Be ich e / In o mes, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, In ie no 2016 pp 44-51. Magazin 24 43
Die Spannung s eig . Am 24.
Sep embe inde die Bundes agswahl
s a , und de Wahlkamp wi d
he ige als in de Ve gangenhei ,
denn es geh um meh als sons : Um
die G undsa z age, ob die bishe ige
Poli ik Me kels o gese z we den
kann ode ob es einen undamen alen
Wechsel in de deu schen Poli ik geben
wi d. Den he igs en S ei gib es
zu Flüch lings age und zu Inne en
Siche hei , sei dem die Bundeskanzle in
im He bs 2015 e laub e, dass
Flüch linge übe die Balkan ou e
nach Deu schland kommen, mi
ih em Sa z: „Wi scha en das!“ Und
als sie dann mi einem Ge lüch e en
ein Sel ie mach e und dieses Bild in
alle Wel ging, wu de Angela Me kel
ha k i isie , es gab deswegen soga
einen B uch mi ih e Schwes e pa ei
in Baye n. Die Kanzle in eagie e
ungewohn emo ional und e eidig e
ih e Flüch lingspoli ik: “Ich muss ganz
eh lich sagen, wenn wi je z an angen,
uns noch en schuldigen zu müssen
da ü , dass wi in No si ua ionen ein
eundliches Gesich zeigen, dann is
das nich mein Land.”
Bishe egie die Bundeskanzle in
mi den Sozialdemoka en in de
G oßen Koali ion, die Opposi ion
aus de Linkspa ei und den G ünen
is klein und ela i schwach.
Vo allem die Flüch lings- und
Asylpoli ik s eh im Mi elpunk , und
nach dem Te o anschlag au dem
Weihnach sma k in Be lin wi d he ig
um die Inne e Siche hei ges i en.
Themen im Wahlkamp sind auch
die K ise in de Eu opäischen Union,
das schwie ige Ve häl nis zu Tü kei
und zu Russland, die Poli ik des
unbe echenba en US-P äsiden en
T ump, wei e hin die Klimak ise, die
Ve le zungen de Menschen ech e
und Ve b echen wie beim K ieg
in und um Sy ien. Innenpoli isch
dominie en auch die F agen, wie sich
die Ren en en wickeln und die Fu ch
o wachsende Al e sa mu . 2017
is ein Supe wahljah , denn es wi d
nich nu de Deu sche Bundes ag
gewähl , sonde n o he gib es auch
d ei Land agswahlen, es he sch
unun e b ochen Wahlkamp . Und
als neue Pa ei is die A D au de
poli ischen Bühne e schienen, die
„Al e na i e ü Deu schland“, die
om adikalen ech en Rand aus die
bishe igen Meh hei s e häl nisse ins
Ru schen b ingen kann.
1. Reko dkanzle in Angela Me kel
Sie is be ei s Reko dkanzle in, denn sie
egie mi le weile 12 Jah e, und wenn
sie die Bundes agwahl zum ie en Mal
gewinn , wi d sie länge an de Mach
sein als de bishe ige Reko dhal e
Helmu Kohl, de 16 Jah e lang egie
ha . Angela Me kel a bei e e bis zum
Maue all in Os -Be lin als Physike in,
am Ende de DDR engagie e sie
sich in de Bü ge ech sbewegung
„Demok a ische Au b uch“, und in
de e s en Regie ung nach dem Fall de
Maue wu de sie Sp eche in de le z en
DDR-Regie ung. Schon bald en deck e
sie de damalige Bundeskanzle
Helmu Kohl und mach e sie zu
Familienminis e in, e nann e die junge
F au aus dem Os en „mein Mädchen“.
Als die CDU und Pa eiche Kohl
wegen eine Pa eispendena ä e in
eine schwe e K ise ge ie en, gelang es
Me kel du ch einen Pu sch gegen ih en
poli ischen Zieh a e , Pa ei o si zende
zu we den. In diese Zei en wickel e
sich ih Bewuss sein ü die Mach ,
zunächs üh e sie die Opposi ion
aus CDU und CSU im Deu schen
Bundes ag, bei de Bundes agswahl
2005 konn en die Unionspa eien un e
ih e Füh ung zu s ä ks en F ak ion
we den, sie wu de Bundeskanzle in.
Sie ha e Ge ha d Sch öde on
de SPD besieg , zunächs mi de
kleinen F eien Demok a ischen
Pa ei FDP, danach bilde e sie mi
den Sozialdemok a en eine G oße
Koali ion. Auch die Bundes agswahlen
2009 und 2013 ha sie gewonnen, sie
blieb Regie ungsche in. Sie so g e da ü ,
dass e liche poli ische Konku en en
in ih e Pa ei en mach e wu den,
inne halb de Pa ei ha sie so gu
wie keine Wide sache , auße Ho s
Seeho e , den s e s lau s a ken K i ike
aus Baye n und Che de do igen
Schwes e pa ei CSU. Me kel is
mach bewuss und wenig emo ional,
En scheidungen i sie s e s nach
g ündlichen Übe legungen mi ih en
wenigen engs en Be a e n und o
allem Be a e innen.
2. De neue Bundesp äsiden F ank-
Wal e S einmeie
Im Feb ua muss e ein neue
Bundesp äsiden gewähl we den,
Kanzle in Me kel
will es noch einmal
wissen -
Endspu zu
Bundes agswahl
Wol gang Kapus , ARD-ZDF
Medienakademie, Be lin/Köln
Be ich e / In o mes
[
44 Magazin 24 Be ich e / In o mes, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, In ie no 2016 pp 44-51.
du ch die Bundes e sammlung.
Das sind die 630 Abgeo dne en des
Bundes ages und dazu noch die gleiche
Anzahl Wahl auen und Wahlmänne
aus den 16 Lände n. Joachim Gauck,
das bishe ige S aa sobe haup , ein
P a e aus Ros ock im Os en, woll e
nich noch einmal kandidie en,
wegen seines Al e s. Die Wahl des
neuen Bundesp äsiden en wa das
le z e gemeinsame g oße P ojek de
Regie ungskoali ion aus CDU/CSU
und SPD. De Bundesp äsiden is
das S aa sobe haup und soll übe den
Pa eien s ehen. Ge unden wu de als
Kandida F ank-Wal e S einmeie on
de SPD, den sein Pa ei eund Sigma
Gab iel, de damalige SPD-Vo si zende,
o geschlagen und du chgese z ha .
CDU und CSU ha en keinen eigenen
Kandida en ge unden, Angela Me kel
wa ein e s anden, was in ih e Pa ei zu
s a ke K i ik üh e. So is S einmeie
dann on SPD, Unionspa eien und
auch den meis en G ünen und de
FDP mi eine iesigen Meh hei
on 75 % gewähl wo den. De neue
P äsiden ha lange in e schiedenen
Regie ungen gea bei e , zule z wa e
Außenminis e de Regie ung Me kel
in de G oßen Koali ion. Ob seine Wahl
du ch die CDU/CSU/SPD-Meh hei
ein innenpoli isches Signal da ü is ,
dass diese Pa eien die bishe ige G oße
Koali ion auch nach de Bundes agwahl
im Sep embe o üh en möch en,
is nich gesag . S einmeie s
Gegenkandida aus de opposi ionellen
Linkspa ei, de A mu s o sche
Ch is oph Bu e wegge, ha imme hin
ein beach liches E gebnis e eichen
können.
De neue Bundesp äsiden ha als
Außenminis e au dem in e na ionalen
Pa ke g oße E ah ung gesammel
und is wel wei akzep ie . Wie
sich alle dings sein Ve häl nis zum
neuen US-P äsiden en en wickel , is
noch unkla , denn S einmeie ha e
Donald T ump o dessen Wahl einen
“Hassp edige “ genann .
3. Spek akulä e Land agswahlen 2016
und 2017
Bundes agswahlen gib es alle ie
Jah e, Wahlen zu den Land agen
meis auch. Dabei lassen sich in
den 16 Bundeslände n T ends
e kennen, welche Pa eien s ä ke und
welche schwäche sind. Die le z en
Land agswahlen haben spek akulä e
E gebnisse gezeig , poli ische
Paukenschläge, insbesonde e die s a ke
Zunahme de neuen ech s adikalen
Al e na i e ü Deu schland A D.
Alle ande en Pa eien haben Wähle
an die A D e lo en, besonde s abe
die CDU. Bei den Land agswahlen
2016 in Sachsen-Anhal , Baden-
Wü embe g und Be lin e eich e die
A D aus dem S and spek akulä hohe
S immenan eile, in Mecklenbu g-
Vo pomme n wu de sie soga s ä ke
als die CDU.
Diese E gebnisse lassen o aussehen,
dass die A D bei de Bundes agswahl
die 5%-Hü de übe sp ingen und dami
in das Pa lamen einziehen wi d. Die
Land agswahlen haben auch gezeig ,
dass iele Wähle s immen on ande en
Pa eien zu A D gewande sind,
weshalb alle Pa eien e s ä k nach
Wegen suchen, diese nach „ ech s“
e lo enen Wähle zu ückzugewinnen.
Die A D konn e auch iele bishe ige
Nich wähle mobilisie en. Wei e e d ei
Land agswahlen gib es 2017 im Mä z im
Saa land, im Mai in Schleswig-Hols ein
und in No d hein-Wes alen, dem
be ölke ungs eichs en Bundesland.
Dann läss sich besse abschä zen, ob es
bei de Bundes agwahl im Sep embe
einen poli ischen E d u sch geben
wi d, de die bishe igen Ve häl nisse
de Pa eien du cheinande wi beln
könn e. Die Land agswahlen sind
wich ige S immungs es s, siche e
Vo aussagen ü die Bundes agswahl
lassen sich abe nich machen.
4. Pa eien in de S a posi ion
Zu Bundes agswahl 2013 wa en
insgesam 34 Pa eien zugelassen;
welche nun im Sep embe eilnehmen
we den, wi d im Juli es s ehen. Eine
G uppe sind die e ablie en Pa eien,
die im Bundes ag be ei s e e en sind,
weil sie die 5%-Hü de übe winden
konn en. Vo aussich lich we den
olgende Pa eien an e en:
[ Ch is lich Demok a ische Union
Zwei s immen 2013: 34,1 %
(14.921.877)
Mi gliede : ca. 447.000
Bundeskanzle in Angela Me kel is
unange och ene Regie ungsche in, sie
Be ich e / In o mes
Be ich e / In o mes, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, In ie no 2016 pp 44-51. Magazin 24 45
is Vo si zende de CDU, und als
Spi zenkandida in üh sie ih e Pa ei
wiede in den Wahlkamp , es gib
keine Konku en en ü sie in de
CDU. Me kel is bei den Wähle n
seh belieb , meh als die Häl e sind
mi ih e Am s üh ung zu ieden.
Beim Pa ei ag in Essen im Dezembe
is sie als Vo si zende wiede gewähl
wo den, und nach de K i ik an
ih e Flüch lingspoli ik auch aus
den eigenen Reihen appellie e sie
eind inglich an ih e Pa ei: „Ih müss
mi hel en!“ Sie b auch Un e s ü zung,
denn ih e CDU ha bei den ün
e gangenen Land agswahlen schlech
abgeschni en.
[ CSU – Ch is lich-Soziale Union in
Baye n
Zwei s immen 2013: 7,4 % (3.243.569)
Mi gliede : ca. 145.000
CDU und CSU sind schon lange
Schwes e pa eien, die CDU
deu schlandwei ohne Baye n, die CSU
nu in Baye n, beide sind au einande
angewiesen. T o zdem s ei en die
Unionspa eien he ig, CSU-Che Ho s
Seeho e k i isie die Kanzle in as
imme , e will seine CSU und die CDU
poli isch wei e ech s posi ionie en als
Angela Me kel dies zuläss . Dies zeig
sich o allem in de Flüch lingspoli ik,
bei de Seeho e eine Obe g enze on
200.000 Flüch lingen p o Jah o de ,
was Angela Me kel s ik ablehn . Die
CSU will die s a ke baye ische Pa ei
blieben, sie will E olge de neuen
ech spopulis ischen A D e hinde n
und mi eigenen Abgeo dne en im
Bundes ag und eigenen Minis e n in
de Regie ung Me kel mi eden und
deu lichen Ein luss nehmen. Ho s
Seeho e ha Angela Me kel lange
wa en lassen, bis e ih als gemeinsame
Kanzle kandida in beide Pa eien
zuges imm ha .
[ SPD – Sozialdemok a ische Pa ei
Deu schlands
Zwei s immen 2013: 25,7 %
(11.252.215)
Mi gliede : ca. 446.000
Die SPD egie noch als Junio pa ne
mi Angela Me kel in de G oßen
Koali ion, Vizekanzle is de bishe ige
Pa ei o si zende Sigma Gab iel, e
wa bis Janua Wi scha minis e
und ha F ank-Wal e S einmeie als
Außenminis e abgelös . Gab iel ha e in
seine Pa ei wenige Un e s ü zung als
Angela Me kel in ih e CDU, bei seine
le z en Wahl zum Pa ei o si zenden
e hiel e nu ein schwaches E gebnis.
Seine We e bei Wähle um agen
wa en s ändig schlech , und e ha e
keine Aussich , Angela Me kel zu
besiegen. Deshalb ha e im Janua
da au e zich e , Kanzle kandida
zu we den und eben alls au das Am
des SPD-Vo si zenden. Beides is nun
sein Pa eigenosse Ma in Schulz, de
langjäh ige P äsiden des Eu opäischen
Pa lamen es, de zu Jah esbeginn on
B üssel nach Be lin in die deu sche
Poli ik zu ückgekeh is . Schulz wi d
in seine eigenen Pa ei iel s ä ke
un e s ü z , und bei Um agen sind
seine We e asan anges iegen, e ha
bei de Belieb hei Kanzle in Me kel
be ei s eingehol , seine SPD ha du ch
ihn einen g oßen Mo i a ionsschub
e hal en, die Pa ei is eupho isch.
[ GRÜNE – Bündnis90/Die G ünen
Zwei s immen 2013: 8,4 % (3.694,057)
Mi gliede : ca.60.000
Die G ünen o ien ie en sich an
den G undsä zen: ökologisch
- basisdemok a isch - sozial -
gewal ei - ge ech . Lange gal en
sie als „Bü ge sch eck“, bei ih en
unkon en ionellen Pa ei agen gab es
imme wiede Bilde mi s ickenden
F auen und Männe n, das Thema
Umwel schu z und die Ablehnung
de A omk a wa en bes immend.
Von 1998 - 2005 bilde en sie mi de
SPD soga die Bundes egie ung.
Nach dem Fall de Maue kamen iele
DDR-Bü ge ech le zu den G ünen,
wodu ch de Name „Die G ünen/
Bündnis90“ en s and. Dies e klä , dass
es in de Pa ei s a ken Wide s and
gegen eine Zusammena bei mi de
Linkspa ei gib , de Nach olge in de
DDR-Mach pa ei SED.
Mi le weile abe ände sich diese
g undsä zliche Posi ion, im Land Be lin
und in Thü ingen sind G üne und
Linkspa ei mi den Sozialdemoka en
an Landes egie ungen be eilig .
Teile de G ünen liebäugeln auch
mi eine Zusammena bei mi de
CDU. Eines de Themen da ü is de
A omauss ieg, den die G ünen schon
imme ge o de haben, und den die
CDU un e Kanzle in Me kel nach de
Reak o ka as ophe on Fukushima
une wa e eingelei e ha . Die beiden
Spi zenkandida en Cem Özdemi und
46 Magazin 24 Be ich e / In o mes, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, In ie no 2016 pp 44-51.
Ka in Gö ing-Ecka d sind bei eine
U wahl du ch alle Pa eimi gliede
bes imm wo den. Mi ihnen haben
die G ünen ein seh gemäßig es P o il,
sie wollen ein zweis elliges E gebnis
e eichen. Das alle dings wi d ihnen
schwe allen.
[ DIE LINKE
Zwei s immen 2013: 8,6 % (3.755.699)
Mi gliede : ca. 60.000
Mi 64 Abgeo dne en is die Linkspa ei
die g öß e Opposi ionspa ei
im Bundes ag; die zwei e
Opposi ionspa ei, die G ünen, zähl
63 Pa lamen a ie . Haup hemen
de Linkspa ei sind die soziale
Ge ech igkei , de Kamp gegen
wachsende A mu und die s ik e
Ablehnung on Mili ä einsä zen im
Ausland. Vo allem in den os deu schen
Bundeslände n gib es iele Wähle de
Linken, wenige in den wes lichen.
Das „Spi zen eam“ sind Die ma
Ba sch und Sah a Wagenknech ,
de in de Pa ei o gewo en wi d,
beim Thema Flüch linge zu dich an
Posi ionen de ech spopulis ischen
A D zu sein, um do am ech en Rand
nach Wähle s immen zu ischen.
Auch die Linkspa ei ha bei den
le z en Wahlen iele S immen an die
A D e lo en. Die Linke schein be ei ,
mi de SPD und auch den G ünen in
eine Koali ion zu egie en, die ande en
Pa eien abe be o zugen ande e
Bündnisse ohne die Linkspa ei.
[ FDP - F eie Demok a ische Pa ei
Zwei s immen 2013: 4,8 % (2.083,533)
Mi gliede : ca. 54.000
Diese kleine Pa ei ha ein höchs
wechselha es Schicksal in den
Pa lamen en du chgemach . Lange
Zei wa sie du ch bedeu ende Poli ike
wie Hans-Die ich Gensche gep äg ,
de 1989 als Außenminis e am Fall
de Maue und an de deu schen
Ve einigung be eilig wa . Abe spä e
ha e die FDP o allem das Thema
S eue n in den Mi elpunk ges ell ,
sie ha e den Ru als „Pa ei de
Besse e dienenden“.
Sie muss e imme da um bangen, bei den
Wahlen die 5%-Hü de zu übe sp ingen
und bei Regie ungsbildungen mi
de CDU/CSU Meh hei en zu
e möglichen. Bei de Bundes agwahl
2013 eich e es ü die FDP nich meh
ü den Einzug in den Bundes ag, je z
will sie in das Pa lamen zu ückkeh en.
Mi dem neuen Vo si zenden
Ch is ian Lindne ha sie sich wiede
ge angen und is inzwischen in neun
Land agen e e en. Die Pa ei will
S eue senkungen und eine Poli ik
ü die Mi e de Gesellscha . Es is
wah scheinlich, dass im Sep embe
die 5 %-Hü de übe sp ungen we den
kann, wenn auch mi eine nu
kleinen Zahl on Abgeo dne en. Dann
könn e die Lindne -Pa ei e en uell
eine en scheidende Rolle bei eine
kün igen Regie ungsbildung spielen,
als Zünglein an de Waage.
[ A D - Al e na i e ü Deu schland
Zwei s immen 2013: 4,7 % (2.056.985)
Mi gliede : ca. 19.000
Die neue Pa ei ha schon bei
Land agswahlen E olge e eich und
e häl bei Um agen wei e hin um 10
% Zus immung. Die P o es pa ei
i gegen die EU und den Eu o
au , innenpoli isch bekämp sie die
Flüch lingspoli ik on Kanzle in Me kel
und den poli ischen Islam, sie o de
adikale Lösungen gegen Flüch linge.
Füh ende A D-Poli ike schwä men
on einem s a ken Na ionals aa und
auch on de Nazi-Zei , sie e e en
assis ische Posi ionen und a bei en mi
Rech spopulis en im üb igen Eu opa
wie Ma ine Le Pen aus F ank eich und
Gee Wilde s aus den Niede landen
zusammen. Die A D is mi den
emden eindlichen adikalen P o es en
au den S aßen eng e bunden, o
allem in Os deu schland und do
besonde s in D esden.
An de Spi ze ob ein he ige
Mach kamp zwischen adikalen und
gemäßig e en Füh ungspe sonen. Die
Vo si zende F auke Pe y ha ih en
gemäßig en Vo gänge en mach e , sie
will Bundes agsabgeo dne e we den.
Die deu schna ionale A D will im
Wahlkamp mi „so g äl ig geplan en
P o oka ionen“ und Tabub üchen
gegen Flüch linge und mi An i-Islam-
Pa olen ü Au sehen so gen, auch mi
zwei elha en Bezügen zu Nazi-Zei ,
die meis so o zu ückgenommen
we den, wenn es dazu ö en liche
Deba en gib . So ha die Pa eiche in
be ei s ge o de , au Flüch linge no alls
schießen zu lassen, ein ande e A D-
Che sch ieb nach dem Te o anschlag
Be ich e / In o mes
Be ich e / In o mes, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, In ie no 2016 pp 44-51. Magazin 24 47
on Be lin: „Es sind Me kels To e!“,
und bei Pa ei e ans al ungen wu de
e lichen bei de A D e hass en
Medien de Zugang e weige . Es
is zu e wa en, dass die A D iele
P o es wähle und Nich wähle ü
sich gewinnen und in den Bundes ag
einziehen kann und dami e hebliche
poli ische Tu bulenzen in die
Pa eienpoli ik b ing .
Auch meh e e sog. „sons ige“
kleine e Pa eien e en zu Wahl
an, die jedoch keine Chance haben,
in den Bundes ag einzu ücken. Sie
ho en o allem da au , du ch die
E s a ung de Wahlkamp kos en ih e
Finanzen zu e besse n, denn ü jede
Wähle s imme bekommen sie 85 Cen ,
wenn sie meh als 0,5% de S immen
e hal en. Das sind u.a. die Pi a enpa ei
(Bundes agswahl 2013: 2,2 %) und
die F eien Wähle (1,0%). Auch die
Na ionaldemok a ische Pa ei NPD
gehö dazu (1,3 %), die bishe üh ende
ech s adikale e assungs eindliche
Pa ei.
5. Thema Flüch linge
Die Bundesbü ge sehen die
Flüch lingspoli ik wei e hin als
Spi zen hema. 2015 sind e wa 890.000
Flüch linge nach Deu schland
gekommen, eine Reko dzahl; in de
Diskussion dazu wu de meis on
„eine Million“ ge ede . Die Poli ik
de Bundeskanzle in, Flüch linge
au zunehmen, b ach e ih ha e K i ik
ein, nich nu on de baye ischen
CSU und de en Pa eiche Ho s
Seeho e , sonde n o allem du ch
agg essi e emden eindliche P o es e
au den S aßen und die Zunahme de
S immen ü die A D. Auch in de EU
ha sich Me kel unbelieb gemach , weil
sie on den üb igen Lände n o de e,
jeweils Kon ingen e on Flüch lingen
au zunehmen. De Wahlkamp wi d
du ch die F age bes imm sein, wie
iele und welche Flüch linge und
Asylsuchende au genommen we den
sollen und wie dies du ch die Behö den
und auch du ch die Gesellscha
gescha we den kann. Dabei geh
es o allem um In eg a ion, um
Sp achku se, um Bildung und A bei
und auch da um, welche Flüch linge
und Asylsuchende nich ane kann
we den und deshalb zu ückgeschick
we den müssen.
Nachdem die Fluch wege übe
die Balkan ou e wei gehend
abge iegel sind, is die Zahl 2016
e heblich zu ückgegangen, au e wa
280.000. Eine sei s sind sich die
Regie ungspa eien und auch die
Opposi ion einig, dass Flüch linge,
Asylsuchende und Zuwande e
au genommen we den sollen. Abe de
S ei geh da um, ob es eine G enze
da ü geben soll.
Die CSU e lang als
Obe g enze 200.000
Menschen, abe die
üb igen Pa eien
hal en eine Zahl
da ü ü unzulässig,
denn ü das in
de Ve assung
e anke e
G und ech au
Asyl könne es keine
Obe g enze geben.
He ige K i ik ha es on den Ki chen an
de CSU gegeben, weil sie Zuwande e
aus dem ch is lich-abendländischen
Kul u k eis be o zugen will. Dies is mi
ch is liche Nächs enliebe un e einba ,
hieß es aus de ka holischen und de
e angelischen Ki che gleiche maßen.
Einig sind sich die Pa eien auch
da in, Flüch linge ohne Ane kennung
möglichs asch wiede in ih e
He kun slände zu ückzuschicken.
Dies is o schwie ig ode kaum möglich,
weil sie k ank sind, un e auchen ode
keine Ausweispapie e haben, sodass
ih e Iden i ä nich eindeu ig es s eh ,
und weil sie in ih en Heima lände n
e olg we den, auch du ch Fol e und
Todess a e.
6. Thema Inne e Siche hei
De Te o anschlag mi einem
Las k a wagen au dem Be line
Weihnach sma k ha die Deba e übe
das Thema Inne e Siche hei e s ä k .
De A en ä e , ein 23jäh ige Tunesie ,
wa den Siche hei sbehö den bekann ,
e wu de lange geziel übe wach , weil
e mögliche weise einen Anschlag
plan e. Noch is unkla , weshalb de
Anhänge des sog. „Islamischen
S aa es IS“ Polizei und Geheimdiens e
äuschen konn e.
E ha e 14 e schiedene Iden i ä en, is
du ch Deu schland und Eu opa ge eis
und s eue e schließlich einen LKW in
die Besuche des Weihnach sma k es.
Imme meh Einzelhei en übe
diesen Te o is en und die Fehle
de Siche hei sbehö den we den
bekann . Dami e schä sich de
S ei zwischen den Pa eien da übe ,
we diese Fehle zu e an wo en ha
und wie ein solches A en a kün ig
e hinde we den kann. Das Thema
Inne e Siche hei is Haup hema im
Wahlkamp .
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7. Thema Ren en, A mu , Soziale
Ge ech igkei
Das wei e e g oße Wahlkamp hema
sind die Ren en und die Al e sa mu .
Die Be ölke ung wi d imme äl e , die
Lebense wa ung s eig , es gib imme
meh Senio en. Es is nich kla , wie
hoch bzw. nied ig ih e Ren en kün ig
sind, es he sch imme meh Angs
o A mu im Al e , in den gese zlichen
Ren enkassen ehl Geld. G ünde da ü
sind, dass es imme meh Ren ne
und zugleich wenige Bei agszahle
gib , es gib imme meh Menschen
mi lückenha en E we bsbiog aphien
und imme meh Ge ing e diene im
sog. „Nied iglohnsek o “, die wenige
in die Ren enkasse einzahlen. Die
E we bsbe ölke ung nimm ab und
al e , A bei slose zahlen kaum in die
Ren enkassen ein und im Jah e 27 nach
dem Fall de Maue gib es nach wie
o un e schiedlich hohe Ren en in Os
und Wes . Bis 2025 sollen die Os en en
an das Ni eau im Wes en angeglichen
we den, das wä e dann 35 Jah e nach
de Ve einigung. Um meh Geld in die
Ren enkassen zu bekommen, s ei en
die Pa eien übe die Ve länge ung
de Lebensa bei szei , de zei s eig das
Ren enein i sal e au 67 Jah e, und es
gib auch Vo schläge ü Ren e mi 69.
Die Linkspa ei e lang , die d ohende
Al e sa mu du ch eine „solida ische
Mindes en e“ on 1050 € im Mona
zu bekämp en und du ch einen
höhe en Mindes lohn als bishe . Wie
beim S ei um die Ren enkonzep e
geh es auch bei de S eue poli ik
du cheinande . Angesich s ges iegene
S eue einnahmen wollen CDU und
CSU S eue senkungen, die SPD
dagegen will eine E höhung de
Ve mögenss eue und dabei zugleich
nied ige und mi le e Einkommen
en las en, die G ünen o de n eine
noch höhe e Ve mögenss eue ü
Reiche, wogegen die FDP adi ionell
S eue senkungen e lang , wäh end
die Linkspa ei höhe e S eue n on
Wohlhabenden ü meh „soziale
Ge ech igkei “ o de .
8. Um agen und P ognosen
Die Unionspa eien CDU/CSU, SPD,
G üne und Linke we den wiede in den
Bundes ag einziehen sowie neu die A D
und mögliche weise wiede die FDP.
Um agen dazu sind niemals siche ,
o allem, weil iele Be ag e dabei
nich eh lich sagen, was sie a sächlich
wählen wollen. Abe Um agen zeigen
T ends an und geben Hinweise. Eine
diese Zahlen aus dem Dezembe - also
be o Ma in Schulz ü die SPD an a
- is , dass e wa 50 % de Be ag en
wünschen, Angela Me kel solle
Bundeskanzle in bleiben. Unsiche
is , ob die FDP die 5%-Hü de scha
und in den Bundes ag zu ückkeh en
kann. Dagegen p ognos izie en alle
Um agen, dass die A D die 5%-Hü de
siche übe sp ingen kann. Es dü e de
A D gelingen, nich nu Wähle de
üb igen Pa eien zu gewinnen, sonde n
auch übe p opo ional iele bishe ige
Nich wähle , die o allem gegen
die Flüch lingspoli ik de ande en
Pa eien mobilisie we den dü en,
wie auch die sog. „Wu bü ge “, die
P o es ma schie e au den S aßen.
P ognosen ü kün ige
Regie ungskoali ionen sind nich
möglich. Alle Pa eien schließen eine
Zusammena bei mi de A D aus.
Es könn e wiede wie bishe zu eine
g oßen Koali ion aus CDU/CSU und
SPD kommen, e en uell eich es auch
ü eine sog. „Ampelkoali ion“ Ro -
Gelb-G ün aus SPD, FDP und G ünen,
wenige ü Ro -Ro -G ün („2RG“)
aus SPD, Linkspa ei und G ünen.
Abe es is auch nich ausgeschlossen,
dass die G ünen mi de CDU/CSU
koalie en und dabei on de FDP
ges ü z we den, Schwa z-Gelb-G ün,
die sog. Jamaika-Koali ion wegen de
Fa ben de Na ional lagge. E s mi
dem Wahle gebnis am 24. Sep embe
wi d dazu meh kla sein.
9. Zuspi zungen im Wahlkamp
Die Außenpoli ik spiel im Wahlkamp
adi ionell keine g oße Rolle.
De K ieg in und um Sy ien und
dessen Beendigung können du ch
Deu schland kaum beein luss
we den, das Ve häl nis zum ussischen
P äsiden en Pu in und zum ü kischen
Mach habe E dogan wi d imme
schwie ige . E s allmählich wi d
sich zeigen, wie die Pa eien und die
Bundes egie ung mi de Poli ik des
unbe echenba en US-P äsiden en
Be ich e / In o mes
Be ich e / In o mes, Magazin 24, I.S.S.N. 1136-677X, In ie no 2016 pp 44-51. Magazin 24 49
T ump umgehen, de o seine Wahl
Bundeskanzle in Me kel als „ e ück “
beschimp ha e. Angesich s des
Aus i s G oßb i anniens aus de EU
wollen Kanzle in Me kel und as alle
Pa eien wei e an ih e Eu opapoli ik
es hal en.
De Wahlkamp wi d du ch S ei
übe die Flüch lingspoli ik, die
Inne e Siche hei und die soziale
Ge ech igkei bes imm sein. Schon
je z zeig sich, dass es scha e Töne
und auch Missg i e geben wi d, o
allem, weil die Gene alsek e ä e de
Pa eien polemische Scha mache
sind, poli ische Konku en en
he abse zen und ih e eigenen Pa eien
p o ilie en wollen. Am he igs en
wi d de Wahlkamp in den le z en
Wochen o dem Wahl ag sein, denn
iele Wähle en scheiden sich e s
ku z o de S immabgabe ode e s
di ek am Wahl ag. Alles wi d sich
zunehmend he ige au die beiden
Kanzle kandida en und ih e Themen
zuspi zen: au Bundeskanzle in Angela
Me kel on de CDU und ih en
He aus o de e Ma in Schulz on de
SPD. Schon am Tag seine Nominie ung
du ch die SPD haben sich seine We e
e besse und de zei lie e n sich beide
ein Kop -an Kop -Rennen.
Besonde e Schä e wi d die A D
mi geziel en ech s adikalen
P o oka ionen und Tabub üchen in
den Wahlkamp b ingen, um möglichs
o und iel ö en liche Au me ksamkei
zu e eichen, o allem in den Medien.
Dazu gehö en de Schul e schluss mi
ande n eu opäischen Na ionalis en
und besonde s iel Lob ü ih Vo bild
T ump.
Es wi d Lügen und
Falschmeldungen
geben, wie dies o
de Wahl des neuen
US-P äsiden en
geschehen is . Auch
mi Cybe -A acken
we den be ei s imme
meh sog. Fakes übe
Poli ike e b ei e .
Ungeklä is , wohe
diese Ang i e
kommen, ob es ussische ode ande e
Geheimdiens e sind und dami Ein luss
au den Wahlausgang nehmen wollen.
Die deu schen Geheimdiens e haben
solche Ang i e gegen Pa eien be ei s
egis ie . De Wahlkamp wi d nich
nu spannende , sonde n es bes eh die
Ge ah , dass e zu Schlammschlach
mi Unwah hei en, Lügen und
agg essi en P o oka ionen wi d. Eine
de Um agen zeig , dass dies die
Wähle be ei s be ü ch en.
In e ne
ARD-Deu schland end:
h ps://www. agesschau.de/inland/
deu schland end
ARD-Land agswahlen:
h ps://wahl. agesschau.de
Bundes agswahlen-Dossie :
h p://www.bpb.de/poli ik/wahlen/
bundes agswahlen/
P ognosen zu Bundes agswahl:
h ps://bundes agswahl-2017.com/p ognose/
SPIEGEL ONLINE:
h p://www.spiegel.de/
Um ageins i u : www.in a es -dimap.de
Zusammen assung
De Wahlkamp ü die Bundes agswahl
am 24. Sep embe 2017 wi d he ige als
in de Ve gangenhei . Es geh da um, ob
Angela Me kel Kanzle in bleib ode ob
es einen undamen alen Poli ikwechsel
gib . Wenn Me kel e neu gewinn ,
könn e sie Reko dkanzle in we den.
Die Wahl des Sozialdemok a en
F ank-Wal e S einmeie zum neuen
Bundesp äsiden en haben o allem
CDU/CSU und SPD un e s ü z ,
was nich s übe eine kün ige
Regie ungskoali ion besag . In diesem
Supe wahljah we den auch d ei
Land age gewähl ; es wi d e wa e , dass
die neue ech spopulis ische adikale
„Al e na i e ü Deu schland“ ih e
jüngs en Wahle olge o se zen kann
und e s mals in das Bundespa lamen
einzieh . Fü die e ablie en Pa eien
CDU mi Pa eiche in Me kel, die
baye ische Schwes e pa ei CSU,
die Sozialdemok a en SPD mi
dem neuen Ho nungs äge und
Kanzle kandida en Ma in Schulz, die
G ünen, die Linkspa ei und die F eien
Demok a en FDP is de Einzug in den
Bundes ag siche . Spi zen hemen sind
die Flüch lingspoli ik und die Inne e
Siche hei und wie Te o anschläge wie
de au den Be line Weihnach sma k
e hinde we den können. Beim
Thema Soziale Ge ech igkei geh es um
die Höhe de Ren en, um wachsende
Al e sa mu und um höhe e ode
nied ige e S eue n. P ognosen übe den
Wahlausgang und Koali ionen sind nich
möglich, siche schein de Einzug de
Rech spopulis en in den Bundes ag. Im
Wahlkamp wi d es scha e Töne und
Missg i e geben, o allem du ch die
P o oka ionen de A D. Bes imm wi d
de Wahlkamp du ch die Konku enz
zwischen Kanzle in Angela Me kel
on de CDU und dem He aus o de e
Ma in Schulz on de SPD, dessen
Um agewe e deu lich ans eigen.