scieee Science in your language
[de] (orig)

Projektmanagement und Netzwerkentwicklung als angewandte Systemtheorie

Abstract

The dissertation has as its central theme the basic problem of management: which theoretical and practical approaches can be used to better achieve...

Read accessible full text

Projektmanagement und Netzwerkentwicklung als angewandte Systemtheorie

Author: Drüke-Carstensen, Sabine
Year: 2010
DOI: 10.48548/pubdata-293
Source: https://pubdata.leuphana.de/bitstreams/84bab234-8aba-4931-9291-33dfc1f8adb9/download
1
P ojek managemen und Ne zwe ken wicklung
als angewand e Sys em heo ie
Konzep e zu Ve besse ung de Ausbildungspla zsi ua ion
jugendliche Schulabgänge in Di hma schen / Schleswig-Hols ein
Dem Fachbe eich E ziehungswissenscha en de Leuphana Uni e si ä Lünebu g
zu E langung des G ades Dok o in de Philosophie
- D . phil. -
o geleg e Disse a ion on
Sabine D üke-Ca s ensen
gebo en am 26.08.1965 in Wesel
2
Einge eich am: 26. Janua 2009
E s e Gu ach e : P o . D . O ied Hoppe
Zwei e Gu ach e : P o . D . Be nd Maelicke
D i e Gu ach e : P o . D . Ma kus Pohlmann
Tag de Dispu a ion: 15. Sep embe 2009
E schienen un e dem Ti el:
P ojek managemen und Ne zwe ken wicklung
als angewand e Sys em heo ie.
Konzep e zu Ve besse ung de Ausbildungspla zsi ua ion jugendliche Schulabgänge in
Di hma schen / Schleswig-Hols ein
3
Die G enzen meine Sp ache
bedeu en die G enzen meine Wel
(Ludwig Wi gens ein)
4
Danksagung
Eine Disse a ion beglei e einen Menschen meh e e Jah e. Diese Zei wa ü mich eine
ganz besonde e, in ensi e, die ich im Nachhinein niemals missen möch e. Viele Menschen
haben mi zugehö und mi o mals we olle gedankliche An egungen mi au den Weg
gegeben- Ihnen allen sei hie mi gedank .
Im Besonde en bedanken möch e ich mich jedoch ganz he zlich bei meinem Dok o a e ,
He n P o . D . O ied Hoppe. Neben seine s e s o handenen Gesp ächsbe ei scha in
den achlichen Be eichen wa o allem sein Ve auen in meine A bei übe den gesam en
Zei aum de E s ellung hinweg eine ganz besonde e Be eiche ung ü mich. He n P o . D .
Be nd Maelicke danke ich ü seine we olle achliche Be a ung sowie ü die E s ellung des
Zwei gu ach ens. He n P o . D . Ma kus Pohlmann sei ü die umgehende Be ei scha zu
E s ellung des D i gu ach ens gedank .
Den Handlungspa ne n des Ausbildungsma k es de Region Di hma schen gebüh ebenso
ein Dank, haben diese du ch ih e Be ei scha die E s ellung de o liegenden A bei
e möglich . Besonde s gedank ü seine E mu igung sowie achliche und me hodische
Un e s ü zung sei an diese S elle He n Ka s en Böhmke.
Ein wei e e Dank gebüh F au Ma lies Tonne und F au D . Ju a Mülle ü de en Zusp uch
sowie de Be ei scha , die empi ischen A bei se gebnisse des Wo kshops aus neu ale
Sich zu p o okollie en. Fü die so g äl ige Du chsich de Manusk ip e sowie de Re lek ion
de In e iews danke ich seh he zlich He n Rol Michaelsen.
Meinem Mann, S e an Ca s ensen, möch e ich da ü danken, dass e mi wäh end de
gesam en Zei , die diese Disse a ion in Ansp uch genommen ha , bei alle Rücksich nahme
mi s e s auch die Augen ü die lebendigen Sei en des Lebens o en gehal en ha - denn
ge ade diese ein achen, kleinen Dinge wa en es o mals, die so un e zich ba ü die
En s ehung und Wei e üh ung des Ganzen wa en.
Elpe sbü el, im No embe 2009 Sabine D üke-Ca s ensen
5
Vo wo
Mi de p oblema ischen Si ua ion jugendliche Schulabgänge im Be u swahlp ozess bin ich
du ch meine eigene Be u sausübung seh eng e bunden. In de Zei on Mä z 2001 bis
Feb ua 2003 wa ich als Ausbildungsakquisi eu in im Au ag de Be u sbe a ung de
Agen u ü A bei in Heide ä ig. Dabei konn e ich um ang eiche Kenn nisse sowohl de
ökonomischen S uk u en als auch übe die Zusammena bei on Jugendlichen und
A bei gebe n di ek o O e we ben. Mein Au gabengebie bes and im Wesen lichen in de
um assenden Be a ung de Be iebe mi dem Ziel, neue Ausbildungsplä ze zu scha en.
Ve ie ende Einblicke in die S uk u de Be iebe und die Inhal e de angebo enen
Ausbildungsbe u e de Region konn e ich du ch meine Tä igkei als eie Jou nalis in
gewinnen. Die A ikelse ien „Be u e in Di hma schen“ und „Ausbildung in Di hma schen“
wu den so ins Leben ge u en und e schienen o an als Modellp ojek im Zei aum on 2001
bis 2003 wöchen lich in de Sonnabendausgabe de Di hma schen Landeszei ung, die als
Zei ungsmedium den g öß en Lese k eis in de Region e eich . Die Se ie ha e meh e e
Zielse zungen: Im Rahmen de Be u so ien ie ung gal es, jugendliche Schulabgänge , abe
auch El e n und Leh e übe die hiesigen Ausbildungsbe u e anschaulich und lebendig zu
in o mie en. Ein posi i e Nebene ek wa de Imagegewinn de exempla isch ausgewähl en,
egional ansässigen Ausbildungsbe iebe und de en Ausbildungsbe ei scha .
In de Zei on Mä z 2003 bis Dezembe 2004 wa ich schwe punk mäßig in de
A bei s e mi lung ä ig und wu de äglich di ek mi de d ama ischen Si ua ion kon on ie ,
die angesich s de angespann en Lage au dem A bei sma k he sch . Vo dem Hin e g und
de zum damaligen Zei punk s e ig knappe we denden Ausbildungskapazi ä en mi all
seinen d ohenden Konsequenzen, wie beispielsweise dem gegenwä ig aku d ohenden
Fachk ä emangel und eine Schwemme on Al bewe be n, en wickel e sich mein wei e es
wissenscha liches In e esse.
Sei Janua 2005 be eue ich in de A ge Di hma schen, eine de neu gebilde en
A bei sgemeinscha en zu Be euung de A bei slosengeld-II-Emp änge im Rahmen de
Ha z-IV-Gese zgebung, den K eis de be o enen Jugendlichen zwischen 18 und 25
Jah en. Diese jungen Menschen, die heu e aus den e schiedens en G ünden keine
Be u sausbildung beginnen, sind in alle Regel die Langzei a bei slosen on mo gen.

6
Au g und meines engen be u lichen Bezuges, abe auch aus s a kem
a bei sma k poli ischem In e esse he aus wa es bei de o liegenden S udie mein Ziel,
eilweise be u sbeglei end, jedoch unabhängig on meinem A bei gebe ein Konzep zu
en wickeln, welches die Ausbildungsbe ei scha de Be iebe in de Region wiede e höhen
kann. Dabei is es an diese S elle no wendig zu be onen, dass ich wäh end des gesam en
Zei aums de E s ellung de A bei in Bezug au die Umse zung des heo e ischen
Konzep es ausschließlich au die Be ei scha de Handlungspa ne angewiesen wa .
Die E kenn nisse de Un e suchung wa en ü mich jedoch auch eine g oße Hil e, um ein ü
mich in seinen Abläu en gegenwä ig o mals noch nich kla de inie es Sys em, das sich im
Zuge eine Neuo ien ie ung de sozialen Diens leis e in einem Umb uch be inde , in seinen
Handlungsweisen nach ollziehen zu können. Somi wa auch ü mich de pe sönliche
Nu zen de Ausa bei ung seh g oß.
7
Inhal s e zeichnis
Einlei ung 10
1. Theo e ische Hin e g und: Sys em heo e ische Konzep e als Me hode
zu Ve ne zung de Handlungs elde 14
1.1 Die Ve bindung on sozialen und psychischen Sys emen als
Handlungsg undlage ……………………………………...…………………. 14
1.1.1 Soziale Sys eme ………………………………………………………………
16
1.1.2 Psychische Sys eme …...……………………………………………………. 24
1.2 Zielse zungen angewand e Sys em heo ie im Rahmen eine
ganzhei lichen O ganisa ionsen wicklung ….……………………………… 26
1.2.1 In o ma ionsneubildung ..…………………….……………………………… 27
1.2.2 Re lexions ähigkei …………………………………………………………… 28
1.2.3 Ve ände ungs ähigkei ...………………………………..…………………… 28
1.2.4 Kompe enze wei e ung …...………………………………………….……… 29
1.3 Die Ve bindung on Sys em heo ie und Wissen im Kon ex de
o liegenden Un e suchung ……...……………………………….………… 30
1.3.1 Explizi es Wissen …...…………………………………………………...……
30
1.3.2 Implizi es Wissen ……..……………………………………………………… 31
1.3.3 Fe igkei en …...………………………………………………………….…… 32
1.4 Möglichkei en eine p ozessha en Annähe ung de Sys eme du ch
Abgleich on Schni s ellen …...…………………..………………………… 32
1.4.1 Mo i a ion und Handlungsbe ei scha ……..……………………………… 33
1.4.2 Handlungs ähigkei und Be ugnis ……...……………………………………
34
1.4.3 Das Kommunika ionsne z …...………………………….……………………
34
2. P ojek managemen und Ne zwe ken wicklung als Inno a ionss a egie 36
2.1 Inno a i es Denken und Handeln als G undlage ü die A bei sme hode
P ojek managemen ...……………………..………………………………… 37
2.1.1 De ini ion des Inno a ionsbeg i s ….....……………………………….…… 37
2.1.2 G undlagen ü die Umse zung on Inno a ionen …...……..……….…… 39
2.1.3 Möglichkei en eines sys emisch ausge ich e en Inno a ions-
managemen s …...…………………………………………...………….…… 40
2.2 Die A bei sme hode P ojek managemen …...………………….…….……
41
2.2.1 De ini ion des P ojek beg i s …...…………..………………………….…… 44
2.2.2 P ojek managemen und P ojek a bei …...………………..………….……
46
2.2.3 O ganisa ions o men des P ojek managemen s …………………….…… 49
2.2.4 P ojek phasen …...………………………………...…………………….…… 51
2.2.5 P ojek managemen -Ins umen e …...……………………………..….…… 52
2.2.6 P ojek -Con olling ……………………………...……………………….…… 52
8
2.3 Das Inno a ionssys em als o enes Sys em: P ojek managemen als
Regelins umen …...…………………………………………………….…… 53
2.3.1 Die Posi ion des P ojek managemen s im Inno a ionsp ozess …….……
55
2.3.2 P ojek managemen als Schni s ellenmanagemen …...…………………
57
2.4 P ojek managemen als Ne zwe kp ozess …...…………………………… 58
2.4.1 De ini ion Ne zwe k und Ne zwe ks uk u …...……………………….……
59
2.4.2 Le nen im Ne zwe k …...…………………………………….………….…… 61
2.5 P ojek managemen als e wei e e Handlungss a egie:
Selbs s eue ung als neue Handlungss uk u ………………………...…… 63
2.5.1 Die P ozesske e als kommunika i e G undlage …...………………..…… 65
2.5.2 Die Selbs s eue ung als s uk u elle Umb uch …...……………………… 66
2.5.3 Koope a ionsbe ei scha und Mo i a ion …...……………………..……… 66
3. Das P axis eld: Die ak uelle Ausbildungspla zsi ua ion 70
3.1 Sozialpoli ische Rahmenbedingungen des Ausbildungsma k es in
Deu schland …...…………………………………………………………….. 70
3.2 Fo schungsgegens and: Die Si ua ion jugendliche Schulabgänge in
Di hma schen …...……………………………………………………………. 72
3.2.1 De Ausbildungsma k in Zahlen und Da en …...…………………………. 74
3.2.2 Regionale Bedingungen und zen ale Handlungsansä ze de Ak eu e
des Ausbildungsma k es im Rahmen de o gegebenen Sys emumwel
78
3.2.3 Analyse de Wechselwi kungen zwischen den Sys emelemen en als
Mi el de Kennzeichnung de wei e en P oblemdimension …...…………
83
3.3 Exku s: Das An o de ungsp o il de Be u sbe a ung in ih e Funk ion als
Sys emeinhei …...……………………………………………………….…… 84
4. Empi ische Un e suchung: P ojek managemen und Ne zwe k-
en wicklung als Inno a ionss a egien zu Sys em e besse ung de
Ausbildungspla zsi ua ion im Landk eis Di hma schen 89
4.1 Me hodische G undlagen …...………………………………………………. 92
4.2 De In e iewlei aden …...…………………………………………………... 105
4.3 Die Expe enin e iews …...…………………………………………………. 108
4.3.1 In e iew 1 …...………………………………………………………….……. 109
4.3.2 In e iew 2 …...………………………………………………………….……
.
111
4.3.3 In e iew 3 …...………………………………………………………….……
.
113
4.3.4 In e iew 4 …...………………………………………………………….……
.
114
4.3.5 In e iew 5 …...………………………………………………………….……
.
115
4.3.6 In e iew 6 …...………………………………………………………….……
.
116
4.3.7 In e iew 7 …...………………………………………………………….……
.
118
4.3.8 In e iew 8 …...………………………………………………………….……
.
118
4.3.9 In e iew 9 …...………………………………………………………….……
.
120
4.3.10 In e iew 10/Ex e nes Expe enin e iew …...…………………………….. 121
4.4 E s e Rückblick au die In e iews ……...………………………….……
...
122
9
5. Ve ne zung du ch Kommunika ion – Die O ganisa ion als le nendes Sys em 124
5.1 Auswe ung de In e iews: Die O ganisa ionsdiagnose im P ojek -
managemen p ozess …...…………………………………………………….
125
5.1.1 Analyse de Ne zwe ka bei …...……………………………………………. 126
5.1.1.1 De inie e Kompe enz äge in Bezug au die Ne zwe ka bei …...………
126
5.1.1.2 K i e ien de Ne zwe kquali ä …...…………………………………………. 127
5.1.1.3 Ve auenss uk u en im Ne zwe k …...……………………………………. 129
5.1.2 De Komplex Wissen …...…………………………………………………….
129
5.1.2.1 Wissenszugang de Teilnehme …...………………………………………..
130
5.1.2.2 Bewe ung des Wissens andes du ch die Handlungspa ne …...……….
132
5.1.2.3 Vo schläge ü die e ek i e Umse zung on Wissen …...……………….. 132
5.1.3 Mo i a ion de Handlungspa ne …...……………………………………… 134
5.1.3.1 Kennzeichnung de eigenen Mo i a ion…... 134
5.1.3.2 Möglichkei en eine e wei e en Mo i a ion …...…………………………... 135
5.1.3.3 Handlungs ähigkei als mo i ie endes Elemen …...……………………… 136
5.2 Ablau des wei e en P ojek es: Planung und Du ch üh ung eines
Wo kshops mi anschließende Expe en unde als zwei e P ojek phase 138
5.2.1 Geplan e Ablau und Me hodenwahl …...…………………………………. 140
5.2.2 Wei e üh ende O ganisa ion des P ojek es …...…………………………. 146
5.2.3 Inhal liche Vo be ei ung des Wo kshops …...……………………………... 147
5.2.4 Auswe ung de E gebnisp o okolle …...……………………………………
148
6. Sys em heo e ische Re lexion de Un e suchung un e besonde e
Be ücksich igung de Me hode P ojek managemen in Bezug au den
Selbs o ganisa ionsp ozess 157
6.1 Wei e e Umse zba kei des P ojek es im Rahmen des Theo ie-P axis-
Dissenses …...………………………………………………………………... 157
6.2 Die Ressou ce Wissen im Inno a ionsne zwe k …...…………………….. 160
6.3 Ve an wo ung und Handlungs ähigkei …...………………………………. 162
6.4 Pe sonales Ve auen und Sys em e auen …...……………………….... 164
6.5 Ausblick: Das P ojek managemen als G undlage ü Koope a ion ……. 167
Li e a u e zeichnis 171
16
unabdingba sind, wi d bei de Zusammen üh ung de beiden E klä ungsansä ze deu lich
we den.
1.1.1 Soziale Sys eme
Den Bezugspunk de Theo ie on Niklas Luhmann bilden soziale Sys eme sam Kon ex .
6
Diese Theo ie un e scheide neben Gesellscha noch O ganisa ion und In e ak ion als
e schiedene Fo men soziale Sys eme. Wie alle Sys eme ope ie en soziale Sys eme in
Di e enz zu Umwel und in Au opoiesis. Sie bes ehen aus Kommunika ionen und ope ie en
du ch Kommunika ion.
7
In Abg enzung dazu ope ie en biologische Sys eme du ch Leben,
psychische Sys eme du ch Bewuss seinsp ozesse.
Das um assends e und komplexes e Sys em is die Gesellscha , das alle Kommunika ion mi
einschließ und sich in meh e e Funk ionssys eme ausdi e enzie . Hie sind Wi scha ,
Poli ik, Rech , Wissenscha wei e e Teilsys eme, die jedes ü sich nach einem bes imm en
Code e ah en und denen jeweils spezielle P og amme zuzuo dnen sind. Un e gliede sind
O ganisa ionen als kleine e soziale Sys eme, das kleins e soziale Sys em s ell die
In e ak ion da . Fü Luhmann bilden diese Di e enzie ungen lediglich eine Ums uk u ie ung,
die nu so lange bes ehen kann, wie die Mi subjek e eines jeden Sys ems ü einande
kommunika i e eichba sind.
8
O ganisa ionen
Neben Gesellscha en und In e ak ionen sind O ganisa ionen bei Luhmann als soziale
Sys eme anzusehen, da sie ausschließlich aus Kommunika ion bes ehen. Im Gegensa z zu
den E s genann en bilden jedoch Ane kennungs egeln ü den O ganisa ionsbeg i die
Basis.
9
Mi gliedscha s egeln, die du ch Pe sonen ek u ie ung und Rollenspezi ika ion
es geleg we den können, kennzeichnen die Rahmenbedingungen, wobei nu eine
beg enz e Anzahl on Pe sonen Mi glied eine o malen O ganisa ion sein kann. Die
Anwendung on Regeln s ell ü Luhmann im Rahmen eine O ganisa ionsbildung einen
seh wesen lichen Aspek da . Regeln bleiben jedoch nu lebendig, wenn sie zi ie und o
allem auch benu z we den – ode wenn zumindes mi de Möglichkei zu echnen is , dass
dies geschehen kann.
10
Nich die inne e Logik eine Regel, sonde n die Möglichkei ih e
6
An diese S elle sei da au hingewiesen, dass sich de O de Ve nun ü Luhmann nich du ch das
Subjek , sonde n ausschließlich du ch das soziale Sys em da s ell , gl. hie zu Schul e, 1993, S. 17.
7
Be ghaus, 2003, S. 56.
8
Luhmann, 1984b, S. 147.
9
Ba aldi e .al., 1999, S. 129.
10
Luhmann, 1995, S. 308.

17
Nu zung in sozialen Si ua ionen leg es nahe, En scheidungen an Regeln zu o ien ie en. De
wi kliche Sinn on Regeln e schließ sich dabei s e s om ambi alen en S andpunk des
Benu ze s he .
11
Iden i izie ba wi d das Sozialsys em O ganisa ion, wozu Un e nehmen, Ins i u e und auch
Ans al en und Agen u en gehö en, du ch die Möglichkei , seine S uk u en zu spezi izie en
und seinen ope a ionellen Zusammenhang ausdi e enzie en zu können. O ganisa ionen
sind demnach als die Rela ionen zu e s ehen, die zwischen den Bes and eilen on e was
o gegeben sein müssen, dami es als Mi glied eine bes imm en Klasse zugeo dne we den
kann. S uk u en sind nach Ma u anas Wissenscha s e s ändnis, welches die Sys em heo ie
Luhmanns wesen lich mi p äg e, „die Bes and eile und Rela ionen, die in konk e e Weise
eine bes imm e Einhei kons i uie en und ih e O ganisa ion e wi klichen“
12
.
Kommunika ionen als Le z elemen de O ganisa ion haben die Fo m on En scheidungen
mi de Möglichkei de Selek i i ä . Dass Pe sonen Mi gliede diese O ganisa ion sein
können, heiß nich , dass diese Teile des o ganisie en Sys ems sind. Als Mi gliede de
O ganisa ion sind Pe sonen anzusehen, die dazu bei agen, die S uk u en zu bes immen,
die das Sys em ope a ions ähig, also anschluss ähig machen. Isolie als psychische
Sys eme bleiben sie lediglich in de Umwel de O ganisa ion. Die Mi gliedscha an sich is
noch kein En scheidungsk i e ium, we wann was en scheiden kann.
En scheidungsmöglichkei en we den du ch En scheidungsp ämissen es geleg , welche die
möglichen, s e s beg enz en Al e na i en au zeigen.
Anhand on P og ammen, die du ch die O ganisa ion es geleg we den, soll die Rich igkei
on En scheidungen bewe e we den. Ein P og amm kann die
Kommunika ionsmöglichkei en im Vo eld s a k eing enzen, indem es beispielsweise in de
Zukun zu e eichende Ziele se z . Auch we den En scheidungsmöglichkei en du ch die
E ich ung on Kommunika ionswegen beg enz , die Kommunika ion geziel inne halb de
O ganisa ion s uk u ie en und selek ie en. Die d i e En scheidungsp ämisse is du ch den
Pe sonenk eis gekennzeichne , de Mi glied in de O ganisa ion is . Auch wenn die
zugewiesene Rolle des Indi iduums zunächs das Handeln inne halb de O ganisa ion
beg enz , so en scheiden dessen pe sönliche Me kmale und Fähigkei en übe den E olg.
P og amme, Kommunika ionswege und Pe sonen bilden schließlich E wa ungss uk u en
11
Benu ze is ü Luhmann de jenige, de die Kompe enz besi z , E wa ungen zu o malisie en und au g und
diese Kompe enz die Regeln e lassen ha , nich zule z , um sich au diese be u en zu können. Benu ze sind
abe auch alle ande en Mi gliede des Sys ems, auch Außens ehende, welche übe die Möglichkei e ügen,
die Si ua ion zu o malisie en, ande e Teilnehme au ih e Mi glieds olle zu ückzud ängen und sie an
E wa ungen zu e inne n, welche sie e üllen müssen, um Mi glied in de O ganisa ion zu bleiben, gl.
Luhmann, 1995, S. 308 .
12
Ma u ana, 1987, S. 54.
18
de jeweiligen O ganisa ion, die ih ein Handeln e möglichen. Eine wich ige Funk ion on
O ganisa ionen lieg demnach auch da in, spezielle Handlungsabläu e, die in de Umwel des
O ganisa ionssys ems in diese Weise nich zu e wa en sind, es zulegen und dami ü
Mi gliede wie auch Nich -Mi gliede de O ganisa ion be echenba zu machen.
13
Sys em-Umwel -Di e enz
Die Di e enz Sys em/Umwel is de Ausgangspunk de Luhmannschen Sys em heo ie.
Kein Sys em kann unabhängig on seine Umwel exis ie en. Es en s eh e s , wenn seine
Ope a ionen eine G enze ziehen, die das Sys em om dem un e scheide , was als Umwel
nich zugehö ig is . Kein Sys em kann auße halb seine G enzen ope ie en.
14
Ein Sys em de inie sich mi els seine Un e scheidungsk i e ien. Anhand on
Un e scheidungsk i e ien eines Objek es kann implizi ode explizi dessen O ganisa ion
e kann we den.
15
E s wenn diese es e möglichen, Be ach ungseinhei en oneinande
abzug enzen und aus einem Ganzen zu lösen, kann on eine Sys embildung ausgegangen
we den.
16
Wi d beispielsweise eine Landscha als Ganzes beding du ch
Un e scheidungsk i e ien des Be ach e s in meh e e Einhei en un e eil , en s ehen
Sys eme. In de Wel des Be ach e s können das Häuse , Bäume, Wiesen sein, die e
glaub zu e kennen. Ein Wi klichkei saspek spiel ü die sys em heo e ische
Be ach ungsweise in diesem Momen keine Rolle: Es exis ie nu eine Kons uk ion on
Wi klichkei in de Wah nehmung des Be ach e s.
17
Nach welchen K i e ien ein Be ach e sein Bild di e enzie , is abhängig on
Rele anzk i e ien, die e im Lau e seine Sozialisa ion e ah en ha . So sind
Wah nehmungen gleiche Sach e hal e in un e schiedlichen Kul u k eisen du chaus
e schieden. Dinge, die in einem bes imm en Lebenszusammenhang als wich ig angesehen
we den, e en he o , wäh end unwich ige, abe auch unbekann e Sach e hal e un e gehen
und nich wah genommen we den. Das Sys em als Einhei wi d also s e s subjek i du ch
den Be ach e un e schieden.
18
Sys eme ope ie en in Sys em-Umwel -Di e enz und p oduzie en sich du ch diese. Dabei
e üg jedes Sys em übe zwei Indika o en: eine Sys em-Umwel -Di e enz und Au opoiesis.
Die Di e enz zwischen Sys em und Umwel is die Basis ü jede wei e e Sys emanalyse.
13
Knee /Nassehi, 2000, S. 43.
14
Ba aldi e .al., 1999, S. 195 .
15
Ma u ana, 1987, S. 50.
16
Ba helmess, 2005, S. 22.
17
Von Foe s e , 1991, S. 49 .
18
Willke, 2001, S. 10.
19
Wel is dabei imme nu zugänglich aus Sich eines Sys ems. Dabei benö ig jedes Sys em
gewisse Umwel o ausse zungen: Physische, chemische, o ganische und psychische
Reali ä en bilden die G undlage eine o ausgese z en Komplexi ä .
19
Du ch Ope a ionen e zeugen Sys eme die Di e enz on Sys em und Umwel , welche die
Außeng enze eines Sys ems da s ell . Diese Außeng enze wi d als in e ne
Un e scheidungska ego ie wiede in das Sys em einge üh und nach Spence -B own e-
en y genann . Die Di e enz Sys em/Umwel is in zwei ache Fo m o handen: als du ch das
Sys em p oduzie e Un e schied und als im Sys em beobach e e Un e schied.
20
In e n wi d
anhand diese Di e enz zwischen Selbs - und F emd e e enz un e schieden, die om
Sys em selbs e zeug wu de.
21
Fü eine Nu zung des sys em heo e ischen Ansa zes
bedeu e diese Sach e hal , dass die Sys emumwel de Handlungspa ne mi all ih en
Wechselwi kungen bei de Be ach ung des P oblems Ausbildungsma k s e s mi
einzubeziehen is .
Au opoiesis
De Beg i de Au opoiesis wu de on dem chilenischen Biologen Humbe o Ma u ana im
Rahmen des Ve suchs o mulie , eine De ini ion de O ganisa ion on Lebewesen zu
en wickeln. Seine Deu ung nach is ein lebendes Sys em du ch die Fähigkei cha ak e isie ,
die Elemen e, aus denen es bes eh , selbs zu p oduzie en, zu ep oduzie en und dadu ch
seine Einhei zu de inie en.
22
De Deu ungsbeg i wi d bei Ma u anas En wu noch e wei e :
Ein Sys em kann nach diese De ini ion als au opoie isch da ges ell we den, wenn es in
seine Handlungsweise andaue nd die inne en P ozesse, aus denen es selbs bes eh ,
he s ell , e häl und somi diese als Ne zwe k inne halb eines zu Umwel hin abg enzba en
Be eiches au ech e häl .
23
Au opoie ische Sys eme o ganisie en sich demnach nich nu übe ih e eigenen, in e nen
S uk u en, sonde n sie p oduzie en auch die Elemen e, aus denen S uk u en gebilde
we den. Die k i ische Va iable is ih e O ganisa ions o m: S uk u en, bes ehend aus
Elemen en und ih en Rela ionen zueinande , können sich wandeln; was jedoch kons an
bleib , is das Mus e de P ozesse, die e anlassen, dass Elemen e ep oduzie und in eine
bes imm e Rela ion im Rahmen ih e O ganisa ion zueinande geb ach we den.
24
19
Be ghaus, 2003, S. 37 .
20
Luhmann, 1997, S. 45.
21
Luhmann, 2000a, S. 373.
22
Ma u ana, 1987, 55 .
23
Ba helmess, 2005, S. 35 .
24
Simon, 2008, S. 32.
20
Luhmann ha diesen zunächs seh mechanisch gep äg en Beg i übe nommen und au
nich biologische Sys eme übe agen.
25
Au opoiesis bedeu e in diesem Sinnzusammenhang
die Selbs ep oduk ion des Sys ems au de Basis seine eigenen Elemen e. Wi d nich
au opoie isch ope ie , bes eh auch kein Sys em. Sys eme sind dabei s e s als dynamisch
ope ie end anzusehen, welche imme wiede an neue Ope a ionen anschließen, um wei e
zu exis ie en. So benö igen au opoie ische Sys eme eine inne e S uk u , mi hil e de e sie
zwischen o he und nachhe un e scheiden können, um so Anschluss ähigkei
siche zus ellen. Jede A on Wah nehmung is Funk ion unse e Au opoiesis. Mi
spezi ischen Un e scheidungsk i e ien p oduzie en wi En scheidungsmöglichkei en und
p oduzie en so unse indi iduelles Bewuss sein und soziale S uk u en du ch
Kommunika ion.
26
Ope a ionale Geschlossenhei und s uk u elle Koppelungen
Sys eme benö igen undamen ale G und o ausse zungen in ih e Umwel , um exis ie en zu
können. Dahe sind au opoie ische Sys eme, die als ope a ional geschlossen anzusehen
sind, gleichzei ig umwel o en beding du ch s uk u elle Koppelungen. Umwel und
Ope a ionen s ehen hie in einem di ek en Ve häl nis zueinande . So se zen soziale Sys eme
beispielsweise eine Ve ügba kei psychische Sys eme o aus, Bewuss seinssys eme
benö igen biologische Sys eme.
27
In seine Ope a ion bezieh sich das Sys em ausschließlich
au sich selbs , ein di ek es Handeln in de Umwel ode ande she um au de Ebene de
Ope a ionen is jedoch nich möglich. Zwischen Sys em und Umwel inden keine
Ope a ionen s a , ielmeh en s ehen gegensei ige Wi kungen und Ein lüsse. Fü Luhmann
kann ope a i e Schließung also niemals bedeu en, dass ein au opoie isches Sys em so
ope ie , als ob eine Umwel nich o handen wä e.
28
De Zus and de ope a i en
Geschlossenhei ha ü ihn zu Konsequenz, „dass das Sys em au Selbs o ganisa ion
angewiesen is . Die eigenen S uk u en können nu du ch eigene Ope a ion au gebau und
geände we den.“
29
G enzs ellen, welche sich aus daue ha en Beziehungen he ausgebilde haben, sind im
Luhmannschen Ve s ändnis als s uk u elle Koppelungen zu bezeichnen. Fü Luhmann
s ellen diese eine wesen liche Fo m de Un e scheidung da : Was sie einschließ , also was
gekoppel wi d, is in seinem Ve s ändnis ebenso wich ig wie das, was sie ausschließ .
30
Du ch diese s uk u elle Koppelung des Sys ems mi seine Umwel en s eh die Möglichkei
25
Be ghaus, 2003, S. 48.
26
Hoppe, 2002, S. 182.
27
Be ghaus, 2003, S. 51 .
28
Luhmann, 2000a, S. 372.
29
Luhmann, 1997, S. 93.
30
Luhmann, 1993, S. 441.
21
de Aus uh on Beobach ung und Ein luss de Ein uh on In o ma ionen und Ressou cen.
Dies is abe nu un e de Bedingung de Teilnahme, also auch de o handenen Mo i a ion
des be o enen Sys ems möglich. Die Nu zung s uk u elle Koppelungen is dahe auch
eine wich ige Basis ü eine Übe agung on Wissen.
Kommunika ion
Kommunika ion is das „Le z elemen “ ode die spezi ische Ope a ion soziale Sys eme.
Welche Bedeu ung sie in de Theo ie Luhmanns einnimm , e deu lich olgendes Zi a :
„Sobald übe haup Kommunika ion un e Menschen s a inde , en s ehen soziale Sys eme,
denn mi jede Kommunika ion beginn eine Geschich e, die du ch au einande bezogene
Selek ionen sich ausdi e enzie , indem sie nu einige on ielen Möglichkei en ealisie .“
31
In de Theo iebildung e meide Luhmann dabei im Zusammenhang mi dem Beg i
Kommunika ion jede Bezugnahme au Leben, einzig mi de Zielse zung, eine Reduk ion on
Komplexi ä du chzu üh en. In seinem Ve s ändnis on Kommunika ion kann ausschließlich
Kommunika ion kommunizie en. Ein Indi iduum kann nich alleine kommunizie en, sonde n
es kann sich lediglich an de Kommunika ion be eiligen. Fü den En s ehungsp ozess on
Kommunika ion we den imme meh e e Teilnehme bzw. de en Ope a ionen benö ig .
32
Die S uk u en de Kommunika ion, welche ü Wa zlawick auch als Basis ü die
Wi klichkei skons uk ion zu de inie en sind
33
, bes ehen aus de Syn hese d eie Selek ionen:
Mi eilung, In o ma ion sowie dem Ve s ehen de Di e enz zwischen In o ma ion und
Mi eilung.
34
Die klassische Deu ung ü den Kommunika ionsp ozess, in dem In o ma ionen
on einem Sende zu einem Emp änge übe agen we den, g ei aus sys emische Sich zu
ku z. Es handel es sich um einen höchs komplexen Vo gang: Au de G undlage unse es
Kenn niss andes und un e Be ücksich igung de ope a ionalen Geschlossenhei soziale und
psychische Sys eme kann nich ein ach on eine Übe agung gesp ochen we den, die in
eine sys emischen Be ach ungsweise selbs e e en ielle Sys eme nich exis ie .
35
Die Ope a ionsweise soziale Sys eme is Kommunika ion, das bedeu e , du ch
Kommunika ion bilden sich soziale Sys eme au opoie isch und g enzen sich zu ih e Umwel
ab. Un e schieden we den bei Luhmann d ei Selek ionen. Jede Selek ion is die
En scheidung aus ielen Möglichkei en; sie is kon ingen , wi d jedoch eingesch änk du ch
das Sinnk i e ium. Dieses K i e ium mach Ve s ehen e s möglich – das E kennen des
31
Luhmann, 1986b, S. 9.
32
Simon, 2008, S. 91.
33
Wa zlawick, 1988, S. 108.
34
Ba aldi e .al., 1999, S. 89 .
35
Ba helmess, 2005, S. 43.

22
ande en, dass hie eine Mi eilung o lieg und dami eine Di e enz zwischen In o ma ion
und Mi eilung in eine Weise, dass de Sp eche aus seinen ielen Möglichkei en einen
bes imm en Teil ausgewähl ha . Die Di e enz on In o ma ion und Mi eilung üh zu
Anschlusskommunika ion.
36
Kommunika ion an sich dabei als In o ma ionsübe agung zu
de inie en wä e unangemessen, da Kommunika ion imme Kommunika ion ü jemanden is .
Einzelnen Indi iduen kommunizie en in Luhmannns Ve s ändnis nich , hie inden nu
Mi eilungshandlungen s a . Pe sonen machen Mi eilungen, Indi iduen handeln, abe sie
kommunizie en nich , Kommunika ion is das le z e Elemen , die kleins e Einhei . Eine
Besonde hei bleib die Möglichkei de nach äglichen Zusch eibung: Von de Ebene de
Beobach ung in All ag und Wissenscha gib es jedoch Menschen und indi iduelle
Handlungen.
In o ma ionen
In o ma ionen sind als E eignisse zu bezeichnen, welche inne halb des Sys ems bes imm e
Sys emzusammenhänge auswählen bzw. eine Disposi ion ü eine ich ungsweisende
Anschluss ähigkei o geben.
37
Sie sind E eignisse inne halb on S uk u en, die
Ve ände ungen auslösen. Dabei häng die Fähigkei , In o ma ionen zu e a bei en, da on
ab, sich an Un e scheidungen zu o ien ie en. Es sind nich die Eigenscha en, also die
Un e schiede de Objek e ode de Sys eme, die wi beobach en, die uns die In o ma ionen
lie e n, sonde n es beda de Eigenscha en diese Eigenscha en, übe haup e s
wah nehmba zu sein – und dazu müssen sie e s on e was ande em un e schieden
we den.
38
Eine e hal ene Nach ich gil als Di e enz zu dem, was e wa e wi d und lös in
ih e Folge wei e e Di e enzen aus, die wiede um zu eine In o ma ion umgewandel
we den.
Inne halb eines sozialen Sys ems, das sich du ch E wa ungss uk u en de inie , en s ehen
In o ma ionen, wenn ein plö zliches E eignis dazu üh , einen Ta bes and o zei ig zu
e ände n. Das Elemen de Neuhei is dabei s e s no wendig, um on In o ma ion sp echen
zu können.
39
In o ma ion bedeu e keine on außen bes imm e Ve ände ung, sonde n nu ,
wenn das Sys em einen Umwel eiz benu z , um die eigenen S uk u en au die eigene A
und Weise zu e ände n.
36
Be ghaus, 2003, S. 74.
37
Ba helmess, 2005, S. 47.
38
Simon, 2008, S. 58.
39
Ba aldi e .al., 1999, S. 76 .
23
In o ma ionsneubildung is hie als sys emische Eigenleis ung zu be ach en, die
Un e schiede zum Anlass nimm , zu eine Ve ände ung in e ne S uk u en beizu agen. Was
als In o ma ion au genommen wi d, is aus eine Viel al on Reizen ausgewähl und
beinhal e Bo scha en übe Ve ände ungen on Zus änden. In o ma ionen sollen ein
soziales Sys em dazu an egen, du ch das Wah nehmen on Un e schieden diese zu
p oduzie en. Sie können also ak i neue Di e enzie ungsmöglichkei en scha en.
Sinn
Sozialsys eme o ien ie en sich an Sinn, wobei diese übe Kommunika ion p ozessie wi d.
Fü Luhmann kann ohne den Geb auch on Sinn keine gesellscha liche Ope a ion
s a inden.
40
Dabei is zunächs die Sinnwel – und auch das en sp ich dem Konzep de
Au opoiesis – „ ü sich selbs ohne G enzen“
41
. Fü eine wei e e Auslegung des Sinnbeg i s
se z Luhmann die Beg i e de Reduk ion als eine Fo m de O dnung sowie de Di e enz
aus. Le z e e pos ulie , dass alle O dnungsau bau Di e enzen o ausse z , an denen e
sich o ien ie . Das soziale Sys em läss sich, beding du ch die ihm eigene Weise, einen
bes imm en Sinnzusammenhang zu kennzeichnen, abg enzen.
42
Luhmann kennzeichne hie
die P ozesse de Sinn e a bei ung soziale Sys eme in olgenden Ka ego ien:
- Sachdimension: Au diese Ebene we den Kommunika ionsinhal e zu
Un e scheidungszwecken in „dies“ und „ande es“ di e enzie , es wi d bes imm , ob
ein Inhal hema isch pass ode nich .
- Zei dimension: Es inde im Rahmen de Kommunika ionsebene eine zei liche
Di e enzie ung in „ o he “ und „nachhe “ s a . Du ch diese Zusch eibung on
Zei ebenen kann zwischen Wandel und Daue un e schieden we den, und du ch
Kennzeichnung des Zei e b auchs de Kommunika ion des Sys ems en s eh ein
eigene sys emspezi ische Zei ak o .
- Sozialdimension: Du ch die Di e enz on „Ego“ und „Al e Ego“ wi d es dem sozialen
Sys em im Kommunika ions e lau e möglich , e schiedene Pe spek i en de
un e schiedlichen Gesp ächs eilnehme zu be ücksich igen, Konsens und Dissens
we den au diese Weise e ah ba gemach .
40
Luhmann, 1997, S. 44.
41
Kiese ling, 2008b, S. 14.
42
Ba helmess, 2005, S. 38 .
24
1.1.2 Psychische Sys eme
Die Bes immung soziale Sys eme au de G undlage on Kommunika ion ha du chaus den
Vo eil, explizi In e ak ionss uk u en und P ozesse un e suchen zu können. Jedoch sind de
ak i e Fo schungsp ozess sowie de da au au bauende Handlungsp ozess on Menschen
in ih e Rolle als Indi iduen gep äg . Ge ade im anges eb en Be a ungsp ozess da de
Umgang mi pe sonalen Sys emen nich in den Hin e g und ge a en, da ein Be a e das
soziale Sys em nu übe seine Rep äsen an en e eichen kann.
43
Im Rahmen de
o liegenden Ausa bei ung spiel de Zugang zu den Rep äsen an en des Sys ems im
empi ischen Teil eine agende Rolle.
Diese wissenscha liche An o de ung s ell an sich zu Theo ie Luhmanns zunächs keinen
Wide sp uch da , bes ei e diese keineswegs das Vo handensein on Sys emeinhei en. Fü
ihn s ell sein Ansa z de sozialen Sys eme nu den wich igs en, weil ü ihn komplexes en
Sach e hal da . E is nich de Sys em heo e ike , sonde n ein Sys em heo e ike ,
alle dings mi einem seh hohen, selbs gese z en Uni e sali ä sansp uch.
44
Psychische und
soziale Sys eme sind im Rahmen seine Theo iebildung im Wege de Co-E olu ion
en s anden.
45
Dennoch ope ie en soziale und psychische Sys eme in seinem
Wissenscha s e s ändnis ge enn , eine undi e enzie e Ve mischung is bei Luhmann nich
angedach und soll auch nich Gegens and de wei e en A gumen a ion sein.
Sinn
Psychische Sys eme e a bei en eben alls wie soziale Sys eme Sinn. Dabei agie en sie wie
diese ope a ional geschlossen sowie au opoie isch. Mi hil e des Sinns ha das Sys em die
Möglichkei , seine Ope a ionen zu di e enzie en. Die besonde e A und Weise, mi welche
in psychischen Sys emen Sinn e a bei e wi d, e olg übe das Bewuss sein, das Sich-
selbs -Be ach en scha Bewuss hei .
46
Bewuss sein
Psychische Sys eme ep oduzie en Bewuss sein du ch Bewuss s ein und sind dabei
ope a ional geschlossen.
47
Dabei s ell menschliches Bewuss sein den Ope a ionsmodus des
psychischen Sys ems da und is nich Bes and eil soziale Sys eme. Soziale und psychische
Sys eme ope ie en zunächs uni e sell e schieden in eigene Au opoiesis, jedes s ell ü
43
Ba helmess, 2005, S. 61.
44
Be ghaus, 2003, S. 24.
45
Luhmann, 1987, S. 92.
46
Ba helmess, 2005, S. 62.
47
Ebenda, S. 64.
25
das ande e Sys em dabei die Umwel da . Beide Sys eme sind übe Koppelungen
mi einande e bunden, wobei jedes Sys em au die Exis enz des ande en angewiesen is .
48
So is beispielsweise Kommunika ion au Wah nehmung angewiesen, also au
Bewuss sein.
49
Ohne das wä e Kommunika ion nich möglich. In de Theo ie Luhmanns
exis ie keine Kommunika ion zwischen Indi iduen und Gesellscha und auch nu sozial
e mi el e Kommunika ion on Bewuss sein zu Bewuss sein. De s uk u elle
Koppelungsp ozess zwischen psychischen und sozialen Sys emen geschieh unbeme k und
unau hö lich im Kommunika ionsp ozess. Dennoch kann in diesem Fall das Eine nich ohne
das Ande e exis ie en, und den Vo gang, welchen Luhmann als In e pene a ion bezeichne ,
mein Bewuss sein als Ve mi lungsins anz zwischen Außenwel und Gesellscha .
E ah ungen
Das psychische Sys em kann sich als Einhei als handelnd wah nehmen und dabei s e s
auch Bezüge zu den Ve ände ungen im Um eld, dem sozialen Sys em he s ellen. Dies is
möglich au g und de E kenn nis on Wi kungszusammenhängen on Handlungs- und
Ve ände ungsp ozessen. Die Folge dieses P ozesses is die Bildung on
Anschlusselemen en, die In o ma ionen beinhal en. Dieses Ausdi e enzie en on
Anschlusselemen en mi einem In o ma ionsgehal übe das Zusammenwi ken on Handlung
und Umwel wi d in de sys em heo e ischen Sich weise als E ah ung bezeichne .
50
Ausschlaggebende Punk is jedoch, dass es bei de Ansammlung neue E ah ungen nich
nu zu eine wei e en Ansammlung on Da en komm , sonde n die neue E ah ung wi d mi
den be ei s o handenen in Beziehung gese z und mi bishe ausdi e enzie en
Anschlusselemen en e bunden. Wesen lich ü die Sinnha igkei des Indi iduums is die
Abbildung eine eigenen, komplexi ä s eduzie en Wi klichkei skons uk ion, die au g und
ih e spekula i en ode zukun so ien ie en Posi ion die G undlage ü die wei e geplan en
Handlungen bilde .
E wa ungen
In dem Luhmannschen Deu ungsmus e we den un e E wa ungen O ien ie ungs o men
e s anden, mi denen das Sys em die Kon ingenz seine Umwel in Beziehung zu sich
selbs e mi el und als einen Zus and de Unkenn nis in den au opoie ischen
Rep oduk ionsp ozess übe nimm . Dabei sind E wa ungen Ex ak e on Sinn e weisungen,
48
Be ghaus, 2003, S. 62 .
49
So is das Wel bild ü Wa zlawick eine Syn hese on E lebnissen, Beein lussungen du ch ande e, da aus
abgelei e e Deu ungen, Übe zeugungen, Zusch eibungen on Sinn und We – abe s e s ein E gebnis on
Kommunika ion, gl. Wa zlawick, 1991, S. 38.
50
Ba helmess, 2005, S. 65.
32
1.3.3 Fe igkei en
Fe igkei en zeichnen jedes Indi iduum au seine besonde e A aus. Sie sind angebo en,
und we den im Lau e des Lebens e wei e . Ein ande e Beg i is dem de Fähigkei en ode
Fe igkei en gleichzuse zen: die angelsächsische Bezeichnung „Skills“.
67
Auße dem we den
diese Fähigkei en du ch Le n- ode Sozialisa ionsp ozesse wei e en wickel .
Fe igkei en we den du ch T aining wei e ausgebau und ou inie , weisen au g und diese
Au oma isie ung eine nu seh ge inge S ö ba kei s a e au . Lang/Thielemann un e scheiden
Fe igkei en on implizi em Wissen mi den olgenden K i e ien: „Fe igkei en s ellen im
Gegensa z zum implizie en Wissen ein konk e es und inhal lich bes immba es Können da .
Sie bezeichnen eine Ve hal ensweise, die du ch Übung so wei au oma isie wu de, dass sie
wei gehend unbewuss ollzogen we den kann.“
68
Scheide ein Mi a bei e aus einem Un e nehmen aus, so gehen diese Fähigkei en
unwiede b inglich e lo en, da sie ausschließlich an den T äge gebunden sind und es auch
keine Möglichkei de Explizie ung gib .
69
Im Kon ex Wissen wi d in de Regel nu de Teil
be ücksich ig , dessen Umse zung man messen kann.
70
1.4 Möglichkei en eine p ozessha en Annähe ung de Sys eme du ch Abgleich on
Schni s ellen
Eine e ek i e Wissensa bei se z zunächs einmal die Be ei scha alle
O ganisa ionsmi gliede o aus. So is es s ellba , dass P ojek a bei in ih e he kömmlich
du chge üh en Fo m o mals ehlschlagen is . Die Teilnehme e ügen nich nu übe einen
un e schiedlichen Wissens and in eine nu schwe zu ans e ie enden Fo m, sonde n o
allem auch übe einen un e schiedlichen G ad an Mo i a ion. Eine gemeinsam ge agene
Mo i a ion is jedoch no wendig, um Sys eme zu ö nen.
Du ch eine gemeinsam ge agene Mo i a ion lassen sich Koppelungen he ausbilden, welche
ein gemeinsames Handeln e möglichen. Schni s ellen lassen sich jedoch nu
wei e en wickeln, wenn Sys eme sich be ei s geö ne haben und Inhal e au diese A
67
Schü , 2000, S. 89.
68
Lang/Thielemann, 2000, S. 141.
69
Um diese Wissenslücke zu schließen, wi d beispielsweise im Rahmen des Ve suchsp ojek es „P oduk ions-
Le n-Sys em“ bei den Daimle -We ken in Mannheim e such , im Rahmen eines dynamischen
Le nkon ex es Wei e bildung in Fe igkei en zu in eg ie en, gl. Balz e , 2008, S.C4.
70
Schü , 2000, S. 90.

33
es s ellba sind. Die möglichs ähnliche ode im Ideal all gleich gelage e Mo i a ion de
Teilnehme e gib im Kon ex de Sys em heo ie die gemeinsame Schni s elle, die als
G undlage allen wei e en Handelns anzusehen is . Um diese zu e mi eln, muss au eine
ausgewiesene Me hode zu ückgeg i en we den können. Im Rahmen de o liegenden A bei
wi d hie au die Auswe ung de quali a i en Expe enin e iews zu ückgeg i en, die eine
Ablei ung e möglichen.
1.4.1 Mo i a ion und Handlungsbe ei scha
Explizi es und implizi es Wissen sowie Fe igkei en und Können sind no wendige Elemen e
ü eine g undlegende Handlungs ähigkei . Sobald jedoch emde Komponen en
hinzukommen, wi d eine eigens ändige Handlung des Indi iduums ode des Sys ems
o ausgese z . Hie bei is es als unabdingba anzusehen, dass das Indi iduum neben dem
Fak o Handlungs ähigkei auch ein hohes Maß an Mo i a ion zu Lösung des P oblems
einb ing . Um Mo i a ion übe haup en s ehen lassen zu können, is es zwingend
e o de lich, eine indi iduelle Ak i ie ung übe An eize zu ollziehen, die übe posi i e ode
nega i e Sank ionen das menschliche Ve hal en beein lussen.
71
Dabei esul ie die
An eizwi kung aus eine In e ak ion zwischen Umwel und Indi iduum.
Selek i e Wah nehmung is hie das K i e ium, welches die An eize auswähl , die den
Bedü nissen des Indi iduums am nächs en kommen.
72
So ich en O ganisa ionsmi gliede
ih Ve hal en an dem Nu zen aus, den sie ü spezi ische Handlungen e wa en und den sie
au g und zu ückliegende E ah ungen e ah en haben. Be ei s gewäh e An eize haben eine
seh un e s ü zende Wi kung au das zukün ige Ve hal en. Eine An eizwi kung is hie bei
umso s ä ke , je häu ige bes imm e Ve hal ensweisen mi einem bes imm en An eiz
einhe gehen. Neben diesen a ionellen En scheidungen zu eine Handlung agen auch
pe sönliche Fak o en wie Mu , Ta k a , Wille und Selbs bewuss sein dazu bei, aus eine
Be ähigung zu eine Handlung auch eine Handlung we den zu lassen.
71
Luhmann geh da on aus, dass Sank ionen als küns lich angeleg e Handlungs olgen nu als ein Teil eine
hochkomplexen Mo i a ionss uk u anzusehen sind. Ih Einsa z läss sich nich wi kungs oll dosie en,
wenn man sie nich in einen um assenden Wi kungszusammenhang s ell , gl. Luhmann, 1995, S. 89.
72
Lang/Thielemann, 2000, S. 144.
34
1.4.2 Handlungs ähigkei und Be ugnis
Das Vo handensein de indi iduellen Handlungs ähigkei und auch Be ei scha genüg
ge ade wie im Kon ex de o liegenden A bei deu lich we den wi d o mals leide nich ,
dami eine geplan e Handlung auch ak i ausgeüb we den kann. Umse zba wi d ein P ojek
nu , wenn die Indi iduen bzw. das Sys em übe Handlungs ähigkei , Mo i a ion und eine
o ganisa o isch de inie e Zus ändigkei e ügen. Kompe enz lieg dann o , wenn eine
o ganisa o ische Zus ändigkei gegeben is , die dem Indi iduum bzw. dem Sys em eine
Handlung e möglich .
73
Dieses o ganisa o ische Ve s ändnis des Kompe enzbeg i s ich e sich zunächs au die
inne e S uk u de O ganisa ion: Kompe enz wi d demjenigen zugesp ochen, de du ch die
be e ende O ganisa ion mi Anweisungsbe ugnissen ausges a e is . Inne halb eines
de inie en Handlungsspiel aumes is es dem Indi iduum möglich, Tä igkei en bes imm e A
zu Wah nehmung seine Au gaben o zunehmen. Hie bei is es no wendig, die Iden i ä on
Au gabe, Kompe enz und Ve an wo ung zu gewäh leis en. Auch die Zus ändigkei de
Ressou cen spiel in a bei s eiligen Modellen eine gewich ige Rolle, zumal es gil , ü eine
e olg eiche P ojek en wicklung möglichs alle ele an en Fak o en zu be ücksich igen.
1.4.3 Das Kommunika ionsne z
Als G undlage eines wei e en Handelns gil es, eine gemeinsame Schni s elle de be eilig en
Handlungspa ne he auszua bei en. Diese ha das o d ingliche Ziel, aus ih he aus ein
neues Sys em zu scha en, das eine gemeinsame Kommunika ion de Teilnehme au b ei e
Ebene zuläss . De Rahmen de gleichen Sys emumwel dien als un e zich ba e G undlage
eines jeden Ve s ehens. Luhmann nenn diese A de Ve s ändigung
„Kommunika ionsne z.“
74
Dieses is nich in jedem sozialen Sys em zu inden, sonde n se z
ü Luhmann ein besonde es In e esse an de O dnung de Kommunika ion o aus. Ein au
diese A und Weise gescha enes neues Sys em zeichne sich dadu ch aus, dass säm liche
Be eilig e im Rahmen de Zusammena bei zu Ve besse ung de Ausbildungspla zsi ua ion
nach wei gehend gleichen Regeln kommunizie en. Soll e das nich umgese z we den, sind
sowohl Kommunika ion als auch eine In o ma ionsübe agung seh e schwe ode soga
as unmöglich, bilden diese jedoch e sehen mi eine besonde en In ensi ä e s die
73
Ebenda.
74
Luhmann, 1995, S. 191.
35
G undlage ü den P ozess.
75
Willke o mulie deu lich: „Wei e olg aus diese
Rekons uk ion zwingend, dass In o ma ionsaus ausch zwischen un e schiedlichen
Sys emen unmöglich is . Unmöglich!“
76
Wei e olge Willke, dass ein In o ma ionsaus ausch o ausse z , dass die beiden
aus auschenden Sys eme die iden ischen Rele anzk i e ien haben: „Da es keine
Rele anzen an sich gib , sonde n jede Rele anz sys emspezi isch und sys emabhängig is ,
olg zwingend, dass jede In o ma ion nu sys em ela i sein kann. Eine In o ma ion is nu
dann kons i uie , wenn ein beobach endes Sys em übe Rele anzk i e ien e üg und einem
Da um eine spezi ische Rele anz zusch eib .“
77
Diese eine Un e scheidung läss aus bloßen Da en eine In o ma ion we den, und zwa du ch
die Einbindung in einen neuen Kon ex on Rele anzen, die ü das bes imm e Sys em
gel en. Da en an sich bedeu en in diesem Zusammenhang nu einen Rohs o , „de ü sich
wenig bedeu e , wenig kos e und wenig we is . E s wenn aus Da en In o ma ionen und
Wissen we den, wi d es in e essan .“
78
Diese Rele anzk i e ien inne halb eines Sys ems
bes immen auch den G ad des In o ma ionsgehal es, de om Indi iduum au genommen und
umgese z wi d. Dabei ges al e sich eine gemeinsame Kommunika ion be ei s im Vo eld
au g und ih e Komplexi ä als äuße s komplizie .
Um dem im Rahmen de o liegenden A bei ge o de en Ansp uch eines Konzep es ü ein
e olg eiches P ojek ge ech zu we den, muss nun im e s en Sch i ein gemeinsames
Ve s ändnis on Rele anz in de Sys emumwel en wickel we den. Je höhe hie de G ad
des gegensei igen Ve s ändnisses, des o wah scheinliche de E olg des P ojek es.
75
Ebe bach/Schneide , 1994, S. 153.
76
Willke, 2001, S. 9.
77
Ebenda, S. 8.
78
Ebenda.
36
2. P ojek managemen und Ne zwe ken wicklung als Inno a ionss a egie
Um ein wi kungs olles Konzep zu Ve besse ung de Ausbildungspla zsi ua ion in
Di hma schen en wickeln zu können, sollen im Rahmen de o liegenden Ausa bei ung
inno a i e Me hoden des P ojek managemen s die G undlage ü ein wei e es Handeln
da s ellen. Basis de P ojek a bei is eine sys em anspa en e Ne zwe ka bei im Rahmen
eine komplexen Ne zwe ks uk u .
De wei e e Ve lau des Kapi els dien de G undlegung eines Modells, welches da au
abziel , eine Abkeh om mechanis ischen Denken und ein Zulassen on neuen S uk u en
und Ideen du ch die Handlungspa ne du ch einen Abbau on Wide s änden gegen
Neue ungen zuzulassen.
Die Agen u ü A bei und somi auch ih e ü den Ausbildungsma k zus ändige Teileinhei
Be u sbe a ung is in ih e S uk u als eine ö en liche Ve wal ung
79
, welche die E b ingung
konk e e Leis ungen ü die Bü ge o sieh , als sozialwi scha lich ausge ich e e
O ganisa ion zu de inie en.
80
Sie is dami eine Ins i u ion mi dem Zweck, emde Beda e zu
decken.
81
Non-P o i -O ganisa ionen haben sich bishe adi ionell so e s anden, dass sie
wei gehend ohne We bewe b und Ma k und ohne Gewinno ien ie ung Beda e und
Bedü nisse on Nu ze n, Mi gliede n und Klien en du ch Leis ungen siche s ellen, die häu ig
du ch D i e (Bund, Lände Kommunen, Sozialleis ungs äge ) inanzie we den. Diese
En wicklung geh weg om he kömmlichen Mus e zu eine olkswi scha lich we ollen
O ganisa ion, de en zen ale Au gabe nun die E b ingung on p o essionellen sozialen
Diens leis ungen is , die un e E ek i i ä s- und E izienzk i e ien da s ellba und
kon ollie ba sind.
82
Neue He aus o de ungen an das Sys em e geben sich gegenwä ig in e s e Linie aus de
Ve knappung de Ressou cen Zei und Geld, e bunden mi eine d ama ischen S eige ung
de Komplexi ä . Die Nu zung eines inno a i en Managemen s wi d nö ig, um das Sys em
79
Die Agen u ü A bei wi d, im Gegensa z zu den meis en ande en Lände n, nich übe S eue n inanzie ,
sonde n du ch Sozialabgaben de A bei nehme und A bei gebe . Sie is demen sp echend eine
selbs s ändige ö en liche Ein ich ung, die on d ei gleichbe ech ig en Pa ne n e wal e wi d: den
A bei gebe n, den Gewe kscha en und de Regie ung, gl. OECD, 2002, Kap. 4.4, Abs. 24.
80
De Beg i „Sozialwi scha “ is in olkswi scha liche Sich o mals nich p äzise de inie .
Übe wiegend zählen hie zu die P oduzen en soziale und gesundhei sbezogene Diens leis ungen. Auch die
T äge de Sozial e siche ung hie mi einzubeziehen, is legi im, gl. Zimme e /Näh lich/Paulsen, 2008, S.
117.
81
Die Sozial e siche ungen sind als ein wesen liches Elemen des Sozials aa es zu sehen, welche un e
ande em bei E we bslosigkei , abe auch bei eine be u lichen Quali ika ion mi ih e Ve siche ungsleis ung
eins ehen, gl. Backhaus-Maul, 2008, S. 111.
82
Maelicke, 2005b, S. 12.
37
Ausbildungsma k angemessen umges al en zu können. Die He aus o de ungen des
Ma k es machen ein zielo ien ie es A bei en unabdingba .
83
Da an gekoppel is die
Du ch üh ung on o ganisa o ischen Ve ände ungen.
84
Im Rahmen eine
Leis ungss eige ung du ch Syne gie, o allem abe du ch eine geziel e O ganisa ion des
Le nens und eine S eue ung de Kommunika ion soll ein lang is ige E olg du ch
Ve ände ung siche ges ell we den.
Um diese Ziel o gaben wi kungs oll umse zen zu können, müssen o handene Ressou cen
geplan , ges eue , kon ollie und gemanag we den. Dieses Bewuss sein ü
O ganisa ionse izienz ha e sich au g und eine Vollkos endeckung du ch den S aa im Non-
P o i -Be eich jedoch e s nu langsam en wickeln können. Au g und dessen sind auch
Me hoden des P ojek managemen s im Rahmen eines inno a i en Handelns sowie des
e ek i en Wissens ans e s e zöge umgese z wo den.
2.1. Inno a i es Denken und Handeln als G undlage ü die A bei sme hode
P ojek managemen
Im Ve lau des e s en Teils des Kapi els soll zunächs de Inno a ionsbeg i e deu lich
we den, wei e soll de Bezug de Inno a ionss a egien un e einande da ges ell we den.
Hie soll insbesonde e ein Zusammenhang zwischen einem e ek i en und e izien en
P ojek managemen und eine geziel du chge üh en O ganisa ionsen wicklung anspa en
gemach we den.
2.1.1 De ini ion des Inno a ionsbeg i s
De Inno a ionsbeg i wi d in olge seines ielsei igen Einsa zes in de le z en Zei in la ionä
e wende . Wei gehende Konsens bes eh jedoch da übe , dass un e eine Inno a ion s e s
eine signi ikan e Ve ände ung ode Neue ung e s anden wi d. Diese Ve ände ung bezieh
sich in e s e Linie au bes ehende Handlungss uk u en in sozialen Sys emen, wobei eine
Sozialin eg a ion, also eine zielge ich e e En wicklung de Gesellscha mi dem Ziel de
Fö de ung und En al ung de menschlichen Pe sönlichkei , im Vo de g und s ehen soll e.
85
83
We endo , 2005, S. 40.
84
Dopple /Lau e bu g, 2005, S. 37 .
85
Maelicke, 2008c, S. 810.

38
Doch eine wei e gehende, e ie ende Analyse im Rahmen de o liegenden A bei mach
eine p äzise wissenscha liche Eino dnung unabdingba . So un e lieg die Bes immung
dessen, was inno a i is , nach Hauschild /Salomo kla en K i e ien und da keines alls dem
Zu all übe lassen we den. Eine Eino dnung muss anhand wissenscha lich kla bes imm e
K i e ien o genommen we den. Nahezu alle de ini o ischen Ansä ze lassen dabei olgende
Aspek e e kennen: Inno a ionen sind das E gebnis quali a i neua ige P oduk e und
Ve ah en, die sich gegenübe dem o angegangenen Zus and me klich un e scheiden.
86
Diese Neua igkei muss auch on den Be o enen bewuss wah genommen und emp unden
we den.
Die Neua igkei bes eh da in, dass Mi el und Zweck in eine bishe nich bekann en Fo m
mi einande e knüp we den. Diese Ve knüp ung ha sich au dem Ma k ode im
inne be ieblichen Einsa z zu bewäh en.
87
Nach Hauschild /Salomo is die En wicklung eine
inno a i en Idee in keine Fo m aus eichend, sonde n Nu zung un e scheide Inno a ion on
In en ion – jeden alls in de Rückschau, welche auch eine Bewe ung e möglich .
Hauschild /Salomo e mi eln als Bewe ungsk i e ien inhal liche, subjek i e, p ozessuale und
no ma i e Dimensionen. Auße dem is de Fak o de In ensi ä e gänzend hinzuzuziehen.
Ziel on Inno a ionen is s e s die S eige ung on E ek i i ä und E izienz. Was wi klich eine
Inno a ion is , weiß man e s hin e he , wenn die En wicklung eines neuen Gedankens in
seine gesam en Dimension bekann is . In dem Augenblick, in dem sich die einzelne
Un e nehmung ode de En scheidungs äge mi bishe nich bekann en P ozessen
beschä ig , is meis ens nich bekann , ob das, was noch neu e schein , spä e mi dem
Beg i „Inno a ion“ gekennzeichne we den wi d. Wi d de neue Gedanke als inno a i
emp unden, so we den ihn die Ve an wo lichen ande s bewe en, als wenn ein solches
Inno a ionsbewuss sein ehl .
88
Eine p äzise De ini ion des Inno a ionsbeg i s is auch deshalb no wendig, da die
Bes immung eines P oblems als inno a i ein ande es Managemen -Handeln auslös , als
wenn diese Au gabens ellung mi dem Kennzeichen „Nich -Inno a i “ beleg wä e. Dem
P oblem wi d eine un e schiedliche Au me ksamkei , Akzep anz, Bea bei ungs o m und
wi scha liche Einschä zung zu eil. De Fes legung des be iebsindi iduellen
Inno a ionsbeg i es komm somi eine en scheidende Bedeu ung zu.
86
Hauschild /Salomo, 2007, S. 7 .
87
Ebenda, S. 7.
88
Ebenda, S. 30.
39
2.1.2 G undlagen ü die Umse zung on Inno a ionen
Die maßgeblichen En scheidungs äge in eine Un e nehmung haben sich nach eine
En scheidung zu Inno a ion zu diese zu bekennen.
89
Als wich igs es K i e ium ü eine
Umse zung is die Analyse de F age: Wollen wi übe haup eine Inno a ion ans eben?
90
In
diesem Zusammenhang is zu beach en, dass auch die bewuss e En scheidung zu Nich -
Inno a ion eben alls eine s a egische En scheidung sein kann. Is die En scheidung ü eine
Inno a ion ge allen, müssen wesen liche Punk e übe die Du chse zung du chdach und
analysie we den
91
:
Komplexi ä de En scheidung: Die Inno a ionsen scheidung is äuße s ielschich ig und
komplex. Sie e üg ü den En scheidungs äge wede übe eine kla e Kon u noch eine
kla e S uk u , zumal Neben- und Folgep obleme o mals nich bekann sind, die bei de
Du ch üh ung au e en können. De Ve an wo liche ha keine Vo s ellung on den
Komponen en de En scheidung, e üg übe keine o gegebene Zielse zung, kenn die
Al e na i en nich . E muss s e s neue In o ma ionen gewich en und ich ig zuo dnen, kenn
jedoch die unk ionalen Beziehungen zwischen den Va iablen nich . Die Anzahl de Va iablen
is nich meh übe schauba und in neua ige Weise mi einande e woben. Die bekann en
Ins umen e de En scheidungs heo ie und de En scheidungsp axis e sagen hie o mals
ih en Diens . Dami läss sich die e s e Ke n unk ion des Inno a ionsmanagemen s
bezeichnen: Bewäl igung eines ex em komplexen En scheidungsp oblems.
Besonde e Du chse zungsp obleme: De Du chse zung de Inno a ion s ehen o mals
e hebliche Wide s ände en gegen. Im Lösungs ahmen on Rou inep oblemen ha die
klassische be iebswi scha liche Behandlung on En scheidungen den
Du chse zungsaspek bishe igno ie . In inno a i en P oblems ellungen muss das jedoch
e mieden we den. Wide s ände bei de Du chse zung e wachsen im Wesen lichen da aus,
dass die be o enen Mi a bei e ode Ma k pa ne in ih em Bewuss sein dem S a us quo
e ha e sind und sich weige n, die neue Kombina ion aus Zweck und Mi eln als
o eilha e zu akzep ie en. Fü eine Übe windung diese Bewuss seinsba ie e is jedoch
ein adikale Wandel des Bewuss seins no wendig. Ihn he beizu üh en is die zwei e wich ige
Ke n unk ion des Inno a ionsmanagemen s.
En scheidung und Du chse zung nich ennba : En scheidung und Du chse zung bedingen
sich o mals in de inno a i en Si ua ion. Bei de En scheidungs indung we den
89
Ebenda, S. 29.
90
Ebenda, S. 63.
91
Ebenda, S. 41.
40
Du chse zungsaspek e zu be ücksich igen sein, bei de Du chse zung wi d die ge o ene
En scheidung s e s wei e e eine und im De ail ausge üh . Die Sequenz, die e s eine
En scheidung, dann die Du chse zung olgen läss , is bei Inno a ionen nich du ch üh ba .
Viel ach müssen die En scheidungsp ozesse öllig neu begonnen we den, wenn sich im
Zuge de Du chse zung die ge o ene En scheidung als nich ealis isch und umse zba
e weis . Dem ha die Da s ellung und Konzep ion des Inno a ionsmanagemen s zu olgen.
Die Da s ellung muss die s ik e T ennung on En scheidung und Du chse zung bei
einzelnen Tä igkei en des Inno a ionsp ozesses au geben, dabei abe kla zumachen, in
welche Weise bei diesen Tä igkei en En scheidungs- und Du chse zungsaspek e
e loch en sind.
Beglei end zu diesem P ozess s ell sich die F age, was Inno a ionen on En scheidungen
des be ieblichen Rou inebe iebes und de en Du chse zung un e scheide . Die T ennung
und Ve knüp ung on Inno a ion und Rou inehandeln be ei en ein o ganisa o isches
G undp oblem. Dabei is es eine s a egische Au gabe, Inno a ionsmanagemen und
Rou inemanagemen zu ennen und wiede zu e knüp en.
92
2.1.3 Möglichkei en eines sys emisch ausge ich e en Inno a ionsmanagemen s
Ins i u ion und Funk ion des Managemen s im Rahmen eines o wiegend
be iebswi scha lichen Inno a ionsmanagemen s un e scheiden sich e heblich on den
sys emisch ausge ich e en Inno a ionss a egien. Die Ins i u ion bezeichne o mal die
o ganisa o isch zus ändigen, inhal lich die ak ischen T äge de be ieblichen Mach . Die
Funk ion umschließ s e s disposi i e, nich hingegen aus üh ende Tä igkei en. Managemen
is dadu ch gekennzeichne , dass es Ziele und S a egien de inie und e olg ,
En scheidungen i , den In o ma ions luss bes imm und beein luss , soziale Beziehungen
he s ell und ges al e und au die Pa ne in diesen sozialen Beziehungen einwi k , um die
ge o enen En scheidungen zu ealisie en.
Diese Sich weise is o nehmlich eine p ozessuale. Sie s ell den En scheidungs- und
Du chse zungsaspek in den Mi elpunk de Be ach ung. Inno a ionsmanagemen is
demnach disposi i e Ges al ung on einzelnen Inno a ionsp ozessen. Ob dies imme ein
Wide sp uch sein muss, is aglich; Managemen is dem Beg i s e s ändnis nach die
pe ek e E ledigung de Tagesa bei , Inno a ion bedeu e die o ale Abkeh on den
Zwängen des lau enden Geschä es.
92
Ebenda, S. 61.
41
Ein Kon as konzep wi d du ch die sys em heo e ische Sich au gezeig .
93
Nach diese is
Inno a ionsmanagemen die bewuss e Ges al ung des Inno a ionssys ems, d.h. nich nu
einzelne P ozesse, sonde n auch de Ins i u ion, inne halb de e diese P ozesse ablau en.
Die sys em heo e ische Sich weise zeig im Gegensa z zum ehe be iebswi scha lich-
o ganisa o ischen Konzep iele Hinweise au einzelne Pa ame e , Ein luss ak o en,
Rahmenbedingungen und Wi kungen des Inno a ionsmanagemen s au .
94
Fü
Hauschild /Salomo is an diese S elle e neu de Inno a ionsp ozess im Zen um de
Be ach ung, jedoch mi dem Hin e g und e sehen, diesen bewuss in das Sys em
Un e nehmung mi einzubinden.
Be ach e man nun e schiedene Inno a ionss a egien, dann wi d be ei s deu lich, dass
eine Kombina ion zu Ziele eichung im Rahmen eine sys emischen Sich weise sinn oll und
möglich is . Maelicke nenn hie die S a egien O ganisa ionsen wicklung,
Po en ialmanagemen und P ojek managemen als o d ingliche Fak o en und besonde s
geeigne , inno a i e P ozesse zu ini iie en bzw. zu e s ä ken.
95
Diese P ozesse sind als
besonde s we oll anzusehen, wenn an die O ganisa ion ein hohes Maß an
Anpassungs ähigkei und Flexibili ä angeleg wi d. Dieses is in de o liegenden
Ausa bei ung ü den Wandlungsp ozess de Be u sbe a ung, abe auch alle ande en
be eilig en Sys eme zu e end. E s wenn Handlungsweisen mi einande e zahn we den,
kann eine wi kungs olle O ganisa ionsen wicklung du ch ein sys em anspa en es
P ojek managemen he beige üh we den. Im Umkeh schluss kann es ges ell we den, dass
P ojek managemen nu Sinn ha , wenn sich indi iduelle Ve hal ensmus e , Eins ellungen
und Fähigkei en on O ganisa ionsmi gliede n e ände n.
2.2 Die A bei sme hode P ojek managemen
Die u sp üngliche In en ion bei de Ein üh ung de A bei sme hode P ojek managemen wa ,
den Inno a ionsg ad eine Au gabens ellung zu e höhen.
96
P ojek managemen is dann
imme einse zba , wenn es sich um die En wicklung eine neuen Diens leis ung handel und
es sich als Vo eil e weis , diese Diens leis ung in einem ande en o ganisa o ischen
Zusammenhang en wickeln zu lassen als in de Regelo ganisa ion. Neue Au gaben, Ziele
93
Ebenda, S. 32.
94
In welchem Maße die Bedeu ung de sys em heo e ischen Sich weise in den le z en Jah en zugenommen
ha , zeig un e ande em auch die un e schiedliche Bewe ung des Au o s im Zei e lau an. Wäh end
Hauschild an diese S elle noch in seine 1. Au lage beme k , dass „die empi ische Fo schung iele diese
Ein luss ak o en als wenig bedeu sam“ en la ha (Hauschild , 1993, S. 24), so is diese Fes s ellung in de
4. Au lage ( gl. Hauschild /Salomo, 2007, S. 32) nich meh zu inden.
95
Maelicke, 2008c, S. 812 .
96
Ebenda, S. 819.
48
Ganzhei liches Denken und Handeln e o de s e s auch ein e ne z es Denken.
122
Fü
Pa zack/Ra ay bedeu e dies, eine Sys emo ien ie ung s e s in den Vo de g und zu s ellen,
das Thema P ojek managemen wi d bezogen au das jeweilige Um eld, in welches es
eingebe e is , behandel .
Bei de Posi ionie ung des P ojek managemen s inne halb de Managemen -Ansä ze wi d
dieses nich als eine meh ode minde sinn oll ausgewähl e Sammlung on Me hoden
au ge ass , sonde n als eine spezi ische E scheinungs o m on Managemen , die in de
Zukun s a k an Bedeu ung gewinnen wi d, uni e sell anwendba is und den Pa adigmen
de Wi scha und de Gesellscha on heu e in hohem Maße en sp ich .
123
Bei ih en Aus üh ungen kennzeichnen Pa zack/Ra ay olgende Ansä ze des mode nen
Managemen s als maßgeblich:
- Funk ionale Ansa z, Schule des klassischen Managemen s
- E ah ungsansa z, Schule des Empi ismus
- Ve hal ensansa z, Schule des Human Beha io
- Ansa z de sozialen Sys eme
- En scheidungsansa z, Schule de En scheidungs heo ie
- Sys emansa z, Managemen School Sys em
De Ansa z de sozialen Sys eme, auch sys emisch-e olu ionä e Ansa z genann , e binde
das e hal ens heo e ische Konzep mi dem Sys emkonzep . De sys emische Ansa z s ell
dabei besonde s die Ve ne zung und die A de wechselsei igen Abhängigkei en zwischen
Teilen des Sys ems sowie des Ganzen in seinen Bezugsk eis.
124
Das Managemen wi d als
ein sich on innen he aus en wickel es Sys em kul u elle Beziehungen au ge ass , das sich
in den Handlungen bzw. Rollen ode En scheidungen in de a igen Sys emen da s ell . De
Ansa z de sozialen Sys eme is als Theo ie de Koope a ion zum Zweck de
E izienzs eige ung des Managemen s zu de inie en. In diesem Rahmen mani es ie en sich
diese Ansä ze in Themen wie Rollenkonzep , Um eldmanagemen und Schni - sowie dem
Nah s ellenmanagemen .
125
122
Schulz-Wimme , 2007, S. 16.
123
Pa zack/Ra ay, 2004, S. 29 .
124
Maelicke, 2005b, S. 10.
125
Pa zack/Ra ay, 2004, S. 32.

49
De Managemen -Sys emansa z bilde ein wesen liches Elemen sowohl de Be ach ungs-
als auch de da aus abzulei enden Handlungsweisen.
126
De Ansa z bau im Wesen lichen
au de Sys em heo ie au und e such , das Gesam sys em in Wechselwi kung mi seine
spezi ischen Umwel zu sehen. E a bei e mi o malen Modellen (G aphen heo ie,
Kybe ne ik) und bilde die Managemen au gabe als komplexe Übe agungs unk ion on
Inpu s in Ou pu s ab, die als Regle und Flüsse im Sys em (Ma e ie, Ene gie und
In o ma ion) wi ken. Im Rahmen diese Vo gehensweise gil es, das Sys em so zu planen
und zu egeln, dass die on den Sys emzielen abgelei e en Einzelziele op imal e üll
we den. Fü den Fall des speziellen P ojek managemen s is ein sys emo ien ie e Zugang
eine g undlegende Bedingung, um ein olls ändiges Gesam bild on P ojek managemen in
Abg enzung zu Du ch üh ungssei e und zu P ojek umwel zu e hal en.
2.2.3 O ganisa ions o men des P ojek managemen s
Die o he schende O ganisa ionss uk u de T äge soziale A bei is die Linien- bzw. die
S ablinieno ganisa ion. Das Ve ah enskonzep sieh o , dass En scheidungs- und
Aus üh ungsebenen oneinande ge enn we den. Die Nach eile de Linien o m sind lange
Kommunika ionswege, Übe las ung de Lei ungsspi ze und Bü ok a ismus; sie sind den
Be o enen du chaus bekann . Teama bei und Ve an wo ungsdelega ion sind hie nu in
Ansä zen e kennba . Hie a chische Linieno ganisa ionen sind au g und ih e s a en, au
Rou ine ä igkei en angeleg en S uk u en wenig geeigne , den E wa ungen und
An o de ungen de Umwel hinsich lich Flexibili ä bei neua igen, komplexen
Au gabens ellungen zu genügen. Die Wi scha ha diesen Misss and e kann und be ei s
e such , du ch o wiegend p ojek o ien ie e O ganisa ionen einen Wandel he beizu üh en.
Hie ollzieh sich meh und meh ein Wandel on de Hie a chie zu He e a chie.
127
Um ein sowohl e ek i es als auch e izien es P ojek managemen mi einem komplexen
Ne zwe k be eiben zu können, bie en sich nun zweie lei Ve ah en an. Neben de
Ma ixo ganisa ion, welche als klassische O ganisa ionss uk u da au angeleg is , P ojek e
in die Gesam s uk u eines Un e nehmens mi einzubinden, is die P ojek eamo ganisa ion
zu nennen. In de Ma ixo ganis ion
128
e üg neben dem linien e an wo lichen P ojek -
manage auch de P ojek lei e übe eine Weisungskompe enz im Rahmen des P ojek es.
126
Diese wi d on Pa zack/Ra ay als de ih e Ansich nach sinn olls e angesehen, da nu diese
Managemen -Ansa z de Komplexi ä und In e disziplina i ä des Phänomens P ojek managemen ge ech
wi d und somi als Rahmen dienen soll. Dabei da nich e gessen we den, dass alle Ansä ze in de
jeweiligen P oblems ellung bzw. Managemen si ua ion we oll sind und eingese z we den soll en, gl.
Pa zack/Ra ay, 2004, S. 34.
127
Kolho , 2004, S. 18.
128
Vgl. die G a ik zum s uk u ellen Au bau eine Ma ixo ganisa ion bei Kolho , 2004, S. 19.
50
Die P ojek eamo ganisa ion
129
e binde iele posi i e K i e ien: Ih e Vo gehensweise is
meh schich ig ans a linea -kausal, ih e Da s ellungsweise is als e ne z e He e a chie
o ganisie , ih e G enzen sind unscha und du chlässig ü In o ma ionen. Sie p äsen ie
sich als o enes Sys em, welches mi Mo i a ionsk a , Zielanima ion, Zusammena bei und
P ozessbeglei ung ge üh we den muss, s a du ch die üblichen Be ehlsbe ugnisse
inne halb eines geschlossenen Sys ems de Linieno ganisa ion.
In de P axis ha es sich als besonde s güns ig e wiesen, wenn im Rahmen des
P ojek managemen s eine eigens ändige P ojek o ganisa ion pa allel zu exis ie enden
Au bauo ganisa ion eines Un e nehmens gebilde wi d. Die ü das P ojek e o de lichen
Mi a bei e we den aus ih en anges amm en Be eichen zu E üllung de P ojek au gaben
o ganisa o isch he ausgelös und zu neuen, zei lich beg enz en O ganisa ionseinhei en
zusammenge ass .
130
Im Rahmen de P ojek au gabens ellung a bei en sie ausschließlich ü
die Ziele des P ojek es. Sie we den on einem P ojek lei e ge üh , de insowei
Vo gese z en unk ion übe nimm .
Vo wiegend bei kleine en P ojek en bewäh ha sich die Fo m de „Ein luss-(S ab)
P ojek o ganisa ion“ bei dem die En scheidungsbe ugnisse dem Linienmanagemen
o behal en bleiben.
131
De P ojek lei e ha nu be a ende Funk ionen. Die Mi a bei e eines
P ojek es bleiben inne halb ih e O ganisa ionss uk u , ihnen gegenübe e üg de
P ojek lei e übe keine Weisungsbe ugnisse ode Kompe enzen. Ande e sei s bie e diese
Fo m den Vo eil eine hohen Flexibili ä hinsich lich des Mi a bei e einsa zes.
Als zen ales Lenkungso gan wi d zumeis ein Lenkungsausschuss als Ve bindungs- und
Schlich ungsg emium eingese z , de aus Mi gliede n de Geschä slei ung, dem P ojek lei e
und gegebenen alls dem P ojek manage bes eh . Ein P ojek manage wi d dann eingese z ,
wenn bei g öße en Un e nehmen gleichzei ig meh e e P ojek e auszu üh en sind. E
kümme sich ausschließlich um die e schiedenen P ojek e des Hauses. In mi le en und
kleinen Un e nehmen is diese Posi ion meis ens nich no wendig. De Lenkungsausschuss
is de eigen liche Au aggebe des P ojek es, e e abschiede Einzele gebnisse und e i
die P ojek g uppe gegenübe de Geschä slei ung. E be u den P ojek lei e und delegie
Kompe enzen und Ve an wo ung ü die Planung und Realisie ung des P ojek es an den
P ojek lei e .
129
Vgl. die G a ik zum s uk u ellen Au bau eine P ojek eamo ganisa ion bei Kollho , 2004, S.19.
130
Maelicke, 2008c, S. 820.
131
Jenny, 2005, S. 66.
51
Die Au gaben des P ojek lei e s bes ehen aus Planungs-, Koo dina ions-, Kon oll- und
Dokumen a ionsau gaben.
132
Das An o de ungsp o il an den P ojek lei e is auße o den lich
hoch: Es lieg übe wiegend im Be eich de „P ozess eue ung“ und wenige im Be eich de
Füh ung. Seine pe sönlichen Kompe enzen sind in hohem Maße en scheidend ü die
P ojek kompe enzen. P ojek eams sind empo ä e A bei sg uppen mi beg enz e
Weisungsbe ugnis zu Lösung zei lich beg enz e Au gaben. Die Teammi gliede ek u ie en
sich aus allen ü das P oblem bedeu samen Be eichen des Un e nehmens, sie a bei en als
Team zusammen und ep äsen ie en un e schiedliche hie a chische Ebenen,
un e schiedliches Wissen und un e schiedliche Ab eilungen. Du ch die Bildung on
P ojek eams sollen A bei s eilung e wi klich und de In o ma ions luss im P ojek und mi
dem P ojek um eld op imie we den, die P ojek e an wo ung kann au meh e e Pe sonen
e eil we den und e ne z es Denken und Handeln wi d be eichsübe g ei end möglich
gemach . Du ch eine zielo ien ie e Konzen a ion au die P ojek au gaben wi d meh Wissen
zu Au gabenlösung zusammenge ass . Eine un e nehmenswei e Akzep anz und
Realisie ung wi d ge ö de , ein Ausgleich gegensä zliche Au assungen wi d e leich e , die
Mo i a ion und Be ei scha zu Nu zung alle Leis ungspo en iale des Un e nehmens wi d
e höh .
2.2.4 P ojek phasen
Ein P ojek bes eh imme aus au einande olgenden Teilsch i en, die sich in einem
Phasenmodell abbilden lassen. In diesem Phasenmodell we den die wich igs en
Meilens eine eines P ojek es ixie , es bes imm jedoch keine Teil-Ablau diag amme ode
sons ige P ojek planungswe kzeuge. Die wäh end de e schiedenen P ojek phasen
en s ehenden Au zeichnungen sind in eine P ojek da s ellung zu dokumen ie en. Diese is
die G undlage ü die spä e en s ehende eigen liche P ojek dokumen a ion. Bei einem DV-
P ojek können das beispielsweise die P og ammie ungs ich linien, die Rich linien ü
En wu , Codie ung, Tes und na ü lich das Benu ze handbuch sein. Bei ande en P ojek en
nimm die Dokumen a ion z.B. die Fo m eines Gu ach en ode eines P ojek be ich an, mi
dem alle E hebungsda en, P ämissen, Ablei ungen und E gebnisse dokumen ie we den.
133
132
Meh mann/Wi z, 2002, S. 104.
133
Ebenda, S. 27 .
52
2.2.5 P ojek managemen -Ins umen e
Fü die Da s ellung de S uk u on P ojek en is ein P ojek s uk u plan zu e s ellen. Dabei
is jedes P ojek in übe schauba e Teilau gaben zu gliede n und es sind die
un e schiedlichen Zei phasen und Ak i i ä en he auszua bei en. Fes gehal en we den plan-
und kon ollie ba e A bei spake e, die eine Au gabe besch eiben, die zu einem
übe p ü ba en E gebnis üh und eine e an wo ungs ollen O ganisa ionseinhei
zuzuo dnen is . Eine Meilens einlis e dien zu Planung und Kon olle de Te mine zen ale
P ojek e eignisse. Fü das P ojek we den die wich igs en Meilens eine de inie , die sich au
den S a sowie das Ende eines A bei spake es des P ojek s uk u plans beziehen.
Ein wei e es Ins umen des P ojek managemen s is das P lich enhe . In ihm we den die
Ziele so konk e besch ieben, dass man sich den anges eb en Zus and möglichs genau
o s ellen kann. Au gelis e we den die Au gaben und Tä igkei en, die e ledig we den
müssen, um diese Ziele zu e eichen. Hinzu kommen die quan i a i en und quali a i en
K i e ien, mi denen de P ojek e olg gemessen we den soll. Eben alls es gesch ieben
we den die geplan en Vo gehenssch i e einschließlich de no wendigen Kommunika ion mi
den zu be eiligenden Pe sonen und O ganisa ionen. Dies geschieh am bes en in Fo m eine
P ojek ma ix, die die wesen lichen Meilens eine im zei lichen Ablau ixie . Auße dem sind
aus eichende zei liche Pu e zonen o zusehen, die mi hohe Wah scheinlichkei
au e ende Ve zöge ungen be ücksich igen. Diese Zei planung wie auch das P lich enhe
müssen in egelmäßigen Abs änden übe p ü und ak ualisie we den.
2.2.6 P ojek -Con olling
Bei P ojek en is es no wendig, Abweichungen üh zu e kennen und au zuzeigen. Auch ode
ge ade deshalb allen im P ojek managemen Con olling-Au gaben an. P ojek -Con olling
will als F ühwa nsys em jede zu e wa ende Soll-Is -Abweichung e kennen, um so den
Handlungsspiel aum ü En scheidungen und Maßnahmen nu zen zu können. P ojek -
Con olling-We kzeuge sind P ojek o sch i sbe ich e, P ojek ziel-Besp echungsp o okolle,
A bei spake -S a us sowie T endanalysen.
P ojek o sch i sbe ich e we den du ch den P ojek lei e meis zusammen mi dem
P ojek eam o geleg . Sie dokumen ie en den jeweiligen Abwicklungss and des P ojek es in
einem Soll-Is -Ve gleich
134
, lis en die planmäßigen E gebnisse in S ichwo en au , ebenso
134
Maelicke, 2008c, S. 825.
53
neu au ge e ene An o de ungen, Ve zöge ungen und geplan e Sch i e bis zum nächs en
Be ich . Au diesen G undlagen inden mi de Lenkungsg uppe dokumen ie e
Abs immungsbesp echungen s a .
Die P ojek eam-Besp echungsp o okolle dokumen ie en die jeweiligen A bei se gebnisse
und we den an be o ene S ellen wei e gegeben, dami diese gegebenen alls in e enie en
können. Sie en hal en F ühwa nung und k i ische Punk e sowie das egelmäßige
Du chsp echen de A bei spake e in de Reihen olge des P ojek ablau plans. Auße dem
hal en sie die bis zu nächs en Si zung du chzu üh enden Au gaben es und kon ollie en die
Umse zung de Beschlüsse.
Im A bei spake -S a us we den alle ges a e en und beende en A bei spake e e ass ,
Te minun e - ode Te minübe sch ei ungen we den es ges ell . Die E gebnisse eines
abgeschlossenen A bei spake es we den beu eil , ebenso de A bei ss and in lau enden
A bei spake en. Au diese G undlage inde eine Analyse de Abweichungen on Te minen
und E gebnissen in Rela ion zu ge o de en Leis ung und Ressou ceneinsa z s a ;
Vo schläge we den e a bei e ü Ko ek u maßnahmen. Die T endanalysen beziehen sich
beispielsweise au Meilens ein-T endanalysen, Kos en-T endanalysen und Cash-Flow-
Analysen. Ih e E gebnisse üh en gegebenen alls zu ande en Te minen, Kos en und
Kapazi ä en, gegebenen alls auch zu e ände en Zielse zungen.
2.3 Das Inno a ionssys em als o enes Sys em: P ojek managemen als
Regelins umen
Bei de Analyse des Inno a ionssys ems geh es um das Posi ions- und Kompe enzge üge
sowie um das Kommunika ions- und In e ak ionsge üge des Inno a ionsmanagemen s.
135
Dieses Inno a ionssys em komm einem Sys em gleich, dessen Elemen e, in e s e Linie
Menschen, au bes imm e Weise mi einande e knüp sind. Diese Ve knüp ungen zwischen
Menschen um assen o allem in o ma o ische und disziplina ische Beziehungen. Fü
Hauschild /Salomo kennzeichne das In o ma ionssys em alle diejenigen Pe sonen, die ak i
Bei äge zum Zus andekommen on Inno a ionen leis en, abe auch diejenigen, die passi
on den Inno a ionen be o en sind und die du ch ih e Reak ion zum Inno a ionse olg
bei agen.
135
Hauschild /Salomo, 2007, S. 105.

54
Beziehungen zwischen den Ak eu en geschehen bei Inno a ionsp ozessen o mals spon an,
ohne o he in i gendeine Fo m es geleg ode absehba zu sein. Dies is im Besonde en
auch bei dem Fak o Ausbildungsma k zu beobach en, hie agie eine Vielzahl on sowohl
Be eilig en als auch Be o enen. Abgelei e on diese E kenn nis muss das
Inno a ionssys em ein o enes Sys em da s ellen, welches ein En s ehen und Beenden on
Beziehungen zuläss . Hauschild o mulie hie kla : „Das Inno a ionssys em muss die
Möglichkei en bie en, de a ige spon ane In e ak ionen au zunehmen, auszup obie en,
auszubauen und zu ins i u ionalisie en.“
136
Es is anhand diese A gumen a ion zu e kennen, dass das Inno a ionssys em im Gegensa z
zu O ganisa ion de Rou ine ä igkei in einem wei aus höhe en Maße eine
Selbs o ganisa ion e möglich , da es wei aus egelungsä me unk ionie . Au adi ionelle
Regelungs o men in Fo m on Ve bo en und Gebo en kann im A bei sp ozess e zich e
we den.
137
Ol mann kennzeichne in diesem Zusammenhang die En wicklung on O ganisa ions o men
sei An ang de neunzige Jah e als seh e wei e .
138
Eine sei s ha sich die Vo s ellung, was
eine O ganisa ion an sich da s ell und welche Au gaben die in ih ä igen Menschen
ausüben können, g undlegend nachhal ig e ände . Wei e wi ken komplexe e
An o de ungen au die Un e nehmen ein, diese e o de n eine besse e Quali ika ion de
Mi a bei e , e bunden mi e ände en We hal ungen, welche zu einem ie en Wandel
üh en.
Auch wenn diese P ozesse im äglichen Handeln noch nich alle O ganisa ionen e eich
haben, so wi ken sich diese au de konzep ionellen Ebene as übe all aus. Als Vo bild
ungie hie beispielha o mals de P ozessablau biologische Sys eme. Exis ie ein
Bewuss sein übe den Zusammenhang on A bei so ganisa ion und Zusammena bei , dann
en s ehen neue Einsich en in die Funk ionsweisen on O ganisa ionen. Ol mann besch eib
wei e : „Auch die in ihnen agie enden Menschen e hal en dann einen ande en S a us. Sie
sind nich meh o e Gegens ände, die du ch lenkende Füh ung zum Funk ionie en geb ach
we den müssen, sonde n lebende, ges al ende Elemen e des Ganzen, dass du ch das
Handeln alle e s zu dem wi d, was es is .“
139
136
Ebenda.
137
Hauschild /Salomo, 2007, S. 106, e zich en an diese S elle bewuss au den Beg i de O ganisa ion; um
einen O dnungsbeg i zu de inie en, wi d im wei e en Ve lau de Beg i Inno a ionssys em e wende .
138
Ol mann, 1999, S. 30.
139
Ebenda, S. 30 .
55
Diese sys emische, ganzhei liche Sich de O ganisa ion be on im Besonde en die
gegensei ige Abhängigkei alle Fak o en oneinande , e bunden mi dem Bes eben,
Einzelelemen e zwecks ie e gehende Analyse wiede zusammenzu ügen.
2.3.1 Die Posi ion des P ojek managemen s im Inno a ionsp ozess
In de ganzhei lichen Aus ich ung des Inno a ionssys ems komm dem P ojek managemen
eine zen ale Posi ion zu. Bei jede Inno a ion handel es sich um ein be is e es, au eine
spezielle Au gabene üllung ausge ich e es P ojek .
140
Dabei schließ die Ins i u ionalisie ung
de Inno a ionsak i i ä en in eigenen Ab eilungen die P ojek pe spek i e mi ein. Pa allel
dazu is es möglich, dass Inno a ionen auch auße halb de Ab eilungen ablau en. Eine
ganzhei liche Aus ich ung on Inno a ionen e hinde eine ins i u ionelle Spezialisie ung
ebenso wenig wie ein spezi isches P ojek managemen on Inno a ionen. Jede P ozess
muss hie als E gänzung de s uk u ellen und p ozessualen Spezialisie ung gedach
we den, e bunden mi dem in eg a i en Gedanken, dass es auch auße halb de
Spezialisie ung Inno a ionen geben kann.
141
Quali ä smanagemen in P ojek en
Im Rahmen des Inno a ionsp ozesses is es kla de inie es Ziel, die Quali ä des P oduk es,
abe auch die dazugehö ige Diens leis ung zu e besse n. Quali ä is , was de Kunde
wünsch . Die An o de ungen we den in einem Kommunika ionsp ozess zwischen den zu
be iedigenden Kunden und dem Bie e e mi el und e einba . Pa zack/Ra ay
kennzeichnen diesen P ozess als To aly Quali y Managemen (TQM).
142
Diese um ass im
Wesen lichen ein Quali ä sbewuss sein in einem sys emo ien ie en, das ganze
Un e nehmen einschließenden Sinne. Diese p ozesso ien ie e, me hodisch ges ü z e
Vo gang is au eine pe manen e Ve besse ung ausge ich e . Als eine Besonde hei des
P ozesses is he o zuheben, das TQM im Managemen p ozess du ch Koope a ion e eich
we den soll. Nich das P oduk , sonde n de P ozess s eh im Mi elpunk de Be ach ungen.
Wie sich das gesam e Um eld eines Sys ems lau end ände , is auch beim Kunden eine
Ände ung und En wicklung de Wünsche Rechnung zu agen. Dahe muss eine pe manen e
Feedback-Schlei e om Kunden zum Un e nehmen ode zu O ganisa ion einge ich e sein,
wodu ch Ände ungen im Sinne eine Ve besse ung de selben, das bedeu e in Anpassung
140
Hauschild /Salomo, 2007, S. 108.
141
Vgl. hie zu die G a ik bei Hauschild /Salomo, 2007, S. 107: S uk u a ian en des
Inno a ionssys ems/Posi ion des P ojek managemen s.
142
Pa zack/Ra ay, 2004, S. 508.
56
an geände e Kundenwünsche, gesiche we den. Die Ve besse ung des P ozesses is eine
nie endende Au gabe, ein ohne Un e b echung ablau ende Syn hese-Analyse-Zi kel. Diese
Regelk eis, japanisch auch Kaizen genann , bedeu e ein pe manen es Suchen eines
besse en Weges. Diese Bezeichnung implizie o mals in Ve bindung mi bewuss o en
gehal enen Handlungsspiel äumen die Vo s ellung eine „Vision“
143
. Me hodisch bedeu e
dies ü die Umse zung, eine U sachenanalyse und P ozessges al ung s e s
o wegzunehmen.
O ganische e sus mechanische S uk u des Managemen sys ems
In de Typologie des Managemen s wi d zwischen zwei O ganisa ionen un e schieden,
genann we den dabei „mechanis ische“ und „o ganische“ Managemen sys eme.
144
Das
mechanis ische Managemen sys em is als Basismodell de wohlgeo dne en Bü ok a ie zu
e s ehen. Eine o mals nu unzu eichende Umse zung in s a en Ve wal ungss uk u en, das
Wei e bes ehen on Hie a chien un e ande en Beg i lichkei en e schwe nach wie o ,
dass Neue ungen dabei als Inno a ionspo en iale genu z we den.
145
Das mechanis ische
Managemen sys em is nach s abilen Umwel en ausge ich e , es de inie sich du ch seine
es en S uk u en. Dabei is es kla gegliede , e olg wohlde inie e Ziele, e üg übe
p äzise S ellenbesch eibungen sowie eine pe sonenunabhängige S ellenbese zung, eine
Zen alisie ung de En scheidungen an de Spi ze de Hie a chie, e ikal e lau ende
Kommunika ionsbeziehungen, O ien ie ung am jeweiligen Vo gese z en sowie Loyali ä und
Geho sam.
Die o ganische Va ian e des Managemen sys ems is seh iel unkla e und uns uk u ie e .
Sie is angeleg in eine ehe e ände lichen Umwel , die, beding du ch ih e
Nich einschä zba kei , imme wiede neue P obleme au wi und dami die Planung
e schwe . Ih e Eigenscha en sind unscha e, nich au Daue es geleg e Ziele, keine
endgül ige Au gabende ini ion und S ellen ixie ung; sie is als eine „O ganisa ion ad
pe sonam“ anzusehen, ohne ein Denken in Rech en und P lich en, sonde n Denken in
P oblemlösungen. Kon olle, Au o i ä und Kommunika ion we den nich au den
Vo gese z en ausge ich e , sonde n in einem komplexen In e ak ionsne z ealisie . Die
Kommunika ion läu dabei la e al, also sowohl ho izon al als auch sch äg zwischen S ellen
un e schiedlichen Ranges.
Anhand diese Aus üh ungen kann abgelei e we den, dass eine mechanische O ganisa ion
die Du ch üh ung on Inno a ionen behinde , eine o ganische diese ö de . Die
143
Hauschild /Salomo, 2007, S. 109.
144
Ebenda, S. 110.
145
Remmel-Faßbende , 2005, S. 75.
57
Bundesagen u ü A bei konn e bishe in ih en G undzügen als du chaus o wiegend
mechanisch de inie we den. Die wei e e Me hodenwahl, welche insbesonde e eine
anspa en e Kommunika ion zum Ziel ha , muss dahe sowohl au den Inno a ionsp ozess
als auch au die o he schenden S uk u en abges imm sein.
2.3.2 P ojek managemen als Schni s ellenmanagemen
Analyse on E olgs ak o en
Wi d anhand eine sys emischen O ganisa ionsbe ach ung das P ojek managemen
ollzogen, so müssen ü eine e olg eiche P ojek a bei zunächs einmal die e schiedenen
Ein luss ak o en benann we den.
146
Eine Analyse de O ganisa ionss uk u en soll e
ollzogen we den, da s uk u elle Rahmenbedingungen un ennba mi de Sys emumwel
des P ojek es e bunden sind und die E olgsaussich beein lussen. Ebenso scha en
S uk u en Rahmenbedingungen ü das Handeln de Pe sonen, üh en abe ebenso zu
Scha ung on S uk u en. Beide s ehen in engem Aus ausch, weil menschliches Ve hal en
sich un e ande em am bes ehenden s uk u ellen Rahmen aus ich e , diesen abe auch
zugleich mi ges al e . Ebenso ele an is die Analyse de Ve hal ensweisen de
P ojek lei ung und de Mi gliede , zumal diese eben alls s a k on den
O ganisa ionss uk u en de P ojek umwel gep äg sind und sich nachhal ig au die
E olgschancen eines P ojek es auswi ken. Als äuße s no wendig kann in diesem
Zusammenhang die Fähigkei zu eambezogenem Ve hal en sein, diese is als ein Teil de
sozialen Kompe enz anzusehen. Wei e is die achliche Quali ika ion de P ojek eilnehme
ein wesen liche E olgs ak o .
Als ein hemmende Fak o is anzusehen, dass die P oduk i i ä on P ojek a bei au g und
Zei - und Konku enzd ucks s e ig ges eige we den muss. S udien zum Themenkomplex
P ojek managemen klamme n den Menschen selbs meh ode wenige aus. Diese is abe
zen al, weil e die P ojek üh ung wah nimm und P ojek e beziehungsweise ih E olg
bes immend on Menschen gep äg we den. Zwei ellos sind Ve hal ensweisen on
Menschen schwe e zu e assen und zu besch eiben als quan i a i hin e legba e
Ne zplan echniken ode Da en e a bei ungssys eme. De Fokus muss e neu wiede au den
eigen lichen E olgs ak o des P ojek managemen s, den Menschen und sein
Zusammenwi ken mi ande en, ge ich e we den.
Ausgangspunk ü die En wicklung des P ojek managemen s wa die E kenn nis, dass ü
146
Ol mann, 1999, S. 32.
64
O ganisa ion mi dem Ziel, die Leis ungs ähigkei diese O ganisa ion angesich s neue
Kon ex bedingungen zu op imie en. De En wicklungsp ozess muss geplan , du chge üh
und e aluie we den.“
170
Dami eine Umse zung geling , muss die O ganisa ion
Kompe enzen, S uk u en und P ozesse scha en, die es e möglichen, den in de S a egie
o mulie en Ansp uch au einen Disku s zwischen den Ve an wo lichen im Un e nehmen
bzw. im Sys em einzulösen.
171
S unk se z den Beg i „Ve ände ungsmanagemen “ mi de Bezeichnung „Change
Managemen “ gleich. Im Rahmen des „Change Managemen s“
172
de inie en
Dopple /Lau e bu g die Vision als Ausgangspunk ü das Lei bild. Eine Vision is
un e zich ba ü die Fo en wicklung eine O ganisa ion und bes eh im Ke n aus eine
Mischung aus I i a ion und Neugie . Sie dien als emo ionale Basis ü ein
Ve ände ungsmanagemen und läss die Fo mulie ung eines gemeinsamen Lei bildes zu.
173
Aus dem Lei bild lassen sich S a egien in Fo m on Au gaben und P ozessen ablei en, um
Ziele zu e eichen. Nach Hauschild /Salomo sind Ziele dabei kla on Visionen zu
un e scheiden: Visionen e gänzen die en scheidungs heo e ische Pe spek i e de Ziele um
die Du chse zungspe spek i e. Visionen sind jedoch konk e s imulie ende, leich
e s ändliche Ku z o meln, die das Handeln de Be eilig en kla aus ich en sollen. Ziele sind
du chaus un e schiedlich exak und ex ensi besch eibba . Sie sind als no ma i e Aussagen
on En scheidungs äge n anzusehen, die einen gewünsch en und on ihnen ode ande en
anzus ebenden zukün igen Zus and de Reali ä besch eiben.
174
An zukun sweisenden und iel e sp echenden Planungen bes eh auch in de
Sozialwi scha kein Mangel. Die Umse zung gu o mulie en S a egien schei e meis ens
an de Fähigkei de O ganisa ionen, diese in die Ta umzuse zen, da die Handlungspa ne
im Rahmen eine ins i u ionellen Hie a chie o mals noch in bü ok a ische
Ve wal ungss uk u en eingebunden sind. Die Selbs o ganisa ion in ih e Funk ion als
o ganisa ionale T eibe se z neben einem hohen Maß an gegensei ige Rücksich nahme
und einem Ve hal ensmus e basie end au Koope a ion und Le nen o allem au die
Ne zwe ko ganisa ion, die sich e ände en Bedingungen lexibel anpassen kann.
175
Um
diese Fo m de O ganisa ionsges al ung p ak izie en zu können, müssen eine sys emische
170
S unk, 2005, S. 155.
171
G ollmann, 2008, S. B8.
172
Dopple /Lau e bu g, 2005, S. 58.
173
S unk, 2005, S. 171.
174
Hauschild /Salomo,2007, S. 366.
175
S unk, 2005, S. 161.

65
Ve äglichkei und ein hohes Maß an S uk u e an wo ung de Be eilig en bes ehen. Je
meh Hie a chie in eine O ganisa ion o handen is , des o unwah scheinliche die
Realisa ion des Selbs o ganisa ionsgedankens.
2.5.1 Die P ozesske e als kommunika i e G undlage
Die Sys emumwel de Sozialwi scha is ins abil, und es bes ehen un e schiedliche
Wi klichkei skons uk ionen de Handlungspa ne . Eine zei gemäße Ges al ung de
O ganisa ion muss im Zuge eines e ek i en Umse zungsp ozess au unk ions ähige
P ozesse und sinn olle P ozesske en ausge ich e sein.
176
In s abilen und kon inuie lichen
S uk u en mi Abläu en, die übe einen länge en Zei aum un e ände und einschä zba
blieben, wa das Denken im Rahmen eines O ganig amms du chaus angeb ach . Je
ins abile jedoch die Umwel , des o meh sind die Au gaben und de en
Bewäl igungsp ozesse einem s ändigen Wandel un e wo en. Das ha zu Folge, dass sich
das o ganisa o ische Denken zu einem Denken in sich schnell wandelnden P ozesske en
e ände . Diese Sach e hal e o de eine lexible, au einen beg enz en Zei aum
angeleg e P ojek o ganisa ion, eine asche und quali izie e Ve s ändigung wi d zu
en scheidenden F age. In o ma ion muss an die P ozesske en gekoppel we den, denn
e ablie e Hie a chien sind o mals ü die d ingend no wendigen In o ma ionen nich
du chlässig genug. Je wenige zwischengeschal e e Ins anzen einen In o ma ions e lus
zulassen, des o e olg e sp echende das Resul a , denn jede Zwischens u e e ände die
Bo scha .
E ek i i ä und P oduk i i ä in eine Phase des kon inuie lichen Wandels se zen o aus,
dass die In o ma ion au dem schnells en Weg do hin geb ach wi d, wo sie geb auch wi d.
In diesem Zusammenhang is die P ozess olge als maßgebliche Fak o anzusehen. Das ha
zu Konsequenz, dass es unweige lich zu eine Um e eilung de Mach komm , Hie a chien
beginnen abzu lachen, und In o ma ionswege we den imme kü ze .
176
Aus sys em heo e ische Sich is es zunehmend p oblema ische gewo den, Ve ände ungs o haben
glaubwü dig zu kommunizie en. O mals en pupp e sich de Beg i „Change Managemen “ als i e üh end,
denn e sugge ie e häu ig die Möglichkei di ek i e S eue ung on Ve ände ung, die o mals so ein ach in
de P axis de O ganisa ion nich du chzuhal en wa , gl. Ke s ing, 2005, S. 1.
66
2.5.2 Die Selbs s eue ung als s uk u elle Umb uch
Die Möglichkei , eine wei gehend selbs ges eue e O ganisa ions o m zu scha en, wi d bei
Dopple /Lau e bu g als „Quan ensp ung“ bezeichne .
177
Die Au o en gehen so wei , diesen
P ozess als adikalen s uk u ellen Umb uch zu kennzeichnen – du chaus zu Rech , wenn
man be ücksich ig , dass diesen neuen Konzep en ein öllig ande es O ganisa ionsmodell
zug unde lieg . Das Modell beweg sich weg on de klassischen, au A bei s eilung und
Hie a chie be uhenden O ganisa ion, hin zu einem Ne zwe k selbs s ändige , hoch
in eg ie e und im ope a i en Be eich selbs s eue nde Be iebe und G uppen.
Diese komplexe O ganisa ions o m benö ig ein öllig neues He angehen an die an sie
ges ell en Au gaben. Fü eine e olg eiche Umse zung genüg es keines alls, bloße
Au gaben e eilung zu be eiben ode Funk ionen zu e lage n. Soll de P ozess de
Selbs s eue ung sinn oll umgese z we den, so e o de diese ein hohes Maß an
Kommunika ion und Koope a ion inne halb de einzelnen G uppen und
O ganisa ionseinhei en. Die Fähigkei zu ech e Teama bei au säm lichen Ebenen is als
de zen ale E olgs ak o anzusehen. Ein Handeln im Gesam in e esse is neben
un e nehme ischen Denken eine wich ige Basis ü eine Koo dina ion im Gesam e bund. Es
muss au allen Ebenen unk ions-, esso - und be iebsübe g ei end gedach we den, und
zwa selbs ä ig und selbs e an wo lich, weil es nun keine zen ale S eue ung meh gib .
Bei de Ne zwe ko ganisa ion handel es sich um einen hochg adig in e ak i en O ganismus,
ü den eine o ene und lebendige Kommunika ion G undlage ü eine Selbs egulie ung is .
Dopple /Lau enbu g gehen an diese S elle mi ih en Aus üh ungen so wei , es zus ellen:
„Kommunika ion is die Al e na i e zu Hie a chie.“
178
Diese O ganisa ions o m legi imie sich
da in, die einzig augliche Al e na i e zu dem au s a e hie a chische Gliede ung
be uhenden S eue modell da zus ellen.
2.5.3 Koope a ionsbe ei scha und Mo i a ion
Die Ne zwe ko ganisa ion is als hoch di e enzie und sensibel anzusehen. Um ih ge ech
zu we den, is on allen Handlungspa ne n pe sönliches Engagemen ,
Kommunika ions ähigkei und Koope a ionsbe ei scha ge o de . De Fak o
Koope a ionsbe ei scha is dabei in de Umse zung seh schwie ig. Das he kömmliche
177
Dopple /Lau e bu g, 2005, S. 59.
178
Ebenda, S. 60.
67
Ins umen a ium is as ausnahmslos da au ausge ich e , Einzelleis ung und
Einzel e an wo ung he auszus ellen.
Fü ein e olg eiches P ojek managemen is jedoch ein we schä zende Zugang de
Teammi gliede zueinande zunächs als wich igs es Elemen und G undlage eine jeden
Teama bei anzusehen. Wenn die jeweils be o zug en Ve hal ensweisen de Mi a bei e und
de en indi iduelle Un e schiede bekann sind, is die Basis ü den ich igen Umgang, d.h. ü
eine adäqua e Kommunika ion mi einande , gegeben
Ki chmann de inie deu lich, dass eine e ek i e P ojek kul u unabdingba Kommunika ion
o ausse z
179
, ü Schulz-Wimme is sie de wesen liche Fak o ü den E olg: „P ojek a bei
is e s ens In o ma ion und Kommunika ion, zwei ens In o ma ion und Kommunika ion und
d i ens In o ma ion und Kommunika ion, und zwa in alle Rich ungen. Das is das
un e zich ba e Schmie mi el ü den E olg, hie soll e als le z es gespa we den.“
180
Das
bedeu ends e Mi el zu Übe windung on Schni s ellen is die Kommunika ion. Die
P ojek lei ung soll e diese o leben; Basis eine e olg eichen Kommunika ion und eine
e izien en P ojek üh ung sind s e s We schä zung und O enhei . We schä zung und
Akzep anz sind G undlagen pa ne scha liche Beziehungen: Wi d ein Mensch e le z ,
denk e nich meh mi , is e nich meh k ea i . We schä zung bedeu e , einen ande en
Menschen zu ach en und e ns zu nehmen. Inwiewei dies jemandem geling , häng
maßgeblich on seinem eigenen Selbs we ge ühl ab. Nu we sich selbs akzep ie und
ach e , kann auch ande e akzep ie en und ach en.
Eine eh liche O enhei ö de den Inno a ionsp ozess. Eine e izien e P ojek üh ung basie
s e s au O enhei . Zu einem Basis e hal en de pa ne scha lichen Zusammena bei
gehö en die O enhei bzw. die Ech hei und dami die Glaubwü digkei des Ve hal ens. Lau
Ki chmann is es kon ap oduk i , e was o zugeben, was nich da is . O enhei en sp ich
dem Bedü nis nach Nähe und Kon ak . Auße dem dien sie le z lich de Zielo ien ie hei , da
Meinungs e schiedenhei en o en ausge agen we den und die be ieblichen Ve s eckspiele,
die seh iel Geld und Ene gie kos en, un e bleiben. O enhei is dabei o mals eine
G a wande ung. Nega i e E ah ungen können Ängs e auslösen. Fazi : Eine on
We schä zung und O enhei gep äg e P ojek kul u scha die Vo ausse zung ü eine
e izien e P ojek üh ung.
181
179
Ki chmann, 1997, S. 53.
180
Schulz-Wimme , 2007, S. 15.
181
Wie wich ig eine Kul u de geleb en O enhei und T anspa enz is , zeig zum Beispiel die
K ea i i ä s o schung: Rund 70 % de inno a i en Ideen we den auße halb des A bei spla zes k eie und
konk e isie . Abe nu , we sich im A bei sum eld wohl ühl , wi d sich auch in de F eizei p oduk i e
Gedanken übe neue P oblemlösungen machen, gl. Ki chmann, 1997, S. 54.
68
Beobach ungen zeigen, dass sich Menschen in analogen Si ua ionen un e schiedlich
e hal en, dass jede Pe son ih e spezi ische A ha . Gemein is hie im Besonde en ih
eigene S il, au bauend au subjek i en E ah ungen und Wah nehmungen. Daneben sind
Fähigkei en, abe auch We e hal ungen und Übe zeugungen on ausschlaggebende
Bedeu ung ü eine e ek i e Zusammena bei . Die Komponen en de Pe sönlichkei ss uk u
sind biologisch, physiologisch und du ch die soziale Umwel , die Sozialisa ion, gep äg . Viele
de anscheinend zu älligen Ve hal ensmus e sind konsis en e Na u und basie en au
elemen a en Un e schieden de Indi iduen bezüglich ih e Fähigkei en, die Umwel
au zu assen und zu beu eilen.
Bei de Auswahl eines P ojek eams soll e dahe nich nu au die K i e ien des Könnens und
de E ah ung o gegangen we den, sonde n auch au den Pe sönlichkei s yp Rücksich
genommen we den. So is de in ui i - ühlende Mensch das genaue Gegen eil des
senso isch-denkenden Typus: die A de In o ma ionsau nahme und de
En scheidungsp ozess beide e hal en sich diame al.
182
E olg eiche Teams sind du ch ein hohes Ausmaß an Zusammenhal , Engagemen und
Zielo ien ie ung gekennzeichne . Wie bedeu ungs oll eine unk ionie ende Teama bei und
somi ein o handene Wille zu e ne z en Kommunika ion is , zeig sich un e ande em an
eine di ek en, e ne z en Kommunika ion zwischen allen Be eilig en im Team. Diese
beschleunig die In o ma ions e eilung im Ve gleich zu eine zen al o ien ie en
Kommunika ion eno m. Im Rahmen eine au diese Weise angeleg en
Kommunika ionss uk u e ügen alle Be eilig en übe die Kenn nis de Gesam p oblema ik
ans elle eine nich op imalen Teilsich . In diesem Rahmen e olg eine Iden i ika ion de
Be eilig en mi de Gesam si ua ion ans a mi ab eilungso ien ie en Teillösungen. Ge äll e
G uppenen scheidungen sind im Allgemeinen besse als die on einzelnen Indi iduen: Die in
de G uppe e a bei e en En scheidungen e zeugen eine Ve p lich ung und eine emo ionale
Bindung und Akzep anz – im Gegensa z zu den on Einzelpe sonen ge o enen
En scheidungen. Ein wei e e wich ige Fak o is , dass das indi iduelle Le nen in de G uppe
in ensi un e s ü z wi d.
182
De in ui i - ühlende Mensch e kö pe ü Pa zack/Ra ay das genaue Gegen eil zum senso isch-
denkenden Menschen: E ep äsen ie die Ex em o m des quali a i en Vo gehens im Managemen .
Dennoch besi z e in seine Rolle als Ka alysa o , Sp eche , Ve mi le und Gene alis mi He z ü die
Au o en eine lang is ige Zukun spe spek i e ü eine menschenwü dige O ganisa ion, gl. Pa zack/Ra ay,
1998, S. 50 . Diese Hinweis läss sich in de 4. Au lage 2004 in diese e wei e en Fo m nich meh inden.
Hie wi d on den Au o en au die No wendigkei eine Auswahl de Teammi gliede abhängig om
de inie en Teamziel e wiesen, gl. Pa zack/Ra ay, 2004, S. 130.
69
We den jedoch die Schwe punk e zu seh au den kommunika i en Be eich in de G uppe
geleg , kann sich die G uppenkommunika ion als seh zei au wendig he ausk is allisie en,
ganz besonde s, wenn sie die G uppena bei und dami den Bei ag jedes einzelnen e ns
nimm . Ebenso e lau en G uppendiskussionen manchmal in eine o ensich lich unp oduk i e
Rich ung und e scheinen zumindes dann als Zei e schwendung; auch inden zu he e ogen
zusammengese z e G uppen wegen de un e schiedlichen indi iduellen We hal ungen,
E wa ungen und Ve hal ensweisen keine gemeinsame Planungsg undlage ü
G uppen egeln und G uppenno men.
Sollen nun Indika o en au gezeig we den, welche die En wicklung e izien e Teams
ö de n
183
, dann soll e das A bei sziel kla de inie und on allen G uppenmi gliede n
e s anden und akzep ie sein. Ebenso wünschenswe is eine ausgewogene
Teamzusammense zung und S uk u ( achliche und soziale Kompe enz) sowie
Un e s ü zung und Ane kennung des Teams on außen. Die A mosphä e is in o mell, jede
Bei ag wi d au genommen und gewü dig , alle Ansich en we den disku ie , keine wi d
übe gangen ode un e d ück . Alle G uppenmi gliede sind engagie an Diskussionen
be eilig und können ih e Meinungen o en äuße n. Die no male G uppendiskussion is nich
pe sonen- sonde n sachbezogen, Kon lik e we den im Team o en ausgesp ochen und
geklä . De G uppenlei e is nich au o i ä ode dominan . E ha eine Ve mi le unk ion,
nich sein P es ige, sonde n die Au gabe s eh im Vo de g und. In de G uppe he sch eine
kla e und on jedem akzep ie e Rollen- und Au gaben e eilung. Ein am E olg o ien ie es
Mo i a ionssys em ha sich he ausgebilde , Pe sonen mi En scheidungskompe enz we den
mi in den P ozess e lau eingebunden.
183
Pa zack/Ra ay, 2004, S. 56.

70
3. Das P axis eld: Die ak uelle Ausbildungspla zsi ua ion
Im Folgenden wi d de Fo schungsgegens and de o liegenden A bei um assend
e deu lich . Nach eine Da s ellung de Si ua ion de Ausbildungssi ua ion in Deu schland
bilde de egionale Bezug den Ke n de wei e en Analyse. Im Rahmen eine egional
eingeg enz en P oblemda s ellung wi d neben S a is iken und Fachpublika ionen auch au
die Be ich e s a ung de egionalen P esse Bezug genommen, da diese egelmäßig übe
alle Teilaspek e des Ausbildungsma k es im Landk eis Di hma schen in o mie .
3.1 Sozialpoli ische Rahmenbedingungen des Ausbildungsma k es in Deu schland
Sei dem Jah 2000 zeichne e sich in Deu schland ein d ama isches P oblem au dem
A bei sma k au : ein d as ische Rückgang de Ausbildungsplä ze
184
in nahezu allen
Be eichen, sodass im Jah 2004 nu noch 23 P ozen alle Be iebe einen Ausbildungspla z
zu Ve ügung s ell en. Im Zuge de poli ischen B isanz des Themas sowie de
Ums uk u ie ung de Bundesagen u ü A bei wu de da au hin im Jah 2004 ein
Ausbildungspak – auch: „Na ionale Pak ü Ausbildung und Fachk ä enachwuchs in
Deu schland“ – geschlossen, de inzwischen bis zum Jah 2010 e länge wo den is .
185
Bündnispa ne sind Ve e e de Wi scha und Poli ik, die sich gemeinsam e p lich e
haben, zunächs ü die Daue on d ei Jah en wiede ü aus eichend
Ausbildungskapazi ä en zu so gen. E gebnisse des Pak es liegen o ; die Bewe ung de
E gebnisse is , je nach Sich weise de un e schiedlichen Meinungen, seh un e schiedlich.
186
Fü die kommenden Jah e wu de noch An ang 2008 eine posi i e En wicklung des
Ausbildungsma k es du ch die Medien p ognos izie . So wa en sechs Mona e o Beginn
des Ausbildungsjah es im Sep embe 2008 lau Bundess a is ik de Agen u ü A bei
259.000 Leh s ellen gemelde , 14,4 P ozen meh als im Vo jah eszei aum, die Zahl de
Bewe be sank dagegen um 15,6 P ozen au 452.000. Im Ve gleich zum Jah 2007 ha sich
die echne ische Di e enz zwischen Leh s ellen und Bewe be n dami meh als halbie . Die
o izielle S a is ik weis eine Zahl on 14.500 un e so g en Bewe be innen und Bewe be n
aus. Nach Angaben de Bundesagen u ü A bei gab es Ende Sep embe 2008 echne isch
soga 5000 Ausbildungsplä ze meh als Bewe be . G ünde da ü sind die sinkende Zahl on
Schulabgänge n und ein höhe es Ausbildungspla zangebo de Wi scha . Die Regie ung
184
Bo ensiepen, 2004, S. 1.
185
BMWi, 2008a.
186
BMWi, 2008b.
71
e wa e nun soga einen „Ausbildungs eko d“
187
, mi e wa 640.000 Ausbildungs e ägen
könn e die höchs e Zahl sei de Wiede e einigung e ziel we den.
Wesen liche Ve ände ungen au dem Ausbildungspla zma k sind jedoch noch nich in
aus eichendem Maße spü ba . Auch wenn be ei s im Jah 2007 ein wi scha liche
Au schwung, de zunächs auch die Ausbildungspla zsi ua ion posi i beein luss e, zu
e zeichnen wa , e geben sich auch wei e hin wesen liche P obleme o allem ü
benach eilig e Jugendliche.
188
De P äsiden de Deu schen Indus ie- und Handelskamme
Ludwig Geo g B aun schein diesen Pe sonenk eis in seine P ognose ü das
Ausbildungsjah 2008 nich mi einzubeziehen, wenn e kommen ie , Jugendliche hä en in
diesem Jah glänzende Aussich en au eine Leh s elle, da es meh Ausbildungsplä ze als
Bewe be gäbe. Insbesonde e die Al bewe be p o i ie en da on – eine o mals
un ealis ische Eins ellung, denn im wei e en Ve lau de S ellungnahme a gumen ie B aun,
dass in e s e Linie „Schulabgänge mi o den lichen No en in Ma hema ik und
Na u wissenscha en gesuch wü den“
189
.
Un e so g e Bewe be we den o aussich lich nach Absol ie en de Maßnahmen neben
wei e en Schulabgänge n den Ausbildungss ellenma k auch wei e hin s a k equen ie en
und dabei wei aus schlech e e Chancen haben. Je länge diese jungen Menschen nach
einem Ausbildungspla z suchen, umso ge inge is leide auch die Aussich au E olg.
O mals is de S a us aus eichend, Al bewe be zu sein und somi übe ein höhe es
Lebensal e zu e ügen, was Ausbildungsbe iebe on eine Eins ellung le z lich doch
zu ückhäl .
190
Von 734.300 Jugendlichen ha en im Jah 2007 be ei s bundeswei und
385.000 Jugendliche länge als zwöl Mona e die Schule e lassen, ohne einen
Ausbildungspla z ge unden zu haben. Es is auch 2008 wei e hin on einem ganz
e heblichen Nach ageübe hang auszugehen. Ein wenig en spannend au den
Ausbildungspla zma k wi ken die be ei s sinkenden Schüle zahlen; 2008 we den und
30.000 Schüle wenige die Schulen e lassen als im Vo jah .
191
Auch de Deu sche Gewe kscha sbund we e die Tendenz au dem Ausbildungsma k als
posi i es Zeichen, sieh jedoch keinen Anlass zu En wa nung: Ein Plus on 10.400
be ieblichen Ausbildungsplä zen im Ve gleich zum Vo jah heiß nich , dass das P oblem
gene ell gelös is , so die s ell e e ende DGB-Vo si zende Ing id Seh b ock im Ok obe
187
Financial Times Deu schland om 14.10.2008, S. 10.
188
F ei/Janik, 2008, S. 1.
189
DLZ om 14.05.2008, S. 1.
190
DLZ om 01.03.2008, S. W7.
191
DLZ om 14.05.2008, S. 3.
72
2008 in Be lin.
192
De posi i e Ve lau sei ausschließlich das E gebnis de gu en
konjunk u ellen Lage
193
und de um 114.000 gesunkenen Zahl de Bewe be innen und
Bewe be im Be ich szei aum zu e danken. Von insgesam 620.200 gemelde en
Bewe be innen und Bewe be n bekamen lediglich 282.130 di ek einen Ausbildungspla z.
41.750 Jugendliche such en sich eine Al e na i e, 81.850 wu den in sogenann e
ausbildungs o be ei ende Maßnahmen e mi el . Bei eine Be ei s ellung on 432.690
be ieblichen Ausbildungslä zen exis ie nach wie o eine be iebliche
Ausbildungspla zlücke on 187.520 Plä zen. Au g und dieses Sach e hal es is hie bei
besonde s au den zukün ig d ohenden Fachk ä emangel zu ach en.
Um die Ausbildungsmo i a ion de Be iebe wiede zu e höhen, s eh bei den Ve e e n de
Gewe kscha en die Ein üh ung eine Ausbildungspla zabgabe als P lich bei ag ü
ausbildungsunwillige Be iebe imme noch zu Diskussion. Als ande e Al e na i e, welche
sich be ei s in de Umse zungsphase be inde , gil gegenwä ig de Ausbildungsbonus, de
wi scha lich schwachen Be ieben bei de Eins ellung on Al bewe be n und Benach eilig en
Un e s ü zung geben soll. Mi diesem Fö de ins umen will die Bundes egie ung 100.000
Al bewe be n die Möglichkei au einen eilweise ö en lich inanzie en Ausbildungspla z
scha en. Im Rahmen diese Regelung is es o gesehen, Fi men je nach Höhe de
Ausbildungs e gü ung insgesam eine P ämie zwischen 4.000 und 6.000 Eu o zukommen zu
lassen, so e n diese einen neuen Ausbildungspla z ü einen Al bewe be scha en.
194
3.2 Fo schungsgegens and: Die Si ua ion jugendliche Schulabgänge in
Di hma schen
De Landk eis Di hma schen is heu e eine 1.405 Quad a kilome e g oße Region an de
Wes küs e Schleswig-Hols eins, in de 136.216 Einwohne leben. In de K eiss ad Heide
wohnen 20.765 Menschen.
195
Hie be inden sich neben de K eis e wal ung auch die
Haup s elle de Agen u ü A bei sowie die A bei sgemeinscha Di hma schen mi
Zweigs ellen in Meldo , B unsbü el und Tönning, da die Agen u ü A bei die Halbinsel
Eide s ed
196
mi be eu . 38.056 Einwohne sind e we bs ä ig und in einem
192
DGB, 2008.
193
Wie sich die konjunk u elle Lage in Deu schland wei e en wickeln wi d, is zu zei noch nich absehba . Sei
de Finanzk ise om Sep embe 2008 is da on auszugehen, dass sich als Folge de Rezession die Si ua ion
au dem A bei sma k in 2009 wiede d as isch e schlech e n wi d, gl. Niejah /Rudzio, 2008,S. 21.
194
IBB, 2008a, S.1
195
Die Angaben beziehen sich au den 31.03.2008, gl. K eis Di hma schen.
196
Eide s ed be inde sich im K eis No d iesland.
73
sozial e siche ungsp lich igen A bei s e häl nis, meh als 12.000 A bei nehme gehen einem
ge ing ügigen A bei s e häl nis nach.
Mi diesen Zahlen lieg Di hma schen landes- und bundeswei im un e en Be eich de
E we bs ä igkei . Auch heu e is Di hma schen o z eine gewissen Anpassung an den
wi scha lichen Wandel noch eine o wiegend landwi scha lich gep äg e Region. Dahe ha
de Rückgang ge ade in den handwe klich o ien ie en Be u s elde n, beding du ch den
Rückgang kleine bis mi els ändische Be iebe, welche du ch die konjunk u elle Schwäche
de le zen Jah e besonde s ge o en wa en, e hebliche Konsequenzen. Mi de Abnahme
diese Be u sg uppen wu de zugleich ü Schulabgänge de Haup - und Realschulen die
Be u swahl s a k eingeg enz .
Obwohl lau S a is ik ein leich e Übe hang an Ausbildungsplä zen bes and, konn en bis
Ok obe 2008 17 on insgesam 870
197
zu Ve ügung s ehenden Ausbildungsplä zen in
Di hma schen nich bese z we den. Fü die Analyse is es no wendig, u sächliche
Zusammenhänge he zus ellen, wie beispielsweise die schlech e Ve keh sanbindung ü die
Jugend aus den dö lichen Regionen. Haup aspek ü ein Nich zus andekommen des
Ausbildungs e häl nisses is jedoch meis die mangelnde Passgenauigkei de Bewe be
beding du ch eine Di e enz on Be u swunsch und schulische Quali ika ion, abe auch
beding du ch einen Mangel an Sozialkompe enzen.
E schwe wi d die Ausbildungspla z e mi lung auch du ch mangelnde Flexibili ä , wenn es
bei den Jugendlichen da um geh , die Region zu e lassen. Das P oblem is jedoch
ielschich ige gelage , e schwe end komm hie noch hinzu, dass sich die in ensi e Heima -
und Gemeinscha s e bundenhei de Di hma sche Be ölke ung als imme noch seh
p ägend e weis .
198
Im Lau e des wei e en Kapi els sollen ü eine wei e e S uk u ie ung de P oblems ellung
zunächs anhand s a is ische Zahlenwe e signi ikan e Kon ex e in Bezug au die
Ausbildungspla zsi ua ion da ges ell und im Anschluss disku ie we den.
197
Die im wei e en Ve lau e wende en Zahlen beziehen sich, sowei nich ande s gekennzeichne , ausnahms-
los au die S a is ik de Bundesagen u ü A bei , Bewe be und Be u sausbildungss ellen 2000–2008.
198
D üke, 1997, S. 67 .
80
insgesam zu hoch, besonde s schwache Schulabsol en en/Haup schüle können den
An o de ungen de Ausbildung nich meh olgen. Sind die An o de ungen insbesonde e in
de Be u sschule nich meh e eichba , komm es unweige lich zu eine e höh en Anzahl
on Ausbildungsabb üchen.
Au g und schlech e Vo ab-In o ma ionen sowie einem unzu eichenden Abgleich on
Kompe enzcheck und Be iebsp o il en s ehen beidsei ig F us a ionen. Auch hie is de
messba e Indika o die Anzahl de Ausbildungsabb üche. Geh ein Bewe be schlech
in o mie ein Ausbildungs e häl nis ein ode wi d ein Be u nu als P lich wahl ge o en, ü
den keine lei Neigungen bes ehen, is nich on einem e olg eichen Ausbildungs e lau
auszugehen.
Auch Mobili ä in Sachen Ausbildungspla zsuche is ü iele Schulabgänge undenkba :
So gen be ei en hie o allem die mangelnde Flexibili ä , wenn es bei den Jugendlichen
sowohl o als auch nach abgeschlossene Ausbildung da um geh , die Region zu e lassen
– ein Indiz ü Mo i a ions-, o allem abe auch Wissenslücken übe bes ehende
Möglichkei en.
Ein wei e e wich ige Punk is es, wenn ein Jugendliche seine Wünsche und Vo s ellungen
au g und ehlende sowie alsch umgese z e Be a ung im Be eich Ausbildung nich kla
a ikulie en kann. Un e ande em wegen eines alsch au gebau en Be a e -
Klien en e häl nisses können Wissensde izi e in Bezug au Ausbildungsmöglichkei en
en s ehen. Es bes ehen ü die jugendlichen Schulabgänge jeweils nu ie wöchige
Melde is en bei de Agen u ü A bei . Wi d ein Jugendliche do nich meh o s ellig, wi d
e nich meh im Bewe be pool ge üh , eine wei e e Be a ung wi d bis au Wei e es nich
meh o ge üh , wenn Eigenbemühungen ehlen. Is de Kon ak dann e s einmal
abgeb ochen, is es schwe wiede anzuknüp en.
Eine E schwe nis ü eine p oduk i e Ausbildungs e mi lung is ein e einzel
unkoo dinie e Ak ionismus e schiedene G uppie ungen, meis au g und e schiedene
pe sönliche In e essen ode Vo u eile, abe auch eine uneinhei lich ges eue e, wenig
zielge ich e e Ne zwe ka bei . So exis ie en neben de Agen u ü A bei eigens ändige
Ve bindungen on e schiedenen In e esseng uppen, z.B. de Bund de Selbs s ändigen
ode de Ve ein „Schule und Be ieb“, die e suchen, mi un e schiedlichen Mi eln dasselbe
Ziel Ausbildungspla z zu e eichen. Im Rahmen des Ausbildungspak es we den auch in
Di hma schen Handlungspläne gemeinsam mi den Ak eu en des Ausbildungsma k es

81
e such umzuse zen. Um einen ak uellen Sachs and e mi eln zu können, we den zu
wei e en P oblemanalyse im wei e en Ve lau de Da s ellung diese au gezeig .
Be ei s o handene Ak i i ä en am O zu Ve besse ung de Si ua ion:
Du ch geziel e Image-Kampagnen sei ens de Be u sbe a ung ode de Kamme n wi d
e such , Be iebe zu übe zeugen auszubilden. Obwohl Konjunk u lagen sei ens de Agen u
ode de ande en Handlungspa ne nich e besse we den können, so e such die
Be u sbe a ung beispielsweise du ch eine posi i e Auszeichnung on solchen Be ieben, die
wei meh als den eigenen benö ig en Nachwuchs ausbilden, wei e e zu Be ei s ellung on
Ausbildungsplä zen zu mo i ie en. Im Rahmen des Ausbildungspak es inde sei 2004 de
bundeswei angeleg e „Tag des Ausbildungspla zes“ s a , an dem Fach- und Füh ungsk ä e
de Agen u ü A bei und de A bei sgemeinscha Di hma schen gemeinsam Be iebe in
de Region au suchen und ü zusä zliche Ausbildungss ellen we ben. Vo angig we den
Be iebe besuch , die bislang nich au die Leh s ellenwe beak ion eagie haben. Wei e e
Ak i i ä en sind die wei gehend bundeseinhei liche Ausbildungsbö se gemeinsam mi den
Kamme n ü un e so g e Bewe be sowie eine Nach e mi lungsak ion, in de jedem
Jugendlichen eine Maßnahme zu Eins iegsquali izie ung angebo en wi d.
Um die schulischen De izi e egulie en zu können, ha die Leh e scha e schiedene
A bei sk eise gebilde , zum Beispiel den A bei sk eis Schule-Wi scha . Bei de Leh e scha
bes eh ein s a kes P oblembewuss sein, sowohl soziale De izi e als auch Mängel in den
Haup äche n Deu sch, Ma hema ik und Englisch s ehen au dem P ü s and. Au
o ganisie en Ve ans al ungen we den diese P oblem elde um ang eich disku ie ; die
Zusammena bei mi den be o enen Be ieben hil hie , De izi e konk e zu e mi eln.
Ebenso bilden sich aus Schulen, sozialen T äge n sowie A ge und Agen u ü A bei un e
ande em Kompe enzagen u en zu ech zei igen Vo beugung du ch Analyse.
Die schlech e E eichba kei de Ausbildungsbe iebe, die auße halb liegen, bleib wei e hin
ein P oblem. Auch wenn ein S aßen- und Ve keh swegene z bes eh , s eh dieses
wei gehend nu zu S oßzei en egelmäßig zu Ve ügung, es gib o d inglich au g und de
an allenden Kos en keine zu iedens ellende Lösung, die eine besse e E eichba kei
e möglich .
Um meh Wissen um Fö de möglichkei en und Ausbildungsinhal e zu scha en, we den zu
Au klä ung e s ä k D i e bzw. Akquisi eu e eingese z . Diese haben o d inglich die
Au gabe, wäh end geziel e Be iebsbesuche neben di ek en Be iebskon ak en zwischen
82
Bewe be n und Ausbilde n auch Fö de möglichkei en o zus ellen, um Bewe be in ih en
Wunschbe u di ek e mi eln zu können.
Im E gebnis um ang eiche Hil es ellungen e schiedene Handlungspa ne inden sich
imme noch Ausbilde bzw. Be iebe, die sich de schwachen Klien el annehmen. In ensi
ge ö de wi d diese dann beispielsweise du ch die abH, die ausbildungsbeglei enden Hil en.
Als eine on de Be u sbe a ung de A bei sagen u einge ich e e Maßnahme leis en die
ausbildungsbeglei enden Hil en de K eishandwe ke scha Di hma schen-Süd mi ih em
Team sei 1990 die e schiedens en Hil es ellungen bei säm lichen Ausbildungsp oblemen.
Hie e hal en o wiegend Auszubildende aus dem gewe blich- echnischen Be eich
sys ema ische und au Jugendliche abges imm e Hil e. Dank diese Ein ich ung bes ehen
auch ca. 90 % die Gesellenp ü ung. Die Au nahmekapazi ä de Ein ich ung be äg 84
Plä ze.
Kompe enzchecks und Be iebsp o ile sind imme noch gängige A bei sme hoden,
passgenaue Ve mi lung ges al e sich o z de bundeseinhei lichen Op imie ung des
Kompe enzchecks im Rahmen des Ausbildungspak es jedoch wei e hin schwie ig. Dahe
e such die Be u sbe a ung auch au ande en Wegen die Bewe be zu e eichen: Neben de
pe sönlichen Be a ungsmöglichkei scha das „BIZ“ (Be u sin o ma ionszen um) eine
wei e e Möglichkei zu In o ma ionsaneignung ü die jugendlichen Schulabgänge . Dabei
bie e das BIZ als Selbs in o ma ionszen um zahl eiche Medien an: In o-Mappen, Büche
und be u liche Ku zbesch eibungen (BKB) en hal en wich ige In o ma ionen zu Einzelbe u en
und zum Thema Be u swahl, Filme e gänzen das Gesam bild. Ebenso s ehen ü
s udienkundliche F agen Hö p og amme zu Ve ügung. Au dem neus en S and sind die
BIZ-Compu e , die on allen In e essie en genu z we den können. Hil es ellung gib es auch
bei de Ab assung on Lebensläu en und Bewe bungssch eiben. Die Da enbank „Ku s“
bie e zudem um ang eiche Angebo e zu Aus- und Wei e bildung, wei e kann au eine
um ang eiche Sammlung on be u s-, s udien-, und wi scha skundlichen In o ma ionen
zu ückgeg i en we den.
Fü eine auswä ige Au nahme eines Ausbildungs e häl nisses bes ehen be ei s inanzielle
Mobili ä shil en. Die Agen u ü A bei s ell in Fo m des „UBV-MOBI“ um ang eiche
Mobili ä shil en ü eine A bei s- bzw. Ausbildungspla zau nahme in eine ande en Region zu
Ve ügung. Es we den bei Nachweis eine Ausbildungss elle bei ehlendem Einkommen
un e ande em Da lehen gewäh ode Umzugskos en mi ge agen. Wei e e Maßnahmen zu
S eige ung de Mobili ä sieh de Ausbildungspak bundeswei o , genu z wi d das Angebo
wenig.
83
Die Be u sbe a ung geh ak i in Schulen, es olgen Be iebsp ak ika, die inzwischen be ei s
P lich sind. Zumindes eine Eingangsbe a ung nich beizuwohnen is ü die Schüle in
Di hma schen nahezu undenkba gewo den. Vo wiegend geh die Be u sbe a ung in die
Abschlussklassen und be ä hie ak i . Auße dem we den be ei s wäh end de Schulzei
meh e e P ak ika on den Schüle n e wa e ; diese sind es im Leh plan in eg ie .
Die Mo i a ion e was zu e ände n, is du chaus bei nahezu allen Be eilig en des
Ausbildungsma k es o handen. So e such e die Agen u ü A bei gemeinsam mi dem
K eis, den K eishandwe ke scha en, de Indus ie- und Handelkamme sowie den
be u lichen Schulen des K eises, im Jah 2004 gemeinsam an die Be iebe mi els eines
Fal bla es zu appellie en, wiede meh Ausbildungsplä ze zu scha en. Das blieb jedoch
ohne messba en E olg. Auch ein P oblembewuss sein in punc o Ausbildungs ich linien is
au beiden Sei en o handen, es bleib jedoch ein P oblem, dass sich Kamme n,
Ausbildungsbe iebe und Be u sschulen o mals nich au ein s immiges Konzep
e s ändigen können.
3.2.3 Analyse de Wechselwi kungen zwischen den Sys emelemen en als Mi el de
Kennzeichnung de wei e en P oblemdimension
Die bishe du chge üh e P oblemanalyse zeig deu lich die Vielschich igkei des Themas,
o allem gekennzeichne du ch die mi e schiedenen In e essen ausges a e en Ak eu e
sowie die nich einschä zba en Va iablen mi nu wenigen Kons an en des
Ausbildungsma k es in Di hma schen. Ausgehend on de E kenn nis, dass au dem Sek o
Ausbildungsma k die In e ak ionen zwischen Pe sonen, Ins i u ionen und P oblem elde n in
ih e Sys emeinhei wei aus wich ige is als kausal besch eibba e U sache-Wi kungske en,
ge a en linea -kausale Diagnoseansä ze schnell an ih e Funk ionsg enzen.
210
Um den
P oblemzusammenhang kla kennzeichnen zu können, wi d in de nun olgenden
e ie enden P oblembesch eibung im Wesen lichen be ei s au sys emische
P oblemanalyse echniken zu ückgeg i en.
Die G und hese sys emische P oblemanalyse echniken is , dass komplexe
P oblemzusammenhänge nich besch eibba sind, wenn sich die Au me ksamkei lediglich
au ein Elemen ich e . Es is s e s das gesam e Elemen mi seinen Schni s ellen zu
be ücksich igen. Das Sys em Ausbildungsma k bes eh jedoch nich nu aus Elemen en
210
Kolho , 2004, S. 45 .
84
bzw. Va iabeln, sonde n auch aus de en Beziehungen zueinande und den Sys em-Umwel -
Rela ionen. In e ak ion und Kommunika ion haben einen hohen S ellenwe und we den in
de Abg enzung zum Nich sys em besonde s deu lich. Ausschlaggebend ü die
Kennzeichnung eines Sys ems is dabei seine inne e e ne z e S uk u . Selbs wenn sich
nu Kleinigkei en inne halb eines Sys ems e ände n, e ände n sich au oma isch de
Cha ak e und die Beziehung alle Teile zueinande .
Um zu e mi eln, welche Wechselwi kungen zwischen den Sys emelemen en den
Ausbildungsma k am s ä ks en beein lussen, gil es, die Wechselwi kungen zwischen den
Sys emelemen en zu lokalisie en.
211
De gewähl e Ansa z im Rahmen eine e wei e en
P oblemda s ellung is gemäß de Themens ellung be ei s sys emisch angeleg .
212
Um die einzelnen Sys emelemen e mi einande in Bezug b ingen zu können, gil es, diese
mi els eines Ne zwe kplans da zus ellen. Mi hil e eine Visualisie ung de Abhängigkei en
213
wi d dabei deu lich, dass es sich bei dem P oblem um ein „Ne z-P oblem“ handel , auße dem
e scha diese einen e s en Übe blick übe die Ve ne zungen und Wechselwi kungen de
einzelnen Sys emelemen e zueinande . Diese Ano dnung im Ne z is beliebig e wei e ba ,
sie e deu lich die Viel äl igkei de Fak o en, die au das Sys em „Ausbildungspla zma k “
einwi ken.
214
3.3 Exku s: Das An o de ungsp o il de Be u sbe a ung in ih e Funk ion als
Sys emeinhei
Anhand de ange üh en P oblems ellung wi d deu lich, dass eine e olg eiche Be a ung
215
sich be ei s im Vo eld e ne z p äsen ie en muss, um e ek i agie en zu können.
G undlage ü ein e ek i es Handeln is es, inne halb des eigenen Handlungs aumes sowie
mi den ang enzenden Sys emen und de Umwel e olg eich zu kommunizie en. Dies muss
sowohl in e n als auch ex e n du ch einen s ändigen Kommunika ionsp ozess geschehen.
211
Kolho , 2004, S. 47.
212
Die da ges ell en P oblemzusammenhänge un e liegen im E gebnis eil nochmals eine Bewe ung du ch die
Handlungspa ne und esul ie en neben den be ei s au ge üh en K i e ien ablei end aus Kapi el 3.1.2 aus
den pe sönlichen E ah ungen und Einschä zungen aus de äglichen A bei de Ve asse in.
213
Kollho , 2004, S. 49.
214
Abbildung Ne zwe kplan siehe Anme kungen Fo op o okoll N .5. Wei e üh end konn e aus dem
Ne zwe kplan den Teilnehme n des Wo kshops (siehe Kapi el 5 diese A bei ) eine Me hode zu wei e en
sys emischen P oblemanalyse mi dem Ziel eine Gewich ung o ges ell we den, gl. Anme kungen
Teilnehme p o okoll S.70.
215
Allgemein kann un e Be a ung eine pe sonenbezogene soziale Diens leis ung e s anden we den, in de
spezialisie es, achliches ode ak isches Wissen, Know-how und In o ma ionen e mi el sowie
Handlungsanweisen gegeben we den, gl. S aumann, 2000, S. 55.
85
Diese Fo de ung is keineswegs neu, sie wi d be ei s sei einigen Jah en e hoben. Be ei s
aus den au Basis de E kenn nisse de OECD-S udien aus den Jah en 2002 und 2004 zu
Si ua ion de Be u sbe a ung en wickel en Emp ehlungen wi d eine In ensi ie ung on
Be euung und Be a ung de Klien el in den Focus ge ück . Kennzeichnend ü eine neue
Be ach ungsweise is die Abkeh on de Ve wal ungsmen ali ä als ein Ke nelemen ak i e
A bei sma k poli ik, abe auch eine Ve ne zung mi den koope ie enden
Handlungspa ne n.
216
So soll en alle Ak eu e in de Bildungs- und Be u sbe a e landscha enge
zusammena bei en, um die En wicklung on Kompe enzen zu indi iduellen
Be u slau bahnplanung in ensi e zu ö de n, die Be u sin o ma ion zu e besse n und die
me hodischen Ansä ze on Be u sbildungs- und Be a e diens en ielsei ige zu ges al en.
217
Im Rahmen de on de OECD e s ell en S anda ds is Bildungs- und Be u sbe a ung als ein
Diens leis ungsp oduk anzusehen, das da au ausge ich e is , Indi iduen jeden Al e s zu
jedem Zei punk ih es Lebens dabei zu un e s ü zen, Bildungs- Ausbildungs- und
Be u sen scheidungen au eine seh gu o be ei e en und in o mie en Basis eigens ändig
zu e en und ih Be u sleben selbs in die Hand zu nehmen. Be u sbe a ung ha dabei die
o d ingliche Au gabe, Menschen dabei eine Hil es ellung zu geben, sich übe ih e
Ziel o s ellungen, In e essen, Quali ika ionen und Fähigkei en kla zu we den und dabei zu
un e s ü zen, den A bei sma k und das Bildungssys em zu e s ehen und diese Kenn nisse
au das zu beziehen, was diese selbs übe sich wissen möch en. Ebenso um ass eine
ganzhei liche Be u sbe a ung T anspa enz in Bezug au In o ma ionen übe den A bei sma k
und übe Bildungsmöglichkei en, indem sie diese o ganisie , sys ema isie und e ügba
mach , wann und wo Ra suchende sie benö igen.
Ein schlech ode ga nich be a ende Schulabgänge , de sich ohne das nö ige
Hin e g undwissen ü einen Ausbildungspla z en scheide , wi d au g und seine o mals
mangelnden Passgenauigkei wäh end de Ausbildung schei e n.
218
Die sich da aus
zwangsläu ig e gebenden schlech en E ah ungswe e sei ens de A bei gebe wi ken sich
seh massi au die Ausbildungsbe ei scha und somi auch au die Anzahl de
Ausbildungsplä ze aus. An diese S elle wi d die olkswi scha liche Dimension des
P oblems deu lich: Au gabe de Be u sbe a ung is nich zule z die In eg a ion de
216
OECD, 2002, Absa z 51.
217
OECD, 2004, S.12.
218
Die Agen u ü A bei emp iehl in ih em S anda dwe k „RAT“ (Rich ig be a en-An egungen-Techniken)
zu be u lichen Be a ung die No wendigkei eine me hodischen Viel al und Flexibili ä , um einen
Be a ungse olg zu gewäh leis en, gl. Bah enbe g, 2002, S. 2.

86
nach olgenden Gene a ion in die be u liche Gesellscha .
219
Soll e dies nich ode nu
unzu eichend gelingen, ge äh de dies die Funk ions ähigkei on Mä k en.
220
Die Haup e an wo lichkei bei de Ve mi lung on In o ma ionen im Be u swahlp ozess
jugendliche Schulabgänge lag noch bis o einigen Jah en allein bei de Be u sbe a ung
de A bei sagen u en. Gegenwä ig d ängen imme meh p i a e Anbie e au den Ma k ,
welche bemüh sind, eigene Quali ä ss anda ds zu de inie en und zu wah en.
221
Es is nun
an de Be u sbe a ung, aus ih en Po en ialen zu schöp en und ih e bishe üh ende Rolle au
dem Ausbildungsma k au ech zue hal en.
222
In e n muss zunächs eine Flexibilisie ung und
Ö nung des Sys ems Be u sbe a ung du ch eine sys emo ien ie e A bei sweise ollzogen
we den, die den s ändigen Dialog alle ang enzenden Handlungs äume beabsich ig .
Die „Lissabon-S a egie“ de EU emp iehl ü die Umse zung ih e quali ä so ien ie en Ziele
un e ande em die Einbeziehung sys emische Aspek e, welche eine Koope a ion und
Ve ne zung alle ak i am En scheidungsp ozess Be eilig e o ausse z
223
, wobei ein
s uk u ie es Quali ä smanagemen im Fokus s ehen muss.
224
Ge o de we den in diesem
Zusammenhang die Scha ung on Rahmenbedingungen und Quali ika ionen, welche die
Umse zung de S anda ds, gemessen am Lei bild eine wissensbasie en, le nenden
Gesellscha , möglich machen.
225
Um dies umse z en zu können, muss das o handene
implizi e als auch explizi e Wissen inne halb des Be a e eams
226
sowohl in de
Gesp ächs üh ung mi dem Klien en als auch in de in e nen O ganisa ionsen wicklung au
den gesellscha lichen Wandlungsp ozess abges imm we den.
227
Du ch eine e besse e
Gesp ächs echnik sei ens de Be u sbe a e soll das implizi e Wissen de jugendlichen
Ra suchenden exak e mi el we den können. Ein Be a ungsgesp äch is e s dann sinn oll,
wenn de o handene s ille Wissenss and genau e ass we den kann. Hie zu beda es eine
de aillie en F age echnik, die zudem abges imm is au das egionale Um eld.
E gänzend
219
Kle enow, 2006, S. 155.
220
Ebenda, S. 158.
221
Bu e s, 2002, S. 19.
222
Bei eine s ichp obenha du chge üh en Be agung on jugendlichen Schulabgänge n e gaben sich in
Bezug au die Be a ungsquali ä olgende K i ikpunk e: (1) Menge de e hal enen In o ma ionen nich
aus eichend, (2) Ausbildungss ellen nich meh ak uell, (3) einsei ig angebo so ien ie e Aus ich ung de
Be a ung un e Ve nachlässigung de Ausbildungseignung des Bewe be s, (4) quali a i e Mängel de
Be a ung, (5) ehlende Angebo e ü bes imm e Zielg uppen, gl. ib , 2002, S. 2186.
223
Schobe , 2006, S. 2.
224
Eine um assende Da s ellung ü den wei e en Ges al ungsp ozess de be u lichen Be a ung, welche den
Ansp uch e heb , auch in eine Wissensgesellscha mi eine e ne z en Kommunika ionss uk u eine
e olg e sp echende A bei zu leis en, gib E el in seinen Thesen wiede , gl. E el , 2006, S. 138–139.
225
IBB, 2008b, S. 19.
226
Gene ell is es zus ellen, dass eine Tä igkei als Be u sbe a e – e glichen mi den ande en, o wiegend
e wal ungso ien ie en Be u saus ich ungen de Agen u ü A bei – in de Regel eine deu lich höhe e
Be ei scha ü eine wenige eglemen ie e Tä igkei o ausse z und somi auch deu lich lexible es
Handeln e möglich , gl. Ba don, 2001, S. 12.
227
Rübne , 2006, S. 135.
87
is es e o de lich, dass de Be a e übe eine hohe be a e ische Kompe enz e üg , de
de inie e Quali ä ss anda ds zug unde liegen.
228
Ohne o ganisa o ische An eize wie zum
Beispiel eine nachhal ige We schä zung und Kommunika ion des Fak o s Be a ung im
Be eich de Un e nehmenskul u sowie eine adäqua e Be ei s ellung on Ressou cen, e wa
Zei und Wei e bildungsmaßnahmen, is jedoch nich mi eine En wicklung eines neuen
Rollen e s ändnisses sei ens des Be a e s zu echnen.
In diesem Zusammenhang kommen neua ige, quali a i hochwe ige in e ne Fach e ah en
wie Explo ix zum T agen, die eine möglichs passgenaue Ve mi lung au g und eine
op imalen Po en iale mi lung de jugendlichen Klien el zum Ziel haben. Mi solchen
Me hoden we den sowohl de implizi e als auch de explizi e Wissens- abe auch
Mo i a ionss and des jugendlichen Ra suchenden e ass und ausgewe e .
229
E gänzend zu
den indi iduellen Möglichkei en wi d ein quali izie es P o iling anges eb . Eine enge
Zusammena bei mi den Schulen soll e zunehmend anges eb we den. Je meh Vo ab-
In o ma ionen bei einem Schulabgänge o handen sind, des o besse kann explizi es
Wissen e we e we den. Nu wenn beide Fo men des Wissens o liegen, kann es op imal
genu z we den. Bei eine schon im Vo eld indi iduell abges imm en In o ma ions e eilung
wü de de jugendliche Ra suchende deu lich besse o be ei e die Be u sbe a ung
au suchen können.
Eine be ei s o handene, undie e Wissensebene hä e hie nich nu den Vo eil, dass de
Be a e jede zei au eine lexible e Ansa zmöglichkei au g und eine b ei e en
Wissenss uk u sei ens de Ra suchenden zu ückg ei en und somi auch au ein
e besse es, selbs e s andenes Wissen hina bei en kann.
230
Denn in diesem
Zusammenhang komm noch ein wei e e , ganz wesen liche Aspek zum T agen: Je meh
die jugendliche Klien el du ch ih en eigenen Wissenss and on de No wendigkei und
Quali ä de Be a ung übe zeug is , des o g öße wi d auch die Be ei scha de Annahme,
und umso häu ige wi d hie eine kons uk i e Kommunika ion s a inden können, die
wiede um eine übe leg e Wahl des Ausbildungspla zes zu Folge hä e.
231
228
Ebenda, S. 135.
229
Jugendliche e ügen im Allgemeinen übe eine ex em beg enz e In o ma ionsg undlage am Ende de
Be u so ien ie ung, sodass eilweise im Be a ungsp ozess nu ge inge T anspa enz gegeben sein dü e, gl.
Kle eno , 2006, S. 158.
230
Von selbs e s andenem Wissen kann gesp ochen we den, wenn de Be a e gemeinsam mi dem Klien en
die Ebenen des explizi en Wissens, also zunächs nich konk e geäuße e P obleme und Wünsche, sowie die
des implizi en, also nu un olls ändig geäuße e Anliegen, deu lich he ausa bei en kann.
231
In Kombina ion mi dem ge ingen Wissen übe die Vielzahl de Be u e und ih e Un e schiede is
du chschni lich mi schlech en En scheidungen zu echnen, gl. Kle eno , 2006, S. 162.
88
Zei gemäße Be a ung muss sich e s ä k auch ex e n ö nen und übe die No wendigkei
on Ausbildung o O di ek in o mie en, abe auch eine di ek e Rückmeldung on den
Ausbildungsbe ieben e hal en. Hie bilde ein zielge ich e e Be iebsbesuch mi einem
angepass en F agenka alog eine Möglichkei de Kommunika ion zwischen dem Sys em
Ausbildung und Be a ung o O . Du ch ein de aillie es Be iebsp o il sei ens de Be iebe
und de Ausbilde soll be ei s im Vo eld eine Fehlbese zung du ch den Auszubildenden
ausgeschlossen we den. Ein Be iebsp o iling bie e die G undlage ü die möglichs
passgenaue Ve mi lung, indem ein hohe Wissens and übe die in e nen S uk u en des
Be iebes mi dem P o il des jugendlichen Bewe be s im Rahmen eines Fach e ah ens in
Einklang geb ach wi d. E gänzend zum Be iebsbesuch is ein wich iges und p oba es Mi el
zu Scha ung eine e höh en Ausbildungskapazi ä die Akquise. In de en Rahmen sollen
e s ä k bishe noch nich e ass e Be iebe au gesuch we den, und du ch eine
zielge ich e e Kommunika ion die indi iduelle Ausbildungsbe ei scha e höh we den.
232
Du ch eine En wicklung de Ö en lichkei sa bei mi eine zielge ich e en S euung on
In o ma ionen du ch möglichs iele meinungsbildende kommunika i e Sys eme de Region
(z.B. P esse) sollen neben eine geziel en Übe mi lung on Wissen die Vo eile on
quali izie e Ausbildung ü Ausbilde und Schulabgänge au gezeig we den. Das posi i e
Image on Ausbildung soll deu lich ges eige we den, ebenso das Wissen übe die
einzelnen Be u s elde .
232
Kohn, 2006, S. 56.
89
4. Empi ische Un e suchung: P ojek managemen und Ne zwe ken wicklung als
Inno a ionss a egien zu Sys em e besse ung de Ausbildungspla zsi ua ion im
Landk eis Di hma schen
Be o die genaue Analyse des me hodischen Vo gehens den Mi elpunk des o liegenden
Kapi els ück , is eine Eino dnung de gewähl en Me hode in den Gesam zusammenhang
de A bei no wendig.
Aus de P oblems ellung he aus läss sich e kennen, dass be ei s iele Ve suche sei ens de
Handlungspa ne un e nommen wu den, das P oblem Ausbildungsma k zu lösen. Die
gegenwä ige Si ua ion läss jedoch die These zu, dass diese P ozess noch nich in
hin eichende Weise s a ge unden ha . Fü eine e ek i e Umse zung muss zunächs eine
Flexibilisie ung und Ö nung de be eilig en Sys eme du ch eine sys emo ien ie e
A bei sweise ollzogen we den, die den s ändigen Dialog alle ang enzenden
Handlungs äume beabsich ig .
An diese S elle muss jedoch k i isch hin e ag we den, ob ein Handeln ü die
En scheidungs äge des Ausbildungsma k es ausgehend on ih em Kenn niss and in Bezug
au ein sys emisch angeleg es O ganisa ionswissen umse zba wä e. Ebenso g undlegend
ü einen E olg e sp echenden P ozess e lau wä e dabei die Akzep anz eine neuen
O ganisa ions o m, welche eine gemeinsam ge agene Mo i a ion o ausse z .
Die Expe en sind bishe eingebunden in geschlossene Sys eme, welche jedes in seine
O ganisa ions o m nach spezi ischen Regeln agie : Eine nich ganzhei lich umse zba e
In o ma ion, e bunden mi eine konk e en Anweisung, e gib nach he kömmlichem Mus e
Anwendung und Kon olle. Eine Ö nung de Sys eme is nach Luhmann nu du ch
Kommunika ion möglich. Kommunika ion se z eine geziel e In o ma ionsübe agung de
Sys eme o aus. Is diese gelungen, so is es möglich, die höchs e S u e des
In o ma ionsaus ausches zu e langen: den T anspo on Wissen.
Wissen is no wendig, um eine O ganisa ions o m lexible zu ges al en. En scheidungen
hängen s e s on Wissensg undlagen ab: Ve üg eine O ganisa ion übe ein b ei es, abe
geziel angeleg es Wissen, so bes ehen au oma isch meh En scheidungsmöglichkei en.
Zielse zung eine sys emisch angeleg en O ganisa ionsen wicklung is es dabei, Pe sonen
und O ganisa ionen in die Lage zu e se z en, Le nen als eine Ke nkompe enz daue ha zu
in eg ie en.
96
Die Ve wendung de Me hode bo die Möglichkei , mi einem e e ba en zei lichen Au wand
an möglichs iele In o ma ionen zu gelangen. In eine ühen Phase de heo e isch noch
wenig o s uk u ie en und in o ma ionell wenig e ne z en Un e suchung e möglich e das
Expe enin e iew auße dem eine konku enzlose dich e Da engewinnung.
250
Die Expe en olle in de O ganisa ions o schung
Im Zen um de in e p e a i en O ganisa ions o schung s eh die E kenn nis, dass ü das
Ve s ändnis on Sinn und O dnung kommunika i e P ozesse zu Gene ie ung on
In o ma ionen no wendig sind, die in den lebenswel lichen und o ganisa ionalen Kon ex
eingebe e und zu einem geo dne em Ganzen als Wissen zusammenge üh we den.
251
Die
Du ch üh ung eine geziel en O ganisa ionsanalyse g ünde dahe au zwei
Basiskomponen en: die Kenn nis des P ozesses de Wissense zeugung sowie die Inhal e
des gene ie en Wissens, das s abilisie und e ügba gemach we den muss. Im
Fo schungsp ozess können Expe en we olle Hinweise au beide Komponen en geben, in
de O ganisa ionsbe a ung beispielsweise können sie eine Hil e sein, komplexe P obleme
lösba zu machen.
Das Expe enin e iew eigne sich zu Rekons uk ion komplexe Wissensbes ände.
252
Wissen is als eine G undlage ü eine sinnha e En scheidungs indung unabdingba . Be ei s
im Vo eld muss Kommunika ion s a inden, die sich in ih e Funk ion deu lich on eine
bloßen Mi eilung un e scheide . Mi Mi eilungen we den In o ma ionen o mals ungeziel
wei e gegeben, ungeach e de Ta sache, ob diese übe haup om Emp änge e s anden
we den ode in i gendeine Fo m wei e e we e we den können.
253
Nu wenn Wissen on
allen Handlungspa ne n auch in e p e ie und e s anden wi d, is es ein kommunika i e
Ak . Je meh Wissen aus dem eigenen Fachgebie on den Expe en in Bezug au den
Be eich Ausbildungsma k zusammenge agen we den kann, des o we olle is de
gemeinsame „Wissenspool“. Eine p äzise De ini ion ode ga Eing enzung on Wissen is
somi ga nich möglich und auch nich e wünsch .
Gegens and des Expe enin e iews sind lau Meuse /Nagel Wissensbes ände im Sinne on
E ah ungs egeln, die das Funk ionie en on sozialen Sys emen und bü ok a ischen
Ins i u ionen bis hin zu P ojek ini ia i en bes immen. Dieses Wissen is an sozios uk u ell
bes imm e Handlungssys eme gebunden, an Inside -E ah ungen spezi ische S a us- und
In e esseng uppen. Somi e möglich das Expe enin e iew es, auch diesen
250
Bogne /Menz, 2005, S. 7.
251
F oschaue /Luegne , 2005, S. 226.
252
Meuse /Nagel, 2003, S. 481.
253
Wa zlawick, 1990, S. 114 .

97
Wissensg undlagen au die Spu zu kommen, die ü die E klä ung sozialen Wandels on
Bedeu ung sind. Es e ö ne zudem den Zug i au o handene implizi e Regeln, nach denen
Wandel p ozessie , abe auch blockie wi d, und scha so Anschlussmöglichkei en ü
Gene alisie ungen, welche an de Schni s elle on mik o- und mak os uk u elle Analyse zu
e o en sind. Dieses ekons uie e Wissen kann auch im Kon ex gesellscha sk i ische
Übe legungen angewand we den, ohne dass dabei au no ma i e En wü e zu ückgeg i en
we den müss e.
254
Al ed Schü z bezeichne es als eine „No wendigkei , Expe en zu be agen, um ih Wissen in
eigenen Besi z zu übe üh en ode um ih Wissen, ohne dass man es sich aneignen will,
auszunu zen“
255
. Wei e üh e an gleiche S elle aus, dass ü das En s ehen on
s uk u ellem Wissen ein Ve gleich on Wissenselemen en und Be eichen des
Wissens o a es mi dem en sp echenden Wissen bes imm e Mi menschen on noch
g öße e Bedeu ung sei, als ein in e n zu e gleichen. E a gumen ie so ü die
Hinzuziehung eines möglichs b ei angeleg en Wissens du ch e schiedene Expe en im
jeweiligen Kon ex . Expe enwissen bes imm Schü z als ein kla beg enz es und deu lich
e ügba es Wissen: Einen Expe en de inie e in diesem Zusammenhang als eine Pe son,
die übe einen p i ilegie en, di ek en Zugang zum Expe enwissen e üg . Dabei en e nen
sich die e schieden Be eiche dieses spezialisie en Sonde wissens imme deu liche om
Allgemeinwissen: De Abs and om Expe en zum Laien wi d imme g öße .
256
Meuse /Nagel gehen bei ih e A gumen a ion da on aus, dass Expe en selbs Teil des
Handlungs eldes sind, das den Fo schungsgegens and ausmach . Ob jemand als Expe e in
Be ach komm , is in e s e Linie abhängig om jeweiligen Fo schungsin e esse.
257
Meuse /Nagel kennzeichnen den Expe ens a us wei e anhand de Klassi izie ung, ob ein
Ak eu in i gendeine Weise Ve an wo ung äg ü einen En wu , die Implemen ie ung ode
die Kon olle eine P oblemlösung ode e übe einen p i ilegie en Zugang zu In o ma ionen
übe ele an e Pe soneng uppen, Soziallagen und En scheidungsp ozesse e üg .
258
Nach F oschaue /Luegne is in diesem Deu ungs ahmen de Expe ens a us im G unde
zwei ach bes imm : du ch die Zusch eibung de Expe ise du ch den Fo sche und die
Annahme eine ungleichen Ve eilung on Wissen, die als Sedimen ie ung, Einlage ung
sowie Ve ügba kei on p i ilegie e E ah ung gesehen wi d.
259
Meuse /Nagel
254
Meuse /Nagel, 2003, S. 489.
255
Schü z/Luckmann, 1979, S. 215.
256
Ebenda, S. 374.
257
Meuse /Nagel, 2005a, S. 73.
258
Meuse /Nagel, 2005b, S. 257.
259
F oschaue /Luegne , 2005, S. 227.
98
kennzeichnen den Expe ens a us kla an einem Wissens o sp ung anhand de gegebenen
Fak o en. Einem Expe en is sein Sonde wissen kla und deu lich p äsen , ein Fak o , de
eine en scheidende Di e enz zum All agswissen da s ell . Expe enwissen is hie in zwei
Be eichen anzusiedeln: Kon ex wissen und Be iebswissen. Als Be iebswissen we den
E gebnisse und E äge s eue ungspoli ische Maßnahmen bezeichne . Im Rahmen on
Expe enin e iews lassen sich hie au g und gewonnene In o ma ionen p ak ikable
Maßnahmen en wickeln. Kon ex wissen wi d e hoben, um eine Bewe ung de S uk u und
de Pe o manz wich ige Lebensbe eiche o zunehmen, und wi d o allem im Sinne eine
P oblems uk u ie ung genu z .
260
Um au eine möglichs b ei e Wissensbasis zu ückg ei en
zu können, is eine Ve bindung beide Wissenselemen e im In e iew wissenscha lich
no wendig.
In den Expe enin e iews komm den Möglichkei en de einzelnen Expe en zu Diagnose
und P ognose ein wei e e g oße S ellenwe zu. Diagnose s eh ü eine E mi lung on Is -
Zus änden; in diesem Zusammenhang s eh o allem die P oblemsich de Expe en im
Vo de g und, welches ih Deu ungswissen kennzeichne . Eine Bes andsau nahme wi d
jedoch möglichs mi ande en Mi eln du chge üh . Die P ognose läss es im Gegensa z
dazu zu, dass spezi ische Wissensbes ände und Kompe enzen ak i genu z we den.
261
Fü die Einbindung on Expe en is die Ta sache e leich e nd, dass die Mo i a ion bzw.
Be ei scha zu einem In e iew bei Expe en leich e zu inden is ; ela i p oblemlose
Zugänge und g oße Koope a ionsbe ei scha des Be ag en sind im Rahmen des
Expe enin e iews as die Regel.
262
Manchmal mach auch e s de Expe e au wei e e
po en ielle Gesp ächspa ne aus seinem Tä igkei s eld au me ksam. In jedem Fall wi d abe
dem Fo sche , de mi einem Ve auensbonus des Expe en ausges a e is , de Zugang zu
einem e wei e en Expe enk eis e leich e .
Ein wesen liche Aspek is die Du ch üh ung des In e iews in Bezug au die
Gesp ächsdynamik zwischen In e iewe und In e iew em. Luhmann be on die quali a i e
Besonde hei , die das In e iew als Gesp ächsg undlage in Hinsich au den Kenn niss and
des In e iewe s zunächs au g und seines hohen Tole anzbe eiches bie e . E di e enzie
hie deu lich zwischen Dialog und In e iew. Fü ihn akzep ie das In e iew im Gegensa z
zum Dialog eine g undlegende Asymme ie zwischen den Gesp ächspa ne n und nu z den
so geleg en G und zu En al ung eine eigenen Technik. Mi diese Me hode bie e das
In e iew übe die Möglichkei , den Wissens o sp ung des Be ag en du ch
260
Meuse /Nagel, 2005b, S. 265.
261
Ebenda, S. 267.
262
Bogne /Menz, 2005, S. 8.
99
Übe aschungsmanö e des Themenwechsels zu kompensie en und „ e such so, zei lich,
du ch Eng üh ung au das je z zu Sagende, we zumachen, was sachlich imme nu
angedeu e we den kann.“
263
Is de In e iewe als Co-Expe e anzusehen, is diese Kons ella ion jedoch besonde s
o ausse zungs eich und muss ge ade in de An angsphase des Gesp äches du ch das
Ve hal en und den Diskussionss il des In e iewe s imme wiede he ges ell und bes ä ig
we den.
264
In de o liegenden S udie wa die In e iewe in beding du ch ih e Tä igkei und
on ih em Kenn niss and he be ei s in die Thema ik Ausbildungspla zsi ua ion in ol ie ,
bilde e diese doch ein wesen liches Elemen ih es A bei sgebie es. Diese Fak o kann als
deu liche Vo eil im Rahmen de Gesp ächs üh ung, o allem abe auch in Bezug au den
E kenn nisgewinn angesehen we den: Wenn ein In e iewe sein achlich-inhal liches
In e esse beweis , sein eigenes Wissen mi einb ing und Engagemen in de Be agung
auss ahl , is auch de Be ag e en sp echend ehe geneig , In o ma ionen und Wissen
p eiszugeben, das bei ande en Rolleneinschä zungen und Kompe enzzusch eibungen nu
seh schwe zugänglich wü de.
265
Auswahl de Un e suchungsg uppe und Feldzugang
Die o liegende A bei ziel nach ih em Abschluss au die Umse zung eines P ojek es,
welches im Rahmen de empi ischen E hebung als Handlungsplan en wo en we den soll.
Un e Be ücksich igung de im Vo eld au ge üh en K i e ien zu Kennzeichnung eines
Expe en is es hie zu une lässlich, die maßgeblichen En scheidungs äge des
Ausbildungsma k es zu kennzeichnen. Hinzu kommen Expe en de zwei en ode d i en
Ebene, die an den Schal s ellen zu Umse zung on P ojek en s ehen und En scheidungen
o be ei en und du chse zen.
266
Diese Expe en in ih e Funk ion als „Ga e-Keepe “ e ügen
o mals übe ein b ei angeleg es Wissen übe in e ne S uk u en und E eignisse.
267
Sie
haben in de Regel un e schiedliche Ausbildungen du chlau en und müssen nun die
263
Baecke /S ami zek, 1987, S. i.
264
Bogne /Men z, 2005, S. 51.
265
Fü Dopple /Lau e bu g is es me hodisch du chaus legi im, dass en sp echend ausgebilde e Mi a bei e
eine O ganisa ion quali a i e In e iews als Co-Expe en e heben. Rele an is in diesem Zusammenhang
nu die no wendige diagnos ische G undhal ung des In e iewe s, gl. Dopple /Lau e bu g, 2005, S. 245–
249.
266
In diesem Zusammenhang is da au au me ksam zu machen, dass ein seh g oße Pe sonenk eis,
insbesonde e aus dem sozialpädagogischen Be eich, sich schon seh lange mi hohem Einsa z in ensi um
benach eilig e ausbildungspla zsuchende Jugendliche bemüh . Diese o mals pädagogisch seh ähige und
ak i e Pe sonenk eis e üg nich zule z au g und seines unmi elba en Zugangs zu diese Pe soneng uppe
und des dami e bundenen Kommunika ionsp ozesses eben alls übe seh we olles Wissen, is e es doch,
de an de Basis a bei e . In o ma ions e lus inde dahe kaum s a . Doch da die Umse zung des P ojek es
in den Händen de En scheidungsbe ug en lieg , konn e au dieses Wissen im Rahmen de o liegenden
Ausa bei ung leide kaum Bezug genommen we den.
267
Meuse /Nagel, 2005a, S. 73.
100
Zusammena bei so du ch üh en, dass Syne giee ek e ein e en.
268
Die Auswahl ich e e
sich au olgende Expe en:
- Lei e de Be u sbe a ung
- Geschä s üh e de A ge
- Geschä s üh e in Indus ie- und Handelskamme
- Geschä s üh e K eishandwe ke scha
- Schullei e allgemeinbildende Schulen
- Be u sschullei e (Gesam bezi k)
- Fachleh e be u liche In eg a ion
- Land a des K eises
- Vo si zende des Deu schen Gewe kscha sbundes, Bezi k Un e elbe
- Lei e de Agen u ü A bei
E gänzende ex e ne Be agung:
- Lei e eine ex e nen A bei sagen u (ehemals Lei e Agen u Heide): Bewe ung de
eigenen A bei in Di hma schen in de Ve gangenhei , nun aus einem ande en
Blickwinkel he aus
Un e suchungsplan und Fo schungsdesign
Un e dem Beg i Un e suchungsplan is die g undsä zliche Un e suchungsanalyse bzw. das
Un e suchungsdesign zu e s ehen. De Un e suchungsplan um ass au o male Ebene
Un e suchungsziel und -ablau , e s ell die Rahmenbedingungen au , welche die
Kommunika ion zwischen In e iewpa ne und In e iewe wäh end des Fo schungsablau es
bes immen. Die empi ische Fo schung wi d hie un e dem Aspek de Handlungs o schung
du chge üh . Diese A on Fo schung ha die Funk ion, ih e E gebnisse be ei s im
Fo schungsp ozess in die P axis umzuse zen und als Wissenscha in die P axis e ände nd
eing ei en. Ein wich ige Punk bei de Du ch üh ung is hie die wei gehende Gleichs ellung
on Wissenscha le n und P ak ike n. Dabei e olg die Handlungs o schung im
Wesen lichen d ei Ziele:
269
- di ek es Anse zen an konk e en sozialen P oblemen,
- p axis e ände nde Umse zung de E gebnisse wäh end des Fo schungsp ozesses,
- gleichbe ech ig e Disku s Fo sche -Be o ene.
Inne halb diese A bei soll de Handlungs aum des Ausbildungsma k es in Di hma schen
den ak uellen Bezug da s ellen. Eine p axis e ände nde Umse zung de E gebnisse soll o
dem Hin e g und de wei e en O ganisa ionsanalyse geschehen: Wäh end des zwei en
268
Maelicke, 2005b, S. 13.
269
May ing, 2005, S. 50 .
101
P ojek abschni es sollen im Rahmen des un e ande em aus den E gebnissen de
Einzelin e iews abgelei e en Wo kshops auch wei e hin ein Disku s de p ak ischen
Handlungen bes ehen. Ziel de Handlungs o schung is die E a bei ung on
Handlungso ien ie ungen, welche das Handeln im sozialen Feld anlei en.
270
Hie muss eine
Me hodenkombina ion e en uelle Schwachs ellen e meiden. Bezogen au den Kon ex
diese A bei lassen sich ü die Analyse olgende Un e suchungs agen ablei en:
- In welche Fo m besch eiben die Expe en ih e Mo i a ion?
- Wie besch eiben die Expe en den Ablau ih e Kommunika ion?
- Wie is de S a us de Ne zwe ka bei du ch die Expe en de inie ?
- In welche Fo m ollzieh sich de Aus ausch on Wissen?
E hebungs e ah en
E hebungs e ah en de o liegenden S udie is das quali a i e, lei adenges ü z e In e iew.
Die Da s ellungsweise is dabei p oblemzen ie und kennzeichne sich wie olg :
271
- Die In e iewpa ne we den du ch einen In e iewlei aden au bes imm e
F ages ellungen hingelenk , sollen abe o en und ohne An wo o gaben da au
eagie en.
- Die F ages ellung se z an dem zu e o schendem gesellscha lichen P oblem an,
dessen objek i e Sei e o he analysie wi d.
- Es soll e eine Ve auenssi ua ion zwischen dem In e iew en und dem In e iewe
bes ehen.
- Subjek i e Bedeu ungen sollen om Subjek wäh end des Gesp ächsablau es selbs
e kann und o mulie we den.
Wäh end des In e iews bes eh ü die Handlungspa ne die Möglichkei , ei zu Wo zu
kommen, um ein annähe nd o enes Gesp äch üh en zu können. Im Kon ex de
o liegenden A bei is das In e iew jedoch zen ie au eine bes imm e, om In e iewe
be ei s im Vo eld analysie e P oblems ellung. In diesem Zusammenhang wu den be ei s
bes imm Aspek e e a bei e , die im In e iewlei aden im Gesp ächs e lau möglichs
ch onologisch angesp ochen we den. Das In e iew in seine s uk u ie en Fo m e binde
somi eie Teile mi s anda disie en Aspek en des In e iews. Fü das Gesp äch kann om
270
May ing e weis in diesem Zusammenhang ausd ücklich da au , dass Fo schungen zu Si ua ion au dem
A bei sma k im Design de Handlungs o schung o mals be ei s im Vo eld in Teilbe eichen au ih e
G enzen s oßen: „Denn eine wi kliche Lösung des P oblems A bei slosigkei is nu du ch die Scha ung
neue A bei splä ze zu bewi ken, und dies is in unse e Wi scha so dnung nu seh schwe möglich. So
gib es in diesem Be eich auch bishe kein eines Handlungs o schungsp ojek .“ (Ebenda, S. 51).
271
Ebenda, S. 69.

102
F agenka alog dennoch abgewichen we den, wenn es aus Sich des In e iewe s no wendig
is . Das s anda disie e In e iew ha den Vo eil, dass es gegenübe dem eien In e iew
übe einen ge inge en E hebungsau wand e üg , ebenso lieg eine Ve gleichba kei de
An wo en o .
272
Un e suchungspe spek i e im Rahmen des Lei adenin e iews
Aus de P oblems ellung he aus e ass die Un e suchungspe spek i e im Rahmen des
quali a i en Lei adenin e iews im Wesen lichen ie Segmen e:
- Pe son und Funk ion: eigene Zugang zum Ausbildungsma k , Daue de Tä igkei ,
e ah ene Fo sch i e, P ognosen
- Ne zwe ken wicklung/Analyse und Bewe ung des Sys ems: Bewe ung de Ak eu e
des Ausbildungsma k es, Hemmnisse ü eine gemeinsame Zusammena bei ,
Mo i a ion und Selbs mo i a ion
- Wissenss and und Wissens ans e : Wissen um den Ausbildungsma k , T anspo
on Wissen, Schu z o Ve lus on Wissen
- Inno a i e P ojek ideen: En wu eigene P ojek ideen
Die Un e suchungspe spek i e soll o handenes Wissen eise zen, das als Basis ü die
Umse zung des p ak ischen Teils dien : Wäh end des Gesp ächs e lau es soll de
Gesp ächs eilnehme zu Re lexion ange eg we den, das Be u s eld bzw. die in ensi e
Beschä igung mi dem Thema Jugenda bei slosigkei dien hie bei s ändig als ak uelle
Bezug.
Au be ei ungs e ah en/Ma e iale assung
Um eine exak e und angemessene Besch eibung des P oblems zu gewäh leis en, wi d o
de Auswe ung des Ma e ials das Au be ei ungs e ah en s ä ke hema isie . Im
E hebungs e ah en wu den dank eine wenig p ak izie en Vo ixie ung we olle
In o ma ionen „am Ma e ial“
273
gewonnen. Es gil nun, das Ma e ial es zuhal en,
au zube ei en und zu o dnen, be o es ausgewe e we den kann. Hie kann die quali a i e
Fo schung deu lich an Bedeu ung gewinnen, da g oße We au die so g äl ige E assung
und Bea bei ung de E gebnisse geleg wi d.
Die Expe engesp äche wu den on de Ve asse in handsch i lich mi no ie . Um die
un e schiedlichen E ah ungen und Einschä zungen de Expe en und Expe innen des
Ausbildungsma k es e assen und auswe en zu können, wa ein o enes, dem Ve lau
272
Meh mann/Wi z, 2002, S. 113.
273
Schmid , 2003, S. 547.
103
en sp echendes lexibles In e iew e hal en e o de lich. De In e iew e da dabei niemals
das Ge ühl en wickeln, es wü de ihm e was au ged äng ode übe ges ülp .
274
Ziel wa es,
den un e schiedlichen Zugang und Wissens and, die Mo i a ion sowie Po en iale zu e mi eln
und dabei eine wei gehend na ü liche Gesp ächsa mosphä e zu wah en. Wenngleich ü die
Auswe ung de Tex e nu de wiede gegebene Tex on Bedeu ung is , so e laub e das
Mi sch eiben doch uhige Zwischen agen.
Ein ande e G und, de den Ton äge als ein ehe ungeeigne es Ins umen e scheinen ließ,
wa de P ozess de gegensei igen Annähe ung und Ve au hei . Höchs wah scheinlich
wä en die Expe en in einem so he ig disku ie en Be eich wie dem Ausbildungsma k nich
be ei gewesen, pe sönliche Äuße ungen und K i ik im Falle eines Ton äge mi schni s zu
ä igen.
275
So e mi el en Lei ne /W oblenski im Rahmen on du chge üh en
Expe enin e iews eine deu liche Zunahme de Be ei scha de In e iewpa ne , wich ige
In o ma ionen e s nach Abschal en des Tonbandes wei e zugeben.
276
Eine in diesem Zusammenhang nich on de Hand zu weisende P oblema ik in Bezug au
die o ene Da legung de eigenen bzw. de sys emeigenen P oblemsi ua ion e gib sich dabei
aus dem Fo schungskon ex A bei sma k : die S akeholde -P oblema ik. Es muss da on
ausgegangen we den, dass zum Beispiel Ve e e de IHK (Indus ie- und Handelskamme )
und K eiha (K eishandwe ke scha ) in ih e Funk ion als T äge meinen, sich wäh end des
In e iews auch in eine Kon ollsi ua ion zu be inden und dahe Selbs da s ellung und
In o ma ionskon olle mi in das In e iew einb ingen zu müssen. Dieses P oblem kann un e
Ve wendung des Lei adens deu lich abgemilde we den du ch die handsch i liche Mi sch i
ans elle des Ton äge s.
277
Das zusammen assende P o okoll is im Zusammenhang mi de o liegenden A bei als
geeigne es Mi el anzusehen, un e Hinzuziehung de quali a i en Inhal sanalyse on den
wei gehend wo ge euen, niede gesch iebenen Dialogen eine p oblemzen ie e
Zusammen assung zu e s ellen. Diese Zusammen assungen müssen s eng kon ollie
o genommen we den.
Auswe ungs e ah en
Das p oblemzen ie e In e iew is in seine Eigenscha als s ä ke s uk u ie e Technik die
274
Ebenda, S. 548.
275
Dopple /Lau e bu g geben soga die Emp ehlung, den Einsa z eines Tonbandge ä es im In e iew zu
e bie en, da nu seh e ah ene In e iew-Gebe ih e Unbe angenhei auch bei eine elek onischen
Au zeichnung beibehal en, gl. Dopple /Lau e bu g, 2005, S. 249.
276
Lei ne /W oblenski, 2005, S. 241.
277
Ebenda, S. 252 .
104
G undlage, um die im Folgenden au gezeig e Auswe ungs echnik umse zen zu können. De
olgende Modell o schlag zu Auswe ung on um ang eichem Tex ma e ial wu de on
Meuse und Nagel aus ih e Fo schungsp axis als Auswe ungsme hode gewonnen. Die
Me hode kann dabei lexibel an die jeweiligen Un e suchungsbedingungen angepass
we den, wobei Meuse und Nagel ih e Auswe ungss a egie als En decke s a egie deu lich
kennzeichnen.
278
Fü die Auswe ung des Tex ma e ials wi d die kon ex abhängige
Bedeu ungsin e p e a ionen on Äuße ungen und die sequen ielle Tex eduk ion zug unde
geleg . Fü die Auswe ung des Ma e ials inde eine O ien ie ung an hema ischen Einhei en
und nich an de Sequenziali ä on Äuße ungen p o In e iew s a , eine Ve gleichba kei de
In e iews wi d wei gehend übe den gemeinsam ge eil en ins i u ionell-o ganisa o ischen
Handlungskon ex sowie übe den eingese z en In e iewlei aden e ziel .
Im e s en Sch i wi d das um ang eiche Tex ma e ial du ch die Pa aph asie ung jedes
einzelnen In e iews e dich e und eduzie , wobei dem Gesp ächs e lau ge olg wi d. Die
om In e iewe gekennzeichne en lei enden Fo schungs agen inden sich dabei in den
pa aph asie enden Teilen wiede . Im Rahmen des me hodischen Vo gehens muss s eng
da au geach e we den, dass Inhal e nich du ch o eilige Klassi izie ungen e ze und
In o ma ionen nich du ch ein undu chdach es Zusammen ügen on Tex sequenzen nich
meh e ügba sind.
Im nächs en Sch i de Ve dich ung we den die pa aph asie enden Passagen ü jedes
In e iew einzeln mi Übe sch i en e sehen und dabei hema isch geo dne . Die in e iew e
Pe son is nich meh als Indi iduum on Bedeu ung, da sich die Analyse au das
o schungs ele an e Wissen de Expe in ode des Expe en bezieh .
279
Im olgenden hema ischen Ve gleich wi d das Einzelin e iew e lassen und nach
e gleichba en Tex passagen aus den ande en In e iews gesuch . Passagen mi gleichen
ode ähnlichen Themen we den aus e schiedenen In e iews un e einhei lichen ex nahen
Übe sch i en zusammenges ell , um Rele anzs uk u en zu kennzeichnen. Wäh end dieses
Vo gehens is ein s ändiges Übe p ü en und gegebenen alls eine Re ision no wendig, wobei
eine sei s Gemeinsamkei en he ausges ell we den, um im Ve häl nis dazu ande e sei s
Un e schiede, Abweichungen und Wide sp üche es zuhal en.
Mi de abschließenden Analyse i die Te minologie de In e iew en s ä ke zu ück und es
278
Meuse /Nagel, 2005a, S. 81.
279
Ebenda, S. 85.
105
e gib sich eine wesen lich g öße e Dis anz on den Tex en. Das Gemeinsame und die
Di e enzen we den beg i lich gekennzeichne und in die Fo m eine Ka ego ie gegossen.
Die Ka ego ienbildung implizie das Subsumie en on Teilen un e einen allgemeinen
Gel ung beansp uchenden Beg i , de seine sei s in dem P ozess s ändig übe p ü und
di e enzie wi d. Du ch die in diesem P ozess gewonnen E gebnisse übe S uk u en des
Expe enwissens is die Anschlussmöglichkei an heo e ische Diskussionen gegeben.
Die abschließende Ka ego ienbildung ges al e sich hie wie olg :
- de inie e Kompe enz äge in Bezug au die Ne zwe ka bei
- K i e ien de Ne zwe kquali ä
- Ve auenss uk u en im Ne zwe k
- Wissenszugang de Teilnehme
- Bewe ung des Wissens andes du ch die Handlungspa ne
- Vo schläge ü die e ek i e Umse zung on Wissen
- Kennzeichnung de eigenen Mo i a ion
- Möglichkei en eine e wei e en Mo i a ion
- Handlungs ähigkei als mo i ie endes Elemen
4.2 De In e iewlei aden
De Lei aden dien dazu, au die o he es geleg en Themen des In e iews zu okussie en
und dabei das Ziel de Be agung nich zu e nachlässigen.
280
Dami s ell de Lei aden auch
ein Ins umen zu Siche ung de hema ischen Ve gleichba kei de gewonnenen
Expe enaussagen da , das gleichzei ig da ü So ge äg , dass wesen liche hema ische
Inhal e nich e lo en gehen. E gänzend hie zu s ell de Lei aden, den Dopple /Lau e bu g
auch als „D ama u gie“
281
kennzeichnen, eine Fo m de We schä zung ü den In e iew en
da .
Im Rahmen de o liegenden Ausa bei ung is es eine Zielse zung de F ages ellung, das
me hodische Wissen de S akeholde als G und o ausse zung zu e mi eln. Wei e gil es,
die E ah ungen de S akeholde mi P ojek a bei he auszua bei en, abe auch den
Kenn niss and bei de Anwendung und Umse zung on geziel en Me hoden des
P ojek managemen s. Wesen lich is es in diesem Zusammenhang, auch die Funk ion sowie
280
Meh mann/Wi z, 2002, S. 115.
281
Dopple /Lau e bu g, 2005, S. 254.
112
Die Nacha bei bei diesem In e iew e lie seh gu , bei de Umse zung des Gesag en in die
Pa aph ase s and de In e iew e du ch hil eiche kleine Ko ek u en zu Sei e.
S akeholde unk ion
Die Be u sbe a ung bie e sei ens de Agen u ü A bei eine um assende Be euung de
Jugendlichen, Schulen und zum Teil auch de A bei gebe . Obwohl inzwischen die
Be u sbe a ung längs nich meh unang ei ba e schein (zahl eiche p i a e Be a e wie
K ankenkassen und Akquisi eu e on Kamme n und Gewe kscha en üllen ähnliche
Lücken), bes eh hie noch imme die wei aus g öß e En scheidungsbe ugnis. Es is es auch
wei e hin an de Be u sbe a ung, die Umse zung de poli ischen Vo gaben zu lenken.
Von de be u lichen Aus ich ung he s amm de Expe e u sp ünglich aus dem
kau männischen Be eich. Bei de Agen u ü A bei , damals noch A bei sam , is diese sei
An ang de siebzige Jah e. Das In e esse des Be ag en gal dabei o d inglich sozialen
Belangen, was auch G und ü den Wechsel on de Indus ie zu Behö de wa . Zunächs
blieb de Expe e noch in No d hein-Wes alen, um dann aus p i a en G ünden einen
Wechsel nach Schleswig-Hols ein o zunehmen, an änglich in de Funk ion als
Abschni slei e ü be u liche Be a ung, wenig spä e dann als Lei e de Be u sbe a ung
Heide.
Besonde s wich ig wa es ü den Be ag en, einen Weg zu inden, an Jugendliche
he anzukommen, au Schüle zuzugehen. Die A bei ssi ua ion wu de om In e iew en als
seh ielschich ig und in e essan besch ieben, zu de damaligen Zei ha e die
Be u sbe a ung noch seh iele Möglichkei en, eigens ändig zu en scheiden. Ein Wandel
kam mi dem A bei sam 2000. Wäh end o he wei gehend achbezogen in de
Be u sbe a ung gea bei e wu de, wu den diese und somi dem Expe en nun imme meh
ande e Au gaben zuge eil . Hie zu zähl en un e ande em de Be eich Finanzen, Con olling
und die Bekämp ung illegale Beschä igung. De Schwe punk des Expe en wa bishe
imme die Be a ung gewesen; diese o ganisa o ische Ve ände ung iel ihm seh schwe . In
Bezug au die Ums uk u ie ung äuße e sich de Be ag e k i isch, da bei allen gu en
Vo sä zen seh iel ze s ö wo den sei. Fü ihn wa imme das Team, welches e sich s e s
nach eigenen Vo s ellungen zusammens ell e, seh wich ig,
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
De Handlungspa ne e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.

113
4.3.3 In e iew 3
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Geschä s üh e de K eishandwe ke scha Di hma schen and am 8.
Mai in einem beleb en S ad ca é am Heide Ma k in de Zei on 16 bis 18:15 Uh s a . De
Vo schlag, diesen O zu wählen, ging on meinem Gesp ächspa ne aus, de be ei s einen
ans engenden A bei s ag hin e sich ha e, sich abe so o au ele onische Nach age zu
einem Gesp äch zu Ve ügung s ell e. Obwohl das Um eld seh beleb wa , wu de das
Gesp äch nich ges ö .
De In e iew e eu e sich, dass e an de Be agung eilnehmen du e. E zeig e dies du ch
eine g oße Kommunika ions eudigkei .
Die Nacha bei bei diesem In e iew zeig e sich seh ein e nehmlich. De Be ag e ha e
keine inhal lichen Ände ungswünsche und and sich gu und e s ändlich wiede gegeben.
S akeholde unk ion
Die K eishandwe ke scha e üll im Rahmen de o liegenden S udie eine Doppel unk ion.
Sie e i als Kamme die Handwe ksbe iebe, is abe auch wich ige T äge im Be eich
B B (Be u s o be ei ende Bildungsmaßnahme). De Zugang des S akeholde s zu
Ausbildungspla zsi ua ion in Di hma schen bes eh sei 24 Jah en du ch seine A bei bei de
K eishandwe ke scha Di hma schen, heu e in de Funk ion als Geschä s üh e . Zu o wa
de Expe e 15 Jah e in e schiedenen Be eichen als kommunale Landes- und
Bundesbeam e mi häu ig wechselndem Einsa zgebie ä ig.
Heu e s ünden im Zen um seines Blickwinkels o allem die benach eilig en Jugendlichen,
die den Zugang ins Be u sleben selbs nich scha en. De Handlungspa ne sehe es als
eine seine o d inglichs en Au gaben an, jungen Menschen eine Hil es ellung zu geben, um
in den e s en ode auch o übe gehend in den zwei en A bei sma k einmünden zu können.
De Handlungspa ne bezeichne sich selbs als seh posi i denkenden Menschen, de sich
be ei s übe kleine E olge eue, besonde s abe , wenn de junge Mensch beg i e, ü sich
selbs zu le nen. De Expe e is in seine Funk ion als S akeholde o zdem imme bes eb ,
engen Kon ak zu seinen 44 Mi a bei e n, abe auch zu den Jugendlichen zu hal en. Jede
de Jugendlichen kenne den Handlungspa ne , und es sei ihm wich ig, P äsenz zu zeigen,
sodass es ü ihn auch selbs e s ändlich sei, säm liche El e nnachmi age und
In o ma ions e ans al ungen selbs zu lei en.
114
De Expe e o ien ie e sich am Lei sa z, dass Fö de n und Fo de n gleiche maßen wich ig
seien. Ausbildung bedeu e ü ihn nich Beschü zen, die A bei swel sei ha . Die E gebnisse
de on seine Ins i u ion gelei e en Maßnahmen s ünden ü den hohen Ansp uch, den diese
sich selbs ges ell habe. So e üg die B B (Be u s o be ei ende Bildungsmaßnahme)
zu zei übe 119 Teilnehme , und die In eg a ionsquo e in Ausbildung is seh hoch. Dabei
e ülle de T äge die gese zlichen K i e ien bei de Fö de ung eine be u lichen
Wei e bildung du ch den Bildungsgu schein.
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
De Handlungspa ne e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.
4.3.4 In e iew 4
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi de Vo si zenden de Indus ie- und Handelskamme Di hma schen and
am 11. Mai 2006 im Besp echungszimme de Indus ie- und Handelskamme Schleswig-
Hols ein, Außens elle Heide s a . De O des In e iews wu de on meine
Gesp ächspa ne in o gegeben. Wäh end des Gesp äches anden keine lei S ö ungen s a .
Die In e iewpa ne in ha e sich ele onisch spon an be ei e klä , an de Be agung
eilzunehmen, ohne übe die Themenschwe punk e in o mie zu sein, hie bes and im
Vo eld kein Beda . Es wa sei ens de Handlungspa ne in ein Zei ens e on 30 Minu en
o gegeben, was den Gesp ächs e lau eno m s a e. An manchen S ellen bes and dahe
leide auch nich die Möglichkei de Ve ie ung.
Die Nacha bei bei diesem In e iew wa on de Gesp ächspa ne in o gegeben, die
Tex sequenzen, die nochmals zwecks Abgleich zugesand wu den, wu den zu einem g oßen
Teil im Sa zbau umges ell , wobei die Aussage des Tex es mi dem Vo schlag de
Ve asse in wei gehend kon o m blieb.
S akeholde unk ion
Die Indus ie- und Handelskamme e üll im Rahmen de o liegenden S udie eben alls eine
Doppel unk ion. Sie e i als Kamme die Diens leis ungsbe u e, is abe auch wich ige
115
T äge im Be eich Wei e bildung.
287
Auße dem a bei e die Kamme e s ä k im Be eich
Ausbildungsakquise, es inden egelmäßig A bei gebe kon ak e s a .
Um zusä zliche Ausbildungsplä ze zu scha en, schick die Kamme Ausbildungsakquisi eu e
in die Be iebe, die geziel übe das Thema Ausbildung und Fö de möglichkei en in o mie en.
Da übe hinaus üh die Kamme In o ma ions e ans al ungen du ch, au denen sich die
jungen Menschen übe Ausbildungsbe u e in o mie en können. Die Zusammena bei mi den
Schulen als Wegbe ei e ü die Ausbildungs ähigkei soll dadu ch in ensi ie we den.
Die Expe in in ih e Funk ion als Geschä s üh e in de IHK Flensbu g, Geschä ss elle
Di hma schen beschä ig sich mi dem Thema Ausbildungspla zpoli ik o O sei 15 Jah en,
zu o wu de sie mi de F ages ellung be ei s in zehn ak i en Jah en als Kommunalpoli ike in
kon on ie . Die Au gabe de IHK is es, Un e nehmen geziel übe Ausbildung zu be a en
und wäh end de Ausbildung die Auszubildenden und die Ausbildungsbe iebe zu be euen.
In olge ih e Tä igkei bei de IHK e häl die In e iew e häu ig An agen on Jugendlichen
ohne Ausbildungspla z.
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
Die Handlungspa ne in e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.
4.3.5 In e iew 5
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Land a des K eises Di hma schen and am 16. Mai 2006 on 8:30
Uh bis 9:45 Uh im Bü o des Handlungspa ne s s a . De O des In e iews wu de on
meinem Gesp ächspa ne o gegeben. Wäh end des Gesp äches anden keine lei
S ö ungen s a .
De In e iewpa ne ha e sich nach um assenden E läu e ungen übe den Hin e g und de
Be agung (de F agenkomplex wu de ihm au seinen Wunsch o he sch i lich zuges ell )
be ei e klä , an de Be agung eilzunehmen. Es wa ein Zei ens e on 45 Minu en
o gegeben, das jedoch wäh end des Gesp äches um 30 Minu en wei e ausgedehn
we den konn e. Im Gesp ächs e lau wu de deu lich, dass die Teilnahme an diese
Be agung bei dem In e iewpa ne zunehmend au meh In e esse s ieß.
287
Bei de Deu schen Anges ell en-Akademie we den beispielsweise Ausbildungen in Fo m on
Umschulungen angebo en.
116
Die Nacha bei bei diesem In e iew ges al e e sich p oblemlos, de In e iew e dis anzie e
sich nu unwesen lich on dem Gesag en.
S akeholde unk ion
De Land a e üll in seine Funk ion als Lei e de K eis e wal ung die Funk ion des
Umse zenden de K eispoli ik und is dahe als S akeholde ü die Ausbildungspla zpoli ik
unabdingba .
De Zugang des Expe en zum Thema Jugenda bei slosigkei und auch zu ak uellen
Ausbildungspla zsi ua ion is zunächs einmal be u sbeding : In seine Funk ion als Land a ,
die de In e iew e nun sei as zehn Jah e inneha , is diese un e ande em auch
e an wo lich ü den Be eich de Jugendhil e, eine K eisau gabe in Schleswig-Hols ein.
Zum ande en sind Kommunen und K eis beding du ch die Zusammenlegung im Rahmen
de Ha z-IV-Gese zgebung sei An ang 2005 zu eine e wei e en Zusammena bei mi den
Agen u en au ge o de . Hie sind es in e s e Linie die benach eilig en Jugendlichen, die ü
den Handlungspa ne im Blick eld s ehen, meis ohne ode mi abgeb ochene Ausbildung.
Die Si ua ion spiel e sich ü den Be ag en au zwei Ebenen ab: eine du chaus
be iebswi scha lichen und auch eine seh s a k pe sönlichen. Seine Ansich nach gäbe es
nich s Schlimme es ü einen jungen Menschen, als keine Pe spek i e zu haben, gekoppel
an die Aussage de Gesellscha : Wi b auchen Dich nich .
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
De Handlungspa ne e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.
4.3.6 In e iew 6
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Vo si zenden des Deu schen Gewe kscha sbundes Bezi k Un e elbe
and am 6. Sep embe in de Zei on 18 Uh bis 18:55 Uh im Besp echungszimme des
CAT (Cen um ü Angewand e Technologien) in Meldo s a . De O des In e iews wu de
on meinem Gesp ächspa ne o geschlagen, da de Be ag e im gleichen Gebäude noch
eine Anschlussbesp echung ha e. Wäh end des Gesp äches anden keine lei S ö ungen
s a .
117
De In e iewpa ne ha e sich nach ku zen E läu e ungen übe den Hin e g und de
Be agung (F agenkomplex/Segmen e in Ku z o m wu den dem Be ag en o he au seinen
Wunsch sch i lich zuges ell ) be ei e klä , an de Be agung eilzunehmen. Es wa ein
Zei ens e on 45 Minu en o gegeben, was jedoch wäh end des Gesp äches um 10
Minu en wei e ausgedehn we den konn e. Au g und eines Folge e mins wa eine wei e e
Ausdehnung nich möglich.
Die Nacha bei bei diesem In e iew ges al e e sich p oblemlos, de In e iew e ko igie e
nu on de In e iewe in alsch e ass e Zahlen e häl nisse.
S akeholde unk ion
Im Zuge de anges eb en Fo m des Mi einande s is es unabdingba , die Gewe kscha en in
die S akeholde unde mi einzubeziehen, sind diese doch zu einen g oßen Teil onangebend
in de a i lichen Einigung de A bei sma k pa ne . Ta i abschlüsse ges al en maßgeblich die
Möglichkei en de A bei gebe bzw. Ausbilde mi .
U sp ünglich komm de Be ag e aus dem Schi bau, wa selbs Ausbilde und ha e Azubis
zu be euen. Insgesam se z e sich sei ca. 20 Jah en mi A bei sma k poli ik auseinande .
Gegenwä ig wi d de Bezug des S akeholde s zu Ausbildungspla zsi ua ion im Rahmen
seine Tä igkei als Vo si zende des Deu schen Gewe kscha sbundes Region Un e elbe
s ändig wiede neu he ges ell und au ech e hal en. Du ch seine Funk ion als Bei a de
Agen u en ü A bei in Heide und Elmsho n is e auch o wäh end in die ak uelle A bei
in ol ie . Dabei is es ü den Handlungspa ne besonde s wich ig, sich mi den
Jugendlichen auseinande zuse zen, welche besonde e De izi e au weisen, sie bilden dabei
auch den g öß en Gesp ächsan eil.
Einen di ek en Kon ak mi jungen Menschen ha de In e iew e nu indi ek du ch die
poli ische A bei des DGB. Auch wi k e bei de E s ellung on Be u sbilde n mi und s a e
egionale, abe auch bundeswei e P ojek e, wie beispielsweise EXAM, welches geziel
neben eine Akquise eine kon inuie liche Ausbildungsbeglei ung siche s ell .
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
De Handlungspa ne e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.

118
4.3.7 In e iew 7
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Rek o de Meldo e Haup schule and am 8. Sep embe 2006 in de
Zei on 8 Uh bis 9:45 Uh in seinem Diens zimme s a . De O des In e iews wu de on
meinem Gesp ächspa ne o geschlagen. Wäh end des Gesp äches anden keine lei
Un e b echungen ode S ö ungen s a .
De In e iewpa ne ha e sich nach ku zen E läu e ungen übe den Hin e g und de
Be agung (F agenkomplex/Segmen e in Ku z o m wu den dem Be ag en o he au seinen
Wunsch sch i lich zuges ell , jedoch nich gesich e ) be ei e klä , an de Be agung
eilzunehmen. Es wa kein es es Zei ens e du ch den Gesp ächspa ne o gegeben,
sodass alle Segmen e in Ruhe g ündlich abgehandel we den konn en.
Die Nacha bei bei diesem In e iew ges al e e sich p oblemlos, de In e iew e ko igie e
nu an eine S elle den Sa zbau de Pa aph ase.
S akeholde unk ion
Die Rolle de Haup schulen is im Be eich Ausbildungsma k poli ik als seh ele an
anzusehen, da hie be ei s die Rahmenbedingungen ü eine Klien el mi deu lichen De izi en
im Vo eld ges ell we den.
Mi dem Thema Ausbildung junge Menschen be ass sich de Be ag e be ei s sei 1978,
also sei as 30 Jah en. An änglich is e du ch seine Tä igkei als K eis achbe a e o mals
auch mi Ausbildungsabb üchen kon on ie wo den. Als Schullei e an de Haup schule
Meldo is de In e iew e sei 20 Jah en eingese z .
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
De Handlungspa ne e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.
4.3.8 In e iew 8
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Lei e des Be u sbildungszen ums sowie dem Lei e des
Fö de be eiches and am 1. Sep embe 2006 in de Zei on 13:15 Uh bis 15:45 Uh im
119
Diens zimme des Schullei e s s a . De O des In e iews wu de on meinen
Gesp ächspa ne n o geschlagen. Wäh end des Gesp äches anden zwei ku z is ige
ele onische Un e b echungen s a .
Die In e iewpa ne ha en sich nach E läu e ungen übe den Hin e g und de Be agung
(F agenkomplex/Segmen e in Ku z o m wu den den Be ag en sch i lich zuges ell ) be ei
e klä , an de Be agung eilzunehmen. Es wa kein es es Zei ens e du ch die
Gesp ächspa ne o gegeben, sodass alle Segmen e in Ruhe g ündlich abgehandel
we den konn en.
Das In e iew, ge üh in de Fo m des Doppelin e iews, is als eine besonde e Fo m de
Gesp ächs üh ung im Rahmen de o liegenden Dokumen a ion anzusehen. Im Vo eld
wu den die Be ag en gebe en, langsam zu sp echen, dami die Au zeichnung möglichs
lückenlos e olgen konn e.
Au die Zusendung des In e iews pe E-Mail e olg en keine Einwände sei ens de
Handlungspa ne , das In e iew konn e in seine on de In e iewe in e ass en Fo m
Ve wendung inden.
S akeholde unk ion
Die Be u lichen Schulen des K eises sind in de S akeholde unde eben alls in
Meh ach unk ion e e en: Sie agie en als T äge ü das A J (Ausbildungs o be ei endes
Jah ), un e ich en abe auch ak i säm liche im K eis angebo enen Ausbildungsbe u e.
Dabei sind sie s a k on de Vo gabe de Regie ung bzw. den Zahlen de Agen u ü A bei
abhängig, haben also als Behö de kaum eigene En scheidungsbe ugnisse. T o zdem is ih
Ein luss au die Ausges al ung de einzelnen Le ninhal e du chaus o handen, als
Ne zwe kpa ne ha die Be u sschule iele ex e ne Kon ak e. Eine de In e iew en is
Schullei e an diese Schule sei neun Jah en. De Zugang zu Ausbildungspla zsi ua ion is
ü den Be ag en seh s a k beding du ch die enge Zusammena bei mi de Agen u ü
A bei . So wi d an de Be u lichen Schule beispielsweise auch das Ausbildungs o be ei ende
Jah du chge üh .
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
Die Handlungspa ne e klä en sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi den ande en be ag en Expe en eilzunehmen.
120
4.3.9 In e iew 9
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Vo si zenden de Geschä s üh ung de Agen u ü A bei in Heide
and am 5. No embe 2007 in de Zei on 11 Uh bis 12:45 Uh im Bü o des Agen u lei e s
s a . Das In e iew wa im Rahmen de o liegenden Ausa bei ung u sp ünglich nich
o gesehen und and dahe in zei liche En e nung zu den ande en Gesp ächen s a .
No wendig wu de dieses In e iew du ch die beabsich ig e Teilnahme des Agen u lei e s an
dem geplan en Wo kshop im Anschluss an die In e iews. De O des In e iews wu de on
meinem Gesp ächspa ne es geleg . Wäh end des Gesp äches and keine Un e b echung
des In e iews s a .
De In e iewpa ne ha e sich spon an und ohne jegliche Vo behal e ü eine Be agung zu
Ve ügung ges ell . Es wa zunächs ein es es Zei ens e du ch den Gesp ächspa ne
o gegeben. Ein nach olgende Te min wu de sei ens des Gesp ächspa ne s au g und
s a ken In e esses an de Themens ellung zuguns en des In e iews zei lich nach hin en
e schoben.
Die Nacha bei bei diesem In e iew ges al e e sich sei ens des Gesp ächspa ne s als seh
schnell und ou inie , noch am gleichen Tag nach Du chsich des In e iews and eine
Rückmeldung s a .
S akeholde unk ion
De Be ag e is e s sei Mä z 2007 Lei e de Agen u in Heide, im Zei aum on He bs
2004 bis zu Übe nahme de Lei ungs unk ion bekleide e e die Funk ion des
Geschä s üh e s. Sei 2001 konn e de Handlungspa ne beding du ch wechselnde
Funk ionen an e schiedenen O en bei de Agen u ü A bei um assende Einblicke in
e schiedene P ojek e e langen, die gemeinsam mi Kommunen und
Wi scha sun e nehmen du chge üh wu den.
Wei e e Be ei scha zu Mi a bei
De Handlungspa ne e klä sich nach dem In e iew be ei , an eine wei e en
Ve ans al ung gemeinsam mi ande en be ag en Expe en eilzunehmen.
288
288
De Lei e de Agen u Heide bo ü die geplan e Abschluss e ans al ung spon an seine um assende
Un e s ü zung an. Dies bezieh sich au die Be ei s ellung de Räumlichkei en sowie de Medien. Das
Angebo e olg e ohne wei e e Ein lussnahme de Agen u au die inhal lichen Schwe punk e de geplan en
Ve ans al ung.
121
4.3.10 In e iew 10/Ex e nes Expe enin e iew
Rahmenbedingungen
Das In e iew mi dem Lei e de Agen u ü A bei in Ros ock and am 9. Ok obe 2006 in
de Zei on 16:15 Uh bis 17:10 Uh im Bü o des Agen u lei e s in Ros ock s a . Beding
du ch hohe be u liche Belas ung e schien de In e iewpa ne ca. 15 Minu en e spä e . De
O des In e iews wu de on meinen Gesp ächspa ne o geschlagen. Wäh end des
Gesp äches and keine ele onische Un e b echung s a . Teilweise wu de jedoch die
Konzen a ion du ch das s ändig o handene Eingangsge äusch de E-Mails ges ö .
De In e iewpa ne ha e sich nach E läu e ungen übe den Hin e g und de Be agung
(F agenkomplex/Segmen e des In e iews wu den dem Handlungspa ne o he sch i lich
zuges ell ) be ei e klä , an de Be agung eilzunehmen. Es wa ein eng ge ass es
Zei ens e du ch den Gesp ächspa ne o gegeben wo den, wäh end des Gesp ächs
schau e de Be ag e meh mals au die Uh .
De Kon ak zu dem Be ag en ü das Gesp äch wa be ei s du ch den Geschä s üh e de
A ge im Dezembe he ges ell wo den. Sei dem ha en zwischen den In e iewpa ne n
einige Tele ona e s a ge unden. Das Gesp äch soll e bewuss am Ende de In e iew eihe
s ehen, da hie noch einmal ein zusammen assende Rückblick s a inden soll e.
Au die Zusendung des In e iews pe E-Mail e olg en keine Einwände sei ens des
Handlungspa ne s, das In e iew konn e in seine on de In e iewe in e ass en Fo m
Ve wendung inden.
S akeholde unk ion
De Be ag e wa in de Zei on 2003 bis 2005 Lei e de Agen u in Heide. Wäh end dieses
Zei aums wu den iele P ojek e du ch ihn ins Leben ge u en, zum Beispiel die
Jugendwe ks a RAP und die Ausbildungsbeglei ung du ch EXAM. Auße dem wu de
gemeinsam mi de K eishandwe ke scha die Ausbildungspla zbö se wiede beleb .
Die Besonde hei an diesem In e iewpa ne is , dass e neben einem g oßen
E ah ungsscha z im Be eich P ojek a bei au g und seine geände en Posi ion nun übe die
Möglichkei e üg , on außen au das Sys em zu schauen, e bunden mi dem nö igen
Wissen um die Sachlage o O .
128
diesem Zusammenhang a gumen ie en die Expe en un e ande em, dass De izi e in de
Maßnahmeplanung die Da enübe mi lung e schwe en
300
, eine Folge sei hie ein
unp o essionelles A bei en au g und zu wenig Planungse izienz
301
. Eine Lösung ü dieses
P oblem wu de nich di ek benann , doch sei de Da enschu z o mals iel zu penibel
gehandhab .
302
Ein Handlungspa ne wünsch e sich als Ve besse ung des
gekennzeichne en P oblems meh Koope a ion.
303
Als mögliche Lösung wu de du ch die
Expe en o geschlagen, dass de In o ma ions luss besse ge egel sein müsse, um meh
Planungssiche hei zu e möglichen.
304
Bei eine wei e üh enden Analyse de Ne zwe ka bei wu den K i ikpunk e deu lich, die sich
du ch die Handlungsweisen de Teilnehme inne halb des Sys ems di ek e gaben und
du chaus o O beein lussba wä en. Dazu gehö en lau eines Be ag en „zu iele
Meinungen, die le z endlich sinn olle En scheidungs indungen hemmen“
305
, abe auch
„ideologische Vo behal e un e einande “
306
.
Wei e e deu lich wu den K i ikpunk e noch du ch die Sich weise eines ande en Ak eu s:
Diese kennzeichne e die Ne zwe ka bei o O als nu wenig e ek i , ü ihn haben „die
Ak eu e nich e s anden, um was es eigen lich geh “
307
. Wei e üh e de Handlungspa ne
aus, dass in de Region „kein Ne zwe k wi kungs oll agie , sonde n ehe das Bes eben
einzelne Pe sonen, Mach zu zeigen und zu demons ie en“
308
.
Solange jedoch bei alle Be ei scha zu Zusammena bei ideologische Vo behal e
bes ehen, is die Möglichkei , die ope a i e Geschlossenhei des Sys ems im Hinblick au
eine Sys emö nung mi dem Ziel des gemeinsamen Le np ozesses und des
Wissens anspo es zu e ände n, als nich du ch üh ba anzusehen. In diesem
Zusammenhang gil es, eine Me hode im Rahmen des P ojek managemen p ozesses zu
en wickeln, die zunächs ein gemeinsames G und e s ändnis de Ne zwe kpa ne scha .
300
Anme kungen In e iew S. 40.
301
Anme kungen In e iew S. 40.
302
Anme kungen In e iew S. 15.
303
Anme kungen In e iew S. 40.
304
Anme kungen In e iew S. 40.
305
Anme kungen In e iew S. 4.
306
Anme kungen In e iew S. 29.
307
Anme kungen In e iew S. 53.
308
Anme kungen In e iew S. 53.

129
5.1.1.3 Ve auenss uk u en im Ne zwe k
Als eine wei e e Komponen e ü die Analyse de Ne zwe ka bei wu de de
Ve auensbeg i on den Expe en benann . Dabei and eine deu liche T ennung on
pe sonalem Ve auen und Sys em e auen sei ens de Expe en s a : Als eine
Besonde hei is zunächs he o zuheben, dass manche Expe en in de Zusammena bei
mi Ins i u ionen nich imme gu e E ah ungen gemach haben, abe mi de en einzelnen
Ve e e n seh gu und e auens oll zusammena bei en. Ein Expe e benann e explizi
den ehemaligen Lei e de Be u sbe a ung, mi dem e sei ielen Jah en eng und
e auens oll zusammena bei e.
309
Ve auen bilde e sich ü die Handlungspa ne
o d inglich du ch die In ensi ä de Zusammena bei . Eine de Handlungspa ne un e s ich
die Bedeu ung des Fak o s Ve auensbildung: „Fü mich is es seh wich ig, dass ich meinen
Handlungspa ne n e auen kann, und das wi d imme e s o ensich lich in de äglichen
Zusammena bei .“
310
O mals wu de de Ve auensbeg i nich di ek on de Expe en
e wende , a jedoch du ch den Fak o de e lässlichen S uk u en imme wiede in den
Vo de g und: „In Di hma schen a bei en wi alle gu zusammen, wi kennen uns beding
du ch die egionalen Gegebenhei en und wissen uns einzuschä zen.“
311
Ein wei e e
Handlungspa ne e a die Au assung, dass e auensbildende P ozesse ü ein
e olg eiches A bei en unbeding e o de lich sind: „Wie müssen als Basis uns zunächs
einmal kennenle nen, um Hemmschwellen abzubauen, abe auch gleichzei ig e mi eln,
dass wi niemandem e was wegnehmen wollen.“
312
Ve auen in ein ande es Sys em wu de
on keinem de Handlungspa ne di ek bekunde .
5.1.2 De Komplex Wissen
Das anges eb e Ziel de o liegenden Ausa bei ung is , du ch eine e wei e e P ojek a bei
de Handlungspa ne ein Wissensne zwe k en s ehen zu lassen, das es au g und de hohen
Mo i a ion de Bie e es e möglichen soll, übe eine geziel e Ve ne zung des Sys eme als
In o ma ions äge und eine einhei liche Kommunika ions o m un e einande jede zei
ab u ba ü die Benu ze zu sein, wobei ein hohes Maß an Ak uali ä gewäh leis e sein
muss.
Um ein Wissensne zwe k en s ehen zu lassen, muss Wissen o handen sein, das in dieses
309
Anme kungen In e iew S. 15.
310
Anme kungen In e iew S. 14 .
311
Anme kungen In e iew S. 40.
312
Anme kungen In e iew S. 48.
130
sei ens de Handlungspa ne eingeb ach wi d. Die Aneignung on Wissen kann nu du ch
einen gemeinsamen E ah ungs- und Kommunika ionsp ozess en s ehen. Diese
Le np ozess is jede Übe agba kei on Wissen o geschal e ; Le nen is de P ozess,
Wissen is das E gebnis.
313
Im Kon ex de o liegenden A bei is de Le np ozess in seinem
sys emischen Kon ex als eine o ganisie e Komplexi ä zu beg ei en.
314
Gemeinsames Le nen is jedoch nu möglich, wenn aus Da en In o ma ionen we den ( gl.
hie zu Kapi el 1.4.3).
315
In o ma ionsaus ausch wi d e s dann möglich, wenn e in den
ansp uchs ollen Kon ex des gemeinsamen Le np ozesses eingebe e is . S eh diese
isolie , is e als „nich kompa ibel“
316
zu bezeichnen. Diese P ozess wi d du ch üh ba du ch
die He ausbildung eines iden ischen Rele anzk i e iums, wenn lau Willke bei den Be eilig en
ähnliche Wel en wü e und Wi klichkei sbesch eibungen o handen sind.
317
Eine o anges ell e Analyse de e schiedenen Zugangsweisen sowie De ini ionsmus e de
Teilnehme zum Themenkomplex „Wissen“ is dahe no wendig ü die wei e e Planung de
A bei sme hode.
5.1.2.1 Wissenszugang de Teilnehme
Die be ag en Handlungspa ne in Di hma schen sind on ih e be u lichen He kun , ih en
E ah ungen sowie on ih em Bildungs and he un e schiedlich gep äg und e ügen übe
ih e eigene, ü sie spezi ische A und Weise de Wissensaneignung und de Le ne ah ung.
So ha en sieben de zehn be ag en Teilnehme eine akademische Vo bildung bzw. ein
S udium absol ie . Ein Expe e ha säm liche S u en de Agen u ü A bei du chlau en, ein
ande e is als Que eins eige aus dem kau männischen Be eich zu die Agen u gekommen.
Ein Gesp ächs eilnehme s amm aus dem handwe klichen Be eich, ein wei e e konn e au
eine langjäh ige Lau bahn als Landes- und Bundesbeam e zu ückg ei en.
Übe die un e schiedlichen Zugangsweisen sind sich die Handlungspa ne bewuss ; in
einem In e iew wi d dies auch so deu lich o mulie : „Hie scheinen die Handlungspa ne
un e schiedlich in o mie , haben au g und un e schiedliche He kun und
In o ma ionsquellen e schiedene Lücken in ih em Wissens and.“
318
Die un e schiedlichen
313
Willke, 2001, S. 39.
314
Ebenda, S. 42.
315
Ebenda, S. 8 .
316
Ebenda, S. 17.
317
Ebenda, S. 49.
318
Anme kungen In e iew S. 30.
131
Wissensgebie e, abe auch das ak uelle Tä igkei s eld de Expe en haben Ein luss au die
De ini ion, Schwe punk se zung und die Umse zung on Wissen.
De inie als no wendiges Wissen wu den on nahezu allen Handlungspa ne n – die
nachs ehende Nennung en sp ich de Reihen olge de genann en Häu igkei – zunächs
A bei sma k da en (En wicklung de Schüle zahl, S uk u en de Schulabgänge ,
Be u swahl e hal en). Dieses Wissen bezieh sich in seine Aussage au ein eines
Zahlenwissen. Fü den sinnha en Wissensp ozess handel es sich hie bei o wiegend um
zunächs unb auchba es Ma e ial.
319
Da en übe den Ausbildungsma k s ehen in nahezu
beliebige Menge zu Ve ügung, in alle Regel is das P oblem eine Übe lu ung de Ak eu e
mi Da en.
Nu zwei de be ag en Expe en äuße en, dass die Deu ung de Zahlen die en scheidende
Rolle einnehmen wü de (zum Beispiel Ve bleib on Jugendlichen in Maßnahmen).
320
Ein
Expe e kommen ie e, dass seine Meinung nach ein eines Zahlenwissen nich ele an
wä e, sonde n ein Wissen um S ömungen und Rich ungen, also die S uk u des
P oblems.
321
Wesen lich is , dass e s die Einbindung on Rele anzen aus Da en
In o ma ionen we den läss , und solange de Kon ex on Rele anzen ehl , inde im
Ne zwe k noch kein In o ma ionsaus ausch s a .
Wei e wa en den Handlungspa ne n die Kenn nis übe das Be u sschulwesen als
Wissensg undlage wich ig
322
, ebenso Kenn nisse übe die geände en An o de ungen de
Handlungspa ne , insbesonde e in de Wi scha
323
, Ausbildungsinhal e
324
, abe auch die
Kenn nis übe die wi scha liche Lage de Ausbildungsbe iebe de Region
325
. Wissen übe
psychologische Zusammenhänge
326
, abe auch Themen, die sich dami auseinande se zen,
was mi den Jugendlichen in de Zukun passie
327
, sind neben den Sich weisen on
Jugendlichen und Un e nehmen als ele an es Wissen gekennzeichne wo den.
328
Eine e wei e e De ini ion on Wissen, welche de sys em heo e ischen Sich weise diese
Ausa bei ung nahekomm , wu de be ei s on einem Handlungspa ne geäuße . Fü ihn is
Wissen auch ode o allem die „Kenn nis eine gemeinsamen einhei lichen Sp ache alle
319
Willke, 2001, S. 8.
320
Anme kungen In e iew S. 30.
321
Anme kungen In e iews S. 47.
322
Anme kungen In e iew S. 10.
323
Anme kungen In e iew S. 21.
324
Anme kungen In e iew S. 10.
325
Anme kungen In e iew S. 25.
326
Anme kungen In e iew S. 5.
327
Anme kungen In e iew S. 5.
328
Anme kungen In e iew S. 54.
132
Ne zwe kpa ne . Diese einhei liche Ve s ändigung soll sich nu au das gemeinsam zu
behandelnde P oblem, also die Kenn nisse um den Ausbildungsma k und um die
Jugendlichen, beziehen.“
329
An diese S elle is du ch die Aussage des Expe en das
gemeinsame Rele anzk i e ium Ausbildungssi ua ion kla he ausges ell ; In o ma ionen
we den in einem da au olgenden, so g äl ig angeleg en gemeinsamen Le np ozess zu
Wissen.
5.1.2.2 Bewe ung des Wissenss andes du ch die Handlungspa ne
Die F age nach de Bewe ung o handenen Wissens wi d sei ens de be ag en Expe en
kon o e s bean wo e . Fes s ellba is jedoch, dass die An wo en au diese F age
insgesam ehe knapp ge ass aus ielen, auße dem an wo e en nu ie on zehn Be ag en
di ek da au . A gumen ie wu de, „dass die Handlungspa ne übe „ein seh
unzu eichendes, einsei iges Wissen“
330
e üg en. Ein ande e Expe e ass e zusammen:
„Es bes eh zwa genügend Wissen, abe Wissen müss e besse umgese z we den.“
331
Eine e wei e e E klä ung, was an de inie em Wissen ehle, blieb sei ens des
Handlungspa ne s aus. Wäh end de In e iewsi ua ion e gab sich meh mals de Eind uck,
dass manchen Handlungspa ne n de Umgang und die De ini ion des Wissensbeg i s
ih e sei s schwe iel. Ein wei e e , in diesem Fall konk e e o mulie e K i ikpunk in Bezug
au ehlendes Wissen bezieh sich au die Schule: Im Zusammenhang mi de Bewe ung des
Wissens andes wu de o allem k i isie , dass Leh e übe zu wenige Kenn nisse übe die
An o de ungen in de Wi scha an die Auszubildenden e ügen.
332
5.1.2.3 Vo schläge ü die e ek i e Umse zung on Wissen
Um das o handene Wissen in einem Ve ände ungsp ozess nu zba zu machen, wu den die
Handlungspa ne nach Möglichkei en be ag . Inwiewei es ü die Handlungspa ne
o s ellba is , das o handene Wissen umzuse zen, wi d du ch e schiedene Vo schläge
deu lich. Dass un e schiedliche Handlungspa ne an diesem P ozess be eilig sein soll en,
wa ausd ückliche Wunsch de In e iew en, es wi d ein Expe enpool mi in e disziplinä em
329
Anme kungen In e iew S. 16.
330
Anme kungen In e iew S. 5.
331
Anme kungen In e iew S. 35.
332
Anme kungen In e iew S. 21.
133
A bei en ge o de .
333
Eine Wissens e b ei ung du ch Mul iplika o en is dabei explizi
gewünsch , hie zu sollen die Kompe enz und die En scheidungsbe ugnis de
Handlungspa ne genu z we den.
334
Dabei e deu lichen die Expe en, dass es du chaus o s ellba sei, zunächs übe einen
jeweils un e schiedlichen Wissens and zu e ügen. Dabei solle jede on den S ä ken und
Schwächen des ande en p o i ie en.
335
Im Rahmen dieses Ansa zes zeichne sich eine
Funk ionabili ä des Ne zwe ks dadu ch aus, dass Kompe enzen au alle Mul iplika o en
jeweils in e schiedene Fo m e eil sind. „An e s e S elle muss imme s ehen: Man will
gemeinsam das Bes e ü die Sache.“
336
Um Wissen besse nu zba zu machen, wu de sei ens eines Expe en meh Mu gewünsch ,
Dinge auszup obie en, möglichs als Modell e such.
337
Dabei wu de de Wunsch nach eine
geziel e en Ve b ei ung on Wissen geäuße .
338
Dabei is du chaus das Bewuss sein bei
den Handlungspa ne n o handen, dass „jedes Sys em seine In e essen ha und dahe
auch einsei ig in o mie “
339
. De Handlungspa ne ha e ü diese P oblema ik be ei s einen
Lösungs o schlag: „Du ch das Einschal en eine neu alen S elle, welche den
Wissens anspo s eue , könn e Wissen e ek i e mi el we den. Diese Au gabe könn e
die Fachhochschule Wes küs e in Heide gu nachgehen, da sie einen hohen S ellenwe in
de Region besi z . Die do e s ell en Aussagen gel en als glaubha , wü den nich
hin e ag . Im Vo eld könn e die In o ma ions lu ges eue we den, es könn e du ch eine
Vo auswahl eine Konzen a ion au die wi klich wich igen Vo gänge s a inden.“
340
Ein
wich iges K i e ium, um eine Ve b ei ung on unnü zem Wissen en gegenzuwi ken sei es,
„be ei s bei de Zusammen agung on Wissen zu selek ie en, zu iele, unso ie e
In o ma ionen schaden meh als sie nü zen“
341
.
Au die F age, wie einem Ve lus on Wissen o gebeug und eine ungeziel en Ve b ei ung
en gegengewi k we den könne, e gab sich bei den Expe en ein gemisch es Meinungsbild.
Hie müsse Expe enwissen e s einmal au genommen und in e s ändliche A und Weise
mi einande e knüp we den. Wie dann diese Da en explizi au be ei e we den, müss e
333
Anme kungen In e iew S. 5.
334
Anme kungen In e iew S. 16.
335
Anme kungen In e iew S. 16.
336
Anme kungen In e iew S. 17.
337
Anme kungen In e iew S. 48.
338
Anme kungen In e iew S. 16.
339
Anme kungen In e iew S. 30.
340
Anme kungen In e iew S. 30.
341
Anme kungen In e iew S. 5.

134
dann im Einzelnen en schieden we den.
342
An diese S elle is zu beme ken, dass de
Handlungspa ne Expe enwissen mi Da en gleichse z . Wie be ei s an ande e S elle hie
da ges ell , bilden eine Da en niemals eine In o ma ion, die mi Wissen in Bezug geb ach
we den kann. Auch eine Au be ei ung de Da en is als sinnlos anzusehen, wenn diese
au g und eines ehlenden gemeinsamen Le np ozesses nich zu deu en sind.
5.1.3 Mo i a ion de Handlungspa ne
Wesen liches Elemen de o liegenden Ausa bei ung is es, nich nu eine Ebene de
Kommunika ion de e schiedenen Ne zwe kpa ne zu kennzeichnen, sonde n auch die
Mo i a ion, welche die Kommunika ion o an eib . Mo i a ion is als en scheidendes Elemen
anzusehen, um eine Ve ände ung in eine O ganisa ion einlei en zu können. Mo i a ion
en s eh aus gemeinsamen Rele anzk i e ien, is o allem abe auch di ek abzulei en aus
Vo eilen, welche sich die Handlungspa ne aus de gemeinsamen Zusammena bei
e sp echen.
Die Bedeu ung de Mo i a ion de Handlungspa ne im Ve ände ungsp ozess is dahe als
seh hoch zu bewe en. Eine Analyse de pe sönlichen Mo i a ion de Handlungspa ne mi
eine e gänzenden Einschä zung übe die de Ne zwe kpa ne ha das Ziel, die Ablei ung
eine gemeinsamen Mo i a ion ü die Einlei ung eines Ve ände ungsp ozesses umse zba
zu machen.
5.1.3.1 Kennzeichnung de eigenen Mo i a ion
Um Möglichkei en au decken zu können, welche eine Mo i a ionss eige ung zu Folge haben
könn en, muss zunächs eine Analyse de jeweiligen Handlungspa ne du chge üh we den.
Diese zeig au , ob übe haup die Mo i a ion o handen is , um e was an den o handenen
S uk u en zu e ände n. Leide liegen nu wenige konk e e Aussagen zum Themenkomplex
„Eigene Mo i a ion“ o , ielleich beding du ch Vo behal e, e was on seinen In e essen
p eisgeben zu wollen.
343
Nach Analyse de In e iews wi k en au die Handlungspa ne
mo i a ionss eige nd, weil als sinn oll angesehen, Mo i a ion du ch Ve ne zung zu
s eige n.
344
Eine wei e e E klä ung zum Ne zwe kbeg i blieb sei ens de Handlungspa ne
342
Anme kungen In e iew S. 5.
343
Die ge inge Anzahl de An wo en zum Themenkomplex de eigenen Mo i a ion de Handlungspa ne läss
den Schluss zu, dass in diesen Be eich wenig Selbs e lexion s a inde .
344
Anme kungen In e iew S. 4.
135
jedoch aus. Wei e wu de in Bezug au eine Mo i a ionss eige ung die En wicklung neue
P ojek e ü p oblema ische Jugendliche, zum Beispiel Pa enmodell, du ch einen
Handlungspa ne genann .
345
Auch die Möglichkei de Ve ände ung des Ta i modells wu de
als mo i a ions e s ä kende Fak o ange üh . An diese S elle wi d deu lich, dass hie das
Du chse zen eigene In e essen und Ideen als mo i ie end gekennzeichne wi d.
Ein wei e e Handlungspa ne o de e als G undlage eine jeden Mo i a ion eine du chweg
anspa en e, o ene Kommunika ion, „denn nu wenn O enhei da is , is eine Lösung in
Sich “
346
. Eine o ene Kommunika ion hä e in diesem Fall zu Folge, dass sich de
Handlungspa ne mi seinen In e essen Gehö e scha en könn e. Inwiewei diese dann
umgese z we den könn en, wä e zunächs als nach angig zu deu en und be ei s Elemen
des ak i en Ve ände ungsp ozesses.
5.1.3.2 Möglichkei en eine e wei e en Mo i a ion
Deu lich meh Lösungs o schläge gaben die Expe en au die F ages ellung, wie ans elle de
eigenen Mo i a ion die Mo i a ion de Handlungspa ne zu e höhen sei. Es wu de eine
Abnahme de Bü ok a ie einge o de , da „diese e o dne e Inkompe enz die Mo i a ion alle
Be eilig en lähme“
347
. Auch wu de „ein du ch die Bundes egie ung ges eue es
Ausbildungsmodell“
348
als Mo i a ions ak o o geschlagen.
Um A bei gebe zu mo i ie en, solle das Ge ühl du ch die Handlungspa ne e mi el
we den, dass sie nich nu inanziell un e s ü z , sonde n auch nich allein gelassen wü den
mi den o mals p oblema ischen Jugendlichen.
349
Als hil eich wu den neben inanziellen
An eizen in diesem Zusammenhang auch eine „enge Koope a ion on auße be iebliche
und inne be iebliche Ausbildung“
350
o geschlagen.
De eigene Bei ag, um ande e Handlungspa ne zu mo i ie en, wu de on den Be ag en in
de ak i en Fo m du chaus un e schiedlich gekennzeichne . So wi d das pe sönliche ak i e
Handeln o O , welches im ein seh hohes Maß an Mo i a ion ausd ück , nu on wenigen
Handlungspa ne n noch du chge üh : „Um zusä zliche Ausbildungsplä ze zu scha en bin
ich as äglich un e wegs, um die Un e nehmen zu be a en und um neue S ellen zu
345
Anme kungen In e iew S. 25.
346
Anme kungen In e iew S. 34.
347
Anme kungen In e iew S. 16.
348
Anme kungen In e iew S. 12.
349
Anme kungen In e iew S. 24.
350
Anme kungen In e iew S. 29.
136
akqui ie en.“
351
Auch de „enge Dialog mi El e n und Schüle n, ohne dabei die eigenen
Schwächen auße Ach zu lassen“
352
zeug noch on eine seh p axisnahen Umse zung de
eigenen Mo i a ion, um ande e zu mo i ie en.
Eine on außen ges eue e Mo i a ion wa ü einen de be ag en Handlungspa ne die ü
ihn am bes en p ak ikable. E plädie e im Rahmen eine e besse en Zusammena bei ü
ein Zwangsp inzip, also übe Sank ion – eine Vo s ellung, die jedoch gegenwä ig
un ealis isch in ih e Umse zung e schein . De Expe e üh e hie zu aus: „Was ande es hil
da nich meh . We nich mi mach , muss bezahlen. Eben so, wie es mi de
Ausbildungspla zabgabe auch schon einmal angedach wa .“
353
Eine ande e Lenkungs o m, welche eine mo i a ionsge agene, e olg eiche
Zusammena bei e möglichen soll, wa ü einen wei e en Expe en, „dass die
Gewäh leis ung bes ünde, dass die Expe en unde du ch Supe ision und du ch
p o essionelle Beglei ung und Mode a ion“
354
s e ig e lek ie wü de. Diese
Expe enannahme komm de geplan en Me hode de o liegenden Ausa bei ung nahe. In
diesem Zusammenhang nann e de Expe e als hinde lich ü die En wicklung on Mo i a ion
das A gumen , dass „in einem k ea i en Ve ände ungsp ozess nich e such we den da ,
sein eigenes Sys em zu e en“
355
. In diese Äuße ung spiegel sich die ganze T agwei e de
ope a i en Geschlossenhei wiede , welche dem sys emischen
O ganisa ionsen wicklungsp ozess s ändig gegenübe s eh .
5.1.3.3 Handlungs ähigkei als mo i ie endes Elemen
Die Mo i a ion de Handlungspa ne is wesen lich gelenk du ch die äuße en
Rahmenbedingungen de Region. In Bezug au den Aspek de Handlungs ähigkei benenn
ein inzwischen auswä ige Expe e das P oblem: „Insgesam be ach e ha Di hma schen
wenig Pe spek i en, um do wi kungs oll e was umse zen zu können. Es is ein ach zu klein,
die einzelnen Handlungspa ne haben alle so gu wie ga keine P oku a, auch die
K eis e wal ung und die A bei s e wal ung agie en in ih en Be ugnissen nu seh
eingesch änk .“
356
351
Anme kungen In e iew S. 20.
352
Anme kungen In e iew S. 34.
353
Anme kungen In e iew S. 4.
354
Anme kungen In e iew S. 4.
355
Anme kungen In e iew S. 5.
356
Anme kungen In e iew S. 53.
137
Diese Ve u eilung zu eine du chaus in ielen Be eichen on den Handlungspa ne n
ungewoll en Handlungsun ähigkei is diesen auch du chaus bewuss und wi d in den
In e iews auch häu ig k i isie : „Dazu komm , dass wi hie egional kaum e was aus ich en
können. Wi e suchen, gemeinsam ak i e was zu e ände n, abe in de
En scheidungs indung sind wi doch seh on oben gelenk .“
357
Diese Fo m de Bü ok a ie
wi d als „ e o dne e Inkompe enz, die zwangsläu ig lähm “
358
e kann und besch ieben.
Ebenso is de Di igismus de Bundesagen u in Bezug au die Handlungs- und
En scheidungs ähigkei ü die egionalen In e essen ein he ige K i ikpunk . Ein
Handlungspa ne äuße kla das on ihm so de inie e P oblem: „Nü nbe g muss o allem
le nen, dass die A bei nu E olg haben kann, wenn Vo gaben und Ziele egional angepass
we den. Die Region soll e dabei das Rech haben, ih e eigenen Ziele zu de inie en und
umzuse zen.“
359
Ein ande e Expe e üh wei e aus: „Hie liegen die Schwie igkei en
eindeu ig au Bundesebene, die Poli ik üb den D uck au Nü nbe g aus und de D uck wi d
eben wei e gegeben.“
360
Ganz wich ig e schein in diesem Zusammenhang die
abschließende Fes s ellung hinsich lich de Handlungspa ne : „Bundesziele machen hie nu
beding Sinn, denn die Handlungspa ne be inden sich di ek o O .““
361
Dass neben den
genann en Vo ausse zungen o allem e kü z e En scheidungswege ein e izien e es und
e ek i e es Handeln e möglichen, is den Handlungspa ne n bewuss . Dass beding du ch
die egionale S uk u ele an e Aspek e in Bezug au eine sys emisch o ien ie e
O ganisa ionsen wicklung nu zba gemach we den können, wi d du ch die Aussagen de
Expe en an diese S elle deu lich.
Als Kon as im Rahmen eines p ojek bezogenen Handelns bezieh sich ein wei e e
Handlungspa ne au die Möglichkei , welche ihm bei eine auswä igen Tä igkei gegeben
wu de, nämlich du ch das Vo handensein eines poli ischen F ei aumes auch einmal „neben
dem Gleis handeln zu können“
362
– un e ande em wohl auch eine unabdingba e G undlage,
um au eine sich s e ig e ände nde, spezi ische Sys emumwel zu eagie en und somi auch
handlungs ähig bleiben zu können.
Fü ein Handeln in einem selbs o ganisie en Rahmen is jedoch auch imme die Be ei scha
de Übe nahme on Ve an wo ung unabdingba . Dies is ein nich leich umzuse zende
Fak o : Fü einen Expe en zeichne sich hie de T end ab, „dass niemand meh
357
Anme kungen In e iew S. 6.
358
Anme kungen In e iew S. 16.
359
Anme kungen In e iew S. 27.
360
Anme kungen In e iew S. 41.
361
Anme kungen In e iew S. 27.
362
Anme kungen In e iew S. 50.
144
anhand eines Fo op o okolls e s ell und du ch eigene Anme kungen e gänz .
Me hodenwahl
Die Auswe ung de In e iews ha gezeig , dass die Mo i a ion de Teilnehme , junge
Menschen in Ausbildung zu b ingen, o handen is . Diese Zielse zung muss jedoch nich nu
p äzise o mulie we den, sonde n auch eine gemeinsame, einhei lich umgese z e Fo m
inden.
Die be eilig en Ne zwe kpa ne agie en und kommunizie en un e einande in wesen lichen
Teilbe eichen nich nu uneinhei lich, sonde n können ode wollen diese Schwie igkei nich
p eisgeben. Bei de Zusammena bei e olgen sie neben dem S eben nach einem
gemeinsamen Tun o d inglich ih e eigenen Ziele, olgen dabei o allem übe geo dne en
In e essen und nu zen eigene Me hoden.
Es is jedoch eine g undlegende Basis ü eine wei e üh ende P ojek a bei , dass die
Handlungspa ne gleiche maßen on allen Teilnehme n e s anden und espek ie we den.
Es is dahe sinn oll, die Sys eme im A bei s e lau nich nu ü sich zu in e p e ie en,
sonde n o allem auch als In o ma ions äge zu nu zen. Es gil , au g und de gewonnenen
E kenn nisse de o angegangenen Po en ialanalyse eine gemeinsame
Kommunika ions o m zu inden, welche eine geziel e Ve ne zung de Sys eme o d inglich
au g und eines „In e essenpools“ un e einande e möglich .
Kommunika ion zwischen den Sys emen se z in e n eine g ündliche Übe se zungsa bei
o aus, was du ch die un e schiedlichen Sp achcodes de Sys eme o mals seh e schwe
wi d. Doch je meh In o ma ionen un e einande ausge ausch we den, des o g öße die
Wah scheinlichkei , dass das Po en ial gemeinsame In e essen und somi auch die
Mo i a ion de Teilnehme wächs . Fü den Mode a o (P ojek lei e ) gil es, möglichs iele
Gemeinsamkei en de Sys eme he auszus ellen. Dami soll die Mo i a ion p ozessha
geweck we den und eine Ve ne zung de Sys eme un e einande wei e o ange ieben
we den.
Basis eine neuen, gemeinsamen O ganisa ions o m is neben eine einhei lichen
Zielse zung die Sp ache. De inie sich eine neue O ganisa ion o wiegend du ch eine
Kommunika ionss uk u , die sich nich kon o m an bes ehende E wa ungen häl und lexibel
de inie du ch ih eigenes Regelsys em agie , so en s ehen ielschich ige Möglichkei en des
gemeinsamen Handelns. Eine solche O ganisa ions o m unk ionie nu mi Bewuss sein;
dieses bilde die G undlage ü jedes wei e e Handeln. Bewuss sein e o de die Fähigkei

145
des Le nens und Ve s ehens mi dem Ziel des Wissens. Du ch den geziel en T anspo on
Wissen en s eh eine neue, einhei lich abges imm e O ganisa ionss uk u , welche
abges imm au die Region übe die Zielse zung e üg , in einem beg enz en egionalen
Be eich P obleme zu lösen. Ge ade in de übe sich lichen S uk u des Landk eises
Di hma schen kann nu eine gemeinsame Ve an wo ung, keines alls abe eine
wechselsei ige O ganisa ionss uk u zu einem E olg kommen.
Vo ab müssen In e essen gekennzeichne we den. Es muss eine Einigung da übe
bes ehen, was gemeinsam p obie we den soll. Um dies umse zen zu können, muss die
Expe en unde sich au einen Handlungs ahmen sowie au eine kla e gemeinsame
Zielse zung als de inie e P lich einigen, e bunden mi wei e en gemeinsamen Planungen
und wei e en wickel en S uk u en. Diese G undlage is no wendig, dami sich eine
gemeinsame, e kennba e Au gabe bilden kann. Um eine kla e Zielse zung e en zu können,
muss o ab eine Möglichkei gescha en we den, übe un e schiedliche Au assungen zu
kommunizie en. Dazu is es unabdingba zu e s ehen, wie die Sich weise de einzelnen
Handlungspa ne im Wesen lichen gep äg und gelenk wi d.
Um e schiedene Sich weisen ü die Handlungspa ne zu e deu lichen und eine Basis des
Ve s ehens zu scha en, bie e sich ein Rollenspiel
385
in Fo m eines Planspiels an. Eine
Möglichkei , dieses gemeinsam mi de G uppe umzuse zen, s ell die A bei sme hode
Wo kshop da . Du ch das Planspiel wi d die Möglichkei gescha en, du ch Rollen ausch
es ge ah ene S uk u en und Denkweisen de Teilnehme o enzulegen und zu
e deu lichen, abe auch die G enzen im Handeln de Ne zwe kpa ne he auszus ellen.
Du ch die nun neu gewonnene Außenpe spek i e des Beobach e s soll ein zi kulä es
Denken bei den Teilnehme n ange eg und so eine Ve ände ung de Sys empe spek i e
e möglich we den. Ziel is es, dass die Teilnehme le nen, die S uk u eines Kon lik es zu
e kennen, dami einsei ige Schuldzuweisungen e mieden we den können.
386
Die
Du ch üh ung diese A bei sme hode se z jedoch die einhei lich o handene Be ei scha de
G uppe o aus und muss im Vo eld mi den Handlungspa ne n abgeklä we den. Im
Rahmen des Planspiels sollen die Handlungspa ne e ah en und e s ehen.
385
Rollenspiel s eh hie synonym ü Planspiel, welches be ei s in Teilen de Wi scha , die e kann haben,
dass es sinn oll sein kann, auch einmal p og essi zu denken, übe einen es en Pla z e üg .
386
Ossimi z, o.J., S.14.
146
5.2.2 Wei e üh ende O ganisa ion des P ojek es
Vo be ei endes Gesp äch mi dem koope ie enden Handlungspa ne
Nachdem de be ei s du ch die Diskussion de Mode a o en olle in ol ie e Geschä s üh e
de A bei sgemeinscha Di hma schen seine Be ei scha bekunde ha , das P ojek
um assend zu un e s ü zen, wu de diese ak i in den wei e en Ablau mi einbezogen. Zu
wei e en Planung wu de in diesem Zusammenhang zunächs ein T e en mi dem
Handlungspa ne am 17. Sep embe 2007 e einba . Die Daue des Gesp ächs be ug ca.
90 Minu en, dies wa auch de om Handlungspa ne o gegebene Zei aum.
Die Ve asse in de o liegenden A bei händig e dem Handlungspa ne eine ku ze
Zusammen assung übe den geplan en P ojek e lau aus. Anhand dieses Sk ip es, welches
om Handlungspa ne au me ksam gelesen wi d, wi d schnell deu lich, dass diese die Rolle
des Mode a o s aus den be ei s genann en G ünden nich übe nehmen kann. Die Wahl des
Mode a o s is wei e Haup gesp ächsgegens and de wei e en Planung, und im
Gesp ächs e lau wi d imme meh deu lich, dass es du chaus wissenscha lich legi im is ,
wenn die Au o in selbs die Mode a ion übe nimm , zumal sie übe das K i e ium des
no wendig o handenen Wissens im Rahmen de o liegenden Un e suchung e üg .
E gänzend hie zu lassen sich be ei s aus de o liegenden Bes andsau nahme Me hoden
ablei en, und beding du ch ak i in Gang gese z e P ozesse s ell die Ve asse in, wenn
auch nich beabsich ig , inzwischen be ei s selbs einen Teil de neuen O ganisa ions o m
da .
Da de Expe e be ei s mi zu iel Wissen übe die In en ion de Au o in ausges a e is , wi d
eben alls deu lich, dass auch eine ak i e Teilnahme an de geplan en Ve ans al ung nich
meh möglich is . De Expe e siche de Au o in wei e hin die olle Un e s ü zung des
P ojek es in Bezug au eine wei e e Umse zung zu. E beg ünde dies haup sächlich mi
seinem konk e en In e esse, das P ojek nach de e s en Phase de Du ch üh ung, also de
geplan en Ve ans al ung, in Teilbe eichen selbs zu übe nehmen. Die Ve asse in siche
eine Übe gabe an den Handlungspa ne an diese S elle e bindlich zu, da diese Basis eine
gelungene Ve knüp ung on Theo ie und P axis e sp ich (Anme kung: Dem
Handlungspa ne is die bei de Ausa bei ung e wende e Li e a u bekann ).
Die Funk ion des Handlungspa ne s wäh end de Ve ans al ung wi d de inie du ch eine
ak i e Hil es ellung aus de Posi ion eines Beisi ze s he aus. Neben de Funk ion des
e gänzenden Beobach e s (an diese S elle sei e me k , dass die Wah nehmungen des
Handlungspa ne s au g und seine Funk ion niemals neu al und wissenscha lich
147
e we ba sein können) wi d e die zu P äsen a ion no wendigen Medien bedienen. Diese
Hil es ellung s ell ü die Mode a ion be ei s eine e hebliche E leich e ung da .
Die Au o in ha be ei s o Beginn des Gesp ächs die es e In en ion, ein Planspiel als
agenden Bes and eil in den Wo kshop zu in eg ie en (siehe oben). Im wei e en
Gesp ächs e lau wi d ein konk e e Handlungsplan e s ell . Im Zen um de Planung s eh
de gemeinsame En wu eine Wo kshops in Ve bindung mi eine Abschluss unde.
Die Au o in sieh ü sich in de Ausübung de Mode a o en unk ion noch De izi e. Obwohl
Bedenken om Handlungspa ne du ch posi i en Zusp uch wei gehend abgeschwäch
we den, ha sie den Ansp uch an sich, die Mode a o en unk ion un e ande em du ch
Ve wendung eine Mode a ionsme hode auch p o essionell e üllen zu können.
387
Dahe wi d
on de Au o in noch eine p o essionelle Fo bildung im Be eich Mode a ion absol ie .
Ein wei e es, abschließendes T e en o dem Wo kshop and am 18.12.2007 im Bü o des
Geschä s üh e s de A bei sgemeinscha Di hma schen s a . Das on de Au o in
e a bei e e Konzep des Tages wu de nochmals eingehend besp ochen, das Planspiel du ch
An egungen des Geschä s üh e s konk e isie und inhal lich wei e en wickel .
5.2.3 Inhal liche Vo be ei ung des Wo kshops
Um das Thema e ek i e bea bei en zu können, soll mi hil e eines Planspiels wäh end des
Wo kshops zunächs ein besse es Sys em e s ändnis he ges ell we den. Du ch die
Planspielme hode mi wechselsei ige Rollenzu eilung soll zudem die Be ei scha de
Teilnehme e höh we den, auch ungewöhnliche Konzep e und Ideen zuzulassen. Das
Planspiel is als eine K ea i i ä s echnik absei s de Rou ine einzuo dnen, welches un e
ande em du ch die Ve wendung du chaus nich imme übliche Me hoden im Rahmen eines
la e alen Denkens nun neue Lösungs e ah en au zeig .
388
Leide kann im Ve lau des Wo kshops ein wesen liches Me kmal on Planspielen nu seh
beg enz Be ücksich igung inden, nämlich eine ela i eie Zei o gabe. Auch wi d au g und
de beg enzen Ressou cen den Teilnehme n ü die P äsen a ion de A bei se gebnisse nu
das Medium Flipcha angebo en.
389
Das Planspiel e lang in de Umse zung on den
387
Eine geziel e, um assende ex e ne Schulung in diesem Be eich wu de on de Au o in noch o
Du ch üh ung des Wo kshops absol ie .
388
Nöllke, 2006, S. 15.
389
Ideal ypisch wä e es hie , wenn die Teilnehme selbs bes immen könn en, anhand welche Me hoden sie ih
148
Teilnehme n ein g oßes Maß an plane ischen, s a egischen und k ea i en Fähigkei en zu
Lösung des P oblems. Zudem s ell es An o de ungen an die soziale Kompe enz de
Teilnehme , welche in de In e ak ion mi de G uppe on g oße Bedeu ung is . Im Planspiel
agie en d ei G uppen, die jeweils mi d ei bis ie Teilnehme n bese z sind. In de
Rollenzu eilung wi d dabei jeweils umgekeh de eigenen Sys emzugehö igkei e ah en.
Nachdem die G uppen zusammenges ell sind, we den die jeweils o gesehenen
Räumlichkei en au gesuch . In de nun angenommenen Rolle we den gemeinsam
En scheidungen ge o en, Meinungs e schiedenhei en disku ie , Gesp äche und
Ve handlungen disku ie sowie Auswe ungen und E gebnisse o genommen. Fü diese
A bei sphase is de Zei ahmen on eine S unde o gesehen. Im Anschluss olg eine
P äsen a ion de A bei se gebnisse, wobei ü jede G uppe eine Zei o gabe on jeweils 20
Minu en o gesehen is . In den le z en 30 Minu en o de Mi agspause sollen noch einmal
eine Bewe ung des Spiels und ein Fazi aus de eigenen Posi ion he aus e olgen. Ziel des
Planspiels is un e ande em die En wicklung eines gemeinsamen Handlungsansa zes. Bei
de Ve abschiedung de Teilnehme soll da au geach e we den, dass die Teilnehme
nochmals ü sich de inie en, was sie an diesem Tag besonde s posi i be üh ha . Du ch
diese T anspa enz age soll neben eine Konk e isie ung noch eine Ha monisie ung e ziel
we den.
5.2.4 Auswe ung de E gebnisp o okolle
Im Rahmen des am 11. Janua 2008 du chge üh en Wo kshops des
Be u sin o ma ionszen ums de Agen u ü A bei in Heide wu den insgesam d ei
Niede sch i en e s ell .
390
Ein on de Mode a o in e s ell es Inhal s- bzw. Ablau p o okoll,
welches an die Teilnehme e sende wu de und nochmals als Re lexionsbasis de
Ve ans al ung dienen soll e, wu de un e ande em anhand eines wäh end des Wo kshops
ange e ig en Fo op o okolls e s ell .
391
Die o liegende Analyse bezieh sich in e s e Linie
Ma e ial bea bei en und wie sie ih e E gebnisse in de Auswe ungsphase p äsen ie en. Das Planspiel
beinhal e eine Vielzahl ande e Me hoden und Techniken, de e sich die Teilnehme bedienen können. Das
In en a eich übe P o okollie en und B ains o ming bis hin zum En we en on Flugblä e n und
Ähnlichem. Anzus eben is eine Le numgebung, welche sich du ch G uppenau onomie, selbs s ändige
E a bei ung on achbezogenem Wissen, Flexibili ä , In e ak ion, Hypo hesenbildung, O enhei ,
Ungewisshei und Vo geben eine „Quasi-Reali ä “ auszeichne .
390
Die P o okolle de P o okollan innen und de Mode a o in sowie auch das Fo op o okoll des Wo kshops
sind den Anme kungen de o liegenden A bei beige üg .
391
Ein Fo op o okoll bzw. die Fo og a ie de Visualisie ung is als übliche Bes and eil eines
E gebnisp o okolls anzusehen, dien jedoch lediglich zu E gänzung, gl. Edmülle /Wilhelm, 2007, S. 115.
149
au die me hodisch e s ell en P o okolle de nich in das Sys em in ol ie en Beisi ze innen,
welche in ih em Dokumen a ions o gang eine kla e wissenscha liche Zielse zung e olg en.
Wei e üh end we den explizi kommunika i e Elemen e e schiedene Gesp ächs- und
Wah nehmungsebenen mi einande e glichen, welche im Wesen lichen den G ad de
Ve ände ung im Ö nungsp ozess de ope a i en Geschlossenhei im Ve lau de
Ve ans al ung kennzeichnen. Auch in diesem Zusammenhang bilden die Ebenen
Ne zwe ka bei , Wissensumse zung und Kommunika ionsebene die Bezugspunk e de
o liegenden Analyse.
Be ei scha zu Mi a bei du ch pe sönliche Teilnahme
Die Be ei scha , zu de gemeinsamen Ve ans al ung zu e scheinen und auch da an ak i
mi zuwi ken, wa bei allen Teilnehme n o handen. Die Teilnehme wa en zunächs pe E-
Mail on de Ve asse in de o liegenden A bei übe die Ve ans al ung in o mie wo den
und bekunde en da au hin ih e Teilnahmebe ei scha . Die sch i liche Einladung mi dem
geplan en Ablau des Tages wu de ihnen sowei möglich du ch die Ve asse in de
o liegenden A bei pe sönlich ausgehändig .
Am Tag de Ve ans al ung konn e leide ein Expe e au g und K ankhei nich e scheinen, ein
Ve e e konn e au g und de Ku z is igkei nich ge unden we den. Ein wei e e
Handlungspa ne muss e eben alls aus gesundhei lichen G ünden e se z we den, ein
Teilnehme sag e die Ve ans al ung aus diens lichen G ünden ab. Da be ei s eine es e
Zusage dieses Ne zwe kpa ne s e olg wa , bemüh e sich diese ak i e olg eich um einen
E sa z du ch seinen S ell e e e .
Eine im Vo eld nich wei e ge agene In o ma ion im in e nen Ne zwe k eines eilnehmenden
Sys ems so g e ü eine übe aschende Si ua ion, da ein Handlungspa ne une wa e
e schien. Seine au die Einladung e olg e Teilnahmezusage wa on dem ihm zugehö igen
Sys em aus nich nach ollziehba en G ünden nich bes ä ig wo den.
Au einande e en de Handlungspa ne
Beim Zusammen e en de Handlungspa ne zu Beginn de Ve ans al ung e gab sich
zunächs ein nach außen geschlossenen Bild. Die Handlungspa ne a en anscheinend mi
Sympa hie und Ve au hei au einande . Es en s anden zahl eiche Gesp äche, die jedoch
nu seh un e ängliche Themen behandel en.
392
Au g und de Ta sache, dass sich die
392
Anme kungen P o okoll A S. 57.

150
Expe en un e einande kann en, konn e dahe au eine Vo s ellungs unde e zich e
we den.
Be ei s o de Umse zung des Planspiels wu de deu lich, dass die Kommunika ion im
Ne zwe k nu o de g ündig zwischen den Handlungspa ne n unk ionie . De
Handlungspa ne Schule, welche aus K ankhei sg ünden des Expe en nich e e en wa ,
bilde e den Haup k i ikpunk noch o Einlei en de Spiel-/A bei sphase. Den
allgemeinbildenden Schulen wu de im Ve lau de Ve ans al ung on nahezu allen
anwesenden Ne zwe kpa ne n angelas e , dass die mangelnde Quali ä bzw. die ehlende
Eignung de Schulabgänge als wich ige G und ü die schlech e Ausbildungssi ua ion
anzusehen is .
393
E wa ungshal ungen de Teilnehme an die Ve ans al ung
Au die Bi e de Mode a o in, ku z ih e E wa ungen an die Ve ans al ung zu o mulie en,
eagie en die Teilnehme ehe e hal en bis pessimis isch in Bezug au die E a bei ung
neue E gebnisse, ein Expe e kennzeichne e seinen Zugang als „du chwachsen
gespann “
394
. Insgesam kam eine gewisse Ve unsiche ung zum Ausd uck; die
Handlungspa ne konn en die an sie ges ell en E wa ungen be ei s bei de Eins iegs age,
welche den Wunsch
395
nach de A de Ve ände ung des Sys ems a ikulie en soll, nich
kla deu en.
D ei de anwesenden Teilnehme sahen de Ve ans al ung mi Neugie de en gegen. Zwei
wa en bei Beginn seh nega i einges imm
396
, sie kommen ie en die Ve ans al ung mi de
E wa ung: „Weiß nich , was auskommen kann“
397
und zeig en sich „pessimis isch was
konk e e Handlungssch i e be i “
398
.
Ve an wo lich ü alle anwesenden Ne zwe kpa ne ü die schlech e
Ausbildungspla zsi ua ion is wesen lich die Schule. Die Expe en kommen ie en, „gene ell
op imis isch, was das Thema Schule angeh jedoch pessimis isch“
399
zu sein, eine wei e e
Aussage eines Expe en zu diese Thema ik wa , dass be ei s Desillusion o handen sei in
393
Anme kungen P o okoll A S. 58.
394
Anme kungen P o okoll B S. 61.
395
Die „Wunsch age“ ode auch hypo he ische F age is be ei s ein Teil eine me hodisch lösungso ien ie en
Vo gehensweise, welche Ressou cen de Teilnehme eise zen soll. Mi diese F ages ellung we den
Op ionen pos ulie und dami noch nich wah genommene Wi klichkei skons uk ionen ü den Klien en
e ah ba gemach , gl. Bambe ge , 2005, S. 297.
396
Anme kungen P o okoll A S. 57.
397
Anme kungen P o okoll B S. 61.
398
Anme kungen P o okoll B S. 61.
399
Anme kungen P o okoll B S. 61
151
Bezug au die Schulbildung, da dies die einzige Möglichkei is , „dami Ausbildung wiede
möglich is “
400
.
Dass o zdem die Be ei scha , neue gemeinsame Umse zungs o men ü die gemeinsame
Zusammena bei zu inden, jedoch om G undsa z he o handen wa lassen ande e
An wo en e kennen. Ein Teilnehme wünsch e sich om Tag neue Impulse
401
, sp ach on
zemen ie en Au assungen, ho e au Bewegung.
402
Ein wei e e beme k e, dass es sich
heu e um eine besonde e Runde handel e, die sich mi dem Thema beschä ig e, die
Zusammense zung de Teilnehme wu de in diesem Zusammenhang ausd ücklich gelob .
403
Reak ion au die wissenscha liche He angehensweise de Ve asse in/Mode a o in
Die im wei e en Ve lau olgende ku ze wissenscha liche Ein üh ung de Mode a o in,
welche die sys emische Be ach ungsweise des P oblems Ausbildungsma k da s ell e,
wu de on den Teilnehme n o ensich lich nich in ollem Um ang e s anden; die e hal en
o ge agene Au assung, dass die o handene Ne zwe ka bei in Di hma schen eilweise
unkoo dinie sei und nich den gewünsch en E olg habe, wu de nich on allen ge eil .
404
Fü
einen Teilnehme s ell e sich an diese S elle die F age, ob diese Fes s ellung die subjek i e
Meinung de Mode a o in is . Ein ande e Expe e lob e be ei s im Vo eld das bes ehende
Ne zwe k.
405
Einschä zungen diese A wiede hol en sich einige Male auch ohne
Au o de ung wäh end de Ve ans al ung.
Anhand de Aussagen de Expe en wu de deu lich, dass ein Wille zu Ve ände ung im
Umgang mi einande be ei s im Vo eld nich gegeben wa . Am An ang bewuss en
Inno a ionsmanagemen s s eh jedoch das Inno a ionsbewuss sein. Is dies in zu ge ingem
Maße o handen, sind Inno a ionen nich umse zba . Ein Zugang zu einem inno a i en
P ozess beding du ch eine Ö nung des Sys ems soll du ch den Wo kshop e möglich
we den.
Die Ve asse in de o liegenden A bei ha e in ih e Posi ion als Ve e e in de Sys ems
Wissenscha nich zule z au g und eines nu schwach ausgep äg en
Inno a ionsbewuss seins sei ens de Teilnehme an änglich einen seh schwe en S and.
Zunächs e schien ein Teilnehme unen schuldig zehn Minu en zu spä , diese e lies auch
schon zu Mi agspause die Ve ans al ung. Als de Handlungspa ne on de Mode a o in in
400
Anme kungen P o okoll B S. 61
401
Anme kungen P o okoll B S. 61.
402
Anme kungen P o okoll B S. 61.
403
Anme kungen P o okoll B S. 62.
404
Anme kungen P o okoll A S. 57 .
405
Anme kungen P o okoll A S. 59.
152
seinen p i a en Gesp ächen mi seinem Nachba n un e b ochen und gebe en wu de, die
Au me ksamkei wiede dem Plenum zu widmen, eagie e e zunächs e s ändnislos.
406
Im spä e en Ve lau de Ve ans al ung wu de de Mode a o in sei ens eines Teilnehme s ih e
Funk ion gänzlich abgesp ochen, diese bezeichne e o dem Plenum den Co-Mode a o ,
welche ge ade am Flipcha beschä ig wa und den Teilnehme n den Rücken zuwende , als
seinen Mode a o . Die eigen liche Mode a o in schien ü ihn nich anwesend zu sein, um die
Redebei äge zu koo dinie en.
407
Wesen lich he abgese z in ih em Zugang zum Thema und in ih em Fachwissen wu de die
Ve asse in de o liegenden A bei , als au ih e Nach age zu einem Vo schlag, welche
un e ande em auch einen K i ikpunk en hiel , on dem oben be ei s au ge üh en Expe en
geäuße wu de, „das lassen Sie uns mal uhig machen“
408
. Wäh end de Diskussion no ie e
hie die unpa eiische P o okollan in, dass sei ens dieses Handlungspa ne s o wäh end die
Kompe enz de Mode a o in im Rahmen de En wicklung neue Handlungsansä ze
angezwei el wu de.
Ve ände ung des Zugangs de Ne zwe kpa ne in Bezug au die Sys emö nung
Be ei s o de Umse zung des Planspiels wu de deu lich, dass die Kommunika ion im
Ne zwe k nu o de g ündig zwischen den Handlungspa ne n unk ionie . De
Handlungspa ne Schule, welche aus K ankhei sg ünden des Expe en nich e e en wa ,
bilde e den Haup k i ikpunk noch o Einlei en de A bei sphase. Den allgemeinbildenden
Schulen wu de im Ve lau de Ve ans al ung on nahezu allen anwesenden
Ne zwe kpa ne n angelas e , dass die mangelnde Quali ä sowie die ehlende Eignung de
Schulabgänge als wich ige G und ü die schlech e Ausbildungssi ua ion anzusehen is .
409
Im Rahmen des sys emischen Ö nungsp ozesses ha en die Handlungspa ne die
Gelegenhei , im A bei sp ozess un e ande em in die Rolle des he ig k i isie en
Ne zwe kpa ne s zu schlüp en. Die Me hode „Planspiel“ wu de on nahezu allen
Teilnehme n akzep ie und umgese z , dennoch wi k en sie besonde s zu An ang
e unsiche , was die Wi kung ha e, als ühl en sie sich du ch die gewähl e A bei s o m zum
Teil nich e ns genommen.
410
406
Anme kungen P o okoll A S. 57.
407
Anme kungen P o okoll A S. 60.
408
Die Nach age de Mode a o in s and im Zusammenhang mi dem un en besch iebenen e neu en Ve such,
einen Flye ü die Be iebe zu e s ellen.
409
Anme kungen P o okoll A S. 58.
410
Anme kungen P o okoll A S. 58.
153
Im Lau e de A bei sphase en wickel e sich eine deu liche Ve besse ung des Zugangs de
Teilnehme un e einande , abe auch zu gewähl en Me hode. In den G uppen, die on den
P o okollan innen wäh end de A bei sphase abwechselnd gemeinsam au gesuch wu den,
a en e schiedene Au älligkei en au . In de e s en G uppe (Schule) bes anden zunächs
sei ens de Teilnehme g öße e Schwie igkei en, sich in die Rolle einzu inden
411
, das Sys em
Schule wu de zunächs als „schuldige Ins i u ion“ gekennzeichne . Die Handlungspa ne
e mi el en den Eind uck, dass sie übe ein um ang eiches Wissen übe das Sys em und
seine Abläu e e ügen, nahmen abe nu zöge lich das Rollen e s ändnis an. Im wei e en
Ve lau en spann e sich die A bei sa mosphä e sich ba , es wu de ak i und konzen ie
gea bei e .
Die zwei e A bei sg uppe a bei e e gleich on An ang an seh engagie . Sie de inie e ih e
Rolle als Schni s elle zwischen Schule und Wi scha , als Repa a u ein ich ung, ohne e was
ü die Si ua ion zu können. Ein Expe e nahm die eibende Rolle im A bei sp ozess ein, die
ande en beiden a bei e en eben alls gu mi , auch wenn eilweise ein Schlagwo ab ausch
s a and. Die bei einem de Expe en de A bei sg uppe im Vo eld seh k i ische Eins ellung
zu Ve ans al ung wu de meh und meh im A bei sp ozess übe wunden.
412
Seh konzen ie
und e ns ha a bei e e die G uppe Wi scha , diese wa auße dem bemüh , eine gu
nach ollziehba e P äsen a ion de A bei se gebnisse in Fo m eine echnisch
pe ek ionie en eigenen Mode a ion zu en wickeln.
Bei de gemeinsamen Diskussion wu de schnell deu lich, dass es du chaus P obleme bei
de Rollen indung gab. Die Teilnehme geben als E schwe nis an, dass „man dazu neig ,
imme gleich o auseilend ü den ande en zu denken“
413
. Sie hin e ag en abe ih en
eigenen Zugang und kennzeichnen ih e He angehensweise so: „Man weiß ja genau, wie es
dem ande en geh , abe weiß man es auch wi klich?“
414
Im Ve lau de Mi agspause
en spann e sich die A mosphä e wei e .
De Beginn de Ve ans al ung wa sei ens de Teilnehme on Skepsis ge agen, welche sich
jedoch im Lau e des Tages zu einem ande en Bewuss sein e ände e. Die Be ei scha zu
ak i en Mi a bei wa zum Ende de Ve ans al ung bei as allen Teilnehme n gegeben. Ein
Teilnehme blieb bis zum Ende de Ve ans al ung k i isch, e mu lich aus eine kons an
wissenscha lichkei s eindlichen Hal ung des P ak ike s he aus.
415
411
Anme kungen P o okoll A S. 58.
412
Anme kungen P o okoll A S. 58 .
413
Anme kungen P o okoll A S. 59.
414
Anme kungen P o okoll A S. 59.
415
Anme kungen P o okoll A S. 60.