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De le B andes, Edi a I aničko á, Jiří Pešek (Hgg.): Flüch linge und
Asyl im Nachba land. Die Tschechoslowakei und Deu schland 1933 bis
1989. Essen: Kla ex , 2018, 359 Sei en.
S e en Höhne– H M Weima / F iede ich ‑Schille ‑Uni e si ä Jena
Fluch und Asyl sind höchs ak uelle Themen, die gleichwohl du ch die gesam e
menschliche Geschich e hindu ch zu inden sind und somi auch in Mi eleu opa
eine Rolle spielen. Man e inne e sich nu an die Exilie ungen im Rahmen de Re-
ka holisie ung de Böhmischen Lände nach de Schlach am Weißen Be g. Inso e n
is es naheliegend, dass sich die Deu sch -Tschechische und die Deu sch -Slowakische
His o ike kommission mi diesem Thema mi Bezug au die Tschechoslowakei und
Deu schland ü den langen Zei aum on 1933 bis 1989 be ass , wobei auch eine Be-
ach ung de Phase zwischen 1918 und 1933 o angeschal e wi d, in de iele Flüch -
linge aus dem bolschewis ischen Russland in die ČSR kamen (De le B andes: Asyl-
ech und die Au nahme on Flüch lingen in de Tschechoslowakischen Republik 1918–1933,
S.55–73; zu Deu schland s. Jochen Ol me : Asyl ech und Au nahme on Schu zsuchenden
in de Weima e Republik, 31–54). De o liegende, ace en eiche und undie e Band
e ö ne ein b ei es Feld on Vo gängen um Fluch und Asyl, wobei de zu o schon
on den His o ike kommissionen aus üh lich behandel e Komplex de Ve eibung
wäh end des Zwei en Wel k iegs und in den unmi elba en Nachk iegsjah en hie
ausgeblende bleib .
Die Fluch on Juden aus Deu schland e olg e in Wellen jeweils mi Höhepunk en
nach de Mach e g ei ung im Janua 1933, dann im Ap il 1933 nach dem Boyko jü-
dische Geschä e, nach de Ve abschiedung de Nü nbe ge Gese ze 1935 und nach
de Reichspog omnach 1938, wobei iele Juden, die die ČSR e eich en und die nich
zu den Eli en gehö en bzw. übe keine wei e en Kon ak e e üg en, le z lich in de
Falle saßen und dem Holocaus zum Op e ielen, wie Ka eřina Čapko á in Anlehnung
an den mi Michal F ankl 2012 he ausgegebenen Band Unsiche e Zu luch . Die Tschecho-
slowakei und ih e Flüch linge aus NS -Deu schland und Ös e eich 1933–1938 he ausa bei e .
Kons a ie wi d eine deu lich nachlassende Hil sbe ei scha in de schechischen
Poli ik und Gesellscha , womi de ‚My hos‘ om o enen Asyl -Land Tschechoslowakei
eben auch deu lich zu ela i ie en is (Zu luch ü P ominen e. Die Tschechoslowakei
und ih e Flüch linge aus NS -Deu schland und Ös e eich, S. 75–88). Mi de P oblema ik
des Exils se z sich auch Suzana Poláčko á auseinande , die die Bedingungen nach
dem Anschluss Ös e eichs 1938 un e such (Fluch in die Tschechoslowakei nach dem
‚Anschluss‘ Ös e eichs 1938, S. 89–104), wäh end Pe e Beche anhand on d ei p omi-
nen en Einzelschicksalen, Oska Kokoschka, Oska Ma ia G a und Max B od, den
jeweiligen Weg ins Exil ekons uie , dabei abe auch „die ze mü bende Mischung
on Ho nungen, Zwei eln und Ängs en“ he auszua bei en weiß (S. 107) (Le z e Tage in
P ag– Oska Kokoschka, Oska Ma ia G a und Max B od. D ei Beispiele des Exils deu sch-
sp achige Sch i s elle und Küns le in de ČSR, 105–118). Mi wei e en Aspek en on
Fluch und Exil in den spä en 1930e Jah en be ass sich Thomas Oelle mann (Die DSAP
und ih e Un e s ü zung de ge lüch e en eichsdeu schen Sozialdemok a en, S. 119–131).
Pe e Heumos, de sich be ei s 1989 mi de Emig a ion zwischen 1938 und 1945 be ass
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ha e (Die Emig a ion aus de Tschechoslowakei nach Wes eu opa und dem Nahen Os en
1938–1945), wi einen Blick au die Sozialen Aspek e de Fluch aus den G enzgebie en de
böhmischen Lände 1938–1939 (S. 133–147). Jan Benda un e such die poli ische di izile
Si ua ion de Zwei en Republik und die zwangsweisen Rück üh ungen on Exilan-
en in die nun om D i en Reich bese z en G enzgebie e (Rück üh ungs anspo e
als eine An wo au die Einwande ung aus den abge e enen G enzgebie en, S. 149–159).
Abgeschlossen wi d diese Schwe punk des Tagungsbandes mi den Bei ägen on
René Küppe (Fluch und Ne zwe ke sude endeu sche Na ionalsozialis en im Deu schen
Reich nach 1933, S. 181–177) und S e an Dölling (Flüch linge, ‚Flüch linge‘ und das Su-
de endeu schen F eiko ps im Sep embe 1938, S. 179–190). In diesen beiden Bei ägen
geh es um eine e was ande e, insbesonde e auch p opagandis isch im D i en Reich
ausgeschlach e e Fluch bewegung, de en ins umen alisie e Cha ak e deu lich
he ausgea bei e wi d. Alle diese Bei äge, die sich mi de Phase bis zu E ich ung
des P o ek o a es Böhmen und Mäh en be assen, we den sowohl de hema ischen Vo -
gabe als auch dem Fo schungs and ge ech und es geling ihnen, neue Face en und
Tendenzen zu diesem Komplex au zuzeigen.
De zwei e Themenblock be ass sich mi de kommunis ischen Zei . In Wellen
e lie auch die Fluch aus de kommunis ischen ČSR mi den Höhepunk en Feb ua
1948 (kommunis ische Pu sch) und 21.8.1968 (Niede schlagung des P age F ühlings),
um die es im zwei en Teil des Bandes geh . Hie wi d zunächs de Sende Radio F eies
Eu opa in den Blick genommen (Anna Bischo : Die Münchene ‚S imme de Emig an en‘.
Tschechische und slowakische Jou nalis en bei Radio F ee Eu ope, 191–204), dann we den in
Falls udien einige de spek akulä en Fluch en aus de kommunis ischen Tschechoslo-
wakei An ang de 1950e Jah e un e such (Sla omí Michálek: Fluch en in die F eihei :
D ei Dako as de und de ‚Zug in die F eihei ‘, 205–226). Hie zu gehö en d ei Fluch en mi
Dako a -Flugzeugen, eigen lich En üh ungen, sowie eine Fluch mi einem Zug on
Aš in das obe änkische Selb. Von In e esse is hie , neben den Vo ällen selbs , o
allem de p opagandis ische Umgang de schechoslowakischen Regie ung mi diesen
spek akulä en Fluch en, ü die insbesonde e die US -Ame ikane , Besa zungsmach
in Baye n, e an wo lich gemach we den. Mi de quan i a i deu lich ge inge en
Rückkeh schechoslowakische S aa sbü ge aus dem Wes en in den 1950e Jah en,
neben den e einzel o kommenden En üh ungen du ch den Geheimdiens , be ass
sich de Bei ag on Dušan Segeš (Remig a ion schechoslowakische S aa bü ge aus de
Bundes epublik Deu schland in die ČSR in den 1950e Jah en: De ‚Kamp um die He zen und
Köp e‘ in de P axis, 227–256). Insbesonde e die eiwillige Remig a ion konn e p o-
pagandis isch im Sinne de Sys emkonku enz eingese z we den. Die zwei e g oße
Fluch welle olg e nach dem 21.8.1968, als übe 170.000 Pe sonen in de Folge de
Niede schlagung des P age F ühlings das Land daue ha e ließen. Nils Lö elbein
(Vom ‚P age F ühling‘ ins Exil, 257–279) be ass sich mi de Au nahme de schecho-
slowakischen Flüch linge in de de Bundes epublik Deu schland. Neben Ve lau und
Cha ak e is ik diese Emig a ion we den auch die Reak ionen de Ve wal ung und de
Ö en lichkei und o allem das La ie en de Bundes egie ung in Bonn un e such .
Die Regie ung woll e o enba ih e neue Os poli ik nich ge äh den. Man e zich e e
z. B. au egie ungsam liche Solida i ä sbekundungen (S. 270), Zahlen zu schecho-
slowakischen Asylan ägen wu den nich e ö en lich und in den Ve handlungen
zum P age Ve ag 1973 blieb die F age de Flüch linge ausgeblende . Dami wi d
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hie schon eine Poli ik ge ade au Sei en des linken Spek ums de Bundes epublik
deu lich, welche in de wei gehenden Missach ung de spä e en Dissidenz (Cha a 77)
münde e und die on Václa Ha el als ‚Ana omie eine Zu ückhal ung‘ au e liche
Weise demaskie wu de. Le z lich handel es sich dabei um eine au de linken Sei e
des poli ischen Spek ums o zu indende mangelnde Empa hie mi ealen Op e n,
da man sich ehe au die poli isch ins umen alisie ba en Op e konzen ie . Den
Ve such eine Kollek i biog aphie exilie e schechoslowakische Wissenscha le
un e nimm An onín Kos lán (Tschechische Wissenscha le im deu schen Exil, 281–295),
de einmal nach de Gene a ionenzugehö igkei , dann nach Zei punk und Mo i a ion
ü die Emig a ion di e enzie und da au hin Na u -, Geis es- und Sozialwissen-
scha le zuo dne und de en wei e en Weg im Exil e olg .
Nich dem S and de Fo schung en sp ich de A ikel übe die exilie en Sch i -
s elle (Lenka Adámko á, Wo is meine Heima ? Zum Bild des eigenen und emden Landes
bei deu schsp achigen Au o en schechische He kun , 297–308). De Bei ag, de sich mi
Libuše Moníko á, Ka ja Fusek und Jiří G uša be ass , e bleib au eine seh obe -
lächlichen Ebene, die sich als eine wei gehend un e lek ie e Inhal sangabe da s ell .
So e äh man beispielsweise übe Libuše Moníko ás Essayband P age Fens e , de
du chaus ie g ündige Re lexionen übe Deu sche und Tschechen en häl , lediglich:
„In dem Essayband ‚P age Fens e ‘ k i isie e sie s ändig, lob e sie sel en. Mi einem
o i onischen Ton e such e sie die Bü ge ih es Landes aus ih e Gleichgül igkei
zu wecken.“ (S. 299) Nun ja! O enkundig ehl hie öllig ein heo iegelei e es Ab-
s ak ions e mögen, zumal seman isch komplexe Lei konzep e wie Sp achwechsel,
G enzgänge , B ückenbaue , abe auch Heima un e lek ie , d. h. ohne Kenn nis
de akademischen Diskussionen, geb auch we den. Dies üh dann zu Aussage
-
sä zen wie: „Deu schland is siche zu ih em [Libuše Moníko ás] neuen Zuhause
gewo den, nach Tschechien is sie nach de Wende nu zu Besuch gekommen. Sie
spü e abe eine g oße Neigung zu ih e u sp ünglichen Heima . Es lag ih seh da an,
was in ih em Land geschieh . Sie e miss e ih e Heima , lehn e abe auch ieles ab.“
(S. 301) In diesem Plaude s il, de o enkundig keinen Ansp uch au wissenscha liche
E kenn nis e heb , geh es dann wei e . Es is dahe auch nich wei e e wunde -
lich, dass die Fo schungsli e a u zum li e a ischen Exil im Allgemeinen, zu diesen
Au o en im Besonde en so gu wie ga nich zu Kenn nis genommen wu de, ebenso
wenig, wie man sich übe das Fazi des A ikels noch wunde n mag: „Dank de deu sch
sch eibenden Au o en schechische He kun wi d ein besonde e Blick Rich ung
Deu schland, Ös e eich und in die Schweiz und o allem ein k i ische Blick au
Tschechien möglich. Diese G enzgänge e ischen die Wah nehmung des Eigenen
und F emden, sie we den zu B ückenbaue n zwischen Tschechen und Deu schen.“
(S. 308) Leide e äh man nich s zu diese spezi ischen Pe zep ion und den mi ih
e bundenen Ka ego isie ungen, die le z lich zu F emd- und Selbs bilde n bzw. zu
Au o- und He e os e eo ypen üh en.
Einen wü digen Abschluss des Bandes lie e dagegen Jakub Doležal, de sich mi
den Bo scha s lüch lingen in P ag be ass (Die os deu schen Flüch linge in de Tsche-
choslowakei im He bs 1989, 321–343). Hie bei handel es sich um eine gleiche maßen
undie e wie auch gu gesch iebene Rekons uk ion de de sei dem Augus 1989 sich
abzeichnenden Fluch bewegungen on DDR -S aa sbü ge n, zunächs übe die bundes-
deu schen Ve e ungen in Os -Be lin und Budapes , dann o allem in P ag und auch
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noch in Wa schau, die le z lich im Fall de Be line Maue münde en, abe auch an de
E osion des schechoslowakischen Kommunismus ih en An eil ha en. Dami wi d ein
gu e Schlusspunk un e einen insgesam gu en Band gese z , de einen wei en Bogen
zu spannen weiß on de ühen Emig a ion aus dem sowje ischen Russland bis zum
Zusammenb uch dieses sowje isch behe sch en impe ialen Raumes.