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schen humanis ischen Philosophie adi ion. All dies p äg e nach Be meis e Ha els
E hik und Wel sich . Da an schließen eine sich au übe 100 Sei en e s eckende
inhal liche Wiede gabe und E läu e ung de 24 Reden an, e gänz du ch Analysen.
Hie disku ie de Au o Aspek e, die e ü die einzelnen Reden Ha els als cha‑
ak e is isch he ausgea bei e ha , so e wa „globale Ve s ändigung“ ode „in e ‑
kul u elle B ücken“. Abschließend wi d he ausges ell , inwie e n Ha els Rhe o ik
als holis isch au ge ass we den kann. Hie komm de Au o u.a. zu dem E gebnis,
dass Ha el „eine au das Wel ganze ausge ich e e Ve an wo ung“ in endie (S.324)
und le z lich eine ganzhei liche Eloquenz und „holis ische Rhe o izi ä “ (S. 337)
en wickel e und p leg e.
Die A bei bie e eine ace en‑ und de ail eiche Analyse de Komplexi ä und
Vielschich igkei on Ha els Reden. Nich im Fokus und dadu ch om Au o nu
angedeu e s ehen dabei die ‚Komplexi ä en‘ und Kon ingenz de sozialen P axis im
poli ischen All ag, in die diese Reden und de en En s ehungsp ozesse eingebe e
sind und die le z lich auch die En wicklung eine womöglich holis ischen Rhe o ik
wesen lich beein lussen.
Beide Publika ionen zeichnen au ih e Weise übe zeugend ein Bild de „übe ‑
agenden In eg a ions igu “, wie de His o ike And eas Wi sching (De P eis de
F eihei : Geschich e Eu opas in unse e Zei . München: Beck 2012, S. 45) Ha el mi Blick
au seine ühe poli ische Ka ie e bezeichne und agen somi zum Ve s ändnis de
komplexen jünge en eu opäischen Geschich e bei. Ge ade Ha els Rele anz und Bei‑
ag ü ein gemeinsames Eu opa, die e ie sinnig und nachhal ig zu e läu e n ähig
wa , können als wich ige Einsich in Zei en anhal ende Deba en um ein geein es
Eu opa e s anden we den.
Alexande K a och il: Pos auma isches E zählen. T auma, Li e a u ,
E inne ung. Be lin: Kadmos, 2019, 254 Sei en und 15 Abb.
S e en Höhne– H M Weima /F ied ich ‑Schille ‑Uni e si ä Jena
Kul u wissenscha lich mo i ie e, e inne ungskul u elle F ages ellungen haben
längs die Li e a u wissenscha en e eich und maßgeblich dazu beige agen, die
enge en na ionalphilologischen G enzen zu übe sch ei en. Dass dies ge ade in eine
Region on hohe Rele anz is , die du ch Mul ilinguali ä und ‑kul u ali ä gep äg
wa und is wie de os mi eleu opäische Raum, dü e auße F age s ehen, zumal
ge ade hie lange abuisie e Themen, z. B. Zwangskollek i ie ung und Ve eibung,
mi le weile o ensi on de Li e a u au geg i en we den. In diesem Rahmen läss
sich de Band on Alexande K a och il zum Pos auma ischen E zählen eino dnen, de
als Tex g undlage eine sei s an Va ian en on T auma isie ungen du ch physische
und psychische Gewal , ande e sei s au die un e schiedlichen Spiela en pos au‑
ma ischen E zählens eku ie . Me hodisch un e schieden wi d dabei zwischen
auma ischem E inne n und pos auma ische E inne ung, die alle dings beide eine
„T ansposi ion de Ve gangenhei in die Gegenwa “ da s ellen (S. 11). Ausgehend on
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dem P oblem de kon o e s disku ie en Äs he isie ung on E eignissen, die mi
de Shoah bzw. dem Gulag zusammenhängen, man denke an das be ühm e Dik um
Ado nos, geh es K a och il um die jeweiligen Da s ellungsmodi, somi Ve ah en
pos auma ischen E zählens. Zen ale Ausgangspunk is die E kenn nis, dass
abuisie e bzw. e schwiegene auma isie ende E eignisse „nich nu die unmi el‑
ba T auma isie en, sonde n in de Folge ebenso die zwei e und d i e Gene a ion
heimsuchen.“ (S. 41)
Me hodisch geh K a och il on Reinha Kosellecks in Anlehnung an Mau ice
Halbwachs e kann e Ve bindung zwischen E inne ung zu Geschich e sowie on
Aleida Assmanns These aus, dass mi Hil e de Kuns E inne ung simulie we den
könne. Vo dem Hin e g und, dass die Geschich swissenscha längs ih e inne‑
ungspoli isches Monopol e lo en ha , en wickel K a och il Lei agen nach den
li e a ischen Mi eln, mi denen „T auma a in Tex en inszenie “ und dami pa iell
dem „kul u ellen Gedäch nis als pos auma ische E inne ung e ügba gemach “
we den (S. 46).
In den Einzelin e p e a ionen geh es K a och il um die wei ge ass en „in e ‑ und
kon ex uellen Beziehungen“ sowie um die „auße li e a ischen Ve knüp ungen“, somi
die lebenswel lichen „Rahmungen und soziokul u ellen Kon ex e“ (S. 50). Kon ex
wi d dabei e s anden als ein „in e ex uelle Zusammenhang, de Zusammenhang
eines Feldes kul u ell koexis ie ende Tex e und Medien sowie de in ihnen und
du ch sie kons i uie en Disku se.“ (S. 51) Dami e bunden is de Ansp uch, die
wei e b ei e e
These de Nich ep äsen ie ba kei on T auma zum einen im Hinblick au li e a i‑
sche Ve ah en de Nich da s ellba kei und zum ande n im Hinblick au Funk io‑
nen und O de Nich da s ellba kei im soziokul u ellen Kon ex (S. 55; He . i. O.)
zu übe p ü en. K a och il in e essie sich ü die un e schiedlichen Va ian en au‑
ma ischen E inne ns und pos auma ischen E zählens. Zunächs we den Tex e on
Mykola Ch yl’o yj und I an Bah janyi un e such , die sich mi den Gewal e ah ungen
in de Uk aine, Schlach eld zwischen den un e schiedlichs en In e esseng uppen,
am Ende des E s en Wel k iegs be assen, ein im Wes en ehe e gessene , wenn nich
ga igno ie e E inne ungso . Hie an schließen sich S udien zu den li e a ischen
Rep äsen a ionen des K iegsendes 1945 an, wobei sich insbesonde e de Zwei e Wel ‑
k ieg als ein umkämp e E inne ungso zwischen Os und Wes e weis , da eine im
Wes en hie a chisie e und e absolu ie e E inne ung an die Einziga igkei de
Shoah au wei e e Gewal e ah ungen im Sys em des Gulags, auch übe 1945 hinaus,
im Os en i . Angesich s diese Ambi alenz des E inne ungso es 1945 sei es bishe
nich gelungen, ein ansna ionales kul u elles Gedäch nis zu en wickeln, wobei es
selbs e s ändlich nich um eine Rela i ie ung und schon ga nich Au echnung
de Op e des Holocaus , abe eben auch nich um eine de des Gulag gehen könne,
wie be ei s Jo ge Semp ún in seine Rede zum 60. Jah es ag de Be eiung des KZ
Buchenwald e kann e (S. 101).
Wei e e E inne ungskonku enzen a bei e K a och il am Beispiel schechische
Tex e on Jan D da, Die s umme Ba ikade, Jan Šk o ecký, Die Feiglinge und Zdeněk Ro ‑
ekl, Nach ich om Fall de S ad he aus, in denen die Disk epanzen zwischen eine nach
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1948 e o dne en, o iziellen kommunis ischen E inne ung an den Zwei en Wel k ieg
und den jeweils indi iduellen E ah ungen mi dem P o ek o a un e such we den.
De Rekons uk ion eines „uk ainisch ‑ egionalen Gedäch nisses“ in dezidie em
„Wide sp uch zu Na a i en de in e na ionalen sowje ischen E inne ungskul u “
(S. 119) widmen sich zei genössische uk ainische Au o en. Bei Oksana Sabuschko,
Das Museum de e gessenen Geheimnisse, Ju ij Vynnyčuk, Im Scha en de Mohnblü e,
La ysa Denysenko, De Nachhall. Vom e miss en zum e s o benen Opa und Ma ia Ma‑
ios, Da ina, die Süße geh es um Familiengeschich en in den ‚Bloodlands‘. Diese Tex e
ungie en „als Medium des Gedäch nisses und als Medium de E inne ungskul u “
(S. 120). Ih „pos auma isches E zählen“ e such , das bishe Tabuisie e „mi zu‑
e zählen“ und somi eine T ans o ma ion de sowje ischen E inne ungskul u in eine
genuin uk ainische zu ö de n, in de die ‚ e gessenen‘ T auma a, z. B. de Holodomo ,
eine Sp ache inden (S. 148), mi de diese abuisie en E eignisse in den Diens eine
neuen Iden i ä ges ell und so die Möglichkei en eines ansgene a ionalen E inne ns
ausgelo e we den sollen.
E was ande s gelage sind die e inne ungspoli ischen Tex e on Jachým Topol.
Anhand de Schwes e und de Teu elswe ks a geh es zum einen um die P oblema ik
„pos auma ischen E zählens im in e ex uellen Zusammenhang mi Tes imonia‑
le zählungen esp. Zeugenscha und ik i e Shoah ‑Rep äsen a ion“ (S. 149 .), zum
ande en um die Inszenie ungen on T auma a „als kul u indus ielles A e ak “ (S.
150), insbesonde e in de kul u ou is ischen Ve ma k ung im sogenann en Da k
Tou ism. Topol nähe sich li e a isch in du chaus g o esk übe zeichne e Dik ion
de Konku enz un e schiedliche Op e g uppen „um ökonomische Mi el und poli i‑
schen Ein luss“ (S. 152). Dies wi d o allem in de Teu elswe ks a mi de Da s ellung
on Ve ma k ungss a egien ü The esiens ad bzw. den weiß ussischen ‚Bloodlands‘
deu lich. Die E inne ungen an die Menschhei s e b echen du ch Na ionalsozialis‑
mus und S alinismus e ah en du ch die „kul u indus ielle Medialisie ung eine
zunehmende Dis anz und Loslösung on den eigen lich beg ündenden his o ischen
E eignissen“ (S. 179), so die k i ische Lesa im Roman an de Komme zialisie ung on
Shoah und Gulag. Topol geh es abe auch um eine „selbs bezogene Äs he isie ung,
welche die Au me ksamkei au die Pe o mance de E inne ung ich e ,“ wodu ch
wiede um Sinngebung übe „emo ionale und äs he ische Annähe ung an das Un‑
e klä liche“ e möglich we den soll (S. 180). Und eine d i e, eben alls nach ollzieh‑
ba e Lesa schläg K a och il ü das „bela ussischen P ojek ‚Teu elswe ks a ‘“(S.
180) o :
In ihm ungie en Hyb ide aus p äpa ie en menschlichem Leichen als Speiche ‑
medium. Die du ch Elek izi ä ku zzei ig wiede beleb en To en e anschaulichen
eind inglich das ganze G auen des T aumas de Bloodlands– die Menschen sind als
Un o e gezwungen, wiede und wiede das T auma zu du chleben. Sie ma e iali‑
sie en die Anwesenhei on e was Abwesendem. Sie e kö pe n das Unheimliche
(…). (S. 180)
Und dami a ancie Topols g o esk übe zeichne e Roman nich nu zu eine Da ‑
s ellung indi iduelle T auma isie ung, sonde n ihm geling ö mlich die E zählung
de „his o ischen und kul u ellen T auma a de Bloodlands“ (S. 180).
167REZENSIONEN
In den abschließenden Kapi eln se z sich K a och il mi den Möglichkei en de
G aphic No el als „Gedäch nisp o hese“ und dami de Pe soni izie ung des Gedäch ‑
nisspuks auseinande , die übe zeugend am Beispiel Alois Nebel he ausgea bei e
we den. Hie an schließ sich die E inne ung an den zen alen eu opäischen Gedäch ‑
niso Tsche nobyl an, de anhand eines u. a. au Ta kowsky zu ückg ei enden Com‑
pu e spiels mi dem Namen S alke un e such wi d. Den Schluss bilde die ak uelle
Auseinande se zung um den ussischen K ieg in de Os ‑Uk aine, im Donbass, und
dessen Bea bei ung du ch Se hij Zhadan mi dem Roman In e na .
Vielen de hie o ges ell en Tex e könn e man die gleichen E ah ungen zuo d‑
nen, die Wa lam Schalamo , de nu am Rande e wähn wi d, einmal o mulie e:
De Au o is nich meh Beobach e , sonde n Teilnehme am D ama des Lebens, ein
Teilnehme nich meh im Gewand des Sch i s elle s, dem es um das Au einande ‑
e en on Mensch und Wel , um den Kamp on Mensch und S aa smaschine ie,
um die Wah hei dieses Kamp es geh . K a och il ha somi au du chweg hohem
Ni eau eine nich nu e inne ungs‑ und li e a u poli isch wich ige S udie o geleg ,
sonde n zugleich den Blick au eine im ‚Wes en‘ noch imme nich angemessen wah ‑
genommene Li e a u gelenk , die ho en lich diese Li e a u insgesam eine höhe e
Ane kennung e leihen wi d.