Julius Zeye s Vyšeh ad und seine Übe se zung on
O ilie Malyb ok -S iele im Kon ex de His o ismus-
Konzep e in den Böhmischen Lände n
Ve onika Jičínská– Jan-E angelis a-Pu kyně-Uni e si ä in Ús í nad Labem
ABSTRACT
Julius Zeye ’sVyšeh ad and i s T ansla ion by O ilie Malyb ok -S iele in he Con ex
o His o icism Concep s in he Bohemian Lands
!e a icle deals wi h he unde s anding o his o y, his o ici y and na ional my hs in he
wo k o Czech poe and p ose w i e Julius Zeye , especially in his poem cycle Vyšeh ad
ha glo i ies and poe ologically po en ia es he na ional his o y o Bohemia. !e genesis
o he poem cycle is analyzed agains he backd op o he his o icism deba es and aes he-
ics in he Bohemian Lands. In his con ex , he ansla ion by O ilie Malyb ok -S iele is
discussed. No only is he quali y o he ansla ion add essed, bu also he speci ic ole
o women as ansla o s.
KEYWORDS
Julius Zeye , O ilie Malyb ok -S iele , epic cycle Vyšeh ad, his o ism, ansla ion, emale
ansla o s
Im Nachlass on O ilie Malyb ok -S iele (1836–1913), eine deu schen Dich e in und
Übe se ze in aus dem Tschechischen, be inden sich insgesam 82 B ie e des sche-
chischen Dich e s Julius Zeye (1841–1901), dessen We k sie bewunde e und zum Teil
ins Deu sche übe ug.1 Die B ie e– bis au d ei Ausnahmen– sind au Tschechisch
e ass und an sie ad essie . Sie umspannen die le z en zehn Jah e on Zeye s
Leben (1891–1900) und zeugen on eine engen F eundscha# zwischen dem Dich e
und seine Übe se ze in. In Zeye s Nachlass sind 92 B ie e O ilie Malyb ok -S iele s
an ihn e hal en; die meis en sind au Deu sch e ass . Diese B ie e ep äsen ie en
eine wich ige S imme im P ozess des Übe agens on Zeye s We k ins Deu sche, de
Ve öffen lichung und de Rezep ion.
In den An ängen diese Ko espondenz o de die Übe se ze in den Dich e au ,
ih au Tschechisch zu sch eiben– sie be eue ihm, dass sie alles au Tschechisch
e s ehe –, abe bi%e zugleich um E laubnis, ihm aus Zei g ünden au Deu sch an -
wo en zu dü en:
1 Die Nachlässe O ilie Malyb ok -S iele s (un e dem Namen Malyb oko á -S iele o á ge üh ) und Julius
Zeye s be inden sich im Li e a u a chi des P age Denkmals des na ionalen Sch i# ums / Li e a u -
museums (Li e á ní a chi Pamá níku ná odního písemnic í / Muzea li e a u y, im Folgenden als LA
PNP).
26 BRÜCKEN 30/2
P o o p osím nenamáhej e se nikdy íce psá i německy. Mně šak laska ě do ol e
[sic] že budoucně [sic] smím Vám psá i německy, z láš ě když spěchám, poně adž
kčeskému lis u po řebuji ojnásobného času, adou ám předce [sic] že ješ ě čas o
ak šťas ná budu mí i příčinu [sic] Vám c ěný pane [sic] psá i!2
[Bemühen Sie sich also bi%e nich meh , au Deu sch zu sch eiben. Mi e lauben
Sie es abe , Ihnen kün#ig au Deu sch zu sch eiben, o allem, wenn ich es eilig
habe, denn ich b auche d eimal so iel Zei , um einen B ie au Tschechisch zu e -
assen, und ich hoffe, dass ich mich o# übe die Gelegenhei euen we de, Ihnen,
e eh e He , zu sch eiben!]
Mi Zeye ko espondie e sie sei 1891, in den da auffolgenden Jah en übe se z e
sie un e ande em Tex e, die 1895 in Edua d Albe s An hologie Neues e Poesie aus
BöhmenI. Die de Wel li e a u con o men Rich ungen e schienen sind; es handel sich
um ie epische Gedich e Igo (Poms a za Igo a), Dona ello (Legenda oDona ello i), Ghis-
monda und Die Buhle in (Zále nice). Im Dezembe 1894 sch ieb sie Zeye , sie habe mi
de Übe se zung des Zyklus epische Gedich e Vyšeh ad (au Tschechisch 1879 in de
Zei sch i# Lumí , 1880 in Buch o m e schienen), und zwa mi dem e s en Gedich
Libuše, ange angen.3 De Zyklus is deu lich um assende als alle Tex e, die Malyb ok-
S iele bis dahin übe se z ha%e, und ma kie eine Zuwendung des Dich e s zum
schechischen na ionalen Epos– eine schöp e ische Phase jedoch, die zu Zei de
Übe se zung be ei s abgeschlossen wa .
Zeye an wo e e e eu in einem langen B ie und e ba g dabei seine Übe -
aschung übe die Wahl de Übe se ze in nich . Sie dü #e ihm eine Rückkeh in die
Ve gangenhei bedeu e haben; die Schilde ung de Landscha# und Eind ücke, die
ihn zu diesem Zyklus inspi ie ha%en, deu en da au hin. Die zi ie e S elle könn e
zugleich als E klä ung on Zeye s Poe ik gelesen we den:
Velice js e mě přek apila zp á ou opřekladu Libuše. Vy umí e z o na ča o a ane-
ím ani, jak Vám děko a za lásku kmým snům. Psal jsem Vyšeh ad malém domě
za P ahou, p o i s a é oboře H ězdě, kde jsem enk á se s ou ma kou žil. Chodí al
jsem na podzim denně dlouhou, pus ou pošmou nou doub a ou a zpomínaje
yp a o ání s é chů y, šechny zje y ěch s a ých bájí zdály se mi bloudi i mezi
s omy mlhách nebo e mdlém s i u zimního slunce. Ty e okace jsem pak eče
oděl s ých e šem a zpomenu -li eď na Vyšeh ad, cí ím něco sladko eskli ého
duši. Všechny y dojmy ichého domu, uchlící doub a y, snění op adá ném
podání našeho lidu aněžný úsmě mé ubohé, eď dlouho m é ma ky, splý ají
mi něco neu či ého, co se podobá éž k ásné pohádce zapadlé mlhy, ale ěčně
ži é mém s dci. A eď, když mi o‚Vyšeh adu‘ píše e, zdá se mi, že idím y Vaše
ho y pok y é sněhem, aVáš ichý dům aVaše k ásné duma é jeze o aže y pos a y
2 O ilie Malyb ok -S iele an Julius Zeye , 14.5.1891 LA PNP, B ie (au Deu sch), LA PNP, Fond Julius
Zeye .
3 O ilie Malyb ok -S iele an Julius Zeye , 15.12.1894, B ie , LA PNP, Fond O ilie Malyb oko á -S iele o á.
27VERONIKA JIČÍNSKÁ
českého mý u kolem áhnou jako řada plujících labu í aže se duchu Vašem shlíží
jako s omy lé ě mod é hloubi Vašich ja ních od.4
[Ich wa seh übe asch , als ich on de Übe se zung on ‚Libuše‘ hö e. Sie sind
ein ach eine Zaube in und ich weiß ga nich , wie ich Ihnen ü Ih e Liebe zu mei-
nen T äumen danken soll. Ich sch ieb ‚Vyšeh ad‘ in einem kleinen Haus auße halb
on P ag, gegenübe dem al en Wildgehege H ězda, wo ich damals mi meine
Mu%e leb e. Im He bs spazie e ich äglich du ch den langen, os losen, dunk-
len Eichenwald und ie die Geschich en meine Amme in E inne ung, all die E -
scheinungen jene al en Fabeln schienen mi zwischen den Bäumen im Nebel ode
im ahlen Lich de Win e sonne zu wandeln. Dann, am Abend, kleide e ich diese
Beschwö ungen in meine Ve se, und wenn ich je z an ‚Vyšeh ad‘ denke, spü e ich
e was süßlich Wehmü iges in meine Seele. All diese Eind ücke on dem s illen
Haus, den aue nden Eichen, den T äumen on de al en Sagen unse es Volkes
und dem zä lichen Lächeln meine a men, nun schon lange o en Mu%e e -
schmelzen zu e was Unbes imm em, das auch einem schönen Mä chen gleich , das
sich im Nebel e lie , abe in meinem He zen ewig lebendig is . Und wenn Sie mi
je z übe ‚Vyšeh ad‘ sch eiben, schein es mi , als sähe ich Ih e schneebedeck en
Be ge und Ih uhiges Haus und Ih en schönen, s illen See, und die Ges al en de
böhmischen My hologie, die sich wie eine Reihe schwimmende Schwäne um Sie
he um ausb ei en und sich in Ih em Geis e wie im Spiegel anschauen, so wie Bäume
im Somme in den blauen Tie en Ih e F ühlingsgewässe .]5
Es handel sich um eine s ilisie e E inne ung, die die geschich s äch ige Landscha#
um das P age Wildgehege H ězda [S e n] poe isch übe s eige . Die deu sche Übe -
se zung on Vyšeh ad, noch be o Zeye sie gelesen ha , wi d als Wide spiegelung eine
ande en Landscha# imaginie , nämlich de um den baye ischen Tege nsee– dem
Wohno Malyb ok -S iele s, den Zeye e s im Somme 1896 besuchen soll e.
Die poe ische Po enzie ung eine his o ischen Landscha# bilde das G undp in-
zip on Zeye s Ly ik und Epik. Fas klischeeha# e schein in de zi ie en B ie s elle
„Zeye o [a] p oslul[á] chů [a]“ [Zeye s be ühm e Amme] (Topo 2009: 128, Fn. 19), die
den my hischen S off e zählend übe lie e e.6 Die Geschich en we den om Dich e
als Beschwö ungen ode T äume bezeichne – eine Figu , die in Vyšeh ad my hische,
his o ische und E inne ungsebenen e scha und e binde . In de Fo schungsli-
e a u is be ei s da au hingewiesen wo den, dass Zeye s poe ische Landscha#en
4 Julius Zeye an O ilie Malyb ok -S iele , 21.12.1894, B ie , LA PNP, Fond O ilie Malyb oko á -S iele o á.
Vgl. die Schilde ung Zeye s an Jose Václa Sládek (dem de Zyklus gewidme is ), die Jose Vobo ník
zi ie : „Byl podzim. Bloudil jsem obo ou. Lis í padalo alem, ale bez ě u, šude byly mlhy; bylo o jako
zača o áno. Tu se mi zdálo, že z ěch mlh am daleko, daleko hloubi dlouhých ces ys upují pos a y;
já iděl celý Vyšeh ad. Já iděl Libušu iPřemysla.“ [Es wa He bs . Ich wande e du ch das Gehege.
Die Blä%e ielen hau enweise, abe es wa winds ill, übe all wa Nebel; es wa wie e zaube . Dann
schien es mi , als wü den aus diesen Nebeln, wei , wei weg in den Tie en de langen Wege, Ges al en
au s eigen; ich konn e den ganzen Vyšeh ad sehen. Ich sah Libuša und Přemysl.] (Vobo ník 1907, 80 .)
5 Alle Übe se zungen, alls nich ande s angegeben, s ammen on de Ve asse in.
6 Die Amme, eine schechische F au in de wohlhabenden P age Familie Zeye , wu de Vo bild on seinen
zahl eichen „Sibyllinischen Figu en“ (Lexikon IV/2: 1715). Von ih le n e Zeye , de deu sch sozialisie
wa – in de Familie wu de Deu sch gesp ochen und e ging in deu sche Schulen –, Tschechisch.
28 BRÜCKEN 30/2
o z oman ische Ve sa zs ücke übe einen möglichen Nachklang de Roman ik
hinaus eichen. Sie haben einen wissenscha#lichen Ansp uch, de zei genössische
philologische und his o ische E kenn nisse e lek ie :
Zeye je es au á o , s ého d uhu. Zkouší obno o a , zpří omňo a (p a)dá ný
ži o nejen záple kách a y mech, nýb ž aké jeho a chi ek onické dimenzi;
zno u s a í ch ámy, paláce, zah ady– jakoby na zdo y no odobým s ám, ná-
nosům– ykupuje je zkapi alis ické nepamě i, nejednou iskan ní dokonalos i.
(Topo 2009: 128)
[Zeye is gewisse maßen ein Res au a o . E e such zu e neue n, das (u )ge-
schich liche Leben nich nu in seinen Handlungen und Rhy hmen, sonde n auch
in seine a chi ek onischen Dimension p äsen zu machen. E bau Tempel, Paläs e,
Gä en wiede au , als ob e sie o z de neuzei lichen Schich en, Übe lage ungen,
aus dem kapi alis ischen Un -Gedäch nis zu ückhol e, nich sel en in iskan e
Pe ek ion.]
Die ‚a chäologischen‘
7
Schich en on Zeye s Heima boden e möglichen ihm „ oz íje
an azma, němž se časop os o s al p ůchozím“ [das Phan asma zu en wickeln, in
dem die Raum -Zei du chlässig wu de] (Topo 2009: 128). Mi den Wo en Voj ěch
Ji á s umgib de Dich e den Vyšeh ad -S off mi dem ypischen „náboženským
opa em, k e ý dobře s ědčí my izaci.“ [ eligiösen Duns , in dem die My hisie ung
gedeih ] (Ji á 1978: 243), ein Vo gehen, das eine O iginali ä und neue Quali ä in de
S offen wicklung ma kie . In diesem Sinn s ell de li e a ische Tex eine ‚Vision‘
de Ve gangenhei da , wie Zeye es auch o mulie e. Die Denkmäle e gangene
Kul u en, a chäologische Funde und al e Geschich en, die auch ‚ausgeg aben‘ und zu
neue P ach geb ach we den soll en,8 we den zu Rep äsen an en de my hischen
Mäch e. Michal Topo leg da , dass das Zeye ’sche „p ojek obno y“ [P ojek de E -
neue ung] eigen lich ein „p ojek [em] náh ady“ [P ojek des E sa zes] sei: De neue
Tex – also die Wiede belebung de My hen in Vyšeh ad– solle „ e oko a in enzi y“
[In ensi ä en e ozie en] (Topo 2009: 134), die de mode ne Mensch nich meh
7 Zu Bedeu ung ü A chäologie sowie de klassischen Philologie ü Zeye s Wel bild siehe Topo (2009).
Sei den 1860e Jah en eigne e e sich klassische Sp achen an, e in e essie e sich ü die Ausg abun-
gen Schliemanns, eis e nach I alien und nach Tunesien zum Ausg abungsgelände in Ka hago, wa
passionie e Sammle on an iken Gegens änden.
8 Siehe Zeye s Au sa z Pohádky a omány s a oegyp ské [Al ägyp ische Mä chen und Romane] in de Zei -
sch i# Lumí : „Nás ábí ksobě ako á nai ní anenucená díla jakož o neoceni elné pamá ky his o ické.
V ěch o s a ých pos á ných bájích, ob azo o nos í lidu po ídky alegendy pře ořených, nalézají
my ologie, psychologie as o ná ací a cheologie množs í ak apozo o ání au en ických, zá odky o
oné záz ačné minulos i, k e éž by še p obuzeny něk e ým duchem sympa ickým, někdy opě začnou
zma eně se hýba i a zkříši še se e ědomí lids a pře edou do duše naší něco zduše s a ého Egyp-
a.“ [Wi ühlen uns zu solch nai en und unp ä en iösen We ken wie zu unbezahlba en his o ischen
Denkmäle n hingezogen. In diesen al en heiligen Sagen, die on de Vo s ellungsk a# des Volkes in
Geschich en und Legenden e wandel wu den, inden My hologie, Psychologie und e gleichende
A chäologie eine Fülle au hen ische Fak en und Beobach ungen, die Keime jene wunde samen
Ve gangenhei , die, nachdem sie on einem mi ühlenden Geis geweck wu den, sich manchmal in
de Ve wi ung wiede zu egen beginnen und, indem sie im Bewuss sein de Menschhei wiede
au e s ehen, unse e Seele e was on de Seele des al en Ägyp en übe agen.] (Zeye 1875: 621)
29VERONIKA JIČÍNSKÁ
ähig sei zu e eichen. Bei Zeye handel es sich um einen komplexen, indi iduellen
En wu zu Da s ellung de Geschich e in de Li e a u .
Im o liegenden Au sa z soll Zeye s Ve s ändnis on Geschich e, Geschich lich-
kei und na ionalen My hen und ih e Bea bei ung im Gedich zyklus Vyšeh ad in den
b ei e en Kon ex de Kuns des His o ismus in den Böhmischen Lände n einge üh
we den. Im nächs en Sch i% soll die Übe se zung on O ilie Malyb ok -S iele dis-
ku ie we den. Dabei wi d nich nu au die Quali ä de Übe se zung eingegangen,
sonde n auch au die spezi ische Rolle de F auen als Übe se ze innen.
DER HISTORISMUS UND SEINE AUSDRUCKSFORMEN
IN DEN BÖHMISCHEN LÄNDERN
In de Kuns geschich e kann de His o ismus als Ausd uck eines Reku ses au die Ve -
gangenhei e s anden we den. E bezeichne ein eu opawei e b ei e es Phänomen,
bei dem o allem in de A chi ek u und Male ei au S il ich ungen e gangene
Jah hunde e zu ückgeg iffen wu de. Gegen Ende des 19. Jah hunde s wu de de
His o ismus besonde s in de A chi ek u pa adoxe weise als ein au a ke , ausgep äg
mode ne S il be ach e ; diese Übe zeugung basie e au de echnischen Übe legen-
hei de Baukuns (Landweh 2012: 6). De mode ne Ingenieu bau e zich e e auch bei
ein echnischen Bau en wie B ücken ode di e sen S ahlbe onkons uk ion keines-
wegs au ih en äs he ischen We , diese wa im Gegen eil in eg al und e wünsch
(Vybí al 2002: 173ff.).
Die Ve gangenhei so ien ie ung s ell eine sei s ein „Gegengewich “ (Klingenbu g
1985: 26) zu de zukun#sgewand en Indus ialisie ung da , ande e sei s läss sie das
„Absu dum“ (Klingenbu g 1985: 26) des His o ismus zum Vo schein kommen, nämlich
dessen Nich -O iginali ä du ch die Nachahmung de his o ischen S ile im mode nen
Zei al e (Landweh 2012: 9). Das esul ie e in eine ambi alen en Bewe ung des
S ils und eine Ve sch änkung on Ve gangenhei und Gegenwa : „Wa es möglich,
dass diese wachsende Ve eh ung de Ve gangenhei nich nu eine Gegens ömung
im neuen Zei al e de Indus ialisie ung wa , sonde n ein wesen liches Elemen
ih e selbs ?“ (Soane 2007: 290, zi . nach Landweh 2012: 9).
Die his o is ische Kuns epoche e lie o dem Hin e g und de gleichnamigen
philosophischen und geschich swissenscha#lichen S ömung. De Gedanke, dass
jegliche Ideen und menschliches Handeln in his o ischen Zusammenhängen e ass-
ba und e klä ba sind, is da ü cha ak e is isch. In de Kuns wie in den Geis es-
wissenscha#en– ganz wesen lich in den Philologien– gal die Ve gangenhei als de
en scheidende Re e enzho izon auch ü gegenwä ige Phänomene. Dabei behiel die
Geschich lichkei ih e Eigens ändigkei als epochenübe g ei ende, ideelle Quali ä
bei. In diesem Sinne konn en die his o isie enden S ile eine genuine Kuns sp ache
en wickeln. Dieses P inzip sieh man in Zeye s We k e wi klich : Voj ěch Ji á ass
zusammen, dass de Au o seine Bea bei ung des Vyšeh ad -S offes au den Ton de
zei genössischen (also de his o isie enden, V. J.) Roman ik abges imm habe, und
eben da in bes ehe auch seine O iginali ä (Ji á 1978: 248).
De Beg iff His o ismus, e s in de Mi%e des 19. Jah hunde s häu ige geb auch ,
nimm im Lau e de Zei seh e schiedene Bedeu ungen an. In de Geschich e de
30 BRÜCKEN 30/2
Philosophie wi d e als eine Reak ion au den Zusammenb uch des Hegel’schen Sys-
ems e s anden, 1852 wi d on Ca l P an l un e dem Beg iff ein he meneu isches
Geschich s e häl nis konzipie , dass sich an de Kausali ä ska ego ie o ien ie und
au his o ische Einzel o schung We leg . Zugleich wi d de Blick au das Ganze
de Geschich e als Ve nun#p ozess beibehal en (Ri%e 2007: 1142). Im schechisch
-
sp achigen Raum wi d noch bis in die Zwischenk iegszei His o ismus im enge en
Sinne „jakož o ý az lásky kminulos i“ [als Ausd uck de Liebe zu Ve gangenhei ]
(No ák 1933: 9) e s anden, bzw. au his o ische Ch oniken ode Romane bezogen
und o# ü den na ionalen Gedanken ins umen alisie . So sch eib A ne No ák in
Českoslo enská las i ěda [Tschechoslowakische Heima kunde]:
Ve službách myšlenky ná odnos ní s ál po dlouhou dobu český his o ismus, jejž
možno bez nadsázky označi i jako jednu znejmocnějších sil zdělanos i ná odní.
Sklon kdějepisu adějezpy u p oje o ali Čecho é odedá na ajis ě nenáleží náhodou
ak čelné mís o nejs a ším písemnic í na půdě české k onice Kosmo ě iDalimi-
lo ě, oné la inském, é o českém jazyce. (No ák 1933: 9)
[De schechische His o ismus s and lange Zei im Diens des na ionalen Gedankens,
den man ohne Übe eibung als eine de s ä ks en K ä#e de na ionalen E ziehung
bezeichnen kann. Die Tschechen ha%en schon imme eine Vo liebe ü Geschich s-
sch eibung und Geschich swissenscha#, und es is siche kein Zu all, dass die
Ch oniken on Kosmas und Dalimil, jene in la einische , diese in schechische
Sp ache, einen so p ominen en Pla z un e den äl es en Li e a u denkmäle n au
schechischem Boden einnehmen.]
Im Kon ex de his o isie enden Kuns wi d Zeye s Gedich Libuše on Voj ěch Ji á
besp ochen. Die zen ale Rolle wi d dabei dem My hos zugesch ieben; in diesem
Gedich , so Ji á , „duje my ický ich nejsilněji ze šech anů ducha, k e é jeho díle
čeří k ajinu pohanských Čech“ [b aus de my hische Wind on allem Wehen des
Geis es, das den Boden des heidnischen Böhmens du chzieh , am s ä ks en] (Ji á
1978: 229). So is de sagenha#e Přemysl wede Fü s noch Acke mann, sonde n de
halbgö%liche Sohn de E de, die ihn aus dem Blu de Sonne gezeug ha . Du ch diese
My hisie ung übe sch ei e Zeye den Ho izon de schechischen My hologie und
ih e Übe lie e ung– wede o ihm noch nach ihm wu den hie zulande My hen in
eine solchen schöp e ischen K a# neu e zeug – und eih sich in die eu opäische
T adi ion ein. Es is abe o allem seine Beziehung zum My hos, de im Sinne des
wissenscha#lichen His o ismus k i isch e lek ie wi d, das Zeye s Epos auszeichne .
Voj ěch Ji á cha ak e isie diese Beziehung olgende maßen:
S ál p a dě mimo něj [mý us]– jes liže báje ys ě luje, činí ak jako his o ik pouče-
ný soudobým bádáním, edy příčinně […] Nikoli edy obsahy akonk e izace mý u,
mý y, nýb ž po řeba lidské duše, k e á oří, ak mý u, mý us, dojímal básníka
a ozech í al jemné s uny jeho ducha. (Ji á 1978: 229 ., He . i. O.)
[E s and wah ha#ig auße halb on ihm [dem My hos]– wenn e die My hen e -
klä , so u e dies als His o ike , de on de zei genössischen Fo schung un e -
31VERONIKA JIČÍNSKÁ
ich e wi d, d.h. kausal […] Es wa en also nich die Inhal e und Konk e ionen
des My hos, My hen, sonde n das Bedü nis de schaffenden menschlichen Seele,
die Ta sache des My hos, de My hos, die den Dich e üh e und die za en Sai en
seines Geis es beweg e.]
De g oßa ig en wo ene schechische My hos geh übe den na ionalen Gedanken
und Diens wei hinaus und d ück eine uni e selle Suche des Küns le s nach An -
wo en au exis en ielle F agen aus.9
Fü den li e a u his o ischen Kon ex de spä en 1870e Jah e in Böhmen is neben
den his o ischen S offen und dem My hos die li e a ische Ga%ung Epos selbs on
Bedeu ung. Das Epos wa ü die üh enden Ve e e de schechischen Li e a u
S a opluk Čech und Ja osla V chlický in diese Epoche eine dominan e Da s ellungs-
weise und wu de als die wich igs e ep äsen a i e Ga%ung be ach e . Vo diesem
Hin e g und wi d Zeye s li e a ische und kul u elle Ambi ion, die schechische
my hische P ähis o ie zu e ozie en und dich e isch zu Vollendung zu b ingen, be-
sonde s deu lich. Die Angebundenhei an die eu opäische Kul u e leih dem !ema
des Epos einen uni e sellen We , zugleich wi d Zeye s Bea bei ung doch o de -
g ündig an das schechische Lesepublikum ge ich e .
Die En scheidung Malyb ok -S iele s, Vyšeh ad zu übe se zen, könn e au diesen
Momen zu ückge üh we den. Die eigene, o iginelle und höchs s ilisie e schechi-
sche My hologie dü #e on ih als besonde s we oll eingeschä z wo den sein o z
de Ta sache, dass sie zum Zei punk de Übe se zung, also Mi%e de 1890e Jah e,
wede im schechisch-, noch im deu schsp achigen Raum zei gemäß wa : Zeye selbs
ha sich ande en !emen und Ga%ungen zugewende , in Deu schland e scheinen die
le z en g oßen ealis ischen Romane !eodo Fon anes, wäh end sich in de P osa
und au de Bühne de Na u alismus du chse z . Auch in de ös e eichischen Li e-
a u e häl de Realismus du ch Ludwig Anzeng ube , F anz K anewi%e und Ka l
Schönhe na u alis ische Züge, Au o en de Wiene Jah hunde wende wie A hu
Schni zle , Hugo on Ho manns hal und Pe e Al enbe g e zeichnen e s e E olge.
Im Falle de Übe se zungen schechische We ke ins Deu sche spiel gegen Ende
des 19. Jah hunde s die Ta sache mi , dass man sich insbesonde e bei his o isie enden
S offen hinsich lich na ionale Emp indlichkei en au besonde s dünnem Eis beweg e
und aus diesem G und eine Resonanz ehe in den sich als schechisch iden i izie en,
als in den deu schen K eisen zu e wa en wa .
DIE ÜBERSETZUNGEN OTILIE MALYBROK -STIELERS
O ilie Malyb ok -S iele is in meh ache Hinsich eine alleinige E scheinung un e
den Übe se ze innen und Übe se ze n aus dem Tschechischen. Die aus Baye n s am-
mende Au o in le n e Tschechisch e s im E wachsenenal e (nach dem Jah 1870, als
sie zum e s en Mal P ag besuch e) und ha%e zue s keinen Kon ak zu schechischen
9 Zu diesem Schluss komm in seine S udie Michal Topo . E ück den escha ologischen Cha ak e on
Zeye s Geschich sen wu in den Vo de g und, indem e Zeye als einen Dich e o s ell , „s ojícího
nejzazším ýběžku dosa adních lidských dějin“ [de am bishe wei es en Ausläu e in de Mensch-
hei sgeschich e s eh ], diese übe sieh , e lek ie , al e Geschich en misch und sie neu in e p e ie
(Topo 2009: 133).
32 BRÜCKEN 30/2
Kul u . Zu de Übe se ze ä igkei b ach e sie ih e Liebe ü schechische Volksliede ,
mi denen sie ih F eund, de böhmische Male , A chi ek und Res au a o Bedřich
Wachsmann, bekann gemach ha%e. Malyb ok -S iele übe se z e zue s Volksliede ,
die e s e de a ige Sammlung, e schienen 1880 im polnischen Liegni z, is ih We k.
10
Ih em E s ling Ly ische Gedich e und Übe agungen nach böhmische Kuns - und Na u -
poesie (1887) schloss sie Übe se zungen on Gedich en Ka el Hynek Máchas, Bolesla
Jablonskýs, Adol Heyduks, Ví ězsla Háleks, Jan Ne udas, Gus a P lege -Mo a skýs
und Eliška K ásnoho skás an. Sie übe se z e o allem die Epik Julius Zeye s. Im Feuil-
le on de Wiene Zei ung, in dem anlässlich on Zeye s Tod (29. Janua 1901) im Feb ua
1901 in d ei Folgen un e dem Ti el „Julius Zeye und seine deu sche In e p e in“ eine
Eh ung des Dich e s e öffen lich wu de (Alexis [Hel e ] 1901), äuße e sie dem
Au o gegenübe , Joseph Alexande on Hel e ,11 ih e Bewunde ung ü Julius Zeye :
Mich speciell essel e an Zeye , den ich den böhmischen By on nennen möch e,
die Glu seine Phan asie, die Fa benp ach seine Bilde (ich bin ja eine Male -
och e !) und de E ns , die Reinhei , Tie e und zugleich Anmu h, Za hei und
Lieblichkei seine Gedanken, seine ganzen poe ischen Geis es ich ung. (Alexis
[Hel e ] 1901: 5)
Ih e Ausnahmes ellung is nich nu du ch ih e Sp achbiog aphie und He kun# be-
ding . Ih e Ko espondenz beleg , dass sie mi den schechischen Ve häl nissen gu
e au wa . Ih wa bewuss , dass ih e Übe se zungen nach na ionalen Gesich s-
punk en bewe e und im kul u poli ischen Kamp , insbesonde e sei ens Eliška
K ásnoho ská (1886: 285), eingese z we den. T o zdem behiel sie on na ionalen
Kon lik en Abs and und e olg e ih e Ziele unabhängig da on. Als Ausd uck de
Liebe zu schechischen Kul u ließ sie ih en Vo namen O%ilie au O ilie und ih en
Nachnamen Kleinsch od au Malyb ok ände n.
Ih e Übe se zungen ins Deu sche, die sei den spä en 1880e Jah en an Bedeu ung
gewonnen haben, s ießen bei den Tschechen so o au eges In e esse. Zu dem Zei -
punk wa Malyb ok -S iele keine Unbekann e meh . Ih e Ve se wa en on Eliška
K ásnoho ská ins Tschechische übe se z und e öffen lich wo den (beispielswei-
se in de Zei sch i# Zla á P aha [Goldenes P ag], 1886). Wich ig wa eben alls die
Übe se zung des Lib e%os zu An onín D ořáks Ope Dimi ij (au Tschechisch 1882
au ge üh ), mi de sie 1887 begann.12 Sie ließ on D ořák ih e Ve se e onen; diese
10 „Im Jah e 1880 e schienen zum e s enmal on ih zehn böhmische Volksliede in deu schem Tex , on
E ns on Walz ü Qua e% und ie s immigen Cho einge ich e […]“ (Alexis [Hel e ] 1901: 3; dazu
Nezdařil 1985: 165).
11 Joseph Alexande on Hel e (1820–1910), in P ag gebo ene ös e eichische Ju is , His o ike , Poli ike
und S aa sbeam e , wa eine wich ige Figu im poli ischen und kul u ellen Leben in Ös e eich. E
übe se z e gelegen lich aus de schechischen Li e a u und be ich e e da übe in de Wiene P esse.
E wa Be ü wo e de na ionalen Tole anz. Im Nachlass Malyb ok -S iele s be inden sich 45 B ie e
on ihm.
12 Dazu Au zeichnungen Ma ie Če inko á -Rieg o ás om Ap il 1887: „Na š í ila jsem ješ ě D ořáka,
akdyž jsem si šimla pěkně ázané knihy na s ole ležící, že básně y jsou mu da o ány od paní Malyb ok-
S iele o é aže s ou o již překládá Dimi ije– ukazo al mi její lis .“ [Ich besuch e noch D ořák, und als
ich ein schön gebundenes Buch au dem Tisch liegen sah, e zähl e e mi , dass die Gedich e ihm on
F au Malyb ok -S iele geschenk wo den wa en und dass e mi ih be ei s Dimi ij übe se z e– e
zeig e mi ih en B ie .] (Če inko á -Rieg o á 2022: 41)
33VERONIKA JIČÍNSKÁ
sind als Vie Liede (Op. 82; D ořák/Ba oš 1985) im Gesam we k des Komponis en
en hal en. Mi de Au o in des Lib e%os zu Dimi ij, Ma ie Če inko á -Rieg o á
(1854–1895), de Toch e des bedeu enden Poli ike s, Mi beg ünde s de Na ionalpa -
ei und Publizis en F an išek Ladisla Riege , üh e sie bezüglich de Übe se zung
übe zwei Jah e eine, alle dings nich seh in ensi e, Ko espondenz.13 Im Ap il
1889 schick e Če inko á -Rieg o á Malyb ok -S iele das on ih e ass e Lib e%o
Jakobín,14 lob e und un e s ü z e sie in ih en Bemühungen und spende e ih T os ,
als sie übe die Schwie igkei en bei de Ve öffen lichung ode Auffüh ung klag e.15
De B ie wechsel beleg das Engagemen gebilde e F auen in den jeweiligen Kul u-
en; eine E scheinung, die nach de Jah hunde wende zunehmend an Bedeu ung
gewinnen wi d.
De Nachlass Malyb ok -S iele s beinhal e den B ie wechsel mi Du zenden Kul-
u schaffenden aus den schechischen K eisen ode mi Pe sönlichkei en, die mi den
schechischen kul u ellen Bemühungen sympa hisie en. Nennenswe sind Kon-
olu e on B ie en olgende B ie pa ne : Edua d Albe (Chi u g, Uni e si ä sp o-
esso in Wien, Übe se ze aus dem Tschechischen, Dich e ),16 An onín D ořák, Elsa
Golle o á (deu sch - schechische Jou nalis in und Übe se ze in),17 Joseph Alexande
Hel e , Jose Hlá ka und Zdeňka Hlá ko á ( schechische A chi ek , Bauun e neh-
me , Poli ike und Mäzen und seine F au), Jose a Náp s ko á (eine de G ünde innen
des Ame ikanischen Damenclubs in P ag), F an išek Pi oda (Gesangsleh e und
Musikk i ike ),18 Jan Lude í P ocházka (Kla ie spiele und -pädagoge, Komponis ),19
Ka el Viala (Sänge ), Bedřich Wachsmann ( schechische Male , A chi ek , Res au-
13 Im Nachlass Malyb ok -S iele s be inden sich 7 B ie e Ma ie Če inko á -Rieg o ás an O ilie Malyb ok-
-S iele aus den Jah en 1888–1890 (LA PNP, Fond O ilie Malyb oko á -S iele o á), im Nachlass on Ma-
ie Če inko á -Rieg o á 10 B ie e an Malyb ok -S iele aus den Jah en 1887–1890 (LA PNP, Fond Ma ie
Če inko á -Rieg o á). De wich igs e B ie aus diese Ko espondenz wi d im Anhang in ollem
Um ang zi ie .
14 Ma ie Če inko á -Rieg o á an O ilie Malyb ok -S iele , 22.11.1888, B ie , LA PNP, Fond O ilie
Malyb oko á -S iele o á.
15 „Nesmí e si připouš ě i ak eskných myšlenek, že bys e se neměla dočka i oho, abys e překlady, za nějž
jsme Vám ak upřímně děčni, sama iděla p o ozo a i na di adlech německých.“ [Sie dü en sich nich
so wehmü ige Gedanken e lauben, dass Sie es wohl nich e leben we den, die Übe se zungen, ü die
wi Ihnen so au ich ig dankba sind, in deu schen !ea e n au ge üh zu sehen.] Ma ie Če inko á-
Rieg o á an O ilie Malyb ok -S iele , 20.04.1889, B ie , LA PNP, Fond O ilie Malyb oko á -S iele o á.
16 Edua d Albe (1841–1900) wa He ausgebe de An hologien Poesie aus Böhmen (1893), Neue e Poesie
aus Böhmen. An hologie aus den We ken on Ja osla V chlický (1893), Neues e Poesie aus BöhmenI. Die
de Wel li e a u con o men Rich ungen (1895), Neues e Poesie aus BöhmenII. Die na ionalen Rich ungen
(1895), die das deu schsp achige Publikum mi eine ep äsen a i en Auswahl schechische Ly ik
bekann mach e. Im Band Neues e Poesie aus Böhmen Iwi d Julius Zeye du ch die Übe se zung O ilie
Malyb ok -S iele s, Edua d Albe und B onisla Wellek e e en, im zwei en Band S a opluk Čech in
den Übe se zungen Jan Jose Řeháks, E ns Ko ns, B onisla Welleks, Ma ie Kwaysse s, Edua d Albe s
und O%oka Winickys (Nezdařil 1985: 145–153; Kos bo á 2009; Kokešo á 2021).
17 Elsa Golle o á/Elisabe h Golle (1868–1955) übe se z e aus dem Tschechischen, Russischen ode F an-
zösischen ins Deu sche. Sie üh e eine um ang eiche Ko espondenz mi Julius Zeye und übe se z e
seine E zählung Miss Olympia ins Deu sche. Im Nachlass Malyb ok -S iele s be inden sich 28 B ie e
on ih .
18 Malyb ok -S iele übe se z e 30 Liede ex e aus F an išek Pi odas Věnec (au Deu sch un e dem Ti el
Aus Böhmens Gauen, ca. 1885 in P ag im Selbs e lag e schienen.)
19 Jan Lude í P ocházkas Slo anské ná odní nápě y wu den on Malyb ok -S iele als Sla ische Volksweisen
(1882), Hlasy ná odů als Völke s immen (1884) e deu sch und in Be lin he ausgegeben.
40 BRÜCKEN 30/2
keines alls weg allen. Deswegen bi%e ich Sie ins ändig [sic] diese S elle auch noch zu
übe se zen und dem Tex e beizu ügen. (S. 60.)
Wenn ich mi noch eine einzige kleine Bi%e e lauben da , die mi am He zen lieg ,
so be i diese die Scene zwischen Ma ina und Xenie im IV Ak e. Ich habe da ein
Miss e s ändnis selbs e schulde , indem ich s a% des Namens Dimi ij das unkla e
Fü wo „Ihn“ geb auch e, welches Sie wah scheinlich au das Wo „ži o “– Leben–
bezogen haben, welches abe au Dimi ij Bezug ha . Es soll heissen: S. 68. (Ojá ho
neznala) „Ich habe Dimi ij (als solchen) nich gekann , als mein e wais es He z
in Liebe ü ihn en lamm e– “, e s spä e kam die E kenn nis „welch ü ch . Leid“
u.s.w. In diesen Wo en lieg de Beweis Ih e Unschuld, und du ch diese E klä ung
wi d Ma ina zum g ossmü higen Ve zeihen bewogen. Deswegen ag Sie auch im be-
weg en Seelenkamp e: „Tys lásce měla– neznala jsi jej?“ (S. 69.) „Ihn liebend– has
du ihn nich gekann ?“
Ich hoffe [sic] hoch e eh e F au, dass Sie mi die F eihei , in de ich es mi e laube,
au diese zu älligen Miss e s ändnisse hinzuweisen, nich in bösem Sinne auslegen
we den, denn es möch e mich au ich ig be üben, wenn Sie deswegen die dankba e
Hochschä zung Ih e A bei meine sei s bezwei eln woll en.
Es ha mich hochgeeh e F au [sic] ie ge üh , dass Sie Ih e Wo e an mich
in böhmische Sp ache ge ich e haben. Es wa nich Ih e bewunde ungswü dige
Kenn nis unse e Sp ache, sonde n Ih e za ühlende Gesinnung, die ich dabei am
Meis en bewunde habe.
Als Dimi ij in Wien gegeben we den soll e, da hiess es, dass es nich zulässig is , ein
so en schieden slawisches We k au die Bühne zu b ingen, und nu dies allein wa die
U sache, dass man liebe zum Šelma sedlák geg iffen ha , welches ( om Lib e%o ganz
abgesehen) nich den musikalischen Kuns we h de Ope Dimi ij besi z . Ich e sehe
aus Ih em B ie e, ja aus Ih e ganzen A bei , wie wei man im deu schen Auslande
en e n is on eine solchen o u heils ollen Beu eilung emde Kuns we ke,
und bin Ihnen dankba ü diese e euliche Übe se zung.
Die beiliegenden Büche agen die Schuld da an, dass ich mich mi dem Danke ü
Ih en B ie so e spä e habe. Ich bi%e dieselben eundlichs annehmen zu wollen
als Zeichen meine innigen Hochschä zung und wa me Dankba kei in welche ich
e bleibe Ih e e gebene
Ma ie Če inko á Rieg o á
(P ag 18 Jänne 1888
Maleč bei Cho ěboř 31 Jänne )
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