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Der Aufstieg localer Eliten Spaniens in die Reichselite

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Der Aufstieg localer Eliten Spaniens in die Reichselite

Author: Caballos Rufino, Antonio F.
Publisher: Gieben
Year: 2001
Source: https://idus.us.es/bitstreams/1b1effad-063c-4890-98b2-9b96e9e458f9/download
ADMINISTRATION, PROSOPOGRApHY
AND APPOINTMENT POLICIES
IN THE ROMAN EMPIRE
PROCEEDINGS OF THE FIRST WORKSHOP
OF THE INTERNATIONAL NETWORK
IMPACT OF EMPIRE
(ROMAN EMPIRE,
27
B.C.
-
A.D.
406)
LEIDEN, JUNE
28
-
JULY
1,
2000
EDITED
BY
LUKAS DE BLOIS
J.
C.
GIEBEN, PUBLISHER
AMSTERDAM
200
1
DER AUFSTIEG LOKALER ELITEN SPANiENS
IN
DIE REICHSELITE
Von
A. CABALLOS
1.- Un e suchung übe die Rekni ie ung lokale Familien
i
Au gaben au
Reichsebene
-
ein Bei ag zum besse en Ve s hdnis des
Romanisie ungsp ozesses in Spanien'
Die En wicklung zu Einhei un e Beibehal ung egionale
Besonde hei en is ein g undlegendes Phhomen, das das Ro nische Reich
e kla und ausmach . Es e binde sich mi eine ande en wich igen und
um assenden his o ischen E scheinung, die wi ganz allgemein mi dem
Beg i Romanisiemg assen. Diese Beg i is ma bequem, abe democh
unp kise. E bezeichne einen wechselsei igen P ozess, dessen Resul a die
Einbeziehung zahl eiche he e ogene Gemeinscha en in den
He scha sbe eich Roms
wa
und
die schlieBliche Akzep anz diese
He scha du ch diejenigen, die diesem P ozelj ausgese z wa en.
Um diesen ielschich igen kul u ellen In e ak ionsp ozess zu
e s ehen, muB de His o ike die ich igen Un e suchungsk i e ien
bes immen. Bislang ha man das Phhomen de Romanisie ung im
allgemeinen un e olgenden Aspek en un e such :
Ma e ielle Aspek e. In diesen Zusammenhang geho die F age, wo, wann
und
wa u n
die Übemahme de 6mischen Kul u langsam bzw. ein ach und
di ek ollzog. Hie sind als K i e ien e wa
m
nennen die Ve b ei ung des
S ad ewesens und die Monumen alisie ung de S ad e, die als e izien es
'
De o liegende Tex is die Dmck assung eines Vo ags, den ich im Febma 2000 an den
Uni e si ií en Heidelbe g, Biele eld, MUns e und K(lln, und ebenso im Kolloquium des Ne zwe kes
'Impac o Empi e',
zu
Leiden, am 1. Juli 2000, gehal en habe. FU die Einladung zum Vomag bedanke
ich mich bei den He en P o esso en Al Xldy, Win e ling, Schmi z, Funke und
Eck.
Le ae em o
allem bin ich seh dankba ii zahl eiche kluge Ra schliíge, hil eiche An egungen und k i ische
Kommen a e. Feme danke ich
L.
de Blois W seine Einladung mm e s en Wo kshop des Ne wo k
"Impac o Empi e", sowie A. und F. Annweile ,
B.
Go in, B. Ponhas und T. Schmin W ih e
Un e slü zung bei de deu schen Fassung dieses Tex es.
Einige de hie geiíuoe en Thesen habe ich zu o be ei s
an
ande e S elle ausWh lich behandel
(siehe 'P elimina es sob e los caballe os omanos o igina ios de las p o incias hispanas. Siglos 1-111
d.C.', in: J.F. Rod iguez Neila und F.J. Na a o (Hg.),
Eli es
y
p omoción social en la Hispania
Romana
(Pamplona 1999), 103-144; 'Los ecu sos económicos de los no ables de la Be ical, in: M.
Na a o und S. Demougin
(Hg.),
Les
éli es hispano- omaines,
im Dmck). Ande e we den an diese
S elle zum e s en Mal e o en lich .
[Es e es udio ha sido elabo ado en el ma co del P oyec o de In es igaci6n "Los p ocesos de p omoción
sup ap o incial y la omanización de las p o incias hispanas (siglos 1-111 d.c.)" (PB97-0726),
inanciado po el P og ama Sec o ial de P omoción Gene al del Conocimien o de la Di ección Gene al
de Ense ianza Supe io e In es igación Cien i ica del Minis e io de Educación y Ciencia español].
Mi el
íü
die Übe agung de ideologischen P opaganda Roms be ach e
we den.
Kul u elle Aspek e, nhlich die o sch ei ende Ve b ei ung de
la einischen Sp ache und die zunehmende Du chse mg de omischen
Religion.
Poli isch- ech liche Aspek e wie die Ve leihung eines S ad ech s und die
Gewah ung eines p i ilegie en Rech ss a us an indi iduen und Gemeinden.
Diese P i ilegien wu den nach g ingige Fo schungsmeinung als Mi el
eingese z , um die Ene gien de du ch sie BegUns ig en au Rom
zu
lenken.
Alle dings laB uns die Be ach ung diese Aspek e im allgemeinen
nu die E gebnisse de In eg a ion e assen; sie e moglich es abe wede ,
de en En wicklung Scb i ü Sch i
zu
un e suchen, noch die Tie e des
P ozesses auszulo en ode eine eingehende egionale Un e suchung
du chzu üh en. Dahe moch e ich hie ein soziales Un e suchungsk i e ium
ein üh en. Es geh um den In eg a ionsp oze l on Teilen de p o inzialen
Gesellscha en in die p o inzilbe g ei ende omische Sozials nik u , d.h. um
den sozialen Au s ieg on P o inzialen in die
Reichs üh ungsschich en.
Diese Au s ieg wa imme au eine Minde hei besch ank , de hohe
Quali ika ion und eine absolu e T eue
m
Rom ab e lang wu den. Dami
wa auch ein auBe s e izien es Mi el de sozialen und ideologischen
Kon olle gegeben.
In
eine schon als klassisch zu bezeichnenden These ha Si Ronald
Syme die Langlebigkei des Romischen Reiches genau au diese Fahigkei
zunickge üh , Pe sonen de ehemals mi Wa engewal un e wo enen
Tem o ien in seine Füh ungsschich en einzugliedem2. Diese Emeue ung de
Eli en und die E wei e ung ih es Rek u ie ungs aumes wa en mi de
omischen Men ali a e einba und sie s ell en gleichzei ig den bes en Weg
da , die e schiedenen Tem o ien, die das Romische Reich ausmach en,
m
in eg ie en.
Was
die hispanischen P o inzen be i , so w&e die Au nahme on
Mi gliedem ih e s ad ischen Eli en in die Fühnuigsschich en de omischen
Reichsa is ok a ie
-
noch dm in so g oBe Zahl und
ni
einem so mhen
Zei punk
-
nich e s bdlich, wenn nich
i n
Anschlui3
an
die E obe ung
eine Einwande ungswelle aus Rom und I alien eingese z ha e. Diese im
2.
Jh. .Ch .
im
wesen lichen mili ihisch gep ag e Einwande ungsp ozess, de
Diese Thesen we den aus Ilh lich behandel in:
R
Syme,
Colonial Eli es. Rome, Spain and he
Ame icas
(Ox o d 1958). Siehe auch Symes wich igen Bei ag
The P o incial a Rome,
de dank de
Edi ion on
A.R.
Bi ley (Exe e
1999),
je a im Dmck o lieg .
du ch poli isch mo i ie e Immig a ion im
1.
Jh. .Ch . abgeschlossen wu de,
wa ausschlaggebend ü den iühen Romanisie ungsp ozess in zahl eichen
Regionen Hispaniens. Neben de Romanisie ung au kul u ellem Gebie and
abe auch ein P ozess de selek i en Ve mischung mi de indigenen
Be olke ung s a , de sich jedoch au g und de Übemahme des o nischen
Namensys ems nich in konk e en Zahlen assen 1aB . Aus diesem
iel al igen Subs a wu den in de Kaise zei die sozialen Au s eige
ek u ie 3.
Die Be ach ung de In eg a ion de hispano- omischen Eli en
in
die
eichs omische A is ok a ie e laub es uns nich nu , den
Romanisie ungsp ozess au de ibe ischen Halbinsel und seine zei liche
En wicklung
zu
un e suchen, sondem sie e moglich es auch, die Wi kung
des Romanisie ungsp ozesses zu e messen. De Au s ieg in die
Füh ungsschich en is ein Indika o da ü , wie seh sich die S ad gemeinden,
au die sich das I npenu n s ü z e, de Ideologie und den Ve hal ensno men
Roms angepd haben. Die lokalen Eli en, die den Au s ieg gescha haben,
konnen in gewisse Weise als Ve e e ih e Gemeinden und ge adezu als
de en on Rom e wünsch e Sp eche e s anden we den. Diese Eli en sind
Ausd uck des
G ades
de Akkul u a ion und Homogenisie ung, de on ih en
jeweiligen Heima gemeinden e eich wo den is . Denn nu au de Basis
eines o hengen Gleichklangs ni den omischen We o s ellungen is eine
Mobili a de lokalen Eli e in die omische Füh ungseli e moglich gewo den.
Diese Gleichklang ni Rom e o de e na ü lich die Übe nahme
eine Reihe on Ve hal ensweisen in den p o inzialen Gemeinden. Dami
sich diese P ozeB iibe haup in Gang und e olg eich o se zen konn e,
wa en einige Fakio en wich ig, on denen zumindes die olgenden genann
seien:
die
A ,
die Daue und die In ensi a de Kon ak e de einzelnen
p o inzialen Gemeinden
zu
Rom
das In e esse, das die Gemeinden an eine In eg a ion in das a nische
Sys em zeig en
'
Wah end de on poli ischen Un uhen gekennzeichne en Siiua ion
am
Ende de Republik gelang nu
eine kleinen Zahl on "Hispanienses" de Au s ieg in die Fiihmngsschich en. Dies ie jedoch K i ik
he o , die e wa in den Epi he a mi nega i e Konno a ion nim Ausdmck komm , ni denen einige
"Hispanienses" besch ieben we den. Ahnliche Quellen bemiihen sich, den Au s ieg de aus Hispanien
s ammenden Balbi als skandalasen Ausnahme all damis ellen. Siehe dazu A. Caballos, 'Los
senado es de o igen hispano du an e la República Romana', in:
J.
González (Hg.),
Es udios sob e
U so Colonia Iulia Gene i a
(Se illa
1989). 233-279.
die sozialen, wi scha ilichen und ins i u ionellen Moglichkei en de
p o inzialen Gemeinden, den Wandel
hin
zum
omisch gep iig en Sys e n
zu
ollziehen
Zum Au s ieg lokale Fa nilien konnen ün allgemeine F agen
o mulie we den, die die In ensi ii des Romanisiemgsp ozesses de diei
hispanischen P o inzen e messen lassen:
1.
De zahlenmaBige Um ang des Au s iegs, ein ache gesag : Wie iele
Fa nilien eine p o inzialen Gesellscha scha en den Au s ieg?
2.
Die Dynamik des P ozesses.
Wann
und wa um wu de e
in
Gang gese z ,
wie en wickel e e sich, wie und wa um kam
e
schlieBlich
ni
einem
Abschluss?
3.
We wa en die Au s eige und au welchem Weg gelang es ihnen, ih en
p o inzialen Lebens aum
zu
e lassen? Welche Angeho igen de lokalen
Eli en wu den in den Sena , welche in den Ri e s and au genommen? Und
wa um diese Un e schied?
4.
Wo
kam
es
zu
den en scheidenden Kon ak en, die den Ausgangspunk
ü
den Au s ieg da s ell en?
5.
Inwiewei ha de Cha ak e de Hei na s ad des Au s eige s die Mobilia
beein ld ? In welche Weise ha de Au s ieg einzelne Familien eine S ad
de en wei e es Schicksal angie ode soga wesen lich mi bes imm ? Diese
F agen sind deswegen zen al, weil das omische I npe ium au de S ad als
o ganisa o ische Einhei geg ünde wa .
iI.-
De Fo schungss and
Ohne allzu eupho isch
zu
sein, da man wohl sagen,
daíi
die
Fo schung
zu
den eben genann en P oblems ellungen dank de A bei en
zahl eiche Wissenscha le subs an iell o angekommen is und dass wi
be ei s einige
-
zumindes allgemeine
-
Tendenzen e kennen konnen. Ku z
gesag :
Au de heo e ischen Ebene is es
ni
wesen lichen Fo sch i ien
gekommen. Vo allem ha sich die Vo s ellung du chse zen konnen, da0 die
omische Gesellscha i keine monoli hische Einhei wa , sondem on ielen
un e schiedlichen Fak o en bes imm wu de.
Du ch die Zunah ne epig aphische Quellen und die Fo sch i e
p osopog aphische Un e suchungen e ügen wi übe wesen lich besse e
Kenn nisse übe einzelne Pe sonen sowie den gesam en Pe sonenk eis, de
in
unse em Zusammenhang eine Rolle spiel .

Dami ha sich auch unse Wissen da übe e wei e , welche K i e ien und
Fak o en bei dem P ozeB de sozialen Mobili a , beim Au s ieg in die
omische Füh ungsschich on Bedeu ung wa en. Eine Whe eilweise
schema ische Be ach ung wu de du ch die Einsich e se z , daB sich de
P ozei3 dynamisch en wickel e und
wi
i nme wiede mi Ausnah nen m
echnen haben. Es haben seh indi iduelle Fak o en eine Rolle gespiel , die
sich eine Gene alisie ung en ziehen.
Man ha inzwischen das Phhomen egional un e such ; dabei wu de kla ,
daB de Au s ieg lokale Fa nilien wesen lich on den un e schiedlichen
lokalen S mk u en, insbesonde e de di e ie enden En wicklung des
S ad ewesens bes im n wa .
II.
l.
De In eg a ionsp ozess de hispanischen Eli en
Ein gene elle In eg a ionsp ozeB 1aIJ sich im gesam en Reich
beobach en. Doch ich moch e nich
im
olgenden au die Ri e und
Sena o en aus den hispanischen P o inzen konzen ie en und einige Punk e
ku z
e o em, die
ü
dieses spezielle Thema on Bedeu ung sind. Die
Konzen a ion au den hispanischen Un e suchungs aum schein mi aus
olgenden G ünden ge ech e ig :
a)
Fü
die hispanischen P o inzen besi zen wi genügend Quellen, die eine
zu e l bsige An wo e moglichen.
b) In den hispanischen P o inzen se z e die Akkul u a ion seh
MUi
ein.
Somi kann man den gesam en P ozeB übe einen hin eichend langen
Zei aum beobach en und analysie en.
c) Die Romanisie ung ha in diesen P o inzen ie gehend gewi k . Dennoch
wa en die E gebnisse dieses P ozesses nich übe all gleich, weil die
Ausgangssi ua ionen seh e schieden wa en. En sp echend ha Rom auch
seh un e schiedliche Mi el angewand ,
um
den P ozei3
m
o dem.
d) Bedeu sam is die ie gehende U banisie ung in diesen P o inzen; somi
kann man die Vo ausse mngen, die sich da aus ü den In eg a ionsp ozeB
e geben, besonde s deu lich e kennen4.
e) In diesen P o inzen ha es, ande s als im Os en des Reiches, keine s a ken,
o 6mischen einhei lichen poli ischen We esys eme gegeben. Somi
Siehe, z.B.,
G.
Al üldy, 'D ei s ad ische Eli en im omischen Hispanien',
Ge ión
2
(1984),
193
.,
übe die Bae ica:
"
...
so wa e wa die U banisa ion in de Bae ica noch e heblich wei e
ongesch i en
...,
wo aus sich wich ige Folgen íil
das
Wi scha ssys em, ü die soziale
Di e enziemng
...
und U das kul u elle Ni eau e gaben".
konnen die spezi isch omischen Vo s ellungen kla e e kann we den, da sie
nich on ande en Ideologien übe lage we den.
Schauen wi uns nun die F agen an, die ich ü besonde s ele an
hal e.
11.2.
Zahl de Au s eige und die e kennba e Dynamik
Zunachs we de ich die p osopog aphischen E gebnisse5
ü
die
Sena o en und diejenigen
ü
die Ri e einzeln o s ellen, dami im
Folgenden Ve gleiche zwischen den Tendenzen und de aumlichen
Ve eilung beide G uppen moglich sind.
Wi kennen unge ah 150 Ri e hispanischen U sp ungs, msa zlich
wei e e 70, die nu moglichen eise hispanischen U sp ungs sind, de en
genaue He kun jedoch unkla is . Dem s ehen e wa 170-180 Sena o en
eindeu ig hispanische Abs am nung gegenübe , sowie wei e e 70, de en
hispanische U sp ung nich eindeu ig
zu
belegen is . Diese absolu en Zahlen
sagen ieilich wenig aus. Lediglich ein analysie ende Ve gleich de Zahlen
e laub es, Tendenzen es ms ellen und ein schlüssiges Bild des P ozesses zu
e s ellen.
Die Anzahl de Ri e wah end de gesam en julisch-claudischen Zei
blieb ela i kons an ; e s un e den Fla iem s ieg sie s a k an, ja
e doppel e sich as .
Ku z
da au , un e T aian
und
Had ian, e d ei ach e
sie sich und ha e dami ih en Hohepunk e eich . De anschlie lende
Niede gang e lie kon inuie lich bis ins
3.
Jah hunde , das den Endpunk
unse e Un e suchungen da s ell .
Und nun übe die zei liche En wicklung de Sena o en mi
hispanischen He kun . Neben ande en Vo ausse zungen s ell e Reich um
eine de g undlegenden Bedingungen
ii
die Zugeho igkei
zum
hochs en
o do
da . Dahe wa au g und de Ve a mung I aliens in de e s en Hal e
des e s en Jah hunde s .Ch ., die du ch den Bü ge k ieg noch e s a k
Fii aus ijh liche Angaben
zu
diesen E gebnissen siehe A. Caballos Ru ino,
Los senado es
hispano omanos
y
la omanización de Hispania (Siglos 1-111). 1: P osopog ajía
(hija l990), sowie
Idem, 'Los caballe os omanos o igina ios de las p o incias de Hispania. Un a ance', in:
L'O d e
Équesi e. Hisloi e d'une a is oc aiie (I sidcle a . J.-C.-II sidcle ap.
J.C.),
Collec ion de I'École
F ancaise de Rome
257
(Rom 1999).
463-512.
Hie s ell sich die g unds# zliche F age nach unse en
a sgchlichen MBglichkei en, E kenn nisse aus dem In o ma ionsgehal de zu Ve ñlgung s ehenden
Quellen zu ziehen. Einige Aspek e diese ielschich igen P oblema ik we den in le agenann em
Au sah angesp ochen. Siehe eme : 'La kcnica p osopog á ica en la His o ia An igua. An e la pé dida
de Si Ronald Syme',
Veleia
7
(1 990), 181-199, und 'P oblemb ica y pe spec i as de la P osopog a ía
de la p o incia de la Bk ica',
La Sociedad de la Bélica. Con ibuciones pa a su es udio
(G anada
1994), 29-49.
wu de, eine gewisse ,,P o inzialisie ung" de Eli en unausweichlich. Diese
i alische K ise s and in s a kem Gegensa z
zu
eine Phase des
wi scha lichen Au schwungs, de sich m gleichen Zei in den
am
s a ks en
omanisie en Teilen de hispanischen P o inzen zeig e, o allen Dingen in
de Bae ica und de Ta aconensis.
Wenig spa e p o i ie en diese spanischen Regionen in
ganz
besonde e Weise on wi scha lichen MaBnahmen, die Claudius um die
Mi e des
1.
Jh.
n.Ch . e anld ha e; diese be a en o allen Dingen den
Impo on landwi scha lichen P oduk en ü die
annona
de
Reichshaup s ad Rom: Ge eide, Wein und 61. Diese Impo e Uh en
m
einem aui3e gewohnlichen wi scha lichen Au schwung
in
de Bae ica und
de Ta aconensis. Es lohn e sich, die P oduk ion
m
s eigem, da de Absa z
gesiche wa . We be ei s wi scha lich s a k wa , konn e in es ie en und
seinen Umsa z s eigem. So kam es
m
eine e s a k en Akku nula ion on
Reich u n bei einigen üh enden Familien in diesen P o inzen. Dies
e su k e ih e wi scha liche Unabhhgigkei und mach e sie ieie und
abkommliche . Sie konn en
ih en
Eh geiz au Ziele ich en, die übe die
So ge
um
die eigene wi scha liche S i ke hinausgingen und o allem übe
den bishe igen Lebensho izon , die eigene S ad und die P o inz. Das
Au iP, en eine Reihe on spanischen P o inzialen in Rom sei diesem
Zei punk ha e seinen U sp ung in diesem wi scha lichen Wohls and und
den neuen Moglichkei en, die sich da aus e o ke en.
Bnng man nun diese E kenn nisse mi den E gebnissen de
p osopog aphischen Fo schung in Ve bindung, so zeig sich, daB zumindes
zwischen de wi scha lichen En wicklung und dem Au s ieg on
P o inzialen aus Spanien ein Zusam nenhang bes ehen konn e. Denn
wah end de Regie ungszei des Claudius nahm die Zahl de Sena o en aus
de Bae ica übe p opo ional
m.
,
Wenn wi die En wicklung de Ri e mi de de Sena o en
e gleichen, konnen wi eine ela i iden ische Tendenz
ü
beide o dines
e kennen. Es gib abe auch einige signi ika i e Un e schiede. Z. B., bei den
Ri em zeig sich ein ühe e Ans ieg als bei den Sena o en. DaB die
Vo ausse ningen
ü
den Zugang
zum
Sena hohe wa en, konn e
da ü
eine
hin eichende E klmg sein. Ebenso un e scheide sich die plo zliche und
schnelle Abnahme de Anzahl de Ri e on de En wicklung bei den
Sena o en.
11.3. G ünde und Vo ausse zungen ii den Au s ieg
Die nachs e F age, die wi uns ges ell haben, bezog sich au die
G iinde und Mechanismen, au gmnd de e de Au s ieg moglich wu de.
Ausgangspunk md3 o ab eine wei e e F age sein, nwlich die nach de
inne en S uk u de omischen Gesellscha und nach den K i e ien, die in
Rom einen sozio-poli ischen Au s ieg moglich mach en.
Lucius Annaeus Seneca, de Philosoph und omische Sena o
claudisch-ne onische Zei aus Co duba, ha eine seh kla e Fo me1 da ii
geíünden, nach welchen K i enen sich eine sozial he ausgehobene S ellung
bes imm e:
"&o quisque hones io gene e ama pa imonio es , hoc se
o ius ge a , memo in p ima acie al os o dines s a e'".
Das Bild, das e
en wi , s am n zwa aus dem mili ikischen Be eich
-
e spnch on
denjenigen, die in de Schlach in o de s e Reihe kwp en
-
doch gil es
auch u das zi ile o en liche Leben.
Eh e und Ansehen sind die G undlagen ñi Ein ld, Au o i a und
Mach , und sie basie en au dem P es ige de He kun sowie
amici ia,
und
de Anzahl an Klien en. AuBe dem wa na ii lich ein be ich liches
Ve mogen no ig, de au G undbesi z be uh e
-
de Fo m on Besi z, die als
eh enha be ach e wu de. Claudius ha in eine in diesem Kon ex
ielzi ie en Rede, die e
im
Zusammenhang mi de Auhah ne gallische
Fa nilien in den omischen Sena gehal en ha , on den
i i boni
und
locuple es
gesp ochen, on angesehenen und eichen Mhnem7.
In de Bae ica s ell e Oli enol eine de wi scha lichen G undlagen
da , au de de Reich um diese P o inz basie e8. Das muJ3 auch
ü
die
Seneca,
Ad Se enum, De cons an ia sapien is
2.19.3.6, "Je hohe eine s eh an Gebu , Ru und
Besi z, umso ap e e muB e sich hal en, dessen eingedenk, da die h6he en S hde in de o de s en
Schlach eihe s ehen".
'
Das
'Sena us consul um Claudianum de iu e hono um Gallis dando',
ILS 212, col II,4-9:
...
omne n
jlo em ubique colonia um ac municipiom, bono um scilice i o um e locuple ium, in hac cu ia
esse olui .
Quid
e go? non i alinc sena o p o inciali po io es ? Iam wbi . cum hanc pa iem
censu ae meae adp oba e coepe o, quid de ea e sen iam, ebus os endam. Sed ne p o inciales
quidem, si modo o na e cu iam po e in , eiciendospu o.
Mi Gewinn he anwziehen is hie R. Syme,
'The
O a io Claudii Caesa is',
in Idem,
The P o incial a Rome,
op ci . (Anm.
2),
98-1
13,
mi einem
Kommen a des He ausgebe s, A.R. Bi ley. Siehe auch Taciius,
Annales,
4.6.2:
"mandaba hono es
nobili a em maio um, cla i udinem mili iae, inlus is domi a ies spec ando",
und dazu R. Syme, 'The
Vi ues o P o incials', in
The P o incial
ai
Rome,
a.a.0. (Anm. 2), 45-52, bes. 49.
Eine Be ach ung ande e Fak o en, e wa de Ausbeu ung on Me all o kommen, bleib spB e en
Un e suchungen o behal en. Im Zusammenhang mi unse e Themens ellung, den Gmndlagen des
sozialen Au s iegs, is die Ausbeu ung de Me all o kommen bislang wenig behandel wo den.
Alle dings is de Me allabbau au gmnd seine hohen Ren abili a zwei ellos bedeu sam gewesen,
nich nu U den Kaise , sondem auch di ek ode indi ek ii die Familien, die zu den p o inzialen
Eli en geho en.
Zu den Zielse zungen dieses Au sa zes geho es auch au zuzeigen,
wie die Rolle und mdem das E scheinungsbild, das jede S ad de P o inz
sich nach und nach mleg e, das Leben de Bewohne beein luss e. Die
o igo
wa ein g undlegendes Elemen , das die Kondi ionen
ü
den Au s ieg
posi i ode nega i bes imm e, sie be o de e, e age e ode manchmal
soga e hinde e.
Man
kann also nich da on ausgehen, da13 es nu eine
S ad und eines p i ilegie en S ad s a us bedu e,
um
a n
sozialen Au s ieg
eilnehmen zu konnen. Heu e is es ielmeh angeb ach , zu nuancie en: Die
wei e Ve b ei ung des munizipalen S ad ech s, o allem un e den Fla iem,
bezeug zwa einen s a ken Willen
zu
In eg a ion, doch genüg e dies allein
nich ; ielmeh blieb die in Zei und Raum en wickel e Hie a chie zwischen
den e schiedenen Gemeinden de P o inz bes ehen. Die Angleichung de
aui3e en S a us ech e e deck e nu die o bes ehende Ungleichhei . Die
Rolle, die eine S ad in de P o inz spiel e, wu de nich nu du ch ih en
S a us und ih e adminis a i e Funk ion bes imm , sondem auch on ande en
Pa ame em: on ih e Lage, ih e Vo geschich e, ih e his o ischen
Dynamik, ih em Reich um, ih em Al e und Ansehen.
D. Die Dynamik des Au s iegs in de Bae ica
im
Ve gleich.
Bei de Un e suchung des Au s iegs einzelne Familien in de Bae ica
beginnen
wi
mi den Ri em. Wah end de julisch-claudischen Epoche wa
die Bae ica im Ri e s and übe ep hen ie .
In
diese Zei üb en die Ri e in
de P o inz dieselbe ep iisen a i e Rolle aus, wie spii e die Sena o en. In
ielen Fallen handel e es sich
um
Pe sonen, die bis zu den hochs en und
mach igs en Funk ionen im Ri e s and au s iegen.
I n
Ve gleich mi de
Bae ica sind Angehonge des Ri e s andes in den beiden ande en P o inzen
nu spGlich e e en. Zu Beginn de Kaise zei is die Zahl de Ri e aus
de Ta aconensis und aus Lusi anien gleich klein. Doch
die
P o inz
Ta aconensis e wach schlieBlich in claudisch-ne onische Zei . Un e den
Fla iem bleib die Anzahl de Ri e aus de Bae ica
i n
Ve gleich m de
o he gehenden Epoche kons an , wah end die Anzahl de Ri e aus de
Ta aconensis sp ungha ans eig und die Zahl de o he gehenden Epoche
wei übe s eig . Die P o inz Lusi ania behal ih nied iges Ni eau bei. Un e
den beiden Kaisem, de en Familien aus den spanischen P o inzen s a nm en,
also un e T aian und Had ian ha die Ta aconensis, so em die Quellen uns
einen ich igen Eind uck e mi eln, einen e gleichsweise hohen An eil
an
Ri em o zuweisen: doppel so iele wie die Bae ica. In den olgenden
Zei en iinde sich dieses Bild. Ein me kliche Rückgang de Ri e aus de

Ta aconensis is
ni
eneichnen, de un e den Se e em zum S ills and
komm . Die ab allende Tendenz in de Bae ica is nu schwach; so bleib die
Zahl bis zum Ende des un e such en Zei aums nahezu kons an .
Bei den Sena o en i die wei @Be e Dynamik de Bae ica kla
he o , die beim Ve gleich mi de P o inz Ta aconensis noch deu liche
wi d:
De Au s ieg and in de Bae ica nihe s a als in de Ta aconensis.
Die Bae ica wa wah end de gesam en Kaise zei wegen ih e giins ige en
Bedingungen und ih es hohe en Romanisie ungsg ades die hispanische
P o inz, aus de eine g oBe e Zahl on Sena o en s amm e. Zu Zei
Vespasians wa en diese Un e schiede be ei s gu beme kba .
Die zahlen naige En wicklung de Sena o en e lie in de Bae ica
homogene als
in
de Ta aconensis. Do ha e ma das
Jah 69
mi de
E hebung des a aconensischen S a hal e s Galba
zum
Kaise
ü
den
Au s ieg neue p o inziale Familien einen s a ken Impuls gegeben. Doch
diese En wicklung kam schnell an ein Ende.
Wede
in
de Bae ica noch in de Ta aconensis mden wi eine
ausgeglichene aumliche Ve eilung de Sena o en übe die gesam e P o inz.
Die bae ischen Sena o en en s ammen ma zahl eichen S ad en, die jedoch
haup sachlich im Fluss al des Guadalqui i s lagen
-
eine kla e Folge de
wi scha lichen Bedeu ung, die diese FluB ü die P o inz ha e.
In
de
Ta aconensis konzen ie en sich die He kun so e de Sena o en en lang
de Küs e und des Eb o ales. Dies wa en schlich die Regionen, die am
ühes en un e omische He scha gekom nen und dami auch am s il ks en
on de Romanisie ung e M wo den wa en.
11.6.
Die Bedeu ung des He kun so es
Die He kun so e de kaise zei lichen spanischen Eli e mi den S ad en
übe eins immen, die eine g oBe e okonomische, poli ische und
adminis a i e Bedeu ung ha en. Ande s ausged ück : Es l&s sich eine
di ek e Beziehung zwischen
Anzahl
und Bedeu ung de einheimischen
Sena o en und dem Rech ss a us sowie dem Al e bzw. dem P es ige de
He kun ss ad e nachweisen". Die Zahl de S ad e, aus denen Sena o en
s a n n en, is wesen lich gennge als die de S ad e, aus denen n e liche
"
Gleiches gil -alle dings in wenige zwingendem Mane- auch ü die Ri e . Siehe G. Fab e,
M.
Maye
u.
1.
Roda, 'Rec u emen e p omo ion des "dli es municipales" dans le No d-Es de
I'Hispania
Ci e io
sous le Hau Empi e',
Mélanges de /'~cole/ oncaise de Rome
102
(1990),
535:
"...
I'o d e
d'impo ance des illes se e le e dans le con ingen de che alie s qu'elles ou nissen
...".
Familien bekann sind. Dies wa eine Folge de wenige s engen
Auswahik i e ien, die
ii
Ri e im Ve gleich
m
Sena o en gal en.
Die o ge agenen Übe legungen dü en gezeig haben, dd seh
un e schiedliche Fak o en dazu bei ugen, ob aus eine S ad einzelne
Fa nilien den Au s ieg in die beiden
o dines
de Reichseli e scha en
konn en. Diese Fak o en ha en sich in einem langen, sich eilweise übe
meh e e Jah hunde e hinziehenden P ozeB he ausgebilde ; sie alle ugen
zu
Romanisienmg eine S ad bei. Abe e s de sozio-poli ische Au s ieg
wa
de en scheidende Beweis, dd die Romanisie ung in einem
um assenden Sinn e olg eich wa , jeden alls in den spanischen P o inzen.
Diese S ad e ha en sich o allem ideologisch assimilie und wa en
olls hdig Teil de 6mischen Wel gewo den. Die Beziehung zwischen
Reich um, P es ige, ju is ische n S a us und ideologische Loyali a eine
bes imm en Gemeinde eine sei s und de Emennung on Sena o en und
Ri em ande e sei s schein e iden
m
sein.
Se illa, Juli
2000.