lassen und bei de UGH im Allgemeinen die E ah ung gemach wu de, dass die Un e i el in ein ach gehal ene Sp ache den Hö geschädig en ehe e lauben, das Filmgeschehen besse zu e s ehen. Du ch die Au eilung des Filmdisku ses in solche kleine e Analyseeinhei en (im O iginal ex o kommende Ge äusch- und Ton ypen) und de Besch eibung de einzelnen Übe se zungs echniken, die dabei zu Anwendung kommen, wi d ein Sys em on E ike ie ungen e s ell , das Au schluss da übe gib , welche Aspek e diese A on in e semio ische Übe se zung Schwie igkei en bei de UGH be ei en können. Magazin 27 90 Ma ínez Ma ínez, Sil ia y Jung, Linus: Film mi Un e i el ü Hö geschädig e in Spanien. Eine Ko pus-S udie Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 75-90. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.05 Filmog a ie Amo (Hanecke, 2012) Balada is e de ompe a (de la Iglesia, 2010) Bien enidos al no e (Boon, 2006) Bon Appé i (Pinillos, 2010) Ce ezos en lo (Dö ie, 2008) Combus ión (Calpa so o, 2013) Con a la pa ed (Akin, 2004) Cua o minu os (K aus, 2006) Dos días en Pa ís (Delpy, 2007) El á bol (Be ucelli, 2010) El cue po (Paulo, 2012) G upo 7 (Rod íguez, 2012) Habi ación en Roma (Medem, 2010) La piel que habi o (Almodó a , 2011) Las a en u as de Tadeo Jones (Ga o, 2012) Las nie es del Kilimanja o (Guédiguian, 2011) Lope (Wadding on, 2010) Los ab azos o os (Almodó a , 2009) Los aman es pasaje os (Almodó a , 2013) Ma aden o (Amenába , 2004) Ma ía y yo (Fe nández, 2010) No con oles (Calleja, 2010) No hab á paz pa a los mal ados (U bizu, 2011) Pan y osas (Loach, 2000) Sa aband (Be gman, 2003) Scoop (Allen, 2006) Tengo ganas de i (González, 2012) The good hea (Ká i, 2009)