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Nation und Nationalität, Volk und nationale Zusammengehörigkeit

Abstract

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Nation und Nationalität, Volk und nationale Zusammengehörigkeit

Author: Dömők, Csilla
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta
Year: 2019
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/115741/1/Csilla_Domok_67-85.pdf
Na ion und Na ionali ä ,
Volk und na ionale Zusammengehö igkei
csilla dömők1
ABSTRACT
Na ion and Na ionali y, People and Na ional Toge he ness
All he wo ks, dealing wi h he na ionali y p oblem undamen ally, need akind o gene ally applica-
ble basis in he o m o aconsensus in connec ion wi h he usage o heo e ical concep s like people
and na ion. In he Aus o-Hunga ian Mona chy p ima ily he complexi y o ac o s and he lack o
uni y mean ap oblem ha also cha ac e ised he pa icula Aus ian na ionali y ques ion. So, in
he con empo a y Aus ia, h ee adically di e en elemen s we e agains each o he . Va ious e hnic
g oups, as well as he his o ical uni s o kingdoms and p o inces we e opposing he cen al powe
whils he demands o he e hnic g oups in compa ison wi h he demands o he o he wo g oups
became mo e and mo e signi ican and adical. Na ion and na ionali y a e he p oduc s o social de-
elopmen , hus canno be de ined wi hou he conside a ion o he geog aphical and ch onological
scope in ques ion; in o he wo ds, in he Habsbu g Mona chy o he 19 h cen u y, one way o de ine
na ion and na ionali y led h ough he con empo a y heo ies o hese concep s.
KEYWORDS
na ion; na ionali y; people; na ional cohesion; popula so e eign y
Jede A bei , die sich mi Na ionali ä enp oblemen in g undlegende Weise ausein-
ande se z , benö ig eine allgemein gül ige Basis in de Fo m eine Konsensbildung
übe die Ve wendung p inzipielle Beg i e wie Na ion und Volk. In de ös e ei-
chisch-unga ischen Mona chie lag die P oblema ik o allem in de Uneinhei lich-
kei de Fak o en, die das spezi isch ös e eichische Na ionali ä enp oblem bes imm-
en. So s anden sich in Al ös e eich d ei doch kon as ie ende Elemen e gegenübe .
De übe na ionale Zen almach des S aa es s anden die e schiedenen e hnischen
G uppen sowie die his o ischen Einhei en de König eiche und Lände gegenübe ,
wobei die Fo de ungen de e hnischen Einhei en im Ve gleich zu den beiden ande-
en G uppen akzele ie en und an Radikali ä zunahmen.2
1 Csilla Dömők, Uni e si ä Pécs, Philosophische Fakul ä , Ge manis ischen Ins i u s,
H-7624 Pécs, I júság ú ja 6., Hunga y, [email protected]
2 Robe A.KANN, Das Na ionali ä enp oblem de Habsbu ge mona chie, 1. Bd., G az-Köln
1964, S.41.
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Es gab in dem Zei aum on de En s ehung des mode nen Na ions e s ändnis-
ses bis zum Un e gang de Donaumona chie kaum einen His o ike ode Wissen-
scha le ande e He kun , de sich mi dem Na ionali ä enp oblem beschä ig e,
ohne sich o he in i gendeine Weise mi den g undlegenden F agen zu be assen,
sei es nun du ch den meh ode wenige geglück en Ve such selbs ändig e a bei e e
De ini ionen de geb äuchlichen Beg i e ode mi Hil e des Rückg i es au äl e e
Ve suche zu De ini ion de Phänomene Na ion und Na ionali ä .
Auch diese A bei wi d nich ohne eine gemeinsame Beg i sbildung auskommen,
nu wi d das Schwe gewich on de Au s ellung unums ößliche De ini ionen, au
das Au me ksammachen allgemein ane kann en his o ische En wicklungsabläu e,
wie die Rolle de Volkssou e äni ä und de Pa olen de Gleichbe ech igung im P o-
zess de Abg enzung des Beg i es de Na ion, und au das Bewuss machen o en-
sich liche Tendenzen im wissenscha lichen Ve s ändnis de Te mini Volk und Na-
ion im 19.Jah hunde , e lage .
Na ion und Na ionali ä sind P oduk e eine gesellscha lichen En wicklung und
können dahe nich ohne Rücksich au den zu behandelnden e i o ialen und ch o-
nologischen Rahmen adäqua es ges ell we den; d.h. mi ande en Wo en, dass eine
de Möglichkei en zu Bes immung on Na ion und Na ionali ä in de Habsbu ge -
mona chie des 19.Jah hunde s übe die zei genössischen Theo ien diese Beg i e
üh .
Die Na ion als P inzip soziale G uppen- und S aa sbildung en wickel e im
neunzehn en und am Beginn des zwanzigs en Jah hunde s eine de a aus-
gep äg e Dominanz, dass sie in de ös e eichisch-unga ischen Mona chie die
gemeinsame Reichsidee zue s in F age s ell e, und schließlich als S aa skons-
i uie endes Elemen übe wand. Die poli ische „K a “, die dem Phänomen de
Na ion, das du ch die e olu ionä e En wicklungsabläu e im Be eich poli ische
Vo gänge, sei de F anzösischen Re olu ion on 1789 die „Na ion“ als unums öß-
liches P inzip e anke e, wu de ele an , und wu de in dem Na ionali ä en-
s aa Ös e eich-Unga n on de wissenscha lichen Theo ie wohl e kann 3, ohne
dass jedoch heo e ische Lösungs o schläge genügend Ein luss au die poli ische
P axis in de Mona chie zu gewinnen im S ande gewesen wä en. Noch Ende 1917
sch ieb e wa Ka l Renne übe das Ve s ändnis de Na ion sei de F anzösischen
Re olu ion:
„Die Na ion, und nu sie allein ha das Rech und die Mach , aus eigene Ini ia i e in
de Wel zu handeln. Es gib keine Mach übe ih , keine geis liche und keine wel liche.
Und was un e ih s eh , ha seine Gewal nu k a ih e Ve leihung ode Duldung.“4
Renne sp ich hie on de „poli ischen Na ion“, de ak i en Na ion, im Gegensa z
zu dem Na ionsbeg i , wie e bis zum Ende des 18.Jah hunde s e s anden wu de.
3 Vgl. Wenzel FRIND, Das sp achliche und sp achlich-na ionale Rech in polyglo en S aa en und
Lände n mi besonde e Rücksich nahme au Ös e eich und Böhmen, Wien 1899, S.3.
4 Ka l RENNER, Das Selbs bes immungs ech de Na ionen in besonde e Anwendung au Ös e -
eich: Na ion und S aa , Teil I, Leipzig— Wien 1918, S.9.
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Diesen äl e en Na ionsbeg i bezeichne e Renne als die „Kul u na ion“,5 de en pas-
si e Cha ak e ih he o s echends es Me kmal da s ell .6
Es lieg nich im Be eich diese Un e suchung, die U sachen da ü zu suchen, wa-
um das P inzip de Na ion als G undlage menschlichen Zusammenlebens o dem
19.Jah hunde his o isch nich ele an wu de, abe es sollen doch einige Modelle
zu En s ehung on Na ion und na ionalem Bewuss sein, genann we den.7
Als Exponen eine o ganischen, kon inuie lichen En wicklung des Na ionsbe-
g i es mi Beach ung de his o ischen Genese muss o allem Leopold on Ranke
angesehen we den. Die Na ion wi d on den Ve e e n diese G uppe als e was Ge-
wachsenes gesehen, das keineswegs einen B uch mi äl e en O ganisa ions o men
o ausse z . Ein zwei es Modell sp ich on de Na ion als übe geschich liche Ka e-
go ie, die unabhängig on de his o ischen En wicklung sei. Als le z e G uppe seien
diejenigen His o ike genann , ü die Na ion und Na ionalbewuss sein ein absolu es
No um sei dem ausgehenden 18.Jah hunde da s ell . Wie bei eine G oß eil on
Denkmodellen wi d man auch hie mi de s ik en Anwendung eines de Modelle
au die his o ische Reali ä o sich ig sein müssen; es emp iehl sich, eine besse ge-
wich e en Zugang zum Na ionali ä enp oblem im al en Ös e eich zu suchen, als die
o he genann en Schema a anbie en.
Die Bedeu ung des Wo es „Na ion“ wa bis in das 19.Jah hunde poli isch nich
ele an gewo den, obwohl be ei s die Vo s ellungen de Au klä ung na ionales Ge-
dankengu o wegnahmen. Die G ünde, wa um ge ade im 19.Jah hunde de Ge-
danke de Na ion eine so en scheidende Rolle spiel e, sind in ökonomischen und
sozialen Umwälzungen zu suchen. So wa es im wi scha lichen Be eich siche lich
das Au geben de Hauswi scha , de Übe gang zu den g öße en P oduk ionsein-
hei en und die ökonomischen Bedingungen e lang en auch nach poli ischen Ve -
ände ungen. Das Au s eigen neue Ideen, e wa de Volkssou e äni ä und de Gleich-
be ech igung de Bü ge ließ be ei s in de F anzösischen Re olu ion das Bild eine
gemeinsamen Na ion en s ehen, wobei hie die Na ion als die du ch die olon é gé-
né al kons i uie e poli ische Gemeinscha e s anden wu de (J.J.Rousseau, E.Re-
nan). Das En s ehen eines Ge ühles de na ionalen Zusammengehö igkei konn e
e s du ch den Ve all de s ändisch gegliede en Gesellscha zum T agen kommen.
Das neu e wach e, je z poli ische Na ionalge ühl wu de im eu opäischen Be eich
mi els zweie Fak o en ge es ig und wei e en wickel : E s ens on den napoleo-
nischen K iegen, die in den be o enen Gebie en einen na ionalen Wide s and he -
o ie en und kul u geschich lich on de Epoche de Roman ik, die besonde s im
deu schsp achigen Kul u k eis eine e s e Beschä igung mi den Beg i en Volk und
Na ion auslös e. He de , de Va e de deu schsp achigen Auseinande se zung mi
na ionalen We en, schu mi seine Abg enzung des Volkes nach kul u ellen und
biologischen Me kmalen be ei s die Vo ausse zung ü alle spä e en i a ionalen
Na ionalismen.
5 Ebenda, S.8.
6 Vgl. dazu F ied ich MEINECKE, Wel bü ge um und Na ionals aa , in: F ied ich MEIN-
ECKE, We ke. Bd. 4, hgg. und eingelei e on Hans He z eld, München 1962, S.15.
7 Vgl. Mo i z CSÁKY, Na ion und Na ionals aa . Gedanken zu genese des neuzei lichen Na ions-
beg i s, in: In eg a io. Die Volksg uppen in Ös e eich, Wien 1979, S.15–22.
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De oman isch e klä e Na ionsbeg i Mi el- und Os eu opas und die P ä a-
lenz deu schsp achige Li e a u zu dem P oblemk eis Volk und Na ion be uh e au
zwei G undlagen: Sowohl au de übe agenden Bedeu ung, die die Roman ik ü
die Zei genossen gewann und die ih heu e den P ima in de deu schen Geis esge-
schich e siche , als auch au de Ta sache, dass in de e s en Häl e des 19.Jah hun-
de s die e hnisch-na ionalen G uppen meis wei übe den Rahmen de bes ehenden
Kleins aa en, die noch zu keine g öße en poli ischen Einhei ge unden ha en, hin-
aus eich en. So läss de sozial e olu ionä e Dich e des Vo mä zes, Geo g Büchne ,
1836 seinen Helden in dem Schauspiel „Leonce und Lena“ du ch „deu sche Lande“
lau en, wo au dessen Diene Vale io aus u :
„Wi sind schon du ch ein Du zend Fü s en üme , du ch ein halbes Du zend G oßhe zog-
üme und du ch ein paa König eiche gelau en, und das in de g öß en Übe eilung in
einem halben Tag…“8
De Mangel an poli ische Einigung nach na ionalen Gesich spunk en –kon ä zu
Si ua ion in den wes eu opäischen S aa en— üh e schließlich zu dem ü das ge-
sam e 19.Jah hunde ane kann en „deu schen Sp achgeb auch“, de den Ausd uck
Na ion au gemeinsame Abs ammung und den dadu ch gegebenen e hnischen und
gemeinsam Abs ammung und den dadu ch gegebenen e hnischen und kul u ellen
Zusammenhang bezog, ü den Na ion gleich S ammesangehö igkei wa , wäh end
ü die poli ische Einhei de Beg i Volk geb auch wu de. Im Gegensa z zu diese
os - und mi eleu opäischen Theo ie, ha e sich do , wo die kul u elle Einigung au
G und des poli ischen Ve bandes längs ollzogen wa ,9 d.h. im angelsächsischen und
eilweise im omanischen Be eich, eine einhei liche Te minologie ü den poli ischen
und kul u ellen Ve band ausgebilde . Fü beide wu de de Beg i Na ion e wen-
de . Gemäβ diese wes lichen Theo ie wu de un e Na ionali ä die Zugehö igkei zu
eine poli isch geeigne en Einhei , die S aa sangehö igkei , e s anden,10 wodu ch
eine E hebung de Na ionali ä bei den o iziellen Volkszählungen sich nich zu ei-
nem Poli ikum, im Sinne na ionale Kon lik e, auswei en konn e. Diese Au assung
e s and die Na ion als die Gesam hei de S aa sangehö igen und gab somi den Be-
g i eine assba e, auch o mal ech liche De ini ion, die abe ü den Na ionali ä en-
s aa Ös e eich-Unga n keine P oblemlösungen bo .
In de Donaumona chie wa das Ideal de gemeinsamen Reichsidee nich im-
s ande gewesen, einen de a igen Beg i de Na ion, wie e selbs e s ändlich im
In e esse des S aa es liegen muss e, gegen die pa ikula is ischen In e essen de ein-
zelnen e hnischen G uppen und his o ischen Na ionen du chzuse zen:
„Wi können imme hin diese Mona chie als Einhei ss aa dekla ie en, können ih eine
Ve assung geben, welche im Punk e de Zen alisa ion soga die anzösische noch hin-
8 Geo g BÜCHNER, Gesammel e We ke (=Goldmanns gelbe Taschenbüche 395), Mün-
chen 1969, S.124.
9 Rudlo He mann . HERRNRITT, Na ionali ä und Rech da ges ell nach de ös e eichi-
schen und ausländischen Gese zgebung, Wien 1899, S.16.
10 RENNER, S.12.
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e sich zu ückläss , können ih Gebie mi Winkelhaken und Lineal in co ec e Quad a e
heilen, ode ih e einzelnen Lände nach den e schiedenen Na ionali ä en ze s ückeln.
Zu all´ dem b auch man soga e häl nissmässig wenig Zei . Abe den Beg i , welchem
35 Millionen Menschen mi dem Wo e Va e land e binden, diesen Beg i , so i ig
ode e al e e auch sein möge, e mag keine Mach und kein Raisonnemen plö zlich
umzuände n, und diese Beg i is , ielleich das einzige E zhe zog hum Oes e eichs
ausgenommen, nich mi dem gesam en Reiche, sonde n mi de einzelnen P o inz e -
knüp .“11
Au dem Londone s a is ischen Kong ess (1860) sp ach sich de anzösische De-
legie e Legoy in eine Diskussion übe die E hebung de Na ionali ä im Rahmen
s a is ische E hebungen, en schieden gegen eine Au nahme de Na ionali ä en aus,
denn e kenne in F ank eich nu eine Na ionali ä .12
De Londone Kong ess beschä ig e sich, wie be ei s o he de B üssele (1853)
und de Wiene s a is ische Kong ess (1857), mi dem me hodischen P oblem de Be-
ölke ungss a is ik. Wie übe haup , im behandel en Zei aum, jede Diskussion zu
F agen de De ini ion de Beg i e Volk und Na ion, und iele de wissenscha lichen
und publizis ischen S ellungnahmen hiezu, in eine Me hodendiskussion ende en,
und den eigen lichen Ke npunk de Na ionali ä en age e nachlässig en.
Das Ziel na ionale Bewegungen wa in den Augen de Zei genossen die E in-
gung poli ische Mach und die Ausübung poli ische He scha .13 De Wunsch nach
na ionale Gleichbe ech igung ba g in sich be ei s den Wunsch zu Sup ema ie übe
na ionale Minde hei en, denn na ionale Ge ühle be uhen in e s e Linie au dem
Glauben an die „eigene G öße“, wie e wa Gus a Rümlein 1872 in seine „Rede übe
den Beg i des Volkes“ zum Ve s ändnis des Volksbeg i es, mi Symbolwe ü alle
üb igen na ionalen Aus o mungen und Tendenzen, sag e:
„Am liebs en wü den wi den Schmuck dieses Namens ganz jenen G uppen de Mensch-
hei o behal en, welche eine eigen ümliche Anlage an Geis und Gemüh in es en und
bleibenden Fo men auszup ägen e moch en…“14
E kann und analysie wu de dies be ei s 1851 on einem de bedeu ends en S aa s-
männe seine Zei , dem unga ischen Poli ike Joseph F eihe on Eö ös: „Die
G undlage alle na ionellen Bes ebungen is das Ge ühl höhe e Begabung, ih
Zweck is die He scha .“15
Eö ös o mulie e nich nu die im wissenscha lichen Ve s ändnis des 19.Jah -
hunde s zu einsei ig gesehene G undlage des Na ionalismus— die Übe zeugung de
eigenen Supe io i ä —, sonde n e ging noch einen Sch i wei e und kons a ie e
e was, das bis zu Gegenwa im Rahmen de Republik Ös e eich au Wide s and
11 Joseph on EÖTVÖS, Die Na ionali ä en age. Übe se z on Max Falk, Pes 1865, S.129 .
12 F . J.NEUMANN, Volk und Na ion, Leipzig 1888, S.131.
13 Vgl. RENNER, S.7.
14 Gus a RÜMELIN, Reden und Au sä ze, Bd. 1, F eibun g i./B.— Tübingen 1875, S.91.
15 Joseph on EÖTVÖS, Übe die Gleichbe ech igung de Na ionali ä en in Ös e eich, Wien 1851,
S.17.

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s öß , und zwa das Fak um, dass eine un e lek ie e Übe nahme des Majo i ä s-
p inzipes un e Zug undelegung de Be ölke ungss a is ik, in Na ionali ä en agen
nich p ak ikabel is . Eine Lösung de S ei agen zwischen den Na ionali ä en wä e
ohne ausd ückliche Schu zbes immungen ü die ande ssp achige Mino i ä nich in
de Lage gewesen, den al ös e eichischen Na ionali ä enkon lik sys emimmanen
zu beenden, denn das Wesen des na ionalen P inzips beinhal e e ü Eö ös in e s e
Linie „das S eben nach He scha “:
„Übe all de Kamp um Gleichbe ech igung, ehe diese e eich is ; Übe all das S eben
nach He scha , wie man nich meh gegen Un e d ückung zu klagen ha .“16
Die Dynamik in de Na ionali ä en age, wie sie hie deu lich wi d, wa a säch-
lich de ausschlaggebende G und ü die Unmöglichkei eine Lösung de P obleme
im al ös e eichischen Rech s- und Gesellscha ssys em. Zu Sp ache kamen bis-
he nich die e minologischen Schwie igkei en, mi denen jede Zweig de Wissen-
scha , de P obleme de Na ion und des Volkes am Beginn des 19.Jah hunde s be-
handel e, kon on ie wu de. Au G und de Ta sache, dass die na ionale F age im
19.Jah hunde an poli ische Bedeu ung gewann, muss e auch die F age nach eine
einhei lichen wissenscha lichen Te minologie au auchen. De P ozess de Kon-
sensbildung is in diese F age wohl bis heu e noch nich abgeschlossen, abe einige
g undlegende E ö e ungen wa en in de zwei en Häl e des Jah hunde s schon im
Ve s ändnis de E hnog aphie, de S a is ik, de Soziologie und de Rech swissen-
scha in einen allgemein ane kann en Beg i s ahmen ge ass .
In de äl e en Li e a u , so e wa bei Fich e, Mohl und Ah ens, wu de zwischen
den Beg i en Volk und Na ion noch nich un e schieden, wäh end e wa ab de Mi e
des o igen Jah hunde s, die Beg i e di e enzie e wende wu den. Eine de
Möglichkei en de Di e enzie ung bes and da in, die Na ion als poli ische Einhei
au zu assen und den Volksbeg i als die na ü liche Einhei zu pos ulie en. Das Volk
wi d, wenn wi diesem Modell olgen, du ch den Ak de S aa swe bung in den S a-
us de Na ion als s aa liche, poli ische Einhei e hoben. Die Konsequenz diese Theo-
ie de Na ion als s aa liche Einhei , ü den Beg i de Na ionali ä , s imm e mi
dem wes lichen Na ionali ä s e s ändnis übe ein, d.h. beide Theo ien esul ie en in
de Deckungsgleichhei on S aa szugehö igkei und Na ionali ä . Da eine de a ige
Schluss olge ung ü den Be eich Os - und Mi eleu opas, au G und de a säch-
lichen Ve häl nisse, nich gezogen we den konn e, o m e sich be ei s in de Sch i
on Eö ös „Übe die Gleichbe ech igung de Na ionali ä en in Ös e eich“ eine Ve -
wendung de Beg i e aus, die bei einem G oß eil de jenigen, die sich bis zum Ende
de Mona chie mi e minologischen F agen beschä ig en, als g undlegendes P in-
zip Ane kennung and und spä e auch heo e isch beg ünde wu de.17
Vice e sa zu de obzi ie en Theo ie wu de das Volk als die poli ische Einhei
angenommen, und zwa in de Fo m, in de es F . J.Neumann in „Volk und Na ion“
o mulie e:
16 EÖTVÖS, Übe die Gleichbe ech igung de Na ionali ä en, S.19.
17 HERRNRITT, Na ionali ä und Rech , S.16 .
cSILLA döMők 73
„Und in diese Beziehung is Volk heu e e s ens de spezi ische, un e allen Ums änden
zulässige Ausd uck ü „poli ische Einhei “, besse gesag : ü die Gesam hei de An-
gehö igen eines S aa s.“18
De Ausd uck Na ion wu de au gemeinsame Abs ammung (nasci) und au den da-
aus esul ie enden e hnischen und kul u ellen Zusammenhang, un e Rücksich -
nahme au die his o ische En wicklung eduzie . De Un e schied zwischen Na ion
und Na ionali ä wu de wie keine de ande en e minologischen F agen in eine A
und Weise bes imm , die den wissenscha lichen An o de ungen en sp achen.
„Na ion und Na ionali ä bezeichnen eine G uppe on Menschen, welche un e
sich eine gewisse Gemeinsamkei haben und eben du ch diese Gemeinsamkei ,
die wi gleich alls „Na ionali ä “ nennen, on ande en Menscheng uppen sich
un e scheiden.“19
Die Na ionali ä is dahe mi zwei ache Bedeu ung e sehen.20 Eine sei s als kon-
k e e G uppe de Be ölke ung, wobei sie in diese Ve wendung mi den Beg i en
Na ion und auch Volkss amm konku enzie , ande e sei s als Bezeichnung des kol-
lek i en S a us eine G uppe, ode , wie He n i es o mulie e, als „abs ac e Eigen-
scha des Volkss ammes“.21
Die Me kmale, die den, im zei genössischen Rech s- und Ve wal ungsleben und
o allem im be ühm en A ikel XIX des S aa sg undgese zes om 21.Dezembe
1867 übe die allgemeinen Rech e de S aa sbü ge e wende en Ausd uck „Volks-
s amm“ bes immen, e such e Neumann in eine De ini ion des Beg i es zusam-
menzu assen:
„[…] eine kleine e Be ölke ungsg uppe, die in olge de Gemeinsamkei äuße e Lebens-
bedingungen und eigena ige Kul u an änge ein eigena iges gemeinsames Wesen ge-
wonnen ha , das sich on Gene a ion zu Gene a ion übe äg und sich o zugsweise
in gemeinsame Munda , gemeinsamen Cha ak e zügen, gemeinsamen Si en und Ge-
b äuchen und in dem Ge ühl de Zusammengehö igkei zu äuße n p leg .“22
Neumann sp ach on den Momen en, die den Bes and des Volkss ammes bes im-
men, indem e e schiedene objek i e und subjek i e Elemen e de Bes immung
des Beg i es Volkss amm und in de e s e en Bedeu ung auch de Bes immung de
Wo e Na ion und Na ionali ä , nann e. Dami wu de de Ke npunk de ü die Na-
ionali ä ens a is ik ele an en Aussagen angesp ochen. Welche Fo mulie ung dem
Phänomen de „na io“ auch imme beigeleg wu de, die zen ale F age wa jene des
18 NEUMANN, S.32 .
19 Ebenda, S.8.
20 Ge ald STOURZH, Die Gleichbe ech igung de Na ionali ä en und die ös e eichische Dezem-
be -Ve assung on 1867. Sonde abd uck aus: De ös e eichisch-unga ische Ausgleich on 1867,
Wien/München 1967, S.191.
21 HERRNRITT, Na ionali ä und Rech , S.17.
22 NEUMANN, S.48.
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Kennzeichens, das eine E assung du ch be ei s bes ehende O ganisa ions o men e -
möglich e. Ande s ausged ück : Mi eine Ablehnung de Iden i izie ung on Na-
ion mi S aa sangehö igkei e gab sich jenes P oblem, das im Rahmen eine Sch i
übe die zislei hanischen Umgangssp achene hebungen, den Ausgangspunk ü
jede wei e e Schluss olge ung bilden muss: Welche Me kmale kons i uie en die Na-
ionali ä ?
Die Me kmale de Na ionali ä s ell en nich nu ü eine s a is ische E hebung
de Na ionali ä en die G undlage da , sonde n wa en auch ü die heo e ischen Vo -
s ellungen on en scheidende Wich igkei . Da in dem Abschni übe die his o ische
En wicklung de Na ionali ä ens a is ik diese F agen im Einzelnen e ö e we den,
sei an diese S elle nu ku so isch on den Me kmalen de Na ionali ä die Rede.
Als mögliche K i e ien gal en die gemeinsame Abs ammung, Rassenzugehö ig-
kei , gemeinsame Wohnsi z, gemeinsame his o ische En wicklung und Kul u , Reli-
gion sowie die gemeinsame Sp ache. Dabei wu de de Sp ache keineswegs de P ima
einge äum , de ih im na ionalen Gedankengu des 19.Jah hunde s zuges anden
wu de, ohne scha zu un e scheiden zwischen Sp ache und Na ion, zwei Beg i en,
die sich in ielen Fällen nich zule z deshalb deck en, da das na ionale Selbs e -
s ändnis de einzelnen Volkss ämme zunächs übe die Sp ache geweck wu de. Im
wissenscha lichen Ve s ändnis a die Meinung au , die Sp ache sei die wich igs e
Ausd ucks o m des na ionalen Bewuss seins, obwohl diese Legi imie ungs heo ie
selbs kleins e , sp achlich abgesonde e G uppen in manchen Fällen deshalb au ge-
g i en wu de, um o z ge ingem Bildungs- und Kul u ni eau, übe die sp achliche
Eigens ändigkei na ionale G uppenegoismen zu e wi klichen. Die Wissenscha
übe bewe e e, in eine alschen Einschä zung de Rela ion zwischen de zei genös-
sischen „Sp acheupho ie“ und den a sächlich komplexen Bes and eilen de Na io-
nali ä , die he o ge u en wu de in olge de s a ken na ionalis ischen S ömungen,
den de gemeinsamen Sp ache innewohnenden We .23
„Die Gemeinscha de Sp ache is also, wie die gewöhnliche Meinung mi Rech
annimm , das zu e lässigs e Me kmal na ionale Gemeinscha .“ Die „gewöhnliche
Meinung“, auch de Wissenscha le , akzep ie e dami , was sie in de Reali ä sah
und e hob die Sp achna ion, die in de Si ua ion un e schiedlich en wickel e na-
ionale G uppen, in Ös e eich im Gedankengu de einzelnen Na ionalismen einen
ganz bes imm en Zweck zu e üllen ha e, zum P inzip, das den Gegensa z zwischen
Na ionali ä en au die Sp achen age eduzie e, obwohl die na ionalen Bewegun-
gen, ganz bewuss , die Sp ache als Mi el de Rech e igung na ionale Ansp üche
benü z en. Wie Gumplowich es o mulie e, die Sp ache sei in Ös e eich „nu die
Idee, die he hal en muß, um die Tendenz zu beschönigen“:
„Da diese le z e en Gegensä ze mi els de e schiedenen Sp achen sich ba in E schei-
nung e en, so nimm de Kamp die Fo m des Kamp es um die Sp ache, espec i e um
das Rech ode die Gleichbe ech igung de Sp ache im ö en lichen Leben an. Abe diese
Fo m is nich das Wesen des Kamp es. Das Wesen desselben kann kein ande es sein wie
dasjenige alle ande en socialen Kämp e, nämlich de Kamp um He scha .“24
23 FRIND, S.96.
24 Ludwig GUMPLOWICZ, G und iß de Soziologie, Wien 1885, S.160.
cSILLA döMők 75
Die S ellungnahme on Gumplowicz äg eindeu ig sozialda winis ische Züge und
en sp ich dami den na ionalen Vo s ellungen eines be äch lichen Teiles de Zei -
genossen des zi ie en Soziologen. Ih en Ausd uck and die Übe be onung de Sp a-
che auch in de En scheidung de In e na ionalen S a is ischen Kong esse eine „Na-
ionali ä ens a is ik“ einzu üh en und zu diesem Zweck ein sp achliches Momen in
die Volkszählungs ub iken einzubauen. Obwohl nach o iziellen Aussagen in Ös e -
eich auch nach 1880 die Na ionali ä übe haup nich Bes and eil de Sp achenzäh-
lung wa , en zünde en sich na ionale Kon lik e da an, dass ein Teil de Be ölke ung
annahm übe die Umgangssp ache we de de Besi zs and de einzelnen Na ionali-
ä en e hoben. Es wa dami die Inkong ui ä gescha en, dass bei den Zählungen
sowohl on den du ch üh enden Pe sonen als auch on den Be ag en ein Teil, im
Einklang mi den Volkszählungs o sch i en, eine Angabe de Sp ache als Ve s än-
digungsmi el ans eb e, wäh end ein ande e Teil das Wesen des sp achlichen P in-
zips nach sozialda winis ischen Leh en als Ausd uck des Kamp es um na ionale Su-
p ema ie ane kann e, und dies zu No m in de Volkszählung zu e heben ach e e.
Zu ückkeh end zu den K i e ien de Na ionali ä , die ja nich ü die Na ionali-
ä ens a is ik gescha en wu den, sonde n o allem ü das Na ionali ä en ech on
eminen e Bedeu ung wa en, muss eine Tendenz au gezeig we den, die gegen Ende
de Mona chie eine neue Gewich ung de Bes immung de Na ionali ä auslös e,
nämlich die Popula isie ung na ionale Ideen und die dami e bundene Zunahme
des Zusammengehö igkei sge ühles. Neben den be ei s e läu e en sogenann en„ob-
jek i en“ Me kmalen wu den in zunehmendem Maße „subjek i e“ Momen e, als
Konsequenz de na ionalen En wicklung de einzelnen Volkss ämme, zu Na ionali-
ä sbes immung he angezogen, un e ande em ein ausgep äg es na ionales Bewuss -
sein, ein Zusammengehö igkei sge ühl und le z lich das eigene eie Bekenn nis zu
eine Na ionali ä .25
Bei Du chsich de einzelnen Theo ien de Na ionali ä sbes immung allen ol-
gende G undhal ungen au : Die beiden Ex eme de Na ionali ä sbes immung, d.h.
einsei ig subjek i e ode objek i e Bes immung, schließen einande nich ap io i
aus, sonde n es wi d e such , eine gül ige Bewe ung beide Me hoden zu inden.26
G undsä zlich wa en imme meh e e Fak o en ausschlaggebend, wobei übe Zu-
sammense zung und Anzahl de no wendigen Fak o en keine p inzipielle Einigung
ge unden we den konn e. Wie sich aus den A bei en on Renne , He n i und Be -
na zik, jenen Pe sonen, die sich am in ensi s en mi de heo e ischen G undlegung
de na ionalen F age beschä ig en, ablesen läss , gewann das eine Bekenn nisp in-
zip in de wissenscha lichen Theo ie de le z en Jah zehn e de Mona chie an Be-
deu ung, ohne dass dies abe an de Me hode de Na ionali ä ene hebung anlässlich
de Volkszählungen e was ände n soll e.27
25 Aus diesem G und we den die „subjek i en“ Momen e in de Li e a u häu ig un e dem
Beg i „Bekenn nisp inzip“ subsumie .
26 Vgl. Wol gang STEINACKER, De Beg i de Volkszugehö igkei und die P axis de Volkszugehö-
igkei sbes immung im al ös e eichischen Na ionali ä en ech (=Sch i en des Ins i u s ü So-
zial o schung in den Alpenlände n an de Uni e si ä Innsb uck IX. Folge), Innsb uck 1932.
27 Csilla DÖMŐK, Na ionali ä en age und Ve assungsgeschich e in Ös e eich zwischen
1848–1867, Be lin 2010, S.58–82.
82 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 1/2019
Nachdem die ös e eichische Regie ung sich im Mä z 1880 aus den an ande e S elle
un e such en G ünden en scheid, nich die Na ionali ä de Be ölke ung bei den
Volkszählungen zu e heben, sonde n de en Umgangssp achen, wa dies, sowohl ü
das Reichsge ich als auch ü den Ve wal ungsge ich sho , kein K i e ium ü die
Na ionali ä szugehö igkei .
Die p inzipiell objek i e F age de S a is ik wu de in olge des Bewuss we dens
de poli ischen T agwei e ih e Bean wo ung in ein Mi el des na ionalen Kamp es
umgewandel ;45 somi blieb es Sache des Rech es möglichs unbeein luss on den
E gebnissen de Volkszählungen, die, als P oduk des na ionalen Kamp es, als Aus-
d uck de na ionalen s ä ke de einzelnen Na ionali ä en, nich die G undlage de
na ionalen Ve eilung und pe sönlichen Zugehö igkei de Be ölke ung bilden konn-
en, zu einem Rech s e s ändnis de Na ionali ä zu gelangen.
G undsä zlich s ell e sich ü das Na ionali ä en ech dieselbe me hodologische
F age wie ü die S a is ik. Genauso wenig wie die S a is ik konn e auch die Rech -
sp echung de Höchs ge ich e zu keinem Kons an en, in allen Fällen e olg e „mo-
dus i endi“ gelangen. P inzipiell wu den sowohl subjek i e als auch objek i e Mo-
men e zu Na ionali ä sbes immung he angezogen. Nachdem, es es ges ell wu de,
nach welchen Me kmalen die Na ionali ä Einzelne zu e uie en sei, / gese zliche
Vo sch i en wa en nich bes anden /, blieb es de Rech sp echung übe lassen, um
de Dik ion S einacke s zu olgen, zwischen „Wesensme kmalen“ (objek i ) und
„Willensme kmalen“ (subjek i ) zu en scheiden.46 Zwischen diesen beiden Ex emen
schwank e die Rech sp echung de Höchs ge ich e. Das na ionale Bekenn nisp inzip,
bei dem die indi iduelle En scheidung im Mi elpunk s eh , wu de ebenso he ange-
zogen wie die Möglichkei „Objek i ie ungen“ aus Handlungen in denen sich die na i-
onale Gesinnung o enba zu G undlage na ionale Di e enzie ungen zu e heben.47
Im le z e en Fall, in dem die Behö de die Na ionali ä es s ell , wu de auch das
Volkszählungsbekenn nis als Objek i ie ung de na ionalen Gesinnung he ange-
zogen. In e essan e weise soll en sich die Rich linien ü die En scheidungen de
Höchs ge ich e und jene ü die De ini ion de Umgangssp ache in den le z en Jah -
zehn en de Mona chie kon ä en wickeln. Nu ku z angesp ochen wu de bishe
die F age des Ve häl nisses zwischen Sp ache und Na ionali ä ü das posi i e Rech .
Wie schon aus den En scheidungen de Höchs ge ich e e sich lich, wa die Sp ache,
in welche Fo m auch imme , nie mi de Na ionali ä iden i izie wo den. Die Sp a-
che wa jedoch, un e Zug undlegung de „Landesüblichkei “, eine Bedingung ü die
Gel endmachung na ionale Rech e.48
Das Pos ula de na ionalen Gleichbe ech igung be a nach 1867 zwei sachlich zu
ennenden Be eichen: Eine sei s den Be eich des Sp achen ech es und ande e sei s
jenen des Rech es au na ionale Zugehö igkei und na ionale Au onomie.49
45 BERNATZIK, Übe na ionale Ma iken, S.10.
46 STEINACKER, Volkszugehö igkei im Na ionali ä en ech , S.40.
47 Ebenda, S.42.
48 BERNATZIK, Übe na ionale Ma iken, S.13.
49 Vgl. Ge ald STOURZH, Die Gleichbe ech igung de Volkss ämme als Ve assungsga an ie. E -
schein in: Die Habsbu ge mona chie 1848–1918, Hgg. on Adam Wand uszka und Pe e U -
bani sch, Bd. 3, Wien 1979.

cSILLA döMők 83
Eine Regelung de F agen de Gleichbe ech igung de Volkss ämme au dem Ge-
se zesweg, nach dem P inzip de na ionalen Au onomie, wu de e s am Beginn dieses
Jah hunde s und nu in Mäh en und in de Bukowina e wi klich , wäh end ü die
üb igen K onlände die Disk epanz zwischen de no wendigen „Landesüblichkei “ ei-
ne Sp ache und de Fes s ellung de Na ionali ä szugehö igkei in de Rech sp axis,
dazu üh e, dass die Na ionali ä en age o mell nich s als eine Sp achen age blieb.50
Die Gel endmachung na ionale Rech e im sp achlichen Be eich beg ünde e sich
da au , zu kons a ie en, ob eine Sp ache die Bedeu ung eine „landesüblichen“ Sp a-
che zukomme. Hie bei wu den meis , jedoch nich in konsequen e P axis de Höchs -
ge ich e, die E gebnisse de Umgangssp achene hebung he angezogen. Das Reichs-
ge ich a gumen ie e in einem g undsä zlichen E kenn nis om 12.Juli 188051 dami ,
dass eine Sp ache als landesüblich zu bezeichnen sei, wenn sie (auch nu in einzelnen
Bezi ken ode O en des Landes, also doch auch im Lande üblich) on i gendeine
g öße en Zahl on Einheimischen „im äglichen Umgange“ gesp ochen wi d.
De Beg i „landesüblich“ e o de e auch ein gewisses Maß an S abili ä de
Sp achübung, wobei zu de en E assung wiede um die Resul a e meh e e Volks-
zählungen in e gleichende Weise he angezogen wu den. Die sp achlich-na iona-
len P obleme de al ös e eichischen Ve wal ung gliede en sich g undsä zlich in die
F agen de „äuße en“ und de „inne en“ Am ssp ache sowie de sp achlichen Quali-
ika ion de Beam en. Be üh ungspunk e mi den In e essen bes imm e Teile de
Be ölke ung e gaben sich auch bei de sp achlichen Ve wendung im Hee eswesen
und bei de wohl zen alen F age de Un e ich ssp ache im Bildungswesen.
Ein spezielles Anwendungsgebie e uh die E hebung de Umgangssp ache bei
de F age, in welchen Sp achen an einem bes imm en O e die am lichen Kundma-
chungen zu e lau ba en seien. Wie de VGH in eine E kenn nis om 10.Juni 1905
aussp ach, muss en ö en liche Anschläge in de landesüblichen Sp ache e olgen,
„welche de (zu Wahlhandlung be u enen) O sbe ölke ung eigen is .“52
Wei e s wu den die Umgangssp achene hebungen auch bei Sp achen agen im
Zusammenhang mi Vo sch i en übe das Ve keh swesen als En scheidungsg und-
lage zu Anwendung geb ach . Das Fehlen besonde e gese zliche No men im Be-
eich des Eisenbahnwesens und de Pos e wal ung, die die Vo ausse zung ü die
Meh sp achigkei egel en, üh e zu He anziehung des Beg i es de „Landesüblich-
kei “ und dami auch de Volkszählungse gebnisse.53 Im Be eich de Pos e wal ung
s ü z en sich die Behö den in sp achlichen F agen öllig au die E gebnisse de je-
weils le z en Umgangssp achene hebung.
Die F age de Am ssp ache und de Un e ich ssp ache in den Schulen wa en
die zwei B ennpunk e de sp achlich-na ionalen Kon lik e, die eine Fes legung de
sp achlichen Ve häl nisse de Be ölke ung e lang en. Die Umgangssp achene he-
bung wu de1880 aus dem G unde einge üh , um An wo au F agen de quan i a-
i en Na ionali ä s e eilung, abe nich de indi iduellen Zugehö igkei zu geben,
50 BERNATZIK, Das ös e eichische Na ionali ä en ech , S.978.
51 Ebenda, S.981.
52 VGH-E kenn nis om 10.6.1905, Budw. 3630/A.
53 Vgl. dazu §20 des O ganisa ionss a u es ü die s aa liche Eisenbahn e wal ung om
19.1.1896, RGB1. N .16.
84 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 1/2019
und dami auch um als G undlage, abe nich als indi iduelle En scheid, de sp ach-
lichen Regelung in Am und Schule zu dienen.
Als einzige Möglichkei das p ozen uelle Ve häl nis de Na ionali ä en in den ge-
misch sp achigen Gebie en zu e uie en, wu den die E gebnisse de Volkszählung
in Bezug au die Umgangssp ache in meh e en Ve o dnungen übe den Geb auch
de Am ssp achen in den einzelnen K onlände n als Beweismi el ü die sp ach-
liche Ve eilung de Be ölke ung he angezogen und nach einem Gese zesen wu
Koe be s ü ein Sp achengese z Böhmens, om Mai 1900, soll e dies soga gese zlich
ausgesp ochen we den.54
Die F age de Neu egelung de Bezi ksein eilung Böhmens wa auch 1910, beide
Diskussion um das na ionale E hebungsmomen in de Volkszählung, eine de zen -
als en F agen. Die schechische Sei e benü z e die ge ech e ig e Ablehnung de E -
gebnisse de Umgangssp achene hebung 1910 in Böhmen dazu, um ih e g undsä zli-
che Ablehnung eine na ionalen Abg enzung de Bezi ke zu legi imie en. Da wede die
Regie ung noch die Ve e e de Na ionali ä en on ih en S andpunk en abwichen,
wu den insgesam kein Konsens übe die Anwendung des Zahlenma e ials aus den
Volkszählungen, in den Schule und Am be e enden sp achlichen F agen e eich .
T o zdem wu de bei de Benü zung de summa ischen Volkszählungse gebnisse,
ganz im Gegensa z zu dem ech lichen S andpunk bei de indi iduellen Kons a ie-
ung de Na ionali ä , häu ig unmi elba on de Umgangssp ache au die Na io-
nali ä geschlossen. Ri e on Ta nóczy beg ünde e dies 1910 mi eine nich dem
s engen Wo lau de „Umgangssp ache“ olgenden In e p e a ion des Beg i es bei
de Du ch üh ung de Volkszählungen, ausgelös on eine no wendig gewo denen
Libe alisie ung des u sp ünglich „deu sch eundlichen“ (dabei auch Be o zugung
de polnischen und i alienischen Volksg uppe) Ausd uckes Umgangssp ache, was
dadu ch e möglich wu de,
„[…] dass das Minis e ium des Inne n analog dem S andpunk e de Judika u übe die
eie Wahl de Zugehö igkei zu eine Na ionali ä sei ens des Einzelnen es jede mann
eis ell e, un e den zu e hebenden Sp achen, welche imme als eine Umgangssp ache
anzugeben.“55
Da au be uh e auch die Ta sache, dass in einsp achigen Gebie en o eine einzige
Pe son, o z de F age nach de Umgangssp ache, eine in de Gemeinde nich üb-
liche Sp ache— dami ih na ionales Bekenn nis— angeben konn e. Au ge inge
sp achliche Mino i ä en wu de auch in einigen Fällen Rücksich genommen. Dabei
wu den ge inge sp achliche Minde hei en om Ge ich sho in eine Komp omisslö-
sung zwischen de schechischen These de zweisp achigen Gleichbe ech igung in
Böhmen und de deu schen These de einsp achigen Gleichbe ech igung ane kann
und die on diesen Minde hei en in de Volkszählung o ie e Umgangsp ache als
landesüblich angesehen.56
54 BERNATZIK, Übe na ionale Ma iken, S.13.
55 AVA, Innenminis e ium Fasz. 2091, Ak N .8379ex1910 Zusammens ellung II.
56 Vgl. VGH-E kenn nis om 11.3.1905, Budw. N .3372/A.; VGH-E kenn nis om 16.12.1909,
Budw. N .7081/A. und VGH-E kenn nis om 9.12.1914, Budw. N .10624/A.
cSILLA döMők 85
In eine Zusammenschau alle Aspek e de F agen des Sp achp inzips und des
Zugehö igkei sp inzips bedeu e e die nich zu de inie ende Beziehung zwischen
Sp ache und Na ionali ä , dass, wie Renne es e end bildlich umse z e, die Sp a-
che le z en Endes nu als „Gessle hu “ dien e,57 au den die gesam e T agwei e de
na ionalen Kon lik e einwi k e.
„De Kamp um die Sp ache e hi z die Gemü e o allem deshalb, weil hin e dem meis
o malen S ei um das gesp ochene und gesch iebene Wo sich de Kamp de Na ion
um die Mach im S aa e ode übe den S aa e bi g .“58
Mi dem hie ausgesp ochenen S eben nach He scha , e kö pe im Na ionali-
ä enp inzip, e klä sich die Disk epanz in de Behandlung on Sp ache und Na-
ionali ä . Ansp üche au sp achlich-na ionale Rech e konn en nu au G und de
„Landesüblichkei “ eine Sp ache ges ell we den— dies en wede dank de Zugehö-
igkei zu einem bes imm en Volkss amm,— ohne Rücksich da au , ob diese Volks-
s amm an dem be e enden O e seinen Wohnsi z ha e— , ode aus dem Ansp uch,
dass de be e ende Volkss amm an jenem O seinen Wohnsi z ha e, ohne Rück-
sich au die F age nach de pe sönlichen Zugehö igkei 59—, o zdem hing die An-
e kennung diese Rech e du ch die Höchs ge ich , mangels eine gese zlichen Re-
gelung, nich nu on sp achlichen Momen en ab. De einzelne konn e au G und
seine Na ionali ä sp achliche Rech e o de n, abe die Sp ache wu de nich als das
ausschlaggebende Momen de Na ionali ä ane kann .
„In Oes e eich is bishe die Na ionali ä en age in alle e s e Linie, ja as aus-
schließlich eine Sp achen age.“60 Dies sch ieb de P äsiden de S a is ischen Zen-
alkommission, de spä e e Finanzminis e Robe Meye , in einem Be ich an das
Innenminis e ium, in dem e 1910 die E hebung de Umgangssp ache mi den Wo -
en „Nähe ungswe ü die Na ionali ä ens a is ik“ ech e ig e und die Sp ache als
das objek i s e Cha ak e is ikum de Na ionali ä bezeichne e.
57 RENNER, S.63.
58 Ebenda, S.65.
59 Vgl. HERRNRITT, S.588.
60 Ebenda, S.592.