153REZENSIONEN
Die en scheidende F age abe is , wie sich an diese S udie nun anschließen läss .
Die ‚Gene aldiagnose‘ is ja übe zeugend ges ell , sie muss nich meh wiede hol
we den. So läss sich eigen lich wiede nu mi Einzellek ü en an S adle s Buch an‑
schließen. Diesen abe muss es gelingen, jene o ene Poe ik des Wide sp uchs und
des Unau löslichen, die S adle so übe zeugend he ausgea bei e ha , de aillie als in
den in e p e ie en Tex en ‚am We k‘ zu zeigen. Solche Lek ü en können abe keine
‚pla en‘ Allego esen meh sein. Wenn es geling , das Eineindeu ige de meis en bis‑
he igen Ka ka ‑In e p e a ionen au de G undlage de S adle schen Aus üh ungen
hin e sich zu lassen, dann wi d sich, wie jeden alls zu ho en s eh , im Rückblick
einmal zeigen, dass Ul ich S adle s Aus üh ungen zu Ka kas Poe ik in de ‚Ka kologie‘
zu ih em Nu zen ‚Epoche gemach ‘ haben.
Rüdige Gö ne : F anz Ka kas akus ische Wel en. Be lin, Bos on:
de G uy e 2019, 183 S.
Man ed Weinbe g– Ka ls ‑Uni e si ä , P ag
Fü das Thema de „akus ischen Wel en“ is Rüdige Gö ne in meh ache Hinsich
als Expe e ausgewiesen, ha e doch neben Ge manis ik, Geschich e, Philosophie und
Anglis ik auch Musikwissenscha s udie ; zudem ha das Ve häl nis on Musik und
Li e a u in seinen Publika ionen on Beginn an einen hohen S ellenwe , wie de
on ihm schon 1982 he ausgegebene Sammelband Logos Musicae (Wiesbaden: F anz
S eine Ve lag) mi seinem eigenen Bei ag Die Sp ache in de Musik heo ie Momignys
beleg . 2013 e schien: Hö gedanken. Musikli e a ische Baga ellen und E üden. Mi einem
Gelei wo on Wol gang Rihm (Basel: Schwabe) und 2014 zwei Bände, die seine in Salz‑
bu g als Gas dozen gehal enen Vo lesungen dokumen ie en: Das pa ümie e Wo . Die
ün Sinne in li e a ische Theo ie und P axis sowie S immenzaube . Übe eine li e a u ‑
äs he ische Vokalis ik (beide F eibu g: Rombach). Auße dem e schien eben alls 2019
Sch eib hy hmen. Musikli e a ische F ages ellungen (Heidelbe g: Win e ). Gö ne ha
B ie e und Wei e es on Ludwig an Bee ho en, F anz Schube , Johannes B ahms
und Richa d S auss he ausgegeben sowie e wa den Bei ag „Musik“ im Thomas Mann‑
Handbuch (S u ga : Me zle 2015) e an wo e . Sein Expe en um ü Musik sowie
das Ve häl nis on Li e a u und Musik me k man dem Band deu lich an.
Demgegenübe ha e sich zu F anz Ka ka bishe nu spo adisch geäuße . Die‑
se En hal samkei ha wohl die nun o geleg e Ka ka ‑S udie deu lich mi gep äg .
Denn inso e n e bishe nich als ‚Ka kologe‘ in E scheinung ge e en is , olg e
o ensich lich auch nich jene Lek ü eweise, die in de Ka ka ‑Fo schung zu ih em
g oßen Schaden imme noch o he schend is : de en ä selnden Allego ese, die in
allen Tex en F anz Ka kas jeweils ein ‚Gemein es‘ en deck und dieses wo eich als
einzigen Schlüssel zu einem Tex ode ga zum Gesam we k e s eh . En schlüssel
wi d bei Gö ne – und das is schon einmal ein g oße Ve diens seine S udie– ga
nich s. Ehe ‚sammel ‘ e alle Auseinande se zungen mi dem Hö en und de Musik
bei Ka ka, kommen ie sie kenn nis eich, kon ex ualisie sie mi Äuße ungen an‑
154 BRÜCKEN 27/1
de e Au o en und e weis so diese Dimension des Akus ischen und de Musik als
eine ü Ka kas Sch eiben höchs bedeu same. Alle dings geling ihm au diese Weise
auch keine so g undlegende S udie, wie sie eben alls im le z en Jah Ul ich S adle
mi seinen Aus üh ungen übe Ka kas Poe ik (Zü ich: Edi ion Voldemee / Be lin: de
G uy e ) publizie ha , die nach meine Einschä zung das Po en ial ha in de Ka ka‑
Fo schung ‚Epoche zu machen‘ (siehe die Besp echung in diesen B ücken).
Gö ne s S udie is in d ei g oße Kapi el ge eil . Un e dem Ti el „Be unde“ (S. 1 .)
inde sich zunächs eine „Akus ische Phänomenologie“ zu „Ge äusch und Lä m um
1900“ (S. 3 .). Es olgen „P olegomena zu eine Poe ik des Akus ischen bei F anz
Ka ka“ (S. 13 .), an die sich Anme kungen zu „Hö spu en in Ka kas B ie en und Tage‑
büche n“ (S. 25 .) anschließen (die Un e kapi el sind übe sch ieben: „F emdklänge
um Milena Jesenská“ [S. 29 .], „Sonanzen un e F eunden: Das Klang e häl nis zu
Max B od [S. 34 .], „De Klangp ozess: Hö en mi Felice Baue “ [S. 38 .] und „Akus ik
des Dia is ischen“ [S. 44 .]).
Das zwei e Kapi el äg den Ti el „Be eiche“ (S. 55 .)– mi den Un e kapi eln
„E zähl e Ge äusche und ande e audi i e Ve wandlungen“ (S. 57 .) (da in: „Ge äu‑
sche in Be ach ung“ [S. 61 .], „Das Un e wandel e in Die Ve wandlung: Ge äusche
in Zimme lau s ä ke“ [S. 64 .], „‚Schakale, A en, Hunde, Mäuse: Tie e on Musik
e g i en‘“ [S. 69 .], „Fo schungen eines Hundes“ [S. 71 .] mi einem „Exku s: Des
Ka ka’schen Fo sche hundes S ammbaum ode de Fall Be ganza“ [S. 77 .], „Jose ine,
Sänge in des Nich ‑Gesangs“ [S. 83 .]), „T ompe en (meis ) ohne Pauken: Was Ka l
Roßmann in de Neuen Wel hö e“ (S. 89 .) und „K. wie Kakophonie in De P oceß
und Das Schloß“ (S. 103 .) (da in: „Akus ische Signale im P oceß“ [S. 104 .] und „Das
Schloß als akus ische Eigenwel “ [S. 112 .]).
Das 3. Kapi el is übe sch ieben „Beziehungen“ (S. 125 .); die Ti el de Un e kapi el
lau en „Akus ische Nö e: Das Schweigen de Si enen und ande e Unhö ba kei en“ (S.
127 .) mi „Sei enblicke[n] au Rilke und Joyce“ (S. 133 .), „Akus ische Fol e ? Ode :
Was man In de S a kolonie hö “ (S. 139 .), „Telephon, Pa log aph, G ammophon: Ge‑
äusch de Dinge, e dinglich es Ge äusch (S. 143 .) und „De Bau ode : Im Laby in h
de Ge äusche“ (S. 154 .). Am Ende s ehen ein „Finale Exku s; Gyö gy Ku ág: Ka ka‑
F agmen e op. 24“ (S. 160 .) und ein „Kadenzlose Schluss: „Einmal dem Fehlläu en
de Nach glocke ge olg “ (S. 166 .)
Die „Akus ische Phänomenologie“ beginn mi eine g undsä zlichen Diagnose:
„Ge äusche alle A […] bedeu en ü Ka ka meis I i i a ionen“ (S. 3), „akus ische
Zumu ungen [hä en ihn] in seine A bei blockie “ (S. 5). Diese Ums and sei „in
seinen äs he ischen Folgen bislang kaum zu eichend gewü dig wo den“ (S. 5) und
s ehe deshalb „in diese S udie in Rede“: „Dabei geh es nich nu um seine [Ka kas;
M.W.] epis ola isch ‑li e a ischen Re lexionen akus ische Phänomene, sonde n auch
um die He o b ingung akus ische Momen e im Tex sowie um die F age– sowei
sich diese e schließen läss : Wie hö e diese Au o ?“ (S. 5) Die le z e F age is na ü ‑
lich unbean wo ba . Um alle dings Spezi ika des Umgangs Ka kas mi Akus ischem
he ausp äpa ie en zu können, schau Gö ne zunächs au ande e Au o en aus de
Zei – e wa Robe Walse und Wal e Benjamin sowie Theodo Lessing, de am 1. No‑
embe 1908 a sächlich einen „deu schen An ilä m e ein[]“ (S. 6) geg ünde ha e.
Die „P olegomena zu eine Poe ik des Akus ischen bei F anz Ka ka“ beginn de
Au o mi 4 Thesen:
155REZENSIONEN
1. Fü Ka kas e zähle isches Ve ah en is das Akus ische meh als nu ein
Hin e g undge äusch; es is kons i u i ü seine Na a i e.
2. Das Akus ische ode ge äuschha Dispa a e gehö zum Dissonan en in
seinem E zählen. […]
3. Die Ve wendung des Ge äuschs in seinen Na a i en en sp ich Ka kas Nei‑
gung zu Illusionsze s ö ung und En oman isie ung (aus ha monische Musik
wi d bloß k udes Ge äusch).
4. Das ielbemüh e ‚Ka kaeske‘, das au une g ündliche Weise Bed ohliches
bezeichne , soll als die im eigen lichen Sinne dissonan e Tona dieses E zählens
e s anden we den. (S. 13)
Gö ne ha also eine seh kla e Vo s ellung, was die Besonde hei en des Ka kaschen
E zählens sind (die e alle dings ein ach o ausse z und so ü o ensich lich e ‑
klä ): es sei dissonan , illusionsze s ö end, en oman isie end– das bleib zule z
holzschni a ig. Schon bei S adle konn e e s aunen, dass e dem Beg i des ‚Ka ka‑
esken‘ a sächlich noch einmal eine Exis enzbe ech igung zugesp ochen ha und auch
Gö ne gib diesem so unscha en wie so o schon missb auch en Beg i noch einmal
eine Chance, ohne dass man i gendeinen E kenn nisgewinn dabei e kennen könn e.
Jeden alls is ü Gö ne de Lä m „ein Phänomen, das sein [Ka kas; M.W.] agmen‑
a isches Gesam we k um ahm und du chse z “ (S. 15). Dabei kann man sich na ü lich
agen, wie spezi isch dies is : (Unausgese z e ) Lä m is ü die Zei genossen des ü‑
hen 20. Jah hunde s, o allem wenn sie in S äd en wohnen, ein neues und on dahe
auch d ängendes P oblem– Theodo Lessings „An ilä m e ein“ sp ich da ü sich.
Die Musik dien Gö ne abe auch dazu, Ka kas E zählen an das E zählen ande e
Au o en anzuschließen:
Als Dich e „des G o esken und des G auens“ is das E zählen E.T.A. Ho manns als
wich ige Bezugsg öße ü Ka ka sei Langem e kann wo den; dabei ha man die
musikalisch g undie en Da s ellungs o men bei Ho mann in ih e po en iellen
Wi kung au Ka ka sel same weise kaum be ücksich ig – und das obgleich Ho ‑
mann mi seinem Ra K espel eine Figu gescha en ha , so ech eine K.‑Ges al ,
die du ch das Ze legen we olle Geigen die du ch die Musik e zeug e Illusion au
d ama ische Weise ze s ö . (S. 19)
An solchen S ellen b ich sich dann doch wiede das a ale ‚Unge äh e‘ de Ka ka‑
Fo schung Bahn. Wenn schon behaup e wi d, dass Ho manns K espel eine e i able
„K.‑Ges al “ sei, hä e man dies doch ge ne genaue e läu e bekommen. Im Kapi el
„F emdklänge um Milena Jesenská“ is es dann G illpa ze s a me Spielmann, de ü
Ka ka „den Modell all eine dissonan ischen Äs he ik e kö pe “ (S. 32) haben soll.
In den Aus üh ungen zum „Klang e häl nis zu Max B od“ we den B ods Ra schlä‑
ge, wie man „ne ösen Lä ms ö ungen“ (S. 36) begegnen könne, zi ie , zudem abe
auch dessen Gene aldiagnose: „Du [F anz; M.W.] bis in Deinem Unglück glücklich“
(zi . S. 36). Diese Diagnose wi d dann zwa auch au Ka kas Lä mphobie bezogen, nich
abe die naheliegende Konsequenz gezogen, dass man das on Ka ka imme wiede
ange üh e Leiden am Lä m ielleich doch nich ganz so e ns nehmen soll e und es
nu eine wei e e seine S ilisie ungen da s ell .
156 BRÜCKEN 27/1
Im Kapi el „Hö en mi Felice Baue “ wi d behaup e , dass Ka ka sich „seine e nen
F eundin“ dadu ch ö ne, „dass e ih e s ändlich zu machen e such , wie es um
sein Ve häl nis zu Musik als Teil e häl nis seines Ve häl nisses zum Akus ischen
übe haup bes ell is “ (S. 39), wobei e sich selbs eine „p inzipielle Unmusikali ä “
(S. 39) a es ie , on de a sächlich auch nich die Rede sein kann, wenn un e Mu‑
sik eben nich nu E ‑Musik e s anden wi d. Imme hin e wähn Gö ne , dass Ka ka
„sich dem musikalischen Boule a d zuwand e und dem klassisch ‑ oman ischen Re‑
pe oi e ge adezu aus dem Weg ging“ (S. 47)– ohne da aus alle dings wei e gehende
Schluss olge ungen zu ziehen. S a dessen inde man einmal meh eine allgemeine
Zusch eibung wie diese: „Ge ade das Tagebuch beleg Ka kas auße gewöhnlichen Sinn
ü Akus isches, de sich eben nich nu in Lä memp indlichkei e schöp e, sonde n
akus ische Einwi klungen di e enzie p o okollie e.“ (S. 46)
Da an knüp das zwei e Kapi el an, wenn es Ka ka noch einmal ein „übe aus
emp indsame[s] Gehö zusch eib “ und behaup e , „dass ü Ka ka das Akus ische
in seine ganzen Bandb ei e ein exis en ielles P oblem da s ell e“ (S. 57). Gö ne
wide hol seine G und agen: „Was hö e Ka ka? Wie hö e e ? Und wo in bes and
seine ans o ma o ische Leis ung, das Gehö e zu E zählung zu e wandeln? Da
man so wei gehen, im We k Ka kas bes imm e Episoden als egel ech e Hö bilde
zu lesen und zu sehen?“ (S. 58) Diese F agen sind wiede um seh allgemein, und die
An wo en bleiben zule z hin e den p äzisen Aus üh ungen Ul ich S adle s zum
„Sehen und [H]ö en: die Begegnung mi Al ed Basse mann“ (Ka kas Poe ik, S. 160 .)
im Anschluss an seine Diagnose: „F anz Ka ka woll e seine Tex e sowohl sich ba als
auch hö ba machen“ (ebd., S. 171), zu ück.
Im zwei en Kapi el geh de Au o wich ige Tex e Ka kas au die in ihnen o zu in‑
dende Beschä igung mi Akus ischem und de Musik du ch (Be ach ung, Die Ve wand‑
lung, Fo schungen eines Hundes [hie mi wei e en Rückg i en au E.T.A.‑ Ho mann,
diesmal die E zählung Nach ich on den neues en Schicksalen des Hundes Be ganza, de
als „Bewunde e seines He en Johannes K eise “ (S. 81) o ges ell wi d], Jose ine,
die Sänge in ode Das Volk de Mäuse, wei e hin de Ame ika ‑Roman, De P oceß und
Das Schloß. Auch dabei wie in de ganzen S udie begegne ein Hang zu ‚gesuch en‘
Beg i lichkei (e wa wenn on „akus opoe ischen Elemen e[n]“ [S. 67] die Rede is ).
Gö ne e sammel die en scheidenden Aussagen und Passagen zum Akus ischen und
zu Musik und kommen ie sie äuße s kompe en . Leide endie en die Aussagen
o zum allzu Allgemeinen:
Imme wiede is es zus ellen, dass bei Ka ka und in de Pe spek i e seine E ‑
zähle das Klangliche, ga die Musik, in einem eigenwilligen Ve häl nis zum bloß
Ge äuschha en s eh , was ge ade auch ü ih e sp achliche Da s ellung gil und
Ka kas dissonan isches E zählen beding . (S. 96)
Das ‚Sammelnde‘ seine Anme kungen wi d auch deu lich, wenn Gö ne zum P oceß
p opagie : „Doch e olgen wi zunächs die akus ischen Momen e in diesem Roman
de Reihe nach, e wecken sie doch den Eind uck eines lau lichen Reihungsphänomens
inne halb de einzelnen E zählabschni e“ (S. 104) In de Ab olge de ‚g oßen‘ Tex e
sieh Gö ne im Üb igen auch eine En wicklung.
157REZENSIONEN
[I]n De P oceß e sieh de E zähle die S ille zule z mi eine posi i we enden
Aussage, die jedoch in ölligem Gegensa z zu de Ungeheue lichkei de Vo komm‑
nisse s eh , die on de Schönhei de S ille beschienen wi d: „Übe all lag de
Mondschein mi seine Na ü lichkei und Ruhe, die keinem ande n Lich gegeben
is .“ […] Im 1922 und also und sieben Jah e spä e en s andenen Schloß wa eine
solche Äs he isie ung de Wel de S ille be ei s nich meh o s ellba . (S. 122 .)
Das 3. Kapi el „Beziehungen“ b ing dann Aussagen aus e schiedenen Tex en in eine
aussagek ä ige Kons ella ion; man könn e auch sagen, dass ‚Que schni e‘ o ge üh
we den– beginnend bei de E zählung Das Schweigen de Si enen (mi „Sei enblicke[n]
au Joyce und Rilke“ und de en Umgang mi dem Mo i de Si enen) und In de S a ‑
kolonie. Solches Que schni ha e s eige sich in den Aus üh ungen zu „Telephon, Pa ‑
log aph, G ammaphon“, on denen es heiß : „Sie sind Ins umen e de Kommunika ion,
we den im We k Ka kas abe auch zu Hinde nissen in de Kommunika ion“ (S. 143),
was zwa im Folgenden an einigen Tex s ellen gezeig wi d, abe insgesam eine wenig
übe aschende Besch eibung de Handlungswel en de Tex e Ka kas is . (Auch hie
wi d üb igens zum Ve gleich Rilke he angezogen u.a. mi S ellen aus seinem Roman
Die Au zeichnungen des Mal e Lau ids B igge). Nich ehlen da na ü lich Ka kas le z e
E zählung De Bau, die ja ganz au de Auseinande se zung mi einem s ö enden Ge‑
äusch au gebau is . Gö ne sammel einmal meh als Rele an e zusammen und äuße
dann: „Sowei die akus ischen Be unde. Abe was bedeu en sie?“ (S. 157). Die An wo :
Dieses Ich is umgeben und du chd ungen on einem e was, das sich nich (meh )
als S imme a ikulie en kann ode will, ein Es, das Ge äusch eben, das man nich
s immen und au das man sich nich wi klich eins immen kann. Es is das F emde
in und um uns als das Unbes immba e schlech hin– längs schon o , wäh end und
nach de Mode ne. Es is e was akus isch Kons an es als Teil de an h opologischen
Bedingungen. So gesehen ode besse : gehö is Ka kas Bau de akus ische Raum,
in dem das P ekä e de menschlichen Be indlichkei au e s ö ende Weise e ‑
nehmba wi d. (S. 159)
An solchen S ellen wünsch man sich– wie so o in de Ka ka ‑Fo schung –, dass es
gelegen lich dieses Au o s dann doch auch einmal ‚eine Numme kleine ‘ gehen könn‑
e. Zudem zeig diese S elle Gö ne s exzessi es Spiel mi akus ischen/musikalischen
Me aphe n, die au Daue e müdend wi ken.
Die S udie zu Ka kas akus ischen Wel en ende mi einem Beispiel de p oduk i en
Rezep ion Ka kasche Tex e: Gyö gy Ku ágs Ka ka ‑F agmen e op. 24, bei dessen Vo ‑
s ellung sich schon benann e Phänomene zeigen– die Neigung zum Sen enzha en
(„Musikalische Auseinande se zungen mi li e a ischen We ken bedeu en p imä
eine ande e A des Ve s ehens.“ [S. 160]), die e was hoch abende Beg i lichkei (hie
ein „au al u n, de sich an den sonan ischen S uk u en Ka ka’sche Tex e o ien ie
und seine os ina en Ge äusch ‑Re lexionen e ns nimm “ [S. 160]), abe auch de Hang
zu allzu allgemeinen Resümees:
Du ch diese Komposi ionsweise ha Ku ág die sonan ischen Felde de on ihm als
F agmen e ausgewähl en Ka ka ‑Tex e in jedem Sinne ‚bes ell ‘, sie, pa adox gesag ,
158 BRÜCKEN 27/1
ö nend beg enz , gleichsam gep lüg und eingesä . Mi jede neuen Au üh ung
geh diese Saa neu au und mi ih die Möglichkei en de In e p e a ion. (S. 165)
Ganz am Ende s eh eine „Kandenzlose Schluss“, de de E zählung Ein Landa z gil ,
die als „disk e akus isch s uk u ie []“ (S, 167) o ges ell wi d. Zudem dien diese
Schluss als le z e Zusammenschau, e wa wenn eine Tagebuchein agung Ka kas als
Aussage, die „gewisse maßen ückwi kend auch diese ganze S udie übe wölb “, zi ie
wi d: „Schließlich is diese Lä m nu eine bed ück e, zu ückgehal ene Ha monie,
die eigelassen mich ganz e üllen, ja soga noch in die Wei e spannen und dann
noch e üllen wü de.“ (S. 174) Zum gu en Schluss kann sich de Au o eine wei e en
Sen enz als le z em Sa z seine S udie nich en hal en: „Auch ü Ka ka und K. gal :
De Gehö sinn s i b zule z .“ (S. 174)
Rüdige Gö ne ha mi F anz Ka kas akus ische Wel en eine ma e ial eiche S udie
o geleg , die a sächlich die Dimensionen des Akus ischen und Musikalischen als die
Ka kaschen Tex e mi p ägend e weis . Dabei e sammel e Belegs ellen aus ielen
Tex en und kommen ie aus seine Kompe enz als Musikwissenscha le und schon
lange mi F agen des Akus ischen be ass e Ge manis diese luzide. Am Ge äusch‑
ha en und Musikalischen e weis e G unds uk u en des Ka kaschen Sch eibens,
die Ul ich S adle in seine schon e wähn en S udie Ka kas Poe ik so ge ass ha , dass
übe alles Inhal liche hinaus, ü die Ka kaschen Tex e „die Fo m, die A und Weise
de Da s ellung“ en scheidend sei: „Sie e s läss das Ge ühl des Apo e ischen, des
Unbewäl igba en en s ehen, dem sich niemand en ziehen kann.“ (Ka kas Poe ik, S. 37)
S adle sieh keine eindeu ige ‚Aussage‘ de Ka kaschen Tex e, sonde n g undsä zlich
‚Un assliches‘. Zu diese Diagnose komm im G unde auch Gö ne s Auseinande se ‑
zung mi den akus ischen Wel en und weiß sie mi eine Vielzahl on Beispielen zu
belegen, wenn e sie– ein wenig zu o ins Sen enzenha e abglei end– auch nich
imme p äzise au den poe ologischen Punk b ing . Dennoch lies man diese S udie
mi Gewinn und wi d in Zukun siche wei meh au Ge äusche und Musik bei de
Lek ü e Ka kasche Tex e ach en.
Max B od, Felix Wel sch: Anschauung und Beg i . G undzüge eines Sys-
ems de Beg i sbildung. H sg. und eingelei e on Claus Zi el. Be lin,
Bos on: de G uy e , 2017 [1913], 231 Sei en.
S e en Höhne– H M Weima /F ied ich ‑Schille ‑Uni e si ä Jena
1913, ku z o Ausb uch des E s en Wel k iegs und dami dem sich abzeichnenden
Ende des ‚langen‘ 19. Jah hunde s, e schien on Max B od und Felix Wel sch eine
un e dem Ein luss F anz B en anos e ass e e kenn nis heo e ische und wah neh‑
mungspsychologische S udie, die sich mi dem P oblem on Anschauung und Beg i
und somi den G undzügen eines Sys ems de Beg i sbildung be ass e. Dabei handel es
sich um eine o allem an de Deu schen Uni e si ä P ag, die „Haup ‑Bas ion de