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Facul ade de Filoloxía
G ao en Lingua e Li e a u as Mode nas: Alemán
2021/2022
De S ei de Königinnen: Mach e häl nisse und Geschlech e ollen im
Nibelungenlied
Au o a: I ene Ma ínez López Ti o : Vic o Mille Sch öde
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Facul ade de Filoloxía
G ao en Lingua e Li e a u as Mode nas: Alemán
2021/2022
De S ei de Königinnen: Mach e häl nisse und Geschlech e ollen im
Nibelungenlied
Au o a: I ene Ma ínez López Ti o : Vic o Mille Sch öde
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Tí ulo
A discusión das aíñas: dinámicas de pode e oles de xéne o no Can a dos Nibelungos.
La discusión de las einas: dinámicas de pode y oles de géne o en el Can a de los
Nibelungos.
The queen’s a gumen : powe dynamics and gende oles in he Nibelungenlied.
De S ei de Königinnen: Mach e häl nisse und Geschlech e ollen im Nibelungenlied.
Resumo
Das Ziel diese A bei is es, die Handlungen zu analysie en, die zu Eskala ion des S ei s
zwischen den beiden Königinnen im Nibelungenlied üh en, sowie die ie g ei enden
Folgen dieses Kon lik s. Insbesonde e wi d sich die Analyse au die Mach dynamiken
konzen ie en, die die e schiedenen P o agonis en bewegen, nämlich die Königinnen
K iemhild und B unhild und die Könige Gun he und Sieg ied, abe auch Neben igu en
wie Hagen ode U e. Auße dem we den diese Mach e häl nisse un e Be ücksich igung
de Geschlech e ollen be ach e , die jede Figu beein lussen. Dazu we den
Geschlech e s udien in Be ach gezogen, imme un e Be ücksich igung des his o ischen
Kon ex es.
Das Nibelungenlied zeig eine Gesellscha , in de die al en he oischen Me kmale
du chd ingen und in Kon lik ge a en mi den hö ischen Kul u . In diese wechselnden
Wel be inden sich die P o agonis en, die sich au Mach und Rang okussie en. Eine sei s
kämp en die Königinnen als F auen um ih e eigene Mach , und ande e sei s e suchen
die Könige ih e he oische Gewal zu hal en, abe auch ih en hö ische Ka ego ie zu
wah en. In diese Hinsich behaup e Mülle : „Die he oische Ve gangenhei e schwinde
zunächs hin e de hö ischen Fassade eine Wel , in de ü Helden kein Pla z zu sein
schein .“ (2015) In diese A bei we den die Handlungen de Figu en o dem
Hin e g und diese Reali ä un e such , und am Ende soll gezeig we den, wie diese
Mo i e zu endgül igen Ka as ophe des S ücks üh en.
Palab as cha e: Mach dynamiken, Geschlech e ollen, Gewal , Hö ische, He oische
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Inhal s e zeichnis
1. Einlei ung .................................................................................................................. 7
2. Die Eskala ion ........................................................................................................... 9
2.1. K iemhild ........................................................................................................... 9
2.2. Sig ied ............................................................................................................. 12
2.3. B ünhild und Gun he ...................................................................................... 15
2.4. Die Eheschließungen ....................................................................................... 20
3. De Höhepunk : De S ei de Königinnen ................................................................ 27
4. De Fall ....................................................................................................................... 34
4.1. Die E mo dung Sieg ieds ................................................................................... 34
4.2. Die Rache K iemhilds .......................................................................................... 37
5. Schluss olge ungen ..................................................................................................... 48
6. Li e a u e zeichnis .................................................................................................... 50
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1. Einlei ung
Das Ziel diese A bei bes eh da in, die Mach dynamiken de Figu en des
Nibelungenlieds in Ve bindung mi den Geschlech e ollen als G undlage ü das
Ve s ändnis de En wicklung de Handlung zu analysie en. Den Mi elpunk diese
Handlung bilde die ie zehn e A en iu e, d.h., de S ei de Königinnen K iemhild und
B ünhild. Dies is de Schwe punk de E zählung, denn hie b echen die Spannungen
und Täuschungen au , die sich im e s en Teil de Geschich e au ges au haben, und die
Folgen des S ei s we den das Ende de Nibelungen bes immen. So wi d zunächs die
Eskala ion de Handlung be ach e , dann de S ei selbs und zule z de Fall.
De e s e Teil de A bei wi d sich au die Analyse de Haup igu en –K iemhild, Sig ied,
B ünhild und Gun he – konzen ie en, wobei de Schwe punk da au lieg , wie sie
gemäß de ihnen zugewiesenen Mach e häl nissen und Geschlech e ollen handeln. Es
wi d sich zeigen, dass Gun he und K iemhild das neue hö ische Sys em e kö pe n,
B unhild das my hische, und Sieg ied eine Mischung aus beiden. Anschließend wi d de
Hei a sp ozess de beiden Paa e analysie , wobei deu lich wi d, dass das he oische
Sys em im Fall on Gun he s Ho imme noch seh p äsen is , da diese Männe Gewal
und Be ug einse zen, um ih e Ziele –die F auen– zu e eichen. Was die
Geschlech e ollen be i , so we den B unhild und Gun he in diesem Teil die g öß en
Abweichle sein, abe wäh end de König Sieg ieds Hil e such , um seinen Mangel an
‚Männlichkei ‘ zu kompensie en, wi d B unhild als F au bes a und ih e F eihei en
be aub .
In de Diskussion s ei en die Königinnen übe den Rang ih e Männe und dami übe
ih en eigenen, und es kommen Teile de Täuschungen ans Lich , die Gun he und
Sieg ied im e s en Teil begangen haben und die B unhilds Eh e, abe auch das Ansehen
Sieg ieds, Gun he s und seines Ho es beein äch igen. Obwohl die Männe e suchen,
den Kon lik e schwinden zu lassen, nu z de Ri e Hagen ihn als Vo wand, um
Sig ied zu ö en. Diese Szene ma kie nich nu einen Wendepunk in de Handlung,
sonde n is auch deshalb wich ig, weil sie zeig , dass auch F auen ü ih e Mach kämp en
und ih e eigene Indi iduali ä besi zen.
Die Mach und Rebellion, die B unhild im e s en Teil des S ücks zeig , wi d im le z en
Teil du ch K iemhild e se z . Nach de E mo dung Sieg ieds e häl sich die Königin
zunächs eu und passi , wie es die Ve hal ens egeln o sch eiben, abe in ih em
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Inne s en plan sie eine Rache an den Mö de n ih es Mannes, die zu Ve nich ung de
Nibelungen üh en wi d. Einmal meh lösen sich die Geschlech e ollen au und die
Gewal de he oischen Wel übe deck alles.
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2. Die Eskala ion
Im e s en Teil de Geschich e wi d e zähl , wie es Gun he und Sieg ied geling , jeweils
B ünhild und K iemhild zu hei a en, was a sächlich den Haup kon lik de E zählung
kon igu ie . De Kon lik be uh au de Ta sache, dass Gun he B ünhild hei a en will,
abe selbs dazu nich in de Lage is . B ünhild agie als Figu in einem Sys em, in dem
das Rech des S ä ke en gil , dahe kann sie nu einen Mann hei a en: den S ä ks en. Das
P oblem ü Gun he is , dass e nich de S ä ks e is ; abe sein Vo eil is , dass e
Sieg ied ha , de seine Schwes e K iemhild hei a en will und deshalb be ei is , Gun he
zu hel en. Sieg ied, zumindes de D achen ö e Sieg ied, gehö eben alls in das Sys em
de b achialen K a und is do de S ä ks e; so wi d e auch dem König die he oische
Hal ung und Gewal b ingen, die diese , ü den das Rech ssys em des Ho es gil , nich
ha . Sieg ieds Hil e wi d jedoch o B ünhild e bo gen, die in dem Glauben gelassen
wi d, Gun he sei de ich ige Mann ü sie. Dieses Täuschungsmanö e eskalie bis zum
Wendepunk de E zählung mi dem S ei de Königinnen, wo diese Geheimnisse
eilweise (und e älsch ) ans Lich kommen und das Gleichgewich des Ho es s ö en, bis
alle Schuldige da ü bezahlen. In diese A bei we den die Handlungen de Figu en
analysie , die zu diesem agischen Ende üh en, wobei de Mi elpunk eine sei s au
den Pe sönlichkei en de Figu en lieg , die sich du ch ih Abweichen on den
Geschlech e - und Sozial ollen auszeichnen, und ande e sei s au den un e schiedlichen
Mach e häl nissen, die on Gewal und Eh geiz gep äg sind.
2.1. K iemhild
Die Geschich e beginn und ende mi K iemhild. Ta sächlich s a en alle d ei Ve sionen
des Nibelungenliedes mi K iemhild (Eh ismann, 1998, S. 20), was die Bedeu ung de
Figu ü die E zählung zeig . Im Ve lau de Handlung wi d K iemhild als unde
Cha ak e da ges ell , das heiß , ih e Rolle als F au ände sich im Ve lau de Geschich e.
Zu Beginn e schein K iemhild als hö ische Dame, die jedoch o ih e Bes immung als
Ehe au und Mu e da onlau en will. Abe als ih e B üde sie mi Sieg ied e hei a en,
leis e sie keinen Wide s and (obwohl sie sich um den Ve lus ih es E bes kümme , 691)
und e häl sich wäh end de Ehe „in acco dance wi h he oic con en ions pe aining o
gende “ (Pa enbe g, 1995, S. 109). Sie blieb noch ih em Mann eu, als e e mo de wi d,
doch als sie eines ge ech en U eils und ih es Reich ums be aub wi d, b ich K iemhild
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i gelîche enheine man wesse ninde mê.
diu was unmâzen schoene. il michel was i k a .
sie schôz mi snellen degenen umbe minne den scha .
(Es he sch e eine Königin jensei s des Mee s. / Man kann e keine, die ih gleichkam. /
Schön wa sie übe alles Maß. Seh g oß wa ih e K a . / Um den P eis ih e Liebe wa
sie den Spee im Kamp mi s a ken Helden. 326)
Eine sei s e schein B ünhild als eine exo ische Figu , die in einem e nen Land leb , was
das höchs e Ni eau de Exogamie da s ell . Sie is auch schön, de am meis en geschä z e
weibliche We . Ande e sei s ma kie ih e K a ih e männlichen und bösa igen
Eigenscha en. Lau F ank (2004) is diese Disk epanz a sächlich das, was „ih e
spezi ische Faszina ion ausmach “ (S. 67). Ih e A ak i i ä lieg auch in ih e Vi gini ä
und Exklusi i ä ; B ünhild äg weiß und wü de nu ü einen einzigen Mann ih e
Jung äulichkei he geben: den s ä ks en Mann. Nich nu diese Kondi ion zeig ih e
Exklusi i ä , sonde n auch die Ta sache, dass sie bishe jeden Mann, de um ih e Hand
anhiel , ge ö e ha . B ünhild un e wi die Männe , die sie begeh en, einem Spee wu -,
S einwu - und Wei sp ung u nie , bei dem de Mann en wede gewinnen ode s e ben
kann: „Es handel sich somi um Disziplinen, die (in de Li e a u ) on Männe n
p ak izie we den und die im Nibelungenlied dazu dienen, die ‚Männlichkei ‘ P ünhil s
zu akzen uie en“ (F ank, 2004, S. 65).
Deswegen muss Gun he B ünhild hei a en und ih auch ih e Jung äulichkei nehmen,
um B ünhilds Mach zu ze s ö en und somi die pa ia chalische Balance au ech zuhal en
(Sau e -Baillie , 1984, S. 104). Ta sächlich e s ehen diese Männe es als ih e
Ve p lich ung, jede F au zu kon ollie en, die die Geschlech e olle und soziale
Gewich sbalance b ich : „disempowe men o women is in eg al o ensu ing he p imacy
o he wa io cul u e“ (Pa enbe g, 1995, S. 110). Auße dem sind solche F auen ein
sexuelles Ta ge ü Männe , da sie, indem sie diese 'wilden' F auen zähmen, da an ih e
Männlichkei zu Beweis s ellen. In Bezug au B ünhilds Bösa igkei sch eib Liene
(2003): „B ünhild mi all ih e magischen K a is nu dazu kons uie , on einem Mann
übe wunden zu we den“ (S. 12). In Gun he s Fall is diese Übe p ü ung wich ige als
üblich, da e nich diese adi ionelle Idee de Männlichkei e üll , abe e b auch K a ,
um B ünhild zu gewinnen, dahe se z e die Pe son ein, die am Bu gundenho noch die
he oischen We e, und dami die Gewal , e i : Sieg ied. Lau We hschul e (2011):
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Gewal is unau löslich mi de ”k iege ischen Männlichkei “ e bunden, die im
Nibelungenlied als Essenz de zwei wich igs en Männlichkei sen wü e, des hö ischen
und des he oischen, ungie . Diese epochenbeding en Männlichkei smodelle s oßen au -
und e schmelzen zum Teil mi einande . (S. 273)
In diesem Sinne s eh Gun he s Männlichkei nich nu im Gegensa z zu K iemhilds
We en, sonde n auch zu Sieg ieds he oische Männlichkei . Ta sächlich sch eib Liene
(2003): „Gun he kompensie seine Schwäche zunächs du ch o ge äusch e Mach übe
Sieg ied, dann übe die Aneignung eines mach oll-wide s ändigen Weiblichen“ (S. 11).
Was Gun he und Sieg ied un e scheide und du ch was sie beide P o agonis innen
gewinnen we den, is die S ä ke: „de E zähle übe äg Rache- und Gewal ak e, die
Kons i uen en k iege ische Männlichkei , als S a egien de Mach übe nahme auch au
F auen“ (We hschul e, 2011, S. 290). Die F au is de P eis ü den s ä ks en Helden,
und die Ta sache, dass Gun he au diese We e zu ückg ei en muss, s eh ü die imme
noch bes ehende Abhängigkei de hö ischen Wel on de he oischen Wel ; zwei Wel en,
die im Lau e de E zählung zu eine einzigen e schmolzen we den. Auße dem beweis
es, dass e sie heimlich einse z , die Lüge des iedlichen Ho es. In Be ach de g oßen
S ä ke B ünhilds wä e Gun he zwei ellos bei den P ü ungen ges o ben (452,1–2). Abe
das Unglaubliche is , dass selbs Sieg ied nich s ä ke als B ünhild is , und deshalb
b auch e den Ta nman el, mi dem e sie besiegen kann (457,4). Diese Man el mach
ihn unsich ba und iel s ä ke : wol zwel manne s e ke zuo sîn selbes lîp. („die S ä ke
on zwöl Männe n kam zu seine eigenen dazu.“ 337,3). In diese Hinsich weis de
E zähle da au hin, dass B ünhild die K a on as zwöl Männe n ha , was im Lau e
des Tu nie s imme wiede be on wi d.
Es is sinn oll, einen Ve gleich zu ziehen zwischen de A und Weise, wie Gun he und
seine Männe sich da au o be ei en, B ünhild zu e obe n, und B ünhilds Vo be ei ung,
sie zu emp angen. Als Gun he sich dazu üs e , nach Isens ein zu ei en, mach e So ge
um Folgendes: waz wi kleide solen o B ünhilde agen („was wi an Kleide n o
B ünhilde agen sollen“ 343,3). Und so wende e sich an seine Schwes e um Hil e: Wi
wellen, liebiu swes e , agen guo gewan . („Wi wollen, liebe Schwes e , kos ba e
Gewände agen.“ 357,1). Und e sag , daz ich selbe ie de ze ie agen age / ie d îe
hande kleide („Ich und die d ei ande n wollen an ie Tagen / jede d ei e schiedene
Gewände agen, so kos ba e Kleidung“ 360,2–3). Das heiß , dass jede Held ü die
Reise zwöl un e schiedliche Kleidungen nehmen wi d. Dies is ih e eigene A , sich in
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B ünhilds Land eich und mäch ig zu zeigen. So sag man ihnen bei ih e Ab eise, daz si
ze we lde hê en bezze s nih gesehen […] on bezze ecken wae e kunde niemen nih
gesagen. („dass sie au de Wel nich s Schöne es gesehen ha en. / Mi F eude konn en
sie sie do bei Ho e agen. / Niemand hä e sagen können, dass es besse e Heldenkleide
gab.“ 370,2–4). Dann bei ih e Ankun in Isens ein, wie bei Sieg ieds Ankun in
Wo ms, bewunde man sie wegen ih e P ach , ü ch e sie abe nich wegen ih e
Fes igkei . Sie we den wie olg besch ieben: si i en hê lîche ü B ünhilde sal („in
g oße P ach i en sie zu B ünhilds Saal“ 400,2) mi ih en schilde wolge ân („Ih e
schönen Schilde“ 399,3), s e el wol ges eine („Sä el schön bese z mi Edels einen“
400,1), und swe en wolge ân („schönen Schwe e n“ 401,1). Obwohl dies Zeichen de
Mach an seinem Ho sind, sind sie nich aus eichend in B ünhilds Land, wo K a
he sch . Abe diese Zeichen, sowohl die on Gun he und seinen Männe n als auch die
on B ünhild, sind auch die We e, die adi ionell mi den Geschlech e ollen ü F auen
und Männe e bunden sind, nu dass sie wiede einmal e ausch we den. Au de einen
Sei e zeig dies den Wandel de Mach e häl nisse in de i e lichen Wel im Gegensa z
zu denen de he oischen Wel . Au de ande en Sei e üh dies zu einem Wechsel des
Konzep es de Geschlech e ollen, die nich so seh du ch das Geschlech , sonde n du ch
die Wel , de die Pe son angehö , gep äg zu sein scheinen. Au jeden Fall wi d die
hö ische Eleganz, die hie übe ieben wi d, spä e e schwinden, und nu Gewal au
beiden Sei en wi d bleiben.
Abe bei Gun he s Ankun s eh seine He lichkei im Wide sp uch zu B ünhilds
Besch eibung, die sich au die Wiede holung ih e übe na ü lich S ä ke basie : gewâ en
man die an , / sam ob si solde s î en umb elliu küniges lan . („Man sah sie gewappne ,
/ als soll e sie um alle König eiche kämp en.“ 434,1–2). Auße dem we den ih e Wa en
nich nu du ch ih en Schmuck und ih Gold besch ieben, wie im Fall de Männe ,
sonde n sie zeichnen sich du ch ih g oßes Gewich und ih e B u ali ä aus. Übe ih
Schild sch eib de E zähle : on s ahel und ouch on golde îch e was genuoc, / den i
kame ae e selbe ie de kûme uoc („E bes and aus S ahl und Gold, p ach oll und
gewal ig / kaum konn e ihn ih Kämme e mi Hil e on d ei Männe n agen.“ 437,3–4);
und übe ih en Wu spee , s a c und unge üege, michel unde b ei , / de ze sînen ecken
il ha e eislîchen snei . („s a k und gewal ig, dick und b ei , / dessen Schneiden
u ch ba schni en.“ 440,3–4). Du ch die Besch eibung ih e Wa en wi d auch B ünhilds
g oße S ä ke bek ä ig, wie auch die Ta sache, dass diese K a de eines jeden Mannes
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übe legen is , was gleichzei ig au die Umkeh de adi ionellen Geschlech e ollen
hinweis . Au diese A zeig dies de E zähle : Von des gê es swae e hoe e wunde
sagen! [...] den uogen kûme d îe B ünhilde man. („Hö E s aunliches om Gewich des
Ge s! / Gu d eieinhalb Maß Me all wa da ü e wende wo den. / D ei on B ünhilds
Männe n konn en ihn kaum agen.“ 441,1–3). Und auch:
Diu B ünhilde s e ke il g oezlîche schein.
man uoc i zuo dem inge einen swae en s ein,
g ôz und unge üege, il michel unde wel.
in uogen kûme zwel e, helde küene und snel.
(Es zeig e sich, wie ungeheue B ünhilds S ä ke wa . / Man b ach e ih zum Kamp pla z
einen schwe en S ein, / dick und gewal ig, g oss und und. / Zwöl Männe – kühne, s a ke
Helden – konn en ihn kaum agen. 449)
Abe B ünhilds K a und Mach we den nich als G oß a en be ach e , wie es bei einem
Mann de Fall wä e, sonde n als böse und mons ös: de i dâ ge ze minnen, diu is des
iu eles wîp („Die F au, die Ih gehe , die is des Teu els Weib.“ 438,4), jâ sol si in de
helle sîn des übeln iu els b û („Die B au des bösen Teu els in de Hölle soll sie sein.“
450,4). Denn sie is eine F au, abe K a und Gewal sind Eigenscha en, die nie mi ih
e bunden we den soll en. Deshalb wi d B ünhild e eu el , und a sächlich lös ih
E scheinen in Isens ein Angs aus, im Gegensa z zu dem de Männe . Als Gun he und
seine Beglei e sich B ünhilds K a bewuss we den, be euen sie, do hin ge ah en zu
sein.
Je z müssen die Männe B ünhild e nich en, nich nu , dami Gun he sie hei a en kann,
sonde n auch um ih e Männlichkei un e Beweis zu s ellen. In diesem Sinne sag Hagen:
nû hiezen wi ie ecken. wie e liese wi den lîp, / suln uns in disen landen nû übe winden
diu wîp! („Man nann e uns doch imme Helden. Wie e lie en wi das Leben, / wenn uns
in diesen Lände n je z die F auen übe winden!“ 443,3–4). Übe diese Szene sch eib
We hschul e (2011): „Wäh end des Kamp es be ü ch e e nich e wa den Ve lus seines
Lebens, sonde n die weibliche Mach übe nahme und den Ve lus de männlichen
Übe mach “ (S. 288). Im Kamp gegen diese F au zu siegen, bedeu e ü diese Männe
in Wi klichkei , die S ö ung de pa ia chalischen O dnung zu übe winden: „Dass
P ünhil s Ve hal en on de hö ischen Weiblichkei sno m abweich , muss sank ionie
we den“ (S. 288). Schließlich können sie dank de K a des Ta nman els gewinnen.
Danach e künde B ünhild Gun he als Siege des Tu nie s und gib sich in seine Hand,
und als das Volk o Gun he knie , kommen ie de E zähle : E g uoz e’s minneclîche.
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jâ was e ugende îch. („E nahm die Un e we ung gnädig an. E wa ein o bildliche
He sche .“ 468, 1). In diesem Sa z s eck die I onie de Zwiespäl igkei des Ho es:
Gun he g üß espek oll als wohle zogene König, abe in Wi klichkei ha e sie ge ade
alle be ogen. Neben de Täuschung mi dem Ta nman el üh en Sig ied und Gun he
noch eine wei e e Lüge au , die den Kon lik mi B ünhild maßgeblich bes immen wi d.
Von ih e Ankun in Isens ein an agie Sieg ied als Gun he s Vasall: E häl sein P e d
(397, 398), leis e ihm den S eigbügeldiens und sag B ünhild di ek , dass Gun he sein
He sei (420). Mi diesen Ges en, die die gesellscha liche Hie a chie de inie en, geling
es, B ünhild da on zu übe zeugen, dass Gun he de He und Sieg ied de Vasall is
(Denk, 2002, S. 66); das heiß , dass sie nich nu nich weiß, dass Gun he sie im Tu nie
nich schlagen konn e, sonde n auch glaub , dass e besse als Sieg ied is , de ja de
S ä ks e und dami in B ünhilds Augen de Mäch igs e is .
2.4. Die Eheschließungen
Au diese Weise ge äusch , muss B ünhild ih Land e lassen. Die Schlussszene de
ach en A en iu e üh ein wei e es ele an es Thema in Bezug au die Mach dynamik
on F auen und Männe n ein, das spä e auch bei K iemhild wiede hol we den wi d: Die
Be eue ung de Männe ih e Mach und Au o i ä , indem sie ih e F auen ih es Reich ums
und dami ih e Unabhängigkei und Mach be auben, und das Bewuss sein und de
Schme z de F auen übe ih e Ve lus e. In diese Szene muss B ünhild, da sie nun
e hei a e is , ih Ve mögen au eilen und ih König eich e lassen. Dankwa e eil
das Gold, abe e gib zu iel da on ab, deswegen wi d B ünhild wü end und sie sag zu
Gun he :
[›]E gî sô îche gâbe – jâ waene des de degen,
ich habe gesan nâch ôde. ich wil’s noch lenge p legen
(ouch ûwe i’z wol e swenden), daz mi mîn a e lie.‹
sô mil en kame ae e gewan noch küneginne nie.
([›] E gib so iel aus ollen Händen – e mein wohl, / ich hä e nach dem Tod ge u en.
Ich will’s noch lände haben / (und kann’s schon ech e b auchen), was mi mein Va e
hin e liess. ‹ Einen so eigebigen Kämme e ha e noch keine Königin ge unden.“ 518)
Die Ve wendung des Wo es ôde is a sächlich mi B ünhilds Si ua ion e bunden, denn
„Hei a en und Un e s ansein is dasselbe – ü F auen.“ (Liene , 2003, S. 7).
Insbesonde e ü eine mäch ige Königin wie B ünhild, die ih e Indi iduali ä , Gewal und
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Unabhängigkei e lie en wi d, bedeu e Ehe so e was wie den Tod. Nach diese Rede
en zieh B ünhild Dankwa die Kon olle und e au das Ve mögen ih en eigenen
Kämme e n an, die sie bi e , das Gold in ih Schi zu legen, um es mi zunehmen (521).
Eine ähnliche Szene e gib sich spä e mi K iemhild: Als Sieg ied und Gun he nach
Wo ms zu ückkommen, häl de König sein Ve sp echen und e hei a e seine Schwes e
an Sieg ied. Gun he und Sieg ied haben einen Tausch gemach , bei dem die Objek e
F auen sind, was ein Beispiel ü die Objek i ie ung on F auen is , die damals „als
Kamp p eis ode Belohnung“ be ach e wu den (Liene , 2003, S. 6). Zunächs is dazu
zu beobach en, wie die F au den Männe n ih e Familie s e s un e geo dne is . Als
Gun he zu K iemhild sag , dass e sie einem Mann e sp ochen ha , an wo e K iemhild:
› il liebe b uode min,
i sul mich nih lêgen, jâ wil ich imme sîn,
swie i mi gebie e , daz sol sîn ge ân.
ich wil in loben ge ne, den i mi , he e, gebe ze man.‹
(›Liebs e B ude , / Ih b auch mich nich zu bi en. Ich we de imme un, / was Ih mi
be ehl , das wi d ge an. / Mi F euden nehme ich den, den Ih mi , He , zum Mann geb .‹
613)
Diese Rede beleg , dass K iemhild Sieg ied hei a e , nich weil sie ihn lieb , sonde n weil
es ih e Schuldigkei is : „Es geh nich um Ge ühle, sonde n um Mach und Rech de
B üde , die Schwes e nach Gu dünken zu e hei a en; hie üg sich die s uk u elle
Gewal eilich zu K iemhilds und Sieg ieds Neigung“ (Liene , 2003, S. 6). Doch
obwohl K iemhild sich nich au , sich gegen die a angie e Ehe zu weh en, u sie es
doch, als sie, wie B ünhild, ih es Ve mögens be aub wi d. Als K iemhild und Sieg ied
sich da au o be ei en, in Sieg ieds Land zu ziehen (11. A .), die e s e Sache, die
K iemhild ag , is :
›wenne sul wi a n?
daz ich sô ha e gâhe, daz heiz ich wol bewa n.
mi suln ê mîne b uode eilen mi diu lan .‹
lei was ez Sî ide, dô e ’z an K iemhil e an .
(›Wann soll de Au b uch sein? / Ich we de zu e hinde n wissen, dass man mich zu Eile
d äng . / E s sollen meine B üde die Lände mi mi eilen.‹ Sieg ied miss iel das, als
e es on K iemhild hö e. 691)
Sieg ied schein da übe e ä ge , und als K iemhilds B üde anbie en, das Land
zwischen ih e Schwes e und Sieg ied zu eilen, an wo e Sieg ied:
›go lâz iu iuwe e be imme saelic sîn
und ouch die liu e da inne. jâ ge uo diu liebe wine mîn
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Des eiles wol ze â e, den i i wolde geben.
dâ si sol agen k ône, und sol ich daz geleben,
si muoz we den îche , danne iemen lebendige sî.
swaz i sus gebie e , des bin ich iu dienes lîchen bî.‹
(›Möge Go Euch Eue Land / und die Leu e d in im Glück e hal en. Meine liebe F au
e zich e / au den An eil, den Ih ih geben woll e . / Wo sie die K one agen soll, da
wi d sie – wenn ich es e lebe –, / eiche we den als i gend jemand au de Wel . Ansos en
bin ich Euch zu Diens en.‹ 694,3–695)
Hie e such Sieg ied, K iemhilds Besi z auszuschlagen: dies is eine
„Mach demons a ion“, um zu e klä en, dass K iemhild je z abhängig om S a us ih es
Mannes is (Liene , 2003, S. 7). Abe wie Sieg ied doch sag , K iemhild wi d eich sein,
solange e leb : die Ehe au häng om Leben des Ehemannes ab, um ih e Mach zu
hal en. Vo diese Au e legung kann K iemhild nich s machen, abe sie bes eh da au ,
ih e Vasallen mi zunehmen (696, 4), und au diese A b echen sie in Sig ieds Land au .
In de Zwischenzei angen B ünhild und Gun he ge ade ih e Ehe an. Schon als sie
Isens ein e lassen, beschließ B ünhild, nich mi Gun he zu schla en, bis sie in Wo ms
sind (528). Es is kla , dass die Königin e mu e , dass ih Mann nich ganz eh lich is .
Doch ih Miss auen wi d noch e s ä k , als sie sieh , wie Sieg ied sich am Ho e häl :
E sieh nich meh wie Gun he s Vasall aus. Als dann Sig ied K iemhild hei a e und
B ünhild sie zusammen am Kop ende des Tisches sieh , au gleiche Höhe wie Gun he ,
kann sie die Si ua ion nich e s ehen. Es is ü sie undenkba , dass ein mi maßliche
Vasall eine P inzessin hei a e . Dahe wein sie und sag zu Gun he : ›umbe dîne swes e
is mi on he zen lei . / die sihe ich nâhen si zen dem eigenholden dîn. / daz muoz ich
imme weinen, sol si alsô e de be sîn.‹ („›Deine Schwes e u mi on He zen leid. /
An de Sei e Deines Eigenmannes sehe ich sie si zen. / Da übe muss ich imme weinen,
wenn sie so e nied ig wi d.‹“ 620,2–4) Abe Gun he e häl die Lüge au ech , und
B ünhilds Ve dach s eig wei e , deshalb will sie noch nich mi ih em Ehemann
schla en. Mi ih em sabenwîzem hemede („Hemd aus weißen Saben“ 632,1) sag B ünhild
zu Gun he im Be : ich wil noch mag belîben (i sul wol me ken daz), / unz ich diu mae
e inde. („Ich will noch Jung au bleiben (nehm das zu Kenn nis), / bis ich alles weiss.‹“
635,3–4). Dami bi e B ünhild Gun he , ih die Wah hei zu sagen, abe e u dies nich ,
sonde n e beha wei e da au , do anc e nach i minne und ze uo i diu klei („Da
ang e mi Gewal um ih e Liebe und ze iss ih das Hemd.“ 636,1), wo au hin B ünhilde
sich weh :
23
Die üeze und ouch die hende si im zesamme ban .
si uoc in z’einem nagele und hienc in an die wan ,
dô e si slâ es i e e. Die minne si im e bô .
jâ hê e on i k e e il nâch gewunnen den ô .
(Die Füße und die Hände band sie ihm zusammen. / Sie ug ihn zu de Wand und häng e
ihn an einen Nagel, / als e sie am Schla en hinde e. Sie ließ nich zu, dass e sie lieb e.
/ Sie hä e ihn mi ih en K ä en beinahe umgeb ach . 637)
In diese Szene wi d noch einmal ein g oße Gegensa z zwischen B ünhilds K a und
Gun he s Mach losigkei o ges ell : Gun he kann nu B ünhild bi en, und sie läss ihn
bis zum Sonnenau gang hängen. Dies bedeu e ein b u ale Ang i gegen Gun he als
Mann und König, wie B ünhild selbs sag :
›Nû sag mi , he Gun hê , is iu daz ih lei ,
ob iuch gebunden ünden‹, sp ach diu schoene mei ,
›die iuwe n kame ae e on eine ouwen han ?‹
(›Sag mi doch, König Gun he , is Euch das nich peinlich‹, / sag e die schöne
Jung au, ›dass Euch / Eu e Kämme e on F auenhand ge essel inden könn en? ‹
640,1–3)
Gun he weiß, dass die Ehe e s ollzogen is , wenn sie mi einande schla en, ebenso wie
e weiß, dass dies sein Rech als Ehemann und B ünhilds Schuldigkei als Ehe au is .
Deshalb muss Gun he es gelingen, dass e die Ehe ollzieh und seine Männlichkei und
Mach posi ion e e e , abe e muss sie auch bes a en, nich nu weil sie ih e P lich
e le z ha , sonde n auch weil sie ihn läche lich gemach ha . Pa enbe g (1995) be ach e
diese Szene als „ wo examples o gende ansg ession“, und sie sch eib : „Al hough bo h
ansg essions a e c i icized, only one –B ünhild’s– is punished. In a wa io cul u e a
woman wi h po en ial powe poses a g ea e h ea han a peace-lo ing ule whom he
Wa io s can con ol“ (S. 109). In diese A bei we den meh e e Fälle on
geschlech sspezi ischen Übe e ungen analysie , und es wi d es ges ell , dass nu
F auen ( on Männe n) bes a we den, obwohl de E zähle sie am Ende alle e nich en
wi d. In diesem Fall sp ich Gun he am olgenden Tag mi Sieg ied, de dem König
so o hel en will. Sig ied sag zu ihm, dass K iemhild sich seh gu e hal en habe, und
dass B ünhild das gleiche machen müsse (652). In diesem Sinne b ing B üde lichkei
Sieg ied dazu, Gun he bei de Zähmung seine F au zu hel en, weil e au diese Weise
auch zu Au ech e hal ung de pa ia chalischen O dnung bei äg . Dahe plan
Sieg ied, wie dies zu e eichen sei, und e e klä schließlich zu Gun he , dass e in de
Nach Gun he s und B ünhilds Zimme mi seinem Ta nman el be e en wi d, und dann,
sô winge ich di dîn wîp, / daz dû si hîn e minnes , ode ich e liuse mînen lip.‹ („Dann
24
bezwinge ich Di Deine F au, / dass Du sie heu e nach beschlä s , ode ich e lie e mein
Leben.“ 654,3–4). Es is wich ig da au hinzuweisen, dass Sieg ied den Ta nman el
b auch , dami B ünhild ihn nich sehen kann, abe auch, um sie zu besiegen, da e ohne
den Ta nman el nich s ä ke als sie is . Gun he e wide wie olg :
›Âne daz dû ih iu es ‹, sp ach de künic dô,
›die mîne lieben ouwen, ande s bin ich es ô.
sô uo i , swaz dû welles ! und naemes i den lîp,
daz sold ich wol e kiesen. si is ein eislîchez wîp.‹
(›Wenn Du / meine liebe He in nich beschlä s , bin ich ein e s anden. / Mach mi ih ,
was Du wills ! Und wenn Du ih das Leben nähms , / wü de ich das leich e schme zen.
Sie is ein ü ch e liches Weib.‹ 655)
Gun he kümme sich nich um die Siche hei ode selbs das Leben seine F au, sonde n
um seinen eigenen S olz. Sig ied da nich mi B ünhild schla en, weil dies eine
Beleidigung ü Gun he wä e. Auße dem is das Ziel dieses Plans, dass „die De lo a ion
als Mi el de Rehabili a ion on Gun he s beschädig e Männlichkei geb auch wi d.“
(Liene , 2003, S. 11), dahe da Sig ied mi ih nich schla en.
Dann komm die Nach und Sig ied i in B ünhilds und Gun he s Zimme ein. Sobald
Sieg ied e such , B ünhild zu be üh en, die glaub , dass e Gun he sei, äng eine
b u ale Kamp zwischen ihnen beiden an. Obwohl Sig ied den Ta nman el äg , e le z
B ünhild ihn schwe , und e be ü ch e soga , dass e nich in de Lage sein wi d, sie zu
übe winden:
›Ôwê‹, dâh de ecke, ›sol ich nû mînen lîp
on eine mag e liesen, sô mugen elliu wîp
he nâch imme mê e agen gel en muo
gegen i manne, diu ez sus nimme ge uo .‹
(›Ach‹, dach e de Held, › e lie e ich mein Leben / du ch eine Jung au, dann/ ump en
kün ig alle F auen / gegen ih e Männe au , die es sons niemals ä en. ‹ 637)
Dies zeig die wah e Mo i a ion hin e diese Szene: Sie bes a en B ünhild ü ih e
Au müp igkei und dami senden sie eine Wa nung an alle ande en F auen. In diesem
Momen gib die Scham, mögliche weise on eine F au bezwungen zu we den, Sig ied
K a , und e scha es, B ünhild au zuhal en, indem e sie ha schläg :
e d uh e’s an daz be e, daz si il lû e sch ê.
i â en sîne k e e ha e g oezlîchen wê.
(E p ess e sie ans Be , dass sie b üll e. / Mi seinen K ä en a e ih gewal ig weh.
676,3–4)
25
dô we ez sô sîn han ,
daz i diu li e k ach en und ouch al de lîp.
des wa de s î gescheiden. dô wa si Gun hê es wîp.
(Das weh e seine Hand so ab, / dass ih e Gliede und ih ganze Kö pe k ach en. / Dami
wa de Kamp beende . Da wu de sie Gun he s F au. 677,2–4)
In diese Szene g ei Sieg ied B ünhild an, sodass Gun he sie e gewal igen kann. Dies
Beispiel explizi e und b u ale Gewal gegen F auen is ü diese Männe nu das
no wendige Mi el, um die pa ia chalische O dnung au ech zue hal en, und sie
e eichen ih Ziel: „Im Kamp um die pa ia chale Vo he scha ging es da um, F auen
physisch und sexuell zu un e we en und inne halb de Ins i u ion de Ehe abhängig zu
machen“ (Sau e -Baillie , 1984, S. 100). Sowohl im Kamp am Isens ein als auch je z
bei de Ve gewal igung geling es den Männe n, B ünhild zu schwächen und zu
un e we en. De E zähle ma kie B ünhilds Ve lus de Jung äulichkei und dami die
ollkommene Un e we ung un e ih en Ehemann als den exak en Punk , an dem
B ünhild ih e K a und Indi iduali ä öllig e lie : hei, waz i on de minne i g ôzen
k e e en weich! / Dône was ouch si nih s e ke dann ein ande wîp. („Wie ih e g ossen
K ä e du ch die Liebe schwanden! / Da wa auch sie nich s ä ke als eine ande e F au.“
681,4–682). Ta sächlich be ach e Sau e -Baillie (1984) „die Ve bindung on
Jung äulichkei und einem ungezähm en ode unabhängigen Willen“ wie ein
wiede keh endes Phänomen (S. 100); und im B ünhilds Fall wa en eigen lich ih e K a
und ih e Indi iduali ä oneinande abhängig:
Die S ä ke [is ] zu Fundie ung on B ünhilds Mach posi ion inso e n on Bedeu ung als
sie siche s ell , dass du ch die T iumphe im B au we bungswe kamp B ünhilds
He sche innenposi ion e hal en bleib und sie nich einen ih e F eie ehelichen muss.
(Renz, 2006, S. 20)
E s wu de sie in Isens ein be ogen, dami e lo sie ih e soziale S ellung, und nun wi d
ih die le z e K a genommen, ohne die sie sich nich meh weh en kann. Ohne ih e
Unabhängigkei is B ünhild Gun he und jedem Mann un e geo dne :
O de is es o ed by sun ise a e he nigh ime ansg essions in he Nibelungenlied.
Res o ed o de means es o ed seg ega ion o gende s. In he case o B ünhild, whose
sphe es and means o ac ion ha e been wholly male, his means she nea ly disappea s
om he s o y. (Pa enbe g, 1995, S. 109)
Sieg ied und Gun he haben B ünhild as wie Vieh gezähm und dami die
Geschlech e ollen wiede he ges ell und ih Pa ia cha einen wei e en Tag geschü z .
32
ih leid u “ 858,1–2). Ta sächlich we den die Könige die beiden F auen ü ih e S ei
bes a en, weil es ih e P lich is , da ü zu so gen, dass ih e F auen die Geschlech e ollen
einhal en und ein Vo bild ü ande e sind. Fü Männe is Gewal no wendig, um die
Un e o dnung de F auen zu gewäh leis en, und somi das pa ia chalische Gleichgewich
zu e hal en. In diese Hinsich be onen sie ih e Hal ung:
›Man sol ouwen ziehen […]
daz si üppeclîche sp üche lâzen unde wegen.
e biu ez dînem wibe! de mînen uon ich sam.
i g ôzen unge üege ich mich wae lîche scham.‹
(›Man soll F auen so e ziehen […] / dass sie unnü zes Reden bleiben lassen. / Ve bie es
Deine F au! Ich e bie e es de meinen. / Ich schäme mich seh ü ih e Ungezogenhei .‹
862)
Ta sächlich geh Hagen in de nächs en A en iu e zu K iemhild und sie sag zu ihm:
Daz hâ mich sî ge ouwen, sp ach daz edel wîp.
›ouch hâ e da umbe ze blouwen mînen lîp.
daz ich ez ie ge ede e, daz beswae e i den muo ,
daz hâ il wol e ochen de hel küene und guo .‹
(Spä e ha mich das ge eu , sag e die Königin. / ›Auch ha e mich da ü e p ügel . /
Wenn ich jemals e was sag e, das sie k änk e, ha das de kühne, ap e e Held ollau
ge äch .‹ 894)
Dies is ein wei e es Beispiel on di ek e männliche Gewal zu F auen im We k.
Obwohl es un e den F auen keine Geschwis e lichkei gib , be ücksich igen die Männe
die B üde lichkei , denn sie is no wendig, um die pa ia chalische Gesellscha
au ech zue hal en. Gewal gegen F auen is eine de A en, mi denen Männe zeigen,
dass sie an de E hal ung dieses Sys ems be eilig sind. Deshalb e eidigen die Männe
in diese Szene und bei den Schlägen nich nu ih e Mach posi ion im Sys em, sonde n
auch die jedes Mannes. In diesem Sinne sch eib Liene (2003):
„Gewal ha schon seman isch (mindes ens) zwei Aspek e: Gewal a und Mach […] und
um den Fak o Mach geh es auch bei de Gewal ä igkei : Gewal als Vo ausse zung on
Mach inne halb de Hie a chie de Männe wie zwischen den Geschlech e n“. (S. 4)
Als Sieg ied dahe seine Hand heb , um zu schwö en, dass e nie behaup e habe, dass e
mi B ünhild geschla en habe –denn e ha nich – sag Gun e ihm so o : ›mi is sô wol
bekan / iuwe g ôz unschulde. („›Ich weiß je z siche , / dass Ih ganz und ga unschuldig
seid.‹“ 860,2–3), und e e läss ihm den Eid.
33
Abschließend mach die Szene des Königinnens ei s die Täuschung des Ho es und de
Ho gesellscha sich ba : „Die hö ische Wel wi d ausgehöhl on den K ä en und
Mo i a ionen, die im Ve bo genen agie en und de en Logik de Mach sich au die
Gewal und das Gese z des S ä ke em s ü z “ (Mille , 2008, S. 213). In diese Hinsich
we den Sieg ied, Gun he und Hagen als Figu en o ges ell , die eine Doppelmo al
o enba en, denn obwohl sie sich als Ve mi le p äsen ie en, sind sie in Wi klichkei die
U sache des gesam en Kon lik s. Wäh end Sieg ied und Hagen B u ali ä und Gewal als
Echo de Heldenzei e kö pe n, s eh Gun he als Rep äsen an des Ho es, de e such ,
eu und zi ilisie zu sein, abe le z lich manipulie wi d, und obwohl e selbs keine
Gewal anwende , benu z e ande e, um sie auszuüben, sodass e seine Ziele e eichen
kann. Die Mach e häl nisse am Ho sind imme noch on Gewal und Be ug und
na ü lich on einem ausgep äg en Pa ia cha gekennzeichne , und deswegen soll en
F auen im Sys em keine Rolle spielen. Obwohl diese Szene zeig , wie F auen auch
Manipula ionen einse zen, um sich Mach zu e kämp en, is es ein Kamp , de nich ihnen
gehö . Mi diesem S ei ge äh den die Königinnen die Fassade des gu en Benehmens
und de iedlichen Lösung on Kon lik en, die de Ho zu e mi eln such , und sie
we den da ü geschlagen we den, ebenso wie ü ih en S olz und ih e Gie , We e, die
eine F au nich haben und noch wenige zeigen soll e.
Da übe hinaus spiegel diese Szene die Un e schiede zwischen weibliche und
männliche Mach - und Kon lik dynamik und de en Folgen wide . Obwohl beide
Geschlech e um ih e S ellung und ih en S olz beso g sind, bes eh de Un e schied da in,
dass Königinnen om S a us ih e Ehemänne abhängig sind, dahe e wenden sie diesen,
um einande anzug ei en. Männe hingegen lassen sich ga nich e s au Kon lik e ein,
sonde n un e s ü zen sich gegensei ig bei de Au ech e hal ung de pa ia chalischen
Blase, die ih e Mach siche . Die Handlungen, die zu diesem S ei üh en, basie en au
den In e essen de Männe und de Gewal , die sie ausüb en, um diese zu e eichen, und
die Folgen diese Diskussion we den zu den gleichen E gebnissen üh en.
34
4. De Fall
4.1. Die E mo dung Sieg ieds
Die unmi elba e Folge des S ei s de Königinnen, die den gesam en le z en Teil de
Geschich e p ägen wi d, is de Mo d an Sieg ied. Dies wi d du ch K iemhilds Ang i
au B unhild p o ozie , de Hagen einen Vo wand lie e , Sieg ied zu ö en. So
e schwinden die beiden my hischen Figu en –Sieg ied und B unhild– aus de Handlung
und machen Pla z ü K iemhild und Hagen, die die Gewal und Selbs ze s ö ung de
hö ischen Gesellscha olls ändig au decken und du ch üh en we den.
Obwohl Sieg ied und Gun he ih e B üde lichkei e ie en, nu z Hagen diesen
Kon lik , um Sieg ied loszuwe den. Am Ende de Szene komm Hagen zu B ünhild und
sag zu ih daz ez e a nen müese de K iemhilde man / ode e wolde nimme da umbe
oelîch ges ân. („dass K iemhilds Mann es büßen müsse / ode e wolle wegen diese
Sache nie meh oh sein.“ 864,3–4) Dami inde Hagen eine Aus ede, um Sieg ied zu
e mo den, obwohl seine wah e Mo i a ion nich mi B ünhild, sonde n mi ihm selbs
e bunden is : An de Obe läche de hö ischen Wel is Sieg ied nich mäch ige als die
ande en Könige, abe in de he oischen Wel , die de ande en zug unde lieg und die sei
de Ankun Sieg ieds und B ünhilds imme meh in den Vo de g und i , s ell de
s ä ks e Mann eine Bed ohung ü die üb igen Menschen da , und das is Sieg ied.
Da übe hinaus sieh Hagen in diese Si ua ion die Gelegenhei , den Nibelungenscha z zu
auben, ein In e esse, das de E zähle be ei s in de d eizehn en A en iu e e wähn ha ,
als Hagen sag : ho de Nibelunge beslozzen hâ sîn han . / hei, sold e kumen ieme in
de Bu gonden lan ! („Den Scha z de Nibelungen ha e in seine Hand. / Käme de doch
einmal nach Bu gund!“ 774,3–4).
Deshalb s a e Hagen die Ve schwö ung gegen ihn und alle s immen zu, auße Gun he ,
de einmal meh das hö ische Rech ssys em e kö pe , und sich dahe gegen Gewal
wende ; abe e e i auch die Doppelsich igkei seine Wel , denn e läss sich
schließlich übe eden und den Mo d am Ehemann seine Schwes e zul. Diese
Ve schwö ung is ein wei e es Beispiel ü die Falschhei diese i e lichen Wel :
Es wi d gezeig , dass die au Sich ba kei gebau e hö ische Wel Gun he s und seine
B üde nu Schein und Ges ik is , denn sie e weis sich als un ähig, selbe zu handeln,
und kann ih e Ziele nu du ch Täuschung und Inszenie ung e langen“ (Mille , 2008, S.
206)
35
Auße dem e wenden die Mö de die Aus ede, dass Sieg ied ein Ri e sei, de aus eine
ande en Wel als ih e eigenen komme (Mülle , 2015, S. 92). Abe sie sind wi klich ein
und dasselbe, was nich nu du ch die Geschehnisse o Sieg ieds Tod und du ch seine
E mo dung bewiesen wi d, sonde n auch du ch all das, was nach Sieg ieds Tod
geschehen wi d, wo die Gewal bis zu Ze s ö ung des Bu gundenho es anhal en wi d.
Nach de E mo dung leg Hagen seine wah en Bewegg ünde da :
Dô sp ach de g imme Hagene: ›jâne weiz ich, waz e klei .
Allez hâ nû ende, unse so ge und unse lei .
Wi inden i il wênic, die ge ü en uns bes ân.
Wol mich, deich sîne hê scha ze â e hân ge ân!‹
(Da sag e de sch eckliche Hagen: ›Ich weiß nich , wa um e klag . / Alles is doch je z
zu Ende, unse e So ge, unse Leid / Es gib keinen, de es wag , mi uns zu kämp en. /
Wohl mi , dass ich seine Übe legenhei besei ig habe!‹ 993)
Gleichzei ig ha Hagen noch ein ande es Mo i : K imhilds Mach abzunehmen. Als
Ehe au des s ä ks en Mannes is K iemhild die mäch igs e F au am Nibelungenho , abe
ih Rang is on Sieg ieds Leben abhängig:
Bu o he weal h and powe , K iemhild is no only dependen on Sieg ied, bu on his
s aying ali e […] Indeed, i is he ecogni ion and ea o K iemhild’s po en ial powe ,
ini ially h ough he ma iage o Sieg ied and la e because o he Nibelungen easu e-
a powe o which she, as a woman in he oic cul u e, is no en i led- which in pa mo i a es
Hagen o mu de Sieg ied and hen s eal and sink he Nibelungen easu e. (Pa enbe g,
1995, S. 110)
In diesem Momen is K iemhild hil los, abe sie beginn sich zu bewegen, um ih e
Si ua ion zu ände n. Als sie nach dem Nibelungenscha z schick und K iege ek u ie ,
u sie dies, um sich au das U eil wegen des Mo des an ih em Mann o zube ei en; mi
dem Gold gewinn sie sich die Loyali ä zahl eiche mäch ige K iege (1128). An diesem
Punk wi d K iemhild zu eine Bed ohung ü Hagen und das pa ia chalische Sys em
(Mille , 2008, S. 213). Diese Männe müssen diese Bed ohung besei igen, so wie sie es
mi B ünhild ge an haben, und dahe wi d K iemhilds U eil e weige und ih Gold weg
genommen, um ih die um ih die einzige Mach zu nehmen, die ih als Wi we geblieben
is . Auße dem is be ei s bekann , dass Hagen den Scha z ü sich haben will, dahe wi
e ihn in den Rhein, in de Ho nung, ihn eines Tages wiede zubekommen. Hagen wi d
dabei on den ande en un e s ü z , denn obwohl Gun he sich zunächs weige , läss e
sich wie bei Sieg ieds E mo dung bald übe eden (1131). Dami komm zu de
E mo dung Sig ieds de Raub des Scha zes hinzu, de K iemhilds Si ua ion
e schlimme und ih en Ä ge noch s eige , und de ein wei e es Beispiel on
36
Ve doppelung e scha (Mülle , 2015, S. 69): „Die neue liche T änen de F au sind nich
nu au ih e Liebe zu ückzu üh en, sonde n auch au ih en gesellscha lichen Ve lus “
(Mille , 2008, S. 213). Hagens Ang i e au K iemhild we den wei e gehen, und mi ihnen
wi d K iemhilds Zo n s e ig zunehmen.
Übe die E mo dung Sieg ieds sch eib Liene (2003): „Übe ku z ode lang we den
Männe zu den We kzeugen weibliche Rache, weibliche Gewal “ (S. 15). Eine sei s
bezieh sich die Au o in au die Ta sache, dass sich B ünhild du ch Hagen an Sieg ied
und K iemhild äch : „Gewal on F auen is nich ‚au onom‘: In B ünhilds Rache ü die
Beleidigung üb ein Mann (Hagen) s ell e e end Gewal an einem ande en Mann
(Sieg ied) aus“ (S. 14). Deswegen konspi ie B ünhild auch mi Hagen, wie de E zähle
in de Mo dszene (A . 16) au deck : z’einem kal en b unnen e lôs e sî den lîp. / daz
hê ge a en B ünhil , des künic Gun hê es wîp. („An eine kal en Quelle e lo e dann
das Leben. / Das ha e B ünhild anges i e , König Gun he s F au.“ 917,3–4) Und auch
wie K iemhild e mu e : ez hâ ge â en B ünhil , daz ez hâ Hagene ge ân („B ünhild ha
es anges i e , Hagen ha es ge an“ 1010,4). Ande e sei s is K iemhild, obwohl sie nich
so di ek wie B ünhild konspi ie , zum Teil mi schuldig an Sieg ieds Tod. Au de einen
Sei e p o ozie sie den Kon lik mi B ünhild, de zu Ve schwö ung üh . Au de
ande en Sei e zeig sie Hagen Sieg ieds e wundba e S elle, dank de Hagen Sieg ied
e mo den kann (Rasmussen, 1997, S.77 ). Und obwohl sie es be eu , weil sie me k , dass
Sieg ied in Ge ah is , wa n sie aus Angs den Ehemann nich , denn dies geschieh ku z
nachdem Sieg ied sie bes a ha (894). Um keine wei e en Schläge zu e hal en, wa n
sie Sieg ied nich o dem geplan en Anschlag:
Dô gedâh e’s an diu mae e (sine o s i nih gesagen),
diu si dâ Hagene sage e. Dô begunde klagen
diu edel küniginne, daz si ie gewan den lîp.
Dô weine e âne mâze des he en Sî ides wîp.
(Da dach e sie an das (sie wag e es nich zu ges ehen), / was sie Hagen gesag ha e. Da
b ach die / die hochgebo ene Königin in Klagen aus, dass sie je gebo en wu de. 920)
In diesem Sinne s ell Liene (2003) he aus, dass Gewal hie noch ein indi ek e G und
ü Sieg ieds Tod is :
„Die P ügel bewi ken nu eines, nämlich dass K iemhild es nich wag , Sieg ied ih e
Geschwä zigkei zu ges ehen, als sie es o de Jagd mi de Angs um ihn zu un bekomm
[…] Somi is Sieg ieds häusliche Gewal gegenübe seine Ehe au indi ek eine
U sache seines Tods. (S. 15)
37
Nach dem Ve lus ih e Eh e du ch den S ei und die seh wah scheinliche Bes a ung
du ch ih en Mann –wenn Gun he die Ve einba ung mi Sieg ied be olg – e schwinde
B ünhild aus de Geschich e. Ta sächlich wi d sie noch einmal zu Beginn des zwei en
Teils genann (A . 24), als die Bo scha e E zels e suchen, sie zu sehen, abe sie wi d
on de Gesellscha öllig ausgeschlossen:
›Jâne is mîn ouwe B ünhil nû nih sô wol gemuo ,
daz i si muge schouwen‹, sp ach de i e guo .
›bî e unz mo gen, sô lâ man’s iuch sehen!‹
Dô si si wânden schouwen, dône kund es nih geschehen.
(›Königin B ünhild is leide nich in de Ve assung, / dass Ih sie sehen könn ‹, sag e
de ap e e Ri e . / ›Wa e bis mo gen, dann läss man Euch bei ih o !‹ / Als sie dann
mein en, sie zu sehen, wa es doch nich möglich. 1486)
K iemhild is nach dem S ei und de E mo dung Sieg ieds wei e hin in de Geschich e
p äsen , abe passi , ohne Mach und Geld. Dennoch wi d sie aus diese Posi ion wiede
he auskommen. K iemhilds Leid wi d sich in K a und Rache e wandeln (Hen y, 2008,
S. 4), und dami wi d sie on Passi i ä zu Ak i i ä wechseln (F ank, 2004, S. 115) und
das Ende des Nibelungenho s einlei en. In Bezug au K iemhilds Ve ände ung sch eib
Pa enbe g (1995), „B ünhild does no , in ac , disappea ; a he she akes on ano he o m,
ha o K iemhild“ (S. 109). In gewisse Weise wi d B ünhilds Fähigkei de Übe e ung
de Geschlech e ollen an K iemhild wei e geben, und dami wi d de Bu gundenho
ze s ö we den.
4.2. Die Rache K iemhilds
Die Ze s ö ung des Nibelungenho es wi d in diesem le z en Teil de E zählung on
K iemhild ausgelös , du ch einen blu igen K ieg gegen die Männe , die ih Posi ion
beschädig haben. Besonde s Hagen, als Mö de Sieg ieds und Ze s ö e K iemhilds,
wi d zum Haup eind de F au; Sie okussie ih e Rache au ihn, und ebenso s ell Hagen
K iemhild in Ve e ung on Sieg ied als seine neue Gegne in au (Rasmussen, 1997, S.
78). Von dem Momen de E mo dung an, beschä ig sich Hagen dami , K iemhild zu
uinie en: „dahin e s eh , wie bei den an änglichen Ressen imen gegen B ünhild, auch
eine g undsä zlich ‚männliche‘ Abweh weichliche Au onomie“ (Liene , 2003, S. 15).
K iemhild du chläu nach de E mo dung Sieg ieds zwei seh ausgep äg e
T aue phasen: Zunächs s ell sie sich als „Op e de Ta “ da (F ank, 2004, S. 131), d.h.,
38
sie eagie so, wie es eine F au un soll e, die ge ade ih en Mann e lo en ha , und wie
sie wuss e, dass sie in diese Si ua ion eagie en soll e, wie sie in de Szene des
Falken aums o schlagen ha . Ih e Klage wi d meh mals om E zähle wiede gehol :
K iemhilde jâme wa ummâzen g ôz („K iemhilds Klage ging übe alles Maß“ 1009,3),
daz bluo i ûz dem munde on he zen jâme b as („Das Blu schoss ih o
He zensjamme aus dem Mund.“ 1010,2), diu i il lieh en ougen o leide weine en
bluo . („Vo Kumme wein en ih e kla en Augen Blu .“ 1069,4). Du ch diese Bilde bau
de E zähle ü K iemhild ein Bilde de Heiligkei (F ank, 2004, S. 133) und T eue au :
Dâ man beg uop i iedel, wie sel en si daz lie,
mi û egem muo e si alle zî da gie.
si ba go , den guo en, sîne sêle p legen.
il dicke wa beweine mi g ôzen iuwen de degen.
(Zum G ab ih es Liebs en / ging sie allezei oll T aue . / Sie ba den lieben Go , sich
seine Seele anzunehmen. / Unablässig wu de de Held in g oße T eue bewein . 1103)
[…]
Nâch Sî ides ôde (daz is alwâ )
si won e in manigem sê e d iuzehen jâ ,
daz sie des ecken ôdes e gezzen kunde nih .
si was im ge iuwe. des i diu meis e menige gih .
(Nach Sieg ieds Tod (das is die Wah hei ) / leb e sie in Schme z und T aue d eizehn
Jah e / und konn e den Tod des Helden nich e gessen. / Sie hiel ihm die T eue. Das
sag alle Wel . 1142)
In Bezug au K iemhilds Ve hal en sch eib de E zähle a sächlich, man moh e i michel
ugende kiesen wol da an. („Man konn e da an sehen, was ü eine gu e F au sie wa .“
1105,2). Hie wi d K iemhild da ges ell , wie eine aue F au, die die Geschlech e olle
und die ch is liche We e e kö pe . Lau F ank (2004):
Diese posi i e We ung ih es Ve hal ens, e bunden mi de Ta sache, dass de E zähle
das Leid K iemhil s de aillie schilde , mach augen ällig, dass in eine solchen
Inszenie ung die F au öllig den om (männlichen) E zähle an sie ge ich e en
E wa ungen en sp ich . De E zähle e leih K iemhil deu liche Züge eine
(säkula isie en) mulie eligiosa – ähnlich de Sigune in Wol ams Pa zi al. (S. 134)
Die Rolle de F au beim Tod des Gelieb en wu de du ch eine ewige T eue zum Mann
de inie . Und, wie F ank behaup e , gib es eine kla e Pa allele zwischen K iemhilds
Reak ion und ande e F auen igu en de mi elal e lichen Li e a u wie Sigune und
He zeloyde im Pa zi al. Gleich alls sch eib Bumke (1991) übe He zeloyde: „Fü den
E zähle o enba He zeloydes Ve hal en nach Gahmu e s Tod eine o bildliche
auliche Gesinnung, die in den Rang eligiöse Ve diens lichkei gehoben wi d“ (S. 58).
39
Diese We e können in diese Hinsich au K iemhild zu e en, die hie als o bildliche
F au geschilde wi d.
Das Mo i die Klage de F auen wi d o in mi elal e liche Li e a u e wende , um die
weiblichen Figu en zu analysie en. Lau Hen y (2008) üh dieses Mo i in einigen
Fällen dazu, die K a de F auen zu e o schen (S. 3), und dies inde man bei K iemhilds
Geschich e:
The poe o Nibelungenlied […] cons uc s he widow K iemhild’s lamen as a pa h o
powe and p esen s he exp ession and enac men o g ie as highly h ea ening […]
K iemhild ansg esses he con en ional bounda ies o he lamen ing lady o exp ess he
desi e and powe in he wo ld o men, and she is consequen ly depic ed as a dange ous
she-de il who mus be des oyed. (S. 4)
Obwohl sich K iemhild am An ang als ein passi es Op e e häl , e wandel sich ih
Leiden in Hass und ih e Passi i ä in Ak ion. Diese T au igkei wa jedoch imme Wu
im He zen, denn man kann analysie en, wie K iemhild sei Sieg ieds E mo dung ih e
En scheidungen au a ionale Weise i , um den Sieg ih e Rache zu siche n: „De
Racheplan is also bei allem, was K iemhild u , du chgängig p äsen “ (Haug, 1987, S.
16). Zue s will Sigmund, Sieg ieds Va e , so o nach de Nach ich des Mo ds die
Schuldigen ang ei en, abe K iemhild häl ihn da on ab:
he e Sigemun , i sul ez lâzen unde s ân,
unz ez sich baz ge üege. sô wil ich mînen man
imme mi iu echen. de mi in hâ benomen,
wi d ich des bewîse , ich sol im schedelîche komen.
(Siegmund, lass es au sich be uhen, / bis es sich besse üg ! Dann will ich meinen Mann
/ imme mi Euch ächen. De ihn mi genommen ha – / mach man mi den namha ,
geh es ihm schlech on mi . 1033)
Nach Eh ismann (1998): „She desi es a success ul ou come o he plan o e enge, and
ha becomes abundan ly clea when she p e en s Siegmund om ac ing ecklessly and
spon aneously a e he dea h o his son“ (S. 26). K iemhild wi d so lange wa en, bis sie
die Mi el zu Rache ha und ih Sieg siche is . Als Hagen ih den Nibelungenscha z
wegnimm , be aub e sie einem Mi el zu Rache, und deshalb muss K iemhild au die
nächs e Gelegenhei wa en, die sich ih mi E zels Hei a san ag bie e : „K iemhild se z
Weiblichkei (ih en Kö pe , die Gebu eines Sohnes, ih o bildlich weibliches
Benehmen) als Mi el ein, Mach und dami die Möglichkei de Ausübung on Gewal
zu e langen“ (Liene , 2003, S. 16). K iemhild, die ohne Ehemann und Scha z en mach e
is , kann ih e Mach du ch eine wei e e Hei a wiede e langen. Auße dem s ell Haug
(1987) das Folgende he aus: „Was sich dabei nach außen hin als o ales Sichein ügen in
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eine o gegebene Fo m da s ell , das wi d somi le z lich dazu benü z , ge ade das zu
ze s ö en, wo ü diese Fo m s eh : die Ve söhnung in hö ische Ideali ä ” (S. 16). Obwohl
K iemhilds B üde denken, dass sie ein zwei es Mal de Ehe zus immen wi d, dieses Mal
geh sie s a egisch o . Als E zels Bo en ein e en, lehn sie jedoch zunächs den
Hei a san ag ab (1219 .), da sie noch in T aue is : i wâ was o den b üs en on heizen
ehen naz. („Heiße T änen lossen bis zu B us übe ih Gewand.“ 1228,3). De E zähle
be on wei e hin ih e beispielha e T eue zu Sieg ied. Doch dann wi d de Racheplan,
den K iemhild hin e de Fassade de Op e olle e bi g , wiede deu lich: De E zähle
üh diesen ein, indem e die Rede de Bo en König E zels au die Mach (1235) und die
Ri e (1236) konzen ie , die K iemhild besi zen wi d, wenn sie hei a e : ›Da zuo gî iu
mîn he e […] gewal den alle hoehes en […] den sul i gewal eclîche haben o E zelen
man.‹ („Und wei e hin gib Euch mein He […] die ganze Fülle de Mach […] Die soll
Ih als He sche in übe E zels Vasallen haben.“ 1237). Abe K iemhild ha sechzehn
Jah e gewa e und muss siche sein, dass ih Plan au geh , dahe ände die Königin ih e
Meinung e s , als de Ri e Rüdige ih T eue und Rache schwö : ›sô swe mi eide,
swaz mi iemen ge uo , / daz i sî de naehs e, de büeze mîniu lei !‹ („›Dann schwö
mi Eide, was man mi auch an u , / dass Ih de e s e seid, mein Leid zu ächen!‹“
1257,2–3). Dann denk K iemhild: waz ob noch wi e ochen des mînen lieben mannes
lîp? („Wie, wenn mein liebe Mann noch ge äch wi d?“ 1259,4), und ih Plan beginn
au zugehen.
Spä e , in E zels Land, bes ä ig K iemhild soga , dass ih e En scheidung, ihn zu hei a en,
einzig und allein da au be uh e, ih e Rache zu e möglichen (McConnell, 1998, S. 182):
Ez lac i an dem he zen spâ e unde uo,
wie man si âne schulde b aeh e da zuo,
daz si müese minnen einen heidenischen man.
die nô die hê i Hagene unde Gun hê ge ân.
(Von üh bis spä lag es ih au de Seele, / wie man sie ohne G und dazu b ingen konn e,
/ dass sie die F au eines Heiden wu de. / In dieses Unglück ha en Hagen und Gun he sie
ges ü z . 1395)
Hagen und Gun he sind schuld, weil sie K iemhild zu Hei a gezwungen haben, denn
nu so kann sie ih e Mach zu ückbekommen –die sie ih genommen haben– und sich so
ächen – ü e was, das sie ge an haben–. Auch hie zeig sich wiede , dass K iemhild nich
nu um den Tod ih es Gelieb en wein , sonde n auch um ih en eigenen Mach - und
S a us e lus du ch den Mo d und den Diebs ahl des Scha zes:
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Si gedâh ouch manige ê en on Nibelunge lan ,
de si dâ was gewal ic und die i Hagenen han
mi Sî ides ôde hê e ga benomen,
ob im daz noch imme on i ze leide möh e komen.
(Sie dach e auch an all die Mach und He lichkei des Nibelungenlands, / die ih do zu
Gebo e s anden und die ih Hagens Hand / du ch die E mo dung Sieg ieds es los
genommen ha e, / und sie übe leg e, ob sie noch eine Chance hä e, ihm das
heimzuzahlen. 1392)
De E zähle bes eh au Hagens Beläs igung K iemhilds, wah scheinlich um die
Unausweichlichkei und B u ali ä K iemhilds Rache zu e deu lichen (Eh ismann, 1998,
S. 31), und dami auch die Ze s ö ung des Nibelungenho s. Wie oben e wähn , aue
K iemhild nach Sieg ieds Tod zunächs passi und bescheiden, doch Hagens Ang i e
beginnen und enden nich mi dem Mo d. Nach de E mo dung sp ich K iemhild mi
Gun he und Hagen ü d ei Jah en nich (1106), bis Hagen beschließ , den
Nibelungenscha z zu s ehlen. Zue s gaukeln sie K iemhild o , sie wü den den Scha z
ü sie holen (1116), doch dann we den Hagens wah e Absich en au gedeck :
›ez solde ein ume man
Deheinem einem wîbe nih des ho des lân.
si b inge ez mi gâbe noch û den ac,
daz il wol ge iuwen die küenen Bu gonden mac.‹
(›Ein ech e Mann soll e / keine F au einen Scha z übe lassen. / Sie b ing es mi
Geschenken noch dahin, / dass es die kühnen Bu gunden seh zu bedaue n haben.‹ 1130)
Eine sei s hass Hagen K iemhild als F auen eind, ande e sei s ha e Angs o ih .
Hagen will K iemhild ih e Mach nehmen, nich nu , weil sie eine F au is , sonde n auch,
weil sie diese gegen ihn e wenden könn e. Deshalb will Hagen spä e auch die Hei a
zwischen E zel und K iemhild e bie en, weil K iemhild du ch diese Ve bindung die
Mach e langen wü de, die Hagen so seh ü ch e :
›Daz ich daz wol bekenne, daz uon ich iu kun .
sol si nehmen E zel, geleb si an die s un ,
si ge uo uns noch il leide, swie si’z ge age an.
jâ wi i dienende il manic wae lîche man.‹
(›Das weiß ich wohl, ich sage es Euch o en. / Hei a e sie E zel, üg sie uns, wenn sie
bis dahin leb , / noch g oßen Schaden zu, / wie imme sie es an äng . / Viele s a ke Männe
we den ih doch zu Diens en sein.‹ 1210)
Als K iemhild nach E zels Land eis , e such Hagen, ih das noch e bliebene Gold zu
s ehlen:
E sp ach: ›sî mi ou K iemhil nimme wi de hol ,
sô muoz ouch hie belîben daz Sî ides gol .
Zwiu sold ich mînen înden lân sô michel guo ?
Ich weiz il wol, waz K iemhil mi disem scha ze ge uo .‹
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5. Schluss olge ungen
Die Ka as ophe des Nibelungenliedes is die Folge eines übe hol en i e lichen Sys ems,
da ges ell du ch Figu en, die zwischen zwei Wel en ge angen sind, ohne ih en Pla z
inden zu können. Haug (1987) o mulie eine These zu Indi iduali ä de Figu en und
schläg o , dass de E zähle des Nibelungenlieds Ges al en kons uie , die sich on den
ihnen zugewiesenen sozialen Rollen un e scheiden, und e zeig , dass die Gesellscha ,
die nich au sie o be ei e is , zusammenb ich , wenn ih e wah e Pe sönlichkei zum
Vo schein komm :
Und es is diese Spiel aum zwischen Pe son und Rolle, in de sich das Neue e ablie ,
de Innen aum, on dem he i a ionale Bewegg ünde nach un assba en psychischen
Mus e n zunächs punk uell, dann adikal die Füh ung übe nehmen. (S. 22)
Im Teil de Eskala ion s ell de E zähle du ch den hö ischen Sig ied, den König
Gun he und sein Ho die G undlagen des hö ischen Sys ems da , das angeblich nich
meh die gewal ä ige Dynamiken de he oischen Wel e zeug . B ünhild is die eine, die
in diesem Teil ö en lich mi den gesellscha lichen und geschlech sspezi ischen No men
b ich . Den Männe n geling es, ih ih e K a und Au onomie zu nehmen, dami sie sich
wie K iemhild wie eine hö ische Dame e häl .
In de Szene des S ei s de Königinnen zeigen beide F auen den Eh geiz und die
Selbs such , die sie beweg . Diese Eigenscha en ha e B ünhild schon au Isens ein
gezeig . In gleiche Weise wi d K iemhild sie im le z en Teil des Epos au weisen, denn
sie übe nimm nach dem S ei B ünhilds Rolle, die hö ischen weiblichen G enzen zu
übe que en. Auße dem e en diese F auen die Mach e häl nisse und Mo i a ionen un e
de hö ischen Fassade he o , die zu diesem Höhepunk ge üh haben und die im le z en
Teil explodie en we den. Sie ü eln an de Fassade, die das Sys em schü z , und ö nen
den Weg zu eine explizi en Gewal , die allem ein Ende se zen wi d.
Das Ausmaß an Ze s ö ung und D ama ik am Ende de Geschich e könn e ein Symbol
sein, du ch das die Ko up ion und Selbs ze s ö ung de Mach dynamiken de i e lichen
Wel übe ieben wi d. Die Ta sache, dass de E zähle einige da on anhand on
F auen igu en analysie , könn e au die Unhal ba kei des al en Sys ems hinweisen:
Diese Dynamik is so gi ig, dass sie übe die Geschlech e ollen hinausgeh und am Ende
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alles e gi e und ze s ö . In de gleichen Weise schläg Pa enbe g (1998) das Folgende
o :
The ac ha he wo cen al emale cha ac e ’s e o s o o e come he es ic ions on
hei poli ical, economic, and physical powe lead o nea comple e des uc ion o he
dominan cul u e sugges s ha he wa io cul u e has los he abili y o con ol he
de ini ion o gende . (S. 111)
B ünhilds Gewal gegen Männe , de S ei zwischen den Königinnen ode K iemhilds
Rache sind Handlungen, die die G enzen zwischen dem männlichen und dem weiblichen
Handlungs eld e wischen, dadu ch spiegeln sich Tä igkei en wide , die ü Männe
no mal und soga no wendig wa en, nun auch bei F auen. „Re enge was a legi ima e
mo i e o ac ion in he hinking o ha ime, as was he use o o ce“ (Eh ismann, 1998,
S. 35), und a sächlich un die männlichen Figu en dies wäh end de gesam en Handlung,
abe die wi klichen Kon lik e en s ehen, wenn es die F auen sind, die diese Hal ungen
zeigen, und sie un dies au so gewal ä ige Weise, dass es dem E zähle geling , die
B u ali ä diese T adi ionen wide zuspiegeln. B ünhild ha e meh K a als zwöl
Männe zusammen und ö e e alle ih e F eie , und K iemhilde äch sich nich nu an
Hagen, sonde n op e am Ende auch ih en Sohn, läss ih en B ude e mo den und schläg
einem Mann den Kop ab. Im Nibelungenlied wi d die Unhal ba kei und Ze s ö ung des
Sys ems du ch zwei F auen wiede gespiel :
In [ he Nibelnungenlied] he p esen is domina ed by insul , injus ice, and eache y,
bu dened by he g ie ances o he pas . This p esen mo es inexo able owa d an
apocalyp ic ending […] [i ] enac s i z e sion o he p inciple o his o ical change by
ep esen ing women as he sou ce o he e o s and u moil ha h ea en he social o de .
(Rasmussen, 1997, S. 67)
T o z de S ä ke des Pa ia cha s und soga de Ta sache, dass Sieg ied p ak isch
uns e blich is , geling es den F auen, diese Männe und zwei Hö e zu e nich en. Und
obwohl beide im Lau e de Handlung ha bes a we den, weil sie eine Bed ohung ü
die e ablie e O dnung da s ellen, zahlen am Ende alle Figu en des S ücks die
Konsequenzen eines be ei s unhal ba en Sys ems.
50
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