160 BRÜCKEN 27/1
Umso wich ige e schein , dass mi de ak uellen o bildlichen Edi ion, e gänz
um Dokumen e zu Rezep ion und Wi kung, dabei handel es sich um Besp echungen
on Gas on Rosenheim in de Imago (1913), Hugo Be gmann in de Mä z (1014), Aloys
Mülle im A chi ü die gesam e Psychologie (1914), Hen y J. Wa in Mind (1916), Hein ich
Le y in den Kan ‑S udien (1920) sowie eine Selbs anzeige on B od und Wel sch in
den Kan ‑S udien (1913), ein zen ales b en anis isches Dokumen de Fo schung zu
P age Mode ne nun leich zugänglich gemach wo den is .
F anz B en ano, Gus a Theodo Fechne : B ie wechsel übe
Psychophysik 1874–1878. He ausgegeben und eingelei e on Mau o
An onelli. Be lin, Bos on: de G uy e 2015, 149 Sei en.
Jö g K appmann– Palacký Uni e si ä Olomouc
De b ie liche Aus ausch zwischen den „beiden g oßen mi eleu opäischen Geleh en
des ausgehenden 19. Jah hunde s, de hie e s mals in eine Edi ion de Ö en lichkei
zugänglich gemach wi d, is mi insgesam nu 11 B ie en nich seh um ang eich.
E is abe o zdem zu Rekons uk ion des „langen und holp igen P ozesses“ (S.
4) geeigne , de in Auseinande se zung mi He ba „im deu schsp achigen Raum
zu G ündung de „neuen“ wissenscha lichen Psychologie ge üh ha “ (S. 4). Dies
belegen zum einen die knapp 60 sachkundigen und umsich igen Kommen a e zu
einzelnen B ie s ellen, die die iel äl igen Bezüge zu o angegangen ode pa allelen
wissenscha lichen A bei en de Psychologie, Philosophie und Ma hema ik au zei‑
gen. Zum ande en is den B ie en eine um assende Einlei ung (S. 3–73) beige üg , die
den jeweiligen Ansa z de beiden B ie pa ne zunächs in einem g öße en Rahmen
e o e , um au diese Basis die kon o e sen S ellungnahmen in den B ie en ein‑
zuo dnen. Vo anges ell is ein wissenscha shis o ische Übe blick zu Genese de
Psychologie als wissenscha liche Disziplin (4–13), de p äzise und übe sich liche
m.W. ni gends zu haben is .
Die ge inge Anzahl de B ie e weis be ei s da au hin, dass es sich um keinen
kon inuie lichen Kon ak handel . B en ano schick e 1874 ein Exempla seine soeben
e schienenen Psychologie om empi ischen S andpunk an Fechne , den e ein Jah zu‑
o bei einem Besuch in Leipzig kennengele n ha e. Das Beglei sch eiben is nich
e hal en und so se z de B ie wechsel mi de um assenden Reak ion Fechne s au
die do geäuße en „Ko ek u en“ an seinem psychophysischen Modell ein. Diese
e s e Phase (bes ehend aus ie B ie en) is noch on dem Willen gep äg , den jeweils
ande en on de Rich igkei de eigenen Posi ion zu übe zeugen. Schließlich woll e
B en ano in seine Sch i die Un uch ba kei de bishe igen Deba en übe winden,
indem e de Psychologie ein siche es heo e isches Fundamen e a bei e e, das
„ on den Ve e e n de e schiedenen Schulen akzep ie we den kann“ (S. 39). Die
psychologische Einhei swissenscha B en anos e olg e dami ein ähnlich uni e ‑
sales Ziel wie Fechne s psychophysisches Modell. Obwohl in de „Hinwendung zu
161REZENSIONEN
Me aphysik, ausgehend on eine s eng wissenscha lichen, posi i is isch au die
Wel de E scheinungen o ien ie en Un e suchung“ (S. 41) om He ausgebe auch
ein e bindendes Me kmal zwischen B en ano und Fechne gesehen wi d, wi d doch
be ei s ab den e s en Sch eiben die Inkompa ibili ä de beiden Ansä ze deu lich.
Diese g ünde nich zule z in den un e schiedlichen Ausgangsdisziplinen. Wäh end
de Monis Fechne sich imme wiede au die Übe eins immung seine A gumen e
mi dem gegenwä igen Kenn niss and de Physik be u , beha de a is o elische
Dualis B en ano au de (logischen) E idenz seine phänomenologischen Sich ‑
weise. „Mi einem Philosophen is schwe zu eden“ (S. 119) beklag sich denn auch
de Physiologe Fechne in einem B ie an den Fachkollegen William P eye (als An‑
hang dem B ie wechsel beigegeben) übe die Uneinsich igkei B en anos gegenübe
seinen A gumen en. Dem be ei s e ablie en Fechne wiede um is eine gewisse
schulmeis e liche Dik ion nich abzusp echen. Das zeig u.a. die ma hema ische
Aus o mulie ung on B en anos Deu ung des Webe schen Gese zes, die eben ge ade
das Gegen eil seine eigenen Au assung (Fechne sches Gese z) bedeu en wü de und
keineswegs nu eine san e Ve ände ung. B en ano, de au eine ma hema ische
Fo malisie ung e zich e ha e, qui ie diese Be echnung zwa mi „Hochach ung“,
is jedoch nich be ei seine gegen eilige Posi ion, die ihm selbs e s ändlich bewuss
wa , zu e lassen. B en ano selbs wiede um schei e u.a. bei dem Ve such, Fechne
die Un e scheidung „zwischen dem Beg i eines gleich me klichen und dem eines
gleich g oßen Zuwachses de In ensi ä eine Emp indung“ (S. 91) nahezub ingen.
Fechne an wo e e 1877 mi eine Sch i au die k i ischen Einwände an seinem
Modell mi de Sch i In Sachen de Psychophysik, mi de en Übe sendung an B en a‑
no e die zwei e Phase des B ie wechsels einlei e . In dem Bewuss sein, dass keine
be ei sein wü de, „dem Gegne das kleins e Zuges ändnis“ (S. 63) in de Sache zu
machen, e lie de Dispu an Schä e. Abe o z diese Di e enzen, e kennen beide
Ko esponden en an, „dass die Ve wand scha ih e S andpunk e in eligiösen und
me aphysischen F ages ellungen […] iel wich ige als de Konsens in psychophy‑
sischen F agen is “ (S. 63). Diese Konzilianz is es, die dem B ie wechsel übe seine
wissenscha sgeschich liche Bedeu ung hinaus einen besonde en We e leih . Doku‑
men ie e doch eine Fo m des (nich nu ) wissenscha lichen Umgangs, de d oh in
den gegenwä igen Auseinande se zungen um P obleme und S ei agen, abhanden
zu ge a en. Das e bi e e Ringen konzen ie und besch änk sich au die Sachebene,
wi d nich in ande e Be eiche ausgedehn und en beh A gumen en ad hominem.
Da um is es den Kon ahen en möglich, wei e hin ein eundscha liches Ve häl nis
zu p legen. Und es is a sächlich de äl e e Fechne , de diese Ebene on o nehe ein
es leg , da e B en ano zu seine neuen P o esso ens elle in Wien g a ulie , be o
e ihm Ve älschung seine Ideen bis zum „Ums u z“ o wi .
Wenn man de Publika ion e was anlas en möch e, dann lediglich die la en e
Be o zugung B en anos inne halb dieses wissenscha lichen Dispu s. Das is den
Fo schungsin e essen An onellis geschulde , de als He ausgebe de Sch i en B en‑
anos (u.a. Von de mannig achen Bedeu ung des Seienden nach A is o eles 2014) sowie
seines Schüle s An on Ma y (Desk ip i e Psychologie 2011) und wegen einschlägige
wissenscha liche Publika ionen (u.a. Seiendes, Bewuß sein, In en ionali ä im F üh‑
we k F anz B en anos 2001) zu den bes en Kenne n des Philosophen und seines K eises
zu zählen is . Ande e sei s is B en ano in de Fo schungsgeschich e eilich de
162 BRÜCKEN 27/1
wich ige e Ak eu . Im enge en Sinne, da seine Ansich en sich als zu e ende und
ope able zeig en als diejenigen Fechne s. Im wei e en Sinne, weil e du ch seine
phänomenologische Psychologie Denke wie Husse l, F eud, Masa yk und Heidegge
beein luss e. Fü die Böhmischen Lände gewann B en ano besonde e Bedeu ung, da
nach seinem e zwungenen Weggang on Wien die deu sche Uni e si ä in P ag du ch
An on Ma y, Ca l S ump ode Osca K aus zum Ho de B en anis en in Ös e eich
wu de, de en eben alls nich kon lik eie Ein luss au das P age Geis esleben in
den au obiog aphischen Sch i en on Max B od bes ens dokumen ie is .
Die hie o liegende Edi ion jeden alls gewäh einen ie en Einblick in die A mo‑
sphä e wissenscha lichen Aus auschs im 19. Jah hunde und die neue wissenscha ‑
liche Disziplin Psychologie in s a u nasciendi.
Ma in Be meis e : Václa Ha els Reden. Aspek e eine holis ischen
Rhe o ik. S u ga : ibidem, 2017, 373 Sei en.
Daniel Kaise : Václa Ha el. De P äsiden 1990–2003. Wien, Köln,
Weima : Böhlau, 2017, 379 Sei en, zahl eiche Abbildungen.
Wol ‑Geo g Zaddach– H M Weima /F ied ich ‑Schille ‑Uni e si ä Jena
Václa Ha el (1936–2011), de jüngs on de Tschechischen Republik pos hum als
Wide s andskämp e gegen den Kommunismus geeh wu de, gil zwei elsohne als
eine de schille nds en eu opäischen Poli ike nach dem Zusammenb uch des Kom‑
munismus. Die Ame ican Philosophical Socie y besch eib Ha el, de en Mi glied e 1995
wu de, als „one o he wo ldʾs shining ligh s in he s uggle o u h and eedom“
und einen lebenden Beweis ü den beme kenswe en Ein luss In ellek uelle au
poli ische Sys eme und En wicklungen.
1
Ha el, de als Dissiden in de sozialis ischen
Tschechoslowakei die exis en ielle Bed ohung de Dik a u e uh und ak i an de
Sam enen Re olu ion mi wi k e, p äg e insbesonde e in de Zei on 1990 bis 2003
als P äsiden de sich he ausbildenden Tschechischen Republik die En wicklungen
seines Landes.
Ge ade das Bild des du ch Küns e und Philosophie geschul en In ellek uellen‑
Poli ike s kann dabei bisweilen my hisch e höh e Züge annehmen. Das jeden alls,
so könn e man die G undin en ion e s ehen, is de k i ische Ausgangspunk on
Václa Ha el. De P äsiden 1990–2003, eine Übe se zung des schechischen O iginals
P eziden . Václa Ha el 1990–2003 des ein luss eichen schechischen Jou nalis en Da‑
niel Kaise on 2014. Das Buch is in zehn Kapi el mi jeweils speziellem Themen okus
un e eil . So kann man sich zum e wa Themenkomplex „Slowakei“ (Kap. 4) ode
„Deu schland: Eine Lek ion in Sachen Realpoli ik“ (Kap. 6) e ie end in o mie en.
Wäh end de übe wiegende Teil de Kapi el sich en sp echenden Sach hemen widme ,
1 URL: h ps://sea ch.amphilsoc.o g/memhis /sea ch?c ea o =V%C3%A1cla +Ha el & i le=&subjec
=&subdi =&mem=&yea =&yea ‑max=&dead=&keywo d=&smode=ad anced [S and/ 07.04.2020])